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Pyramiden, Pharaonen und Hieroglyphen. Möglichkeiten und Grenzen des Lernens am Thema Ägypten

Unterrichtsentwurf 2012 41 Seiten

Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Theorie
2.1 Grundschulbezug
2.2 Aktueller Stand des Sachunterrichts
2.3 Sachanalyse: Das alte Ägypten
Die Entstehung des alten Ägyptens
Die Pharaonen
Die Schrift der Ägypter -Hieroglyphen
Pyramiden
Pyramide König Djosers in Sakkara
Berufe im Alten Ägypten
Götter im Alten Ägypten

3.Didaktische Überlegungen
3.1 Historisches Lernen im Sachunterricht
3.2 Das Arbeiten an Stationen
3.3 Möglichkeiten des Lernens am Thema Ägypten
3.4 Grenzen des Lernens am Thema Ägypten
3.5 Einbettung des Themas in die Unterrichtseinheit

4.Praxisphase: Stationenarbeit
4.1: Allgemeines
4.2 Die Stationen und ihre Lernziele
4.2.1: Station 1: Das alte Ägypten – eine kleine Zeitreise mit dem Papagei Rudi (Pflichtstation)
4.2.2: 2.Station: Die Pharaonen (Pflichtstation)
4.2.3: Station 3: Die Schrift der Ägypter-Hieroglyphen (Pflichtstation)
4.2.4: Station 4: Pyramiden (Pflichtstation)
4.2.5: Station 5: Berufe im alten Ägypten (freiwillig)
4.2.6: Station 6: Der Götterglaube: Memory (freiwillig)

5.Fazit

6.Literaturverzeichnis

Quellen: Bücher

Quellen: Internetseiten, PDF-Dokumente

Quellen: Bilder

1.Einleitung

Kinder verfügen schon zu Schuleintritt eine sehr hohe Lernfreude und sind wissbegierig – der Sachunterricht besitzt dabei die Aufgabe, die Kinder zu unterstützen, sich ihre Umwelt zu erschließen, sie für Kinder zugänglich und nutzbar zu machen, wodurch sich Möglichkeiten für Erfahrung, Handeln und Erkennen eröffnen sollen. So lässt sich auch das Thema „Lernen am Thema Ägypten – Möglichkeiten und Grenzen“ im Sachunterricht anhand dieser Sichtweise erarbeiten, jedoch stößt man dabei auf einige Grenzen und Einschränkungen, da ein Lernen in einer authentischen Lernumgebung dabei nur schwer realisierbar ist.

Welche Möglichkeiten es gibt, dieses Thema, eingegrenzt auf den Aspekt des „Alten Ägyptens“, im Sachunterricht der Grundschule umzusetzen, stelle ich im Grundschulbezug vor.

Es gibt vielfältige Ansprüche an den heutigen Sachunterricht, die von Bundesland zu Bundesland variieren. Ein allgemeines Leitbild lässt sich für das Fach aber erkennen:

Der Sachunterricht soll die Kinder dabei unterstützen, „sich die soziale und natürliche Umwelt sachgemäß und sinngebend zu erschließen. Die Kinder sollen zunehmend lernen, in gegenwärtigen und zukünftigen Lebenssituationen kompetent zu handeln und zu urteilen,...“[1]

Dabei ist der Erwerb von Schlüsselkompetenzen unabdingbar, indem vielfältige Begegnungen mit der Realität stattfinden und mit allen Sinnen und über verschiedene Zugänge gelernt wird. Neben den allgemeinen Zielsetzungen des Sachunterrichts und seinen Funktionen stelle ich die Verbindung zu meinem Themas in Bezug auf die Perspektiven Raum und Zeit im aktuellen Stand des Sachunterrichts vor.

Die Theorie über die Entstehung des Alten Ägyptens, die Pharaonen, die Hieroglyphen-Schrift, Pyramiden, Berufe und Götter im Alten Ägypten werden in der Sachanalyse über das Alte Ägypten aufgegriffen. Die Sachanalyse stellt die Grundlage für die Erarbeitung der Stationen im Praxisteil der Hausarbeit dar und ist nötiges Hintergrundwissen für den Lehrer.

Im dritten Kapitel „Didaktik“ stelle ich zunächst das historische Lernen im Sachunterricht vor, das durch die Behandlung meines Themas initiiert wird. Bereits im Alltag entwickeln Kinder unbewusst durch den Einfluss von Medien oder auch durch ihre Erfahrungen im Alltag ein Geschichtsbewusstsein.Geschichte ist also ein Teil der kindlichen Lebenswirklichkeit und muss deshalb vom Sachunterricht aufgegriffen werden. Es soll das Geschichtsbewusstsein, also die Kompetenz, sich in den zeitlichen Veränderungen unseres Lebens und unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit orientierten zu können, beim Kind fördern.

Da ich eine einleitende Phase zum Alten Ägypten erarbeiten möchte und das Thema sehr breit gefächert ist, lasse ich die Kinder dieses an Stationen erarbeiten, an denen man verschiedene Teilbereiche aufgreifen kann. Das Arbeiten an Stationen stellt eine Form des offenen Unterrichts dar und erlaubt deshalb die Berücksichtigung leistungsschwacher und leistungsstarker Kinder zum Beispiel durch die Aufteilung in Pflichtstationen und freiwillige Stationen oder auch durch den Einsatz differenzierten Materials.

Auch wenn bei dem Thema das Lernen in einer authentischen Lernumgebung nur schwer realisierbar ist, kann das Thema spielerisch, handlungsorientiert und schülerorientiert aufgegriffen werden. Welche Möglichkeiten und welche Grenzen es gibt, das Thema im Unterricht der Grundschule zu behandeln, stelle ich in zwei Unterkapiteln des Didaktik-Kapitels vor.

Das letzte Unterkapitel des Teils Didaktik beschreibt die Einbettung der von mir erarbeiteten Stationenarbeit in die Unterrichtseinheit „Altes Ägypten“.

Im letzten Kapitel des Hauptteils werden allgemeine Vorbereitungen für die Stationenarbeit beschrieben, die einzelnen Stationen selbst und ihre Zielsetzungen. Insgesamt habe ich sechs Stationen erarbeitet, die jeweils ein anderes Unterthema des Alten Ägyptens aufgreifen.

Die Stationen sind nach den Themen in der Sachanalyse gegliedert.

2.Theorie

2.1 Grundschulbezug

Kinder sind von Grund auf sehr wissbegierig und „hungern“ regelrecht nach Erfahrungen. In der Schule erhalten sie die Möglichkeit, sich Wissen anzueignen, das sie in der außerschulischen Umwelt in alltäglichen Situationen nicht nebenbei lernen. Aus diesem Grund besitzt der Lehrer die Aufgabe, die Neugier der Kinder aufrecht zu erhalten und diese zu sättigen, indem er eine für die Kinder motivierende Lernumgebung schafft, sowie wirkungsorientiert, kompetenzorientiert als auch schülerorientiert unterrichtet. Wichtig ist dabei, dass der Lehrer aufgrund der hohen Heterogenität unter den Kindern Material für die lernstarken und lernschwachen Kinder bereitstellt.

