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Jugendmedienschutz und Medienkompetenz auf der Streaming-Plattform YouNow

"Tap 'Go Live’ and you’re on!"

Bachelorarbeit 2015 76 Seiten

Medien / Kommunikation - Forschung und Studien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufwachsen in medialen Welten
2.1 Lebensbedingungen und Lebensvollzüge von Kindern und Jugendlichen
2.1.1 Empirische Befunde zur kommunikativen und unterhaltungsorientierten Mediennutzung
2.1.2 Erziehungsinstanzen im Wandel
2.1.3 Auf Orientierungssuche: Mediale Identitätsarbeit
2.2 Generation Video-Blogger - Selbst einmal Star sein
2.2.1 Selbstpräsentation in Video-Blogs
2.2.2 YouNow als Web-Vlog
2.2.3 Problemfelder bei der Nutzung durch Kinder und Jugendliche
2.3 Jugendschutz und neue Medien
2.4 Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen
2.4.1 Dimensionen und Ausprägungen von Medienkompetenz
2.4.2 Empirische Befunde zur Wahrnehmung und Bewertung von Online-Risiken .

3. Erkenntnisinteresse und Forschungsfragen
3.1 Die Risikoperspektive aus Expertensicht
3.2 Dimensionen im (kompetenten) Umgang: Wahrnehmung und Bewertung

4. Empirisches Vorgehen
4.1 Studiendesign
4.1.1 Wahl der Methoden: Experten- und Leitfadeninterviews
4.1.2 Untersuchungsinstrument
4.2 Stichprobe
4.3 Datenerhebung: Rekrutierung und Ausführung der Interviews
4.4 Datenauswertung: Transkription, Kategoriensystem und Typenbildung

5. Ergebnisse der Interviewstudie
5.1 YouNow aus Expertensicht
5.1.1 Kontakt-, Konfrontations- und Datenschutzrisiken für junge Nutzer
5.1.2 Schwere Grundbedingungen für den Jugendmedienschutz
5.2 Medienkompetenz bei der Nutzung von YouNow
5.2.1 (Un)reflektiertes Nutzungsverhalten
5.2.2 Das (fehlende) Bewusstsein über Gefahren und Risiken
5.3 Typen jugendlicher Medienkompetenz: Fallbeschreibung und Clusterporträts
5.3.1 Fallbeschreibung des Unbekümmerten
5.3.2 Fallbeschreibung des Souveränen
5.3.3 Fallbeschreibung des Rationalen
5.3.4 Fallbeschreibung des Kritischen

6. Fazit
6.1 Zusammenfassung und Diskussion
6.2 Reflexion
6.3 Ausblick

7. Literaturverzeichnis
Der Anhang dieser Arbeit, der die vollständigen Transkripte der Interviews mit Experten, sowie Kindern und Jugendlichen enthält, ist auf Grund seiner Länge nicht im Lieferumfang enthalten.

Abstract

Diese Studie untersucht die Chancen und Risiken des Jugendmedienschutzes verbunden mit der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen auf der neuen Video-Plattform YouNow.

Zum einen wurde ein Experteninterview mit einer Mitarbeiterin der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) geführt. Denn als ausländischer Online-Dienst muss sich YouNow keinen rechtlichen Bedingungen unterziehen. Deshalb können Jugendschützer lediglich an den Anbieter appellieren. Forderungen der LMK wurden bereits umgesetzt - am 13. April 2015 ist YouNow der Freiwilligen Selbstkon- trolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) beigetreten. Zum anderen wurden im Rah- men zehn leitfadengestützter Interviews mit Kindern und Jugendlichen deren Nutzungs- verhalten sowie das Problembewusstsein untersucht. Die Teenager geben begrenzt per- sönliche Informationen frei, wobei sich diese Datenfreigabe individuell unterscheidet. Dabei kristallisieren sich vier verschiedene Handlungstypen heraus: der Unbekümmerte, der Souveräne, der Rationale und der Kritische.

Schlüsselwörter: Medienkompetenz, Jugendmedienschutz, Social Media Plattform, LiveStreaming, YouNow

This study examines the chances and risks of the protection of minors in the media com- bined with media literacy of children and youngsters on the new video platform YouNow. On the one hand, an expert interview with an employee from the State Media Authority of Rhineland-Palatinate (LMK) was conducted. As a foreign online service, YouNow is not submitted to legal conditions. Therefore, protection of minors can merely appeal to the provider. Demands of the LMK were already implemented - on the 13th of April 2015, YouNow joined the Voluntary Self-Monitoring of Multimedia Service Providers (FSM e.V.). On the other hand, qualitative, partially structured interviews with children and youngsters concerning their usage behavior and awareness were conducted. The teenag- ers release restricted personal information, though the data release differs individually differentiated. Four different behavioral types have emerged: the unconcerned, the sov- ereign, the rational and the critical.

Keywords: media literacy, protection of minors in the media, social media platform, LiveStreaming, YouNow

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1. Anmeldung mit Single Sign-On

Abbildung 2. Trending Listen

Abbildung 3. In-App-Einkäufe

Abbildung 4. Medienkompetenzmodell

Abbildung 5. Polythetische Typenbildung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1. Beispiele für Konzepte von Medienkompetenz

Tabelle 2. Übersicht der Studienteilnehmer

Tabelle 3. Übersicht der Interviewkürzel

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Nach den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram ist es die neue Form der Live-Selbstdarstellung auf der Streaming-Plattform YouNow, die bei den Cyberkids im- mer beliebter wird. Laut einem Bericht bei Stern TV (I&U TV, 04.02.2015) sind seit Ende 2014 die Nutzerzahlen in Deutschland rasant gestiegen - im Januar 2015 wurden von deutschen Nutzern2 16 Millionen Videos in Echtzeit übertragen. Das Prinzip: Menschen berichten vor der Web-Kamera oder dem Smartphone, ausgestattet mit App und Kamera, von ihrem Leben. Die Zuschauer stellen im Chat Fragen, die der Broadcaster dann im Live-Stream beantwortet. Eine Anmeldung ist mit einem gängigen Social Media-Profil möglich, sodass keine weiteren Angaben gemacht werden müssen. Wer die Fragen stellt ist nicht einsehbar.

YouNow war ursprünglich für erfolgreiche YouTuber gedacht, um mit ihrer Fan- gemeinde live in Kontakt zu treten (Meineck, 29.01.2015), wurde aber inzwischen von Jugendlichen in Besitz genommen (klicksafe, 18.02.2015). Die Stars der Videoplattform YouTube, dem derzeit beliebtesten Internetangebot bei Kindern und Jugendlichen, fun- gieren für die jungen Onliner als Vorbilder (Gräßer & Gerstmann, 2015, S. 8). YouNow fasziniert die Teenager vor allem durch seinen Nischen-Charakter sowie die Möglichkeit zum Austesten der Wirkung der eigenen Persönlichkeit auf eine eigene Fancommunity (klicksafe, 18.02.2015).

Durch den Echtzeitfaktor bei YouNow ist es jedoch nicht, wie bei Instagram oder Facebook, möglich, über das soeben Gesagte oder Gezeigte nachzudenken, bevor es ver- öffentlicht wird oder es danach zu revidieren (klicksafe, 18.02.2015.). Kinder und Ju- gendliche machen sich zudem durch Bekanntgabe persönlicher Informationen angreifbar (ebd.). Der Dienst ist ab 13 Jahren erlaubt, jedoch schützt nach Faber (2005) eine vorge- schaltete verbale Altersabfrage junge Nutzer nicht vor sich selbst (S. 59). Dem Cyber- Grooming3 wird hierdurch vermeintlich eine Türe geöffnet. Die Liste der Probleme auf YouNow lässt sich weiter füllen: Die Plattform bietet Tätern ein vielfältiges Angebot, denn sie hebt die naive Harmlosigkeit in eine neue Dimension. Hinzu kommen Kontakte mit jugendgefährdenden Inhalten, Verletzungen des Persönlichkeits- und Urheberrechts sowie Probleme mit Kostenfallen durch In-App-Käufe. Deshalb hält das Bundesfamili- enministerium den Dienst für Kinder nicht geeignet: „[YouNow] betreibt (…) keine Vorsorge, um Kinder und Jugendliche wirkungsvoll vor Übergriffen und Gefährdungen zu schützen“ (Schöll & dpa, 18.02.2015).

YouNow ist aus den dargelegten Gründen sowohl in den Medien als auch bei Po- litikern, Juristen und Medienpädagogen im Diskurs (Meineck, 29.01.2015; Schöll & dpa, 05.02.2015; Weber, 20.02.2015). Kinder und Jugendliche wachsen als sogenannte ‚Digi- tal natives‘ mit den neuen Medien auf. Doch das impliziert nicht, dass verantwortungs- bewusst damit umgegangen wird. Medienkompetenz gilt in unserer heutigen Gesellschaft als Schlüsselqualifikation und gesamtgesellschaftliche Aufgabe (Hobbs & Jensen, 2009, S. 9; Theunert, 2008, S. 39). Die junge Generation wird die Zukunft wesentlich bestim- men, „was im Hinblick auf Handeln im Internet zum Allgemeingut wird und damit auch den Handlungsrahmen für andere gesellschaftliche Gruppen definiert“ (DIVSI, 2014, S. 7). Deshalb soll der Fokus in dieser Arbeit auf der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen liegen. Diese Studie möchte zunächst explorativ den potentiellen Gefähr- dungsgrad des Online-Streaming Dienstes bei Teenagern am Beispiel des Dienstes Y- ouNow erfassen. Dabei wird folgende Forschungsfrage gestellt: Mit welchen Problemen ist der Jugendmedienschutz auf der Streaming-Plattform YouNow konfrontiert? Der Fo- kus liegt zudem auf dem Problembewusstsein der Kinder und Jugendlichen, inwiefern sich der Einzelne kreativ und kritisch mit YouNow auseinandersetzt: Wie kompetent nut- zen Kinder und Jugendliche die neue Streaming-Plattform YouNow?

