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Wie die wachsende Tourismusbranche die Wasserkrise verschärft. Eine Darstellung der negativen Auswirkungen am Beispiel Bali

Hausarbeit 2015 25 Seiten

Ernährungswissenschaft / Ökotrophologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

II. ABBILDUNGSVERZEICHNUNG

III. TABELLENVERZEICHNIS

1 EINLEITUNG

2 METHODIK

3 WASSERKNAPPHEIT
3.1 Ursachen
3.2 Folgen

4 WASSERRESSOURCEN UND -VERSORGUNG AUF BALI

5 ENTWICKLUNG DES TOURISMUS AUF BALI

6 NEGATIVE AUSWIRKUNGEN DES TOURISMUS AUF DIE WASSERVERSORGUNG
6.1 Erhöhter Wasserverbrauch durch Hotels und Urlauber
6.2 Sinkender Grundwasserspiegel und Versalzung
6.3 Wasserverschmutzung
6.4 Wasserkonflikte zwischen Landwirtschaft und Tourismus
6.5 Klimaschädliche Emissionen

7 DISKUSSION & LÖSUNGSVORSCHLÄGE

8 ZUSAMMENFASSUNG / ABSTRACT

LITERATURVERZEICHNIS

I. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II. Abbildungsverzeichnung

Abbildung 1: Geographische Karte von Bali

Abbildung 2: Erneuerbares Wasser global

Abbildung 3: Entwicklung der gesamten erneuerbaren Wasserressourcen pro Kopf

Abbildung 4: Teufelskreis zwischen Landwirtschaft und Tourismus

Abbildung 5: Wandel einer ländlichen Siedlung auf Bali durch den Tourismus

Abbildung 6: Emissionen eines Fluges von Deutschland nach Bali

III. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: genutzte Suchwörter & Suchwort-Kombinationen für die Literaturrecherche

Tabelle 2: Definition von Wasserstress und Wasserknappheit

Tabelle 3: Folgen der Wasserknappheit

Tabelle 4: Wasserversorgung und Art der Trinkwasserquelle auf Bali

Tabelle 5: Touristische Infrastruktur und Gästezahlen 2009 & 2013/14 auf Bali

1 Einleitung

Weltweit leiden heute rund 795 Millionen Menschen -mehr als jeder Neunte- an Hunger und Unterernährung. 98 % davon stammen aus Entwicklungsländern. Obwohl die Zahl der Hungernden seit 1990 trotz der wachsenden Weltbevölkerung von 18,6 % auf 10,9 % gesunken ist, bleibt die Anzahl derer, denen nicht ausreichend Nahrung zur Verfügung steht, inakzeptabel hoch (Food and Agricultural Organization (FAO), International Fund for AgriculturaI Development (IFAD) & World Food Programme (WFP) 2015: 8 f).

Ein Grund dafür ist die unzureichende und ungerechte Wasserversorgung in vielen Teilen der Welt, die den Menschen keine ertragreiche Nahrungsmittelproduktion und keine hygienisch einwandfreie Zubereitung von Speisen ermöglicht (Lozán et al. 2005: 24). Mit 748 Millionen Menschen liegt die Anzahl derer, ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser, fast genauso hoch wie die Anzahl der Hungernden (World Health Organization (WHO) & United Nations Children’s Fund (UNICEF) 2014: 13).

Ein Mangel an Wasser geht jedoch nicht nur mit eingeschränkten Möglichkeiten für die landwirtschaftliche Produktion, sonder auch mit gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Problemen einher (Gmelch 2007).

Ursachen für die sinkende Wasserverfügbarkeit und den steigenden Verbrauch gibt es viele, hier ist unter anderem der Tourismus zu nennen (Barilla Center for Food & Nutrition 2009).

Tourismus und Wasser sind ein dringendes Problem für die gesamte Menschheit, da die Branche von Wasser abhängig ist und mit ihrem übergroßen Verbrauch gleichzeitig dafür sorgt, dass Frischwasservorkommen in Touristenregionen immer geringer werden, was die Armut und Not der Einheimischen zusätzlich verstärkt. (Cole 2012: 1, Pleumarom 2013).

In dieser Arbeit sollen der Begriff der Wasserknappheit definiert sowie Ursachen und Folgen der Wasserkrise dargestellt werden. Der Fokus liegt dabei auf den Auswirkungen des Tourismus auf die Wasserknappheit.

Die Ausarbeitung erfolgt am Beispiel der indonesischen Insel Bali. Ob der Tourismus der Provinz und seiner Bevölkerung zu einer industriellen und dienstleistungswirtschaftlichen Entwicklung verhilft oder der Region nachhaltig schadet, soll in der abschließenden Diskussion geklärt werden.

