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Die neuen Emerging Markets. Investionsmöglichkeiten und Chancen und Risiken von Investitionen

Hausarbeit 2016 29 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Definitionen
2.2 Abgrenzung zu Entwicklungs-, Schwellenländern und Industriestaaten

3 Bildung eines neues Emerging Market - Vorstellung von 2 Ländern
3.1 Einteilung der neuen Emerging Markets
3.1.1 BRIC-Staaten
3.1.2 „Next Eleven“-Staaten hinter BRIC
3.1.3 MOEL / CEE
3.2 Mexiko
3.2.1 Allgemeine Informationen
3.2.2 Die mexikanische Wirtschaft
3.2.3 Probleme
3.3 Sambia
3.3.1 Historischer Hintergrund
3.3.2 Wirtschaftliche Entwicklung

4 Handlungsempfehlungen und kritische Analyse
4.1 Mexikos Perspektiven
4.1.1 Aktuelle Wirtschaftslage
4.1.2 Entwicklung einzelner Branchen
4.1.3 Kritische Betrachtung und Ausblick
4.2 Sambias Perspektiven
4.2.1 Aktuelle Wirtschaftslage
4.2.2 Kritische Betrachtung und Ausblick

5.Fazit

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Einstufung der Weltbank nach dem Pro-Kopf-Einkommen des Landes

Tab. 2: Abgrenzung Schwellen-, Entwicklungsland, Emerging Market

Tab. 3: Marktpotential für deutsche Unternehmen 2015

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Anteil der Schwellenländer und Industriestaaten am globalen BIP

Abb. 2: Prozentuale Veränderung des realen BIP

Abb. 3: Prozentuale Entwicklung der Importe und Exporte

Abb. 4: Wachstum des realen BIP

Abb. 5: Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens

Abb. 6: Handelsbilanz

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Emerging Markets sind Märkte in Staaten, die sich im Übergang zwischen Entwicklungsland und Industrienation befinden. Diese Staaten werden auch Schwellenländer genannt. Ihre Märkte gewinnen zunehmend an Bedeutung für die Weltwirtschaft. In der Fachliteratur und auch in dieser Hausarbeit wird von einem Land als Emerging Market gesprochen, was gleichbedeutend mit dem Gesamtmarkt in einem Land zu verstehen ist. So kann beispielsweise von Brasilien als Emerging Market die Rede sein, obwohl ein Land an sich selbstverständlich kein Markt ist.

Entgegen vieler Vorstellungen1 ist nicht jedes Schwellenland ein Emerging Market und nicht jeder Emerging Market ist in einem Schwellenland. Die Emerging Markets befinden sich in ständigem Wandel. Nationalpolitische und globale Entscheidungen beeinflussen die Weltwirtschaft und teilweise besonders stark die Emerging Markets. Einige Länder verschwinden aus dem Feld der Emerging Markets, andere Länder kommen hinzu. Die Märkte der Schwellenländer haben einen immer größer werdenden Einfluss auf die Weltwirtschaft. Dies wird auch durch folgende Grafik verdeutlicht:

Abb. 1: Anteil der Schwellenländer und Industriestaaten am globalen BIP

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an: Emerging Markets im neuen Licht (2013) S. 2 - 4 in: www.franklintempleton.de [abgerufen am 11. Oktober 2015]

Indirekt bilden die Emerging Markets den Motor der Weltwirtschaft, denn sie sind eine Teilmenge der Schwellenländer. Dieser Zusammenhang wird in Kapitel 2.2 genauer erläutert.

Die Bedeutung der Emerging Markets für die Weltwirtschaft wurde im ersten Teil der Einleitung bereits dargestellt. Im Weiteren wird zunächst der theoretische Hintergrund der Emerging Markets erläutert. Dabei wird untersucht, was einen Emerging Market ausmacht und was einen Emerging Markt von einem Schwellen- oder Entwicklungsland unterscheidet.

