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Die Renaturierung des Föhrenbaches. Eine Nutzen-Kosten-Analyse

Hausarbeit (Hauptseminar) 2015 28 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Sonstiges

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

EINLEITUNG

UNTERSUCHUNGSGEBIET
STATUS QUO

GESETZLICHER RAHMEN

RENATURIERUNG
MINIMALVERÄNDERUNG - KONZEPT
MAXIMALVERÄNDERUNG - KONZEPT

NUTZEN-KOSTEN-ANALYSE
MINIMALVERÄNDERUNG - KONZEPT
RENATURIERUNGSKOSTEN
FÖHRENBACH - WERT
FÖHRENBACH - WERT DER ÖKOSYSTEMDIENSTLEITUNG
KOSTENÜBERSICHT
MAXIMALVERÄNDERUNG - KONZEPT
RENATURIERUNGSKOSTEN
FÖHRENBACH - WERT
FÖHRENBACH - WERT DER ÖKOSYSTEMDIENSTLEITUNG
KOSTENÜBERSICHT
KOSTEN - ZUSAMMENFASSUNG
NUTZEN-KOSTEN-ANALYSE

FAZIT

QUELLENVERZEICHNIS

ANLAGEN
ERMITTLUNG DER GEWÄSSERTRUKTURGÜTE
ERMITTLUNG DER ZAHLUNGSBEREITSCHAFT

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Lage des Untersuchungsgebietes

(Eigendarstellung mittel ArcGIS 10.1 2014)

Abbildung 2: Verlauf des Föhrenbach

(Eigendarstellung mittels ArcGIS 10.1 2014)

Abbildung 3: Anthropogene Veränderungen am Föhren- bach, Auszug

(Eigendarstellung mittel ArcGIS 10.1 2014)

Abbildung 4: Durchschnittliche Wirkungsbandbreiten der Renaturierungsansätze für den kurz- bis mittelfristigen Betrachtungszeitraum

(HILLENBRAND & LIEBERT 2001, S. 51)

Abbildung 5: Durch die Renaturierung erwartete Ökosys- temdienstleistungen

(verändert nach HANSJÜRGENS & HEKLE 2012, S. 33)

TABELLENVERZEICHNIS

Tabelle 1: Status Quo Charakteristika und damit verbundene Auswirkungen (Eigenerstellung 2014)

Tabelle 2: Morphologische Charaktristika eine Muldentalge- wässers des Berglandes (Rasper 2001, S. 57)

Tabelle 3: Kostenübersicht der Minimalrenaturierung (Eigenerstellung 2015)

Tabelle 4: Kostenübersicht der Maximalrenaturierung (Eigenerstellung 2015)

Tabelle 5: Kostenübersicht der Minimal- und Maximalverän- derungen (Eigenerstellung 2015)

Tabelle 6: Wertgegenüberstellung und Ergebnisse (Eigenerstellung 2015)

EINLEITUNG

Das allgemeine Ziel einer guten ökologischen und chemischen Gewässerqualität für Oberflächengewässer ist nach der Verabschiedung der EU- Wasserrahmenrichtlinie (HLUG 2004) verbindlich vorgegeben. Dabei kommt der Verbesserung der in unserer heutigen Gewässerlandschaft überwiegend mangelhaften Gewässerstrukturen eine entscheidende Bedeutende zu, wenn die ökologischen Funktionsfähigkeiten der Gewässer wiederhergestellt werden soll.

Während die Gewässer der I. und II. Ordnung noch relativ gewissenhaft renaturiert werden, so werden vor allem die kleinen Fließgewässer der III. Ordnung von den Renaturierungsprozessen ausgeschlossen. Zum einen daher, dass die Gemeinden bei dieser Gewässerordnung die Renaturierung selber finanzieren müssen, zum anderen, weil die Bachläufe oder ähnliche zum teil so klein sind, dass sie in keiner Weise beachtet werden.

