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Predigten im Jahreskreis A, B und C

Vorlagen und Impulse für die Homilie

Sammelband 2016 457 Seiten

Theologie - Praktische Theologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Lesejahr A
1 Adventssonntag
2 Adventssonntag
3 Adventssonntag
4 Adventssonntag
Weihnachten
Fest der hl. Familie
Jahreswechsel
Erscheinung des Herrn
Taufe des Herrn
Aschermittwoch
1 Fastensonntag
2 Fastensonntag
3 Fastensonntag
4 Fastensonntag
5 Fastensonntag
Palmsonntag
Karfreitag
Ostermontag
2 Sonntag der Osterzeit
3 Sonntag der Osterzeit
4 Sonntag der Osterzeit
5 Sonntag der Osterzeit
6 Sonntag der Osterzeit
7 Sonntag der Osterzeit
Christi Himmelfahrt
Pfingsten
Dreifaltigkeitssonntag
Maria Himmelfahrt
Allerseelen
2 Sonntag im Jahreskreis
3 Sonntag im Jahreskreis
4 Sonntag im Jahreskreis
5 Sonntag im Jahreskreis
6 Sonntag im Jahreskreis
7 Sonntag im Jahreskreis
8 Sonntag im Jahreskreis
9 Sonntag im Jahreskreis
10 Sonntag im Jahreskreis
11 Sonntag im Jahreskreis
12 Sonntag im Jahreskreis
13 Sonntag im Jahreskreis
14 Sonntag im Jahreskreis
15 Sonntag im Jahreskreis
16 Sonntag im Jahreskreis
17 Sonntag im Jahreskreis
18 Sonntag im Jahreskreis
19 Sonntag im Jahreskreis
20 Sonntag im Jahreskreis
21 Sonntag im Jahreskreis
22 Sonntag im Jahreskreis
23 Sonntag im Jahreskreis
24 Sonntag im Jahreskreis
25 Sonntag im Jahreskreis
26 Sonntag im Jahreskreis
27 Sonntag im Jahreskreis
28 Sonntag im Jahreskreis
29 Sonntag im Jahreskreis
30 Sonntag im Jahreskreis
32 Sonntag im Jahreskreis
33 Sonntag im Jahreskreis
34 Sonntag im Jahreskreis

Lesejahr B
1 Adventssonntag
2 Adventssonntag
3 Adventssonntag
4 Adventssonntag
Weihnachten
Jahreswechsel
Erscheinung des Herrn
Taufe des Herrn
1 Fastensonntag
2 Fastensonntag
3 Fastensonntag
4 Fastensonntag
5 Fastensonntag
Palmsonntag
Ostersonntag
2 Sonntag der Osterzeit
3 Sonntag der Osterzeit
4 Sonntag der Osterzeit
5 Sonntag der Osterzeit
6 Sonntag der Osterzeit
7 Sonntag der Osterzeit
Christi Himmelfahrt
Pfingstsonntag
Dreifaltigkeitssonntag
Maria Himmelfahrt
Allerheiligen
2 Sonntag im Jahreskreis
3 Sonntag im Jahreskreis
4 Sonntag im Jahreskreis
5 Sonntag im Jahreskreis
6 Sonntag im Jahreskreis
11 Sonntag im Jahreskreis
12 Sonntag im Jahreskreis
13 Sonntag im Jahreskreis
14 Sonntag im Jahreskreis
15 Sonntag im Jahreskreis
16 Sonntag im Jahreskreis
17 Sonntag im Jahreskreis
18 Sonntag im Jahreskreis
19 Sonntag im Jahreskreis
20 Sonntag im Jahreskreis
21 Sonntag im Jahreskreis
22 Sonntag im Jahreskreis
23 Sonntag im Jahreskreis
24 Sonntag in Jahreskreis
25 Sonntag im Jahreskreis
26 Sonntag im Jahreskreis
27 Sonntag im Jahreskreis
28 Sonntag im Jahreskreis
30 Sonntag im Jahreskreis
32 Sonntag im Jahreskreis
33 Sonntag im Jahreskreis
34 Sonntag im Jahreskreis

