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Planung und Umsetzung eines sportpsychologischen Coaching-Prozesses

Hausarbeit (Hauptseminar) 2014 17 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportpsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 SPORTPSYCHOLOGISCHE MASSNAHMEN ZUR OPTIMIERUNG DER WETTKAMPFLEISTUNG
1.1 Thema: Freiwurftrefferquote beim Basketball
1.2 Spielerbeschreibung
1.3 Ausgangssituation
1.4 (Selbst)einschätzung des Klienten
1.5 Problembezogene Diagnose
1.5.1 Auswertung WAI-T
1.6 Zielsetzung

2 MASSNAHMENPLANUNG
2.1 Struktur des Maßnahmenplans
2.2 Erläuterung/ Begründung der Maßnahmen
2.3 Beschreibung der Trainingseinheiten
2.3.1 TE 1: Selbstgesprächsregulation 1
2.3.2 TE 2: Selbstgesprächsregulation 2
2.3.3 TE 3: Selbstgesprächsregulation 3
2.3.4 TE 4: Prognosetraining 1
2.3.5 TE 5: Prognosetraining 2
2.3.6 TE 6: Prognosetraining 3
2.3.7 TE 7: Testspiel
2.3.8 TE 8: Prognosetraining 4
2.3.9 Saisonspiel (Erfolgsmessung)

3 DISKUSSION
3.1 Meinungen des Trainers und des Klienten
3.2 Resümee
3.3 Verbesserungsvorschläge

4 LITERATURVERZEICHNIS

5 ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS
5.1 Abbildungsverzeichnis
5.2 Tabellenverzeichnis

ANHANG

Anhang 1: Ausgefüllter WAI-T Fragebogen

1 Sportpsychologische Maßnahmen zur Optimierung der Wettkampfleistung

1.1 Thema: Freiwurftrefferquote beim Basketball

In der Hausarbeit zum Studienmodul Sportpsychologische Trainingstechniken 3 wird die Planung und Durchführung einer Maßnahme zur Optimierung der Wettkampfleis- tung am Beispiel eines 24-jährigen Basketballers beschrieben. Die zu optimierende Leistung stellt hierbei die Trefferquote beim Freiwurf dar (Verhältnis geworfene Frei- würfe/ getroffene Freiwürfe). Als Ausgangsposition wird die Freiwurftrefferquote (im Folgenden FTQ) der ersten zwei Saisonspiele genommen und als Referenz wird zusätz- lich die durchschnittliche FTQ im Training herangezogen. Der Erhebungszeitraum der Trainingsdaten (FTQ-Training) beträgt vier Wochen (06.10.14 - 02.11.14) bei zweimali- gem, 90-minütigem Training pro Woche.

Durchschnittlich werden pro Training 30 Freiwürfe/Spieler geworfen.

1.2 Spielerbeschreibung

Der Klient, der für die Trainingsmaßnahme ausgewählt wurde, ist ein 24-jähriger, männlicher Basketballer mit langjähriger Trainings- und Spielerfahrung (seit ca. 10 Jah- ren in verschiedenen Spielklassen, dabei höchstens Landesliga). Er spielt auf der Flügel- position und ist in der Startaufstellung eines Basketballvereins (z.Z.Kreisliga). Seine Spielzeit beläuft sich auf ca. 25 Minuten pro Spiel bei vier Vierteln à 10 Minuten.

1.3 Ausgangssituation

In den vier Wochen der Datenerfassung im Training weist der Spieler eine FTQ von ca.

74 % auf ( 178 Treffer bei 240 Versuchen). Über den Zeitraum der Datenerfassung hin- aus kann diese Quote (nach subjektivem Empfinden) als realistischer Durchschnitt sei- tens des Trainers und der Teamkameraden bestätigt werden. In den zwei Spielen, die die Ausgangsposition für die anschließende Maßnahme bilden, liegt seine FTQ mit ca. 41 % (7 Treffer bei 17 Versuchen; Spiel 1: 3/8 Spiel 2: 4/9) deutlich unter der FTQ die im Training erreicht wurde. Die Problematik der schwächeren FTQ beim Wettkampf/ Spiel zeigt sich bei diesem Spieler über mehrere Saisons hinweg. Laut eigener Beschreibung des Spieler ist seine Nervosität bei Wettkämpfen und die dadurch entstehende Konzen- trationsschwäche die Hauptursache für seine schlechte Chancenverwertung an der Frei- wurflinie.

