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Das Jahrhundertereignis der deutschen Wiedervereinigung

Ein Überblick in Stichpunkten

von Mike G. (Autor)

Zusammenfassung 2016 19 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe

Vorwort

Nachdem es seit über 40 Jahren zwei Staaten auf deutschem Boden gab, kam es im Epochenjahr 1989 zum langersehnten Ereignis: Der Wiedervereinigung. Die Menschen strömten auf die Straßen in West-Berlin und feierten bis spät in die Nacht hinein. Diese Arbeit befasst sich mit dem spannenden Thema der Wiedervereinigung. Chronologisch werden die einzelnen Ereignisse, aber auch Hintergrundinformationen und Rückblicke auf dieses Ereignis geschildert, aufgeführt und detailreich erläutert. Der Zerfall der DDR sowie die Widerstandsgruppen / -formen werden dabei zum Verständnis halber erwähnt, bevor es mit den sich überschlagenden Ereignissen beginnt, welche letztlich zur Öffnung der Mauer am 9. November und der Wiedervereinigung am 3. Oktober führten. Dazu werden die Ereignisse mit Zusammenfassungen zeitgenössischer Quellenmaterialen unterstreicht, welche aus Gründen der Übersichtlichkeit gelb hinterlegt worden sind. Die vollständigen Texte (bzw. Auszüge) finden sich in beiden Bänden „Zeiten und Menschen“ des Schöningh Verlages im Westermann (ISBN Band 1: 978-3140249706; Band 2: 978-3140249713). Die (zwei- bis dreistellige) Zahl neben jeder Überschrift steht für die Seitenzahl im Buch, der Buchstabe M, welcher von einer Zahl gefolgt wird, gibt die Quellenmarkierung im Buch wider.Am Ende dieser stichwortartigen Auflistung und Erklärung findet sich ein selbstverfasster Informationstext, welcher die relevantesten Ereignisse thematisch (nicht länger chronologisch) aufgreift und wiedergibt. Weiterhin findet sich ein Überblicksblatt zum Schluss dieser Arbeit, welches ausgedruckt und ausgehangen werden kann um für Klausuren oder Prüfungen zu lernen.

- Hintergrundwissen:

- (1) Menschenrechte im Ostblock (im Vergleich zum dritten Reich).

- Adolf Hitler „Mein Kampf“ bezüglich der „Grundrechte“ (283/M1).[1]

- Politische Weltauffassung ist, dass der Staat schöpferische und kulturbildende Kräfte besitze, aber keine rassischen Voraussetzungen benötige.

- In völkischer Weltanschauung hat der Staat nur die Aufgabe das rassische Dasein der Menschen zu erhalten.

- Kennt keine Gleichheit, diese Erkenntnis fördert das Überleben des Stärkeren und die Unterordnung des Schwächeren.

=> Huldigung des aristokratischen Gedankenguts der Natur.

- Minderwertige Ethnien dürfen nur überleben, wenn durch deren Existenz nicht das Leben der höherwertigen Ethnien gefährdet wird.

- In einer verbarbarisierten, vernegerten Welt vergehen alle Begriffe des menschlichen Schönen und Erhabenen sowie der Vorstellung einer idealisierten Zukunft.

=> Aufgabe des Staates ist der Verbastardisierung der Welt Einhalt zu gebieten.

- Heutige Generation von notorischen Schwächlingen wird Bruch mit heiligsten Menschenrechten bejammern.

=> Einziges heiliges Menschenrecht und dadurch heiligste Verpflichtung ist die Reinhaltung und Bewahrung des besten Menschentums, wodurch die Möglichkeit einer besseren Entwicklung dieser Wesen besteht.

- Grundrechte im DDR-Sozialismus (284/M2a).

- Kommentar der Justiz auf 1968 erhaltende Verfassung der DDR.

- Verfassungskonzeption wendet sich gegen staatsfreie Sphäre, die durch Bürgerrechte gesichert werden soll.

