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Der Einfluss von Cloud Computing auf Anwendungssysteme

Seminararbeit 2015 15 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1 Einleitung
1.1 Aufgabenstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Cloud Computing
2.1 Servicemodelle
2.2 Bereitstellungsmodelle

3 Beispiel der AMADEE Software UG
3.1 Vorgeschichte / Einleitung
3.2 Neuentwicklung der Software

4 Zusammenfassung

5 Abbildungsverzeichnis

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Cloud Computing ist einer der großen Entwicklungsschritte in der heutigen IT. Um keinen anderen Begriff, neben den Smartphones, ist ein solch großer Hype entstanden. Dabei existiert die Technologie schon seit Jahren, ihre Popularität ist aber erst mit dem Einstieg großer Unternehmen, wie Amazon, Google oder Microsoft gestiegen. Immer mehr Anbieter bieten inzwischen auch einen Cloud Dienst an. Viele Experten gehen davon aus, dass die Technologie die IT in vielen Bereichen stark verändern wird. Doch insbesondere in Deutschland gibt es viele Personen, die aus Sicherheitsgründen die Cloud meiden.

1.1 Aufgabenstellung

Die Aufgabenstellung lautet: „Nach einer inhaltlichen Erläuterung des Begriffs ‚Cloud Computing‘ unter besonderer Berücksichtigung des SaaS-Modells soll möglichst an einem selbst zu wählenden konkreten Beispiel aufgezeigt werden, welchen Einfluss das Cloud Computing auf Anwendungssysteme ausübt. Dabei sollen auch auf bevorzugte Nutzerkreise, noch vorhandene Hemmnisse und Zukunftsaussichten eingegangen werden.

1.2 Zielsetzung

Im Folgenden sollen die Möglichkeiten und Hemmnisse von Cloud Computing beschrieben werden. Dazu erfolgt im Vorfeld zunächst eine Erläuterung von Cloud Computing. Auf Grund der begrenzten Länge des Assignments wird dabei nicht auf alle Details und Möglichkeit des Cloud Computing eingegangen. Ziel ist es, den Leser einen Einblick über die Technologie, Einsatzmöglichkeiten sowie Zukunftsaussichten zu geben.

1.3 Aufbau der Arbeit

Zu Beginn des Assignments wird der Begriff Cloud Computing sowie Software as a Service (SaaS) erläutert und die wichtigsten Begriffe sowie Technologien näher gebracht. Mit diesem Verständnis wird im Hauptteil ein konkretes Beispiel aus meinem Unternehmen aufgebaut, das die Erfahrungen und Einflüsse von Cloud Computing aufzeigt.

2 Cloud Computing

Unter Cloud Computing bzw. „der Cloud“ (dieser Begriff wird in diesem Assignment synonym zu Cloud Computing verwendet) versteht man die Bereitstellung von Anwendungen und/oder IT-Infrastrukturen über das Internet oder ein großes Unternehmensintranet, wobei der Anwender die Ressourcen flexibel nutzen und erweitern kann.

Cloud Software kann im Normalfall schnell und ohne lokale Installation verwendet werden, externe Cloud Ressourcen (Hardware) werden dem Nutzer virtuell zur Verfügung gestellt.

Cloud Computing kann sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen genutzt werden. Es ist kein Produkt oder eine Technologie, sondern lediglich eine Methode zur Bereitstellung von IT-Diensten im weiteren Sinne.

Im Grunde genommen ist die Cloud auch keine neue Erfindung. Schon eine einfache Internetanwendung wie z.B. ein Reisebuchungsportal ist für sich genommen eine Cloud Anwendung.[1] Der User bekommt die „Anwendung“ in seinem Browser dargestellt, alles Weitere geschieht auf den Servern des Anbieters. Dieses Prinzip ist nicht neu, es hat jedoch erst in den letzten Jahren einen regelrechten Hype erlebt. Cloud bedeutet zu Deutsch „Wolke“. Der Begriff wurde verwendet, weil der Anwender in der Regel nicht weiß, welche Infrastruktur sich hinter einer Cloud-Anwendung verbirgt.

Cloud Computing ist zu vergleichen mit dem typischen Client-Server Prinzip von Anwendungen in einem Unternehmen. Im Fall der Cloud befindet sich jedoch das Internet zwischen dem Client und dem Server, während in einem Unternehmen meist beide Seiten in einem lokalen Netz organisiert sind.