Anhand dieser Merkmale und Abgrenzungen wird danach auf die Bildung eines neuen Emerging Market eingegangen. Nach einer kurzen Vorstellung der neuen Emerging Markets wird an zwei Beispielen erläutert, wie es zur Bildung eines neuen Emerging Market kommt.

Zunächst wird das Land Mexiko betrachtet, das schon länger als Emerging Market gilt. Hierbei werden besonders die politisch-historischen Aspekte berücksichtigt, die das Land wirtschaftlich vorangebracht haben. Danach wird das Land Sambia beleuchtet. Sambia gilt bisher noch nicht als Emerging Market, hat aber ein großes Potential seine Wirtschaftsleistung langfristig stark zu steigern. Bewusst verzichtet wird dabei auf die Analyse einzelner Unternehmen. Die Länder werden in ihrer Gesamtheit betrachtet und nicht nach Regionen oder Unternehmen differenziert.

Das Ziel dieser Hausarbeit ist die Darstellung der Entwicklung eines neuen Emerging Market aus einem Entwicklungs- oder Schwellenland. Zudem soll über das Potential und Risiko der neuen Emerging Markets informiert werden.

2 Theoretischer Hintergrund

2.1 Definitionen

Für die Emerging Markets gibt es keine einheitliche Definition. Der Begriff Emerging Market kommt aus dem Englischen und bedeutet „aufstrebende Märkte“. Dabei handelt es sich nicht um einen Begriff aus der Wirtschaftssprache, sondern aus der Politik. Er wurde von der Weltbank eingeführt. Kennzeichnend für solche Märkte ist ein Anstieg von ausund inländischen Investitionen.2

Im Gabler Banklexikon werden Schwellenländer und Emerging Markets gleichgesetzt.3

Paul Fischer definiert Emerging Markets als Länder mit einem überdurchschnittlichen ProKopf-Einkommen und überdurchschnittlichem Wachstum des BIP. Außerdem ist ein Emerging Market der freien Marktwirtschaft zugerichtet.4

Nach Cavus/Gilighauri/Agarwal weisen die Emerging Markets neben einem hohen BIPWachstum auch Reformprozesse auf, die die Probleme des Landes bekämpfen sollen.5 Aus den Definitionen lassen sich Merkmale isolieren, die Emerging Markets in der Regel aufweisen. Dabei wird deutlich, dass das simple Gleichsetzen von Emerging Markets und Schwellenländern nicht möglich ist.

Drei Eigenschaften bilden die Grundvoraussetzungen für Emerging Markets:

- Deregulierung und Privatisierung:

Emerging Markets müssen die Möglichkeit ausländischer Direktinvestitionen bieten. Ist dieser Faktor nicht gegeben, wird nicht von einem Emerging Market gesprochen. Zudem ist bei den Emerging Markets eine zunehmende Deregulierung durch den Staat zu beobachten. Meistens beginnt dieser Prozess, wenn eine Demokratie in dem Land etabliert wird.6

- Politische Stabilität des Landes:

Für ausländische Investoren ist die Stabilität des Landes sehr wichtig.7 In Sierra Leone wuchs das reale BIP beispielsweise 2013 um 20,1 %.8 Aufgrund der politischen Instabilität ist dieses Land aber für Investoren keine Option.

- Anlagemöglichkeiten für ausländische Investitionen:

Bei Emerging Markets geht es immer um ausländische Direktinvestitionen. Daher müssen die Märkte für diese Investitionen offen sein. Ohne Aktienmarkt, an dem auch ausländische Investoren anlegen können, kann kein Emerging Market entstehen.

