Lade Inhalt...

Rassismus und Gewalt in deutschen Stadien. Nur ein Randphänomen?

Hausarbeit 2016 12 Seiten

Politik - Grundlagen und Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Hauptteil
2.1 Klärung zentraler Begriffe
2.1.1 Rassismus
2.1.2 Der Fan
2.1.3 Die „Ultras“
2.1.4 Der Hooligan
2.2 Zuordnung eines Fans
2.2.1 Allgemeine Differenzierung der Fanszene
2.2.2 Konsumorientierte Fans
2.2.3 Fußballzentrierte Fans
2.2.4 Erlebnisorientierte Fans
2.2.5 ABC-Kategorisierung
2.3 Die Bedingungen, die Gewalt, Aggressionen und Rassismus entstehen lassen
2.4 Rassismus und Gewalt in deutschen Stadien

3) Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1) Einleitung

„Er ist das wirkliche Opium des Volkes“, sagte einst der italienische Schriftsteller, Philosoph und Medienwissenschaftler Umberto Eco. Gemeint ist der Fußball. Jedes Jahr werden in der Bundesliga neue Zuschauerrekorde gebrochen und die Weltmeisterschaft in Südafrika fesselte das ganze Land. Doch abseits hat der Fußball auch Schattenseiten. Die vorliegende Hausarbeit trägt daher den Titel „Rassismus und Gewalt in deutschen Stadien – Nur ein Randphänomen? Der Grund für die Wahl dieses Themas, liegt in meiner Begeisterung für den Fußball. Ich selber bin begeisterter Anhänger des deutschen Fußballvereins FC Schalke 04, welcher zu den mitgliederstärksten Sportvereinen der Welt zählt.[1] 1 Des weiteren liegt mein Interesse besonders auf den verschiedenen Fanszenen in Deutschland, mit besonderem Fokus auf Rivalität, Gewalt und Rassismus. Wodurch entstehen Aggressionen und die dadurch resultierende Gewalt? Fungiert das Stadion als Bühne für Rechtsextreme? Diese und weitere Aspekte werden im Laufe der Hausarbeit thematisiert. Die Tatsache, dass es sich bei dem Begriff „Stadion“, neben einem Austragungsort für sportliche Wettkämpfe, auch um einen Ort für Großveranstaltungen wie Konzerte handeln kann, ist für die Bearbeitung dieser Hausarbeit nicht von Bedeutung, da Konzerte von Gewalt und Rassismus in der Regel kaum bzw. gar nicht heimgesucht werden. Auch zählt nicht nur der Fußball zu den sportlichen Wettkämpfen, welche in einem Stadion ausgetragen werden können, jedoch ist es sinnvoll, sich auf diesen zu beziehen, da in keinem anderen Sport, Gewalt und Rassismus so populär sind. Daher wird in dieser Hausarbeit nur Bezug auf Fußballstadien genommen. Eingangs widme ich mich der Klärung zentraler Begriffe, die für ein besseres Verständnis der Hausarbeit sorgen sollen. Im darauffolgenden Teil, wird eine Einteilung der Fanszene vorgenommen. Wo liegt der Unterschied zwischen einem gewalttätigem und friedlichem Fan? Im nächsten Abschnitt werden die Bedingungen, die Gewalt, Aggressionen und Rassismus in Stadien entstehen lassen, untersucht. Warum prügeln Fußballfans sich untereinander? Warum äußern Rechtsextreme ihre rassistische Haltung in Stadien? Anschließend wird in den nächsten beiden Kapiteln die Frage, ob es sich bei Rassismus und Gewalt in deutschen Stadien nur um ein Randphänomen handelt, beantwortet. Leidet Deutschland immer noch unter einem Gewaltproblem? Diese und weitere Fragen sollen im Rahmen der Hausarbeit beantwortet werden. Nach der Klärung dieser Fragen, wird ein Fazit den Schlusspunkt dieser Hausarbeit setzen.

2) Hauptteil

2.1 Klärung zentraler Begriffe

2.1.1 Rassismus

Der Begriff Rassismus an sich, ist in der heutigen Zeit schwierig zu definieren. Im engeren Sinne versteht man darunter die Ideologie, Menschen nach äußerlichen Merkmalen, wie Hautfarbe oder Gesichtszüge, in Rassen einzuteilen. Darüber hinaus wurden verschiedene Charaktereigenschaften und Fähigkeiten entsprechender Individuen vermutet. Demnach gibt es keine Menschen als Individuen, sondern viel mehr als Mitglieder bestimmter Rassengruppen.[2] 2

