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Nutzen von Outdoor-Seminaren in der Personalentwicklung

Seminararbeit 2004 33 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort

II. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Bedeutungsvielfalt von Outdoor-Seminaren
1.2 Definition von Outdoor-Seminaren/Erlebnispädagogik
1.3 Entstehungskontext von Outdoor/Erlebnispädagogik
1.4 Varianten von Outdoor

2 Anwendung von Outdoor
2.1 Zielgruppe von Outdoor-Seminaren
2.2 Funktionen und Zielsetzungen von Outdoor-Seminaren
2.3 Anlässe für Outdoor-Seminare

3 Vorgehensweisen beim Outdoor
3.1 Methoden und Arbeitsverlauf beim Outdoor
3.2 Professionelle Outdoor-Seminare
3.2.1 Professionelle Vorbereitung
3.2.2 Professionelle Durchführung
3.2.3 Professionelle Nachbereitung
3.2.4 Professionelle Anbieter
3.3 Grenzen und Gefahren beim Outdoor
3.4 Abgrenzung von Outdoor-Seminaren zu (Indoor-)Seminaren

4 Nutzen/Erfolg von Outdoor-Seminaren

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

7 Anhang
7.1 Ablauf eines erlebnispädagogischen Seminars/Outdoor-Trainings
7.2 Anleitung zur Durchführung der Outdoor-Übung "Trustfall"

I. Vorwort

Die Begriffe Outdoor und Erlebnispädagogik begegneten mir zum ersten Mal während meiner Tätigkeit als Assistentin bei REMUS COACH.

Das Lernen im Outdoor-Training funktioniert mit der Umsetzung direkt vor Ort. Als Assistentin habe ich Outdoor-Seminare begleitet und viele begeisterte Teilnehmer-Feedbacks aufnehmen können:

- „In so kurzer Zeit habe ich noch nie soviel gelernt."
- "Hier habe ich erfahren, was ich leisten kann."
- "Ich bin erstaunt, dass ich meine Grenzen überwinden konnte.“

Die neuen Erkenntnisse, die ich bei der Begleitung von Outdoor-Seminaren gewann, begeisterten mich und veranlassten mich zu einer intensiveren Recherche zum Thema Outdoor. Bei meiner näheren Auseinandersetzung mit dem Outdoor-Konzept verstärkte sich der Eindruck, dass Outdoor-Trainings eine sehr wertvolle und effektive Unterstützung für verschiedene Zielgruppen bieten können. In den folgenden Kapiteln werden erlebnispädagogische Trainings definiert und erläutert.

Neben den Chancen und Risiken werden auch der Nutzen und der mögliche Erfolg von Outdoor-Seminaren in der Personalentwicklung näher beschrieben.

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1 Entstehungskontext der Erlebnispädagogik

Abb. 2 Rafting als ein möglicher Bestandteil von Outdoor-Trainings

Abb. 3 Wildcourse als ein möglicher Bestandteil von Outdoor-Trainings

Abb. 4 Die Phasen des Gruppenprozesses

Abb. 5 Die Abenteuer-Welle von Project Adventure

Abb. 6 Beispiel einer professionellen Outdoor-Übung: Trustfall

Tabelle 1 Spektrum der Outdoor-Aktivitäten

Tabelle 2 Ablauf eines erlebnispädagogischen Seminars/Outdoor-Trainings

II. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Studiere die Menschen nicht, um sie zu überlisten und auszubeuten, sondern um das Gute in ihnen aufzudecken und in Bewegung zu setzen!“[1]

Gottfried Keller

1.1 Bedeutungsvielfalt von Outdoor-Seminaren

Unternehmen werden in Zukunft nur Wettbewerbsvorteile erzielen, wenn es ihnen gelingt, die Qualifikation, Motivation und das Engagement ihrer Mitarbeiter zu steigern. Wie kann dieses Ziel, unter Berücksichtigung des oben genannten Zitates von Gottfried Keller, erreicht werden?

Diese Arbeit untersucht, in wieweit Outdoor-Seminare dieses Ziel unterstützen können und wie hoch der Nutzen von Outdoor-Seminaren in der Personalentwicklung ist. Outdoor wird in sehr verschiedenen Zusammenhängen mit den unterschiedlichsten Bedeutungen verwendet; über die Methode liegt weitgehend kein einheitliches Verständnis vor.

