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Planung, Vorstellung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtsreihe zum Thema Wahlen in der EU

Fachpraktikum Politik und Wirtschaft

Praktikumsbericht (Schule) 2015 30 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Praktikumsvorbereitung
1.1. Tabellarischer Verlaufsplan
1.2. Sachanalyse: Wahlen
1.3. didaktische und methodische Überlegungen
1.4. Reflexion

2. Vor dem Praktikum

3. Vorstellung X Schule

4. Planung, Vorstellung, Durchführung und Reflexion der Unterrichtsreihe zum Thema Wahlen
4.1. Bedingungsanalyse
4.2. Sachanalyse Unterrichtsreihe „Europäische Union“
4.3. Didaktische und methodische Überlegungen „Europa“
4.4. Tabellarischer Überblick der Unterrichtsreihe „Europa“
4.5. Reflexion und Auswertung der Unterrichtsreihe

5.1. Unterrichtsentwurf „Entscheidungsfindung innerhalb der EU“
5.1.2. Tabellarischer Unterrichtsverlauf
5.1.3. Sachanalyse: Entscheidungsfindung innerhalb der EU
5.1.4. didaktische und methodische Überlegungen
5.1.5. Reflexion der Unterrichtstunde
5.2. Unterrichtsentwurf „Planspiel: Die Vereinten Nationen von Europa“
5.2.1.Tabellarischer Unterrichtsverlauf
5.2.3. Sachanalyse: Planspiel die Vereinten Nationen von Europa
5.2.4. didaktische und methodische Überlegungen
5.2.5. Reflexion der Unterrichtsstunde
5.3. Unterrichtsentwurf Planspiel Reflexion
5.3.1. Tabellarischer Unterrichtsverlauf
5.3.2. Sachanalyse Planspiel Reflexion
5.3.3. didaktische und methodische Überlegungen
5.3.4. Reflexion der Unterrichtsstunde

6. Planspiele im Politik und Wirtschaft Unterricht am Beispiel des Spiels „Die Vereinten Nationen von Europa“

7. Abschließende Bemerkungen zum Praktikum

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Praktikumsvorbereitung: Fiktiver Unterrichtsentwurf zum Thema „Wahlen“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2. Sachanalyse: Wahlen

Die Demokratie lebt von der aktiven Beteiligung der Bürger an politischen Prozessen. Die Möglichkeit zur Wahl ist ein im Grundgesetz verankertes Grundrecht jedes Bürgers. Es ist eines der grundlegenden staatsbürgerlichen Rechte. Die Wahl ist von der Funktion her eine Möglichkeit, Personen oder Körperschaften für ein Amt zu bestellen. Technisch bedeutet die Wahl eine genau bestimmte Wählerschaft, die Wahlberechtigten, welche ihre individuelle Stimme abgeben. Diese wird entsprechend vorher festgelegter und öffentlich gemachter Kriterien ausgezählt, verrechnet und die daraus sich ergebenden Sitze bzw. Mandate als Ergebnis bekanntgegeben. Die Beteiligung am politischen Prozess durch die Wahl, bedeutet für den Wähler eine Entscheidung zu treffen und diese in einem Wahlvorgang kundzutun (vgl. Korte 2000: 7).

Die Stimmabgabe ist somit die allgemeinste Form der politischen Beteiligung eines Bürgers am politischen Prozess. Die gesetzlichen Grundlagen, die sachlichen Hintergründe, die technischen Abläufe sind zwar für jeden Bürger nicht immer durchschaubar, jedoch sollte ein Grundlagenwissen vorhanden sein. Auf dieses Grundlagenwissen zielt die vorliegende Einheit ab.

Bundestagswahlen widerspiegeln politische Ereignisse, welche die politische Diskussionen der Bürgerinnen und Bürger enorm beeinflussen und beflügeln. Der große Anklang von Wahlsondersendungen im Fernsehen kann als ein Indiz für dieses breite Interesse angesehen werden. Diese Grundlage bietet für die politische Bildungsarbeit eine große Chance, und vor allem für Heranwachsende, die Politikangelegenheiten meist distanziert gegenüberstehen, sie trotz allen in politische Gespräche zu verwickeln.