Die vorliegende Hausarbeit beinhaltet zwei Renaturierungskonzepte für ein Fleißgewässer der III. Ordnung. Speziell auf den Föhrenbach zugeschnitten wird sowohl ein Mininmalmaßnahmenkonzept als auch Maxialmaßnahmenkonzept vorgestellt. Beide Konzepte werden hinsichtlich ihrer Maßnahmen vorgestellt und in Bezug im Rahmen einer Nutzen-Kosten-Analyse miteinander verglichen. So kann abwogen werden, welches Maßnahmenkonzept als eher geeignet erscheint. Sowohl unter dem Aspekt der ökologischen Verbesserung und der draus resultierenden Wertsteigerung für den Bach, als auch unter dem ökonomischen Aspekt der Durchführbarkeit.

Entstanden ist diese Hausarbeit im Rahmen des Moduls M. Arg. 0049: Naturschutzökonomie unter der Leitung von Herrn Dr. J. Barkmann, im Wintersemester 2014/2015.

UNTERSUCHUNGSGEBIET

Das Untersuchungsgebiet Föhrenbach befindet sich in der des Hessischen Gemeinde Oberweser/ OT Oedelsheim, im Landkreis Kassel (Abb. 1). Der Ort Oedelsheim verzeichnet etwa 1037 Einwohner (OBERWESER 2014).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Lage des Untersuchungsgebietes

(EIGENDARSTELLUNG MITTEL ARCGIS 10.1 2014).

Der Bach entspring im historischen Waldgebiet Werderholz, im Naturraum des Kuppigen Sollings (SCHLAF & SCHLAF-MEHRLEIN 2000, S. 36), etwa 2,5 km nördlich der Ortschaft Oedeslheim. Dabei passiert er zunächst ein Mischwaldgebiet, dann landwirtschaftliche Nutzflächen (zum Teil mit Streuobstwiesen) und anschließend das Siedlungsgebiet des Ortes um dann in die Weser zu münden. Auf Grund der vor Ort noch natürliche vorherrschenden morphologischen Charakteristika (s. Anhang) wird der Bachlauf dem Gewässertyp des Muldentalgewässers des Berglandes zugeordnet (NACH RASPER 2001, S. 20). Der Bach weist weiterhin folgende GrößenCharakteristika auf:

- Länge: ca. 3,5 km
- Breite: 0,5 - 1 m
- Tiefe: ca. 25 cm

Da der Föhrenbach über keinerlei wasserwirtschaftliche, ökologische oder ökonomische Nutzbarkeit verfügt und auf Grund der Größen-Charakteristika, zählt der Föhrenbach zu den Fließgewässern der III. Ordnung. Die Gewässerunterhaltungslast obliegt dabei der Gemeinde Oberweser (ACHE 2013).

STATUS Quo

Innerhalb des Waldes und der landwirtschaftlichen Flächen fließt das Gewässer oberirdisch, wird aber ab dem Siedlungsgebiet unterirdisch verrohrt in die Weser eingeleitet. Die Abbildung 2 zeigt den Verlauf des Baches:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Verlauf des Föhrenbach (EIGENDARSTELLUNG MITTELS ARCGIS 10.1 2014).

Anhand der Abbildung 2 wird ersichtlich, dass das Gewässer innerhalb des Waldgebietes über noch einen recht natürlichen Flusslauf verfügt. In Höhe der Grünflächen ist dieser jedoch schon deutlich anthropogen bedingt, begradigt wurden. Mit dem Beginn der Verrohrung weißt der Bachlauf keine natürliche Fließeigenschaften mehr auf. Begründet sind diese Veränderung des Bachbettes auf der historischen Entwicklung des Gebietes (intensive Forstwirtschaft und Holzkohleproduktion im Mittelalter). Während der Bach im Mittelalter als Wasserlieferant genutzt wurde, wurde er im Zuge der Industrialisierung und der Infrastrukturentwicklung für die Bewohner des Ortes irrelevant. Aus diesem Grund wurde der Bachlauf ab dem Jahr 1920 unterirdisch der Weser zugeführt (MEHRLEIN & MEHRLEIN-SCHLAF 2000). In der folgenden Tabelle werden die aktuellen anthropogenen Einflüsse, welche auf den Bach einwirken und die damit verbundenen Folgen dargestellt (Tab. 1). Der Abschnitt Oberlauf und Quelle beziehen sich auf das Gebiet des Waldstückes und der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Der Abschnitt Unterlauf bezieht sich hingegen auf den Abschnitt des verrohrten Bachlaufes (ab etwa Ortsmitte). Weitere Parameter, die untersucht wurden, um die Gewässergütestrukturklasse feststellen zu können, sind dem Anhang zu entnehmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Status Quo Charakteristika und damit verbundene Auswirkungen (EIGENERSTELLUNG 2014).

