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Typologie der MVZ in Deutschland unter Public Health-Gesichtspunkten. Eine Ergebniszusammenfassung

Forschungsarbeit 2016 13 Seiten

Gesundheit - Public Health

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Key Assumption

Einleitung

1 Verschiedene MVZ-Typen

2 MVZ-Typen als Denkmodelle

3 Führungskonzepte in Medizinischen Versorgungszentren
3.1 Eigentümerstrukturen im MVZ
3.2 Unternehmensführungsmechanismen im MVZ

4 Drei MVZ-Typen aus der entwickelten Typologie

5 Empfehlungen für Public Health

Literatur

Abstract

RENGER, Fabian: Ergebniszusammenfassung der Arbeit an einer Typologie der MVZs in Deutschland unter Public Health-Gesichtspunkten

/ Fabian Renger – St. Elisabeth Universität für Gesundheitswesen und Sozialarbeit, Bratislava; Katheder für Gesundheitswissenschaften, Supervisor: CZIRFUSZ, Attila, Assoc. Prof., M.D., Ph.D. – St. Elisabeth Universität Bratislava, 2016, 25 Seiten

Bei der Untersuchung des Themas „Ergebniszusammenfassung der Arbeit an einer Typologie der MVZs in Deutschland unter Public Health-Gesichtspunkten“ wurde deutlich, dass der Gesetzgeber mit dem GKV-Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GKV-GMG) zum 01.01.2004 verschiedene Zielsetzungen hatte. Als grundlegend sind zu nennen:

1.) Eine Verbesserung der medizinischen Qualität in der ambulanten Versorgungsstruktur
2.) Eine Optimierung der integrierten Versorgung
3.) Mehr Flexibilität für Ärzte unter organisatorischen Gesichtspunkten
4.) Die Möglichkeit, Kapital aus der medizinischen Industrie für MVZs zu binden
5.) Die Zusammenarbeit der Ärzte untereinander zu verbessern

Wie auch die MVZs selbst und die dort tätigen Personen sind diese ursprünglichen Ziele ständigen Änderungen im Rahmen der aktuellen Gesetzgebung unterworfen.

Der Beitrag des MVZs zur Versorgungsstruktur ist neu. Das bedeutet, dass die Auswirkungen, also ihr Funktionieren in der Versorgungsstruktur noch nicht abschließend bewertet werden können.

Rudimentär betrachtet lässt sich das MVZ als eine spezielle Art von Arztpraxis erklären, wobei seine Komplexität durch die organisatorische Möglichkeit einer leichteren Vergrößerung einer MVZ-Einheit und die Einbindung juristischer Personen in die Eigentümerstruktur zunimmt.[1]

Key Assumption

Bei der Untersuchung des Themas „Ergebniszusammenfassung der Arbeit an einer Typologie der MVZs in Deutschland unter Public Health-Gesichtspunkten“ trat hervor, dass das MVZ eine neue medizinische Konzeption in Deutschland ist und dass es verschiedene MVZ-Typen gibt. Aus dieser Tatsache lassen sich Empfehlungen für Public Health extrahieren.

Einleitung

Die Erkenntnis, dass Gesundheit und Krankheit für jeden Menschen „Zustände von höchster Bedeutsamkeit“[2] beinhalten, prägt das gesellschaftliche Denken stärker denn je, da Gesundheit als wertvolles Gut und zugleich als wichtige Voraussetzung gilt, „um alle Annehmlichkeiten des Lebens genießen zu können“[3]. Medizinische Fragestellungen und Erkenntnisse sowie der medizinisch-technologische Fortschritt erreichen für die Gesellschaft und das Gesundheitssystem einen maximalen Stellenwert, weshalb es durch verschiedenste Entwicklungen in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses rückt.

Im sechsten Kontradieff-Zyklus,[4] der 2010 seinen Höhepunkt erreicht hat, steht der gesellschaftliche Bedarf an Gesundheit im Mittelpunkt, welcher sich nicht auf physisches Wohlbefinden beschränkt, sondern vor allem aus holistischer Sicht als soziale, physische, seelische oder ökologische Gesundheit betrachtet wird.[5]

Nach Nefiodow lebt das traditionelle Gesundheitswesen in erster Linie von dem fortwährenden Anstieg an Krankheiten und Kranken, da derzeit lediglich ca. 1 % der zur Verfügung stehenden Mittel in Gesundheitsfürsorge und Prävention investiert werden. Ein solches System … führt … zu der Entstehung neuer Ideen außerhalb dieses Gesundheitswesens, „nämlich dort, wo Spielraum ist und wo (…) neue Unternehmer, Manager und Wissenschaftler ihre Chance haben“[6]. Das MVZ in Deutschland ist eine Konstruktion, die einen solchen Spielraum organisatorisch realisieren kann. Daher ist es sinnvoll, das MVZ, eingebettet in das deutsche Gesundheitssystem, näher zu betrachten.

Die Einführung Medizinischer Versorgungszentren (Kurzform: MVZs) durch den Gesetzgeber mit dem GKV-Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GKV-GMG) zum 01.01.2004 hatte verschiedene Zielsetzungen.

Wie auch die MVZs selbst und die dort tätigen Personen sind diese ursprünglichen Ziele ständigen Änderungen im Rahmen der aktuellen Gesetzgebung unterworfen.

Der Beitrag des MVZs zur Versorgungsstruktur ist neu. Das bedeutet, dass die Auswirkungen, also ihr Funktionieren in der Versorgungsstruktur noch nicht abschließend bewertet werden können.

