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Der Gemeinsame Bundesausschuss als Kostenregulator im Gesundheitswesen

Hausarbeit 2016 23 Seiten

Gesundheit - Public Health

Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA)
2.1 Struktur und Rechtsgrundlage des G-BA
2.2 Aufgaben und Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschuss
2.3 Zusammenarbeit des Gemeinsamen Bundesausschuss mit Institutionen im Gesundheitswesen
2.3.1 Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
2.3.2 Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG)
2.4 Arbeitsweise des Gemeinsamen Bundesausschuss
2.5 Finanzierung des Gemeinsamen Bundesausschusses

3 Die Arbeit des G-BA anhand der Kapselendoskopie des Dünndarmes

4 Nutzen, Qualität und Wirtschaftlichkeit

Darstellungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Gemeinsamen Bundesausschuss, der eine zentrale Rolle als Kostenregulator im Gesundheitswesen spielt. Als Entscheidungsgremium legt er innerhalb des vom Gesetzgeber vorgegebenen Rahmens fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für die ca. 70 Mio. gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland im Einzelnen übernommen werden.

"In Deutschland sind die meisten Menschen in gesetzlichen Krankenkassen versichert. Sie haben Anspruch auf eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Gesundheitsversorgung – so steht es im Gesetz. Der G-BA legt fest, was das ganz konkret für ihre medizinischen Leistungen heißt..." [1]

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland für 2014 stiegen bis auf mehr als 300 Milliarden € an. Auf die GKV fielen dabei 193,63 Mrd. €. Von 2010 bis 2014 betrug die Ausgabensteigerung der GKV 28,67 Mrd. €, eine Steigerung von ca. 17,4 %. Die größten drei Kostenverursacher sind die Krankenhausbehandlung, ärztliche Behandlung und die Arzneimittelversorgung. Dies macht die folgende Grafik deutlich:[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1‑1 Ausgaben der GKV 2014

(https://www.gkv-spitzenverband.de/media/grafiken/gkv_kennzahlen/kennzahlen_gkv_2015_q3/300dpi_10/GKV-Kennzahlen_Leistungsbereiche_Euro_2014_300b.jpg)

2015 waren von 81 Millionen Einwohnern in Deutschland rund 71 Millionen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert. Davon sind 54,12 Millionen zahlende GKV Mitglieder und 16,92 Millionen beitragsfreie gesetzlich Krankenversicherte. Damit waren mehr als 87 Prozent aller Einwohner in Deutschland in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. Knapp 9 Millionen (11 Prozent) waren in der Krankenvollversicherung der privaten Krankenversicherung (PKV) versichert.[3]

Für 2016 prognostizierte der Schätzerkreis, der aus Experten von Bundesministerium für Gesundheit, des Bundesversicherungsamtes und GKV-Spitzenverbandes besteht, GKV-Ausgaben in Höhe von rund 209,3 Mrd. €, während die Einnahmen 198,5 Mrd. € betragen.[4]

Dies würde ein Defizit von mehr als 10 Mrd. € bedeuten. Eine große Ausgabensäule sind die Kosten für Arzneimittel, diese sind 2014 um 9 % gestiegen, auf 31,4 Mrd. €.[5] Der G-BA hat die Aufgabe, den Gesetzlich Krankenversicherten eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Aufgrund der sinkenden Einnahmen bei steigenden Ausgaben ist dies eine besondere und schwierige Aufgabe. Gründe hierfür sind u. a. die demografische Entwicklung, der medizin-technische Fortschritt sowie die Anspruchshaltung der Patienten. Der G-BA kann u.a. festlegen unter welchen Voraussetzungen, Arzneimittel erstattet werden. Dies wird in der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschuss über die Verordnung von Arzneimitteln in der vertragsärztlichen Versorgung deutlich.

Die vorliegende Hausarbeit soll einen Einblick über die Arbeit des G-BA verschaffen, aufklären wie der G-BA aufgebaut und seine Zusammenarbeit mit anderen Institutionen erläutern sowie die Arbeit des G-BA anhand eines Beispiels verdeutlichen.

2 Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA)

2.1 Struktur und Rechtsgrundlage des G-BA

Der Gemeinsame Bundesausschuss ist eine juristische Person des öffentlichen Rechts. Er wird von den vier großen Spitzenorganisationen der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen gebildet:

- der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
- der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung
- Der Deutschen Krankenhausgesellschaft und
- Dem GKV-Spitzenverband.

Antragsberechtigt an allen Beratungen sind neben den vier genannten Trägerorganisationen Patientenvertreterinnen und Patientenvertreter, jedoch nicht stimmberechtigt[6].