Lesejahr C
1 Adventssonntag
2 Adventssonntag
3 Adventssonntag
4 Adventssonntag
Kinderchristmette
Fest der hl. Familie
Jahreswechsel
Erscheinung des Herrn
Taufe des Herrn
1 Fastensonntag
2 Fastensonntag
3 Fastensonntag
4 Fastensonntag
5 Fastensonntag
Palmsonntag
Karfreitag
Ostersonntag
2 Sonntag der Osterzeit
3 Sonntag der Osterzeit
4 Sonntag der Osterzeit
5 Sonntag der Osterzeit
6 Sonntag der Osterzeit
7 Sonntag der Osterzeit
Christi Himmelfahrt
Allerheiligen
2 Sonntag im Jahreskreis
3 Sonntag im Jahreskreis
4 Sonntag im Jahreskreis
5 Sonntag im Jahreskreis
6 Sonntag im Jahreskreis
7 Sonntag im Jahreskreis
8 Sonntag im Jahreskreis
9 Sonntag im Jahreskreis
10 Sonntag im Jahreskreis
11 Sonntag im Jahreskreis
12 Sonntag im Jahreskreis
13 Sonntag im Jahreskreis
14 Sonntag im Jahreskreis
15 Sonntag im Jahreskreis
16 Sonntag im Jahreskreis
17 Sonntag im Jahreskreis
18 Sonntag im Jahreskreis
19 Sonntag im Jahreskreis
20 Sonntag im Jahreskreis
21 Sonntag im Jahreskreis
22 Sonntag im Jahreskreis
23 Sonntag im Jahreskreis
24 Sonntag im Jahreskreis
25 Sonntag im Jahreskreis
26 Sonntag im Jahreskreis
27 Sonntag im Jahreskreis
28 Sonntag im Jahreskreis
29 Sonntag im Jahreskreis
30 Sonntag im Jahreskreis
31 Sonntag im Jahreskreis
32 Sonntag im Jahreskreis

Verzeichnis der Bibelstellen
Raum für Ihre Notizen:
Raum für Ihre Notizen:

Der Autor

Vorwort

Liebe Leser

In diesem Buch finden Sie eine Auswahl verschiedenster Predigten für die Jahreskreise A-B und C.

Diese Vorlagen wie ich sie nenne, können sie einfach so übernehmen oder was besser wäre die in den Vorlagen enthaltenen Impulse oder Beispiele sich für Ihre Predigt zu eigen machen.

Denn wenn Ihre Predigt die Hörer ansprechen soll, so müssen Sie sich mit Ihrer Homilie selbst identifizieren können. Daher ist es anzuraten, die Vorlage der persönlichen Sprechweise und Gedankenwelt anzupassen.

Diese Buch ist also als Nachschlagewerk für alle gedacht, die dem Predigtdienst in der Kirche nachgehen.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Hermann Ritter, Pfr i. R. bedanken für die Erlaubnis seine Predigten in diesem Buch verwenden zu dürfen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.

Ihr Michael Dotzel

Lesejahr A

1. Adventssonntag

Mt 24,29-44

Liebe Mitchristen!

„Ich habe Dir niemals einen Rosengarten versprochen“ — so lautet der Titel eines bekannten Pop-Songs. Das soll wohl heißen:

„Ich habe Dir nie etwas vorgemacht, ich habe dir ein Paradies oder eine heile Welt versprochen.“

Der Rosengarten scheint ein Bild zu sein für eine heile Welt, für Schönheit, Lebensfreude, für Liebe ohne jeden Schatten. So wie auch die Rose eben die Blume der Liebe ist. Keine andere Blume wird wohl so häufig verschenkt, wenn man einem Menschen zeigen will, dass man ihn gern hat, wie rote Rosen.

In diese „Rosen-Romantik“ poltert das heutige Evangelium hinein wie ein Donnerschlag:

„Die Sonne wird sich verfinstern, der Mond nicht mehr scheinen, die Sterne werden vom Himmel fallen ... Alle Völker der Erde werden jammern und klagen, wenn der Menschensohn kommt.“

Das ist nicht gerade ein gelungener Start in eine besinnliche, romantische Adventszeit. Mit Advent verbinden wir doch sonst so viel Schönes:

- die spannende Vorbereitung auf Weihnachten.
- das große Fest des Friedens, der Familien, der Idylle.

Kaum einer kann sich dem Charme des Weihnachtsfestes und der Adventszeit entziehen, trotz alljährlich wiederkehrender Hektik. Advent und Weihnachten — das hat etwas, das uns an die Kindheit erinnert, dass uns vielleicht sogar wieder ein wenig Kind sein lässt.

Selbst Menschen, die mit Weihnachten nichts Christliches mehr verbinden, die gar nicht mehr wissen, dass es das Geburtsfest Jesu ist, selbst Menschen, die für sich mit dem Glauben an Gott längst abgeschlossen haben, lassen sich von den Gefühlen der Advents- und Weihnachtszeit anstecken.

Da schwingt etwas mit von der Sehnsucht der Menschen nach einer wirklich heilen Welt,

- nach Liebe, die nicht enttäuscht wird.
- nach Frieden in einer Tiefe, wie ihn die Welt nicht geben kann.

Diese Sehnsucht wohnt im Herzen aller Menschen: egal ob Christ oder nicht, ob Kind oder Greis, ob armer Schlucker oder reicher Millionär.

In der Adventszeit und an Weihnachten dürfen wir alle zu dieser Sehnsucht stehen, da braucht sich niemand zu schämen.

