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Depressionen, Dysthemien sowie depressive Episoden im Kindes- und Jugendalter. Ursachen, Merkmale, Symptome, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten

Hausarbeit 2015 16 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Begriff „Depression“

3. Depressionen im Kindes- und Jugendalter
3.1 Dysthymien

4. Depressive Episoden
4.1 Ursachen
4.2 Merkmale
4.3 Symptome
4.3.1 Symptome allgemein
4.3.2 Symptome nach Eggers und Stage (1994)
4.4 Diagnostik
4.5 Behandlung

5. Die Rolle des Sozialarbeiters

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit möchte ich mich dem Thema Depressionen im Kindes- und Jugendalter widmen. Anders als vor einigen Jahren, sind Depressionen in der heutigen Zeit kein Tabu-Thema mehr. Jedoch geht der Großteil der Bevölkerung davon aus, dass Depressionen nur bei Erwachsenen und stark traumatisierten Menschen auftreten können. Ich möchte zeigen und darauf aufmerksam machen, dass dies nicht der Fall ist und schon Kleinkinder diese Art der psychischen Störung haben können.

Zunächst werde ich mich allgemein mit dem Begriff „Depression“ beschäftigen. Dann werde ich speziell auf das Kindes- und Jugendalter eingehen, Ursachen, die verschiedenen Verlaufsformen, Symptome und Diagnostik beleuchten. Im Anschluss wird es um die Arten der Behandlung gehen und ich werde auf die Rolle des Sozialarbeiters eingehen.

2. Begriff „Depression“

Grob gesagt gehört die Depression zu den affektiven Störungen. Affektive Störungen sind pathologische Veränderungen der Stimmungslage, welche von einem Wechsel des Aktivitätsniveaus begleitet wird. ( Eggers, Fegert, Resch, 2004 , S.436)

Im Alltag hört man die verschiedensten Beschreibungen für die Depression. Das liegt zum einen an der Unwissenheit der Menschen, zum anderen daran, dass es keine allgemeingültige, eindeutige Definition gibt. Der Begriff wird missbräuchlich und leichtfertig benutzt, selbst wenn sich jemand in einem normalen Trauerprozess befindet oder einfach bedrückt ist. Rauchfleisch versuchte folgende allgemeine Beschreibung des depressiven Zustands zu geben: „Depressive Menschen erleben eine freudlos-gedrückte Stimmungslage und Interesselosigkeit, sich vermögen sich schwer bis gar nicht zu entscheiden, grübeln über ihre Situation und andere Probleme nach, was bis zur totalen Einengung und Fixierung (…) führen kann, sie leiden oft unter quälenden Schuld- und Insuffizienzgefühlen und sind zum Teil von massiven (lähmenden oder Unruhe auslösenden) Ängsten erfüllt, klagen über Müdigkeit, Energielosigkeit, Verlust von sexuellem Interesse und Schlafstörungen, und schließlich finden sich bei Depressiven die verschiedensten körperlichen Beschwerden wie Druck- und Schweregefühle, Schmerzen und vegetative Störungen (…) .“ (Rauchfleisch, 2001, S.78). Ich finde diese Beschreibung drückt sehr gut Symptome der Krankheit aus. Jedoch wäre diese Aufzählung sehr pauschal, denn die Krankheit ist vielfältiger und hat wesentlich mehr Auswirkung auf das Leben der Betroffenen. Im späteren Verlauf werde ich auf die Symptome aber noch genauer eingehen.

Hell (1992) versuchte da schon eher den Mensch und seine Symptome als Ganzes zu erfassen, in dem er sagte, dass die ganze Wahrnehmung des Kranken Menschen verändert sei – körperlich und zeitlich. „Der depressive Mensch fühlt sich räumlich in sich selbst eingeschlossen, und (…) fühlt sich zeitlich in seiner Entfaltung gehemmt. Er empfindet eine allgemeine Blockiertheit.“ Weiter sagt er, dass diese Menschen eine Schwere und Hemmung erleben, es für sie aber sehr schwer ist, diese auch anzunehmen. „Sie kämpfen umso stärker dagegen an, je weniger sie sich in ihren alltäglichen Aufgaben eine Pause gönnen und je größer ihr Pflichtgefühl und ihr Ordnungsbedürfnis ist.“ (Rauchfleisch, 2001, S.79)

Bei Depressionen müssen verschiedene Ursachen, Schweregrade und Verlaufsformen unterschieden werden. Darauf werde ich eingehen, wenn es um die Kinder und Jugendlichen geht.

3. Depressionen im Kindes- und Jugendalter

Wie bereits eingangs erwähnt, gibt es Depressionen nicht erst im Erwachsenenalter. Lange war es in der Diskussion ob Kinder tatsächlich schon Depressionen haben können. Man war der Meinung, dass es dazu viele Lebensjahre benötigt, in denen sich diese aufbauen können. Dies ist zwischenzeitlich klar widerlegt. Ebenso ist die Erscheinungsform widerlegt worden. Man war der Ansicht, dass sich die depressive Störung bei Kindern in Form von Störungen des Sozialverhaltens, Enuresis oder bspw. Lernstörungen zeigt. Man kam jedoch zu dem Ergebnis, dass auch Kinder und Jugendliche, gestaffelt nach Entwicklungsstufen, die „normalen“ Symptome einer Depression zeigen. (vgl. Steinhausen, 1993, S.151)

Zu Beginn ist zwischen 2 Formen der depressiven Störung zu unterscheiden, den Dysthymien und den depressiven Episoden. Ich werde die Dysthymien kurz erläutern, mein Hauptaugenmerk jedoch auf die depressiven Episoden legen.