- Sozialismus bedeutet alle Macht den Arbeitern zu übertragen, darum ist es sinnlos Menschen vor der Macht zu schützen.

- Verwirklichung von Grundrechten lässt Glieder der sozialistischen Menschengemeinschaft bewusster handeln.

- Dies ist in der Verfassung verankert und keine Weiterentwicklung der bürgerlichen Grundrechte.

- Soziale Grundrechte erwachsen aus gesellschaftlichen Verhältnissen des Sozialismus.

=> Nur soziale Grundrechte schaffen Freiheit vor Unterdrückung, Ausbeutung und wirtschaftlicher Abhängigkeit.

- Diese Freiheiten sind nur durch soziale Gesellschaft ohne Privatbesitz der Produktionsmittel möglich.

- Voraussetzungen für Freiheits- und Persönlichkeitsentfaltung der Bürger, Gleichheit der Grundrechte, soziale Qualität und Sicherung der Rechte.

- Einschränkungen der Grundrechte liegen nur im Interesse der Bürger.

- Meinungsfreiheit soll konstruktiv nach Lösungen für die staatlichen und gesellschaftlichen Probleme suchen, nicht um den Aufbau des Sozialismus zu schädigen.

- Folgen der Grundrechte in der DDR (284/M2b).

- Auszug der Erklärung tschechoslowakischer Bürgerrechtler vom 1. Januar 1977.

- Meinungsfreiheit wird vom Staat unterdrückt.

- Keine politische, wissenschaftliche, künstlerische oder philosophische Ansicht, welche nur geringfügig vom Rahmen abweicht, wird veröffentlicht.

- Kritik an den Krisenerscheinungen oder der Propaganda zu üben ist unmöglich.

- Rechte werden zur Unterdrückung der Menschen ausgelegt / missbraucht.

- Alle Organisationen und Institutionen sind staatlicher Einheitspartei oder machthaberischen Beschlüssen einflussreicher Einzelpersonen untergeordnet.

- Frühjahr 1978 Prozess gegen Bürgerrechtler zeigt den Umgang mit Menschenrechten in der Sowjetunion (285/M3).

- Freunde des angeklagten Juri Orlov, ausländische Korrespondenten und ausländische Botschafter werden durch Absperrungen und Milizstreifen vom Verhandlungsgebäude ferngehalten.

- Orlovs Frau und Kinder werden unter grober physischer Gewalt auf Tonbandgeräten vor diesem formal öffentlichen Prozess verhört.

- (Pflicht-)Verteidiger wurde während den Verhandlungen auch von KGB-Leuten gewaltsam ins Nebenzimmer gesperrt.

- Am letzten Verhandlungstag gab es Handgreiflichkeiten, da man verlangte an der Urteilsverkündung anwesend sein zu dürfen.

- Demonstranten wurden – ungeachtet ihres Geschlechtes – von KGB-Leuten in Transporter gezerrt und misshandelt.

- Nach kurzer Zeit frei gelassen worden, aber wegen rowdyhaften Ausrufen mit Geldstrafen belegt worden.

- (2) 4 Formen der Opposition/Widerstandes in DDR.

- (1) „Weggehen-Wollen“.

- Ausreisewellen 1953, 1961, 1989 wegen Unzufriedenheit mit Lebensverhältnissen.

- Ausreiseanträge bzw. Anträge zur Entlassung der Staatsbürgerschaft eingereicht.

-Republikflucht “ über Grenze oder Ostsee oft tödlich.

- (2) Opposition im Rahmen der christlichen Kirche.

- Zurückhaltung in politischen Fragen brachte evangelischer Kirche relative Eigenständigkeit.

- 1970er Umwelt-, Friedens- und Menschenrechtsgruppen versammeln sich unter dem Dach der Kirche.

=> Kirchengemeinden werden Kristallisationspunkt der Opposition.

- (3) Politische Oppositionsgruppen (Künstler, Intellektuelle).

