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Wir schreiben ein Rondell zum Thema eigenes Empfinden von Angst (Klasse 6, Deutsch)

Unterrichtsentwurf 2013 19 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Überlegungen zu den Lernvoraussetzungen
1.1 Äußere Bedingungen
1.2 Bedingungen der Lerngruppe

2. Didaktische Überlegungen
2.1 Didaktische Begründung
2.2 Bezug zum Bildungsplan
2.3 Einbettung in die Unterrichtseinheit

3. Sachanalyse
3.1 Das Gedicht
3.2 Die Gedichtform Rondell
3.3 Kreatives Schreiben

4. Methodische Überlegungen
4.1 Einstieg
4.2 Erarbeitung
4.3 Übung
4.4 Präsentation

5. Verlaufsplanung

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Überlegungen zu den Lernvoraussetzungen

1.1 Äußere Bedingungen

Die Grund- und Werkrealschule xxx ist ca. 25km von der Landeshauptstadt xxx entfernt. Allerdings ist die Region mit vielen kleineren Ortschaften eher ländlich geprägt.

In der Schule werden derzeit 320 Schüler[1] unterrichtet. Das Kollegium der Schule besteht aus xx Lehrkräften. Die Grundschüler stammen vorwiegend aus xxx, einige Werkrealschüler fahren aber auch aus den Einzugsgebieten xxx mit dem Bus zur Schule. Die Grundschule ist zweizügig. Die Werkrealschule hingegen einzügig. Der Unterrichtsbesuch in Deutsch findet dem Stundenplan zufolge in der fünften Stunde statt, also von 11.20 Uhr bis 12.05 Uhr. Kurz davor ist die große Pause und die meisten Schüler kommen ein wenig erschöpft in den Unterricht zurück. Es kommt auch vor, dass sich einige Schüler in der Pause streiten oder wehtun. Für solche Fälle setzen sich ältere Schüler ein, die als Streitschlichter bzw. Sanitäter ausgebildet wurden. Falls also solch ein Fall auftreten sollte, kann es zu Verspätungen einzelner Schüler kommen.

Das Klassenzimmer ist groß und geräumig. Die Schüler sitzen in drei Reihen mit frontal ausgerichteten Tischen zur Tafel. Durch diese Sitzordnung haben sie eine gute Sicht zur Tafel.

1.2 Bedingungen der Lerngruppe

Die Klasse 6 setzt sich derzeit aus 16 Schülern zusammen, wovon acht Mädchen und acht Jungen sind. Somit ist das Geschlechterverhältnis ausgewogen.

Insgesamt ist das soziale Klima in der Klasse harmonisch, die Schüler gehen freundlich miteinander um und sind hilfsbereit. Die Schüler zeigen sich sowohl gegenüber bekannten als auch neuen Unterrichtsinhalten aufgeschlossen. Die Hälfte der Lerngruppe hat einen Migrationshintergrund. Dies schlägt sich auch in der gesprochenen deutschen Sprache nieder: Diese Schüler haben oft Schwierigkeiten in ihrer Ausdrucksfähigkeit. Die Schülerleistungen in dieser Klasse können insgesamt als eher weniger stark bezeichnet werden.

K. ist ein sehr aufgeweckter und intelligenter Junge, der sich aktiv am Unterricht beteiligt und durch seine qualitativ guten Beiträge die Unterrichtsinhalte bereichert. Allerdings ist er sehr ungeduldig und bricht oft die Klassenregeln: Wenn er sich beispielsweise meldet und nicht sofort aufgerufen wird, dann schreit er häufig raus, protestiert und fühlt sich ungerecht behandelt. In diesem Fall erinnere ich ihn an die Klassenregeln und wende die erste Stufe der Verwarnung an, indem ich seinen Namen an die Tafel schreibe. Ebenfalls schwierig ist es, diesen Schüler in den letzten Unterrichtsstunden zu motivieren. Er kann sich zu diesem Zeitpunkt oft nicht mehr konzentrieren und neigt dann speziell dazu, den Unterricht zu stören. Daher ist wichtig, dass dieser Schüler durch anspruchsvolle Inhalte der Stunde genug gefördert wird, um so seine Motivation aufrecht zu erhalten.

Auch B. stört oft den Unterricht, weil ihre Konzentration schnell nachlässt. Dann spricht sie mit ihrer Nachbarin über andere Themen oder dreht sich um und lenkt die anderen Mitschüler ab. Bei ihr achte ich besonders darauf, dass sie selbstständig arbeitet, ohne dabei die anderen zu stören.

G. und A. gehören zu den leistungsschwächeren Schülern im Deutschunterricht. Sie verstehen oft die Aufgaben nicht oder können aufgrund ihrer Unsicherheit nicht anfangen. Ich versuche beide Schüler im Auge zu behalten, weil sie oftmals meine Unterstützung benötigen.

