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Charakteristika des deutschen Wohnungsmarktes

Hausarbeit 2015 23 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ... I

Abbildungsverzeichnis ... II

Verzeichnis der Gesetze ... IV

1. Einleitung ... 1

2. Wirtschaftliche Güter ... 2

3. Funktionsweise von Märkten ... 3
3.1. Preisfunktion ... 5
3.2 Nachfrage- und Angebotskurve ... 5
3.3 Marktgleichgewicht ... 7

4. Wohnimmobilienmarkt ... 8
4.1 Charakteristika der Wohnungswirtschaft ... 8
4.2 Eigenschaften von Wohnimmobilien und Marktunvollkommenheit ... 10
4.3 Nachfrage- und Angebotsverhalten ... 12

5. Beteiligte Gruppen am Wohnimmobilienmarkt ... 14
5.1 Anbieter und Nachfrager ... 14
5.2 Immobilienmakler ... 15

6. Fazit und Ausblick ... 16
6.1 Fazit ... 16
6.2 Ausblick ... 17

Literaturverzeichnis ... 18

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Marktformenschema ... 4
Abbildung 2: Nachfragekurvenänderung ... 6
Abbildung 3: Angebotskurvenänderung ... 7
Abbildung 4: Mietpreise in deutschen Großstädten ... 13

Verzeichnis der Gesetze

Bürgerliches Gesetzbuch, dtv, 69. Auflage 2012
Gewerbeordnung, Bundesministerium der Justiz für Verbraucherschutz,
http://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__34c.html

1. Einleitung

Diese Arbeit „Die Grundlagen des Wohnungsmarktes“ thematisiert in erster Linie die Funktionsweise des Marktgeschehens auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt. Insbesondere wird fokussiert, welchen volkswirtschaftlichen Stellenwert das Gut Wohnung besitzt und inwiefern es sich von anderen Gütern der Wirtschaft abzugrenzen vermag.

Diese Thematik ist insofern wichtig, da sie die Grundlage bildet, um die Funktionsweise des Wohnungsmarktes nachvollziehen zu können; sie betrifft im privaten sowie im unternehmerischen Sinn eine sehr große Anzahl an Wirtschaftssubjekten. Alle, die eine Wohnung beziehen oder diese als Investitionsentscheidung betrachten und mit den Marktstrukturen vertraut sein müssen, um damit eine optimale Entscheidung im Bezug auf angemessene Wohnimmobilien zu treffen, werden dabei berücksichtigt.

Außerdem wird in den Medien immer wieder darauf hingewiesen, dass dem Wohnungsmarkt aufgrund der Migration in den letzten Jahren eine besondere Schlüsselposition zukommt. Das Statistische Bundesamt spricht, im Bezug auf das Jahr 2014, von einer Migrationsquote von 20,3 %, welche sich auf die Gesamtbevölkerung im deutschen Staatsraum bezieht.1 Es handelt sich um die unterschiedlichsten Migrationsgruppen, die jeweils andere Ansprüche an das Güterelement Wohnung stellen.

Die Flüchlingsthematik, die brandaktuell in den Medien diskutiert wird, lenkt den Fokus auf das Thema der Verantwortung der Wohnungsunternehmen in Deutschland. Dabei spielt der Gedanke des vorhandenen Wohnungsangebotes eine entscheidende Rolle. Bei einer knappen Wohnungsangebotsstruktur werden Objekte im Zweifelsfall sogar zwangsvermietet, wie es in Hamburg geschieht.2 Dabei werden aber nicht private Wohnimmobilien zwangsvermietet, sondern leerstehende Gewerbeimmobilien. Dennoch ist die Nachfragesituation nach Wohnimmobilien von besonderer Bedeutung, weil die Zahl der Wohnungsnachfrager derzeit extremen Dynamiken unterliegt.

Anhand von zielgerichteter Literatur der Volkswirtschaft und Immobilienökonomie, sowie quantitativer Daten wird gewährleistet, dass der Einfluss der Wissenschaft miteinbezogen wird.

Auf inhaltlicher Ebene ist es im Rahmen der Hausarbeit zunächst essentiell zu erklären, wie sich wirtschaftliche Güter definieren lassen und welche Arten von Wirtschaftsgütern existieren.

Nachfolgend wird die Funktionsweise von wirtschaftlichen Märkten fokussiert. Dazu wird der Markt als solcher definiert und der Monopolmarkt, das Polypol und der oligopolistische Markt finden dabei eine besondere Berücksichtigung, da diese Marktformen einen sehr großen Stellenwert für diese Thematik besitzen. Zudem werden Nachfrage- und Angebotsverteilungen berücksichtigt, die das Geschehen auf den Märkten maßgeblich beeinflussen.

Mit diesem Verständnis erfolgt dann der Bezug auf den Wohnimmobilienmarkt. Die Chrakteristiken des Wohnungsmarktes werden unter besonderen Gesichtspunkten herausgestellt und erläutert. Speziell wird dabei im Gegensatz zu den allgemeinen Güterformen, das Gut Wohnung in den Fokus gerückt. In diesem Kapitel wird aufgegriffen, inwiefern sich Wohnungen als Güter einordnen lassen und welchen Stellenwert sie in der Wirtschaft einnehmen.