Übersetzt bedeutet der englische Begriff Outdoor „draußen, im Freien“.[2] Laut Renner ist Outdoor-Training die „Trainingsinnovation der späten 90er Jahre“.[3] Aus wissen-schaftlicher Sicht sind Outdoor-Seminare nicht eindeutig eingegrenzt. Es ist vielen Trainern und machen Anwendern offensichtlich verborgen geblieben, dass es sich beim Outdoor „nicht einfach um die Verlegung bekannter Trainingsinhalte in die freie Natur handelt, sondern um die Einbindung sportlicher Aktivitäten in der freien Natur als auf den Büroalltag übertragbare Beispiele“.[4]

Outdoor-Seminare werden von vielen Menschen immer noch gleichgesetzt mit Überlebenstraining (Survivaltraining): irgendwo an einem unbekannten Ort ohne Verpflegung und Orientierung abgesetzt werden. Doch dies hat wenig mit gezielten, effektiven Outdoor-Seminaren gemeinsam. Die Breite des Outdoor-Trainings ist jedoch sehr groß: Sie reicht „vom Training in fernen Wüstengegenden bis hin zu den vergleichsweise unauffälligen Übungen in einem Hotelpark“.[5]

Die Bedeutungsvielfalt wird in dem Kapitel 1.4 mit der Beschreibung der Varianten von Outdoor näher erläutert.

1.2 Definition von Outdoor-Seminaren/Erlebnispädagogik

„Outdoor-Seminare sind ganzheitliche, handlungs- und erlebnisorientierte Seminare in der Natur, bei denen die Teilnehmer als Einzelne oder als Gruppe bestimmte Aufgaben mit Ernstcharakter lösen: z.B. aus vorgegebenen Materialien ein Floß bauen“.[6]

Bemerkenswert ist, dass in der Literatur viele unterschiedliche Outdoor-Definitionen zu finden sind. Der Umstand, dass es keine allgemeingültige Definition gibt, verdeutlicht die Vielschichtigkeit und die Dynamik, die in dem pädagogischen Zweig der Erlebnispädagogik liegt.

Unterschiedliche wissenschaftliche Herangehensweisen, vielfältige Erfahrungen der Anbieter sowie fehlende allgemeingültige Standards in der Erlebnispädagogik führen zu unterschiedlichen Definitionen.

Einige Autoren haben stärker den Fokus auf den psychologischen und erlebnispädago-gischen Elementen und andere Autoren stellen Outdoor hauptsächlich als Incentive mit Spaßfaktor dar.

Heckmair und Michl betonen, dass es bei der Erlebnispädagogik um wirksames Lernen geht; wer sich mit ihr nur ausleben wollte, hat sich ins Aus gelebt.[7]

Laut Schöttler[8] ist Erlebnispädagogik eine Methode, die folgende Merkmale beinhaltet:

- im Vordergrund steht immer das handlungsorientierte Lernen
- die Methode bietet für den Einzelnen und die Gruppe einen breiten Raum, in dem an die Grenzen des Möglichen gegangen werden kann
- ein gewisses Risiko ist in dosierter Form vorhanden, jedoch sollte es kalkulierbar bleiben
- unvorhersehbare Erlebnisse sind in den Outdoor-activities beinhaltet
- aufgrund des Handlungsraumes Natur bietet die Erlebnispädagogik eine Möglich-keit, Kenntnisse über die Natur zu vermitteln und Anregungen zu ihrem Schutz zu geben.

Michael Jagenlauf[9] bringt in seiner Umschreibung der Erlebnispädagogik ein wenig Kritik ein, indem er betont, dass nicht jedes Picknick im Grünen und nicht jede Kajaktour bei Windstärke als praktizierte Erlebnispädagogik bezeichnet werden kann. Erlebnispädagogische Maßnahmen sind seiner Meinung nach dadurch gekennzeichnet, dass sie Erlebnisse vermitteln, auf deren Basis Erfahrungen möglich sind, auch ohne ein allzu großes Risiko einzugehen. Entscheidend für den Erfolg erlebnispädagogischer Maßnahmen ist für ihn nicht das veränderte Verhalten nach einer solchen Unternehmung und den dort gemachten Erlebnissen, sondern die Reizauslösung für eine Reflexion des bisherigen Verhaltens und gegebenenfalls notwendigen Änderungen.[10]

1.3 Entstehungskontext von Outdoor/Erlebnispädagogik

„Die Anfänge von Outdoor-Seminaren reichen zurück in die Erlebnispädagogik von Kurt Hahn (1886-1974)“.[11] Grundsatz seiner Erlebsnispädagogik war nicht nur die reine Wissensvermittlung, sondern die Erziehung von Selbstkontrolle und Verantwortung für die Gemeinschaft.

Die nachstehende Abbildung informiert über die Definition und Zusammenhänge der Erlebnispädagogik:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Entstehungskontext der Erlebnispädagogik[12]

Die Erlebnispädagogik ist auf der einen Seite als ein eigenständiges Fachgebiet anzusehen, auf der anderen Seite kann es ein Teilgebiet der Psychologie, der allgemei-nen Pädagogik, der Wirtschaftspädagogik sowie der Schulpädagogik sein.