1.4 (Selbst)einschätzung des Klienten

Der Klient beschreibt sich selbst als einen erfahrenen und selbstbewussten Spieler, ist ehrgeizig, wenn es um sportliche Leistung geht und möchte gerne an seiner FTQ arbei- ten um im Gesamten noch besser zu werden und das Team noch besser unterstützen zu können. Aufgrund seines Ehrgeizes setzt er sich beim Wettkampf selbst unter Druck, da er unbedingt die bestmögliche Leistung erbringen möchte um sein Team nicht im Stich zu lassen. Ihm schwirren ständig die Konsequenzen eines Fehlwurfs für sich und das Team und die möglichen Reaktionen der Zuschauer im Kopf herum, wodurch seine Aufmerksamkeit nicht zu 100 % bei seiner Aufgabe liegt. Im Training sieht er sich selbst nicht diesem Druck ausgesetzt und fühlt sich deutlich entspannter, was es für ihn leichter macht sich zu konzentrieren.

1.5 Problembezogene Diagnose

Um die Problematik genauer identifizieren und die nötigen Maßnahmen festlegen und planen zu können wird nach der Zielbestimmung eine problembezogene Diagnose durchgeführt. Hierbei werden, zusätzlich zu den Informationen aus den zuvor geführten Gesprächen mit Spieler und Trainer, Daten mit Hilfe sportpsychologischer Tests erfasst und ausgewertet. Zur Bestimmung der individuellen Neigung des Klienten wird hierfür der WAI-T Fragebogen herangezogen, da aus den Gesprächen bereits hervorgeht, dass es sich um eine Form von Wettkampfängstlichkeit handelt. Mit Hilfe des WAI-T Frage- bogens (ausgefüllt vom Klienten im Anhang) soll nun noch genauer ermittelt werden, um welche Form der Wettkampfängstlichkeit es sich handelt. Der Fragebogen selbst entspricht dem englischsprachigen SAS-Fragebogen (Sport Anxiety Scale) nach Smith, Smoll und Schutz (1990) zur Messung der sportbezogenen Wettkampfängstlichkeit.

1.5.1 Auswertung WAI-T

Die Auswertung des WAI-T Fragebogens erfolgt über eine Punkteskala bei der die Kästchen der jeweiligen Items, von links nach rechts gesehen, jeweils 1, 2, 3 oder 4 Punkte geben (1 = wenig ausgeprägt ; 4 = sehr ausgeprägt). Die insgesamt 12 Items werden zusätzlich noch in drei verschiedene Unterkategorien unterteilt:

- somatische Angst: Wahrnehmung körperlich spürbarer Aufregung (feuchte Hän- de, Herzrasen …) → Items 1, 7, 8 und 10
- Besorgnis : Selbstzweifel, negative Erwartungen, Sorgen → Items 2, 3, 6 und 11
- Konzentrationsstörungen: leichtes ablenken lassen durch Störungen von außen → Items 4, 5, 9 und 12

Anhand der Auswertung des ausgefüllten Fragebogens lässt sich eine eindeutige Tendenz des Klienten zur Neigung zu Konzentrationsstörungen feststellen, da die Items 4, 5, 9 und 12 gemeinsam die höchste Punktzahl ergeben ( somatische Angst: 5 Pkt, Besorgnis: 6 Pkt, Konzentrationsstörungen: 11 Pkt) und somit in der Normierung der WAIT Skala Konzentrationsstörungen bei Männern zwischen 18 und 25 deutlich über dem Mittelwert liegen (siehe Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Normierung der WAI-T Skala Konzentrationsstörung für Männer zwischen 18 und 25 Jahren

n = Normstichprobe M = Mittelwert

SD = Standardabweichung

1.6 Zielsetzung

Als kurzfristiges und für diese Arbeit relevantes Ziel wurde, zusammen mit dem Trainer und dem Spieler, eine Steigerung der FTQ im nächsten Spiel auf 60 % oder mehr vereinbart. Sowohl Spieler als auch Trainer sehen dieses Ziel als realistisch an, da die schlechte Leistung im Spiel nicht an fehlenden Fähigkeiten liegt.