Von eben dieser Sehnsucht spricht auch die erste Lesung dieses Sonntags. Der Prophet Jesaja schaut in einer Vision, wie sich alle Völker und Nationen auf den Weg machen. Egal, von woher sie kommen, sie haben alle dasselbe Ziel: den Berg des Herrn. Dieses gemeinsame Ziel eint sie so sehr, dass endlich die heile Welt anbricht, nach der sich die Menschen so sehr sehnen: Da werden Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet und Lanzen zu Winzermessern. Überall wird Friede sein. Das ist ein Hoffnungsbild, das passt, an das man sich gerne halten will in der Adventszeit.

Und auch der Apostel Paulus will uns in der zweiten Lesung aufwecken für eine neue Zeit, in der es keine Werke der Finsternis mehr geben wird: Herrliche Aussichten!

Aber da ist eben auch diese andere Vision, die uns Jesus im Evangelium vor Augen stellt: vom Untergang der Welt, von dem schrecklich-schaurigen Tag des Herrn, der wie eine Flut über die Erde hereinbricht, die alle hinwegrafft.

- Ist das dieselbe Ankunft des Herrn, die wir an Weihnachten erwarten?
- Ist das derselbe Herr, dessen Ankunft wir in unserem romantischen Advent entgegensehen?

Nein, es ist, als ob uns Gott mit diesem Evangelium zurufen möchte: „Ich habe euch niemals einen Rosengarten versprochen!“ Ich habe euch niemals eine heile Welt versprochen, jenseits der Welt, in der wir leben. Es ist ernüchternd, was uns der Herr hier zumutet. Und doch ist es zugleich auch ehrlich und aufrichtig. Die Bibel macht uns nichts vor. Sie ist nicht ein billiger Drei-Groschen-Roman mit garantiertem Happy-End. Sie ist eben sehr realistisch. Das ist die Welt, in der wir leben: Sie hat ihre Ecken und Kanten. Sie hat - um beim Bild der Rose zu bleiben - sie hat ihre Dornen. Sie hat Zeiten, in denen vom Rosenstock nichts sichtbar ist als trockenes, dorniges Gestrüpp, das Wunden reißt, an dem wir uns verletzen können. So ist das Leben: Es schlägt uns Wunden und Verletzungen. Da gibt es manche Narben, die wir im Laufe unseres Lebens ertragen müssen: Enttäuschungen, leidvolle Erfahrungen, Krankheiten vielleicht, Einsamkeit, die Erfahrung der Vergänglichkeit. Dem können wir nicht ausweichen. Und es nutzt auch nichts, in eine vorweihnachtliche Traumwelt zu flüchten. Das Leben kann manchmal sehr dornig sein.

Und doch steht über allem eine Verheißung: Gott findet sich nicht einfach mit dieser Welt ab, wie sie nun einmal ist. Er will sie verändern und verwandeln.

Er will sie nicht vernichten und eine neue, andere Welt an ihre Stelle setzten.

Er will vielmehr, dass die Dornen zu blühen beginnen. Darum wird er Mensch. Darum kommt Gottes Sohn mitten hinein in unsere Welt mit ihren Dornen. Er will diese Welt von innen heraus verwandeln, er will sie zum Blühen bringen. Und das ist ein großartiges Zeichen der Hoffnung: Gott hat den Glauben an diese Welt nicht verloren. Er hat den Glauben an die Menschen nicht verloren — trotz all der bitteren Erfahrungen und Enttäuschungen, die er mit den Menschen immer wieder erleben musste. Er nimmt diese Welt an, wie sie ist, mit ihren Dornen und Stacheln, mit ihrer dürren und trostlosen Seite, aber auch mit all der Hoffnung und Sehnsucht, die in den Herzen der Menschen lebendig geblieben ist. Und wo Gott diese Welt berührt, da beginnen die Rosen zu blühen.

Die Rose ist ein Zeichen der Liebe. Vielleicht kann deshalb das Bild der Rose uns durch diese Adventszeit begleiten: Sie ist ein Zeichen dafür, wie sehr Gott diese Welt liebt, wie sehr er die Menschen liebt. Sie ist aber zugleich auch ein Zeichen, dass wir uns nicht flüchten dürfen in eine Traumwelt, in eine Adventsromantik, die mit dem realen Leben nichts mehr zu tun hat. Rosen haben eben Dornen.

Ich wünsche uns eine Adventszeit, in der es uns immer mehr gelingt, das Leben anzunehmen, wie es ist, mit seinen Dornen und mit den wunderschönen Blüten, die es treibt.

Ich wünsche uns eine Adventszeit, in der wir uns gemeinsam auf den Weg machen, um Gott zu begegnen, wenn er unsere Welt und unser Leben berührt.

Ich wünsche uns, dass wir gemeinsam die herrlichen Rosen entdecken, die Gott mitten in unserem Leben erblühen lässt.

Ich wünsche uns eine Adventszeit, die alle unsere Sinne schärft, dass wir die Rosen entdecken, die uns von der Liebe Gottes zum Menschen.

2. Adventssonntag

Mt 3,1-12

Liebe Mitchristen!

