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Anorexia nervosa bei Jugendlichen. Das soziale Umfeld der Betroffenen, Therapiemöglichkeiten und die Rolle der Schule in Therapie und Prävention

Hausarbeit 2011 16 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Anorexia nervosa
2.1 Definition und Differentialdiagnoseder Anorexia nervosa
2.2 PhysischeAuswirkungen
2.3 Epidemiologie
2.4 Ätiologie

3 Das soziales Umfeld betroffener Jugendlicher
3.1 DieFamilie
3.2 Das Selbstverständnis betroffener Jugendlicher
3.3 Einflüssedurch dieMedien

4 Therapiemöglichkeiten
4.1 MedizinischeTherapie/Ernährungstherapie
4.2 Psychotherapie

5 Rolleder Schulein Therapieund Prävention

6 Ausblick

Literatur- und Quellenverzeichnis

Papierquellen:

Internetquellen

1 Einleitung

Es ist ein weit verbreitetes Phänomen, dass man mit seinem Körper unzufrieden ist und sich „zu dick“ fühlt. In na hezu jeder B oulevardzeitschrift f indet m an di eneusten v ielversprechenden Diäten, mit denen es angeblich wahnsinnig leicht und für jedermann durchführbar ist dieTop Figur zu erlangen. Auch dieMedien propagieren d as S chönheitsideal, welches dur ch ein für den O tto-Normal- Verbraucher ein unrealistisch zu erlangendes Gewicht determiniert ist, unaufhörlich. Zum alltäglichen Abendprogramm gehören Sendungen, wie„Germanys next Topmodel“, in denen suggeriert wird, dass nur wer dünn i st auch Erfolg haben kann. Daher scheint es nicht verwunderlich, dass geradeKinder und Jugendlichev ersuchen di esen Vorbildern na chzueifern und eingestörtes Verhältnis z um Essen und zum eigenen Körper entwickeln.

DieseKombination führt nicht selten zu einer manifesten Essstörung, wiebeispielsweiseder Anorexia nervosa. A uf dieseso ll in dieser Arbeitgenauer ei ngegangen werden, S ymptome, Ursachen, Therapiemöglichkeiten und Möglichkeiten der Prävention besonders v on S chuleund L ehrern eingegangen werden.

2 Anorexia nervosa

Bei der Anorexia nervosa, im Volksmund bekannt unter dem Namen Magersucht, handelt es sich um einepsychogeneEssstörung, deren auffälligster Befund zunächst einreduzierter Ernährungszustand bei einem oft sehr drastischen G ewichtsverlust i st.1 Jen achdem, d urch welches V erhalten dieser Gewichtsverlust h erbeigeführt wird, unterscheidet man z wischen derr estriktiven F orm, bei der der Patient durch Vermeiden kalorienreicher Nahrung den Gewichtsverlust erzielt und dem Binge-purging Typ, bei dem der G ewichtsverlust dur chselbstinduziertes Erbrechen oder das V erwenden v on Laxantien und Diuretika h ervorgerufen wird (bulimisches V erhalten).2 DieA norexia n ervosa stellt zusammen mit der B ulimia nervosa die„ klassischen E ssstörungen“ dar. Aufgrund v on häufig ineinanderübergehenden V erhaltensweisen, ist es teilweises chwierig eineDifferentialdiagnoseder beiden Krankheiten z u erhalten. Durch dieMan gel- und F ehlernährung k ann es in beiden F ällen zu medizinischen Komplikationen jedes Organsystems des Körpers kommen, was vor allem bei starkem Untergewicht n ichtselten z um T od f ühren k ann. Neben den durch M angel- und F ehlernährung hervorgerufenen physischen Symptomen, tritt dieAnorexia nervosa meist in Verbindung mit weiteren psychischen S törungen, wieb eispielsweiseDepressionen, Z wangsstörungen oder Persönlichkeitsstörungen, auf.3

2.1 Definition und Differentialdiagnoseder Anorexia nervosa

Um eineAnorexiezu diagnostizieren können verschiedeneDiagnoseklassifikationssystemeverwendet werden. Es h errscht a llerdings ei negroßeUnstimmigkeit z wischen d en E xperten, welcheKlassifikation sich für dieDiagnoseder Anorexia nervosa als geeignetsteerweist.4

DieInternational Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD-10) definiert d as Krankheitsbild A norexia nervosa folgendermaßen: Das Körpergewicht liegt mindestens 15% unterhalb des für Alter und Größeerwarteten Gewichts oder der Body-Mass-Index, welcher sich durch dieF ormel B MI = Körpergewicht in k g/ ( Körpergrößein m )2 errechnet, i st k leiner, a ls 17, 5 kg/m2. Des Weiteren ist der Gewichtsverlust selbst herbeigeführt worden. Dies kann entweder dadurch stattfinden, da ss ho chkalorischeS peisen v on betroffenen Personen v ermieden werden, dieseselbstinduziert erbrechen,selbstinduziert a bführen, Diuretika und A ppetitzügler missbrauchen od er exzessivekörperlicheAktivitäten betreiben.

