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Die Nutzung des Web 2.0 durch ältere Generationen

Bachelorarbeit 2012 24 Seiten

Soziologie - Alter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Der Begriff Web 2.0
2.2 Die Alterssituation in Deutschland

3. Internetnutzung durch ältere Menschen

4. Web 2.0 als Lebensbereicherung im Alter
4.1 Das Problem der Immobilität
4.2 Das Bedürfnis sich mitzuteilen
4.3 Das Bedürfnis nach Kontakt mit Freunden und Familie
4.4 Das Bedürfnis der Partnerfindung

5. Das Projekt „Gemeinsam durchs Netz“

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Dokumentenverzeichnis

Internetverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Singles in Deutschland

1. Einleitung

Diese Thesis befasst sich mit der Internetnutzung von Senioren in Deutschland und soll aufzeigen inwiefern das Web 2.0 mit seinen Funktionen bereits von älteren Menschen akzeptiert wird und wo es Potentiale birgt das Leben im Alter zu bereichern. Das Web 2.0 gibt der Kommunikation im 21. Jahrhundert ein gänzlich neues Gesicht, mit dem sich besonders ältere Menschen hierzulande in großen Teilen noch anfreunden müssen.

1.1 Problemstellung

Eine alternde Gesellschaft blickt in eine zunehmend technologisierte Zukunft. Weil aber das von Tim Berners-Lee entwickelte World Wide Web dieses Jahr erst seinen 23. Geburtstag feiert[1] ist es verständlich, dass die Marketingzielgruppe 50plus und noch mehr die Senioren ab 65 Jahren einige Berührungsängste überwinden müssen um im digitalen Kommunikationszeitalter Schritt halten zu können. Ohne in der Welt des Internets aufgewachsen zu sein und ohne den Zwang sich aus beruflichen Gründen mit dem Web auseinander setzen zu müssen fällt es vor allem vielen Rentnern schwer überhaupt einen Bezug zum Internet herzustellen. Umfragen zeigen, dass viele der betagten Befragten keine Kenntnisse im Umgang mit dem Internet haben oder diesem noch sehr skeptisch gegenüberstehen.[2] Knapp die Hälfte erachtet den eigenen Nutzen des Surfens im Netz als zu gering und haben deshalb kein Interesse sich auf ihre alten Tage noch mit der Online-Welt auseinanderzusetzen.[3] Dabei bietet gerade das Web 2.0 viele Optionen das Leben älterer Menschen kommunikativer zu gestalten und kann ihnen möglicherweise dabei helfen ihren Bedürfnissen nachzukommen. Und darüber hinaus holt sie das „neue Netz“[4] dort ab, wo Senioren ohnehin ihren Lebensmittelpunkt haben. Zu Hause![5]

1.2 Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, inwieweit ältere Menschen die Möglichkeiten des Web 2.0 für sich nutzen können um ihren Alltag zu bereichern und ihren Bedürfnissen zu begegnen. Besonders soll in dieser wissenschaftlichen Abhandlung der Fokus auf die unterschiedlichen Varianten der Kommunikation gelegt werden. Außerdem soll dargelegt werden wie Senioren der Zugang zum Internet erleichtert werden und wie man ihnen zumindest einige Facetten des Internets schmackhaft machen kann.

1.3 Vorgehensweise

Nach der Einleitung erfolgt im zweiten Kapitel eine grundlegende Beschreibung des Web 2.0, sowie ein kurzer Überblick über die Alterssituation in Deutschland.

In Kapitel drei wird das aktuelle Nutzerverhalten älterer Personen in Deutschland analysiert, sowie ein Ausblick auf mögliche Zukunftsszenarien geworfen.

Das vierte Kapitel soll aufzeigen welche grundlegenden Bedürfnisse Senioren vor allem im Bereich der Kommunikation haben und auf welche Art und Weise das Web 2.0 helfen könnte diese zu befriedigen. Hierbei werden einige Anwendungen des Internets kurz vorgestellt.

Im fünften Kapitel wird eine Initiative vorgestellt werden, die versucht Senioren den Zugang zum Internet zu erleichtern.

Das abschließende Kapitel sechs beinhaltet eine Schlussbetrachtung, sowie eine kritische Beurteilung der in Kapitel fünf vorgestellten Initiative.

2. Theoretische Grundlagen

Dieses Kapitel soll einen kurzen Abriss darüber geben wie der Begriff des Web 2.0 in der Literatur verstanden wird und was er umfasst. Des Weiteren soll kurz und prägnant die aktuelle demographische Situation in Deutschland aufgezeigt werden, sowie deren wahrscheinliche Entwicklung.

2.1 Der Begriff Web 2.0

Die Entstehung des Begriffes „Web 2.0“ wird heute gerne zurück datiert auf den Herbst 2004 als Internetpionier Tim O’Reilly auf einer Konferenz in San Francisco die damaligen Veränderungen des Internets diskutierte.[6] Eine allgemeingültige Definition hat sich für diesen neuartigen Terminus noch nicht durchsetzen können[7], wenn auch zumeist die Beschreibungen in der Literatur über die wichtigsten Eigenschaften des Web 2.0 übereinstimmen.

Zwei wesentliche Elemente sind hierbei „Rich Media“ und „User Generated Content“.[8] Im Kern bedeutet „Rich Media“, dass das Internet nicht mehr wie früher überwiegend aus statischen, textbasierten Seiten besteht, welche überwiegend zur Informationsbereitstellung dienten. Vielmehr machen Videos, Audios und zahllose Bilder das Web heutzutage lebendiger und attraktiver.[9] Erlebnisse die im Netz geteilt werden, können so ganz anders von Freunden, Bekannten oder auch Fremden nachempfunden werden. „Rich Media“ erweitert also die Grenzen des Internets und hebt dessen Inhalt auf eine neue Qualitätsebene.

Das zweite Element das RAAKE und HILKER als Hauptbestandteil des Web 2.0 sehen ist der „User Generated Content“ (Nutzer generierter Inhalt).[10] Mit der Entwicklung des Internets wurden nicht nur die Inhalte vielfältiger und facettenreicher, sondern auch ihre Erstellung wurde zusehends unkomplizierter. Bilder ins Netz stellen, Beiträge verfassen oder selbst seine eigene Homepage zu gestalten ist heute mühelos zu bewerkstelligen, auch ohne Programmiersprachen zu beherrschen oder ein Softwarespezialist sein zu müssen. Soziale Netzwerke, Weblogs, Internetforen etc. leben ausschließlich davon, dass sie nicht nur von einigen Wenigen erstellt werden, sondern sich die breite Masse an ihrer Gestaltung beteiligt. Die Videoplattform Youtube oder die digitale Enzyklopädie Wikipedia sind populäre Beispiele dafür, welche Ausmaße das Web 2.0 durch „User Generated Content“ erreicht hat. In beiden Fällen erfolgt eine Erstellung der Inhalte auf freiwilliger Basis und schafft so eine unerschöpfliche Plattform an Unterhaltung bzw. Wissen. Da man persönlich von Videos oder Beiträgen Anderer profitiert, unterstützt man die Plattformen gerne aktiv mit eigenen Inhalten.[11]

Das Web 2.0 verändert somit das Verhältnis von Konsumenten zu Produzenten im Internet deutlich zu Gunsten der Produzenten. Man limitiert sich nicht mehr dahingehend, dass wenige Gestalter einer Botschaft vielen Empfängern gegenüber stehen, wie dies in den klassischen Medien Fernsehen, Radio und Zeitungen noch der Fall ist. Im „Mitmach-Internet“[12] kann Jeder zum Autor werden und seine eigene Meinung umstandslos publizieren oder Inhalte erstellen, die er für mitteilenswert hält. Die Revolution des Web 2.0 bestand also im Kern darin, dass die unilaterale Sendung von Botschaften von multidirektionaler Kommunikation abgelöst wurde. Das Internet hat sich somit in Windeseile in den letzten Jahren vom Informationsmedium zum dialogischen Austauschmedium weiterentwickelt.[13] Diese Art der sozialen Teilhabe hat sich bereits für Viele als reizvoll erwiesen und könnte auch in Zukunft für Senioren eine selbstverständliche Form der gesellschaftlichen Interaktion werden.[14]

2.2 Die Alterssituation in Deutschland

Die aktuelle demographische Lage in Deutschland und ihre prognostizierte Entwicklung ist momentan ein in den Medien viel diskutiertes Thema. Hierbei zeigt die Bevölkerungsentwicklung der Bundesrepublik vor allem zwei unübersehbare Trends auf, die sowohl die Politik als auch die Wirtschaft unseres Landes massiv beeinflussen. Zum einen schrumpft die Gesamtbevölkerungszahl, da die erwartete Geburtenziffer in den nächsten Jahren etwa bei 1,4 Kinder pro Frau liegt, was bei weitem nicht ausreicht um die prognostizierten Sterbefälle zahlenmäßig zu kompensieren.[15] Selbst wenn man die erwartet positive Nettozuwanderung (Einwanderungen - Auswanderungen) mit in die Berechnungen einbezieht, ändert sich kaum etwas an der Vorausberechnung, dass Deutschland im Jahre 2060 nur noch circa 65-70 Millionen Einwohner beheimaten wird.[16] Die zweite offensichtliche Tatsache zeigt, dass die deutsche Bevölkerung im Durchschnitt in den nächsten Jahrzehnten deutlich älter wird. Die niedrigen prognostizierten Geburtenraten stehen den Mitbürgern der geburtenstarken Jahrgänge der 50er und beginnenden 60er Jahren gegenüber.[17] Letztere werden in den nächsten Jahren in das Rentenalter kommen und somit eine verhältnismäßig große Altersschicht bilden, die unsere Gesellschaft prägen wird. Leben heute in der Bundesrepublik nur etwa 4 Millionen Menschen jenseits der 80 Jahre, so werden es im Jahre 2050 den Studien zufolge gut 10 Millionen sein[18] - trotz rückläufiger Gesamtbevölkerungszahl. Deutschland wird alt und Politik und Wirtschaft werden sich darauf einstellen müssen. Erstere muss sich hierbei mit der Rentenproblematik auseinander setzen, während die Wirtschaft kritisiert wird die „werberelevanten Zielgruppe“ (Menschen im Alter von 14-49 Jahren) nicht längst neu definiert zu haben.[19] Wichtig ist hierbei den Senioren den Stellenwert beizumessen, den sie in unserer Gesellschaft haben werden, wenn jeder dritte Deutsche im Jahre 2060 bereits älter sein wird als 65 Jahre und es nur halb so viele Neugeborene geben wird, wie über 70-Jährige.[20]

3. Internetnutzung durch ältere Menschen

Das Internet ist auf dem Vormarsch und erfreut sich durchweg in allen Altersklassen immer größerer Beliebtheit.[21] Ausgehend vom Jahr 2011 hat sich in den letzten 10 Jahren in Deutschland die Internetnutzung in der Bevölkerung Deutschlands (ab 14 Jahren) auf 52,7 Millionen Nutzer verdoppelt.[22] Dass das World Wide Web auch in Zukunft einer der globalen Megatrends sein wird, dürfte kaum bezweifelt werden.

Der (N)Onliner Atlas ist die umfassendste Studie zur Internetnutzung und Nichtnutzung innerhalb Deutschlands und zeigt die Nutzungsstatistiken anhand von Faktoren wie Wohnort, Alter oder Bildungsgrad auf. Betrachtet man die unterschiedlichen Altersklassen, so fällt auf, dass jüngere Menschen deutlich häufiger surfen als ältere. In den Alterskategorien 14-19 und 20-29 Jahre nutzen über 97% der Deutschen das Web. Bei den 50-59 Jährigen sind noch 3 von 4 Befragten online, während es bei den 60-69 Jährigen nur noch gut 57% sind. Die Altersklasse 70+ Jahre weist mit Abstand die wenigsten Internetnutzer auf. Noch nicht einmal mehr jeder Vierte bewegt sich im Netz.[23] Betrachtet man die Altersklasse 50+ Jahre als eine statistische Einheit, dann hat diese Klasse 2011 erstmals die 50%-Marke für die Nutzung überschritten.[24] Untersucht man diese Grundgesamtheit nun nach den Merkmalen Geschlecht oder Berufstätigkeit, so lassen sich weitere interessante Abhängigkeiten feststellen. Zum einen lässt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern feststellen. Sind immerhin noch fast 63% aller Männer über 50 Jahren online, so sind es bei ihren weiblichen Pendants nur 43,6%.[25] Zum anderen ist der Unterschied zwischen den berufstätigen und nicht berufstätigen Befragten der 50+ Jährigen sogar noch deutlicher als der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Hier liegt der Abstand bei 37,5 Prozentpunkten. Während die berufstätigen Probanden immerhin noch zu gut 77% im Netz aktiv sind, so sind nur noch 4 von 10 der nicht-berufstätigen Älteren (überwiegend Rentner) mit dem WWW vertraut.[26]

Betrachtet man sich genauer, welche Dienste die Senioren (60 Jahre und älter) im Internet wahrnehmen, dann steht das Versenden und Empfangen von E-mail deutlich an erster Stelle. Mit 82,3% Nutzungshäufigkeit scheint die elektronische Post einen echten Mehrwert für die ältere Bevölkerung darzustellen. 7 von 10 Probanden nutzen weiterhin das Online-Banking regelmäßig und gut jeder Zweite liest kontinuierlich seine Zeitung im Netz. Die Nutzung von Suchmaschinen mit fast 40% und das Einkaufen über das Internet mit 36,8% folgt auf den weiteren Plätzen.[27]

Durch die jährlich erhobene ARD/ZDF-Onlinestudie lässt sich erkennen, dass die Nutzung von Web 2.0 - Inhalten durch die ältere Generation noch recht verhalten statt findet. Immerhin fast jeder Zweite über 60 Jahren gibt an die Online-Enzyklopädie Wikipedia „zumindest selten“ zu gebrauchen. Videoportale wie Youtube suchen nur noch 23% der Befragten gelegentlich auf, während Fotosammlungen online zu 18% genutzt werden. Jeder Zehnte gab an privat in einem Netzwerk oder einer Community unter eigenem Namen aktiv zu sein.[28] Absolut unattraktiv scheinen für die Senioren sogenannte Weblogs zu sein, also regelmäßig aktualisierte Online-Tagebücher mit chronologischen Beiträgen, die von einer oder mehreren Personen erstellt werden[29] (2%). Auch der Mikroblogging-Dienst Twitter findet mit nur einem Prozent kaum Anklang bei der älteren Bevölkerung.[30]

4. Web 2.0 als Lebensbereicherung im Alter

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Bedürfnissen älterer Menschen und legt hierbei einen Schwerpunkt auf die Kommunikation und sozialen Beziehungen im Alter. Hierbei sollen verschiedene Plattformen und Internetdienste vorgestellt und ihr jeweiliger Nutzen für Senioren aufgezeigt werden.

4.1 Das Problem der Immobilität

Ein leidlicher Aspekt des Alterns ist zweifelsohne, dass der eigene Körper nicht mehr so leistungs- und strapazierfähig ist wie noch zu früheren Zeiten. Wichtig ist für diese Abhandlung nicht wann bestimmte altersbedingte Defizite bei einem Menschen auftreten, sondern nur dass sie auftreten und dass es innovativer Wege bedarf diesen Defiziten zu begegnen. Wie LEHR anmerkt muss sich unsere Gesellschaft darauf vorbereiten diesem körperlichen Leistungsabfall vieler älterer Menschen gerecht zu werden.[31] Eine Anpassung der Umwelt muss entsprechend vorgenommen werden um den Senioren die aktive Teilnahme am Tagesgeschehen länger zu ermöglichen. Aufzüge, breitere Parkplätze, mehr Sitzbänke in der Innenstadt oder mehr öffentliche Toiletten sind einige Beispiele dafür, wie man unsere Gesellschaft und ihre Umgebung altersgerechter gestalten kann.[32] Dennoch kann man den Hochaltrigen den Lebensraum nur bedarfsorientierter gestalten. Ohne Mühen und Strapazen dürften der Ausflug zu Freunden, der Gang zur Bank oder der Einkaufsbummel irgendwann nicht mehr zu bewältigen sein. Unter Umständen ist es den Betroffenen überhaupt nicht mehr möglich das Haus ohne Unterstützung zu verlassen. Dass man heutzutage mit zunehmender Immobilität aber auch seine sozialen Kontakte, das Einkaufen oder sonstige Aktivitäten einstellen muss, könnte mit der verbreiteten Nutzung des Internets Geschichte sein. E-Commerce, Online-Banking und diverse Soziale Plattformen ermöglichen es, das Leben im Alter von zu Hause aus so facettenreich zu gestalten wie nie zuvor. Das Internet könnte als das Medium fungieren, welches die Senioren wieder mehr in das gesellschaftliche Alltagsleben integriert.

4.2 Das Bedürfnis sich mitzuteilen

Mit zunehmendem Alter nehmen die Anzahl der sozialen Kontakte einer Person stetig ab.[33] Das hängt unter anderem mit dem Renteneintritt zusammen, der ein Austritt aus dem Arbeitsumfeld bedeutet, welches oftmals soziale Kontakte beinhaltet. Die angesprochene Immobilität, sowie das Ableben von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten im hohen Alter sind ebenfalls Faktoren, die das soziale Netzwerk betagter Personen ausdünnen. Das Bedürfnis sich mitzuteilen muss heute aber nicht nur auf die Verwandtschaft, enge Freunde oder die Nachbarschaft beschränkt bleiben, sondern kann durch das Web 2.0 ganz neu ausgelebt werden. LEHR bemerkt schon: „Ein wichtiger Einfluss auf alle Generationen, aber keineswegs zuletzt auf das Alter, geht zweifellos von der rasanten Entwicklung der Massenmedien aus. Sie tragen viel zum sozialen Schicksal Älterer bei, im positiven wie auch im negativen Sinne.“[34]

Möglichkeiten für soziale Interaktion im Netz gibt es unzählige. Senioren, deren Kinder oder Enkel nicht in unmittelbarer Nähe wohnen oder nicht viele Gesprächspartner zur Verfügung stehen, könnten online Gleichgesinnte finden um zum Beispiel ihre Hobbies und Freizeitaktivitäten zu teilen. Die Homepage www.chefkoch.de zum Beispiel beschäftigt sich rund um das Thema Kochen, Backen etc.. Hierbei kann der User nicht nur Rezepte und Tipps einsehen, sondern sie vor allem selbst erstellen und darüber mit Seitenbesuchern der gesamten Welt diskutieren. Für Senioren, die gerne in der Küche stehen, wäre ein reger Austausch auf chefkoch.de eventuell eine große Bereicherung, wenn sonst niemand in ihrem gewohnten sozialen Umfeld zu finden ist, mit dem sie dieses Interesse teilen können. Nach der Aktivitätstheorie ist erfolgreiches Altern davon abhängig, wie aktiv sich jemand in Gesellschaft und Umfeld einbringt und so ein positiveres Selbstbild kreiert. Auch korrelieren informelle soziale Kontakte im Alter positiv mit der eigenen Lebenszufriedenheit.[35] Somit kann das Erstellen von Rezepten und das Diskutieren auf chefkoch.de für kochbegeisterte Senioren ein Weg zur Lebensbereicherung sein. Außerdem kann man hier auch neue Inspiration für das Kochen beziehen oder zusammen ein Rezept für „Omas perfekten Apfelkuchen“ perfektionieren. Gerichte und Rezepte können von den Mitgliedern darüber hinaus bewertet werden und somit eine Empfehlung für andere Mitglieder aussprechen. Auf relativ simple Art können hier zum Beispiel Großmütter ihre langjährige Kocherfahrung für Andere nutzbar machen und auf diese Weise einen gesellschaftlichen Mehrwert kreieren. Dasselbe ist auf andere Leidenschaften im Alter zu übertragen. Ob man sich in Musikforen austauscht und Lieder online stellt, oder mit Motorradliebhabern über die besten Motorradtouren in Europa diskutiert ist nebensächlich. Wichtig ist im Alter vor allem, die nutzbare Möglichkeit aktiv Beziehung zu pflegen, seine eigenen Erfahrungen weiterzugeben und sinnstiftenden Tätigkeiten auszuüben. Das Internet ist hierbei für den zwanglosen Austausch und als Plattform um langjährige Lebenserfahrung zu teilen hervorragend geeignet. Steht man hingegen auf der anderen Seite und möchte seinen Horizont in einem bestimmten Gebiet erweitern, oder auch nur eine Kleinigkeit in Erfahrung bringen, dann präsentiert sich das Internet als Fundus unerschöpflichen Wissens. Auch wenn viele Inhalte mit Bedacht reflektiert werden sollten, so ist das Netz in seiner Gesamtheit ein definitiver Gewinn für Interessierte und Wissensdurstige.

[...]


[1] vgl. Hettler (2010) S. 1

[2] vgl. Wagner (2012) S. 79

[3] vgl. ebenda

[4] Raake / Hilker (2010) S. 19

[5] vgl. Tesch-Römer (2010) S. 209

[6] vgl. Hettler (2010) S. 4

[7] vgl. ebenda S. 4

[8] vgl. Raake; Hilker (2010) S. 22 f.

[9] vgl. ebenda S. 22 f.

[10] vgl. ebenda S. 23

[11] vgl. Hettler (2010) S. 7

[12] Wagner (2012) S. 52

[13] vgl. Raake / Hilker (2010) S. 24 f.

[14] vgl. Zukunftsinstitut GmbH (2010) S. 17

[15] vgl. Statistisches Bundesamt (2009) S. 7

[16] vgl. ebenda S. 12

[17] vgl. Zukunftsinstitut GmbH (2010) S. 17

[18] vgl. ebenda S. 17

[19] vgl. Hunke (2011) S. 181 f.

[20] Hierbei liegt die Variante Untergrenze der „mittleren“ Bevölkerung zugrunde. vgl. Statistisches Bundesamt (2009) S. 15

[21] vgl. TNS Infratest (2011) S. 14

[22] vgl. TNS Infratest (Wieland, Robert) (2011) S. 8

[23] vgl. TNS Infratest (2011) S. 14

[24] vgl. ebenda

[25] vgl. ebenda S. 49

[26] vgl. TNS Infratest (2011) S. 51

[27] vgl. Wohlgemuth (2010) S. 83

[28] vgl. Busemann / Gscheidle (2011) S. 366 (bzw. S. 7)

[29] vgl. Hettler (2010) S.43

[30] vgl. Busemann / Gscheidle (2011) S. 366 (bzw. S. 7)

[31] vgl. Hunke (2011) S. 17 ff.

[32] vgl. ebenda S. 18 ff.

[33] vgl. Tesch-Römer (2010) S. 192

[34] Lehr (2000) S. 196

[35] vgl. Ackermann (2008) S. 26 f.

Details

Seiten
24
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668171435
ISBN (Buch)
9783668171442
Dateigröße
575 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v318009
Note
2,0
Schlagworte
Senioren Social Media Internetnutzung

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