Nach Montessori durchläuft das Kind in seiner Entwicklung „sensible Phasen“, in denen ihre Aufmerksamkeit auf bestimmte Bereich der Entwicklung sensibilisiert wird. Dazu gehören neben der sprachlichen Entwicklung, dem Schreiben, der Entwicklung des Tastsinns und dem Lesen auch die Entwicklung einer Vorstellung von Raum und Zeit, die sich zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr eines Kindes vollzieht. Zu allen sensiblen Phasen hat Montessori Material erarbeitet, wobei das hergestellte Material zur kosmischen Erziehung vor allem den Bereich des Sachunterrichts betrifft und die Vorstellung vom Raum und Zeit somit auch einschließt. Bei der kosmischen Erziehung geht es um die Stellung des Menschen in der Welt und im Kosmos. Das Kind erfährt über die Phänomene der Natur, über die Kultur und Gesellschaft und dass es für die Welt und für sich selbst einen eigenen Anteil an Verantwortung übernimmt. Die Kinder sollen lernen, dass in der Welt alles in einer bestimmten Ordnung zusammenhängt, voneinander abhängig und aufeinander angewiesen ist und der Mensch die Aufgabe besitzt, den Kosmos zu erhalten und weiterzuentwickeln.[2]

Das dazu entwickelte Material von Montessori ist das sogenannte „schwarze Band“, das die Erdgeschichte anschaulich über lange Zeiträume darstellt. Es besitzt eine Länge von 50 Metern und ist 30-40 cm breit, während jeder Zentimeter für eine Million Jahre steht und der allerletzte Zentimeter, der als rotes Band gefärbt ist, die Entwicklung der Menschen darstellt. Die Kinder sollen dadurch eine Vorstellung der Dimension der Zeit, der Entstehung der Erde und des Lebens auf unserem Planeten bekommen.

Für jede neue Epoche wird ein farbiger Papierstreifen gelegt.[3]

Somit erhalten die Kinder zunächst einen Einblick in die Dimensionen und Relationen der Geschichte der Erdentwicklung. Schließlich kann man sich zum Beispiel auf das alte Ägypten (das wiederum in verschiedene Epochen unterteilt werden kann) spezialisieren. Es handelt sich dabei um historisches Lernen. Warum historisches Lernen überhaupt wichtig in der Primarstufe ist, stelle ich im Kapitel über historisches Lernen vor. Über das Alte Ägypten erhalten die Kinder einen Einblick in das Leben des ägyptischen Volkes vor mehr als 5000 Jahren. Die Kinder erfahren zum Beispiel, dass es damals schon Dinge gegeben hat, von denen die meisten glauben, dass es sie erst in der heutigen Zeit gibt. Sie lernen eine unglaublich hohe Kultur kennen, von der heute immer noch Bauwerke erhalten geblieben sind wie die Pyramiden oder der Sphinx.

Zu diesem Thema gibt es immer noch zahlreiche ungeklärte Fragen, zum Beispiel wie genau die Pyramiden gebaut wurden. Das Interesse der Kinder kann durch Fragen, Forschen und Lernen aktiviert werden. Den Kindern sind auch schon vom außerschulischen Lernen zahlreiche Begriffe bekannt wie „Pyramiden“, „Pharaonen“ oder „Hieroglyphen“, da es sehr viele Kinder-Sachbücher und Dokumentationen dazu gibt, die eine besondere Faszination auf sie ausüben.[4]

„Vorerst mag diese impressionistische Annäherung anErfahrungen von Kindern mit ihrer Umweltausreichen, um anschaulich zu machen, dass Kinder bereits vor dem Eintritt in die Grundschule vielfältige und komplexeVorstellungen über ihre Umwelterworben haben.“[5]

Somit kann man davon ausgehen, dass einige Kinder viel Vorwissen über das Thema bereits zu Schulanfang mitbringen.

Sie können sich zum Beispiel an der Hieroglyphen-Schrift erproben und erfahren, dass es nicht nur unsere Schrift gibt, sondern dass man sich auch durch Bildzeichen verständigen konnte und somit identifizieren sie sich durch das Schreiben mit den Menschen aus dem alten Ägypten.

Wichtig ist ebenfalls, systematische Zusammenhänge zu erschließen, wie zum Beispiel dass der Nil als Transportweg für die Beförderung der Steine zu der Pyramide diente oder auch weshalb sich die Menschen am Nil angesiedelt haben und dort blieben.

Interessant für die Kinder wäre auch, die Erfindung des Kalenders mit 365 Tagen, die durch die Wiederkehr der Nilflut im Sommer entziffert wurde, in Bezug zu der Gegenwart zu setzen.

Die Kinder lernen eine andere Lebensweise kennen, diese zu verstehen und zu reflektieren. Dadurch wird dem Kind die Möglichkeit gegeben, sein Verständnis von Zeit und Raum zu erweitern. Darauf gehe ich im folgenden Kapitel näher ein.

2.2 Aktueller Stand des Sachunterrichts

Nicht in allen Bundesländern trägt das Fach, in dem die Umwelt der Kinder einen großen Stellenwert einnimmt, den selben Namen. In einigen Bundesländern wird das Fach als „Sachunterricht“; in anderen Bundesländern als „Heimat-und Sachkunde“, „Heimat-und Sachunterricht“ oder als „Mensch, Natur und Kultur“ bezeichnet. Die Inhalte werden in den verschiedenen Bundesländern unter verschiedenen Aspekten zusammengefasst. In Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg zum Beispiel werden sie nach „Themenfeldern“ gegliedert, im Saarland und in Sachsen-Anhalt nach „Bereichen“ und in Rheinland-Pfalz nach „Erfahrungsbereichen“ und „Perspektiven“. So werden im Teilrahmenplan Sachunterricht von Rheinland-Pfalz die Erfahrungsbereiche „natürliche Phänomene und Gegebenheiten“, „Ich und andere“, „bebaute und gestaltete Umwelt“, „Umgebungen erkunden und gestalten“ und „Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ genannt. Das von mir bearbeitete Thema „Altes Ägypten“ kann dem letztgenannten Punkt zugeordnet werden, das unter anderem zum Ziel hat, zeitliche Strukturen im Alltag zu unterscheiden, worauf ich gegen Ende dieses Kapitels näher eingehen werde.[6]

Der Sachunterricht hat im heutigen Unterricht der Grundschule vier Funktionen zu erfüllen. Dazu gehört die Vermittlungsfunktion, also die Wissensvermittlung mit dem Ziel der Enkulturation, wobei am aktuellen Wissensstand des Kindes angesetzt wird. Auch soll der Sachunterricht dazu anleiten, die Welt zu entdecken, zu erkunden und die Umwelt zu erschließen. Der Sachunterricht besitzt somit auch eine Explorationsfunktion. Durch die Orientierungsfunktion und die Erziehungsfunktion soll das Kind dazu angeleitet werden, sich an der gegenwärtigen und zukünftigen Lebenssituation in der Gesellschaft zu orientieren und in der sich verändernden Zukunft eigenständig zu agieren. Die Anforderungen an das Orientierten in einem Raum sind erheblich angewachsen und können nicht mehr alleine aus dem „Erleben“ heraus erworben werden. Aus diesem Grund besitzt das raumbezogene Lernen der Grundschule die Aufgabe, durch Bildung und systematischer Aneignung der raumbezogenen Perspektive die immer komplexer werdenden Lebensräume zu erschließen und sich dadurch in der Umwelt besser zu orientieren.[7]

In der Grundschule werden somit Schlüsselqualifikationen vermittelt, mit denen das Kind die Anforderungen im Laufe seines Lebens bewältigen kann. Dazu gehören beispielsweise metakognitive Fähigkeiten, handlungsbezogene Fähigkeiten wie das Arbeiten und Kooperieren in Gruppen, die Entwicklung von Lösungsstrategien, die Stärkung der Selbstverantwortung und der Selbststeuerung. Dadurch lassen sich Chancenungleichheiten abbauen und eine Verbindung zwischen allen Bildungsbereichen schaffen. Für ein lebenslanges, nachhaltiges Lernen sollten auch das Interesse und die Lernfreude des Kindes berührt werden, sodass eine aktive Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand erfolgen kann und diese durch Erlebnisse auf lange Sicht vermittelt werden können.

Des Weiteren soll der Sachunterricht die Veränderungsprozesse der Sozialisation im Bezug auf die Stellung der Familie, die steigende soziale Armut oder auch den Anstieg der Zahl der Alleinerziehenden berücksichtigen, indem er ein „Lernen mit allen Sinnen“ initiiert und den Kindern somit primäre Erfahrungen vermittelt. Außerdem sollten eine ganzheitliche Erziehung und die Begegnung mit der Realität nicht fehlen, was heutzutage in vielen Familien aufgrund des gestiegenen Medienkonsums nicht mehr selbstverständlich ist.

Es gibt aktuell verschiedene Strömungen im Sachunterricht, wozu der Konstruktivismus, die Vielperspektivität, das lebenslange Lernen und die anschlussfähige Bildung gehören. Eine der Hauptannahmen beim Konstruktivismus lautet, dass der Mensch sich seine Wirklichkeit selbst „konstruiert“.

Als Antwort auf die schlechten PISA-Ergebnisse und mit dem Ziel, auf ein eigenverantwortliches und selbstständiges Leben in der Gesellschaft vorzubereiten, rückt der Konstruktivismus als naturwissenschaftlich fundierte moderne Erkenntnistheorie immer weiter in den Mittelpunkt. Jeder Mensch konstruiert mit Hilfe seiner Erfahrung seine eigene Welt. Die Selbststeuerung des Lernprozesses ist dabei entscheidend. Der Lehrer kann nur durch die Bereitstellung von Lernangeboten und Anregungen das Kind dabei unterstützen. Dabei entwickeln die Kinder in einer offenen Lernsituation selbst Fragen zu einem Thema, denen sie schließlich nachgehen. Wie sie dabei lernen möchten, ist ihnen selbst überlassen. Der Lernende baut dabei auf seinem Vorwissen auf und interpretiert damit neue Informationen und Erfahrungen Dazu gehören beispielsweise aktiv-entdeckendes Lernen, problemorientiertes Lernen, Lernen durch Entdecken, Erkunden, Experimentieren und handlungsbezogenes Lernen. Hauptkritikpunkte am Konstruktivismus sind die Vernachlässigung der sozialen und kulturellen Verhältnisse und die Übergewichtung der Selbstorganisation.[8][9]

Eine weitere Perspektive stellt die Mehr-oder Vielperspektivität dar, also ein Lernen über verschiedene Zugänge zum Lerngegenstand.

„Der vielperspektivische Sachunterricht ist multidimensional angelegt. Potenzielle Gegenstände des Unterrichts werden unter möglichst vielfältigen Perspektiven vermessen […] Der vielperspektivische Sachunterricht ist ausgesprochen wissenschaftsfreundlich, wobei durch die Multidimensionalität Einseitigkeiten vermieden werden.“[10]

Ein vielperspektivisches Denken kann dadurch gefördert werden, indem Phänomene aus der Umwelt in einen Zusammenhang zueinander gesetzt werden, wobei eine Vermittlung zwischen Kind, Sache, Fachwissenschaft und Gesellschaft stattfindet.

Zu einer weiteren Strömung des Sachunterrichts gehört die anschlussfähige Bildung. Dabei ist wichtig, dass der Sachunterricht auf den nachfolgenden Fachunterricht vorbereiten und daran anschließen kann.

Die in meiner Unterrichtsstunde zum Alten Ägypten angewandte Methode des Stationenunterrichts kann dem offenen Unterricht zugeordnet werden.

„Von besonderer Bedeutung sind die Methoden des offenen Sachunterrichts, da diese ein differenziertes Arbeiten ermöglichen. Das Lernen an Stationen, Freiarbeit oder Projektarbeit ermöglichen es, die Lernwege der Schülerinnen und Schüler so zu individualisieren, dass der Homogenität der Lerngruppe Rechnung getragen werden kann.“[11]

In meinem Praxisteil stelle ich eine Stationenarbeit zum Thema „Lernen am Thema Ägypten“ im Bezug auf das Alte Ägypten vor. Diese stellt eine schülerorientierte, offene Unterrichtsform dar, die ein Lernen mit allen Sinnen fördert.

Der Sachunterricht lässt sich in verschiedene Dimensionen unterteilen. Dazu gehören die Dimensionen Technik, Natur, Raum und Zeit. Mein Thema „Lernen am Thema Ägypten - Möglichkeiten und Grenzen“ kann den Dimensionen Zeit und Raum zugeordnet werden.

Bei der Dimension „Raum“ werden drei größere Aufgabenfelder im Teilrahmenplan Sachunterricht vorgestellt. Dazu gehört, dass die Kinder Räume erkunden, bewusst wahrnehmen und sich in ihnen orientieren können. Des Weiteren sollen die Kinder Räume als geschaffen, veränderbar, gestaltbar und nutzbar ansehen und als letzten Punkt ökologische Zusammenhänge von Räumen bei der Gestaltung und Nutzung erkennen und beachten.

Für mein Thema trifft der zweite Punkt zu. Näher ausgeführt bedeutet das, dass die Kinder „erforschen, wie der Mensch Räume und Landschaften nach seinen Bedürfnissen verändert und nutzt […] prägende Merkmale der Region kennen lernen (moderne und historische Bauten, Museen, funktionale Räume, Türme, Brücken …)“[12]

Dazu gehören zum Alten Ägypten das Bauen der Pyramiden, von denen bis heute immer noch einige erhalten geblieben sind, sowie die Errichtung von Ackerflächen am Nil entlang und der Grund für die Ansiedlung der Menschen am Nil. Auch prägende Merkmale des alten Ägyptens wie der Bau der Cheops-Pyramide werden an den Stationen erarbeitet.

Im Bezug auf den Aspekt „Zeit“ soll der Sachunterricht dazu beitragen, ein Zeitbewusstsein herauszubilden und zum reflektierten Umgang mit Zeit beizutragen.

Das Erfassen zeitlicher Strukturen ist wichtig, da sich das Leben in zeitlichen Strukturen abspielt und Vergangenes die Gegenwart beeinflusst, aber auch die Zukunft von heutigen oder früheren Entscheidungen abhängt. Im Hinblick auf mein Thema sollen die Kinder „Veränderungen menschlicher Gewohnheiten, Bedürfnisse und Lebensumstände an ausgewählten Beispielen erkennen; gegenwärtige Lebensumstände auch als Folge von früheren Entwicklungen, Handlungsweisen, Erfindungen, Entdeckungen erkennen.“[13]Das Zeitverständnis soll dadurch gefördert werden, indem die Kinder lernen, dass es zum Beispiel Pharaonen wirklich gab und es keine erfundenen Personen sind. Sie sollen lernen, unter welchen Lebensumständen die Menschen im alten Ägypten gelebt haben, wie die Gesellschaftsstruktur früher aufgebaut war, welche Berufe es früher gab und welche davon angesehen waren.

Ein Verständnis dafür, dass sich die Verhältnisse in der Zeit verändern und wir Menschen dafür verantwortlich sind, entwickelt sich.[14][15][16][17][18][19]

