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Wie wird grünes Wachstum in Konzernen umgesetzt und wie profitieren die Unternehmen davon?

Hausarbeit 2014 19 Seiten

BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik

Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grünes Wachstum

3. Wie wird grünes Wachstum in Konzernen umgesetzt?
3.1 Praxisbeispiele

4. Wie profitieren Unternehmen von grünem Wachstum?

5. Fazit

II. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Grün ist nicht nur eine Farbe, sondern eine Einstellung. Grün ist ein Trendfaktor der Zeit.1 Den Ursprung dieser Aussage findet man in den 70er Jahren. Schon damals veränderte sich das Bewusstsein der Menschen, in Richtung Umweltbewusstsein. Den Anfang machte 1972 der Club of Rome mit „Grenzen des Wachstums“, dessen Modell basiert auf eine ganzheitliche Betrachtung der Erde.2 17Jahre später setzte der Brundtland Bericht neue Maßstäbe in eine ökologische, ökonomische und nachhaltige Zukunft, indem verdeutlicht wurde, wie Mensch und Natur in Einklang gebracht werden können.3 Der darauffolgende Weltgipfel 1992 in Rio de Janeiro, befasste sich ebenfalls mit dem Thema Umwelt und Entwicklung und gab somit den Menschen einen Anstoß zum Nachdenken.4 Im darauf folgenden Jahr wurde das Thema grünes Wachstum vermehrt diskutiert. Ein Umdenken war gefordert. Man suchte nach adäquaten Lösungen um das Thema Umwelt mit den unternehmerischen Zielsystemen in Einklang zu bringen.5 Heute gibt es zunehmend Unternehmen, die ihr Image verbessern wollen, aufgrund der stetig verändernden Kundenwünsche. Grün ist modern und wird daher von den Kunden gefordert. Wer nicht gewisse Trendfaktoren verfolgt, verliert schnell den Anschluss. Das heutige Bewusstsein für den Einklang der Natur und unserer Erde wächst fortlaufend. Produkte werden vermehrt anders wahrgenommen als noch vor fünfzehn Jahren. Mehr Bedeutung haben deshalb die Produktionsbedingungen, die Transparenz des Unternehmens sowie ökologisch vertretbare Materialien.6 „Nachhaltigkeit bedeutet nicht Beschränkung oder Verzicht, sondern Verantwortung und Vernunft“7, mit dieser Aussage brachte der Bundespräsident Joachim Gauck im Jahr 2012 das Thema erneut ins Bewusstsein der Menschen. Die vorliegende Ausarbeitung beschäftigt sich deshalb mit der Fragestellung: Kann grünes Wachstum in Konzernen funktionieren?

