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Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft. Beschreibung, Umsetzung und Reflexion an einem Fallbeispiel

Hausarbeit (Hauptseminar) 2011 17 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Weblogs in der Bildungswissenschaft
2.1 Geschichte des Weblogs
2.2 Was ist ein Weblog?
Chronologischer Aufbau
Frequenz und Regelmäßigkeit
Fokus
2.3 Arten von Weblogs
2.4 Anwendung von Weblogs im Bildungsbereich
Informationsspeicherung
Reflexion
Diskurs

3. Das Weblog „Das ‚e’-Lehren„ als Fallbeispiel
3.1 Einführung
3.2 Bedarfsanalyse
3.3 Planung/Konzeption
3.4 Entwicklung
Logischer Aufbau und Funktionen des Blogs
Plattform
Optische Erscheinung
3.5 Einsatz/Implementation
3.6 Evaluation/Revision

4. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit ist in zwei große Teilbereiche gegliedert. Im ersten Teil gehe ich allgemein auf Weblogs in der Bildungswissenschaft, deren Geschichte, Begriffsdefinition und spezifische Eigenschaften, Arten und Einsatzmöglichkeiten im Bildungsbereich ein. Teil 2 diskutiert mein Weblog „Das ‚e’-Lehren“ in Hinblick auf dessen Umsetzung nach den Verfahrensschritten des Instructional Design Bedarfsanalye, Planung/Konzeption, Entwicklung, Einsatz/Implementation und Evaluation/Revision (Reinmann, 2010, S.39).

2. Weblogs in der Bildungswissenschaft

2.1 Geschichte des Weblogs

Der Begriff Weblog setzt sich aus den Begriffen „web“ (wie in World Wide Web) und „log“ (wie in Protokoll bzw. Logbuch) und wird Jorn Barger zugeschrieben, der ihn 1997 prägte (Alby, 2007, S.21). Die mittlerweile sehr gebräuchliche Kurzform „Blog“ kann vermutlich Peter Merholz zugeschrieben werden (Stone, 2004, S.35). Beide Begriffe „Weblog“ und „Blog“ finden sich mittlerweile sowohl im Oxford English Dictionary als auch im Duden.

Ursprünglich waren Blogs Bookmarksammlungen, die einerseits chronologisch sortiert und oft auch mit kurzen Beschreibungen versehen waren. Man hatte es also mit einer Art kommentierten Linksammlung zu tun. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich das Weblog zu seiner heutigen Form entwickelt, scheint aber seit einiger Zeit Gefahr zu laufen, etwas an Bedeutung zu verlieren, weil das so genannte Microblogging immer populärer wird (Hoffmann, 2010). Unter Microblogging versteht man eine Art des Bloggens, bei der man nur sehr kurze Beiträge veröffentlicht. Ein typischer Dienst hierfür ist Twitter (vgl. Wikipedia).

2.2 Was ist ein Weblog?

Biz Stone (2004) reduziert die Eigenschaften, die essentiell sind, damit man von einem Weblog sprechen kann, auf drei:

- chronologischer Aufbau
- Frequenz und Regelmäßigkeit
- Fokus

In anderen Publikationen (Alby, 2007; Bastiaens, Schrader & Deimann, 2010; Pullich, 2007) werden deutlich mehr Kennzeichen genannt, der Großteil lässt sich aber durchaus den oben genannten zuordnen:

Chronologischer Aufbau

Jeder Blog enthält einen Bereich für die Posts, die kleinsten Einheiten eines Blogs (Bastiaens et al., 2010, S.47). Diese Posts besitzen alle einen Zeitstempel und sind nach diesem chronologisch geordnet. Dies gilt auch für etwaige Kommentare (Baumgartner, 2005; Bell, 2009; Pullich, 2007;). Laut Stone (2004, S. 40) werden die Posts dann auch in einem eventuell vorhandenen Archiv chronologisch – meist nach dem Monat – gruppiert. In der Praxis wird allerdings auch eine inhaltliche Gliederung in Kategorien verwendet, die sich über die rein chronologische Ordnung stülpt. Innerhalb der Kategorien gilt aber auch wieder die strikte chronologische Ordnung (Pullich, 2007, S.9).

Frequenz und Regelmäßigkeit

Typisch für Blogs ist meist auch eine gewisse Regelmäßigkeit in der gepostet wird. Die Frequenz, in der dies geschieht, ist allerdings sehr unterschiedlich. In manchen Blogs wird stündlich gepostet, in manchen nur einmal pro Monat. Die Statistik zeigt, dass die Top 100 Blogger 500mal so viele Posts erstellen, wie die restlichen 112 Millionen Blogger zusammen (Hoffmann, 2010).

Fokus

Weblogs sind personenzentriert, was eine ganz typische Eigenschaft ist, die sie von anderen Web 2.0 Anwendungen unterscheidet. Bei Foren, Wikis etc... sind die Beiträge zu einem Thema meist an einem Ort gebündelt, die Urheberschaft ist dabei weniger wichtig. In Blogs sind die Informationen zu einem Thema über viele Orte verteilt, die Urheberschaft ist allerdings von großer Bedeutung und die Beiträge eines einzelnen Bloggers sind gesammelt (Pullich, 2007).

Zusätzlich zu den 3 beschriebenen Eigenschaften werden meist noch weitere eher technische Blog-typische Eigenschaften genannt. So enthalten Blogs meist Permalinks – URLs, über die ein Beitrag direkt und dauerhaft erreichbar ist - , Trackbacks – die wechselseitige Verlinkung mit anderen Blogs -, eine Blogroll – eine Linksammlung, die auf andere Blogs verweist, ein Archiv in dem ältere Beiträge abgelegt sind und oft auch einen RSS-Feed, damit sich Interessierte bequem über neue Beiträge und Kommentare informieren lassen können (Alby, 2007; Pullich, 2007)

2.3 Arten von Weblogs

Unter den Weblogs findet man private und berufliche Blogs, aber auch Blogs mit kommerzieller Ausrichtung. Zu den privaten Blogs zählen in erster Linie persönliche Blogs, in denen die Autoren zu ihren Hobbys oder Neuigkeiten aus dem Familienleben bloggen oder auch schlicht und einfach ein Tagebuch im Netz führen. Bei journalistischen Blogs sind die Übergänge sehr fließend, teilweise sind sie eindeutig kommerziell, wenn es sich beispielsweise um eine Ergänzung von Zeitungen oder Magazinen handelt, beruflich, wenn es sich um die Blogs von Jounalisten zu ihrer Arbeit handelt, aber auch privat, wenn z.B. Privatpersonen versuchen, durch ihre Blogs eine Art Gegenöffentlichkeit zu den kommerziellen Medien zu schaffen. Ähnliches gilt auch für politische Blogs. Typische kommerzielle Blogs sind Corporate Blogs, die der internen Kommunikation in Unternehmen aber auch der Kommunikation mit Kunden oder auch Mitbewerbern dienen können. Blogs in Aus- oder Fortbildung unterscheiden sich vor allem dadurch, ob sie distributionsorientiert und damit lehrerzentriert oder eher content- bzw. diskursorientiert ausgerichtet sind. Zur ersten Gruppe gehören Blogs, die rein als Alternative zu einem herkömmlichen Content Management System geführt werden, kontinuierliche zu einer bestimmten Lehrveranstaltung und solche als ergänzendes Kommunikationsmedium, die Lernenden die Möglichkeit geben, auch Fragen zum Stoff zu stellen. Zur zweiten Gruppe gehören z.B. Gruppen- oder Projektweblogs bzw. auch individuelle Weblogs wie Lerntagebücher oder Ähnliches. (Bastiaens et al., 2010; Bell, 2009; Pullich, 2007; Yang, 2009)

2.4 Anwendung von Weblogs im Bildungsbereich

Grundsätzlich kann die Anwendung von Weblogs zur Informationsspeicherung, Reflexion und zum Diskurs sinnvoll sein. (Pullich, 2007, S.17)

Über Weblogs kann man im einfachsten Fall die laufenden Inhalte einer Lehrveranstaltung zur Verfügung stellen. Einen besonderen Mehrwert bietet hier die zusätzliche Angabe von Hyperlinks, weil weiterführende leicht erreichbare zusätzliche Literatur selbstgesteuertes Lernen fördert (Yang, 2009). Im Unterschied zu gedruckten Unterlagen können bei Weblogs auch sehr einfach Bilder, Sounddateien und Videos eingebunden werden, die abgesehen von der zusätzlichen Information das Lernen deutlich interessanter und abwechslungsreicher gestalten können (Yang, 2009). Über RSS-Feeds können die Lernenden zeitnah informiert werden, wenn neues Material zur Verfügung steht. (Bell, 2009, S.89)

Weblogs können Lernende dabei unterstützen, ihre Gedanken zu ordnen und eventuelle Probleme zu strukturieren (Pullich, 2007, S.17). Dies geschieht einerseits schon durch die bloße Verschriftlichung und wird zusätzlich durch Zuordnen der einzelnen Posts zu den verschiedenen Kategorien verstärkt, wei dabei eine erste Ordnung entsteht und ein besserer Überblick erreicht werden kann.

Durch den Austausch mit anderen bekommt der Lernende das Gefühl, einer Gemeinschaft anzugehören, was ihn wiederum dazu anregt, sich mehr einzubringen (Yang, 2009). Durch Diskussion mit anderen und vor allem durch die Auseinandersetzung mit deren Kritik, kann sich auch eher das Bewusstsein entwickeln, dass Geschriebenes nicht a priori wahr sein muss (Alby, 2007, S. 28): Eine wichtige Erkenntnis im Umgang mit den neuen Medien. Zusätzlich hat man sich in diesem Zusammenhang auch stark mit dem richtigen Umgang mit Zitaten auseinanderzusetzen und wird deren Wichtigkeit erkennen. (Bell, 2009, S.90)

3. Das Weblog „Das ‚e’-lehren„ als Fallbeispiel

3.1 Einführung

Im Folgenden soll dargestellt werden, wie das oben angeführte Weblog nach den Verfahrensschritten des Instructional Design umgesetzt wurde.

Die allgemeinen Verfahrensschritte des Instructional Design sind Bedarfsanalye, Planung/Konzeption, Entwicklung, Einsatz/Implementation und Evaluation/Revision (Reinmann, 2010, S.39). Gagne, Wagner, Golas und Keller (2005, S.21) bezeichnen dies als das „ADDIE – Modell“ des Instructional Design, wobei die Abkürzung für die Englischen Begriffe Analyze, Design, Develop, Implement und Evaluate steht.

3.2 Bedarfsanalyse

Im Rahmen der Bedarfsanalyse ist die Frage zu stellen, für welches Problem das Lernszenario die Lösung ist (Gagne et al., 2005, S.23) Im konkreten Beispiel soll es im Rahmen eines selbstgesteuerten Lernens einen Rahmen bieten, der es erlaubt, Lerninhalte zu speichern, zu strukturieren und zu diskutieren. Im Detail soll der Lernende zum Schreiben und Lesen zum jeweiligen Thema angeregt werden. Er soll Informationen zu seinem Thema strukturieren, also konkret kategorisieren können. Er soll weiterführende Ressourcen suchen, bewerten und präsentieren können. Er soll im Rahmen des „Community Buildung“ (Yang, 2009, S.13), also der Interaktion mit anderen, noch stärkeres Interesse für sein Thema entwickeln und in einen Diskurs zu seinen Posts eintreten können. Ein nicht unwichtiger Nebeneffekt ist auch, dass der Lernende seinen Umgang mit neuen Medien verbessert und z.B. auch eine größere Vielfalt an Materialien, wie Bilder, Ton und Videos, zusätzlich zu reinem Text heranzieht.

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Details

Seiten
17
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668158221
ISBN (Buch)
9783668158238
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v316817
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Kultur und Sozialwissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
Weblog Blog Post posten Blogger Content Management System CMS Informationsspeicherung Reflexion Diskurs Community Building Digital Immigrant Digital Native

Autor

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Titel: Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft. Beschreibung, Umsetzung und Reflexion an einem Fallbeispiel