Als nächstes werden die Beteiligten Gruppen am Wohnverteilungsmarkt betrachtet. Zu diesen Gruppen zählen die Nachfrager, Anbieter und Immobilienmakler. Alle drei Gruppen nehmen eine zentrale Bedeutung in der Wohnungswirtschaft ein und verfügen jeweils über divergierende Interessen und Zielsetzungen, auf die Bezug genommen wird.

Abschließend erfolgen die Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse und ein Ausblick über die zukünftige Entwicklung der Wohnungswirtschaft.

Folgende Fragen sind in diesem Kontext von besonderer Relevanz:
Was sind wirtschaftliche Güter und wie lassen sie sich voneinander unterscheiden?
Was sind die wesentlichen Eigenschaften der verschiedenen Marktformen?
Wie verhalten sich das Angebot und die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt?
Was zeichnet den Wohnimmobilienmarkt besonders aus?
Was unterscheidet die Immobilie zentral von anderen Wirtschaftsgütern?
Welche entscheidende Rolle spielen Immobilienmakler, als Schnittstelle zwischen Anbietern und Nachfragern?

2. Wirtschaftliche Güter

Wirtschaftsgüter werden streng abgegrenzt von öffentlichen Gütern. Zu den öffentlichen Gütern zählen all jene Güter, die nicht über einen Markt zugeteilt werden und damit nicht von Preisen abhängig sind.3 Entgegensätzlich dieser Definition von Mankiw/Taylor zu öffentlichen Gütern, sind Wirtschaftsgüter solche Güter, die über Märkte erhältlich sind und deswegen einer Preisbildung unterliegen.

Aufgrund der Kriterien der Ausschließbarkeit und Konkurrenz der Güternutzung von Mankiw/Taylor sind private Güter ein Beispiel dafür, dass beide dieser Annahmen zutreffen4. Das Ausschließbarkeitsprinzip bezieht sich auf die Nutzung eines Gutes und folgt dem Ansatz, dass sich ein privates Gut nur von einem Eigentümern nutzen lässt. Eine Wohnung lässt sich in einem Zeitraum ebenfalls von nur einer begrenzten Anzahl von Personen nutzen, sodass das Gut Wohnung von dem Kriterium her betrachtet einem privaten Gut zuordenbar ist. Andererseits bezieht sich das Konkurrenzprinzip der Güternutzung bezüglich des Gutes Wohnung auf das Merkmal der Nutzungsverhinderung weiterer Personen, die um diese Wohnung konkurrieren.

Es lässt sich festhalten, dass viele Güter in der Wirtschaft diesen beiden Prinzipien unterliegen, sodass herausgestellt werden kann, dass der Großteil der Wirtschaftsgüter zu den privaten Gütern zählen. Einige Beispiele dafür sind Eigenheime, Grundstücke und Gewerbeimmobilien, insofern diese sich in privater Hand befinden. Viele Güter lassen sich praktisch auch als öffentliche Güter kennzeichnen, wie etwa Grundstücke, die in städtischer Hand liegen. Deshalb sollte ergänzend festgehalten werden, dass private Güter auch nur bestimmten Eigentümern zugeordnet werden dürfen.

Es gibt mehrere unterschiedliche Güterkategorien; zu den drei wichtigsten zählen die inferioren Güter, Substitutgüter und normalen Güter.5

Inferiore Güter sind solche Güter, die in ihrer nachgefragten Menge, bei einem steigenden Haushaltseinkommen weniger oft nachgefragt werden. Klassisch werden die öffentlichen Verkehrsmittel mit inferioren Gütern in Verbindung gebracht, da z. B. auf die Bahn als Verkehrsmittel verzichtet wird und das eigene Fahrzeug verwendet wird, um den Arbeitsweg zurückzulegen.

Substitutgüter bezeichnen sämtliche ähnliche Güter, die bei einem Preisanstieg des einen Gutes durch den Bezug des anderen Gutes ersetzt werden. Angenommen das Preisniveau von Tapeten steigt aus wirtschaftspolitschen Gründen, so greift der Verbraucher zu kostengünstigerer Farbe.

Normale Güter zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei steigendem Haushaltseinkommen häufiger nachgefragt werden.

3. Funktionsweise von Märkten

Volkswirtschaftlich lassen sich Märkte als Orte festlegen, an denen der Austausch von wirtschaftlichen Gütern erfolgt. Vornholz spricht in diesem Zusammenhang allgemeinhin von Orten, an denen das Angebot auf die Nachfrage trifft.6

Märkte bilden damit die Grundlage des Austauschprozesses von Gütern oder Dienstleistungen in den verschiedenen Wirtschaftssektoren. Mankiw/Taylor definieren den Markt in den folgenden Worten: „Ein Markt besteht aus Gruppen potenzieller Käufer und Verkäufer eines Guts. Die Gruppe der potenziellen Käufer bestimmt die Nachfrage nach dem Gut, die Gruppe der Verkäufer bestimmt das Güterangebot.“7

Hiermit legen Mankiw/Taylor den Rahmen fest, nach dem ein Markt im Wesentlichen aufgebaut ist. Dabei spielen Käufer, als Nachfrager und Verkäufer, als Anbieter die entscheidenden Rollen. Nachfrager legen hierbei fest, welche Zahlungsbereitschaft besteht. Im Gegensatz zu den Nachfragern bestimmen die Anbieter die angebotenen Güteranzahlen und die angebotenen Produkte, sowie die zur Verfügung stehenden Dienstleistungen.

Mankiw/Taylor sprechen von zwei unterschiedlichen Marktformen. Zunächst einmal von komplex strukturierten Märkten, die so aufgebaut sind, dass Anbieter und Nachfrager an einem Ort des Güter- und Dienstleistungstauschs bestimmt aufeinandertreffen und nachfolgend von minder oder fast kaum strukturierten Märkten, die eine gegensätzliche Position einnehmen.8

In der volkswirtschaftlichen Theorie wird von vorherrschendem Wettbewerb auf diesen Märkten ausgegangen. Im Marktgeschehen ist davon auszugehen, dass sich ein großes Aufeinandertreffen von Anbietern und Nachfragern ereignet, sodass in der Mikrobetrachtung, die Akteure nur einen verschwindend geringen Einfluss auf den Wettbewerbspreis auszuüben vermögen.9 Viele Marktformen an sich verfügen über ihre Eigenheiten; Polypole, Oligopole und Monopole bilden drei wichtige Marktformen ab, die in dem nachfolgenden Schema mit den anderen Marktformen zusammen aufgeführt sind.

Abbildung 1: Marktformenschema10
[Dies ist eine Leseprobe. Grafiken und Tabellen werden nicht dargestellt.]

Ein Polypol, als vollkommener Markt, beschreibt viele Anbieter eines gleichartigen Produktes oder einer Produktklasse, bei gleichzeitig großer Nachfrage. Einzelne Marktteilnehmer sind nicht fähig bestehende Preisstrukturen zu verändern.11 Beispielsweise kann hier der Markt für das Gut Milch angeführt werden, der von diesen beiden Faktoren betroffen ist.

Auf einem Angebotsoligopolmarkt treffen viele Nachfrager auf wenige Anbieter zusammen. Die Anbieter stehen in unmittelbarer Konkurrenz zueinander, da sie ähnliche Produkte führen. Es bestehen nicht soviele Anbieter, sodass die wenigen Anbieter für sich über eine höhere Marktmacht verfügen, als solche, die polypolistischer Konkurrenz zueinander stehen. Preisfestsetzungen sind nämlich nicht von vielen Konkurrenten abhängig. Ein Beispiel dafür ist der Markt für Medikamente

Monopolistische Märkte treten insofern in Erscheinung, als dass ein Anbieter über die Angebotene Menge eines Produktes verfügen kann, durch welche sich der Preis bei einer hohen Nachfrage steuern lässt, indem das Angebot knapper wird. Monopolmärkte sind damit unvollkommene Märkte, denn Konkurrenzprodukte sind nicht verfügbar, sodass der Preis nicht frei durch den Markt festgelegt ist. Die Gewinnmaximierung erfolgt zulasten des Nachfragers, der in der Entscheidung steht über einen Kauf zu entscheiden. Eine Monopolstellung lässt sich beispielhaft bei dem amerikanischen Unternehmen Microsoft im Bezug auf den Computermarkt feststellen, bei dem diese Eigenschaften eines Monopolmarktes identifizierbar sind.

[…]


[1] Vgl. https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2015/08/PD15_277_122.html .

[2] Vgl. http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-09/fluechtlinge-unterbringung-staedte-beschlagnahmen-immobilien-sozialer-wohnungsbau .

[3] Vgl. Mankiw/Taylor, Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, Schäffer-Poeschel Verlag, 4. Auflage, 2008, S.253.

[4] Vgl. Mankiw/Taylor a.a.O. S.254.

[5] Vgl. Mankiw/Taylor a.a.O. S.80.

[6] Vgl. Vornholz, Günter, Vwl für die Immobilienwirtschaft, De Gruyter, Oldenbourg, 2. Auflage 2014, S. 9.

[7] Vgl. Mankiw/Taylor a.a.O. S.73.

[8] Vgl. Mankiw/Taylor a.a.O. S.74.

[9] Vgl. ebenda.

[10] Vgl. https://www.teialehrbuch.de/Kostenlose-Kurse/VWL/images/143.jpg.

[11] Vgl. Mankiw/Taylor a.a.O. S.74.

Details

Seiten
23
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668169449
ISBN (Buch)
9783668169456
Dateigröße
761 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v317734
Institution / Hochschule
EBZ Business School (ehem. Europäisches Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft)
Note
2,3
Schlagworte
Immobilienwirtschaft Grundlagen der Immobilienökonomie Grundlagen des deutschen Wohnungsmarktes Angebot und Nachfrage Wohnimmobilien Wohnungswirtschaft Wirtschaft Volkswirtschaft Real Estate

Autor

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Titel: Charakteristika des deutschen Wohnungsmarktes