Rudimentär betrachtet lässt sich das MVZ als eine spezielle Art von Arztpraxis erklären, wobei seine Komplexität durch die organisatorische Möglichkeit einer leichteren Vergrößerung einer MVZ-Einheit und die Einbindung juristischer Personen in die Eigentümerstruktur zunimmt.[7]

1 Verschiedene MVZ-Typen

Ein Wachstum werden auch die MVZ-Typen verzeichnen, die von sonstigen Leistungserbringern der GKV geführt werden, denn die Synergieeffekte aus diesen Kooperationsformen sind klar erkennbar.

Ärztlich geführte MVZs werden nur in der besonderen Form der Zweig-MVZs, bzw. als MVZ-Kette ein weiteres deutliches Wachstum verzeichnen, wogegen ausschließlich ärztlich geführte Einzel-MVZs möglicherweise geringere Effekte erzielen können.[8]

Durch die Entwicklungen im medizinischen Bereich wurde in den letzten Jahren deutlich erkennbar, dass das MVZ in Deutschland durchaus einen gewissen Stellenwert erreicht hat. Weiter sieht man, dass es in Bezug auf die Kategorien Eigentümerstruktur, Gesellschaftsform, Mitarbeiterzahl u.a., viele unterschiedliche MVZs gibt und sich verschiedene „MVZ-Typen“ herauskristallisieren.

Im Rahmen einer OECD-Studie wurde bei einem internationalen Vergleich der Gesundheitssysteme nachgewiesen, dass das deutschen Gesundheitssystem im Vergleich zum englischen ähnlich starke Mängel aufweist, jedoch von der Kostenseite her betrachtet schlechter abschneidet.3 Aus diesem Grund ist in der Förderung der MVZs ursprünglich ein politischer Versuch zu sehen, der über die Einbindung von medizinisch-industriellem Kapital eine Kostenreduktion erzielen sollte. Dies natürlich im Zuge einer gleichzeitigen Gesundheitssystemoptimierung, um auch der medizinischen Qualität gerecht zu werden. Dies ist wohl überspitzt formuliert, und die Intention des Gesetzgebers bezüglich der Ausrichtung der MVZs ist ei[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]e[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ständige[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]andel unterwo[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]fen, der si[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]h in[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ozi[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]lre[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]htlichen Vorgaben niederschlägt und Auswirkungen auf die Organisation der MVZs zeigt.[9]

[...]


[1] Renger, Czirfusz, (2016), S.1, Renger, (2011), S. 1

[2] Bourmer, H., (1985), S. 10, zit. nach: Distler, B., (2010), S. 1, Renger, (2016), S. 1, Renger, Czirfusz, (2011), S. 1

[3] List, R., (1999), S. 1; Definitionen von Gesundheit finden sich z.B. bei der WHO, die Gesundheit als einen „Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen“ definiert (WHO (1946), S. 2). Der Medizinsoziologe Parsons definiert sie als „Zustand optimaler Leistungsfähigkeit eines Individuums, für die wirksame Erfüllung der Rollen und Aufgaben, für die es sozialisiert (Sozialisation = Einordnungsprozess in die Gesellschaft, Normen- und Werteübernahme) worden ist“, Parsons, T., (1972), S. 71, vgl. Distler, B., (2010), S. 1, Renger, (2016), S. 1, Renger, Czirfusz, (2011), S. 1

[4] Unter den Kontradieff-Zyklen werden Wirtschaftsschwankungen verstanden, denen richtungsweisende und revolutionäre Innovationen zugrunde liegen. Der letzte Zyklus etwa bis Anfang des Jahres 2000 zeichnete sich durch Innovationstechnik aus und gestaltete den technologischen, wirtschaftlichen und sozialen Wandel in allen entwickelten Nationen mit. Das Phänomen langer Wirtschaftszyklen wurde zwar nicht auf den russischen Wissenschaftler Kontradieff zurückgeführt, ist jedoch nach seiner Abhandlung über lange Konjunkturwellen benannt. Nach der Theorie der langen Wellen kennzeichnet die wirtschaftliche Entwicklung nicht nur kurze Schwankungen, sondern vor allem in kapitalistischen Ländern lange Phasen von Aufschwung und Rezession., zit. nach: Distler, B., (2010), S. 1, Renger, (2016), S. 1, Renger, Czirfusz, (2011), S. 1

[5] Vgl. Nefiodow, L. A., (2006), S. 64, zit. nach: Distler, B., (2010), S. 1, Renger, (2016), S. 1, Renger, Czirfusz, (2011), S. 1

[6] Nefiodow, L. A., (2006), S. 55, zit. nach: Distler, B., (2010), S. 2, Renger, Czirfusz, (2016), S. 1, Renger, Czirfusz, (2011), S. 1

[7] Renger, (2016), S.1, Renger, (2011), S. 1

[8] Vgl. Blümm, B., (2009), Chancen des Medizinischen Versorgungszentrums im Deutschen Gesundheitswesen, S. 107, Diss. St.Elisabeth-Universität Bratislava 2009), Grin Verlag / Online-Publikation, URL: http://www.diplom.de/Chancen-Medizinischen-Versorgungszentrums-Deutschen-Gesundheitswesen/15361.html, (Stand: 04.01.2012), Renger, (2012a), S. 2

[9] Vgl. Renger, F., (2015), MVZs in Deutschland: Entwicklung einer Typologie unter Unternehmensführungsaspekten, S. 5, (Diss. St. Elisabeth-Universität Bratislava)

Details

Seiten
13
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668188440
Dateigröße
2.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v318777
Institution / Hochschule
St. Elizabeth University of Health & Social Sciences
Note
Schlagworte
typologie deutschland public health-gesichtspunkten eine ergebniszusammenfassung

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