Ziel ist es demnach, verschiedene Dimensionen der Chancen und Risiken auf Y- ouNow herauszufiltern und zugleich Handlungstypen aus dem erhobenen Material her- auszufiltern. Die Enquete Kommission Internet und digitale Gesellschaft (Deutscher Bundestag, 21.10.2011) stellte bereits fest, dass sich bisher wenige wissenschaftliche Stu- dien mit dem Medienumgang und der Medienkompetenz befassen (S. 7). Zu Video- streams auf YouNow wurden bisher noch keine Forschungen durchgeführt. Es besteht folglich eine Notwendigkeit, den Gegenstand zu untersuchen, zu durchdringen und somit einen wissenschaftlichen Beitrag zum theoretischen Diskurs zu erbringen.

Um zunächst einen Überblick über das Themenfeld und empirische Erkenntnisse zu erhalten, werden im nächsten Kapitel die Untersuchungsgrundlagen dargestellt (Kapi- tel 2). Daraus folgt die Ableitung der untergeordneten Forschungsfragen (Kapitel 3). An- schließend wird das Forschungsvorgehen (Kapitel 4) vorgestellt und die Ergebnisse (Ka- pitel 5) zusammenfassend präsentiert. Im letzten Teil (Kapitel 6) sollen diese diskutiert, die Arbeit reflektiert und Überlegungen für zukünftige empirische Studien eingebracht werden.

2. Aufwachsen in medialen Welten

2.1 Lebensbedingungen und Lebensvollzüge von Kindern und Jugendlichen

Kinder und Jugendliche wachsen heute selbstverständlich mit neuen Medien auf (BITKOM, 2014, S. 4). Für diese Generation ist „online und offline (…) kaum mehr zu trennen“ (Hoffmann, 2014, S. 27). Neue Medien können nämlich auch ohne viele techni- sche Fähigkeiten bedient werden (Neunkirchen & Wimmer, 2014, S. 23). In diesem Ka- pitel sollen deshalb bisherige Erkenntnisse über die Mediennutzung und den Medienum- gang sowie deren Einflüsse auf die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen betrachtet werden.

2.1.1 Empirische Befunde zur kommunikativen und unterhaltungsorientierten Mediennutzung

Vor allem die kommunikative und unterhaltungsorientierte Mediennutzung ist bei Kindern und Jugendlichen heute stark ausgeprägt (Hoffmann, 2014, S. 27; Hobbs & Jen- sen, 2009, S. 5). Zu diesem Themenbereich sind in den letzten Jahren zahlreiche Befra- gungsstudien und empirische Arbeiten entstanden, deren Ergebnisse im Folgenden vor- gestellt werden.

Laut den Studien Kinder und Jugend 3.0 und Jung und vernetzt des Verbandes BITKOM (2014, 28.04.2014), beginnt die Mediennutzung bei den befragten 14- bis 18- Jährigen sehr früh. Kinder und Jugendliche sind medial bestens ausgestattet. Demnach besitzen 92 Prozent der zehn- bis 18-Jährigen ein eigenes Handy oder Smartphone, 64 Prozent einen Computer oder Laptop (BITKOM, 2014, S. 7). Auch die jährlich durchge- führte Studie Kinder + Medien, Computer + Internet (KIM) des Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (MPFS, 2015) zeigt, dass sich bei den Jüngeren der Besitz von Smartphones um 31 Prozent erhöht hat, jeder zweite Sechs- bis 13-Jährige hat ein eigenes Handy oder Smartphone (S. 8-9). Laut der ebenfalls vom MPFS (2014) initiierten Studie Jugend, Information, (Multi)Media (JIM) sind Handy und Internet bei Kindern und Jugendlichen die beliebtesten Medien, denn nahezu alle 12- bis 19-Jährigen Befrag- ten (88 Prozent) haben ein eigenes Smartphone (S. 11; 58). Das Internet wird von 80 Prozent der Jugendlichen täglich, und von 11 Prozent wöchentlich genutzt, bei den jün- geren Kindern sind 25 Prozent tägliche Internetnutzer, 28 Prozent sind ein- bis zweimal in der Woche im Netz unterwegs (MPFS, 2014, S. 23; MPFS, 2015, S. 10). Auch die BITKOM-Studie (2014) zeigt, dass alle Kinder ab zehn Jahren zumindest gelegentlich online sind, dabei ist das Smartphone ab dem Alter von zwölf der wichtigste Zugang zum Internet (S. 4). Die Basisdaten der ARD/ZDF-Online-/Offline-Studie bestätigen das Er- gebnis in der Befragung aller Altersgruppen, dass vor allem bei den 14- bis 29-Jährigen das Smartphone als primärer Internetzugang genutzt wird (Busemann & Tippelt, 2014, S. 409).

Die Studie zeigt auch, dass bei einem breiten Medienspektrum vor allem das Au- dio- und Videoangebot im Internet genutzt wird (van Eimeren & Frees, 2014, S. 387). Laut JIM-Studie halten sich 75 Prozent der 12- bis 19-Jährigen mindestens einmal in der Woche in Videoportalen auf (MPFS, 2014, S. 26-28). Dabei sind es eher ältere und männ- liche Jugendliche, die sich auf Videoportalen registriert haben und Videos rezipieren (ebd., S. 28; van Eimeren & Frees, 2014, S. 390). Video-Streamingdienste (11 Prozent) und Blogs (10 Prozent) werden von der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen mindestens einmal wöchentlich aus Spaß und Komfort genutzt (van Eimeren & Frees, 2014, S. 387, 390).

Bereits die Hälfte der jüngeren Mädchen und Jungen nutzen laut KIM-Studie So- ziale Netzwerke (MPFS, 2015, S. 37). Eltern, Geschwister oder Freunde helfen ihnen bei der Registrierung. Bei der Frage nach der Online-Aktivität nannten die meisten Kinder und Jugendlichen (30 Prozent) noch vor Facebook die Videoplattform YouTube (MPFS, 2014, S. 25; MPFS, 2015, S. 34). Jeder sechste 12- bis 19-Jährige benennt YouTube als wichtigste App (MPFS, 2014, S. 49) und jeder zweite junge Internetnutzer ist auf dieser Video-Plattform angemeldet (Gräßer & Gerstmann, 2015, S. 8). Bei den Jugendlichen sind Apps wie Messenger-Anwendungen und Communities am beliebtesten (MPFS, 2014, S. 49).

2.1.2 Erziehungsinstanzen im Wandel

Die Onlinekommunikation eröffnet den Teenagern viele Möglichkeiten (Masche- roni & Ólafsson, 2014, S. 45). Mit einer zunehmenden Nutzung des Internets wächst gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, persönliche Daten im Netz freizugeben; deshalb spielt Datenschutz und die dafür notwendige Medienerziehung heutzutage eine wichtige Rolle (Deutschter Bundestag, 30.01.2013, S. 124). Laut Karin Bickelmann (2004) ist es Aufgabe der Eltern, Erzieher und Lehrer, den Kindern die Welt des Internets zu zeigen und sie dann sich selbst zu überlassen (S. 48). Die Eltern sollen demnach ein Vorbild im sinnvollen Umgang und kritischer Auseinandersetzung mit Medien sein (Richard, 2007, S. 109).

Das Konzept von Familie unterzieht sich in der heutigen Zeit einem ständigen Wandel. Oft sind beide Eltern berufstätig oder Familien zerbrechen (Deutscher Bundes- tag, 30.01.2013, S. 55). Laut einer Umfrage der Techniker Krankenkasse (2014) haben 23 Prozent der befragten Eltern von zwölf- bis 17-Jährigen keinen Überblick darüber, was ihre Kinder alles im Internet machen und 30 Prozent stimmen der Aussage zu, dem mehr Aufmerksamkeit schenken zu müssen (S. 16). Nur 39 Prozent der 12- bis 13-Jährigen sprechen mit ihren Eltern über Erlebnisse im Netz (BITKOM/ Kempf, 28.04.2014, S. 5). Ergebnisse der BITKOM-Studie Jung und vernetzt (2014) zeigen, dass 65 Prozent der Eltern ihre sechs bis 18-jährigen Kinder über Verhaltensweisen im Internet aufklären, aber nur 40 Prozent tauscht sich auch mit ihren Kindern über deren Erlebnisse im Netz aus (S. 24). Die KIM-Studie zeigt ebenfalls, dass Eltern die Mediennutzung der Kinder unterschiedlich reglementiert; so gibt es für das Internet durchschnittlich viele Abspra- chen, der Umgang mit dem Smartphone wird aber kaum abgesprochen (MPFS, 2015, S. 66). Die Verlagerung vom Computer auf das Smartphone erschwert die elterlichen Ein- flussnahme zunehmend (Mascheroni & Ólafsson, 2014, S. 7).