Er gehört einfach in den Advent, dieser Johannes der Täufer, diese schroffe, unbequeme Gestalt. Er ist der Vorläufer Jesu; er ist sein Wegbereiter. Er hat es sich selbst nicht bequem gemacht in seinem ganzen Lebensstil. Wenn wir wohl nur mit Schaudern daran denken, dass er Heuschrecken gegessen hat, dass er sich mit rauen Fellen bekleidet hat. Wir können ihn uns gut vorstellen: als eine hagere, sonnenverbrannte Gestalt mit wildem Bart. Sein Aussehen war wohl durchaus ungepflegt und seine Lebensweise entsprechend asketisch.

Er hat es sich selbst nicht bequem gemacht, und er hat es auch den anderen nicht bequem gemacht. Seine Predigt war wenig erbaulich und wenig festlich. Seine Zuhörer, die Pharisäer und die Sadduzäer nannte er eine Schlangenbrut und klagte ihre Scheinheiligkeit an. Äußerlich erfüllten sie ja ihre Pflicht, aber ihre Religion war nur der Vollzug eines Rituals, innerlich hohl wie leerer Weizen. Darum kündigte Johannes an, dass die Spreu vom Weizen getrennt wird. Das Gericht Gottes steht bevor. Es war keine erbauliche Ansprache, die allen wohl- und keinem wehgetan hätte.

Liebe Mitchristen! Dieser unentwegte Rufer in der Wüste ist bis heute nicht verstummt. Die Liturgie der Kirche lässt seine Stimme nach wie vor erklingen, gerade jetzt im Advent, in den Tagen und Wochen vor Weihnachten.

Doch eine andere Gestalt kommt mir nun gleichzeitig in den Sinn: einer, der regelmäßig auftaucht vor Weihnachten. Er ist die unserer Zeit gemäße Kontrastfigur zu Johannes dem Täufer. Man trifft ihn in den Fußgängerzonen der Städte und auf den Christkindlmärkten. Man sieht ihn in der Auslagen der Geschäfte: Es ist der Weihnachtsmann, dieser brummige, gutmütige Alte, mit wattegepolsterten Mantel und mit Glühweinresten in seinem Rauschebart. Er strahlt Behaglichkeit aus in dieser Zeit der Kälte.

Zwei vorweihnachtliche Boten: Johannes der Täufer oder der Weihnachtsmann? Welcher von beiden spielt eigentlich für uns die wichtigere Rolle?

Der Weihnachtsmann verbreitet ein bisschen Romantik oder auch ein wenig Angst und Schrecken bei den Kindern.

Hauptsächlich aber dient er wohl dem vorweihnachtlichen Umsatz und Geschäft; er fördert die Kauflust und vermittelt sanfte Atmosphäre für diese schönste Zeit im Jahr. Sein Auftritt wird in wenigen Tagen wieder beendet sein, und dann ist alles wieder beim Alten und wie vorher.

Anders bei Johannes dem Täufer. Er will bestimmt nicht, dass alles bleibt, wie es vorher und wie es immer war. Sein leidenschaftlicher Appell heißt: Umkehr! Bringt Früchte hervor, die eure Umkehr zeigen und erkennen lassen. Denn es beginnt eine völlig neue Zeit; es kommt etwas ganz Neues, das noch nie da gewesen ist. Es kommt das Reich Gottes. – Rechnen wir denn wirklich damit?

Liebe Mitchristen! Wenn wir unsere Kirche anschauen, wenn wir sie kritisch betrachten, dann müssen wir uns schon fragen: Welche Rolle spielt sie denn eigentlich. Sicher glauben wir an Gott; er steht über uns und wir leben unter seinen Augen. Aber wir haben den Eindruck, dass das immer so war und dass es auch so bleiben wird. Wir haben uns – auch als Kirche – recht behaglich eingerichtet auf dieser Welt. Johannes der Täufer aber reißt uns heraus aus der Bequemlichkeit und aus der scheinbaren Sicherheit. Er zeigt uns: Gott fordert etwas von uns, ja er fordert uns selbst. Das verlangt von uns ein Umdenken und eine Umkehr, eine Hinkehr zu den Absichten Gottes. Christsein ist mehr als eine fromme Sonntagsbeschäftigung, sondern fordert von uns Entschlossenheit, dass wir wirklich im Leben Frucht bringen. Wir sind nicht als schöne, empfindliche Zierbäumchen hineingestellt in den Garten Gottes, sondern als Nutzbäume, an denen Gott reiche Früchte zu ernten hofft. Trägt mein Leben Früchte, wie Gott sie will? Oder spüre ich schon die Axt an meinen Wurzeln? Und es wäre dann nur noch eine Frage der Zeit, wann mein Baum umgehauen und ins Feuer geworfen wird.