2. Didaktische Überlegungen

2.1 Didaktische Begründung

Lyrische Texte bieten den Schülern die Gelegenheit, ihre sprachlichen Möglichkeiten auszuschöpfen und zu erweitern, da die „Lyrik […] auf einer vom Alltäglichen abweichenden Sprachverwendung beruht“[2]. Die Schüler merken, dass die Sprache von den Konventionen der Normalsprache abweicht und dass syntaktische wie auch semantische Freiheiten möglich sind.

Oft geht mit Fortschreiten der Schullaufbahn die Lust am Schreiben verloren. Durch das Verfassen kurzer Gedichte kann es jedoch zu einem positiven Schreiberlebnis kommen: Gedichte wecken bei den Schülern die Freude an Sprache und Kreativität. Sie regen zum Ausprobieren des eigenen Sprachpotenzials an. Von einer Gedichtform, die nach festgelegten Strukturen aufgebaut ist - wie z.B. ein Rondell können auch leistungsschwächere Schüler profitieren. Die Auseinandersetzung mit solch einem Gedicht kann den Schülern helfen, mit wenigen Sätzen über ihre Gedanken zu schreiben und sich mitzuteilen. Die wiederkehrenden Zeilen bieten sich dazu an, eigene Gefühle auszudrücken. Durch die Präsentation der selbsterstellten Rondelle erfahren die Schüler verschiedene Gefühlsbeschreibungen zu einem Thema. Dadurch können sie in ihrem Einfühlungsvermögen gestärkt werden und auf die Gedanken und Gefühle ihrer Mitschüler eingehen. Gedichte können also identitätsfördernd sein und zu einem positiven Selbstbild beitragen.

2.2 Bezug zum Bildungsplan

Aus den didaktischen Grundsätzen und Prinzipien des Bildungsplans geht hervor, dass der Deutschunterricht „[…] Anschluss an die Lebenswelten der Schülerinnen und Schüler […]“[3] sucht. Der Deutschunterricht sollte sich somit an Themen orientieren, mit denen die Schüler eigene Erfahrungen verbinden. Allerdings gibt es auch „unangenehme“ Themen wie beispielsweise Angst, die zwar jeder Schüler kennt, aber die entsprechenden Gefühle verdrängt bzw. gar nicht über diese sprechen will. Nur über „Kommunikation und Reflexion“[4] können die Schüler ihre eigene Gedanken und Gefühle ausdrücken und zu anderen Meinungen Stellung nehmen. Der Deutschunterricht in der Werkrealschule „[…] vermittelt eine grundlegende sprachliche Bildung, die den Schülerinnen und Schülern hilft, gegenwärtige und künftige Lebenssituationen angemessen zu bewältigen.“[5] Sowohl die Versprachlichung bestimmter Gedanken als auch deren Niederschrift sind unabdingbar. Daher sollten „[o]ffene Arbeitsaufträge, Schreibkonferenzen, dialogisches Schreiben und freie Textarbeit […]“ Eingang in den Deutschunterricht finden.

Die Schüler sollen am Ende von Klasse 6 verbindliche Kompetenzen erreicht haben. Für das Thema ‚„Wir schreiben ein Rondell“- Eigenes Empfinden zu Angst‘ strebe ich insgesamt drei Kompetenzen aus zwei Bereichen an.

Aus dem Kompetenzbereich „Schreiben - Texte planen und erstellen“ soll folgende Kompetenz erreicht werden:

- Die Schüler können eigene Gefühle und Gedanken […] schriftlich ausdrücken.[6]

Auch im Bereich „Lesen / Umgang mit Texten und Medien - Literatur als Gesprächspartner“ befinden sich Kompetenzen, welche in dieser Unterrichtssequenz angebahnt werden:

Die Schüler können

- Literatur als etwas erfahren, das Gedanken, Gefühle und Erfahrungen von anderen enthält und so hilft, eigene Empfindungen wahrzunehmen und (sich) mitzuteilen;
- Textmerkmale von […] Gedichten zur Erklärung nutzen und bei eigenen Produktionen anwenden;[7]

[...]


[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird die männliche Form für alle Personenbezeichnungen gewählt. Die weibliche Form wird dabei stets mit eingeschlossen.

[2] Spinner, Kaspar, 2005, S.63

[3] Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden Württemberg, 2012, S.43

[4] ebd., S.42

[5] ebd.

[6] Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden Württemberg, 2012, S.46

[7] ebd., S.47

Details

Seiten
19
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668161344
ISBN (Buch)
9783668161351
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v316186
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule in Schwäbisch Gmünd – Werkrealschule
Note
2,0
Schlagworte
rondell thema empfinden angst klasse deutsch

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