3.1 Dysthymien

Eine Dysthymie ist eine rezidivierende, also wiederkehrende, depressive Verstimmung, mit einem geringeren Schweregrad als die leichte depressive Störung. Sie kann auftreten mit monatelangen Störungsphasen oder mit unterschiedlich langen Unterbrechungen durch „normale“ Stimmung und Aktivität. Es ist nicht selten, dass der Verlauf einer Dysthymie jahrelang oder gar lebenslang anhalten kann. Wie lang die unauffälligen Phasen sind, kann nicht vorhergesagt werden.

Die Betroffenen klagen über:

- wochen- bis monatelange Müdigkeit,
- Verstimmungen,
- Grübeln,
- Schlafstörungen,
- dem Gefühl nichts genießen zu können sowie
- Appetitstörungen in jegliche Richtungen

Zudem sind sie pessimistisch, klagen viel und sind unfähig Entscheidungen zu treffen.

Bei jüngeren Kindern liegt das Hauptaugenmerk einer Behandlung in der Beseitigung der belastenden Faktoren. Über eine Familientherapie kann versucht werden, die Kommunikation untereinander zu verbessern. (vgl. Schmidt, 1999, S. 187 ff.) Dem Kind wird dadurch aufgezeigt, dass es über alle Problemen mit den Eltern reden kann, auch wenn das natürlich nicht die Symptome löst. Aber das Kind soll verstehen, dass es in Ordnung ist, wenn es ihm mal nicht so gut geht. Ein Beispiel was mir dazu einfällt ist das Vereinbaren von Code-Wörtern. Wenn der Betroffene einfach mal seine Ruhe braucht, was sein gutes Recht ist solange er nicht darin versinkt, könnte ein Code-Wort vereinbart werden, so dass beide Seiten wissen, dass nun kein langer Redefluss notwendig ist.

Es ist belegt, dass Dysthymien ab dem Vorschulalter auftreten und sich bis ins Erwachsenenalter halten können. Etwa 2% der Kinder im frühen Schulalter und mindestens 4% der älteren Kinder und Jugendlichen sind davon betroffen, mit steigendem Alter vor allem Mädchen. Nicht bewiesen ist hingegen, dass bei allen betroffenen Kindern und Jugendliche die Dysthymie über mehrere Jahre anhält.

4. Depressive Episoden

Eine depressive Episode ist eine Störung mit reduzierter Stimmung und Aktivitätslage, welche von Ängsten begleitet wird (Schmidt, 1999, S.189). Natürlich wird hier noch einmal nach der Art und Stärke der depressiven Episode unterteilt. Dies ist näher geregelt im ICD-10 Katalog (die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision). Laut dieser werden unterschieden:

Leichte depressive Episode (F32.0)

Mittelgradige depressive Episode (F32.1)

Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (F32.2)

Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (F32.3)

Sonstige depressive Episoden (F32.8)

Depressive Episode, nicht näher bezeichnet (F32.9)

(http://www.icd-code.de/icd/code/F32.0.html)

Die Wahrscheinlichkeit, dass depressive Episoden, die im Kindes- und Jugendalter entstehen, die Betroffenen ein Leben lang begleiten, liegt bei 12-17%. Das Risiko für Frauen an Depressionen zu erkranken ist doppelt so hoch als bei Männern. Für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren beträgt das Risiko depressiv zu werden 14%, wobei auch hier die Mädchen ein doppelt so hohes Risiko haben (Prävalenz). Für den Geschlechterunterschied machen Forscher den Umstand verantwortlich, dass Mädchen bei Anstrengungen und Belastungen eine höhere Reaktivität zeigen als Jungs (Noelen-Hoeksema u. Girgus, 1994). Von Kinder im Vorschulalter wurden nur wenige untersucht, aber selbst bei einer geringen Schnittmenge liegt die Prävalent schon bei 1%, bei Kindern im frühen Schulalter schon 2%.

Immerhin 2-5% der Jugendlichen sind von einer schweren depressiven Episode, auch Major Depression genannt, betroffen. Neben den gegenwärtigen Schwierigkeiten und Belastungen, besteht die große Gefahr von Funktionsstörungen im frühen Erwachsenenalter (Eggers et.al, 2004, S.436 ff.)

Die Depression tritt am häufigsten im Alter zwischen 12 und 15 Jahren auf. Nach Petermann ist der Eintritt der Depression schon früher möglich, sogar im

Vorschulalter. Allerdings handelt es sich hierbei wahrscheinlich eher um depressive Stimmungen, als um tatsächliche Depressionen, denn um eine solche zu haben, müssen die Kinder über gewisse kognitive Leistungskapazitäten verfügen. Wer also von seinem Entwicklungsstand noch nicht so reif ist, sich und sein Denken zu reflektieren, kann eigentlich auch keine wirkliche Depression erleiden, da er nicht im Stande wäre pessimistisch oder hoffnungslos in die Zukunft zu blicken oder sein Selbstwertgefühl zu hinterfragen. So zeigen sich depressiv gestimmte

Kinder zwar quengelig und jammernd, weisen jedoch nicht solch differenzierte

Erscheinungsformen der Depression auf, wie es Jugendliche tun, die kognitiv schon

ausgereifter sind (vgl. Petermann et al., 2003, S. 446).

Bei den depressiven Episoden muss zwischen einmalig auftretenden und rezidivierenden depressiven Episoden unterschieden werden.

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Details

Seiten
16
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668199545
ISBN (Buch)
9783668199552
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v319062
Note
2,0
Schlagworte
depressionen dysthemien episoden kindes- jugendalter ursachen merkmale symptome diagnostik behandlungsmöglichkeiten

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Titel: Depressionen, Dysthemien sowie depressive Episoden im Kindes- und Jugendalter. Ursachen, Merkmale, Symptome, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten