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Innovationsdynamik auf einem Markt mit Netzwerkeffekten - Eine ökonomische Betrachtung des Marktes für Standardsoftware

Diplomarbeit 2004 73 Seiten

VWL - Innovationsökonomik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung und Gang der Arbeit

2 Innovationen auf dem Markt für Standardsoftware
2.1 Der Innovationsbegriff
2.1.1 Produkt- und Prozeßinnovationen
2.1.2 Inkrementelle und radikale Innovationen
2.1.3 Modulare und architektonische Innovationen
2.1.4 Sequentielle Produktinnovationen
2.2 Produktinnovationen auf dem Markt für Standardsoftware
2.2.1 Definition und Segmentierung des Marktes
2.2.2 Historie und Klassifizierung der Produktinnovationen

3 Die Perspektive der Innovationsökonomik
3.1 Ansätze der Innovationsökonomik
3.1.1 Schumpeter als Ausgangspunkt
3.1.2 Neoklassische und neue Wachstumstheorie
3.1.3 Mikroökonomische Ansätze der Innovationsökonomik
3.1.3.1 Empirisch-funktionale Ansätze
3.1.3.2 Neoklassische Ansätze
3.1.3.3 Neo-schumpeterianische Ansätze
3.2 Der Markt für Standardsoftware und die Auswirkung von Unternehmensgröße und Marktstruktur auf die Innovationsdynamik
3.2.1 Ökonomische Eigenschaften von Software
3.2.2 Unternehmensgröße und Innovationsaktivität
3.2.3 Einfluß der Marktstruktur und weiterer industriespezifischer Faktoren
3.3 Die Innovationsdynamik auf dem Markt für Standardsoftware aus der Perspektive der angebotsorientierten Innovationsökonomik

4 Die Perspektive der Netzwerkökonomik
4.1 Netzwerkeffekte bei Softwareprodukten
4.2 Eigenschaften von Netzwerkmärkten
4.2.1 Die Entwicklung der Marktstruktur und der Einfluß von Erwartungen
4.2.2 Wechselkosten und Lock-In-Effekt
4.3 Innovationsdynamik auf Netzwerkmärkten
4.3.1 Der Wettbewerb zwischen etablierten und innovativen Netzwerkgütern
4.3.2 Innovationsverhalten auf Netzwerkmärkten
4.4 Die Innovationsdynamik auf dem Markt für Standardsoftware aus der Perspektive der Netzwerkökonomik

5 Schlußbetrachtung

Anhang 1: Tabelle der analysierten Softwarehersteller

Literaturverzeichnis

Eidesstattliche Erklärung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Überblick über die Ansätze der Innovationsökonomik

Abbildung 2: FuE-Ausgaben in % des Umsatzes, 1992-2001

Abbildung 3: Neue Vergleichsgruppen: FuE-Ausgaben in % des Umsatzes, 1993–2003

Abbildung 4: Ein „The Winner takes it all-Markt“

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Durchschnittliche Höhe der jährlichen FuE-Ausgaben in % des Umsatzes, 1993–2003

1 Einleitung und Gang der Arbeit

Ein wesentliches Merkmal, das den Menschen derzeit von Schimpansen und anderen nichtmenschlichen Primaten unterscheidet, ist nach einer Untersuchung des Anthropologen Michael Tomasello die Fähigkeit, Innovationen bewusst zu erzeugen, beizubehalten und an seine Kinder und Mitmenschen weiterzugeben.[1]

Die Geschichte der Menschheit ist tatsächlich geprägt von einem permanenten und kumulativen Erkenntniszuwachs in Wissenschaft und Technik, der sich im wirtschaftlichen Bereich durch die Anwendung neuer Technologien in innovativen Produktionsprozessen und Produkten regelmäßig widerspiegelt. Insbesondere universell nutzbare Technologien wie zum Beispiel die Dampfmaschinen-, die Elektro- und die Informationstechnik haben weitere Innovationen ermöglicht und die gesamtwirtschaftliche Entwicklung maßgeblich beeinflusst.[2] So ist die Softwareindustrie in den letzten beiden Jahrzehnten auf der Grundlage fortschrittlicher Computertechnik zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig herangewachsen. Allein der weltweite Markt für nicht kundenspezifische Standardsoftware, der vor allem PC-Betriebssysteme und standardisierte Anwendungsprogramme umfaßt, wird von der OECD auf ein Volumen von 196 Mrd. US-Dollar für das Jahr 2001 geschätzt, wobei die Wachstumsrate dieses Marktsegmentes in den letzten 10 Jahren 12,5 Prozent betragen hat.[3] Die Erfassung des differenzierten Marktes für spezialisierte Programmierdienstleistungen, IT-Betreuung und -Beratung gestaltet sich dagegen relativ komplex, da ein großer Teil der Leistungen intern in den jeweiligen Unternehmen erbracht wird. Die OECD schätzt hier das Gesamtvolumen, unter Berücksichtigung der internen Leistungen, auf 1.377 Mrd. US-Dollar für das Jahr 2001.[4] Darüber hinaus hat sich die Softwareindustrie auf der Beschäftigungsseite zu einem wichtigen Arbeitgeber entwickelt. In den G7-Staaten wurde die Zahl der Arbeitsplätze in diesem Sektor für das Jahr 1999 auf über 4,1 Mio. taxiert, hiervon entfallen über 1,8 Mio. auf die USA.[5] Dort sind außerdem 8 der 10 größten globalen Softwareunternehmen ansässig, die den Markt für Standardsoftware in verschiedenen Marktsegmenten dominieren.[6] Die Microsoft Corporation ist hier bei einem Umsatz von 28,4 Mrd. US-Dollar im Jahr 2002 das mit Abstand größte Softwareunternehmen weltweit und besitzt als Produzent des marktführenden PC-Betriebssystems und als Anbieter darauf aufbauender Anwendungsprogramme eine besondere Dominanz in dem Marktsegment der PC-Standardsoftware.[7] In den letzten Jahren sind in diesem Zusammenhang zwei große Antitrust-Verfahren gegen Microsoft in den USA geführt worden.[8] Im Rahmen der prozeßbegleitenden wirtschaftswissenschaftlichen Erörterung wurden dabei die Folgen der marktbeherrschenden Stellung Microsofts für die Innovationsdynamik auf dem Softwaremarkt kontrovers diskutiert.[9]

Die Diplomarbeit wird sich vor diesem Hintergrund im 2. Kapitel zunächst der Bestimmung des Begriffs der „Innovation“ und einer kurzen Betrachtung von Innovationstypen auf dem Markt für Standardsoftware zuwenden. Im 3. Kapitel konzentriert sich die Arbeit auf die Perspektive der angebotsorientierten Innovationsökonomik in bezug auf die Erklärung der Innovationsdynamik auf Gütermärkten. Der Markt für Standardsoftware wird dabei in die Betrachtung miteinbezogen. Ausgehend vom Werk Schumpeters, werden verschiedene Ansätze der mikroökonomisch ausgerichteten Innovationsökonomik dargestellt. Auf der Grundlage dieser Ansätze und unter Berücksichtigung der besonderen ökonomischen Eigenschaften von Software richtet sich der Fokus dann auf folgende Themenfelder:

(1) Welche Auswirkungen haben Unternehmensgröße, Marktstruktur und weitere industriespezifische Faktoren auf die Innovationsaktivität?
(2) Welche Erkenntnisse ergeben sich bei der Betrachtung der Innovations-dynamik auf dem Markt für Standardsoftware aus der angebotsorientierten Perspektive der konventionellen Innovationsökonomik?

Im 4. Kapitel werden eingangs die Bedeutung von Netzwerkeffekten und die besonderen Eigenschaften von Netzwerkmärkten erläutert. Um einen Transfer der netzwerkökonomischen Erkenntnisse in die Betrachtung der Innovationsdynamik auf dem Markt für Standardsoftware zu ermöglichen, werden dann, unter besonderer Berücksichtigung der Rolle Microsofts, folgende Fragestellungen auf der Basis theoretischer Modellansätze und empirischer Betrachtungen behandelt:

(1) Welche Auswirkungen haben Netzwerkeffekte auf den Wettbewerb zwischen etablierten und innovativen Netzwerkgütern?
(2) Wie gestaltet sich das Innovationsverhalten von Unternehmen vor dem Hintergrund der besonderen Wettbewerbsbedingungen auf Netzwerk-märkten?
(3) Welche zukünftigen Entwicklungen könnten die Innovationsdynamik auf dem Markt für Standardsoftware vor dem Hintergrund netzwerk-ökonomischer Überlegungen beeinflussen?

Die spezielle Relevanz der Netzwerkökonomik für das Forschungsgebiet der Innovationsökonomik wird in der Schlußbetrachtung bewertet. Dabei wird deutlich, daß die Netzwerkökonomik eine sinnvolle und zeitgemäße Erweiterung des Curriculums der Innovationsökonomik darstellt.

2 Innovationen auf dem Markt für Standardsoftware

2.1 Der Innovationsbegriff

Der Begriff „Innovation“ als Substantiv bezieht sich im Rahmen einer weiten Definition nach Grupp auf eine realisierte Menge von Ideen im ökonomischen, technologischen, politischen, kulturellen oder sozialen Bereich.[10] Eine eindeutige Festlegung des theoretischen Konstruktes der „Innovation“ ist dabei vor dem Hintergrund der multidisziplinären Verwendung nicht möglich.

Im wirtschaftswissenschaftlichen Kontext ist der Innovationsbegriff geprägt durch die ergebnisorientierte Definition des österreichischen Nationalökonomen J. A. Schumpeter.[11] Unter einer Innovation versteht Schumpeter die Durchsetzung einer neuen Kombination von Produktionsfaktoren, wobei er fünf Varianten unterscheidet:[12]

1. Die Herstellung eines neuen Produktes bzw. einer neuen Produktqualität
2. Die Einführung einer neuen Produktionsmethode
3. Die Erschließung neuer Absatzmärkte
4. Die Erschließung neuer Beschaffungsmärkte
5. Die Neuorganisation von Unternehmen und Märkten

2.1.1 Produkt- und Prozeßinnovationen

Neben organisatorischen Neuerungen und neuen Absatz- bzw. Angebotsmärkten unterscheidet Schumpeter also vor allem zwischen Produktinnovationen und Prozeßinnovationen. Der letzteren Differenzierung folgt auch die OECD in ihrem „Oslo Manual“, in dem Richtlinien zur Definition technologischer Innovationen für statistische Zwecke erarbeitet wurden.[13] Nach dieser Quelle wird eine Produktinnovation als ein neues oder ein wesentlich verbessertes Produkt verstanden, dessen Leistungscharakteristik sich signifikant von existierenden Produkten unterscheidet.[14] Eine Prozeßinnovation ist dagegen die Einführung einer neuen oder wesentlich effizienteren Produktionsmethode. Diese kann durch neue Ausrüstungsgüter, eine Veränderung der Produktionsorganisation oder beides hervorgerufen werden.[15] Eine Abgrenzung von Produkt- und Prozeßinnovation kann jedoch nicht immer eindeutig vorgenommen werden. Kuznets (1972) und Grupp (1997) zeigen anhand von Beispielen aus der Automobilindustrie bzw. der Landwirtschaft auf, daß die Produktinnovation eines Sektors zu der Prozeßinnovation eines anderen Sektors werden kann.[16] Coombs et al. (1987) betonen jedoch die Zweckmäßigkeit der Abgrenzung im Hinblick auf die mögliche und klare Unterscheidung zwischen innovativen Endprodukten auf der Konsumgüterseite und effizienzorientierten industriellen Prozeß-innovationen.[17] Letztlich erscheint es sinnvoll, die Zuordnung von Produkt- bzw. Prozeßinnovationen auf der Grundlage einer empirischen Gesamtbetrachtung vorzunehmen.

2.1.2 Inkrementelle und radikale Innovationen

Eine zusätzliche qualitative Differenzierung zwischen verschiedenen Innovationstypen erlaubt die Klassifizierung einer Innovation nach ihrem Neuheitsgrad und ihrer Wirkung auf Unternehmen und Märkte. In der innovationsökonomischen Literatur werden dabei vor allem zwei polare Typen unterschieden[18]:

- Inkrementelle Innovationen verbessern die Leistungscharakteristik bestehender Produkte oder Prozesse. Einzelne inkrementelle Innovationen haben jedoch keine wesentliche Wirkung auf Unternehmen und Märkte.
- Radikale oder große Innovationen sind dagegen Innovationen, die diskontinuierlich zum Status Quo erfolgen.[19] Sie können dabei in Form substantiell neuer Produkte oder Prozesse auftreten, die neben existierende Produkte und Prozesse treten oder sie verdrängen. In Einzelfällen verändern radikale Innovationen Unternehmen und lokale Märkte in starker, teilweise zerstörerischer Weise.

Eine Kombination aus inkrementellen und radikalen Innovationen kann nach Freeman und Perez in Verbindung mit organisatorischen Innovationen zu einer grundlegenden Veränderung einer oder mehrerer Branchen führen oder auch neue Märkte schaffen.[20] Bei einer hohen Innovationsdynamik und einer Anhäufung radikaler und inkrementeller Innovationen kann darüber hinaus ein techno-ökonomischer Paradigmenwechsel stattfinden, der die gesamtwirtschaftliche Entwicklung beeinflusst.

Grundsätzlich stellt sich bei der Einteilung nach inkrementellen und radikalen Innovationen jedoch das Problem der Messung des Neuheitsgrades und der ökonomischen Wirkung. Einen Ansatz zur Lösung dieser Adäquationsaufgabe sieht Grupp in der technometrischen Typisierung von Innovationen anhand der durch das Innovationsereignis hervorgerufenen Veränderung des jeweiligen Eigenschaftsbündels.[21]

2.1.3 Modulare und architektonische Innovationen

Henderson und Clark kritisieren die relativ einfache Unterscheidung zwischen inkrementellen und radikalen Innovationen in bezug auf Produktinnovationen, weil deswegen in der Realität zu beobachtende, scheinbar geringfügige Produktveränderungen außer acht gelassen werden, die zum Teil eine erhebliche Auswirkung auf Unternehmen und Märkte haben.[22] Sie definieren vor diesem Hintergrund zwei weitere Innovationstypen, die vor allem bei technischen Gütern, die aus mehreren komplementären[23] Komponenten bestehen, vorzufinden sind:

- Eine modulare Innovation umfaßt dabei die grundlegende Veränderung bzw. den Austausch einer oder mehrerer Komponenten, ohne daß die Beziehungen der Komponenten untereinander verändert werden.[24] Der Ersatz eines analogen Telefons durch ein digitales Telefon in einer Telefonanlage stellt dabei beispielsweise eine modulare Innovation dar.
- Bei einer architektonischen Innovation kommt es dagegen zu einer Rekonfiguration der Beziehungsstruktur zwischen den Komponenten, wobei inkrementelle Änderungen an einzelnen Komponenten nicht ausgeschlossen werden. Das zentrale Konstruktionskonzept der einzelnen Komponenten bleibt jedoch erhalten. Ein aktuelles Beispiel einer architektonischen Innovation sind moderne Mobiltelefone, die zusätzlich mit einem Betriebssystem ausgestattet werden, das die verschiedenen Hard- und Softwarekomponenten steuert.

2.1.4 Sequentielle Produktinnovationen

Lawless und Anderson (1996) sowie Turner et al. (2003) identifizieren mit der sequentiellen Produktinnovation[25] einen Innovationstypus, der eine spezielle Form der inkrementellen Innovation darstellt.[26] Eine sequentielle Produktinnovation hat dabei zwei wesentliche Eigenschaften. Zum einen verbessert die neue Produktgeneration in signifikanter Weise die Leistungscharakteristik bestehender Produkte. Zum anderen ist sie trotz neuer Eigenschaften rückwärtskompatibel zu den Vorgängerprodukten, so daß beide Produktgenerationen zunächst miteinander im Wettbewerb stehen. Eine Verdrängung der alten Produktgeneration vollzieht sich typischerweise im Zeitablauf vor dem Hintergrund der Entwicklung des Kompatibilitätsgrades und des Preis-Leistungs-Verhältnisses oder aufgrund veränderter Kundenpräferenzen.

Im folgenden Abschnitt wird nun dargestellt, welche Innovationstypen den Markt für Standardsoftware bisher geprägt haben.

2.2 Produktinnovationen auf dem Markt für Standardsoftware

2.2.1 Definition und Segmentierung des Marktes

Software ist ein essentieller Bestandteil eines funktionierenden Computersystems. Sie besteht aus einem maschinenlesbaren und speicherbaren Code, der über die zentrale Recheneinheit des Computers die Hardware steuert.[27] Zur Hardware gehören dabei alle physischen Komponenten des Computersystems, wie z. B. die Speichermedien und Ein- bzw. Ausgabegeräte. Die OECD unterteilt Computersoftware auf der Grundlage einer Gliederung der International Data Corporation (IDC) nach nicht kundenspezifischer Standardsoftware und individualisierten Softwarelösungen.[28] Innerhalb des Segments der Standardsoftware wird zudem zwischen Systemsoftware (z. B. Betriebssysteme, Protokolle und Treiber) und Anwendungssoftware (z. B. Standardbürosoftware und allgemeine funktionsorientierte Software) unterschieden, die sowohl von privaten als auch betrieblichen Nutzern verwendet werden. Cusumano und Selby ergänzen diese Kategorisierung um das eigenständige Segment der Netzwerk-kommunikationssoftware.[29]

Im weiteren Verlauf der Diplomarbeit richtet sich der Fokus auf die Innovationsdynamik im Bereich der PC-Betriebssysteme und der Standardanwendungssoftware für IBM-kompatible Personalcomputer, wobei neue Produkte im Rahmen der ökonomischen Betrachtung grundsätzlich als kommerzielle Produktinnovationen klassifiziert werden. Die Betrachtung von Software als Prozeßinnovation ist leider aufgrund des Umfangs der Arbeit nicht möglich. Interessante Ansätze und Ergebnisse ergeben sich hier jedoch bei der Analyse der ökonomischen Wirkung des betrieblichen Einsatzes von Informationstechnologie als Prozeßinnovation auf den Arbeitsmarkt (Holwegler 2003), den Produktivitätsfortschritt (Stiroh 2002) und das gesamtwirtschaftliche Wachstum (Jorgenson und Stiroh 2000, Pohjola 2001).

2.2.2 Historie und Klassifizierung der Produktinnovationen

Das erste Betriebssystem für Personalcomputer, das ab 1977 eine weite Verbreitung fand und für sieben Jahre das marktführende Standardprodukt darstellte, war das CP/M-8-Bit-System von Digital Research.[30] Als zugleich erstes hardwareunabhängiges Betriebssystem stellte es eine radikale Produktinnovation für den Softwaremarkt dar und etablierte sich schnell als Standardbetriebssystem. Das zeichenorientierte CP/M-8-Bit-System wurde 1984 nach Einführung eines neuen 16-Bit-Personalcomputers durch IBM vom ebenfalls zeichenorientierten Betriebssystem MS-DOS des Unternehmens Microsoft als Marktführer abgelöst, nachdem die Nachfolgeversion, das CP/M-86-Betriebssystem, zu spät und zu einem wesentlich höheren Preis auf den Markt kam. Sowohl MS-DOS als auch das CP/M-86-Betriebssystem wiesen dabei keine Rückwärtskompatibilität zu dem CP/M-8-Bit-Betriebssystem auf. Die höhere Leistungsfähigkeit der 16-Bit-Mikroprozessorplattform äußerte sich dabei in leicht verbesserten Leistungseigenschaften der beiden Betriebssysteme.[31] Eine weitere inkrementelle Innovation stellte das Windows-Betriebssystem von Microsoft dar, dessen erste Versionen parallel zu MS-DOS liefen. Die Version 3.1 konnte sich ab 1993 als marktführendes Produkt gegen das OS/2-Betriebssystem von IBM durchsetzen. Die grafische Benutzeroberfläche und die Fähigkeit zum Multitasking[32] waren dabei deutliche Verbesserungen gegenüber dem zeichenorientierten und stapelverarbeitenden MS-DOS. Voraussetzung für die Weiterentwicklung des Betriebssystems waren Fortschritte bei der Leistungsfähigkeit von Mikroprozessoren und bei der Vergrößerung der Speicherkapazität. Im Anschluß an Windows 3.1 folgten bis heute die Versionen 95, 98, ME (2000) und XP (2001) für Privatanwender und NT 3.1 bzw. NT 3.5 (1993), NT 4.0 (1996), 2000 und XP Professional (2001) für Firmen mit Computernetzwerken.[33] Alle Versionen sind in verschieden hohem Maße rückwärtskompatibel zu den Softwareumgebungen der Vorgängerversionen und entwickelten sich jeweils nach Einführung zu den marktführenden PC-Betriebssystemen. Bei jeder neuen Windows-Produktgeneration wurden entweder neue Funktionen oder Programme integriert, welche vorher einzeln am Markt erworben werden mußten, wie z. B. Internetprogramme und Diagnose-Programme.[34] Insofern handelt es sich hierbei um sequentielle Produktinnovationen. Dabei wurden jeweils Teile des Codes der Vorgängerversion wiederverwendet. Die Microsoft-Betriebssysteme sind infolgedessen aufeinander aufgebaut.[35] Wird allerdings die Tatsache berücksichtigt, daß sich durch die Integration neuer Programme die Beziehung zwischen vormals unabhängigen Komponenten bei einzelnen Versionen des Betriebssystems grundlegend verändert hat, könnte allerdings zum Teil auch von architektonischen Innovationen gesprochen werden. Die Veränderungen führen dabei zu einer im Zeitablauf abnehmenden Vorwärtskompatibilität der alten Produktgeneration zu neueren Produktgenerationen. Ein Beispiel hierfür ist die fehlende Vorwärtskompatibilität von vielen MS-DOS-Programmen zu den aktuellen Windows-Versionen.

Nachdem die achtziger Jahre im Bereich der Standardanwendungssoftware durch zahlreiche Favoritenwechsel und inkrementelle Produktinnovationen geprägt waren, haben sich Anfang der neunziger Jahre die Microsoft-Produkte MS Word (Textverarbeitung), MS Excel (Tabellenkalkulation) und MS Access (Datenbankverwaltung) sowie die jeweiligen Nachfolgegenerationen als Marktführer etabliert.[36] Auch hier spielten zu Beginn inkrementelle Verbesserungen wie die Einführung der anwendungsbezogenen Programmiersprache Visual Basic, einer grafischen Benutzeroberfläche und weiterer Funktionalitäten vor dem Hintergrund gestiegener Rechnerleistung eine wichtige Rolle. Eine zentrale architektonische Innovation war jedoch die Entwicklung und der Einsatz der Object Linking and Embedding-Technologie (OLE) durch Microsoft.[37] Mit dieser Technologie wurde den Anwendern erstmals die Möglichkeit gegeben, Dokumente zu entwerfen, die aus den unterschiedlichen Dateiformaten der verschiedenen Anwendungsprogramme bestehen. Sie sorgte somit für eine substantiell neue Art der Verflechtung zwischen verschiedenen Standardanwendungsprogrammen. Nachdem sich die Microsoft-Produkte eindeutig am Markt durchgesetzt hatten, folgten, ähnlich wie bei den PC-Betriebssystemen, sequentielle Produktinnovationen.

Nach dieser empirischen Betrachtung der bisherigen Innovationen auf dem Markt für PC-Betriebssysteme und Standardanwendungssoftware erfolgt im Anschluß die Hinwendung zu den erklärungsorientierten und im Marktzusammenhang relevanten theoretischen Ansätzen der angebotsorientierten Innovationsökonomik. Zunächst wird ein Überblick über den Stand und die Gliederung des Forschungsgebietes gegeben.

3 Die Perspektive der Innovationsökonomik

3.1 Ansätze der Innovationsökonomik

Die Innovationsforschung ist insgesamt durch einen interdisziplinären Gedankenaustausch geprägt.[38] Sowohl die Volkswirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre als auch die Anthropologie, die Soziologie, die Psychologie, die Wissenschafts- und Technikgeschichte und die Philosophie nähern sich dem Phänomen der Innovation aus der jeweils fachspezifischen Perspektive. Die Einbeziehung der Erkenntnisse aus diesen Fachdisziplinen bei der Betrachtung des Phänomens der „Innovation“ wäre in einem holistischen Ansatz durchaus sinnvoll, im Rahmen dieser Diplomarbeit aber weder leistbar noch zielführend. Im folgenden konzentriert sich die Arbeit ausschließlich auf die wirtschaftswissenschaftlichen Ansätze.