1.3. didaktische und methodische Überlegungen

Die SuS haben innerhalb ihrer Schulzeit bereits Wahlen im Klassenverband kennengelernt. Klassen oder Schulsprecherwahlen sind hierfür ein Beispiel. Hier haben die SuS ersten Kontakt mit ihrem demokratischen Recht gemacht. Die Rechte und Pflichten der Gewählten, Vorhaben und Programme, Wahlvorschläge, Wahlmodus, Auszählung, Ergebnisfeststellung und Bestätigung der Wahl sind Grundlagen, die aus dem engen Klassenverband in ihrer Bedeutung in die Gesellschaft hinauswachsen. Eine Klasse als soziales Gebilde ist im Kleinen nichts anderes als eine Gesellschaft im Großen. An diesen ersten Erfahrungen und Kenntnissen setzt die Bundeszentrale für politische Bildung an, indem sie gerade für jüngere SuS das Hanisauland Konzept mit dem Thema „Wahlen“ anbietet. Die Unterrichtsreihe wird anhand eines Arbeitsheftes durchgeführt, welches durch den abwechslungsreichen Aufbau, welcher Wissensvermittlung gekoppelt und Spiel und Spaß, dem Ziel der politischen Bildung einen mündigen Bürger zu schaffen, weiterhilft. Grundwissen wird anhand verschiedener Sachtexte (Anh.) vermittelt.

Während des Rollenspiels können gezielt Gesprächsanlässe geschaffen werden und die Beschäftigung mit dem Thema "Wahlen" unter Berücksichtigung der Interessen und Kenntnisse der Jugendlichen ausgereift werden. Dazu zählt unter anderem, den Jugendlichen Mut zu machen und sie dabei zu unterstützen, parteipolitische Kontroversen aufzugreifen und diese den Unterricht zu holen, was politisches Engagement und das selbständige Urteilen ausreift.

Die SuS können in dieser Stunde ihre traditionelle Zuschauerrolle bei einem Rollenspiel überwinden und Multiperspektivität und Kontroversität anhand der in den unterschiedlichen Meinungen und Perspektiven innerhalb des Materials im Rollenspiel ausgereift werden. Die Überlegungen der Beteiligten, welches Umfeld sie sich in dem Spiel wünschen und vertreten wollen, ermöglicht Lebensweltbezüge und gibt Raum sein eigenes Umfeld zu reflektieren.

Insgesamt handelt es sich bei dem Angebot von der Bundeszentrale für politische Bildung nicht um einzelne Unterrichtsstunden, sondern um Unterrichtseinheiten mit thematischen Schwerpunkten, deren Bearbeitung durchaus mehrere Unterrichtsstunden in Anspruch nehmen kann. Daher können je nach Interesse und Lerngruppe, einige Sequenzen ausgewählt und intensiver behandelt, andere hingegen gekürzt, variiert oder ganz weggelassen werden.

1.4. Reflexion

Die im Seminar vorgestellte Unterrichtsstunde zum Thema „Wahlen“, verlief im Hinblick auf deren Lernziele sehr gut. Gezielte Wissensvermittlung mit einer Mischung aus Spiel und Spaß, ist bei allen Beteiligten sichtbar gut aufgenommen worden. Die Arbeitsaufträge waren für Alle klar verständlich und führten zu keinen Verunsicherungen. Auch konnte kein zu hoher Schwierigkeitsgrad bei den Beteiligten festgestellt werden. Verbesserungsvorschläge könnten bei der Darstellung der Lerninhalte gestellt werden, da an manchen Stellen des Arbeitsmaterials, die Darstellung oft sehr kindlich und zu wenig realitätsnah bezogen war. Zusammengefasst ordne ich die Unterrichtsstunde und deren Einheit als sehr produktiv und schülerzentriert ein.

2. Vor dem Praktikum

Während meiner Zeit im Fachpraktikum „Politik und Wirtschaft“, möchte ich im Gegensatz zu meinem allgemeinen Schulpraktikum, tiefere Einblicke in einzelne Schulthematiken des Faches und deren Didaktik bekommen. Gelernte Methoden, wie beispielsweise Planspiele oder Diskussionsrunden, möchte ich wenn möglich, auf ihre Brauchbarkeit hin prüfen können. Zudem bin ich sehr gespannt darauf, ob mein Mentor es bemerken wird, dass ich oft vor einer Klasse stand und Unterricht gehalten habe. Durch meine Arbeitsstelle als Vertretungskraft an einer Haupt- und Realschule sind meine persönlichen Ansprüche an mein Lehrerauftreten sehr hoch. Nach meinen Einschätzungen fehlt es mir nicht an Selbstbewusstsein und sicherem Auftreten, sondern ich möchte dieses Praktikum nutzen, um meinen Jargon und meinen Dialekt zu korrigieren. Da ich in während meiner bisherigen Studienzeit kaum inhaltliche und thematische Schwerpunkte rund um das Fach Politik und Wirtschaft erlernen konnte, bin ich gespannt, ob mein fachliches know-how ausreichen wird oder ob ich mir viele Informationen zu einzelnen Stunden anlesen muss. Da die X Schule, eine im Gegenteil zu meiner ersten Praktikumsschule und in Anbetracht der Schule an welcher ich Vertretungsstunden halten darf, sehr groß ist, bin ich auf deren Organisation und auf die SuS gespannt.

3. Vorstellung X Schule

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Organisationsrahmen im Fach Politik und Wirtschaft:

Grundsätzlich sind für die inhaltliche Gestaltung des Fachs Politik und Wirtschaft, die durch das Hessische Kultusministerium gestalteten und beschlossenen Lehrpläne der entsprechenden Bildungsgänge verbindlich. Bis 2010 war der Bereich der Studien- und Berufswahlorientierung mit dem Fach Politik und Wirtschaft gekoppelt. Dies ist im Mittelstufenbereich teils noch gegeben, ebenso so der Bereich der Arbeitslehre spielt hier hinein; doch für die Oberstufe ist die Studien- und Berufswahlorientierung nicht mehr in den Händen eines PoWi-Lehrers, dafür findet die Betreuung nun durch eine(n) Mentorin/Mentor statt, die oder den sich die Schülerinnen und Schüler selbst suchen. Daneben finden Exkursionen zum Bankenstandort Frankfurt am Main statt. Dort besuchen die SuS die Bundesbank und die Europäische Zentralbank. Beide Standorte lassen sich im thematischen Feld der Wirtschaftspolitik verorten. Auch können Exkursionen nach Bonn, in das Ministerium der Verteidigung oder das Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit statt. In der Qualifikationsstufe IV (ehemals 13/2) finden in der Regel Exkursionen nach Bonn - in. Diese Exkursionen sollen weitere Erkenntnisse für die Gegenstandsbereiche der internationalen Beziehungen und der Globalisierung vermitteln. Hinzu kommen unterschiedliche AG´s und Projekte die die SuS in Kontext des PoWi-Unterrichts besuchen können. Bei dem Projekt „save the world“, wird hierbei eine Schnittstelle zum Unterrichtsfach Biologie hergestellt.

4. Planung, Vorstellung, Durchführung und Reflexion der Unterrichtsreihe zum Thema Europa und die Europäische Union

4.1. Bedingungsanalyse

Die Klasse 9R setzt sich aus 25 SuS zusammen. Unter ihnen befinden sich 13 Jungs und 12 Mädchen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren. Die für das Fach unterrichtender Lehrer ist Herr A.. Die SuS sind mir gegenüber freundlich und nett aufgetreten und zeigten allesamt ein Interesse an meiner Persönlichkeit. Auch gegenüber der Lehrperson verhalten sich allesamt positiv. Das Fach Politik und Wirtschaft ist sehr beliebt bei den SuS. Negativ aufgefallen sind mir die Schüler B., C. und D.. Der Schüler B. ist der Auffälligste der Klasse und nutzt diese Rolle auch stets in Form von unangepassten Kommentaren aus. Allerdings entspricht sein Sozialverhalten nicht seinen Leistungen, da diese eher im oberen Bereich der Klassenleistung anzusiedeln ist. Sein Verhalten lässt sich in Form von Zusatzarbeiten und Vermerke im Klassenbuch korrigieren. Die Schüler C. und D. sind eher B.s Unterstützer und verhalten sich ohne B.s Kommentare ruhig und still. Positiv aufgefallen ist mir eine Mädchengruppe in der zweiten Reihe der U- Sitzordnung. Die 4 Mädchen E., F., G. und H. sind eine kleine Clique und helfen sich gegenseitig und zeigen ein vorbildliches Verhalten gegenüber ihren Mitschülern. Ein Großteil der Klasse trifft sich vor anstehen Klausuren zum gemeinsamen Lernen. Der Rest der Klasse ist ohne Auffälligkeiten zu erwähnen. Auch in anderen Unterrichtsfächern macht die Klasse ein gutes Bild.

Zusammengefasst handelt es sich bei der Klasse um eine ruhige, sehr motivierte Klasse, deren Wissenstand ich im höheren Bereich ansiedele. Die Lernausgangslage der Klasse zu dem Themenfeld „Europa“ ist sehr homogen. Vielen ist bereits ihre Teilhabe an der europäischen Union bewusst und können Situationen beschreiben, in welchen sie die EU begegnet. Da es sich um eine Klasse handelt, die in absehbarer Zukunft ihren Abschluss absolvieren wird, kennen die meisten SuS der Klasse, Chancen und Möglichkeiten für ihr weiteren Werdegang.

4.2. Sachanalyse Unterrichtsreihe „Europäische Union“

Die europäische Union hat ihre Wurzeln in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Partnerschaft der Gründerländer begann mit der Förderung wirtschaftlicher Zusammenarbeit und mit der Idee, dass diejenigen Länder, die Handel miteinander treiben, sich dadurch wirtschaftlich verflechten und daher kriegerische Auseinandersetzungen eher vermeiden werden als andere. Im Jahr 1958 führte diese Idee zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Was als reine Wirtschaftsgemeinschaft begonnen hatte, ist im Laufe der Geschichte zu einer Organisation geworden, die von der Entwicklungshilfe bis zum Umweltschutz, zahlreiche politische Felder abdeckt. Diesem Wandel wurde im Jahr 1993 durch Umbenennung der EWG in Europäische Union (EU) in Rechnung getragen (vgl. Europäische Union, 1995-2015).

Die EU beruht auf dem Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit. Ihr gesamtes Handeln stützt sich auf freiwillig und demokratisch vereinbarte Verträge, dessen verbindlichen Vereinbarungen und Ziele, die EU auf den zahlreichen Gebieten ihrer Tätigkeit verfolgt. Daneben gehört zu den Errungenschaften der EU ein halbes Jahrhundert Frieden, mehr Stabiliät und Wohlstand, ein höherer Lebensstandard und die Einführung einer einheitlichen europäischen Währung - des Euro. Grenzkontrollen zwischen EU-Ländern existieren nicht mehr, es herrscht somit auf einem Großteil des Kontinents eine Reisefreiheit. Gleichzeitig ist das Leben und Arbeiten im europäischen Ausland viel einfacher geworden. Der Binnenmarkt ist der wichtigste Wirtschaftsmotor der EU, der den weitgehend freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen und Kapital sowie die Freizügigkeit der Bürgerinnen und Bürger ermöglicht (vgl. ebd.)

Ein weiteres zentrales Ziel besteht darin, dieses wertvolle Gut weiterzuentwickeln, um sicherzustellen, dass alle Europäerinnen und Europäer den größten Nutzen daraus ziehen können. Die Institutionen der EU Organe sind zur Achtung der Grundrechte Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichberechtigung, Rechtsstaatlichkeit und Achtung der Menschenrechte verpflichtet und die Regierungen der EU-Länder müssen sie bei der Anwendung des EU-Rechts einhalten. Das direkt gewählte Europäische Parlament erhält zusätzliche Befugnisse und die Rolle der Seite an Seite mit den EU-Organen arbeitenden nationalen Parlamente wird gestärkt. Gleichzeitig stehen den europäischen Bürgerinnen und Bürgern immer mehr Wege zur Teilnahme am politischen Prozess offen (vgl. ebd).

Hinzu kennzeichnet sich die politische Ordnung der europäischen Union durch ein Mehrebenensystem. Beteiligte Akteure teilen sich auf unterschiedlichen Ebenen Entscheidungskompetenzen. In der Politikwissenschaft wird dieses Vorgehen auf deren Auswirkungen hin, kritisch betrachtet. Die Kompetenzverflechtung ist nur schwer zu überwinden, da Entscheidungen nach Mehrheitseinscheidungen erteilt werden. (vgl. Manzel 2007: 22).

4.3. Didaktische und methodische Überlegungen „Europa“

Die Unterrichtsreihe „Europa“, ist als ein verbindliches Unterrichtsthema im Lehrplan der X Schule und umfasst insgesamt 8 Stundensätze. Betrachtet man das Kerncurriculum der Sekundarstufe 1 in Hessen, so lässt sich der Themenkomplex „Europa“ den Inhaltsfeldern der internationalen Beziehungen und Globalisierung und dem Inhaltsfeld der Wirtschaft zuordnen. Die Felder stehen in einem korrespondierenden Verhältnis mit den Bildungsstandards und deren Kompetenzbereiche (vgl. Hessische Kultusministerium: 25-27).