Darüber hinaus ist es Aufgabe der Schulen, jungen Menschen einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu vermitteln (Richard, 2007, S. 109). Durch das Konzept der schulischen Ganztagsangebote liegt die Erziehung zunehmend auf Seiten der öffentlichen Akteure (Deutscher Bundestag, 30.01.2013, S. 56).

Die Einflussnahme der Erziehungsinstanzen unterziehen sich im Übergang vom Kindheits- zum Jugendalter einem Wandel (Mascheroni & Ólafsson, 2014, S. 87). Martin Hermidas (2014) Befragungsstudie zeigt, dass sich Jugendliche ab dem Alter von 14 Jah- ren von den Eltern abgrenzen und die Vermittlung in der Schule eine größere Bedeutung erlangt (S. 612). Bei den 15- bis 16-Jährigen verlagert sich die Orientierung dann auf die Peergroup (ebd., S. 611). Durch Medien findet in der Peergroup ein Austausch über „Werte und Normen, Rollenverständnisse, Moral und Ethik“ (DIVSI, 2014, S. 15) statt. Die Peers haben somit einen großen Einfluss „bei der Verselbstständigung von Her- kunftsfamilie und der Erprobung von Lebensentwürfen“ (Deutscher Bundestag, 30.01.2013, S. 53).

2.1.3 Auf Orientierungssuche: Mediale Identitätsarbeit

Die Entwicklung vom Jugend- zum Erwachsenenalter gestaltet sich als eine dy- namische Phase. Junge Menschen sind auf der Suche „nach Sinneserregung und Erkun- dung, nach Sicherheit und Orientierung, nach Zugehörigkeit und Liebe, nach Achtung und Geltung, nach Verstehen und Selbstverwirklichung“ (Tulodziecki, 1995, S. 501). Da- bei sind es, wie soeben dargestellt, in der Phase der Pubertät weniger die herkömmlichen Instanzen, sondern die Peergroup und Medien, die den Kindern und Jugendlichen als So- zialisationsinstanzen dienen (Schorb, 2009, S. 91). Im Internet können sie sich selbst dar- stellen, sich somit weiterentwickeln und mit ihrer Persönlichkeit experimentieren (Böh- nisch, 2009, S. 29; Katzer, 2014, S. 30). Identitäten können auf dem Online-Profil nach Belieben gestaltet, präsentiert und erprobt werden: Aufgrund von Feedback der ausge- wählten Freunde wird das Persönlichkeitsprofil dann bestätigt, verändert oder gelöscht und gegebenenfalls neu angelegt (Schorb, 2009, S. 90). Die Identität der Kinder und Ju- gendlichen wird somit neben der realen, auch in der medialen Welt erarbeitet (ebd., S. 91).

In dieser Phase der Neuorientierung werden neue Bezugspersonen als Vorbilder gesucht. Diese vermitteln den Kindern und Jugendlichen erstrebenswerte Eigenschaften und Merkmale sowie Klischees oder Schönheitsvorstellungen (Wegener, 2008, S. 18). Neben realen Personen sind es vor allem Personen des öffentlichen Lebens, die zwei Drit- tel der sechs- bis 13-Jährigen bewundern (MPFS, 2015, S. 19). Diese Vorbilder stellen für viele Kinder „eine Projektionsfläche für eigene Zukunftswünsche oder Träume“ (ebd., S. 19) dar. Die Vorbilder stammen überwiegend aus dem Fernsehen oder Kino, aus dem Sport oder der Musikbranche, Büchern oder Comics, aber auch aus dem eigenen Bekanntenkreis (MPFS, 2015, S. 19). Nach Claudia Wegener (2008) vermitteln mediale Idole Erfolg, reale Bezugspersonen beeindrucken durch Unmittelbarkeit, nämlich durch Zuneigung, Meinungen und Mitgefühl (S. 381).

Der herkömmliche Star scheint für die Fans dabei unerreichbar (Wegener, 2008, S. 18). Orientierung finden Kinder und Jugendliche deshalb heute vor allem im Internet (Albers-Heinemann & Friedrich, 2014). YouTuber wie Lefloid mit rund 2,5 Millionen, BibisBeautyPalace und Dagi Bee mit jeweils rund 1,8 Millionen Followern werden in Jugendzeitschriften als neue Stars gefeiert, denn sie haben eine große Reichweite - und somit beträchtliche Einnahmen (Social Blade, 2015)4. Im Unterschied zu Fernsehstars sind sie für ihre Fangemeinde nahbare Vorbilder und attraktive Rollenbilder, mit denen auch auf anderen sozialen Netzwerken interagiert und denen nachgeeifert werden kann (Döring, 2015, S. 19-22; Rösch & Seitz, 2013, S. 45-46). Im nächsten Schritt soll deshalb das Phänomen der Video-Blogs näher betrachtet werden.

2.2 Generation Video-Blogger - Selbst einmal Star sein

Da zum Zeitpunkt der Erhebung noch keine wissenschaftlichen Publikationen zum Untersuchungsgegenstand YouNow vorliegen, bedient sich die Arbeit in diesem Ka- pitel überwiegend der Explorativ- sowie Rezeptionsstudien über Video-Blogs. YouNow wird als „Live-Youtube“ (Herrmann, 13.04.2015) tituliert, da es sich im Wesentlichen durch den Live-Charakter von der beliebten Video-Plattform unterscheidet. Deshalb wird im Folgenden besonders auf bisherige Erkenntnisse über YouTube eingegangen.

2.2.1 Selbstpräsentation in Video-Blogs

Bereits 2004 sprechen Markus Christian Koch und Astrid Haarland von einer „Generation Blogger“ (S. 225) und vermuten, dass Blogs „vielleicht wirklich die größte Erfindung seit Gutenberg [sind]“ (S. 225). Das Potential von Blogs sehen Koch und Haarland (2004) in der „Mediengestaltung und Interaktion“ (S. 226). In ihrer Explorativstudie untersuchen Nicola Döring und Alex Gundolf bereits im Jahr 2006 Mobile Weblogs, in denen Jugendliche dank einfacher Handhabung ihren Alltag mit internetfähigen Kamerahandys auf einer Plattform dokumentieren (S. 83-84).

Wie in Kapitel 2.1.1 bereits aufgeführt, ist die Video-Plattform YouTube bei Kin- dern und Jugendlichen mit Abstand die beliebteste Online-Aktivität. Dank günstiger und mobiler Ausrüstung, durch Smartphones mit Webcam, Flatrates sowie öffentlichen WLAN-Zugängen kann der Rezipient uneingeschränkt selbst aktiv werden (Glaser, Özki- lic & Schindler, 2014, S. 2). Jeder hat so auf der Social Network Site (SNS) die Möglich- keit, neben Musikvideos auch als Sender mit eigenem Web-Vlog5 oder Bewertungen selbst aktiv zu werden (Burgess & Green, 2009, S. 53; Gräßer & Gerstmann, 2015, S. 8). Jean Burgess und Joshua Green (2009) sprechen deshalb von einer „cultural participation by ordinary citizens“ (S. 75).

Kinder und Jugendliche träumen davon, selbst ein YouTube-Star zu sein, kopieren die reichweitenstarke Formate und nehmen darauf Bezug (Rösch & Seitz, 2013, S. 45; 50). Wobei eher eine Minderheit dazu tendiert, eigene Filme hochzuladen, bei den neun- bis 24-Jährigen sind es lediglich fünf Prozent (DIVSI, 2014, S. 133). Sehr beliebt bei Kindern und Jugendlichen sind, neben Musik- und Comedy-Videos, sogenannte Let’s Play-Videos, in denen der eigene Bildschirm während eines Computerspiels, in dem der Video-Blogger selbst beteiligt ist, abgefilmt und kommentiert wird (Palme, 2014, S. 19; Rösch & Seitz, 2013, S. 47). Der Gamer stellt den Zuschauern darin auf unterhaltsame Art und Weise neue Computerspiele vor und zeigt Lösungswege. Weitere bekannte For- mate sind unter anderem Tutorials, also Videoanleitungen, Comedy-Videos über den All- tag und die beliebten Lifestyle- und Personal Blogs (Döring, 2014, S. 8; Döring, 2015, S. 20, Rösch & Seitz, 2013, S. 47-50). Die überwiegend von YouTuberinnen betriebenen Lifestyle- und Beauty-Kanäle behandeln auch persönliche Themen und geben „Orientie- rung, Inspiration, Werte und Lebenshilfe von und für Mädchen“ (Döring, 2014, S. 8). Stereotyp geht es bei männlichen Broadcastern dagegen eher um Computerspiele, Nach- richten oder Sport (Döring, 2015, S. 20). Insgesamt zeigen sich bei den Kanalbetreibern weitere Geschlechterunterschiede: Es partizipieren sich weniger weibliche als männliche Videoblogger auf dem Portal (ebd, S. 18-19). Video-Bloggerinnen seien oft sexistischen Anfeindungen ausgesetzt (ebd., S. 19). Die Video-Blogger müssen auch lernen, mit Be- leidigungen von sogenannten Hatern umzugehen (ebd., S. 9).