Durch die Begradigung, Verlegung des Bachbettes und den Verrohrungen kam es zur Vertiefung der Bachsohle und zu Ufererosionen. Vor allem die Siedlungsgebiete vor der beginnenden Verrohrung sind von dieser Problematik betroffen. Weiterhin ist das Gewässerbett des Baches dadurch gekennzeichnet, dass sich eine Vielzahl von Gehölzen in der direkten Gewässersohle angesiedelt haben. Dies hat zwar zur Folge, dass sich Organismen am Holz niederlassen und somit zur aquatischen Diversität beitragen aber auch, dass sich die Fließgeschwindigkeit in diesem Bereich weiter verringert und Sedimente sich absetzten. Es kommt zur Ausbildung von Sandbänken. Durch die Kraft des dennoch durchdringenden Wasser, wird die Uferstruktur des Baches erodiert, wodurch es zu einer Bachbettverlagerung kommt. Außerdem fehlen im Föhrenbach die typischen Strukturen eines naturnahen Baches wie Ufervegetationsvielfaltnatürliche und Strukturvielfalt des Bachbettes, sodass es sich hierbei um einen eher stark verarmten Lebensraum handelt. Weiterhin sind im gesamten Oberlauf bachbettfremde Objekte anzufinden (unbenutzte Geschiebesammler, Staumauern, Dachziegel, Betonreste, Bauziegel etc.).

Durch die an den Bach angrenzen Grünflächen/landwirtschaftlichen Nutzflächen kommt es sowohl orographisch rechts, als auch orographisch links zu hohen direkten bzw. indirekten Nährstoffeinträge (näheres siehe Minimalkonzept). Durch die hohe Nährstoffbelastung im Oberlauf des Föhrenbaches sind der Uferbereich und das Bachteil als sehr artenarm einzustufen.

Auf Grund der vorherrschenden Charakteristika (Tab. 1 und Anlage) lässt ist der Föhrenbach in die Gewässerstrukturklasse III am Oberlauf und IV am Unterlauf nach BORCHARDT & SCHMIDT (1997) einzustufen. Die Abbildung 3 zeigt eine Auswahl der in der Tabelle 1 genannten anthropogenen Faktoren/Bauten, die auf den Bachlauf einwirken.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Anthropogene Veränderungen am Föhrenbach, Auszug (EIGENDARSTELLUNG MITTELS ARCGIS 10.1 2014).

GESETZLICHER RAHMEN

Laut der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie waren die Länder bis zum Beginn des Jahres 2015 verpflichtet, die Qualität der Fließgewässer auf einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Des Weiteren heißt es (ART. 4 I A IV II EG-WRRL 2000): „ Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss. (...) Mitgliedstaaten schützen, verbessern und sanieren alle Oberflächenwasserkörper soweit, bis diese mindestens einen guten ökologischen

Zustand aufweisen. “ Im Wasserhaushaltsgesetzes der Bundesrepublik heißt es diesbezüglich weiterhin: „ Die Gewässer sind als Bestandteil des Natur- haushalts und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu sichern. Sie sind so zu bewirtschaften, dass sie dem Wohl der Allgemeinheit und im Einklang mit ihm auch dem Nutzen Einzelner dienen, vermeidbare Beeinträchtigungen ihrer ökologischen Funktionen (...) unterbleiben und damit insgesamt eine nachhaltige Entwicklung gewährleistet wird.“ (§ 1 A I WHG 2002).