Am 01.01.2004 wurde der G-BA durch das Gesundheitsmodernisierungsgesetz gegründet und übernahm die Aufgaben der früheren Bundesausschüsse der Ärzte/Zahnärzte und Krankenkassen, Ausschuss des Krankenhaus sowie der Koordinierungsausschusses.

Im SGB V §§ 91 und folgende ist die Rechtsgrundlage der Arbeit des G-BA beschrieben. Der Gesetzgeber hat im SGBV neben den Aufgaben und Kompetenzen des G-BA auch die Bestellung der Mitglieder, die Patientenbeteiligung und die Einbeziehung Dritter vorgegeben. Selbst die Rahmenvorgaben zu den Strukturen und der Arbeitsweise des G-BA sind hier festgelegt. In seiner Geschäfts- und Verfahrensordnung bestimmt der G-BA die näheren Details der gesetzlichen Regelungen. Diese stehen unter dem Genehmigungsvorbehalt des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG)[7]:

„Das Beschlussgremium des Gemeinsamen Bundesausschusses besteht aus einem unparteiischen Vorsitzenden, zwei weiteren unparteiischen Mitgliedern, einem von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, jeweils zwei von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft und fünf von dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen benannten Mitgliedern.“[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2‑1Struktur des G-BA

http://de.slideshare.net/Berliner-Informationsdienst/bidworkshop-gesundheitspolitik-fr-parlamentsmitarbeiter-prsentation-gba

Die obere Abbildung macht die Struktur des Gemeinsamen Bundesauschusses, wie im Zitat aus dem SGB V beschrieben, deutlich. Die fünf Patientenvertreter haben ein Mitbestimmungs- und Antragsrecht, jedoch kein Stimmrecht. Die 5 Vertreter der Leistungserbringer sind mit zu den Themen stimmberechtigt, welche ihren Versorgungsbereich wesentlich betreffen.

Der G-BA steht unter der Rechtsaufsicht des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG). Die Beschlüsse und Richtlinien des GB-A werden entsprechend den Vorgaben des SGB V zunächst vom BMG geprüft und nach einer Nichtbeanstandung im Bundesanzeiger veröffentlicht.[9]

2.2 Aufgaben und Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschuss

Der G-BA spielt eine entscheidende Rolle bei der Versorgung von ca. 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland, denen lt. Gesetzgebung eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Gesundheitsversorgung zustehen. Als Entscheidungsgremium mit Richtlinienkompetenz legt der G-BA fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im Einzelnen übernommen werden. Des Weiteren hat der G-BA weitere wichtige Aufgaben im Bereich des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung in der vertragsärztlichen, vertragszahnärztlichen und stationären medizinischen Versorgung. Er entwickelt im Auftrag des Gesetzgebers Vorgaben zu Behandlungsstandards, Strukturen und Abläufen für im Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) definierte Leistungsbereiche. Außerdem legt er für gesetzlich geforderte Qualitätssicherungsmaßnahmen Prüfkriterien und Abläufe fest.[10]

Der G-BA kann die Erbringung und Verordnung von Leistungen oder Maßnahmen einschränken oder ausschließen, wenn nach allgemein anerkanntem Stand der medizinischen Erkenntnisse der diagnostische oder therapeutische Nutzen, die medizinische Notwendigkeit oder die Wirtschaftlichkeit nicht nachgewiesen sind. Weiterhin kann der GBA die Verordnung von Arzneimitteln einschränken oder ausschließen, wenn die Unzweckmäßigkeit erwiesen oder eine andere, wirtschaftlicher Behandlungsmöglichkeit mit vergleichbar diagnostischen oder therapeutischen Nutzen verfügbar ist.[11]

[...]


[1] Vgl. o.V., www.g-ba.de (2016).

[2] Vgl. o.V., www.gkv-spitzenverband.de (2015).

[3] Vgl. o.V., /www.gkv-spitzenverband.de (2015).

[4] Vgl. o.V. http://de.statista.com (o.J.)

[5] Vgl. o.V. http://www.apotheke-adhoc.de (2015).

[6] Vgl. o.V., https://www.g-ba.de (2016).

[7] Vgl. o.V., https://www.g-ba.de (2016).

[8] Vgl. Prof. Dr. Schulin, SGB V, 2013, S.509.

[9] Vgl. o.V., https://www.g-ba.de (24.02.2016).

[10] Vgl. o.V., https://www.g-ba.de (2016).

[11] Vgl. Prof. Dr. Schulin, SGB V, 2013, S.512.

Details

Seiten
23
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668198906
ISBN (Buch)
9783668198913
Dateigröße
577 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v318404
Note
Schlagworte
gba gemeinsamer bundesausschuss kosten gesundheitswesen GKV krankenversicherung

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