Wie bereits in Kapitel 2.1.3 erwähnt, sind reichweitenstarke Kanäle auf YouTube, neben der Funktion des Online-Tagebuchs, ein profitables Geschäft (Burgess & Green, 2998, S. 56). Denn seit der Kommerzialisierung von YouTube professionalisieren sich die Weblogs (Gräßer & Gerstmann, 2015, S. 9). Sogenannte Multi-Channel-Netzwerke (MCN) generieren Talente, die in der jeweiligen Fancommunity mit teilweise nicht of- fensichtlicher Produktplatzierung werben (ebd., S. 10-11). Die Vermarktung findet cross- medial statt: YouTuber bedienen ihre Fans auch auf sozialen Netzwerken und generieren auf diese Weise gleichzeitig neue Fans (ebd., S. 11). Um als Video-Blogger erfolgreich zu sein, bedarf es Zeit, Geduld und Durchhaltevermögen sowie dem Bewusstsein, sich auf die Sichtbarkeit für ein weltweites Publikum einzulassen (Burgess & Green, 2009, S. 74). Döring (2015) sieht auf YouTube eine große Chance für junge Nutzer, denn mit der Videoproduktion könne bares Geld verdient, Zeit vertrieben, neue Kontakte geknüpft und Kreativität ausgelebt werden (S. 9). Im Großen und Ganzen sei das Video-Blogging eine Bereicherung für die eigene Medienkompetenz (ebd., S. 9).

2.2.2 YouNow als Web-Vlog

In a moment when social media and TV are converging, we’re proud to provide a product that fuses the experience of broadcasting, gaming, performing and social networking, giving direct power to the people and enabling them to discover and create new kinds of interactive content in real-time. (YouNow, 2014)

So heißt es auf der Startseite der SM-Plattform YouNow. Wie bereits erwähnt, hebt sich der Online-Dienst von YouTube für den Betrachter durch die Eigenschaft des Live- Streamings ab, einer internetbasierten Echtzeitübertragung von Bild und Ton. In diesem Kapitel soll die Funktionsweise von YouNow beschrieben werden. Dabei bezieht sich der folgende Abschnitt, wenn nicht anders angegeben, auf eigene Recherche auf YouNow (2014).

Für den Zugang wird ein Gerät mit Internetzugang und Webcam benötigt. Der Online-Dienst ist neben der Desktop-Anwendung auch als App für iOs- und Android- Geräte für die mobile Nutzung verfügbar, die im Google Play Store circa 1 Millionen Mal heruntergeladen wurde6. Veröffentlichte Livestreams können von dem Online-Publikum rezipiert und kommentiert werden. Mitglieder müssen sich anmelden und kreieren, ähn- lich wie bei YouTube, eine eigene Seite. Die kostenlose Registrierung kann zum einen auf YouNow direkt erfolgen. Zum anderen wird dem Nutzer eine Anmeldung via Single Sign- On, über ein gängiges Social-Media-Konto, wie Facebook, Twitter, Google+ und neuer- dings Instagram und YouTube angeboten, wie in Abbildung 1 dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1. Anmeldung mit Single Sign-On

Quelle: Screenshot vom 13.05.2015, http://www.younow.com/

YouNow vernetzt sich mit der jeweiligen SNS und ermöglicht somit auch den an- deren Nutzern den Zugriff. Beim Bestätigen einer Anmeldung via Single Sign-On stimmt der Nutzer automatisch den Nutzerbedingungen zu, wie in Abbildung 1 durch einen roten Kreis gekennzeichnet ist.

Das Profil wird bei einer Connected-Anmeldung nicht neu geschaffen, sondern bereits eingegebene Daten, wie Name und Profilbild, direkt integriert. Weitere Daten wie E-Mail-Adresse, Wohnort und T-Shirt-Größe können nachgetragen werden. Nach der Anmeldung kommt die Aufforderung, direkt live zu streamen. Der Video-Blogger kann sein Video mit Hashtags kennzeichnen und somit einer Kategorie zuteilen. Somit wird eine Sortierung der Live-Streams ermöglicht. Unter den markierten Hashtags und Broadcastern wird ein Ranking der beliebtesten Videos erstellt, siehe Abbildung 2. Dieses Ranking hängt von der Zuschauer- und Like-Anzahl sowie der Interaktion ab.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2. Trending Listen

Quelle: Screenshot vom 13.05.2015, http://www.younow.com/

Ein wichtiges Merkmal der Interaktion ist, dass - anders als in einem Chat - nur der Video-Blogger für die Zuschauer visuell und verbal wahrnehmbar ist. In einem öf- fentlichen Chatfenster kann sich der Zuschauer dem Video-Blogger via Kommentarfunk- tion während des Live-Streams mitteilen und Fragen stellen, auf die direkt geantwortet werden kann. Die hinzukommenden Zuschauer versuchen sich in das Gespräch einzu- klinken und Aufmerksamkeit für ihre Fragen zu bekommen. Bei einer ansteigenden Zu- schauerzahl muss der Broadcaster versuchen, die Übersicht zu behalten und schnell ant- worten - um möglicherweise auch keine Zuschauer zu verlieren. Auf YouNow findet ein sogenanntes Channel-Hopping statt, ein „exzessiver Wechsel von Channels“ (Fix, 2001, S. 50). Durch die Like-Funktion können die Zuschauer ausdrücken, dass ihnen der VideoBlogger gefällt. Dem Lieblings-Broadcaster können sogenannte premium gifts in Form von virtuellen Gegenständen, zum Beispiel Verlobungsringe oder 50 Daumen hoch, geschenkt werden. Hierzu werden Aufforderungen an den Nutzer geschickt: „Gib xx ein Geschenk um bemerkt zu werden“. Diese virtuellen coins (Goldbarren) können zum einen mittels einer virtuellen Währung erworben werden. Diese erhält der Nutzer bei der Anmeldung sowie bei regelmäßiger Aktivität. Zum anderen können Goldbarren mit realem Geld gekauft werden, wie in Abbildung 3 zu sehen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3. In-App-Einkäufe

Quelle: Screenshot vom 13.05.2015, http://www.younow.com/

2.2.3 Problemfelder bei der Nutzung durch Kinder und Jugendliche

Kinder sind meistens die ersten, die neue Online-Dienste ausprobieren und neben Chancen auch mit Problemen konfrontiert werden (Glaser, Özkilic & Schindler, 2015, S. 3). In diesem Kapitel sollen diese Möglichkeiten und Risiken im Hinblick auf YouNow diskutiert werden, um dann in Kapitel 2.4.2 im Allgemeinen auf empirische Befunde zur Wahrnehmung und Bewertung von Risiken im Internet einzugehen.

Die FSM (o. D.) sieht in dem Live-Charakter das größte Risiko für Kinder und Jugendliche (S. 1). Laut dem LMK-Projekt klicksafe (18.02.2015) werden schneller per- sönliche, peinliche oder emotionale Informationen preisgegeben und können nicht mehr, wie bei einem YouTube-Video, redaktionell nachbearbeitet oder revidiert werden. Die letzten Videos werden gespeichert und können vom Nutzer gelöscht werden.

Wie bereits in Kapitel 2.2.2 beschriebenen, werden die auf dem vernetzten SN- Account angegebenen Informationen durch YouNow erfasst und sind dem Publikum frei zugänglich. Unter den Privatsphäre-Einstellungen auf YouNow gibt es lediglich die Funktion, den Wohnort zu verbergen. Widersprüchlich dazu ist die von YouNow (2015) formulierte Regel, die Nutzer darauf hinweist, keine privaten Informationen (Name, Wohnort, Schule, E-Mail, Telefon) zu teilen (YouNow, 2015).

YouNow gehört zu den datengenerierenden Apps, die die erfassten Informationen speichert und die Einsicht in persönliche Daten erlaubt, auch wenn diese nicht die Zu- ständigkeitsbereiche der App tangiert (Krotz, 2014, S. 14). So bestätigt der App-Nutzer dem Dienst Zugriff auf Cookies, Konten auf dem Gerät sowie Profildaten, den Standort, Dateien, Kamera, Mikrofon und die Geräte-ID (YouNow, 2014). Laut den Datenschutz- bestimmungen, die bis vor kurzem nur auf Englisch verfügbar waren, ermöglicht die Er- fassung der Informationen eine individuelle Anpassung der Werbung auf den Nutzer (Y- ouNow, 2014). Zudem wird beim Download In-App-Einkäufen zugestimmt, die sich auf dem Apple-Betriebssystem, nicht aber auf Android deaktivieren lässt (klicksafe, 18.02.2015).

Dabei wird eine Datenschutzerklärung laut der Jugendstudie Toleranz Online 2014 von einer Mehrheit der befragten 14-Jährigen (41 Prozent) selten gelesen und 20 Prozent lesen sie gar nicht (Schnetzer, 2014). Vor allem die unattraktive Darstellungs- weise sowie Verständnisschwierigkeiten scheinen die Teenager daran zu hindern (BIT- KOM, 14.05.2014, S. 1). YouNow (2015) hat auf diese Probleme reagiert und seit kurzem für junge Nutzer und Menschen mit Beeinträchtigung Regeln in einfacher Sprache zu- gänglich gemacht. Zudem wurde ein AVS als „wichtiger Baustein des zeitgemäßen Ju- gendschutzes“ (Glaser et al., 2015, S. 13) eingeführt. Unter 13 Jahren ist die Nutzung von YouNow nicht erlaubt. Klickt der Nutzer den Button mit der vorgegebenen Antwort „13 und älter“, wird er zur Seite weitergeleitet, bei der Auswahl „Jünger als 13“ wird ihm der Zutritt verwehrt. Tim Faber (2005) kritisierte bereits diese sogenannte „Alibi“-Abfrage (S. 59).