Johannes der Täufer zeigt uns, mit welcher Entschiedenheit und Radikalität es gilt, auf Gott hin zu leben. Von Johannes dem Täufer können wir lernen, uns wieder neu in Frage zu stellen. Sind wir Weizen in Gottes Hand oder nur Spreu, die der Wind verweht? Ist unser Glaube, ist unser Christsein kernig und echt, lebendig und fruchtbar? Oder ist bei uns alles schnell wieder verflogen wie leeres Stroh? Sind wir bereit, das Reich Gottes zu erwarten und die Herrschaft Gottes in unserem Leben wahrzumachen? Ziehe ich mit bei Johannes, der großen adventlichen Gestalt – oder bin ich nur so eine Art Weihnachtsmann?

3. Adventssonntag

Mt 11,2-11

Liebe Mitchristen!

Im Advent werden uns immer wieder Menschen vor Augen gestellt, die einen Blick hatten oder haben für das Ganze, für die ganze Wirklichkeit. Und diese Wirklichkeit ist größer als alle unsere kurzsichtigen Wünsche für den nächsten Augenblick. Diese Wirklichkeit reicht über alle irdischen Pläne und Ziele hinaus. Diese Wirklichkeit bezieht schon mit ein: das Leben bei Gott und mit Gott. Das erst ist die ganze Wirklichkeit, nicht nur die diesseitige, schwache, oftmals so düstere Hälfte unseres Daseins.

Die großen adventlichen Gestalten, die uns die Liturgie in der Kirche vor Augen führt, sie waren Menschen mit einem solchen Weitblick. Dazu gehört z.B. der Prophet Jesaja oder Johannes der Täufer oder auch Maria in ihrer Vorbereitung auf die Geburt ihres göttlichen Kindes.

Heute haben wir im Evangelium noch einmal von Johannes dem Täufer gehört, ebenso wie am vergangenen 2. Advent-Sonntag. Aber es ist nicht mehr der Täufer, wie er draußen am Jordan steht. Inzwischen ist viel geschehen. Johannes hat es gewagt, den König Herodes zu kritisieren. Der hatte nämlich seinen Bruder umbringen lassen, um an dessen Frau zu kommen. Auch die Frau war damit einverstanden. Nicht so Johannes. Er war vor den König hingetreten und hat ihm klipp und klar gesagt: Es ist dir nicht erlaubt!! – Man hat ihn dafür mundtot gemacht und ins Gefängnis gesteckt. Dort wartet er nun auf seine Hinrichtung. Es war immer schon gefährlich, die Wahrheit zu sagen und die Menschen auf ihr begangenes Unrecht aufmerksam zu machen. Johannes schmachtet dafür im Gefängnis.

Währenddessen lebt Jesus in Freiheit. Aber auch er lebt gefährlich. Er spricht nicht über das, was die Menschen gerne hören wollen. Er spricht davon, was Gott von den Menschen will: Umkehr, Buße, Menschenfreundlichkeit, …

Und Jesus spricht nicht nur davon. Er setzt es auch selbst in die Tat um. Er verzeiht den Sündern. Er heilt die Kranken.

Währenddessen überkommen den Johannes in seinem Gefängnisloch die ernstesten Zweifel. War nicht doch alles umsonst und sinnlos und falsch, was er gepredigt hatte. Von wegen: „Das Reich Gottes kommt.“

Oder: „Der Messias ist schon unter uns.“

In seiner Glaubens- und Vertrauensnot lässt nun Johannes bei Jesus nachfragen. „Was ist? – Bist du der, der da kommen soll, oder nicht?“

Und es ist, als ob Jesus seinen Ausweis vorzeigen würde, so weist er sofort hin auf das, was an hoffnungsvollen Zeichen inzwischen durch ihn geschieht: „Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Armen wird die Frohe Botschaft verkündet.“

Nicht mit Gewalt und Terror, nicht mit Glanz und Reichtum beginnt Gott sein Reich in dieser Welt zu errichten, sondern mit Erbarmen, mit Hilfe und Trost, und weiter bis hin zum Mit-Leiden und Mit-Sterben mit uns Menschen.

Gott wollte ganz bei uns Menschen sein, auch in den dunkelsten Stunden und in den bittersten Erfahrungen. Er hält bei uns aus und geht in allem mit uns mit. Niemals lässt er uns allein.

Liebe Mitchristen!

Ich möchte Ihnen heute etwas ganz Ähnliches von einem anderen Menschen erzählen. Ich glaube, er wäre auch eine große adventliche Gestalt. Er war ein Mensch, der ebenfalls auf die Zukunft mit Gott hin gelebt hat, und der trotzdem in seiner Zeit die Gegenwart nicht außer acht gelassen und sich den schweren Herausforderungen gestellt hat.

Dieser Mensch hieß Janusz Korczak. (sprich: Janusch Kortschak)

Geboren wurde er am 22.7.1878 in Warschau. Er war Jude und Arzt, und er leitete ein Waisenhaus. Er entwickelte eine wunderbare Erziehungsmethode für Waisenkinder. Für sie lebte er. - Und mit ihnen starb er. - Im Jahr 1940 mussten er und seine Kinder in das Warschauer Ghetto übersiedeln. Im August 1942 wurde Janusz Korczak zusammen mit seinen Erzieherinnen und 200 Waisenkindern in das Vernichtungslager Treblinka abtransportiert.

