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Gründe für Marktversagen. Externe Effekte und öffentliche Güter

von Elias Bern (Autor)

Hausarbeit 2010 19 Seiten

Didaktik - BWL, Wirtschaftspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis ... 2

1. Einleitung ... 3

2. Die Entstehungsgründe für Marktversagen ... 4
2.1 Die Theorie des öffentlichen Gutes ... 4
2.2.1 Das „Trittbrettfahrer“- Problem ... 6
2.2.2 Das Problem des Allmendegutes ... 6
2.3 Marktversagen als Folge von externen Effekten ... 7

3. Die Internalisierung von externen Effekten ... 8
3.1 Internalisierung durch Property-Rights ... 8
3.2 Die Pigou-Steuer ... 9
3.3 Das Coase-Theorem ... 11

4. Verteilungsorientierte Theorien des öffentlichen Gutes ... 13
4.1 Die Clarke-Methode ... 14
4.2 Das Samuelson-Kriterium ... 15

5. Fazit ... 16

Literaturverzeichnis ... 18

Abkürzungsverzeichnis

A - Angebotskurve
bspw. - beispielsweise
bzw. - beziehungsweise
d.h. - das heißt
EGK - externe Grenzkosten
n. - nach
N - Nachfragekurve
o.a. - oben angeführt
PGK - private Grenzkosten
SGK - soziale Grenzkosten
u.a. - unter anderem
vgl. - vergleiche
z. B. - zum Beispiel
zit. - zitiert

1. Einleitung

Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Ausarbeitung ist die Vertiefung der externen Effekte bzw. öffentlichen Güter in Bezug auf das Marktversagen. Ein Marktversagen tritt dann auf, wenn der Markt seine Koordinationsaufgaben nicht erfüllen kann. Als Gründe für Marktversagen werden externe Effekte und das Vorliegen von spezifisch öffentlichen Gütern genannt.[1] Externe Effekte, auch „Externalitäten“ genannt, verursachen soziale Zusatzkosten, die sich auf bestimmte Individuen nachteilig auswirken.

Ausgangspunkt ist die Frage, inwieweit wirtschaftspolitische Eingriffe eine ökonomisch optimale Situation für alle Individuen herstellen kann. Des Weiteren entstehen durch Externalitäten fehlerhafte Verteilungen bzw. „Allokationen“ im öffentlichen Güterangebot. Es muss ferner der Frage nachgegangen werden, ob verteilungsorientierte Theorien eine optimale Allokation bezwecken können.

Im ersten Kapitel werden die beiden o.a. Entstehungsgründe für Marktversagen und ihre Auswirkungen näher erläutert. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit den wirtschaftspolitischen Eingriffen, die die Auswirkungen der externen Effekte reduzieren sollen. Hierbei werden nur die Internalisierungsverfahren durch Property-Rights, die Pigou-Steuer und das Coase-Theorem vorgestellt. Andere Eingriffsmöglichkeiten werden in dieser Ausarbeitung nicht berücksichtigt.

Nach einer ausführlichen Darstellung dieser Eingriffsmechanismen werden im dritten Kapitel zwei Methoden zur Lösung von Allokationsproblemen diskutiert. Im Fokus stehen hierbei die Clarke-Methode und das Samuelson-Kriterium. Ein kurzes Fazit rundet die Ausarbeitung ab.

2. Die Entstehungsgründe für Marktversagen

2.1 Die Theorie des öffentlichen Gutes

Die Theorie des öffentlichen Gutes fand Mitte des 20. Jahrhunderts ihren Ursprung bei dem Wirtschaftswissenschaftler Paul Anthony Samuelson[2]. Samuelson unterscheidet zum einen die privaten und zum anderen die öffentlichen Güter.

Die Merkmale des privaten Gutes sind die Rivalität und die Ausschließbarkeit des Konsums. Die Rivalität des Konsums gilt, wenn das konsumierte Gut durch ein Individuum, jedoch nicht von einem Anderen konsumiert werden kann. Die Ausschließbarkeit des Konsums gibt an, ob ein Individuum von einem bestimmten Gut wegen wirtschaftlichen oder gesetzlichen Gründen ausgeschlossen werden kann. Das private Gut steht demnach ausschließlich zum Verbrauch des Einzelnen zur Verfügung.

Für öffentliche Güter gilt weder das Rivalitätsprinzip noch das Ausschlussprinzip. Jeder Konsument einer Gemeinschaft kann das öffentliche Gut in seiner gesamten Menge nutzen, ohne dass eine weitere Person weder beeinträchtigt noch ausgeschlossen wird.

Holger Bonus vertritt die Theorie des öffentlichen Gutes von Samuelson und erarbeitet einen zusätzlichen Indikator, welcher im Intervall zwischen minus Eins und plus Eins liegt. Dieser Indikator erfasst durch den Öffentlichkeitsgrad einer Aktivität das Ausmaß der Öffentlichkeit eines bestimmten Gutes.[3] Jede individuelle Aktivität kann man in die Nutzenfunktion anderer Aktivitäten einbeziehen. Demzufolge stehen Aktivitäten in Handlungsinterdependenzen.

Wenn der Öffentlichkeitsgrad einer Aktivität Null beträgt, d.h. wenn die Abhängigkeiten entfallen oder sehr klein sind, spricht man von einem privaten Gut. Die Werte Eins bzw. minus Eins spiegeln ein reines öffentliches Gut wider. Bei Werten, die zwischen Null und Eins (Null und minus Eins) liegen, sind positive (negative) externe Effekte vorhanden.[4]

Diese Annahmen ermöglichen die öffentlichen Güter in vier Hauptformen zu kategorisieren, welche auch gemischte Charakterzüge aufweisen[5]. Die ersten beiden stellen das rein öffentliche und das rein private Gut dar. Die dritte Form nennt sich „Allmendegut“, auch „Privatgut“ genannt und erfüllt die Eigenschaft des Rivalitätsprinzips, nicht jedoch des Ausschlussprinzips. Picknickplätze oder überfüllte Straßen stellen gängige Beispiele für das Allmendegut dar. Die letzte Kategorisierung wird „Klub-Kollektivgut“ genannt. Bei diesen Gütern kann das Ausschlussprinzip angewendet werden, allerdings herrscht hierbei keine Rivalität, bspw. An Hochschulen oder in Museen.

In den weiteren Kapiteln wird ein Gut dann als öffentlich betrachtet, wenn es gleichzeitig in individuell unterschiedlichem Maße ein Nutzen für alle potenziellen Konsumenten aufweist.[6]

2.2 Die Bedeutung von externen Effekten

„In einem idealen Markt kommt jeder Akteur für die von ihm verursachten Kosten auf. Ebenso erhält in einem idealen Markt jeder Akteur für die durch sein Handeln bei Dritten erzeugten Vorteile – sofern er dies wünscht - ein entsprechendes Entgelt.“[7]

Externe Effekte treten zum Vorschein, wenn diese Voraussetzungen der vollständigen Konkurrenz nicht gegeben sind. Folglich liegt ein externer Effekt dann vor, wenn eine Person durch seine Aktivität das Wohlergehen eines Dritten beeinträchtigt, ohne dafür eine Entschädigung zu leisten.

„Ferner stellen externe Effekte eine Erscheinungsform von Nutzungskonflikten knapper Ressourcen dar, die über die Reaktionsverbundenheit der Teilsysteme vermittelt die Umsetzung individueller Anspruchsniveaus negativ oder positiv tangieren.“[8] Ist der Einfluss auf Dritte nachteilig, dann spricht man von einem negativen externen Effekt. Wenn der Einfluss hingegen auf Dritte positiv ausfällt, liegt ein positiver externer Effekt vor.

Daraus resultiert, dass die privaten Kosten und Nutzen eine abweichende Bilanz bezüglich der auf die Gesamtgesellschaft anfallenden Kosten bzw. Nutzen vorzeigen.

Wenn demnach externe Effekte vorliegen, geben die Marktpreise ein unvollständiges Bild von den Kosten bzw. Nutzen wieder und es fallen den Akteuren zusätzliche Kosten an.

2.2.1 Das „Trittbrettfahrer“- Problem

Das „Trittbrett“-Verhalten kennzeichnet den Gebrauch von positiven externen Effekten. Die Nicht-Existenz der Handlungs- und Verfügungsrechte an Gütern, auch „Property-Rights“ genannt, ermöglichen den sogenannten „Trittbrettfahrern“ die Nutzung eines Gutes bzw. einer Leistung, ohne dafür eine Gegenleistung zu erbringen. Solange der Trittbrettfahrer die Möglichkeit hat von einer Leistung zu profitieren, ohne dafür zu zahlen, und dabei nicht ausgeschlossen werden kann, zeigt derjenige nur ein geringfügiges Interesse freiwillig für die Kosten aufzukommen.

Das Trittbrettfahrer-Verhalten stellt eine dominante Strategie dar.[9] Unabhängig davon, wie die Allgemeinheit reagiert, bietet die Strategie des Trittbrettfahrers den höchsten Nutzen für ihn. Das schlechteste Resultat stellt die Nicht-Nutzung einer Leistung dar, wenn die Mehrheit die Leistung nicht erwirtschaften konnte. Allerdings besitzt er weiterhin seine Kapitalien. Zahlt nämlich eine Person für die Leistung, während die Mehrheit die Zahlung verweigert, so kann das Gut kann nicht erwirtschaftet werden und der Zahler steht mit einem Minusbetrag dar. Daraus kann geschlossen werden, dass der Trittbrettfahrer weiterhin das Gut unentgeltlich nutzen wird.

2.2.2 Das Problem des Allmendegutes

Allmendegüter widerspiegeln negative externe Effekte und besitzen zwei wesentliche Eigenschaften. Zum einen kann das Ausschlussprinzip nur unvollständig angewandt werden und zum anderen besteht nach einem bestimmten Nutzungsgrad Rivalität beim Gebrauch des Gutes. Fischbestände in internationalen Seen sind typische Allmendegüter.[10] Denn niemand kann von der Nutzung ausgeschlossen werden, da keine zugeteilten Property-Rights an den Fischbeständen existieren.

[…]


[1] Vgl. Blum 2000, S. 394

[2] Vgl. Otto 1986, S. 5

[3] Vgl. Bonus 1979, Serie B

[4] Externe Effekte werden im darauffolgenden Unterkapitel näher beschrieben.

[5] Vgl. Hanusch 1972, S. 15

[6] Vgl. Otto 1986, S. 1

[7] Ewers; Fritsch; Wein 2005, S. 90

[8] Sälter 1989, S. 22

[9] Vgl. Blum 2000, S. 394

[10] Vgl. Blümel 1987, S. 103

Details

Seiten
19
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783668167834
ISBN (Buch)
9783668167841
Dateigröße
563 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v317552
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Wirtschaftswissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Internalisierung Pigou-Steuer Trittbrettfahrer Marktversagen

Autor

  • Elias Bern (Autor)

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