Der Begriff Cloud Computing ist nicht eindeutig definiert. In zahlreichen Literaturen finden sich Definitionen die sich zwar meist ähneln, jedoch im Detail immer wieder variieren. Häufig verwendet wird die Definition der US-amerikanischen Standardisierungsstelle NIST (National Institute of Standards and Technology):

„Cloud computing is a model for enabling ubiquitous, convenient, on-demand network access to a shared pool of configurable resources (e.g. networks, servers, storage, applications and services) that can be rapidly provisioned and released with minimal management effort or service provider interaction.“[2]

Ins Deutsche übersetzt bedeutet diese Definition, dass es sich bei Cloud Computing um ein Modell handelt, das es erlaubt bei Bedarf jederzeit und überall bequem über ein Netz auf einen geteilten Pool von konfigurierbaren Rechnerressourcen (z.B. Netze, Server, Anwendungen) zuzugreifen, die schnell und mit minimalem Aufwand zur Verfügung gestellt werden können.

Bei einer Cloud muss der Anwender nicht wissen, was auf dem entfernten Rechner ausgeführt wird, noch wo die Rechner physikalisch stehen. Auch wie im Detail die Anfrage des Nutzers verarbeitet wird, ist nicht relevant. Ebenfalls sind Installation, Wartung oder Sicherungen der Daten für den Nutzer nicht von Interesse. All diese Aufgaben übernimmt der Anbieter der Cloud, ohne das der Nutzer etwas davon mitbekommt. Cloud Computing steht damit stellvertretend für eine in der Regel externe Bereitstellung einer IT-Infrastruktur bzw. von Anwendungen über das Internet.

Begonnen hat der Cloud Hype im Jahr 2005 durch das Unternehmen Amazon. Der Online Händler hatte einige IT Kapazitäten, die in der Regel nur zur Weihnachtszeit voll ausgelastet waren. In der übrigen Zeit wollte Amazon diese interessierten Personen und Unternehmen zur Verfügung stellen, indem der Kunde für die Nutzung der Kapazitäten bezahlt und sie ihm dann für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stehen. Dieses Angebot wird heute als Cloud Storage bezeichnet.[3]

Laut NIST Definition hat Cloud Computing fünf charakteristische Eigenschaften[4]:

- „Measured Services“: Die tatsächliche Inanspruchnahme von Cloud-Services und deren Ressourcen wird durch Nutzungskennzahlen protokolliert, sodass eine nutzungsgerechte Abrechnung ermöglicht wird.
- „Rapid Elasticity“: Cloud Dienst sind hoch skalierbar. Je nach Bedarf können mehr oder weniger Dienste / Ressourcen genutzt werden.
- „Broad Network Access“: Cloud Dienste werden über ein Netzwerk auf Basis etablierter Standards verfügbar und nicht an bestimmte Clients gebunden
- „Resource Pooling“: Cloud Dienste nutzen einen gemeinsamen Ressourcenpool, um die Ressourcen effizient zu verteilen.
- „On-demand Self Service“: Die Verteilung der Ressourcen (Speicherplatz, Rechenleistung, Transferrate etc.) erfolgt automatisch ohne manuelle Interaktion des Anbieters.

2.1 Servicemodelle

Die angebotenen Cloud Services lassen sich durch das NIST in drei Servicemodelle unterteilen[5]:

- Infrastructure as a Service (IaaS)

Hierbei bietet der Cloud-Anbieter dem Kunden virtuelle Hardware oder Infrastrukturdienste an. Es kann sich dabei um einen ganzen Server handeln, oder beispielsweise Speicherplatz etc.. Diese Ressourcen können dann vom Kunden in seine bestehende IT-Landschaft integriert werden. Der Cloud-Anbieter sorgt für eine hohe Verfügbarkeit sowie die Wartung der Hardware. Die Hardware kann vom Anwender wie die eigene genutzt werden, es lassen sich z.B. Betriebssysteme, Anwendungen etc. auf einem virtuellen Server installieren. Dabei muss sich der Anwender nicht um die physikalische Infrastruktur kümmern.