- Repression verhindert aktive Einflussnahme, kulturelle Liberalisierung 1971 und KSZE 1975 provozieren politischen Widerspruch → Kirchliche und politische Opposition versuchten „freiheitlichen Sozialismus“ durchzusetzen, wollten nicht völlig zum Kapitalismus übergehen.

=> 1979 politisches Strafrecht verschärft worden, offener Protest wurde hart bestraft.

- (4) Reformkräfte innerhalb der SED.

- Junge Idealisten orientieren sich an Marxismus, stören sich an davon abweichenden Realitäten der DDR.

- Nach 1985 konnte man verstärkt protestieren, wegen Gorbatschows Reformkurs und Widersprüchen in Staats- und Parteiführung => Opposition verstärkt sich in den letzten Jahren der DDR.

- 7. Mai 1989 Kommunalwahlen in DDR.

- 99% Zustimmung vermeldet obwohl viele aus Trotz dagegen gestimmt haben.

=> Kirchengemeinden und Oppositionelle zeigen zuständige Behörden an.

- 3. - 4. Juni 1989 Massaker auf Pekinger „Platz des himmlischen Friedens“.

- Oppositionelle Bürgerbewegung in China brutal niedergeschlagen.

-Chinesische Lösung “ in kommunistischen Ländern, besonders der DDR, intensiv gelobt.

- Einschüchterung der Opposition, da DDR auch für solche Methoden offen zu sein schien.

- 25. / 26 Juni 1989 Chefredakteur kritisiert ausreisewillige Montagsdemonstrantin (M10).

- Stellt positive Aspekte der DDR in Fokus (Shopping-Passagen, Kino, Baby Jahr).

- Wertet Opposition ab, störe öffentliche Ordnung, beeinträchtige Ruhe und Sicherheit der Bürger.

- Demonstranten genießen die Vorzüge der DDR und wollen diese dann mit Füßen treten.

=> Demonstrantin A. K. Bekam gewünschte Ausbildungsstelle, Arbeitsplatz, Baby-Jahr und finanzielle Unterstützung als Kinder krank waren und ist nicht dankbar.

- Abwertung der BRD, welche kein Umsorgtsein, Fürsorglichkeit und soziale Geborgenheit wie die DDR besitzt.

- Demonstranten verketzern und beleidigen Heimatland.

=> Folgen des provokanten Verhaltens haben Oppositionelle selbst zu verantworten.

=> Frau wird öffentlich an den Pranger gestellt.

=> Anonyme Masse erhält ein Gesicht.

=> Artikel im erzieherischem Ziel gehalten.

- Juni 1989 Parlamentsahlen werden abgehalten, Polen wird demokratisiert.

- Neues Parlament wurde angehalten eine demokratische Verfassung mit fairem Wahlgesetz auszuarbeiten.

- Juli 1989 Polen und der Vatikan nehmen diplomatische Kontakte auf und pflegen seitdem enge diplomatische Kontakte.

- Sommer 1989 DDR Bürger besetzen Ständische Vertretung und Botschaften in Prag, Budapest und Warschau.

- UNO erlaubt Genscher Ausreise der Botschaftsflüchtlinge zu bewerkstelligen.

- Massenkonvois wurden von DDR militärisch abgesichert, damit kein DDR-Bürger auf die Züge aufspringt.

- Gründe für die Ständige Ausreise (AB/M7).

- Sture Ablehnung aller Ausreiseanträge von staatlichen Behörden.

- Wunsch nach Veränderung in eigener (bereits guten) Lebenssituation.

- Materielle Wünsche.

=> Unzufriedenheit wegen „Langeweile“ im (guten) Leben.

- Fleiß und harte Arbeit verschaffen nicht alle gewünschten Waren (Westgüter).

- Beginn der Annäherung an oppositionelle Gruppen um eher Ausreise zu erlangen.

=> Erschreckende Informationen über Umweltschäden, Städteverfall und Gesundheitswesen.