Europa betrifft immer mehr Bereiche des alltäglichen Lebens und des staatlichen Handelns. Die Union ist täglich in den Medien präsent und durch ihre Facettenhaftigkeit bereits mehrmals mit Problemen und Unstimmigkeiten konfrontiert worden. Gerade aus konfliktbelasteten Anhängen entstehen oft Verbindungen untereinander. Ungleichheiten innerhalb der Union stellen zudem oft keine Widersprüche dar, solange diese sich komplementär zueinander verhalten (vgl. Theisen 2006: 243). Die bestehende Komplementarität „ermöglicht und erfordert eine Form des Lernens, die vermeintliche Gegensätze wie Einheit und Vielfalt, Offenheit und Selbstbehauptung, Tradition und Fortschritt, nationale und supranationale Interessen, Zuwanderung und Integration verbindet“ (ebd.).

Ein guter Politikunterricht steht im Kontext der politischen Bildung und soll sich an der Lebens- und Erfahrungswelt der SuS orientieren. Gegenwart und Zukunft der SuS werden in steigendem Maße von der Verwirklichung der EU geprägt. Es ist daher notwendig, sie auf ihre Rolle als BürgerInnen in einer sich erweiternden Europäischen Union vorzubereiten. Um dies zu ermöglichen, müssen die SuS das Zusammenkommen der einzelnen Länder nachvollziehen können, weswegen einführend, die Nachkriegslage in den europäischen Ländern thematisiert wird. Geschichtliche Vorkenntnisse werden hierbei gefestigt und die SuS werden mittels medialen Eindrücken, gekoppelt mit Sachtext (Anh.), an die Freiheiten des Handels, Bürgerschaft, Dienstleistungs- und der Kapitalverkehrsfreiheit herangeführt.

Die kommenden Stunden sollen anhand der Vorstellung der Grundsätze und des Binnenmarktes, weitere Gegenwartsbezüge und das eigene Mitwirken in diesem System für die SuS konkretisieren. Um das Funktionieren eines solchen Zusammenschlusses verstehen zu können, werden während einer Doppelstunde die Organe der Europäischen Union behandelt. Aufgrund der zeitlichen Begrenzung und der gleichzeitigen Stofffülle hinsichtlich der EU-Institutionen, begrenze ich den Unterrichtsinhalt im Sinne von Orientierungswissen auf die obersten Organe der EU.

Europa besteht aus einem Netzwerk vertraglicher Beziehungen, die Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung garantieren. Nutzen und Bedeutung erschließen sich dem Einzelnen erst, wenn er die europäische Dimension im Spannungsverhältnis regionaler, nationaler und übernationaler Interessen sieht. Um den Anspruchsniveau der Lerngruppe gerecht werden zu können und über die reine Aneignung des Orientierungswissens hinaus gehen zu können, werden im Kontext eines problemorientierten Unterrichts, in den letzten Stunden die Entscheidungsfindung innerhalb der EU anhand eines Planspiels durchgeführt.

Da die Planspielmethode eine offene Form des Unterrichts wiederspiegelt, können einzelnen Aufgaben differenziert und individualisiert werden, sodass begabte SuS gezielt gefördert werden und schwächere Schüler, beispielsweise durch Gruppensiege, ebenfalls Erfolg erleben können (vgl. Reich Methodenpool 2007: 16). Mit der Übernahme fremder Rollen, können politische Verhandlungsstrategien spielerisch nachempfunden werden und Empathie bei den Lernenden geschaffen werden (vgl. Reinhardt: 66-67).

Fachliche Ziele werden dadurch verwirklicht, indem die Lernenden sich selbst aktiv mit dem Lerngegenstand auseinandersetzen. Dadurch können komplexe Sachverhalte besser verstanden und langfristiger gespeichert werden.

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Details

Seiten
30
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668213487
ISBN (Buch)
9783668213494
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v317076
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
8,0
Schlagworte
planung vorstellung durchführung reflexion unterrichtsreihe thema wahlen fachpraktikum politik wirtschaft

Autor

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Titel: Planung, Vorstellung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtsreihe zum Thema Wahlen in der EU