Mit der Angabe persönlicher Informationen steigen auch die Kontaktrisiken (Gla- ser, et al., 2014, S. 8). Bereits beim Speeddating-Portal Chatroulette bestanden Risiken durch die Anonymität (Katzer, 2014, S. 3). Denn für den Broadcaster ist die Absicht der unter Pseudonymen chattenden Zuschauern nicht ersichtlich (klicksafe, 18.02.2015). Y- ouNow (2014) warnt bereits in den Geschäftsbedingen vor etwaigen Fake-Profilen und entzieht sich der Haftung. Nutzer setzen sich eine Art „Online-Maske“ (Katzer, 2014, S. 4) auf. So sind SNS der am häufigsten genutzte Zugangsweg für Mobbing, denn mit der Anonymität sinkt das Mitgefühl gegenüber den Opfern (Katzer, 2014, S. 6; Mascheroni & Ólafsson, 2014, S. 64). Cybermobbing wirkt dabei stärker und umgreifender als tradi- tionelles Mobbing, da es bis in das Kinderzimmer Einzug findet (Katzer, 2014, S. 17, 61). Obwohl Cybermobbing nach § 186 StGB strafbar ist, hindern die auf YouNow eingeführ- ten Funktionen des Blockierens und Meldens die anonym agierenden Täter nicht daran, sich unter einem neuen Profil erneut zu registrieren (Katzer, 2014, S. 4). Das Beispiel des Suizids von Amanda Todd zeigt, welche Ausmaße Cybermobbing für Kinder und Ju- gendliche annehmen kann (ebd., S. 55)

Probleme mit dem Jugendschutz ergeben sich durch den Kontakt mit jugendgefährdenden Inhalten, wie Sexgespräch mit den unerfahrenen Minderjährigen (Katzer, 2014, S. 36). Hinzu kommt die Gefahr durch Belästigung. Aufgrund der Live-Situation ist es den von YouNow eingesetzten Moderatoren nicht möglich, alle Streams zu kontrollieren. Die Nutzer werden deshalb aufgefordert, Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen an den Support zu melden (YouNow, 2014).

Zu einer Verletzung der Persönlichkeitsrechte Dritter kann es auf YouNow kom- men, wenn Personen ungewollt mitgefilmt werden (FSM, o. D., S. 1). Nach § 201a Abs. 1 StGB ist es strafbar, andere Personen ohne deren Einwilligung zu filmen (Gutknecht, 2014, S. 83). Das Urheberrecht wird verletzt, wenn während des Streams Musik im Hintergrund abgespielt wird, die rechtlich geschützt ist und für die GEMA-Gebühren anfallen (klicksafe, 18.02.2015).

2.3 Jugendschutz und neue Medien

Im vorigen Kapitel wurden zahlreiche Gefährdungen für Kinder und Jugendliche im Internet aufgelistet. Im Folgenden soll umrissen werden, ob und wie der Jugendmedienschutz in Deutschland mit dem Internet als ein „unkontrollierbare[s] und nicht zentral zu steuernde[s] Kommunikationssystem“ (Fix, 2001, S. 82) umgehen kann.

Da Kinder und Jugendliche ihre Persönlichkeit in und mit Medien entwickeln, ist es laut Sebastian Gutknecht (2014) notwendig, sie bei der Entwicklung „zu einer eigen- verantwortlichen und gemeinschaftsfähige Persönlichkeit“ (S. 82) zu schützen. An die- sem Punkt setzt der JMS an. Kinder und Jugendliche sollen vor entwicklungsbeeinträch- tigenden Medieneinflüssen geschützt werden (JMSTV § 1). Zu diesen negativen Einflüs- sen gehören nach JMSTV § 4 gewaltvolle, gewaltverharmlosende, rassistische und por- nographische sowie gegen die Menschenwürde oder Religion propagierende Medienin- halte (JFF - Institut für Medienpädagogik in Theunert, 2008, S. 37-39). Der JMS funkti- oniert nach dem Prinzip der regulierten Selbstregierung und fußt auf Gesetzen und Re- geln, die von der Beschränkung bis hin zum strafrechtlichen Verbot reichen und bundes- weit verbindlich sind (Faber, 2005, S. 53). In den letzten 50 Jahren ging im JMS mit gesellschaftlichen Umbrüchen und somit Veränderungen von Wert,- Norm- und Moral- vorstellungen auch ein Wandel einher (Mikos, 2002, S. 67-68). Laut Markus Wolf (2003) ist der Maßstab, nach dem sich der Jugendschutz heute in Deutschland richtet, ist relativ hoch (S. 195). Die Zuständigkeiten für Belange im Bereich der Neuen Medien liegen bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Die Telemedien werden von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) als Organ der Landesmedienanstal- ten überwacht. Die KJM leitet Aufsichts- oder Indizierungsverfahren in die Wege, indem sie entsprechende Fälle der BPjM weitergibt (Glaser et al., 2015, S. 14). Die federfüh- rende Stelle in Deutschland für den Jugendschutz im Bereich Internet befindet sich in der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia (FSM) als Beschwerdestelle und Beratungsstelle für Internetanbieter. Die Unterstützung der Aufsicht folgt durch die länderübergreifende Stelle jugendschutz.net, die sich mit Anbietern in Verbindung setzt und Fälle der KJM oder der Polizei weiterleitet (Glaser et al., 2014, S. 14).

Die gesetzliche Grundlage bieten seit 1997 Jugendschutzregelungen und der Ju- gendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV), der 2003 neu aufgesetzt wurde. Seit Anfang letzten Jahres wird von den Ländern eine Modernisierung des JMStV angestrebt (Hans- Bredow-Institut für Medienforschung, 2014a, S. 28). Denn das weltweit agierende Inter- net stellt eine Herausforderung für den JMS dar (Schell, 1999, S. 362; Wolf, 2003, S. 163). Aufgrund unterschiedlicher Gesellschaften und Kulturen in den Staaten ist es bisher nicht möglich, mit einheitlichen Regelungen Inhalte zu kontrollieren (Wolf, 2003, S. 195). So können Jugendliche zum Beispiel leicht via Prepaid-Karte oder Telefonrechnung online einkaufen, ohne dass die Eltern davon etwas mitbekommen (Techniker Kranken- kasse, 2014, S. 12). Die noch unkonkrete Digitale Agenda des Bundeskabinetts strebt deshalb einen „kohärenten und zeitgemäßen Jugendmedienschutz“ (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Bundesministerium des Inneren, Bundesministerium für Ver- kehr und digitale Infrastruktur, August 2014, S. 23) an. Zur Verwirklichung müssen vor allem die großen ausländischen Server mit ins Boot geholt werden und sich für den Schutz einsetzen (Glaser et al., 2014, S. 2).

Der Jahresbericht 2014 von jugendschutz.net zeigt, dass sich die Zahl der Indizie- rungsverfahren von ausländischen Betreibern seit 2013 verdreifacht hat (Glaser et. al, 2015, S. 17). Vor allem in Community- und Messenger-Apps wurden jugendgefährdende Inhalte, wie Posen-Darstellungen von Minderjährigen, verbreitet (Glaser et al., 2014, S. 27). Eine länderübergreifende Strafe gibt es dafür es nicht. Nach der Aufforderung wer- den die Darstellungen großteils gelöscht, jedoch erst nach einem zu langen Zeitraum (S. 8).

Laut Helga Theunert (2008) soll der Jugendschutz gemeinsam mit der Medienpädagogik „das Leben mit Medien (…) gestalten, und zwar primär für die Zielgruppe Heranwachsende und innerhalb des Handlungsraums, den der ethische Grundkonsens unserer Gesellschaft steckt“ (S. 25). Verbote scheinen in einer unübersichtlichen und global vernetzten Medienlandschaft nicht umsetzbar und wenig effektiv. Medienkompetenz hat deshalb die Aufgabe, dem Jugendschutz vorzubeugen.

2.4 Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen

2.4.1 Dimensionen und Ausprägungen von Medienkompetenz

Der Umgang mit Medien ist keineswegs routiniert, sondern bringt teilweise Probleme mit sich, denen man mit Kompetenzen entgegenwirken soll (Aufenanger, 2008, S. 61). Medienkompetenz wird je nach Fachbereich anders verstanden (Gapski, 2006, S. 14). Im Folgenden wird der Begriff im Rahmen von Dimensionen und Modellen näher theoretisiert. Auf eine ausführliche Darstellung muss verzichtet werden, da sonst der Rahmen dieser Arbeit gesprengt werden würde.