2 Methodik

Die Literaturrecherche fand im Zeitraum vom 16.05.2015 bis zum 07.06.2015 statt und erbrachte 41 verwendbare Treffer. Bei der Suche über den Online-Katalog und die Datenbanken der Hochschul-und Landesbibliothek Fulda konnten mit Hilfe verschiedener Suchwörter und Suchwort-Kombinationen 589 potenzielle Literaturquellen gefunden werden (vergleiche Tabelle 1).

Tabelle 1: genutzte Suchwörter & Suchwort-Kombinationen für die Literaturrecherche

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Von diesen Treffern wurden 13 aufgrund ihres Titels für die Bearbeitung der Hausarbeit in Betracht gezogen. Des Weiteren erfolgte eine Suche über die Internet- Suchmaschine „Google Scholar“ die unter Benutzung der gleichen Suchwörter 28 weitere Treffer erbrachte. Statistische Daten wurden vor allem über die Website von Badan Pusat Statistik (BPS) Indonesia gewonnen. Kartenmaterial lieferte unter anderem der Diercke Weltatlas. Als nützlich erwiesen sich auch die Informationen der Websites „Tourism Watch“ und „Tourism Concern“.

3 Wasserknappheit

Die Erde ist zu mehr als 75 % von Wasser bedeckt, doch ein Großteil dieser Vorräte ist für den Menschen nicht nutzbar, da sie in Form von Salzwasser, Gletschern oder Brackwasser vorliegen (Lozán et al. 2005: 11 f). Darüber hinaus ist das verbleibende, nutzbare Wasser global sehr ungleich verteilt, sodass neun Länder mehr als 60 % der weltweit verfügbaren Süßwasservorräte besitzen und einige Staaten regional sehr wasserreich, in anderen Gegenden sehr wasserarm sind (World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) 2006: 2).

Im Allgemeinen wird von Wasserknappheit gesprochen, wenn der Bedarf an Süßwasser dessen Verfügbarkeit übersteigt (Hoff & Kundzewicz 2006: 14). Neben der physikalischen Wasserknappheit, bei der die verfügbare Menge an Wasser nicht den Bedarf aller Nutzer deckt, wird oftmals auch die ökonomische Wasserknappheit angeführt. Diese steht im Zusammenhang mit einer unzureichenden Infrastruktur oder einem schlechten Wassermanagement und sorgt dafür, dass die bereitgestellte Wassermenge den Bedarf der Verbraucher nicht decken kann (Lippelt 2014).

Die Definition von Wasserstress und Wasserknappheit in Form der Verfügbarkeit in Kubikmetern pro Kopf und Jahr gestaltet sich komplex, da nicht nur Annahmen zum Verbrauch, sondern auch zur Effizienz der Wassernutzung getroffen werden müssen (WBCSD 2006: 6). Einen groben Überblick geben die Werte in Tabelle 2.

Tabelle 2: Definition von Wasserstress und Wasserknappheit, eigene Zusammenstellung aus WBCSD 2006, S. 6 & Lippelt 2014

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1 Ursachen

Wasserknappheit ist multifaktoriell bedingt. Neben der ungleichen Verteilung der natürlichen Wasserressourcen tragen die sinkende Verfügbarkeit und der steigende Bedarf maßgeblich zur Verschärfung der Situation bei. Der Klimawandel sorgt dafür, dass Gletscher schmelzen, Temperaturen steigen und Niederschläge weniger ausgiebig und unregelmäßiger ausfallen. Durch ein schlechtes Wassermanagement geht Wasser auf dem Weg zu den Endverbrauchern durch den Transport in defekten Rohrleitungen verloren und ineffiziente Bewässerungstechniken haben zur Folge, dass die Flüssigkeit verdunstet, bevor sie den Pflanzen zugutekommt (Barilla Center for Food & Nutrition 2009). Armut ist ein weiterer Aspekt, der die Verfügbarkeit von Wasser herabsetzt, denn Arme zahlen häufig mehr für ihr Wasser als Menschen mit einem Anschluss an eine Wasserleitung (United Nations (UN)-Water & FAO 2007).

Darüber hinaus sind der vermehrte Anbau von Monokulturen und die fortschreitende Entwaldung in vielen Regionen der Erde mitverantwortlich für eine verringerte Wasserspeicherkapazität der Böden. Das während der grünen Revolution entwickelte hochertragreiche Saatgut benötigt außerdem größere Wassermengen als die ursprünglich angebauten regionstypischen Kulturpflanzen (Shiva 2003: 26 ff).

Während die Verfügbarkeit von Frischwasser abnimmt, steigt der Bedarf immer weiter an. Als Gründe sind zu aller erst das stetige Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum zu nennen. Die Tourismusbranche ist ein Industrie- / Dienstleistungszweig, der unter Berücksichtigung des Wohlstandszuwachses und der veränderten Lebensgewohn- heiten wohlhabender Menschen besondere Beachtung verdient. Des Weiteren tragen die Verstädterung, die steigende Bioenergieproduktion und veränderte Ernährungsgewohnheiten zu einer Verknappung der Ressource Wasser bei (Barilla Center for Food & Nutrition 2009).

Durch die Abwanderung in Städte kommt es zu einer regionalen Konzentration der Nachfrage und zu einer flächendeckenden Bodenversiegelung. Natürliche Wasservorräte werden übernutzt oder eine ausreichende Grundwasserneubildung verhindert (Gmelch 2007, Lippelt 2014). Der Anbau von Pflanzen zur Bioenergiegewinnung benötigt mehr Wasser als die Erzeugung von Energie aus Kohle oder Atomkraft und die Produktion von tierischen Nahrungsmitteln, allen voran Fleisch, verschlingt ein Vielfaches des Wassers, das für die Erzeugung pflanzlicher Produkte benötigt würde (Barilla Center for Food & Nutrition 2009).

3.2 Folgen

Die Auswirkungen von Wasserknappheit lassen sich in eine ökologische, soziale und gesundheitliche Dimension unterteilen. Hinzu kommt der Einfluss auf die Ernährungssicherung (vergleiche Tabelle 3). Ohne ausreichende Wassermengen kann die Existenz vieler Ökosysteme mit ihrer Flora und Fauna nicht gewährleistet werden (Gmelch 2007). Die Bodenfruchtbarkeit nimmt ab und eine Übernutzung der Wasservorkommen führt zur Absenkung der Grundwasserspiegel, die zum Beispiel durch Eindringen von Salzwasser in Küstengebieten zur Verschlechterung der allgemeinen Wasserqualität beiträgt (Lozán et al. 2005: 71). Soziale Folgen ergeben sich vor allem aus Nutzungsrechtkonflikten um Wasser zwischen Industrie, Staat und Bauern. Für letztgenannte wird es immer schwieriger, sich bei steigenden Wasserpreisen und sinkender Verfügbarkeit gegen große Unternehmen durchzusetzen. Da in vielen Entwicklungsländern Frauen für die Beschaffung des Wassers für die gesamte Familie verantwortlich sind und teilweise kilometerweite Strecken bis zur nächsten Wasserquelle zurücklegen müssen, verwehrt der schlechte Zugang zu Wasser ihnen die Chance auf Bildung und Emanzipation. Ebenso ist zu erwarten, dass immer mehr Menschen aus wasserarmen Regionen ihre Heimat verlassen und als Wasserflüchtlinge, in der Hoffnung auf eine bessere Wasserversorgung, in Industriestaaten fliehen (Gmelch 2007).

Tabelle 3: Folgen der Wasserknappheit , eigene Zusammenstellung aus Gmelch 2007, Lozán et al. 2005, Barilla Center for Food and Nutrition 2009, Lotze Campen 2006

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schwindende Wasserressourcen und schlechte Wasserqualität verursachen außerdem 6,1 % aller global auftretenden Krankheiten, darunter Durchfall und Typhus, und sind verantwortlich für 1,5 bis 2,2 Millionen Sterbefälle pro Jahr. 90 % der Todesopfer sind Kinder unter fünf Jahren (Gmelch 2007, Barilla Center for Food & Nutrition 2009).

„[…] 40 Prozent der gesamten pflanzlichen Agrarproduktion [werden] auf nur 16 Prozent der landwirtschaftlichen Ackerfläche unter Einsatz verschiedener Formen der künstlichen Bewässerung produziert. Bewässerungslandwirtschaft trägt zwei Drittel zur weltweiten Produktion von Reis und Weizen bei. Dies verdeutlicht, dass die Nahrungsproduktion in Regionen mit hohem Bewässerungsanteil stark von der Wasserverfügbarkeit abhängig ist“ (Lotze-Campen 2006). Wird das Wasser knapp, kann auf den vorhandenen Flächen nur noch ein geringerer Ertrag erwirtschaftet werden. Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Weizen, Mais und Reis könnten infolge dessen um 40 % bis 100 % ansteigen (Lotze-Campen 2006).

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Details

Seiten
25
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668185944
ISBN (Buch)
9783668185951
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v319377
Institution / Hochschule
Hochschule Fulda – Fachbereich Oecotrophologie
Note
1,0
Schlagworte
tourismusbranche wasserkrise eine darstellung auswirkungen beispiel bali

Autor

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