Der Begriff der Innovationsökonomik als ökonomische Disziplin ist nicht eindeutig abgegrenzt. Nach einer allgemeinen Definition Cantners (2003) befaßt sich die Innovationsökonomik auf der Basis eines breiten ökonomischen Ansatzes mit der Erklärung der Entstehung und Verbreitung von Innovationen und technologischen Neuerungen.[39] Das inhaltliche Spektrum reicht dabei im Sinne Schumpeters von der mikroökonomischen Diskussion unternehmens- und industriespezifischer Fragestellungen bis hin zu makroökonomischen Analysen hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Innovationen und gesamtwirtschaftlichem Wachstum. Dabei werden eine Reihe von Kernfächern der Volkswirtschaftslehre angesprochen, wie z. B. die Industrieökonomik, die Wachstumstheorie, die Arbeitsmarkttheorie, die Institutionenökonomik, die empirische Wirtschaftsforschung sowie die Wirtschaftspolitik. Audretsch (1996) sieht die Innovationsökonomik dagegen als eine Teildisziplin der Industrieökonomik.[40] Eine unterschiedliche Ausrichtung des Curriculums der Innovationsforschung zeigt sich jeweils auch in den Überblickswerken von Dosi (1988), Freeman (1994), Stoneman (1994) und Jaffe (2000). Die Diplomarbeit orientiert sich im folgenden an der Gliederung Grupps (1997), die von Schumpeter ausgehend vor allem die neoklassischen und neo-schumpeterianischen Ansätze (siehe Abb. 1) hervorhebt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Überblick über die Ansätze der Innovationsökonomik

Quelle: In Anlehnung an Grupp, H., 1997, S. 51.

3.1.1 Schumpeter als Ausgangspunkt

Während sich im 18. und 19. Jahrhundert bereits die Ökonomen Adam Smith und Karl Marx mit der Bedeutung von Wissenschaft und Technologie für das wirtschaftliche Wachstum beschäftigten, war es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem Joseph Aloys Schumpeter, der bewusst versuchte, den Entstehungsprozeß und die ökonomische Wirkung von Innovationen in einem von Dynamik geprägten Wirtschaftssystem zu analysieren und zu erklären.[41]

Sein Werk hat dabei die verschiedenen Ansätze der Innovationsökonomik maßgeblich beeinflusst.[42]

In das Zentrum seiner Betrachtung stellt Schumpeter den gewinnmaximierenden Unternehmer, der als Pionier Innovationen am Markt einführt.[43] Der Anreiz liegt in einem potentiell überdurchschnittlichen Unternehmergewinn, der durch die temporäre Monopolstellung einer Innovation vereinnahmt werden kann. Die neue Kombination von Produktionsmitteln verdrängt dabei letztlich die alte. Die durch Innovationen ausgelöste innere Erneuerung der Wirtschaftsstruktur wird von Schumpeter als „schöpferische Zerstörung“ bezeichnet.[44] Bald darauf motiviert jedoch der Erfolg Konkurrenten zur Imitation der Innovation, so daß der Unternehmer seine Monopolstellung verliert, seine Gewinnspanne schrumpft und er erneut versuchen muß, eine Innovation zu erzeugen. Den sich permanent wiederholenden Innovationsprozeß unterteilt Schumpeter in die aufeinanderfolgenden Phasen der Invention (Erfindung), Innovation (Markteinführung) und Diffusion (Verbreitung der Innovation am Markt). Nachdem Schumpeter in den früheren Arbeiten den Akt der Erfindung nicht als unternehmerische Aktivität und insofern im Wirtschaftsablauf als exogen ansah, kam es später aufgrund seiner Beobachtung des Verhaltens von amerikanischen Konzernen in den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts zu einer Neuinterpretation des Inventions-Innovationszusammenhangs.[45] Der Erfindungsprozeß ist demnach nicht mehr geprägt durch zufällige Erfindungen der Wissenschaft, sondern durch ein geplantes und zielorientiertes Handeln der Unternehmen, um im kapitalistischen Konkurrenzkampf Wettbewerbsvorteile zu erlangen.[46]

Ein weiteres Ergebnis seiner Beobachtungen sind die in der Literatur kontrovers diskutierten „Schumpeter-Hypothesen“, die sich auf die Auswirkung von Marktstruktur und Unternehmensgröße auf die Innovationsdynamik beziehen. Die erste Hypothese ist dabei, daß eine Marktstruktur, die monopolistische Praktiken ermöglicht, Innovationen begünstigt.[47] Die zweite mit Schumpeter in Verbindung gebrachte Hypothese besagt, daß die Unternehmensgröße die Innovationsaktivität positiv beeinflußt.[48]

3.1.2 Neoklassische und neue Wachstumstheorie

Nach der Einführung des Innovationsbegriffes durch Schumpeter in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konzentrierte sich die neoklassische Wachstumstheorie in den fünfziger Jahren auf den Begriff des „technischen Fortschritts“.[49] Solow, der als Begründer der neoklassischen Wachstumstheorie gilt, definiert den technischen Fortschritt über dessen Wirkung als „Verschiebung der makroökonomischen Produktionsfunktion“.[50] Der technische Fortschritt wird dabei von Solow als exogene Größe angesehen. Im Gegensatz zu dieser problematischen Annahme[51] wird der technische Fortschritt in den Modellen der neuen Wachstumstheorie unter Berücksichtigung der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE) endogenisiert.[52] Die Wachstumstheorie ist jedoch insgesamt vor allem auf die makroökonomische Wirkung des technischen Fortschritts ausgerichtet und nicht auf den Entstehungszusammenhang.