Dieter Baacke hat den Begriff Medienkompetenz in den 80er Jahren im Wesentlichen geprägt. Baacke erweiterte dabei Jürgen Habermas Theorie der kommunikativen Kom- petenz um andere Verhaltensarten (Theunert, 1999, S. 51). Für Baacke (1996) kann der Mensch erst durch die vermittelte Medienkompetenz als „mündiger Rezipient“ (S. 117) in der Medienlandschaft „aktiv“ (S. 177) werden. Gemäß Baacke sind vier pädagogische Handlungsdimensionen von Bedeutung, die als Säulenmodell in Abbildung 4 veranschau- licht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4. Medienkompetenzmodell

Quelle: Eigene Darstellung nach Baacke (1999, S. 153-154)

Diese weite Begriffsbestimmung legt für diese Studie bereits nahe, dass Medienkompetenz nicht nur auf der Ebene der Medientechniken, sondern differenzierter zu betrachten ist. Die verschiedenen Definitionen der Medienkompetenz haben sich allmählich weiterentwickelt (Hipeli, 2012, S. 57). Harald Gapskis (2006) Analyse zeigt, dass alle weiteren Begriffsbestimmungen in mehr oder weniger verschiedene Ebenen und Dimensionen ausdifferenziert sind (S. 17), wie in Tabelle 1 dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung, erweitert nach Gapski (2008, S. 17) Tabelle 1. Beispiele für Konzepte von Medienkompetenz

Es ist offensichtlich, dass die Autoren die von Baacke genannten Dimensionen weiter ausdifferenzieren. Ausgenommen Hans-Dieter Kübler (1999), der in der Medien- pädagogik eine normative Zielvorstellung sieht: eine Stärkung des Ichs durch Vermitt- lung von Wissen und Kompetenzen (S. 26-27). Gerhard Tulodziecki (1995) benennt ver- schiedene Aufgabenbereiche der Medienpädagogik. Stefan Aufenanger (2003, S. 4) und Norbert Groeben (2002, S. 166-178) differenzieren ausführlicher zwischen jeweils sechs Dimensionen. Nach Aufenanger (2008) muss der Nutzer Medientechniken kennen, Me- dien verstehen und interpretieren, mit Medien kommunizieren und sich informieren, sie bewerten, beurteilen und gestalten sowie sich auf sie einlassen und zugleich distanzieren (S. 62). Groeben (2002) integriert bisherige Konzepte und bezweckt damit „eine Opti- mierung von Differenzierungsgrad und Integrationswert“ (S. 165). Auch Sonja Livings- tones (2004) Auffassung von Medienkompetenz, die „Fähigkeit zu Zugang, Analyse, Be- wertung und Erstellung von Botschaften in einer Vielzahl von Formen“ (S. 18-19) gilt als führend.

Es wird deutlich, dass alle Autoren Bereiche nennen, die „heterogene kognitive Leistungen, Fertigkeiten und Wissensbestände implizieren“ (Sutter & Charlton, 2002, S. 140) und somit ein Teil der Allgemeinbildung sind. Allesamt sind die Autoren der Mei- nung, dass Medienkompetenz als gesamtgesellschaftliches Thema einer Informationsge- sellschaft gesehen werden muss und somit als Schlüsselqualifikation gilt (Hobbs & Jen- sen, 2009, S. 9).

In dieser Arbeit soll in Anlehnung an Baackes Vorreiterdefinition unter Medien- kompetenz verstanden werden, neue Medien selbstbestimmt und verantwortungsbe- wusst auszuwählen und sich mit analytischen, bewertenden und technischen Kompe- tenzen vor schädlichen Inhalten zu schützen. Dabei liegt der Fokus hier auf der Internet- kompetenz als Teilaspekt der Medienkompetenz. Für diese Arbeit ist besonders wichtig zu berücksichtigen, dass Kinder und Jugendliche erst ab einem bestimmten Alter Inhalte angemessen bewerten können (Richard, 2007, S. 106). Zudem muss Klaus Peter Treumanns et. al (2007) Hinweis beachtet werden, dass bei der Anwendung des Medien- kompetenzmodells auch das soziale Umfeld und die Lebenslage der Jugendlichen mitein- bezogen werden müssen (S. 23).

Medienkompetenz und Jugendschutz komplettieren einander: Sie reduzieren ent- wicklungsbeeinträchtigende Faktoren (Bickelmann, 2003, S. 49). Insofern die Medienkompetenz Kindern und Jugendlichen nicht vermittelt werden konnte, schützen die Maßnahmen des Jugendmedienschutzes (ebd.). Durch Medienkompetenz können diese Maßnahmen ihre Bedeutung verlieren, zumal junge Onliner, die gelernt haben, sich mit gefährdenden Angeboten auseinanderzusetzen, kritisch reflektieren können.

2.4.2 Empirische Befunde zur Wahrnehmung und Bewertung von Online-Risiken

Eine weitere Grundlage bietet dieser Arbeit somit die Forschung zur kritischen Bewertung, Erfahrung und Wahrnehmung von Gefahren und Risiken im Internet. Im Folgenden sollen Ergebnisse aus aktuellen Forschungen vorgestellt werden.

In der Jugendstudie Toleranz Online 2014 wurden 14- bis 34-Jährige nach Erfah- rungen, Chancen und Risiken bei der Internetnutzung sowie dem Umgang mit Fehlver- halten gefragt. 58 Prozent der 14- bis 17-Jährigen hatten im Internet bereits negative Er- lebnisse: 49 Prozent wurden beleidigt, 14 Prozent gestalkt und 12 Prozent bedroht (Schnetzer, 2014). Laut BITKOM (2014) wurde bereits jeder siebte zehn- bis 18-Jährige im Internet gemobbt oder beleidigt (S. 22-23). Die JIM-Studie zeigt, dass 17 Prozent der befragten Jugendlichen im Internet schikaniert, beleidigt oder bloßgestellt wurden (MPFS, 2014, S. 40). Immer mehr Teenager haben mitbekommen, dass jemand im nahen Umfeld über das Internet „fertig gemacht“ (ebd.) wurde. Ergebnissen der Toleranz Online 2014-Studie zufolge würden 66 Prozent der 14- bis 17-Jährigen den Eintrag melden und 56 Prozent selbst einschreiten (Schnetzer, 2014).

Die JIM-Studie zeigt auch, dass insgesamt 14 Prozent der Befragten 12- bis 18- Jährigen online sexualisierten oder ängstigenden Inhalten begegnet sind (MPFS, 2015, S. 39). Bereits vier Prozent wurden sexuell belästigt (BITKOM, 2014, S. 22-23). Laut Er- gebnissen des Projekts Net Children go Mobile anlässlich des Safer Internet Day 2014 sind es länderübergreifend sogar zwölf Prozent der 11- bis 16-Jährigen, die mit sexuellen Kommentaren belästigt wurden, davon hat es weniger als die Hälfte gestört (Mascheroni & Ólafsson, 2014, S. 109).

Auch mit Kontaktrisiken waren bereits über 50 Prozent der befragten Teenager konfrontiert (MPFS, 2014, S. 54). Dabei werden Mädchen zweimal so oft von fremden Leuten angeschrieben wie Jungen (MPFS, 2015, S. 39). Ein Großteil der Betroffenen ig- norierte die Personen, andere sperrten diese, wenige gingen auf die Kontaktversuche ein oder befreundeten sich (MPFS, 2014, S. 54). Laut Ergebnissen der EU Kids Online-Studie verkehren 30 Prozent der Neun- bis 16-Jährigen mit Kontakten, die sie nur online kennen, eins von zwölf Kindern hat bereits eine Online-Bekanntschaft im Real-Life getroffen (Livingstone, Haddon, Görzig & Ólafsson, 2011, S. 85).

Um sich zu schützen, geben 50 Prozent der 14- bis 17-Jährigen in der DIVSIStudie (2014) keine persönlichen Informationen bekannt und 15 Prozent machen Falschangaben (S. 86). Zudem suchen sie Rat bei älteren Geschwistern, Eltern oder der Peergroup (ebd.; Mascheroni & Ólafsson, 2014, S. 79-80). Ein wichtiges Ergebnis ist, dass Kinder und Jugendliche zunehmend sicherer im Umgang mit dem Internet werden, je länger sie online sind (DIVSI, 2014, S. 86).

Negative Erfahrungen, aber auch die öffentlichen Diskussionen über Hackeran- griffe, Diebstahl von Passwörtern, die WikiLeaks und zuletzt die Überwachungsskandale durch die Geheimdienste der USA sind vermeintlich Gründe dafür, dass Jugendliche zu- nehmend sensibler werden, was ihre Datensicherheit angeht (van Eimeren & Frees, 2014, S. 382). Laut JIM-Studie fühlen sich die meisten „weniger bis gar nicht sicher“ (MPFS, 2014, S. 39). Die KIM-Studie stellt fest, dass sich gut die Hälfte der Kinder mit Spitz- oder Phantasienamen auf SNS anmeldet, um persönliche Daten zu schützen (MPFS, 2015, S. 38). Auch die BITKOM-Studie zeigt, dass sich 61 Prozent der Zehn- bis 18- Jährigen mit einem Spitznamen anmelden, 55 Prozent mit ihrem vollen Namen, 33 Pro- zent nennen ihren Wohnort und 14 Prozent ihre Telefonnummer (BITKOM, 2014, S. 29). Demnach legen Kinder und Jugendliche besonderen Wert auf Datenschutz und Pri- vatsphäre im Netz (ebd., S. 29).