Genau: Es war am 5. August 1942. Da wird der jüdische Waisenhausvater Janusz Korczak mit 200 Waisenkindern zum Stettiner Bahnhof in Warschau getrieben. Dort wartet der Güterzug, der sie in die Gaskammern des KZ Treblinka fahren wird: Auf dem Güterbahnhof holt ein SS-Offizier den berühmten Pädagogen heraus: “Sie sind Dr. Korczak?“ “Ja, was wollen Sie?“ “Sie sind frei!“ sagt der SS-Mann. „Steigen Sie aus.“ Dr. Korczak fragt zurück: “Und die Kinder?“ “Die Kinder fahren. Aber Sie sind frei.“ – Darauf antwortet Dr. Korczak: “Sie irren sich.

Nicht jeder ist ein Schuft.“ Und er steigt wieder ein in den Güterzug. Wahrscheinlich wurden die Kinder noch am selben Abend vergast. Dr. Korczak konnte keines der Kinder retten. So stirbt er mit ihnen. Solidarität bis in den Tod. Er soll noch gesagt haben: „Wie kann man seelenlosen Köpfen klar machen, was es heißt, ein Kind allein zu lassen!“

Liebe Mitchristen!

Was da ein Mann in den Wirren der Nazizeit fertig gebracht hat, dass er seine Kinder nicht alleingelassen hat, das dürfen wir erst recht von Gott erwarten. Er lässt uns nicht allein. Durch den Propheten Jesaja sagt er uns heute in der ersten Lesung: „Habt Mut! Fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott.“ In der zweiten Lesung bestätigt uns der Apostel Jakobus: „Haltet aus in Geduld bis zur Ankunft des Herrn. Sie steht nahe bevor.“ Und im Evangelium hören wir erneut von den menschenfreundlichen und rettenden Taten, die der Erlöser in unserer Welt vollbracht hat. So sind auch wir selbst berufen, dass wir als Christen so leben und handeln, dass adventliche Hoffnung aufkeimt und aufblüht in dieser Zeit. Die Wirklichkeit, die wir erwarten, ist größer als alle unsere kurzsichtigen Wünsche für den nächsten Augenblick. Diese Wirklichkeit reicht über alle irdischen Pläne und Ziele hinaus. Diese Wirklichkeit bezieht schon mit ein: das Leben bei Gott und mit Gott.

4. Adventssonntag

Mt 1,18-24

Liebe Mitchristen!

Wie geht es Ihnen, so mit Weihnachten? Freuen Sie sich auf das kommende Fest? Manche von uns Erwachsenen haben sich ja bis heute eine kindliche Freude auf Weihnachten bewahrt. Sie können sich noch freuen, so wie damals als sie 8 oder 10 Jahre alt waren. Überlegen wir uns: Warum freue ich mich so auf Weihnachten? Der Geschenke wegen? – Wohl kaum mehr! Vielleicht weil andere an mich denken. Oder weil ich anderen eine Freude machen kann. Doch das ist eigentlich nicht der Hauptgrund. Es liegt viel eher an der ganzen Zeit, an der Atmosphäre dieser Zeit. Und es liegt an der Kernwahrheit, die durch den manchmal allzu üppigen Rahmen unserer Weihnachtsfeiertage immer noch durchscheint.

Liebe Mitchristen! Ich freue mich über Weihnachten, weil mir da ganz stark bewusst wird, wie gut Gott es mit uns meint. Nicht das ganz Drum-herum macht mich froh, sondern der wahre Inhalt dieses Festes, die Wahrheit, die mir da verkündet wird und die ich hier auch weiter verkünden darf. Es ist das, was im Evangelium steht. Über diese Wahrheit kann ich staunen und mich freuen. Und diese Wahrheit lautet: Gott ist mit uns, mit uns Menschen.

Das Evangelium, das uns die Kirche heute am 4. Advent vorlegt, hilft uns, die Weihnachtsbotschaft schon im Voraus besser zu bedenken. Begreifen? Ganz begreifen werden wir das dennoch nicht, weil eben der unbegreifliche Gott darin mitspielt. Gottes Handeln, Gottes Pläne werden uns wohl – solange wir leben – fremd und unbegreiflich bleiben.

Auch Josef, von dem wir vorhin im Evangelium gehört haben, steht vor diesem unbegreiflichen Gott. Er fragt und zweifelt, Er schweigt und hört. Und er sagt doch schließlich Ja zu dem, was Gott von ihm fordert. Wie Josef, so hören auch wir heute die Botschaft: Immanuel – Gott ist mit uns. Das ist der Name, mit dem man dieses angekündigte Kind nennen wird. Es heißt: „Gott ist mit uns.“ Oder es heißt: „Gott hilft – Jehoschua – Jesus.“ Das ist mehr als nur ein Name. Das ist eine Zusage, ein Versprechen. Das ist ein ganzes Programm: Gott ist mit uns.

Gott, der Schöpfer, will mitten unter uns Menschen gegenwärtig sein. Nicht nur neben uns; oder nicht nur über uns.

Nein, mitten unter uns, mitten in unserer Gemeinde, mitten in unserer Familie, mitten in meinem Leben.

Und dieser Gott will unsere Not wenden. Sie geht ihm ans Herz. Nicht dass er alle Not beseitigen würde; nicht dass er jedes unrecht und Leid unmöglich macht. Aber er hilft, dass wir es verkraften können, seelisch und geistig und körperlich. Wir dürfen wissen, spätestens seit dem Stall von Bethlehem und seit dem Kreuz auf Golgotha: der Mensch ist mit seiner Not nicht allein. Gott ist bei ihm, ganz gleich, was auch geschieht. Gott ist bei uns, und er hat die Macht, alles zu lösen und zu überwinden. Er hat die Absicht, einmal alles gut zu machen, wenn die Zeit für den Anbruch seines Reiches gekommen ist.

Gott hilft, Gott rettet – so sagt es der Name Jesus. „Du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.“ So hört Josef die Botschaft des Engels. Jesus – Gott hilft, Gott wird retten.

Mit diesem Namen werden die Menschen das Kind nennen. So werden sie später den Mann rufen, zu dem sie in ihrer Not und Ausweglosigkeit kommen: Herr, rette uns! Jesus, hab Erbarmen mit uns! Du kannst es ja, denn in dir will Gott uns helfen. Es ist als hören wir in diesem Namen „Jesus“ schon das, was in der heiligen Nacht der Engel den staunenden Hirten sagen wird: Euch ist heute der Retter geboren.

Liebe Mitchristen!

Im Evangelium heißt es am Ende: Als Josef aufwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte. Josef tut das, was Gott von ihm fordert. Er sagt Ja zu dem geheimnisvollen Willen Gottes, den er sich noch nicht verstehen und begreifen kann. Er sagt einfach Ja in dem gläubigen Vertrauen, dass Gott mit ihm ist.

Genauso sind wir, jetzt nur noch wenige Tage vor dem Weihnachtsfest eingeladen, zum Hören, wie Josef. Zum Hören auf das, was Gott uns sagen will. Hören kann man nur, wenn man still wird, wenn man Mund und Hände ruhen lässt, wenn man die Ohren und das Herz weit öffnet. Lassen wir doch diese Botschaft wieder neu in uns eindringen, dass Gott mit uns ist, mitten unter uns. Und freuen wir uns darüber.

Weihnachten

Lk 2,15-20

Liebe Mitchristen

Wir haben`s geschafft, liebe Mitchristen! Endlich ist dieses Weihnachten da. Es war ja wie ein nicht enden wollender Marathonlauf. Die letzten Wochen des Advent, und dazu vorher schon die großen Werbekampagnen und Einkaufstermine, der häusliche Stress, Prospekte und Sonderangebote. Weihnachtslieder, stimmungsvoll geblasen von Posaunenchören. Kirchenlieder, gnadenlos missbraucht zur banalen Wurstwerbung. Seit Wochen umgibt uns das Getön von Jinggle Bells und White Christmas und dem legendären Winter-wunder-weihnachts-land. Es blendet uns der Flitter von Lichtern und Sternen, die Engelchen und das Christkind, das sogenannte. Oder der alte Winterclown, genannt Weihnachtsmann. Das Fernsehen feiert schon lange sein tägliches Merry Christmas und steigert von Sendung zu Sendung die Sammel-Ergebnisse für alle möglichen sozialen Zwecke. Wohltätigkeit ist angesagt bis zum Abwinken. Dazu die alles entscheidende Frage: Gibt es „weiße Weihnachten“? -

Das und noch manches dazu können wir nun getrost hinter uns lassen. Endlich, als letzte von allen, feiert auch die Kirche Weihnachten. Und wir müssen uns fast entschuldigen, dass wir so spät damit dran sind, jetzt am 25. Dezember. Was bleibt eigentlich noch übrig? Die Stimmung ist weitgehend verbraucht. Die Geschenke sind besichtigt. Der Appetit wird uns bald vergangen sein. Was bleibt uns noch von Weihnachten?

Es bleibt uns das, was die anderen nicht verwerten können oder was sie nicht nennen wollen. Es bleibt uns Gott. Das Bekenntnis zu dem Gott, der uns Menschen so unmittelbar begegnet ist, der uns treffen will, der uns ansprechen will, der uns fordert. Auch wenn er nur als neugeborenes Kind in die Welt gekommen ist, hüten wir uns davor, auf ihn herabzuschauen, ihn gering zu schätzen und nur niedlich zu finden. Gott ist alles andere als ein Krippenspielzeug. Er ist der Herr. Die Engel haben es deutlich gesagt: „Es ist Christus, der Herr.“ Es ist der, dem bis heute viele Menschen den Zugang und den Platz in der Herberge verweigern, den sie nicht an sich heranlassen. Aber die anderen, die ihn wirklich aufnehmen, denen gibt er die Macht, Kinder Gottes zu werden. Sie dürfen Hausgenossen Gottes sein, denn „er hat unter uns gewohnt.“ Er ist da mit seinem Wort und seiner Liebe. Er ist da mit seinen Gedanken und Weisungen.

