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Methodenvielfalt und Medien im Ethikunterricht. Anno Sauls "Grüne Wüste"

Exemplarische Unterrichtsplanung

Hausarbeit 2009 18 Seiten

Medien / Kommunikation - Medienethik

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Zur Filmdidaktik
2.1 Filmdidaktische Überlegungen
2.2. Zusammenfassung „Grüne Wüste“

3. Methodische Überlegungen
3.1 Die Methode des Gruppenpuzzles
3.2 Rahmenplanung des Unterrichtkonzeptes
3.3 Didaktische Legitimation der Aufgaben

4. Literaturverzeichnis

6. Anhang
6.1. Seminarausschreibung
6.2. Rasterplanung der Unterrichtsstunde
6.3. Arbeitsblatt

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit wurde im Rahmen des Seminars „Methodenvielfalt und Medien im Ethikunterricht“ erarbeitet und basiert auf einer exemplarischen Unterrichtskonzeption von Kay Schmitt, Hosay Safi und Malte Gerhardt. Die 4-stündige Unterrichtskonzeption beinhaltet das Vorführen des Films „Grüne Wüste“ des Regisseurs Anno Saul und eine anschließende Bearbeitungsphase, die sich an der Methode des „Gruppenpuzzles“ orientiert, eine Methode des kooperativen Lernens. Die Unterrichtskonzeption wurde in Form eines Referats am 16.12.2009 im Seminar vorgestellt.

Diese Hausarbeit umfasst allgemeine filmdidaktische Überlegungen, sowie eine Zusammenfassung des Films „Grüne Wüste“. Anschließend wird die Verwendung des Films im Ethikunterricht anhand didaktischer Kriterien und durch den Hessischen Lehrplan für das Fach Ethik an Gymnasien legitimiert. Die Ausarbeitung enthält darüber hinaus noch eine Beschreibung der Methode „Gruppenpuzzle“ und eine Analyse der verschiedenen Bearbeitungsaufträge. Im Anhang befinden sich ein Literaturverzeichnis, ein Handout und die Rasterplanung der Unterrichtskonzeption.

2. Zur Filmdidaktik

2.1 Filmdidaktische Überlegungen

Die Verwendung von Filmen im Ethikunterricht ist eine sinnvolle Ergänzung um eines der wichtigsten Medien unserer Zeit. Die Ziele der Integration von Filmen im Unterricht sind vielseitig. Zum einen kann der Film verschiedene Thematiken auf eine unvergleichbare Weise veranschaulichen und es dem Rezipienten somit ermöglichen in einer anderen Welt zu versinken und Problematiken so unmittelbar „schaubar“ zu machen. Gerade für theoretische Konstruktionen, Utopien und Dystopien eignet sich diese Art der Veranschaulichung. Einige Filme schafften es so philosophische Probleme auf besonders bildgewaltige Weise darzustellen. Dazu gehören unter anderem „Matrix“, „Clockwork Orange“ oder „Equilibrium“, an die sich jeweils unterschiedliche philosophische Fragen herantragen lassen. Neben der thematischen Ergänzung des Unterrichts muss die Vermittlung von Medienkompetenz als weiteres Ziel der Filmdidaktik gesehen werden. Dazu gehört der reflektierte Umgang mit dem vom Film dargestellten Thema. Es kann nicht genügenden Film lediglich zu konsumieren. Der reflektierte Umgang mit dem Massenmedium Film muss deswegen in der Schule thematisiert und erlernt werden. Dazu bieten sich überaus viele Möglichkeiten. Neben den notwendigen Diskussionen über die im Film vorkommenden Themen bietet es sich zusätzlich an, szenische Darstellungen von Schlüsselszenen zu machen. Dies fördert das Verständnis der Handlungsmotivationen der unterschiedlichen Charaktere und fördert das Erlernen von Empathie zu anderen Menschen. Darüber hinaus können sich Schülerinnen und Schüler auch selbst kreativ betätigen und alternative Handlungsstränge erarbeiten. Diese Vielzahl an Möglichkeiten zeigt, dass das Medium Film neben der reinen Veranschaulichung von epistemologischen oder handlungsbezogenen Problemstellungen auch für das Erlernen von Medienkompetenz und Sozialkompetenz geeignet ist.