3.1.3 Mikroökonomische Ansätze der Innovationsökonomik

Die mikroökonomisch ausgerichtete Innovationsökonomik läßt sich in drei Richtungen aufteilen: die empirisch-funktionale, die neoklassische und die neo-schumpeterianische Innovationstheorie.

3.1.3.1 Empirisch-funktionale Ansätze

Die empirisch-funktionale Forschung befaßt sich parallel zu der Suche nach geeigneten Messmethoden mit der Erklärung der Entstehung und Wirkung von Produkt- und Prozeßinnovationen anhand von Unternehmens- und Branchenanalysen.[53] Als Ausgangspunkt dienen dabei häufig Ansätze aus der theoretischen Forschung. Einen erkennbaren Einfluß auf die empirisch-funktionale Forschung hatte in den sechziger und siebziger Jahren die Diskussion um die Frage, ob das Nachfragewachstum („demand pull“) oder angebotsseitige Technologieschübe („technology push“) die wesentlichen Katalysatoren für Innovationen seien.[54] Prominentester Vertreter der nachfragetheoretischen Seite ist Schmookler (1966), der mit Hilfe einer Zeitreihenanalyse von Patenten im Investitionsgütersektor zeigen konnte, daß die Investitionsgüternachfrage als Katalysator die Erfindungstätigkeit erst stimuliert hat. Spätere Studien in anderen Industriesektoren konnten seine Ergebnisse jedoch nicht bestätigen.[55] Die Analysen des Diffusionsprozesses von Innovationen untersuchen des weiteren das Verhalten der Nachfrageseite auf der Basis von epidemischen und Probit-Modellen.[56] Zu den empirischen Pionierarbeiten zählen hier die Industriestudien von Griliches (1957) und Mansfield (1968).

Die empirisch-funktionale Forschung konzentrierte sich im folgenden auf angebotsorientierte Untersuchungen zur Erklärung des Innovationsverhaltens. Aufbauend auf den Schumpeter-Hypothesen rückte dabei insbesondere die Wirkung von Unternehmensgröße und Marktstruktur auf die Innovationsdynamik in den Mittelpunkt des Interesses.[57]

[...]


[1] Vgl. Tomasello, M. (1999), S. 14 ff.

[2] Vgl. Rosenberg, N. (1982), S. 58–62, Perez, C. (1983), S. 357–375; Bresnahan, T.F. und Trajtenberg, M. (1995), S. 83–108; Nefiodow, L. (1996), S. 12–14.

[3] Vgl. OECD (2002), S. 320.

[4] Vgl. OECD (2002), S. 267, 320.

[5] Vgl. OECD (2002), S. 312.

[6] Vgl. OECD (2002), S. 67.

[7] Vgl. Microsoft Annual Report (2002), S. 34.

[8] Vgl. Gröhn, A. (1999), S. 19.

[9] Vgl. Liebowitz, S.J. und Margolis, S.E. (1999), S. 245–268; Gilbert, R.J. und Katz, M.L. (2001), S. 25–44.

[10] Vgl. Grupp, H. (1997), S. 15.

[11] Vgl. Scherer, F.M. (1984), S. 8; Stoneman, P. (1994), S. 2 f.; Grupp, H. (1997), S. 15.

[12] Vgl. Schumpeter, J.A. (1993), S. 100 f.

[13] OECD (1995)

[14] Der Begriff “Produkt” umfaßt dabei sowohl Güter als auch Dienstleistungen. Vgl. OECD (1995), S.31.

[15] Vgl. OECD (1995), S. 31 f.

[16] Dabei wird gezeigt, wie zwei Produktinnovationen der Kraftfahrzeug- bzw. Maschinenindustrie (Traktor und Industrieroboter) zu neuen Produktionsmethoden in den genannten Sektoren geführt haben. Vgl. Kuznets, S. (1972), S. 433; Grupp, H. (1997), S. 85.

[17] Vgl. Coombs, R. et al. (1987), S. 29.

[18] Vgl. Freeman, C. und Perez, C. (1988), S. 45–47; OECD (1993), S. 115.

[19] Vgl. Schumpeter, J.A. (1993), S. 100; Utterback, J.M. (1994), S. 200.

[20] Vgl. Freeman, C. und Perez, C. (1988), S. 46 f.

[21] Vgl. Gupp, H. (1997), S. 136–139.

[22] Im folgenden vgl. Henderson, R.M. und Clark, K.B. (1990), S. 9–13.

[23] „Komplementär“ bedeutet hier, daß die Komponenten gemeinsam zur Verfügung stehen müssen, um einen Nutzen zu stiften. Vgl. Martiensen (2002), S. 1.

[24] Vgl. Henderson, R.M. und Clark, K.B. (1990), S. 12.

[25] Im Englischen wird der Terminus „generational product innovation” verwendet.

[26] Vgl. Lawless, M.W. und Anderson, P.C. (1996), S. 1187 f.; Turner, S.F. et al. (2003), S. 3 ff.