2.3 Sachanalyse: Das alte Ägypten

Die Entstehung des alten Ägyptens

Ägypten ist ein Land, das im Nordosten Afrikas liegt. Der Nil, der längste Fluss der Erde, durchfließt Ägypten in nördlicher Richtung. Dieser ist insgesamt 6600 km lang und entspringt im Herzen Ostafrikas, in den Bergen von Ruanda und Burundi, durchfließt den tropischen Regenwald, die Sumpfgebiete im Süden, die Grassavannen im Norden des Sudans, bis er bei Assuan die südliche Grenze von Ägypten erreicht und im Norden Ägyptens in das Mittelmeer mündet. Auf seinem Weg nach Norden fließen viele Nebenflüsse in den Nil hinein, wodurch dieser Mineralien und vulkanischen Schlamm mitnimmt und somit in Ägypten die Felder düngt und auch dadurch als Baumaterial genutzt werden kann. Aufgrund der jährlichen Nilflut wurde von 1960 bis 1971 ein Staudamm in Assuan gebaut, wodurch diese seitdem aufgehalten werden kann. Der griechische Geschichtsschreiber und Geograf Herodot, der um 450 v.Chr. Ägypten bereiste, bezeichnete dieses Land als „Geschenk des Nils“, da der Nil den Menschen im Alten Ägypten eine Lebensgrundlage bot und es immer noch tut.

[...]


[1] Teilrahmenplan Sachunterricht, Mai 2006; S.9

[2] Vgl. Montessori M.; Leben und Werk; 3.Auflage 2010; Verlag C.H.Beck; S.68-69

[3] Vgl. Stade B.; Erziehung zum Menschen – Grundgedanken der Pädagogik Maria Montessoris; Vordiplomarbeit; GRIN; S.34

[4] Vgl. Weyrauch, S., Das alte Ägypten – Pyramiden, Götterkult und Pharaonen; 1.Auflage 2011; GRIN; S.3

[5] Kahlert J., Der Sachunterricht und seine Didaktik; 3.Auflage 2009; Klinkhardt; S.12

[6] Vgl. Kahlert J.; Der Sachunterricht und seine Didaktik; 3.Auflage 2009; Klinkhardt; S.16

[7] Vgl. Giest H.; Zur Didaktik des Sachunterrichts, Aktuelle Probleme, Fragen und Antworten; 2009; Universitätsverlag Potsdam; S.141

[8] http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5649/pdf/KlassenSusanne-2006-02-02.pdf ;S.147-157

[9] Vgl. Anders, B.; Konstruktivismus – Eine Perspektive für den Sachunterricht? Überlegungen zur konstruktivistischen Unterrichtsgstaltung; Examensarbeit; GRIN, S.81-84

[10] Thomas B.; Der Sachunterricht und seine Konzeptionen (Historische und aktuelle Entwicklungen); 2009, Klinkhardt; S.121

[11] Hilbers S.; Methodische Umsetzungen von Suchtprävention im Sachunterricht – eine praktische Unterrichtserprobung zum Thema Rauchen. Studienarbeit; GRIN; S.24

[12] Teilrahmenplan Sachunterricht, Mai 2006, S.26

[13] Teilrahmenplan Sachunterricht, Mai 2006, S.28

[14] Vgl. Hart G.; Sehen – Staunen – Wissen, Das alte Ägypten; 2.Auflage 1992 Hildesheim:Gerstenberg; S.6,8

[15] Vgl. Harris G.; Das Buch vom Alten Ägypten; 1.Auflage Arena Verlag GmbH, Würzburg, 1991; S.10-15

[16] Vgl. Menschen Zeiten Räumen; Arbeitsbuch für Gesellschaftslehre; Rheinland-Pfalz Saarland; 1.Auflage 2009 Cornelsen, S.184-185

[17] Vgl. Vogt M.; Das Alte Ägypten, die geheimnisvolle Welt der Pharaonen; 25.November 2011; Komet Verlag GmbH; S.22-46, S.100-115

[18] Vgl. Reichardt H.; Was ist was: Pyramiden; 1999 Tessloff Verlag; S.8-11

[19] Vgl. Reichardt H.; Was ist was: Das Alte Ägypten; 1981 Tessloff Verlag; S.6-15

Details

Seiten
41
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668331686
ISBN (Buch)
9783668331693
Dateigröße
780 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v315878
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,7
Schlagworte
pyramiden pharaonen hieroglyphen möglichkeiten grenzen lernens thema ägypten

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Titel: Pyramiden, Pharaonen und Hieroglyphen. Möglichkeiten und Grenzen des Lernens am Thema Ägypten