2. Grünes Wachstum

Trotz großen Bemühungen konnte man sich nicht auf eine allgemein gültige Definition für grünes Wachstum verständigen. In den meisten Büchern gilt dieses als ein Konzept für nachhaltige Entwicklung, das ressourcenschonend, sozial integrativ ist und wenig CO² in der Produktion verursacht.8 Den Ursprung der Nachhaltigkeit findet man im Jahr 1713. Damals wurde der Begriff der Nachhaltigkeit zum ersten Mal publik. Aus der bevorstehenden Ressourcenknappheit entstand das Werk „Sylviccultura oeconomica“ des Oberberghauptmann Hans Carl von Calowitz, welches sich an den damaligen Adel richtete.9 Man sollte nur so viel Holz abholzen, wie auch nachwachsen konnte. Dies war ein Meilenstein der damaligen Forstwirtschaft, im Sinne der Nachhaltigkeit.10 Nachhaltigkeit ist in drei Sektoren gegliedert. Ökologische Nachhaltigkeit steht für die Natur und die Umwelt. Nächste Generationen sollen die selben Bedingungen vorfinden können. Ökonomie steht für eine lange Ressourcenstabilität, hierbei ist es wichtig für Konzerne, mit den gegeben Ressourcen möglichst schonend umzugehen. Soziale Nachhaltigkeit steht für ein gutes Leben, sie soll eine Gleichheit der Gesellschaft schaffen.11 Vor 1970 wurde noch die Devise: „Wachstum um jeden Preis“ gelebt. Die Weltindustrie wuchs rasant. Neue Produkte mussten produziert werden, zunehmend auf Kosten der Umwelt. Erst ab den 70er Jahren erkannte man einen Wandel innerhalb der Gesellschaft. Umweltschutz galt als neue Qualität und half zu wirtschaftlich hohem Ansehen. Umweltverbände sowie –Parteien wurden gegründet. Man erkannte, dass sich die ökologischen Themen mit der Wirtschaft lohnenswert vereinen lassen.12 Mit der Veröffentlichung des Club of Rome 1972 „Grenzen des Wachstums“ begann ein globaler Wandel. Das Thema grünes Wachstum wurde in der Gesellschaft relevant. Ziel dieser Studie war es eine Art Gleichgewicht der Welt zu erlangen. Es wurde verdeutlicht wie sich die Erde im Laufe der Zeit verändern wird und wie die daraus resultierenden Umweltauswirkungen sich bemerkbar machen würden. Diese Erkenntnisse wurden im Laufe der Evaluation ergänzt und fortgeführt.13 „Sinn der Nachhaltigkeit ist es nicht vollkommen auf Rohstoffe zu verzichten, sondern mit diesen angemessen umzugehen.“14 Mit diesen Worten sollte der Brundtland – Bericht von 1987 wegweisend für die Zukunft sein. Die Ziele des Berichtes beinhalteten bessere Chancen für die kommenden Generationen, bessere Umweltbedingungen und auch ein besseres Leben für Menschen aus der dritten Welt. Der Brundtland-Bericht beinhaltet zwei Arten der Nachhaltigkeit. Zum einen die starke Nachhaltigkeit, welche die Gesichtspunkte der Ökologie als oberstes Gebot sieht. Dabei sollen sich zum Beispiel erneuerbare Ressourcen regenerieren. Die Schwache Nachhaltigkeit geht davon aus, dass die Ressourcen von Sachkapital und Humankapital ersetzt werden können. Benachteiligte Menschen sollen dabei fair behandelt werden.15 Der Bericht war unter anderem der Auslöser für die Umweltkonferenz in Rio de Janeiro 1992 sowie die Lokale Agenda 21.16 Die Agenda 21 wurde als Absichtserklärung über den Grundsatz des nachhaltigen Wirtschaftens von mehr als 170 Staaten verabschiedet.17 Der Weltgipfel in Rio de Janeiro wurde als Leitbild der Zukunft angesehen, dessen Ziele sich auf Handlungsempfehlungen beschränkten, in Bezug auf nachhaltige Entwicklung und politisches Verhalten. Mit Rio + 10 im Jahr 2002 und Rio + 20 im Jahr 2012 wollte man die fortgeschrittenen Umweltprobleme und die daraus resultierenden Lösungsansätze diskutieren. Unter anderem waren die Themen das Kyoto Protokoll sowie erneuerbare Energiequellen.18 Nach Habgier, Kaufrausch und explodierenden Märkten folgte ein Fiasko.19 Die Wirtschaftskrise 2008 veränderte die Märkte rapide. Durch das stetige Wachsen der Weltbevölkerung, die immer deutlicher werdenden Umweltauswirkungen sowie die Verknappung der Ressourcen, haben die Menschen den dringenden Handlungsbedarf erkannt.20 Auch die Wirtschaft hatte erkannt, dass es sich ökologisch rechnet umzudenken und umzustrukturieren. Die Kundenwünsche hatten sich verändert. Unternehmen mussten sich den neuen Gegebenheiten anpassen um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten. Nachhaltigkeit ist längst nicht mehr nur ein Trendwort, sondern wirkt sich prägend auf die Wirtschaft aus. Es ist nicht nur modern grünes Wachstum in die Unternehmensführung zu integrieren, sondern ist erfolgsrelevant für die Zukunft. Beispiele hierfür sind die Nachhaltigkeitsstrategien der Dax 30 Unternehmen. Dieser Nachhaltigkeitskodex wird auf freiwilliger Basis in die Unternehmen intergiert. Henkel, BMW oder BASF SE sind einige Beispiele der 30 teilnehmenden Unternehmen.21 Um Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner auf lange Zeit zu gewinnen, müssen Konzerne nachhaltige Unternehmensziele festlegen.22 Grünes Wachstum in Konzernen bedeutet Unternehmensführung in Bezug auf ökonomische, ökologische und soziale Ziele.23 Alle drei Sektoren halten die Nachhaltigkeit zusammen. Um Unternehmen in ihrer Nachhaltigkeitsleistung schätzen lassen zu können gibt es sogenannte Ratingagenturen, welche deren Nachhaltigkeitsmanagement beurteilen. Hierbei werden sieben Handlungsfelder überprüft, die Unternehmen verwirklichen müssen, im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung, sprich grünes Wachstum. Klimaschutz, saubere Trinkwasserversorgung, demografischer Wandel sowie Korruptionsbekämpfung sind ein Teil der Handlungsfelder. Sie sollen Engagementlücken zeigen und den Unternehmen die Chance bieten, grünes Wachstum im Konzern noch besser einzubinden.24 Aus ökologischer Sicht, ist der Klimawandel ein weiterer Aspekt, dem sich Konzerne annehmen müssen. Was noch vor 10 Jahren im Gespräch war, bekommen wir heute deutlich zu spüren. Immer häufiger auftretende Klimaumschwünge sowie Naturkatastrophen verdeutlichen die Dringlichkeit des Handelns. Vorhersagen gehen davon aus, dass sich das Klimaproblem nicht ganzheitlich lösen lässt und somit problematische Auswirkungen mit sich ziehen wird.25 Dieser Klimawandel bringt für Unternehmen auch enorme Risiken mit sich. Einige Beispiele hierfür sind Marktrisiken oder Rechtsrisiken. Zum einen der stetige Wandel der Kundenwünsche, zum anderen die Haftbarkeit gegenüber den Klimawandelauswirkungen für das Unternehmen. Weitere Risiken können auch Transportrisiken sowie Ressourcenknappheit sein.26 Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt ist das Image von Konzernen. Bei beschädigtem Image gibt es kaum eine weitere Überlebenschance für das Unternehmen, da Kunden wie Stakeholder nicht mehr mit ihnen kooperieren werden. In Zukunft werden wir mehr Geld benötigen für Lebensmittel und sonstige Produkte, um den heutigen Lebensstandards gerecht zu werden. Die Armutsbekämpfung muss vorangetrieben werden und der Schutz bedrohter Lebewesen sowie Artenvielfalten muss gewährleistet werden.27 Banken müssen in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen, wenn der Klimawandel finanziert werden muss.28 Um fatale Folgen zu verhindern gilt eine neue Denkweise zu etablieren. Die Bevölkerung wächst unaufhörlich. Der demografische Wandel der Gesellschaft macht dieses Unterfangen nicht einfacher.29 Diese Bedingungen müssen miteinbezogen werden, wenn es um eine ganzheitliche Umstellung zu grünem Wachstum in Konzernen geht. Um grünem Wachstum voranzubringen müssen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam agieren.

