Lade Inhalt...

Wie kann die Unterrichtsbeteiligung bei Underachievement gefödert werden?

Hausarbeit 2016 9 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fördermöglichkeiten

3. Fördermöglichkeit „Förderung der Unterrichtsbeteiligung“
3.1 Beschreibung der Methode
3.2 kurze Beschreibung des Vorgehens
3.3 Kriterien für pädagogisch sinnvolle Materialien/Konzepte
3.4 Praxistauglichkeit im Mathematikunterricht anhand meiner Kriterien

4. Fazit

5. Tabellenverzeichnis

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler ist keine hinderliche Größe, sondern eine fördernde. Die Unterschiedlichkeit im Lernen, Denken und Verhalten zugrunde legend und trotzdem jeden zu erreichen, ist grundlegende Voraussetzung für das Lernen am gemeinsamen Unterrichtsgegenstand.“ Remo Largo (Allenhof, R. et al., 1)

An einem gemeinsamen Unterricht sind unterschiedliche Schülerinnen und Schüler beteiligt. Eine heterogene Klasse bildet die Gemeinschaft einer Klasse. Schülerinnen und Schüler un- terscheiden sich in ihrer Herkunft, in ihrem Geschlecht und auch in ihrem Leistungs- und Ent- wicklungsstand. Allerdings gibt es auch Schülerinnen und Schüler mit pädagogischen Förder- bedarf.

Diese Ausarbeitung gibt einen kurzen Überblick unterschiedlicher Fördermöglichkeiten bei un- terschiedlichen Bedarfen. Außerdem werden Kriterien für pädagogisch sinnvolle Materia- lien/Konzepte aufgestellt und die Fördermöglichkeit „Förderung der Unterrichtsbeteiligung“ nä- her erläutert.

2. Fördermöglichkeiten bei unterschiedlichen Bedarfen

Es gibt zahlreiche Fördermöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Bedarfen.

In dem Buch „Interventionen bei Lernstörungen“ (2004) werden von verschiedenen Autoren zahlreiche Fördermöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Bedarfen vorgestellt. Der Schwerpunkt der Ausarbeitung liegt auf die Fördermöglichkeit „Fördern von Unterrichtsbeteiligung“, daher werden die in der Tabelle 1 aufgelisteten Fördermöglichkeiten ((2) bis (5)) nur kurz beschrieben.

Die Fördermöglichkeiten (1-4) sind der Literatur „Interventionen bei Lernstörungen“ (2004) zu entnehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Fördermöglichkeiten

Das Üben mit der Wortkartei (2) ist eine Fördermöglichkeit, die zur Üben der richtigen Schreib- weise von falsch geschriebenen Wörter dient (vgl. Labas & Bederski (2004), 308). Diese Me- thode wird bei Schülerinnen und Schüler mit einer Lese-Rechtschreibschwäche eingesetzt. Das tutorielle Lernen (3) ist eine Fördermöglichkeit, die ebenfalls bei Lese-Rechtschreibstö- rungen eingesetzt werden kann (vgl. Haag (2004, 404). Hier wiederholen, vertiefen oder über- prüfen zwei Schüler ihre Kenntnisse. Dabei ist einer der beiden Schüler der Tutor, der pas- sende Fragen stellt, den anderen Schüler sprich den Tutanden testet, Feedback gibt und auch korrigiert (vgl. ebd., 403).

Die nächste Fördermöglichkeit unter Punkt (4) ist der Verhaltensvertrag. Mithilfe von Verhal- tensverträgen soll ein bestimmtes Ziel erreicht werden. Sie dienen dazu, dass bestimmte Ver- haltensweisen verringert oder gesteigert werden (vgl. Bellingrath (2004), 374). Eingesetzt wird diese Fördermöglichkeit bei Schülerinnen und Schüler mit aggressiven Verhaltensproblemen, bei Lernstörungen, bei Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen und bei Störung des Sozialverhaltens.

3. Fördermöglichkeit „Förderung der Unterrichtsbeteiligung

Wie in Kapitel 1 schon erwähnt, liegt der Fokus dieser Arbeit auf die Förderung der Unterrichtsbeteiligung. In den nächsten Unterkapiteln wird diese näher erläutert und anhand von Kriterien ihre Praxistauglichkeit im Mathematikunterricht beschrieben.