Bei der Verwendung von Filmen im Unterricht ergeben sich weitere Möglichkeiten. So kann der Lehrer auf Schülervorschläge eingehen, um zu erfahren, welche Filme von den Schülerinnen und Schülern rezipiert werden. Sobald man sich dazu entschieden hat, einen Film in seine Unterrichtskonzeption zu integrieren, sollte die Lehrperson darauf verzichten, die Deutungshoheit über die Art der Interpretation des Filmes zu beanspruchen und versuchen, den Schülerinnen und Schülern auf einer gleichberechtigten Ebene zu begegnen. Dies kann allerdings nicht als Verzicht auf eine eigene Interpretation gesehen werden. Im Vorfeld sollte die Lehrperson den Film bereits kennenlernen, um die Tauglichkeit für den Unterricht und das Thema bestimmen zu können, sowie auf die Angemessenheit des Films im Hinblick auf das Alter der Schülerinnen und Schüler zu achten.

2.2. Zusammenfassung „Grüne Wüste“

Das ursprünglich als Buch erschienene Drama „Grüne Wüste“ wurde vom Regisseur Anno Saul verfilmt und kam 1999 in die deutschen Kinos. Die Spieldauer von 91 Minuten ermöglicht das Vorführen des Films in einer Doppelstunde. Der Film ist von der FSK für Kinder ab zwölf Jahren freigegeben.

Hauptthema des Films ist die Freundschaft zwischen Katja und Johann aus der sich ihre erste große Liebe entwickelt, sowie ihr Weg zum Erwachsen werden und die Angst vor Verlusten. Im Interview mit Regisseur Anno Saul beantwortet dieser die Frage danach, worum es in dem Film geht folgendermaßen: „(...) es geht um die schwerste Erfahrung, die man machen kann im Leben, dass man unter Umständen das, was man liebt, verlieren kann.

Katja und Johann leben in einem kleinen Dorf, welches von einem Wald umgeben ist. In diesem Wald leben die beiden ihre Tagträume aus. Gemeinsam graben Katja und Johann bei einer alten Burgruine den „Ritter Heinrich“ aus, da beide Archäologen werden wollen und ihre Funde später in einem Rittermuseum ausstellen wollen. Die Geschichte des Ritters ist für den Verlauf des Films von großer Bedeutung. Der Ritter versuchte, seine Frau zu befreien, welche auf der alten Burgruine gefangen gehalten wurde. Bei diesem Versuch starb der Ritter im Kampf gegen eine Übermacht. Diese Geschichte ist für Katja der Inbegriff einer romantischen Liebe. Darüber hinaus dient der Ritter als Symbol der Hoffnung und des Mutes. Die Familien Verhältnisse von Katja und Johann sind sehr unterschiedlich. Katja lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester, während Johann nur mit seinem Vater lebt, da seine Mutter vor einigen Jahren an Leukämie starb. Auch das Familienklima ist sehr unterschiedlich. Johann und sein Vater haben ein sehr liebevolles Verhältnis, das Klima in Katjas Familie ist hingegen sehr schlecht. Katjas Mutter ist meistens sehr unfreundlich zu Katja und kaum noch in der Lage ein normales Gespräch mit ihr zu führen. Katjas Vater versucht sich aus allen Konflikten heraus zu halten und nimmt eine passive Rolle ein. Darüber hinaus wird die Stimmung durch ein Verhältnis zwischen Katjas Mutter und Johanns Vater noch weiter überschattet. Von diesem Verhältnis erfährt Katja an ihren vierzehnten Geburtstag, von welchem auch ihr Vater bereits weiß, jedoch nichts dagegen unternimmt.

In dieser bereits spannungsgeladenen Situation erkrankt zusätzlich noch Johann an Leukämie. Johanns Vater kommt mit diesem Schicksalsschlag nicht zurecht und fängt an zu trinken. Er fühlt sich hilflos und bittet Katjas Mutter darum ihren Mann zu verlassen um bei ihm zu bleiben.

Katjas Mutter ist jedoch nicht dazu bereitet ihre Familie zu verlassen und lehnt ab.

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Details

Seiten
18
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783668165779
ISBN (Buch)
9783668165786
Dateigröße
782 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v317056
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Institut für Philosophie
Note
11 Punkte
Schlagworte
methodenvielfalt medien ethik ethikunterricht exemplarische Unterrichtsplanung philosophie grüne wüste arno saul

Autor

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Titel: Methodenvielfalt und Medien im Ethikunterricht. Anno Sauls "Grüne Wüste"