Die Grundsätze der Erlebnispädagogik wurden vor allem in Nordamerika verwendet und noch heute ist es in vielen Schulen der USA üblich, dass Schüler innerhalb ihrer Schulzeit einen erlebnispädagogischen Kurs absolvieren. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die erlebnispädagogischen Ideen auch in Deutschland z.B. bei der Ausbildung von Rettungsdiensten eingesetzt. Anfang der siebziger Jahre entwickelten einige Anbieter in den USA und später in England aus diesen Ideen erste Outdoor-Seminare für Führungskräfte. Diese Entwicklung wurde noch durch die Aktualität von gruppendynamischen Ansätzen in jener Zeit gefördert, viele erkannten den Nutzen des erfahrungs- und handlungsorientierten Lernens in der Natur. Als einer der ersten Anbieter auf dem europäischen Festland spezialisierte sich 1980[13] das Outdoor-Centre auf die Durchführung firmen-interner Outdoor-Seminare.

Buchner ist der Auffassung, dass Outdoor-Trainings schon viele Jahrzehnte existieren und dass Lernen durch Outdoor-Seminare seit Jahrhunderten praktiziert wird.[14]

Heckmair und Michl erklären, dass neben Kurt Hahn[15] auch andere Theoretiker und Pädagogen wie Jean-Jacques Rousseau, David Henry Thoreau, John Dewey und Minna Specht die Geschichte der Erlebnispädagogik eindeutig geprägt haben.[16]

1.4 Varianten von Outdoor

Outdoor-Trainings können lt. Bröckermann[17] in drei Gruppen gegliedert werden:

1) „Wilderness-Experiences, bei denen eine Gruppe für eine bestimmte Zeit eigenständig in der Natur (über-)lebt,
2) Parcours, also Freiluftübungen einer Gruppe, von leichter sportlicher Betätigung bis zu Extremsportarten wie z.B. Wild Water Rafting (siehe Abbildung 1),

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Rafting als ein möglicher Bestandteil von Outdoor-Trainings[18]

3) Wildcours, eine Verbindung von Wilderness-Experience mit Parcours (siehe Abbildung 3)“.

Diese drei Arten der Varianten von Outdoor werden im Kapitel 3.1 näher erläutert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Wildcours als ein möglicher Bestandteil von Outdoor-Trainings[19]

In der Literatur werden die Varianten von Outdoor bei einigen Autoren auch in andere Bereiche eingeteilt . Der Grund ist die Vielseitigkeit von Outdoor-Trainings und Outdoor-Elementen, was auch die enorme Bedeutungsvielfalt (siehe Kapitel 1.1) erklärt.

Laut Schad/Michl ist das Spektrum der Outdoor-Aktivitäten sehr breit und es kann in drei wesentliche Bereiche eingeteilt werden, was die nachfolgende Tabelle verdeutlicht (siehe Tabelle 1)[20]:

[...]


[1] Zitiert nach Brinkmann, 2000, S. 6

[2] Collins German Dictionary, 1993, S. 471

[3] Renner, Strassmann, 2000, S.6

[4] Renner/Strassmann, 2000, S.6

[5] Michl, Schad, 2004, S. 9

[6] Renner, Strassmann, 2000, S. 7

[7] vgl. Heckmair, Michl, 2004, S. 10

[8] vgl. Schöttler, 1994, S.22 - 28

[9] vgl. Jagenlauf, 1994, S. 33 f

[10] Die Verfasserin betrachtet die Auffassungen von Schöttler und Jagenlauf als nachvollziehbar und sinnvoll. Sie dienen als Basis der weiteren Erläuterungen.

[11] Renner, Strassmann, 2000, S. 9

[12] vgl. http://www.erlebnispaedagogik.de, 2004

[13] vgl. www.outdoor-centre.de, 2004

[14] vgl. Buchner, 1996, S. 9

[15] vgl. www.kurthahn.org, 2004

[16] vgl. Heckmair, Michl, 2004, S. 16

[17] Bröckermann, 2001, S. 382

[18] http://www.roots.de, 2004

[19] http://www.outwardboundprofessional.de, 2004

[20] Die Verfasserin findet diese Unterscheidung des Spektrums der Outdoor-Aktivitäten überzeugend, da sie detaillierter und präziser dargestellt ist als die vorherige Einteilung von Bröckermann.

Details

Seiten
33
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638325875
ISBN (Buch)
9783640861484
Dateigröße
726 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v31661
Institution / Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein – Internationales Personalmanagement und Organisation
Note
Schlagworte
Nutzen Outdoor-Seminaren Personalentwicklung

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