[27] Vgl. Elzinga, K.G. und Mills, D.E. (1998), S. 1 f.

[28] Vgl. OECD (1998), S. 13.

[29] Vgl. Cusumano, M.A. und Selby, R.W. (1997), S. 131.

[30] Vgl. Gandal et al. (1999), S. 87 ff.; Evans et al. (2002), S. 267.

[31] Vgl. Gandal et al. (1999), S. 93; Shy, O. (2001), S. 74; Evans et al. (2002), S. 268 f.

[32] Multitasking bezeichnet die Fähigkeit eines Betriebssystems, Programme bzw. Teile von Programmen parallel auszuführen.

[33] Vgl. Microsoft (2003).

[34] Vgl. Reddy et al. (2002), S.106.

[35] Vgl. Cusumano, M.A. und Selby, R.W. (1997), S. 145 f.

[36] Vgl. Evans et al. (2002), S. 270–280.

[37] Vgl. Cusumano, M.A. und Selby, R.W. (1997), S, 170 ff. und S. 393 f.

[38] Vgl. Schumpeter, J.A. (1965), S. 57 ff; Heertje, A. (1977), S. 95 ff. ; Gerybadze, A. (1982), S. 2 f.; Elster, J. (1983), S. 9 ff.; Freeman, C. (1994), S. 492; Jaffe, A.B. et al. (2000), S. 3 f.

[39] Vgl. Cantner, U. (2003).

[40] Vgl. Audretsch, D.B. (1996), S. 177.

[41] Vgl. Elster, J. (1983), S. 158; Freeman, C. (1994), S. 463; Grupp, H. (1997), S. 3 u. 53 f.

[42] Vgl. Schumpeter, J.A. (1911), (1929) und vor allem (1942).

[43] Vgl. Schumpeter, J.A. (1911), S. 100 ff.

[44] Vgl. Schumpeter, J.A. (1942), S. 138.

[45] Vgl. Schwitalla, B. (1993), S. 6; Grupp, H. (1997), S. 56.

[46] Vgl. Schumpeter, J.A. (1942), S. 215.

[47] Vgl. Schumpeter, J.A. (1942), S. 143 ff., Kamien, M. I. und Schwartz, N.L. (1982), S. 22 f.

[48] Kamien und Schwartz (1982) betonen, daß die zwei Hypothesen unabhängig voneinander zu sehen sind, da Monopolmacht nicht zwangläufig mit der Firmengröße verbunden sein muß. Schumpeters eigene Sichtweise in bezug auf die Bedeutung der Unternehmensgröße hat sich im Verlauf seiner wissenschaftlichen Laufbahn merklich gewandelt. Während er in seiner „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ von 1911 die Bedeutung der kleinen Unternehmen für den Prozeß der „kreativen Zerstörung“ hervorhob, betonte er in „Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie“ (1942) den positiven Einfluß von Großunternehmungen für den technologischen und wirtschaftlichen Fortschritt. Gerybadze (1982) und Witt (1987) rechnen die Unternehmensgrößenhypothese eher Galbraith zu, der in einer Studie über die amerikanische Wirtschaft hervorhebt, daß nur große Firmen die nötigen Ressourcen für zunehmend riskantere Entwicklungsprojekte aufbringen können. Vgl. Schumpeter, J.A. (1911), S. 102; Schumpeter, J.A. (1942), S. 135, 174 f.; Galbraith, J.K. (1952), S. 86 ff.; Kamien, M.I. und Schwartz, N.L. (1982), S. 22; Gerybadze, A. (1982), S. 106 f.; Witt, U. (1987), S. 53.

[49] Vgl. Grupp, H. (1997) S. 64 f.

[50] Vgl. Solow, R.M. (1957), S. 312.

[51] Zur Kritik an der Exogenitätsannahme vgl. Martiensen, J. und Wenig, A. (1995), S. 76 f.

[52] Vgl. die Modelle von Lucas, R.E. (1988) und Romer, P.M. (1990). Eine Einordnung in die Wachstumstheorie erfolgt in: Aghion, P. und Howitt, P. (1998), S. 11–51.

[53] Einen guten Überblick über inhaltliche Zielrichtung verschiedener empirischer Arbeiten geben Schwitalla, B. (1993), S. 73, und Frisch, A.J. (1993), S. 22–37.

[54] Vgl. Thirtle, C.G. und Ruttan, V.W. (1987), S. 2–11.

[55] Vgl. Freeman, C. (1994), S. 479 f.

[56] Zur Analyse von Diffusionsprozessen siehe die Übersichtsartikel von Karshenas, M. und Stoneman, P. (1995) und Geroski, P.A. (2000).

[57] Vgl. Schwitalla, B. (1992), S. 78–85.

Details

Seiten
73
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638327008
Dateigröße
816 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v31801
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,7
Schlagworte
Innovationsdynamik Markt Netzwerkeffekten Eine Betrachtung Marktes Standardsoftware

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Titel: Innovationsdynamik auf einem Markt mit Netzwerkeffekten - Eine ökonomische Betrachtung des Marktes für Standardsoftware