2.1.2 Der Fan

Das Wort „Fan“ ist eine Übertragung und Abkürzung des englischen Wortes „fanatic“ und bedeutet „Fanatiker“. Da dieses Begriff jedoch negativ konnotiert ist, spricht man in der Regel von einem „begeisterten Anhänger“. Neben Fans die sich für eine Sportart, wie beispielsweise den Fußball, oder einen Sportverein begeistern, gibt es auch Fans, welche bestimmte Musikrichtungen oder Bands verehren. Der Begriff „Fan“ ist somit nicht spezifisch für Anhänger des Fußball zu verwenden. Fans finden sich meist in Vereinigungen, den Fanklubs, wieder.[3] 3

2.1.3 Die „Ultras“

Als „Ultra“ wird im deutschen Sprachgebrauch eine Person bezeichnet, die fanatischer Anhänger einer Fußballmannschaft ist. „Ultras“ treten in Gruppen auf, die über eine besondere Organisationsform verfügen. Neben dem Veranstalten gemeinsame Fahrten zu Auswärtsspielen ihres Vereins, tragen sie außerdem maßgeblich zur Bewahrung der Vereinstradition bei oder gestalten Choreographien, welche bei Spielen durch gleichzeitiges Hochhalten des Materials beispielsweise das Wappen des Vereines ergeben. Die Besonderheit hierbei ist, dass auf Unterstützung durch Sponsoren und Vereine strikt verzichtet wird. Zu ihrer Kultur des Anfeuerns kann auch unter anderem die Verwendung von Pyrotechnik gehören.[4] 4 Die Finanzierung geschieht in der Regel durch eigene Mitgliedsbeiträge oder durch das Verkaufen eigens kreierten Fan-Artikel. Des weiteren wird die Mannschaft während des Spiels durch Gesänge unterstützt, welche der sogenannte „Capo[5] 5“ in den meisten Fällen durch ein Megaphon vorgibt, wodurch auch die atmosphärische Seele des Fußballs erhalten wird. Die bedingungslose Unterstützung des Vereins ist somit einer, wenn nicht sogar der Hauptgrund für einen „Ultra“ ins Stadion zu gehen.[6] 6

2.1.4 Der Hooligan

Unter einem Hooligan versteht man eine Person, die im Rahmen von Großveranstaltungen, in der Regel Fußballspielen, mit einer erheblichen Gewaltbereitschaft auftritt. „ Verabredete Massenkeilerein[7] 7 nach den Spielen, ist ihr Höhepunkt eines Fußballspieles. Gewalt ist demnach ein wesentlicher und grundlegender Bestandteil des sogenannten Hooliganismus, welcher seine Wurzeln in England hat.[8] 8 Auch der Begriff „Hooligan“ stammt aus England, wo Journalisten ihn für gewaltbereite Störenfriede benutzten.[9] 9

2.2 Zuordnung eines Fans

2.2.1 Allgemeine Differenzierung der Fanszene

Dass man Stadionbesucher in drei verschiedene Gruppen auseinanderhalten muss, haben Jörg-Ingo Peter und Wilhelm Heitmeyer in ihren Untersuchungen zur Zuschauerstruktur in Fußballstadien deutlich gemacht. Diese drei Gruppen unterscheiden sich in sozialer Herkunft, Altersstruktur und ihrem Verhalten. Klassifiziert wird in konsumorientierte, fußballzentrierte oder erlebnisorientierte Fans. Neben dieser Möglichkeit der Einteilung von Fußballfans, gibt es außerdem die ABC-Kategorisierung, welche der vorherigen sehr ähnelt.

[...]


[1] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_mitgliederst%C3%A4rksten_Sportvereine

[2] Vgl. http://www.humanrights.ch/de/menschenrechte-themen/rassismus/begriff

[3] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Fan

[4] Vgl. Pilz, Gunter A.: Vom Kuttenfan und Hooligan zum Ultra und Hooltra, S. 7.

[5] Der Vorsänger der „Ultras“, meist mit dem Rücken zum Spielfeld auf einem Podest stehend

[6] Vgl. http://www.welt.de/sport/fussball/article133754316/Was-Hooligans-und-Ultras-voneinander-unterscheidet.html

[7] Cöln, C.: Was Hooligans und Ultras voneinander unterscheidet, 29.10.2014, S.1

[8] Vgl. Prof. Dr. Pilz, G.A: Massenemotionen in der Sportarena – beherrschbare Sicherheitsrisiken?, S.5

[9] Vgl. Kraft, A.: Die Bekämpfung der Gewalt im Umfeld des Sports, S. 74

Details

Seiten
12
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668181328
ISBN (Buch)
9783668181335
Dateigröße
398 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v318872
Note
2
Schlagworte
Rassismus Gewalt Deutschland Stadion Stadien Fußball Hausarbeit Facharbeit Randphänomen Gewaltproblem Fußballfans Rechtsextremismus Aggressionen Rivalität Fanszenen Ultras Hooligans Fans

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Rassismus und Gewalt in deutschen Stadien. Nur ein Randphänomen?