Anhand dieser gesetzlichen Regelungen wird deutlich, dass das Land Hessen dazu verpflichtet ist, die Sanierung des Föhrenbaches vorzunehmen so lange, bis dieser einen guten ökologischen Zustand aufweist. Aufgrund der geringen Größe des Föhrenbachen kann es jedoch sein, dass dieser innerhalb der Qualitäts-Bestandsaufnahmen der Oberflächengewässer nicht betrachtet wurden ist. Auch kann nicht davon ausgegangen werden, dass eine Renaturierung bzw. Sanierung des Föhrenbaches seitens der Gemeinde veranlasst werden wird.

Generell sind Fließgewässer der III. Ordnung jedoch nicht von den gesetzlichen Regelungen ausgeschlossen (ACHE 2013).

RENATURIERUNG

Da bis dato keine Renaturierung des Föhrenbaches betrieben wurde, dienen die folgenden zwei Konzepte als Anregung. Mit beiden Konzepten kann eine deutliche Verbesserung der Gewässerqualität erzielt werden. Der Bachlauf kann anhand der vorherrschenden Eigenschaften nicht mehr an allen Abschnitten eindeutig dem Gewässertyp des Muldentalgewässers des Berglandes zugeordnet werden. Ziel der Renaturierung ist es aber, dem Referenzgewässer dieses Gewässertyps (Schlochterbach) zu entsprechen und die Wasserqualität einhergehend zu verbessern.

Bezüglich der morphologischen/physikalischen Charakteristika des Bachlaufes gelten folgende Parameter als zu erfüllen (Tab. 2).

Tabelle 2: Morphologische Charaktristika eine Muldentalgewässers des Berglandes (Rasper 2001, S. 57).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Um insbesondere die Strukturvielfalt im Gewässer zu erhöhen, wird eine möglichst naturnahe Gestaltung des Bachlaufes mit einer leichten Mäandrierung zur Verminderung der gefällebedingten hohen Fließgeschwindigkeit und zur Verlängerung der Fließstrecke angestrebt. Weiterhin steht die Sicherung des Uferbereiches im Augenmerk. Das naturschutzfachliche motivierte Hauptziel dieser Renaturierungsmaßnahme ist die Schaffung neuer Teillebensräume für Pflanzen- und Tierarten der Feuchtgebiete. Die Verbindung von Gewässerbettrenaturierung und Erhöhung der Strukturvielfalt durch die Anlage von Hecken und Feldgehölzen begünstigen dieses Vorhaben (LANDSCHAFTSPFLEGEVERBAND FREISING 2011, ARNOLD ET AL. 2009).

Die durchschnittlichen Wirkungsbandbreiten der Renaturierungsansätze sind dabei für den kurz- bis mittelfristigen Betrachtungszeitraum (1 - 20 Jahre) ausgelegt. In Abbildung vier sind die einzelnen Wirkungsbreiten der jeweiligen Teilmaßnahmen aufgezeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Durchschnittliche Wirkungsbandbreiten der Renaturierungsansätze für den kurz- bis mittelfristigen Betrachtungszeitraum (HILLENBRAND & LIEBERT 2001, S. 51).

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Details

Seiten
28
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668153660
ISBN (Buch)
9783668153677
Dateigröße
8.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v316317
Institution / Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen – Fakultät für Agrarökonomie
Note
1,3
Schlagworte
Bach Renaturierung EG-WRRL Wasserrahmenrichtlinie Kosten-Nutzen-Analyse Minimalveränderung Maximalveränderung Zahlungsbereitschaft Gewässergüte Naturschutzökonomie

Autor

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Titel: Die Renaturierung des Föhrenbaches. Eine Nutzen-Kosten-Analyse