Ergebnisse aus dem Bericht Net Children Go Mobile zeigen, dass bei den Neun- bis 16-Jährigen das Bewusstsein über Gefahren im Internet steigt (Mascheroni & Ólafs- son, 2014, S. 111). Die U25-Studie Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt des DIVSI (2014) zeigt allerdings bei den Neun- bis 13-Jährigen sowie 14- bis 17-Jährigen einen bedingt sensibilisiert im Umgang mit persönlichen Daten (S. 121). Risiken wie Mobbing werden bei den 14- bis 17-Jährigen zwar wahrgenommen, aber keine Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt (S. 163). Fotos und Posts werden eher für Unbekannte gesperrt, als persönliche Daten wie Name, Alter und Wohnort (S. 121). Die DIVSI-Studie und der Bericht Net Children Go Mobile zeigen, dass die Risikowahrneh- mung bei Kindern noch undifferenziert ist und erst mit dem Alter zunimmt (DIVSI, 2014, S. 144; Mascheroni & Ólafsson, 2014, S. 52-54). Dabei kristallisieren sich auch ge- schlechter- und bildungsspezifische Unterschiede in Bezug auf die Internetkompetenz heraus: Vor allem formal höher Gebildete und Ältere interessieren sich mehr für Daten- schutz, trauen sich mehr zu und sind vorsichtiger im Umgang mit persönlichen Informa- tionen (ebd, S. 99, 105; ebd. S. 39). Laut DIVSI (2015) interessieren sich Mädchen we- niger in Bezug auf Datenschutz und informieren sich weniger als Jungen (S. 105). Kinder und Jugendliche nennen bei der Frage nach Risiken am häufigsten Viren, die Weitergabe von Daten an Dritte und das Ausspionieren persönlicher Daten (ebd., S. 108). Die Studie zeigt zudem Unsicherheit hinsichtlich des Urheberrechts im Internet (ebd., S. 135).

Im Rahmen ihrer repräsentativen Studie stellen auch Ingrid Paus-Hasebrink und Uwe Hasebrink (2011) fest, dass ein Großteil der Befragten jungen Menschen die Frei- gabe persönlicher Daten unterschätzt (S. 40). Dabei finden auch sie heraus, dass es eher die formal höher gebildeten Jugendlichen sind, die kompetent mit Social-Web-Angebo- ten umgehen (S. 61).

Das Projekt EU Kids Online zeigt ebenso, dass vor allem bei den Jüngeren Medi- enkompetenzen und Selbstvertrauen fehlt (Hans-Bredow-Institut, 2014b, S. 27, 46). Laut den Ergebnissen des Projekts EU Kids Online haben lediglich 39 Prozent der neun- bis 16-Jährigen laut Eigenaussage eine größere Internetkompetenz als ihre Eltern (Livings- tone et al., 2011, S. 6).

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die ARD/ZDF-Online-/Offline-Studie: Die 14- bis 29-Jährigen bewerten ihre Internetkenntnisse zwar besser als die älteren Gruppen, je- doch sind es nur 26 Prozent, die ihre Medienkompetenz als „sehr gut“ einstufen (van Eimeren & Frees, 2014). Im ersten Teil der Studie Mediennutzung und Medienkompetenz in jungen Lebenswelten von Peter Behrens et al. (2014) schätzen die Befragten ab 14 Jahren ihre Medienkompetenz als sehr gut ein: 40 Prozent der Befragten geben sich die Schulnote 1, 40 Prozent eine 2 und 14 Prozent eine 3, nur 1 Prozent die Note 4 (S. 206). Ein Großteil der 14- bis 19-Jährigen Internetnutzer gibt in der ARD/ZDF-Online-/Offline- Studie an, „ungefähr“ zu wissen, wie man Daten schützt und „vorsichtig“ mit ihnen um- zugehen (van Eimeren & Frees, 2014, S. 381-382). Insbesondere bei den Jüngeren wird das Sicherheitsbedürfnis hinter das routinierte Internetverhalten gestellt (ebd., S. 382).

Bisher sind zahlreiche Studien zu Risiken auf Sozialen Netzwerken entstanden. Ergebnisse der explorativen Studie von Manuel Neunkirchen und Jeffrey Wimmer (2014) über die Wahrnehmung und das Bewusstsein über Risiken bei App-Nutzern zeigen, dass „oft ein ‚blindes Vertrauen in die anderen Nutzungsmeinungen“ (ebd., S. 24) besteht. Empfehlungen aus der Community und dem sozialen Umfeld sowie durch die App-Store- Betreiber seien dabei wichtige Anhaltspunkte für die Risikoabschätzung (ebd., S. 21). Es wird auch geäußert, dass möglicherweise auf private Informationen zugegriffen werden kann; solange die App jedoch kostenfrei ist und einwandfrei funktioniert, steht der Schutz der Privatsphäre im Hintergrund (ebd., S. 20).

3. Erkenntnisinteresse und Forschungsfragen

Wie bereits aufgeführt, geben die steigenden Nutzerzahlen auf der Streaming- Plattform YouNow (I&U TV, 04.02.2015) und die genannte Kritik zahlreicher Jugend- schützer Anlass dafür, den bisher unerforschten Gegenstand näher zu untersuchen. Be- sonders die jungen Nutzer scheinen aufgrund ihrer Neugier und Unerfahrenheit mit ge- fährdenden Inhalten auf YouNow konfrontiert. Die Bereiche Medienkompetenz und Ju- gendschutz werden in bisherigen, überwiegend quantitativen Studien als Teilbereich des Nutzungsverhaltens erfasst. So fokussierte sich beispielsweise die BITKOM-Studie (2014) lediglich auf die technischen Fähigkeiten im Umgang mit Computern (S. 10). Die vorliegende Studie möchte mithilfe qualitativer Forschungslogik einen Beitrag zur bishe- rigen Forschung im Bereich der jugendlichen Medienkompetenz leisten, indem sie, neben der Gefährdung, den kompetenten Medienumgang sowie die Wahrnehmung von Risiken auf YouNow fokussiert. Aus den in Kapitel 2 aufgeführten theoretischen Vorüberlegun- gen resultieren deshalb die in diesem Kapitel vorgestellten Forschungsfragen.

3.1 Die Risikoperspektive aus Expertensicht

Im ersten Schritt ist von Interesse, mit welchen entwicklungsbeeinträchtigenden und gefährdenden Inhalten Kinder und Jugendliche auf YouNow tatsächlich konfrontiert sind.

1 Mit welchen Problemen ist der Jugendmedienschutz auf der Streaming-Plattform YouNow konfrontiert?

Bei dieser Forschungsfrage ist von Interesse, welchen gefährdenden Inhalten die jungen Nutzer ausgesetzt sind. Ziel ist es demnach herauszuarbeiten, welche Gefahren und Risiken für Kinder und Jugendliche auf YouNow bestehen und wie hoch der Gefähr- dungsgrad im Vergleich zu anderen SNS eingestuft wird. Dabei soll auch diskutiert wer- den, inwiefern ein Jugendmedienschutz auf der ausländischen Plattform möglich ist und ob Möglichkeiten der Regulierungen bestehen. Unter anderem werden Forderungen dis- kutiert, die von Seiten des Jugendmedienschutzes an YouNow gestellt werden.

3.2 Dimensionen im (kompetenten) Umgang: Wahrnehmung und Bewertung

Im nächsten Schritt soll die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen exploriert werden. Dabei wird die folgende Forschungsfrage übergeordnet:

2 Wie kompetent nutzen Kinder und Jugendliche die neue Streaming-Plattform Y- ouNow?

Diese offen formulierte Forschungsfrage zielt sowohl auf Umgang mit den persönlichen Daten und Informationen als auch auf das Bewusstsein über die Konsequenzen ab. Deshalb sind folgende untergeordnete Forschungsfragen leitend:

2.1 Wie gehen Kinder und Jugendliche mit ihren persönlichen Daten auf der Streaming- Plattform YouNow um?

Im Rahmen der Auseinandersetzung mit dieser Frage soll erfasst werden, wie kompetent Kinder und Jugendliche mit ihren persönlichen Daten und Informationen umgehen. Das schließt unter anderem mit ein, welche und warum Informationen preisgegeben, geheim gehalten oder absichtlich falsch angegeben werden. Zudem soll herausgearbeitet werden, welchen Stellenwert Datenschutz und Privatsphäre im Umgang mit Y- ouNow einnimmt. Dabei schließt sich folgende Forschungsfrage an:

2.2 Welcher Bewusstseinsgrad geht bei Kindern und Jugendlichen über mögliche Risiken auf der Streaming-Plattform YouNow einher?

Diese Forschungsfrage soll Aufschluss darüber geben, ob mit der Medienkompetenz ein Problembewusstsein einhergeht, sodass die Kinder Chancen und Risiken, die mit dem Live-Streaming einhergehen, wahrnehmen, erkennen, einschätzen und damit umgehen können. Deshalb soll untersucht werden, inwiefern Chancen und Probleme des Mediums angemessen analysiert, selbstreflektiert und auf ethischer Ebene bewertet werden können. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf etwaigen negativen Erfahrungen der Befragten im Live-Stream sowie der (reflexive) Umgang damit.

4. Empirisches Vorgehen

Das Forschungsdesign basiert auf einem qualitativen Zugang, um die empirische Fragestellung adäquat beantworten zu können. Bei einem Erkenntnisgewinn über subjek- tive Sinnzusammenhänge und Handlungsorientierungen der Akteure ist eine größtmög- lich authentische, freie und relativ offene Herangehensweise von Vorteil (Brosius, Haas & Koschel, 2012, S. 82). Demnach sollen „Lebenswelten ‚von innen heraus‘ aus der Sicht der handelnden Menschen [beschrieben werden]“ (Flick, Kardorff & Steinke 2005, S. 14). Die Arbeit will dementsprechend keinen Rückschluss auf die Grundgesamtheit geben, sondern hat das übergeordnete Ziel, ein Phänomen beschreiben, erklären und verstehen zu können. Im Folgenden werden das Studiendesign mit den Untersuchungsmethoden und den Erhebungsinstrumenten, die Stichprobe und der Pretest sowie das Vorgehen bei der Datenerhebung beschrieben.