Als mittel- und langfristiges Ziel wird die generelle Reduzierung der Nervosität beim Wettkampf und die Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit definiert. Der Klient soll Techniken lernen, mit deren Hilfe er sich beim Wettkampf auf das Wesentliche konzentrieren kann und die optimale Leistung bringen kann, wenn es darauf ankommt und nicht „nur“ im Training. Hierzu werden im 4-wöchigen Rahmen dieser Arbeit vor allem die Kompetenzerwartung und die Selbstgesprächsregulation trainert.

2 Maßnahmenplanung

2.1 Struktur des Maßnahmenplans

Im Zeitraum vom 06.10.14 - 02.11.14 werden insgesamt acht sportpsychologische Trainingseinheiten durchgeführt (jeweils Dienstag im Training zw. 20:30 Uhr und 22:00 Uhr und Freitag im Training zw. 20:30 Uhr und 22:00 Uhr). Die Trainingseinheiten finden in der Kreissporthalle, parallel zum normalen Training statt.

1. (07.10.14): Selbstgesprächsregulation 1
2. (10.10.14): Selbstgesprächsregulation 2
3. (14.10.14): Selbstgesprächsregulation 3
4. (17.10.14): Prognosetraining 1
5. (21.10.14): Prognosetraining 2
6. (24.10.14): Prognosetraining 3
7. (28.10.14): Testspiel
8. (31.10.14): Prognosetraining 4
9. (02.11.14): nächstes Saisonspiel (Endmessung/ Erfolgsmessung)

2.2 Erläuterung/ Begründung der Maßnahmen

Als Trainingsmaßnahmen wurden für den Klienten die Methoden der Selbstgesprächsregulation und des Prognosetrainings gewählt.

Das Selbstgespräch stellt eine im Leistungssport am meisten eingesetzten kognitiven Strategien dar (vgl. GOULD et al., 1992) und soll in diesem Fall dazu dienen, dem Kli- enten zu helfen seine Gedanken auf die eigentliche Aufgabe zu lenken. In diesem Fall steht die Funktion „mastery“ der motivationalen Funktion nach Hardy et al. (2001) im Vordergrund die sich aus Konzentration, Selbstbewusstsein, mentaler Bereitschaft und Durchhaltevermögen zusammensetzt. Selbstgespräche des Klienten, ob von außen sicht- bar oder nicht, sollen so gesteuert werden, dass sie die Handlung unterstützen und nicht beeinträchtigen.

Nachdem an der Selbstgesprächsregulation gearbeitet wurde folgt in den nächsten Trai- ningseinheiten (TE) die Methode des Prognosetrainings um die Selbstwirksamkeitser- wartung/Kompetenzerwartung des Klienten zu stärken. Hierbei werden nach und nach immer wettkampfnähere Bedingungen im Training geschaffen, um dem Klienten zu hel- fen mit Ablenkungen und Konsequenzen umgehen zu lernen. Den Wettkampf unter- scheiden vom Training vor allem drei Merkmale (vgl. EBERSPÄCHER, 2007):

- Nichtwiederholbarkeit
- Prognose/ Vorhersage Ergebniserwartung
- Konsequenzen

Daher werden diese Teile in ein Training eingebaut.

2.3 Beschreibung der Trainingseinheiten

2.3.1 TE 1: Selbstgesprächsregulation 1

Im ersten Training wird dem Klienten zunächst ein Video von Freiwürfen einiger, er- folgreicher NBA-Spieler vorgespielt (Tablet PC). Dabei soll er insbesondere auf die Se- kunden zwischen Ballübergabe durch den Schiedsrichter und eigentlichem Wurf achten. Einigen der Spieler sieht man an, dass sie in den fünf Sekunden, die ihnen für die Aus- führung des Wurfes bleiben, mit sich selbst sprechen. Andere haben sogenannte „Ritua- le“ entwickelt, wie z.B. „fünf mal den Ball prellen und dabei mit den Füßen tippeln“, „vier mal auf dem Kaugummi kauen (Ray Allen)“, „Haare hinter die Ohren stecken (Steve Nash)“ etc..

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Details

Seiten
17
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668199446
ISBN (Buch)
9783668199453
Dateigröße
958 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v319983
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
2,1
Schlagworte
planung umsetzung coaching-prozesses

Autor

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Titel: Planung und Umsetzung eines sportpsychologischen Coaching-Prozesses