[...]


1 Vgl. Colsman B., S.13

2 Vgl. Lexikon der Nachhaligkeit (a)

3 Vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit (b)

4 Vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit (c)

5 Vgl. Schreiner M., Vorwort

6 Vgl. Colsman B., S.13

7 Yahoo Nachrichten

8 Vgl. Jaeger C., S.10

9 Vgl. Colsman B., S.12

10 Vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit(d)

11 Vgl. Döring 2004, S.4

12 Vgl. Beise M. und Jakobs H. J, S.12

13 Vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit (e)

14 Vgl. Jakubowicz 2002, S.18

15 Vgl. Döring 2004, S.4

16 Vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit (f)

17 Vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit (g)

18 Vgl. Oekom research, S.14

19 Vgl. Spiegel online

20 Vgl. Jeager C., S.68

21 Vgl. Colsman B., S. 45

22 Vgl. Oekon research, S. 20

23 Vgl. Beise M. und Jakobs H. J.S.17

24 Vgl. Oekom research, S.11

25 Vgl. Beise M. und Jakobs H. J., S.56

26 Vgl. Oekom research, S.78

27 Vgl. Oekom research, S.74

28 Vgl. Oekom research, S. 120

29 Vgl. Oekom research, S.126

Details

Seiten
19
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668178489
ISBN (Buch)
9783668178496
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v318587
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Geislingen
Note
2,7
Schlagworte
grünes Wachstum Nachhaltigkeit

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