Bei allen Ländern müssen diese drei Grundeigenschaften weitestgehend erfüllt sein, damit sie überhaupt als Emerging Market gelten können. Bei den meisten Emerging Markets sind diese politischen Schritte in der Vergangenheit erfolgt. Diese Länder entwickelten sich durch die Demokratisierung und Öffnung der Märkte von einem Entwicklungsland zu einem Schwellenland, das dann Eigenschaften eines Emerging Market gebildet hat. Diese Eigenschaften machen das Land für Anleger attraktiv:

- Überdurchschnittliches Wachstum des BIP:
Die Emerging Markets haben Wachstumsraten des realen BIP von mehr als 5 %. Zudem ist dieses Wachstum langfristig und nicht nur auf wenige Jahre begrenzt.
- Überdurchschnittliches Wachstum beim Pro-Kopf-Einkommen:
Nicht nur das reale BIP wächst überdurchschnittlich schnell, auch das Pro-Kopf- Einkommen steigt in den Emerging Markets. Der Wohlstand im Land nimmt also zu.
- Exportorientierter Außenhandel:
Die Emerging Markets weisen meistens eine positive Handelsbilanz auf. Dies bedeutet, dass mehr exportiert als importiert wird. Bei den Emerging Markets entwickelt sich die Außenhandelsbilanz weiter in diese Richtung. Im Verlauf der Jahre steigt der Exportanteil in der Regel weiter an.
- Zunahme der Industrialisierung:
Emerging Markets entfernen sich in der Regel vom primären Sektor. Der Anteil der verarbeitenden Industrie und der Dienstleistungen am BIP steigt.9

In dieser Hausarbeit wird die Definition von Paul Fischer in Verbindung mit Cavus/Gilighauri/Agarwal herangezogen. Dabei wird immer wieder auf die oben genannten Merkmale Bezug genommen.

2.2 Abgrenzung zu Entwicklungs-, Schwellenländern und Industriestaaten

Anhand der im Abschnitt 2.1 genannten Eigenschaften eines Emerging Markets lässt sich eine Abgrenzung von den Begriffen Schwellenland, Entwicklungsland und Industrienation vornehmen. Entwicklungsländer sind Länder mit einem geringen Pro-Kopf-Einkommen, schlechter Versorgung mit Nahrungsmitteln, geringen Bildungschancen und einem unterdurchschnittlichen Lebensstandard.10 Industrienationen hingegen sind das genaue Gegenteil zu den Entwicklungsländern. Sie besitzen einen hohen Lebensstandard, ein hohes Pro-Kopf-Einkommen und hervorragendes Bildungsniveau.11 Schwellenländer sind die Länder, die an der Schwelle zwischen Entwicklungsland und Industrienation stehen. Sie weisen starke Industrialisierungsfortschritte auf, sind aber in politischen und sozialen Aspekten teilweise noch weit hinter den Industriestaaten einzuordnen.12

Die Weltbank kategorisiert die Länder nach dem Pro-Kopf-Einkommen.

Tab. 1: Einstufung der Weltbank nach dem Pro-Kopf-Einkommen des Landes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an: www.worldbank.org (2015) [abgerufen am 19. November 2015]

Wie bereits in Kapitel 2.1 erwähnt, werden im Gabler Bank Lexikon Schwellenländer und Emerging Markets gleichgesetzt. Betrachtet man allerdings die Einstufung der Weltbank und die in 2.1 genannte Definition, wird deutlich, dass dies nicht zutreffend ist. Vom ProKopf-Einkommen her stehen auch Länder wie Kuba oder Lybien an der Schwelle zur Industrienation, genauso wie Brasilien oder Mexiko. Kuba oder Lybien können aber keine Emerging Markets sein, weil sie auf Grund der politischen Lage für ausländische Direktinvestitionen gänzlich uninteressant sind.13

Emerging Markets können als Teilmenge der Entwicklungsländer und als Teilmenge der Schwellenländer verstanden werden, da die Merkmale eines Emerging Markets in beiden Ländertypen auftreten können.