4.1 Studiendesign

Qualitative Forschung möchte die Situation beobachten, Vorgänge erfassen und die Handlungen verstehen, die bei einer standardisierten Erhebung nicht erfassbar wären. Die Komplexität des Materials wird dabei mittels Kontextbezug komprimiert (Flick, 1995, S. 57). Der wesentliche Charakter ist dabei der „[ständige] Austausch zwischen den (qualitativ erhobenen) Daten und dem theoretischen Vorverständnis“ (Mayer, 2009, S. 24). Theorien sollen in dem Sinn nicht, wie in der quantitativen Forschung, überprüft und widerlegt werden, sondern es werden induktiv, also aus den Beobachtungen der Studie heraus, allgemeine Schlüsse gezogen (Mayer, 2009, S. 9, 24). Es geht dabei nicht um Häufigkeiten und Korrelationen, sondern um wenige detailliert beobachtete Einzelfälle (Brosius et al., 2012, S. 2).

4.1.1 Wahl der Methoden: Experten- und Leitfadeninterviews

Um die Forschungsfragen adäquat beantworten zu können, erweist sich zum einen ein systematisierendes Experteninterview als Modus für besonders geeignet. Dieses findet vor allem in der pädagogischen Forschung häufig Anwendung (Meuser & Nagel, 2010, S. 457). Ein Experteninterview empfiehlt sich, wenn ein Einblick in einen komplexen Wissensbereich geschaffen werden soll (Helfferich, 2014, S. 561; Meuser & Nagel, 2010, S. 457). Somit dient ein Experte, ein „durch bestimmte Qualitäten ausgewähltes Klientel“ (Aufenanger, 2006, S. 104), als Wissensvermittler über bisher unerforschte soziale Sach- verhalte (Gläser & Laudel, 2009, S. 12). Dieses besondere Wissen soll durch das Exper- teninterview generiert werden, zumal bisher keine empirischen Studien zum Untersu- chungsgegenstand vorliegen. Ziel ist somit, „soziale Situationen oder Prozesse [zu] re- konstruieren“ (ebd., S. 12-13). Dabei ist die Biographie des Befragten weniger interes- sant, vielmehr geht es um ihn als Vertreter einer Gruppe und um sein Handlungsfeld (Ma- yer, 2009, S. 38; Meuser & Nagel, 2010, S. 462). In diesem Fall sollten Daten gewonnen werden, die bisher noch in keinen aktuellen Studien erfasst wurden.

Zudem wurde eine qualitative Befragung durchgeführt, um die Sichtweise der Kinder und Jugendlichen zu erfassen. Vor allem bei Kinder ist dieses Vorgehen optimal, da standardisierte Verfahren individuelle Explikationen erschweren (Aufenanger, 2006, S. 106).

Gleichzeitig stellt eine qualitative Befragung eine Herausforderung für die For- schung dar (Heinzel, 2010, S. 711). So muss beim Interview besonders die Dauer, der Ort, die Sprache sowie das Verhalten beachtet werden (ebd.). Zudem muss bei der Aus- wertung berücksichtigt werden, dass es sich um Interpretation der Konstruktionen von subjektiven Sichtweisen der Kinde handelt (ebd., S. 713). Durch die Befragung können subjektive Bewertungen, Einschätzungen, Einstellungen und Interpretationen erforscht werden (Brosius et al., 2012, S. 5). Auf diese Weise kann die Arbeit individuelle Sicht- weisen erfassen (ebd., S. 83; ebd., S. 9). Denn aufgrund des neuen Untersuchungsgegen- standes lagen keine expliziten Studien vor, die berücksichtigt werden konnten.

Um die Praktiken und Muster der Individuen zu erfassen wurden problemzentrierte Interviews nach Andreas Witzel (1989, S. 227) durchgeführt. Hierbei wird ein Fokus auf das Problem gelenkt, wobei die Offenheit für alle Äußerungen durch einen Stimulus eingegrenzt wird (Helfferich, 2014, S. 568). Die Problemzentrierung, die Gegenstandsorientierung sowie die Prozessorientierung stellen ein flexibles induktiv-deduk- tives Wechselspiel dar (Witzel, 1989, S. 232-233).

Das Experteninterview sowie die problemzentrierten Interviews wurden jeweils offen mit einem Leitfaden durchgeführt, mit dem flexibel umgegangen wurde. Die Leitfäden, die jeweils allen Interviews als Untersuchungsinstrument zugrunde liegen, sollen im folgenden Kapitel vorgestellt werden.

4.1.2 Untersuchungsinstrument

Die Leitfäden sollen den Interviewablauf systematisieren und die Fragen enger fokussie- ren (Helfferich, 2014, S. 560; 572). Er dient somit der Gliederung des Datenmaterials und bietet eine Gedächtnisstütze, an der er sich die Forscherin orientieren konnte (Mayer, 2009, S. 37). Durch den Leitfaden lassen sich zudem die Daten der Interviews verglei- chen, wobei zugleich eine intersubjektive Nachvollziehbarkeit gewährleistet werden kann (Mayer, 2009, S. 37). Ein weiterer Vorteil besteht dank dem Prinzip der „maximalen Of- fenheit“ (Helfferich, 2014, S. 560) in der flexiblen Handhabung. Somit kann mit optio- nalen Elementen wie expliziten Nachfragen oder Aufforderungen spontan interagiert werden. Durch die Offenheit kann der subjektive Sinn enthüllt und somit valide erhoben werden (ebd., S. 573). Deshalb wurden die Fragen nach qualitativen Standards offen formuliert und die Reihenfolge nicht exakt festgelegt (Mayer, 2009, S. 37).

Das Leitfadeninterview als Experteninterview stellt „eine besondere Form“ (ebd., S. 38) dar. Denn hier dient der Leitfaden noch mehr der Steuerung des Interviews (ebd.). Bei der Erstellung wurden zunächst verschiedene Themenkomplexe aufgestellt. Bei der Entwicklung der Themenbereiche wurde stets darauf geachtet, die Fragestellung im Fo- kus zu behalten (ebd., S. 44). Unter den Themenkomplexen wurden Fragen vorformuliert und Nachfrage-Themen vermerkt (ebd.). Anweisungen für die Interviewerin wurden ebenfalls kenntlich gemacht.

Der Leitfaden des problemzentrierten Experteninterviews gliedert sich in fünf Sinneinheiten. Der erste Themenkomplex soll Aufschluss über die Allgemeinen Informa- tionen zum Tätigkeitsfeld und zur Institution der Expertin geben. Der zweite Themen- komplex behandelt YouNow und gefährdende Inhalte. Die Arbeit vermutet Risiken und Gefahren für Kinder und Jugendliche auf YouNow. Deshalb ist diese Wissensfrage domi- nant: „3. Welche Probleme und Risiken sehen Sie denn für Kinder und Jugendliche auf der Streaming-Plattform?“. Im dritten Themenblock soll die Expertin eine Einstufung des Gefährdungsgrad vornehmen und dabei auch die Gefährdung im Vergleich zu ande- ren SNS bewerten. Der vierte Themenkomplex umreißt die Regulierung durch den Ju- gendmedienschutz, insofern diese bei international agierenden Unternehmen überhaupt möglich ist. Der bereits thematisierte JMStV ist von Kritikern viel diskutiert, deshalb stellt sich auch diese Frage: „11. Denken Sie, dass die zurzeit praktizierte Form des Ju- gendmedienschutzes denn für Streaming-Plattformen geeignet ist?“. Der letzte Themen- komplex umschließt die Forderungen der LMK. Unter diesem Bereich fällt auch eine Einschätzung über zukünftige Entwicklungen der Streaming-Plattform sowie die Ideal- form eines Jugendmedienschutzes im Internet.

Der Leitfaden für die problemzentrierten Interviews ist thematisch in sechs spezi- fische Themenbereiche gegliedert. Bei der Formulierung der Fragen wird darauf geachtet, Begriffe einfach und somit kindgerecht zu halten und nicht zu kompliziert darzustellen (Mey, 2003, S. 7). Im ersten Themenblock soll das Nutzungsverhalten der Befragten er- schlossen werden.

[...]


2 Aus Gründen der Lesbarkeit und zur Vermeidung von Satzungetümen bedient sich diese Arbeit hauptsächlich männlicher Substantive, die weibliche Form wird dabei automatisch mit eingeschlossen.

3 Die „gezielte Kontaktaufnahme mit Minderjährigen im Internet, in aller Regel in einem sexualisierten Kontext“ (Albers-Heinemann & Friedrich, S. 243).

4 Stand: 13.05.2015

5 Der Begriff Web-Blog setzt sich zusammen aus „Web“, das sich vom World Wide Web ableiten lässt, und „Log“ aus dem Griechischen von logos, was übersetzt Wort oder Begriff bedeutet (Koch & Haarland, 2004, S. 21), „V“ steht für Video.

6 Stand: 13.05.2015. Im Apple Store liegen keine Zahlen vor.

Details

Seiten
76
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668207295
ISBN (Buch)
9783668207301
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v319371
Institution / Hochschule
Universität Mannheim – Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft
Note
1,0
Schlagworte
Medienkompetenz Jugendmedienschutz Social Media Plattform Live-Streaming YouNow

Autor

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Titel: Jugendmedienschutz und Medienkompetenz auf der Streaming-Plattform YouNow