→ Wollten zwar Veränderung, aber Ausreise war wichtiger.

- 19. August 1989 Paneuropäisches Picknick.

- Österreichischer und ungarischer Ministerpräsident laden zu politischen Picknick in Grenznähe ein.

- Legale Öffnung der Grenzen für 3 Stunden, über 600 DDR-Bürger nutzen Chance zur Flucht.

- Schießbefehl galt noch, aber Soldaten entscheiden sich eigenmächtig ruhig zu bleiben.

→ Eskalation verhindert.

- Ab 9. September LeipzigerMontagsdemonstrationen “ nach Friedensgebet in Nikolai-Kirche.

- Nacht vom 10. zum 11. September 1989 Österreich öffnet Grenzen.

- Viele DDR-Bürger fliehen über Ungarn in den Westen.

=> DDR verhängt Ausreiseverbote in sozialistische Nachbarländer.

- 12. September 1989 Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“.

- 19. September 1989 „Neues Forum“ beantragt Zulassung als politische Organisation.

→ Opposition will keine politischen Ziele ausbreiten, sondern Meinungsfreiheit ausweiten.

=> Staat lehnt oppositionelle Anträge ab, aber Opposition bekommt Zulauf.

- Oktober 1989 „Schürer-Gutachten“: DDR bewegt sich auf wirtschaftlichen und finanziellen Kollaps zu.

- 7. Oktober 1989 40. Jahrestag der DDR mit Repression durchgesetzt.

- Oppositionelle verhaftet, Demonstrationen gewaltsam aufgelöst.

- Stasi soll feindlich-negative Maßnahmen gründlich und vorsorglich unterbinden.

- Prunkvolle Militärparade dargeboten, Prostest der Westmächte, da Berlin als entmilitarisiert gilt.

- Gorbatschow besucht DDR und fordert (politische) Reformen.

- Übersetzer formuliert zugespitzt: „ Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben “, was Opposition SED intensiv vorhält.

- Rumänischer Diktator und Honecker beraten über Grenzdurchlässigkeit.

- In einem Pfarrhaus wurde erste demokratische Partei der DDR gegründet.

- 9. Oktober 1989 Montagsdemonstration in Leipzig mit 90.000 Menschen.

- Honecker befiehlt konterrevolutionäre Demonstration mit aller Waffengewalt niederzuwerfen.

- Kinder und Jugendliche mussten um 15 Uhr aus der Schule abgeholt werden.

- Krankenhäuser bereiteten sich auf viele Verletzte vor.

- Bereitschaftspolizei rückt schwer bewaffnet an.

=> „Letzter Tag der DDR“ denn wegen friedlichen Ablauf hat Opposition Demonstrationsrecht durchgesetzt.

- 14. Oktober 1989 2. Treffen des Neuen Forums berät über Struktur der „Partei“ und Haltung zur Ausreisewelle.

- Neues Forum bekommt schnellen Zuwachs, versteht sich als Kristallisationspunkt aller Oppositionsbewegungen.

- „Graswurzelprinzip“: Egal wie oft man den Rasen auch abmäht, er kommt wieder und breitet sich aus.

- „Demokratie Jetzt“ veröffentlicht eigene, freie Zeitung.

→ Stasi kann Masse an Opposition nicht verfolgen, beschränkt sich auf Beobachtung.

[...]


1 Online wiederzufinden unter https://archive.org/stream/Mein-Kampf2/HitlerAdolf-MeinKampf-Band1Und2855.Auflage1943818S._djvu.txt ab „Völkische Einstellung auf Rasse und Persönlichkeit 421“ aufgerufen im März 2016

Details

Seiten
19
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668177734
ISBN (Buch)
9783668177741
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v318358
Note
Schlagworte
Geschichte Leistungskurs Gymnasium Oberstufe Helmut Kohl Hans Modrow Erich Honecker Kohl Modrow Honecker Krenz Egon Krenz Bush DDR Mauerfall

Autor

  • Mike G. (Autor)

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