Auf der anderen Seite gibt es auch Schwellenländer, die keine Emerging Markets sind. Verdeutlicht wird dies durch die folgende Tabelle:

Tab. 2: Abgrenzung Schwellen-, Entwicklungsland, Emerging Market

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an: www.worldbank.org (2015) [abgerufen am 19. November 2015]

3 Bildung eines neues Emerging Market - Vorstellung von 2 Ländern

3.1 Einteilung der neuen Emerging Markets

Die Einteilung der Emerging Markets basiert auf den Überlegungen von Jim O’Neill, ehemaliger Chefvolkswirt der Investmentbank Goldman Sachs bezüglich der Frage, welche Länder in Zukunft die besten Perspektiven in der Weltwirtschaft bieten.

3.1.1 BRIC-Staaten

Die sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) stehen im Vergleich zu den übrigen Emerging Markets an vorderer Stelle in der Weltwirtschaft. Etwa 43 % der Weltbevölkerung leben hier und zusammen haben sie einen Anteil von 12 % am weltweiten BIP. Der Begriff der BRIC-Staaten wurde 2001 von Jim O’Neill geprägt und er sagte den Staaten voraus, dass sie 2050 bedeutender sein würden als die aktuellen G7- Staaten (USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada). China und Indien bieten aufgrund ihrer großen Bevölkerungszahl ein enormes Potential, während Brasilien und Russland über enorme Rohstoffvorkommen verfügen und eine günstige geographische Lage vorweisen können. Zudem wurden in den Ländern bereits wichtige Reformen durchgeführt, sodass heute eine politische Stabilität sowie eine liberale Wirtschaftspolitik herrscht und Anstrengungen zur Verbesserung der Bildung vorgenommen wurden.

In vielen Industrienationen, wie auch in Deutschland, gibt es eine sinkende Geburtenrate, d.h. die grundlegende Voraussetzung für eine stetig wachsende Wirtschaft gerät ins Wanken. Des Weiteren sind die Märkte in den Industriestaaten größtenteils gesättigt, während die BRIC-Staaten sich durch junge konsumhungrige Menschen auszeichnen.14

Dennoch liegen die BRIC-Staaten schon länger im Blickfeld der Unternehmen und Anleger. Daher können sie, im Vergleich zu anderen Nationen, welche bereits in den Startlöchern hinter BRIC stehen und ebenfalls über ein enormes Potential verfügen, auch als „alte Emerging Markets“ bezeichnet werden.

[...]


1 Vgl. Krumnow, J. et al (2002) S. 115.

2 Vgl. Klein, M. (o. J.) in: http://wirtschaftslexikon.gabler.de [abgerufen am 2. Oktober 2015]

3 Vgl. Krumnow, J. et al (2002) S. 115.

4 Vgl. Fischer, P. (2015) S. 5.

5 Vgl. Cavusgil/Ghauril Agarwal (2002), S. 4 zitiert nach: Strietzel, M. (2005) S. 14f.

6 Vgl. Olsson, C. (2002) S. 149.

7 Vgl. ebd. S. 150.

8 Vgl. (o. V.) (o. J.) in: www.cia.gov [abgerufen am 19. November 2015]

9 Vgl. Strietzel, M. (2005) S. 14f.

10 Vgl. (o. V.) (2015) in: www.bmz.de [abgerufen am 19. November 2015]

11 Vgl. Klein, M./Schäfer, A. (o. J.) in: www.wirtschaftslexikon.gabler.de [abgerufen am 19. November 2015]

12 Vgl. Klein, M. (o. J.) in: www.wirtschaftslexikon.gabler.de [abgerufen am 19. November 2015]

13 Vgl. (o. V.) (2015) in: www.worldbank.org [abgerufen am 19. November 2015]

14 Vgl. Müller, L. (2008) S. 42ff.

Details

Seiten
29
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668191327
Dateigröße
836 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v319816
Institution / Hochschule
Hochschule Emden/Leer
Note
1,0
Schlagworte
Schwellenländer emerging Markets Entwicklungsland

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Titel: Die neuen Emerging Markets. Investionsmöglichkeiten und Chancen und Risiken von Investitionen