Dieb etroffenen Personen leiden permanent un ter d er A ngst z u dick z u werden und l egen f ürsich selbst, trotz des bestehenden Untergewichts, einesehr niedrigeGewichtsschwellefest und empfinden sich trotzdem als zu dick.

Ein weiteres Kriteriumist eineumfassendeendokrineStörung der AchseHypothalamus-Hypophyse- Gonaden. Diesem anifestiert sich i n F orm v on einer A menorrhö bei Frauen undi n Form eines Interesseverlusts a n Sexualität und Potenzverlust bei M ännern. WeitereendokrineS törungen, wiebeispielsweiseVeränderungen des peripheren Metabolismus der S childdrüsenhormone, können ebenfalls vorliegen.

Tritt dieErkrankung vor B eginn der Pubertät ein, so ist dieA bfolgeder pu bertären Entwicklungsschrittegehemmt oder verzögert.5

2.2 PhysischeAuswirkungen

Da jededeutlicheUnterschreitung des für Alter und Körpergrößeadäquaten Körpergewichts für den Organismus potentiell bedrohlich ist, kann es zu einer Vielzahl an physischen Auswirkungen kommen. Nachfolgend werden nur einigeder möglichen Auswirkungengenannt, es existieren dennoch unzähligeAuswirkungen mehr.

Um ein Überleben in einer frühen Phaseder Mangelversorgung zu gewährleisten, werden alleverfügbaren Energiereserven im Körper mobilisiert und Aktivitäten, dienicht überlebenswichtig sind, auf ein Minimumr eduziert odergar eingestellt. Aus diesem Grund kommt es zuch arakteristischen Veränderungen, diein der fehlerhaften S teuerung des Hypothalamus und der Hypophysebegründet sind. Fettgewebewird vermehrt abgebaut, Zucker wird vermehrt aus der Leber freigesetzt, um Energiereserven zum obilisieren. Dies führt zusammen mit anderen Faktoren dazu, dass der Cortisolspiegel im Blut a nsteigt. DieS childdrüsenhormones owiedi efür dieS exualfunktionen verantwortlichen Hormonesind hingegen erniedrigt. EineRückbildung der Geschlechtsorganeund das Ausbleiben des Menstruationszykluses sind darin begründet.6

Um den Energieverbrauch zur eduzieren sind Körpertemperatur und Muskeltonus erniedrigt und das Herz sch lägt ebenfalls l angsamer. Esk ommt zu Störungen des Gastrointestinaltraktes, dieMagenentleerung ist verzögert und dieDarmtätigkeit verlangsamt, wird ein Missbrauch von Laxantien betrieben, so sind dieSymptomenoch verstärkt.7

DieAnorexiekann sich ebenfalls auf das Skelettsystem auswirken. Als Folgeder Malnutrition kommt es häufig zu Osteoporose. DageradedieZ eit d er Pubertät ei neb edeutendeR ollef ür den Knochenaufbau und das Erreichen der Spitzenknochenmasse(Peak-Bone-Mass) spielt, wirkt sich eineMangelernährung negativ auf den Knochenaufbau aus. EineniedrigeSpitzenknochenmassehingegen ist einer der bedeutendsten Risikofaktoren für dieEntstehung von Osteoporose.8

Es ist au ßerdem mit trockener,schuppiger Haut, Veränderungen der Nägel un d E ntzündungen der Mundwinkel und -schleimhaut zur echnen. Neben di esen Symptomen kann es auch zu einer Verminderung der weißen Blutkörperchen k ommen. Als letztep hysische Auswirkung ist die Folgedes permanenten Hungerzustandes auf das Gehirn zunennen. Durch d en mit der Mangelernährung einhergehenden Flüssigkeitsverlust kommt es zu einer Exsikkosedes Gehirns. Dieses erscheint beiradiologischen Untersuchungen an anorektischen Patienten in seiner Größereduziert. Dass als Folgedavon diek ognitiven und emotionalen Fähigkeiten der betroffenen Personen eingeschränkt sind, ist selbsterklärend.9

[...]


1 Vgl. Teufel, M., Zipfel, S. (2010), Seite490

2 Vgl. Gerdes, S. (2006), Seite6

3 Vgl. Teufel, M., Zipfel, S. (2010), Seite490

4 Vgl. Gerdes, S. (2006), Seite7

5 Vgl. Teufel, M., Zipfel, S. (2010), Seite491, Tab. 33.1

6 Vgl. Cuntz, U., Hillert, A. (2008), Seite66

7 Vgl. Teufel, M., Zipfel, S. (2010), Seite494 f.

8 Vgl. Peters, K.M., König, D.P. (2010), Seite5

9 Vgl. Cuntz, U., Hillert, A. (2008), Seite67

Details

Seiten
16
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668180109
ISBN (Buch)
9783668180116
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v318799
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
1,0
Schlagworte
Magersucht Anorexia nervosa

Autor

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Titel: Anorexia nervosa bei Jugendlichen. Das soziale Umfeld der Betroffenen, Therapiemöglichkeiten und die Rolle der Schule in Therapie und Prävention