- Platform as a Service (PaaS)

Bei dieser Variante bietet der Cloud-Anbieter dem Anwender nicht nur die virtuelle Hardware an, sondern zusätzlich noch die Möglichkeit eigene Programme in der Cloud bereitzustellen. Typische Nutzer solcher Services sind Web-Entwickler. Der Anwender kann innerhalb eines festgelegten Rahmens seine Programme frei gestalten. Oftmals werden in den Rahmenbedingungen die Programmiersprache, Schnittstellen oder verwendbare Bibliotheken festgelegt.

Der Anbieter stellt neben der der Hardware auch die Plattform Software (Betriebssystem etc.) bereit und wartet diese.

- Software as a Service (SaaS)

Hier bietet der Cloud-Anbieter eine Software an, die der Anwender

direkt einsetzen kann. Die Software wird auf der Infrastruktur des Anbieters betrieben, in der Regel muss auf Anwenderseite keine Installation vorgenommen werden. Der Anwender muss sich nicht um die Infrastruktur oder auch die Wartung bzw. Aktualisierung der Software kümmern. Sollte die Software ein Update erhalten, so steht es dem Anwender automatisch zur Verfügung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die folgende Grafik fasst die Servicemodelle nochmals zusammen und bietet zu jedem Modell ein konkretes Beispiel eines Unternehmens:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Servicemodelle

2.2 Bereitstellungsmodelle

Neben den Servicemodellen lässt sich eine Cloud auch in Bereitstellungsmodelle unterteilen. Auf Grund der nur beschränkten Länge dieses Assignments wird hier lediglich auf die drei wichtigsten Modelle eingegangen[6].

- Public Cloud

Hierbei handelt es sich um das am meisten verbreitetste Modell. Die Public Cloud wird häufig als Synonym für die Cloud im Allgemeinen verwendet. Public Clouds werden von einem Anbieter für die Allgemeinheit bzw. einer große Nutzergruppe bereitgestellt. Eine solche Cloud muss mandatenfähig (bei SaaS z.B. getrennte Datenbestände) sein. Die Infrastruktur befindet sich im Eigentum des Anbieters und wird auch von diesem betrieben und gewartet. Ein wesentliches Merkmal ist, dass der einzelne Kunde keinen Einfluss auf die weiteren Nutzer des Anbieters nehmen kann. Die Infrastruktur wird zwischen den Kunden geteilt, ohne dabei zu wissen in welchem Ausmaß. Typische Beispiele sind die Amazon Webservices oder Dropbox.

- Private Cloud

Eine Private Cloud wird nur einer bestimmten Institution zur Verfügung gestellt, häufig in einem geschlossenen Netzwerk wie dem Firmen-Intranet. Der Kunde kauft in diesem Fall die Infrastruktur zum Betrieb der Cloud und stellt dann die Services den Anwendern zur Verfügung. Dabei hat das nutzende Unternehmen die volle Kontrolle über die Nutzung der Cloud.

- Hybrid Cloud

Die Hybrid Cloud verbindet die Private mit der Public Cloud. Mittels standardisierter Schnittstellen werden die Produkte verschiedener Anbieter miteinander vernetzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 - Public vs. Private Cloud

[...]


[1] Vgl. Vossen G., Haselmann T., Hoeren T., Cloud Computing für Unternehmen, 1. Auflage, Seite 1

[2] Vgl. Mell P., Grance T., The NIST Definition of Cloud Computing auf http://csrc.nist.gov/publications/nistpubs/800-145/SP800-145.pdf (Abrufdatum: 20.02.2015)

[3] Vgl. Spath D., Weiner N., Renner T., Weisbecker A., Neue Geschäftsmodelle für die Cloud entwickeln, 1. Auflage, Seite 35

[4] Vgl. Mell P., Grance T., The NIST Definition of Cloud Computing auf http://csrc.nist.gov/publications/nistpubs/800-145/SP800-145.pdf (Abrufdatum: 20.02.2015)

[5] Vgl. Mell P., Grance T., auf http://csrc.nist.gov/publications/nistpubs/800-145/SP800-145.pdf (Abrufdatum: 25.02.2015)

[6] Vgl. Höllwarth T., Cloud Migration, 2. Auflage, Seite 64

Details

Seiten
15
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668174221
ISBN (Buch)
9783668174238
Dateigröße
926 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v318184
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,7
Schlagworte
Cloud Computing IT Cloud Dienst Software as a Service SaaS

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