„Unterrichtsbeteiligung umfasst alle Aktivitäten, die Schüler ausführen, um an den Aufgaben und Themen einer Unterrichtsstunde zu arbeiten.“ (Hartke & Borchert (2004), 117).

Dazu gehören z.B. das Zuhören, die mündliche Mitarbeit, die Beteiligung an Gruppendiskus- sionen, die Motivation und das Interesse (vgl. ebd., 114). Eine hohe Unterrichtsbeteiligung hängt zum einen vom hohen Schulerfolg, hoher Leistungsmotivation und von der hohen Auf- merksamkeit und Konzentration der Schülerinnen und Schüler ab (vgl., 117). Des weiterem ist die Unterrichtsgestaltung ein Einflussfaktor auf die Unterrichtsbeteiligung. Diskussionen und Projekte sind aktivierende Unterrichtsformen, die zur Beteiligung der Schülerinnen und Schüler führen (vgl. ebd., 117). Außerdem sollte der Unterricht klar und anschaulich konstruiert sein und interesseweckende Lerninhalte beinhalten (vgl. ebd., 117). Das Elternhaus hat auch einen Einfluss auf die Unterrichtsbeteiligung. Es ist wichtig, dass Schülerinnen und Schüler von ihren Eltern Unterstützung bei den Hausaufgaben erhalten oder motiviert werden (vgl. ebd., 114).

3.1 Beschreibung der Methode

Diese Methode umfasst nach Hartke & Borchert (2014) drei Aspekte, auf denen Rücksicht genommen werden muss.

Der erste Aspekt ist der schuladäquater Unterricht. Die Aufgaben und die Anforderungen müssen an das Vorwissen der Schülerin und des Schülers angepasst werden.

Der zweite Aspekt ist die systematische Verstärkung von aktivem und selbstverantwortlichem Schülerverhalten. Darunter versteht man den „ Einsatz operanter Techniken und von Verfah- ren der Selbstkontrolle für den Aufbau und die Aufrechterhaltung aktiver Beiträge zum Unter- richt“ (ebd., 118).

Die Unterstützung und die Anleitung der Eltern z. B. bei Hausaufgaben ist der dritte Aspekt. Die Fördermöglichkeit wird bei Schülerinnen und Schüler mit Underachievement eingesetzt. (ebd.). Underachievement liegt dann vor, wenn die schulische Leistung einer Schülerin oder eines Schülers „weit hinter dem Niveau ihrer intellektuellen Grundfähigkeiten (Intelligenz) zu- rückbleiben (Glaser & Brunstein (2014), 24). Underachiever sind auch von einer schwächeren Leistung im Lesen und Schreiben betroffen (ebd.). Für den Mathematikunterricht bedeutet dies z. B. bei Textaufgaben (ebd.).

3.2 kurze Beschreibung des Vorgehens

Zunächst muss überprüft werden, ob eine unzureichende Unterrichtsbeteiligung vorliegt. Dies kann mithilfe des Münchener Aufmerksamkeitsinventars (MAI) überprüft werden (vgl. ebd., 118). Anschließend werden die Bedingungen der unzureichenden Unterrichtsbeteiligung überprüft. Dabei werden Aspekte wie z.B.: Klassenführung, Verhalten und die Leistungsmöglichkeiten des Schülers berücksichtigt (ebd.).

Ziel ist die Förderung der Beteiligung durch schüleradäquaten Unterrichts. Schülerinnen und Schüler können erst mitarbeiten, wenn sie zum Beispiel die Lehrersprache oder Erklärungen verstehen (vgl. ebd., 120). Ein weiteres Ziel ist die Verstärkung angemessenen Schülerverhaltens. Außerdem sollen auch die Eltern einbezogen werden und die Zusammenarbeit mit Eltern verstärkt werden. Sie sollen ihre Kinder bei den Hausaufgaben unterstützen. Schließlich erfolgt nach 6 bis 8 Wochen die Verhaltensbeobachtung. Die Beobachtung und Diagnostik erfolgt durch die Lehrkraft und durch die Unterstützung eines Therapeuten.

[...]

Details

Seiten
9
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668259737
Dateigröße
616 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v319413
Institution / Hochschule
Universität Siegen
Note
Schlagworte
unterrichtsbeteiligung underachievement

Autor

Zurück

Titel: Wie kann die Unterrichtsbeteiligung bei Underachievement gefödert werden?