Er sagt uns, was wir zu tun haben, wie wir einander begegnen sollen, wie wir gerade auch die Armen und Notleidenden nicht übersehen dürfen. Mit ADVENIAT versuchen wir, der Armut in der Krippe und der späteren Einfachheit des Jesus von Nazareth gerecht zu werden. Er tritt bei uns ein und füllt unser ganzes Leben aus.

Weihnachten ist keine romantische Hirtenoper. Sondern der gute Hirt beginnt jetzt schon zu rufen und zu sammeln. Er sammelt die Menschen. Er sammelt uns, um uns einmal heil und froh heimzuführen ins Vaterhaus des Himmels.

Darum, liebe Mitchristen, lassen wir uns nicht kurzfristig verzaubern von der kitschigen Romantik dieses so sehr missbrauchten Festes. Lassen wir uns viel mehr beständig verwandeln, damit wir neu werden wie ein neugeborenes Kind, das die Augen öffnet und staunen darf über die Größe und Güte Gottes, der uns als seine geliebten Kinder angenommen hat. Und von allen Geschenken ist das Größte doch, dass Gott sich uns geschenkt hat. Ihn brauchen wir nicht beiseitelegen oder umtauschen. Er ist schon der Richtige. Er behält seinen Wert. Und er zeigt auch uns an Weihnachten seine ganze Wertschätzung. Mit seinem göttlichen Sohn vereint hat er uns aus der Finsternis und aus dem Schatten des Todes herausgerufen, hat er uns auserwählt in seiner unendlichen Liebe.

Weihnachten ist jetzt nicht der Schlusspunkt, das Ende einer gefühlvollen Zeit, nicht das Ziel eines Marathonlaufes, sondern der Start in eine glänzende Karriere für uns. Nun beginnt Weihnachten. Nun heißen wir Kinder Gottes und wir sind es.

Fest der hl. Familie

Mt 2,13-15.19-23

Liebe Mitchristen!

Eine ideale Familie besteht aus Vater, Mutter und einigen Kindern. Alle sind gesund und munter. Der Vater verdient das Geld. Er kommt jeden Abend pünktlich nach Hause. Die Mutter besorgt das Hauswesen und hat Zeit für die Kinder. Die Kinder sind fleißig, artig und wohlerzogen. Alle haben viel Freude miteinander. So oder so ähnlich stellt man sich eine ideale Familie vor, eine Familie wie aus dem Bilderbuch.

Doch wir alle wissen ganz genau, dass es im Leben nicht immer so harmlos zugeht. Auch die Familie ist nicht ein problemfreier Raum. Sie leidet unter Mängeln und Zwängen, unter Gefährdungen und Versagen. Wo immer Menschen zusammen leben, kommt es zu Unstimmigkeiten, Streit und Enttäuschungen.

Alle, die in der Familie leben, müssen lernen, zu geben und zu nehmen. Sie müssen eigene Ansprüchen und die der Familienmitglieder ausbalancieren und manche Herausforderung bestehen. Die Eltern tun sich oft schwer damit, die Kinder zuerst zu führen und ihnen dann immer mehr Freiraum und Verantwortung zu überlassen und sie schließlich in die Unabhängigkeit zu entlassen. Die Kinder stellen - besonders in der Pubertät und als junge Erwachsene - den Lebensentwurf der Eltern in Frage. Es ist oft ein täglicher Kampf um die Höhe des Taschengeldes oder die Uhrzeit, wann Jugendliche abends daheim sein müssen. Elterliche Sorge wird dann als Gängelei missverstanden, und jugendlicher Unternehmungsgeist als Zügellosigkeit.

Auch die Ehepartner, Mann und Frau, sind und bleiben nicht für alle Zeiten das ideale Brautpaar, wie sie sich in den Flitterwochen vielleicht noch gefühlt haben. Es kommt zu Reibereien und Meinungsverschiedenheiten. Die Sympathiewerte werden instabil. Man wird einander auch immer wieder „erleiden“ müssen. Und die Gefährdung ist groß, dass dann doch ein Teil ausbricht aus der Ehe. Zuerst nur in Gedanken, in den Phantasien und Sehnsüchten, und bald darauf in der Tat. Leider geschieht es in unserer Zeit allzu oft. Zwei Menschen haben sich auseinander gelebt. Und nun gehen sie auseinander, weil sie ihre Ehe nicht mehr leben können. Es wird einem heute ja so leicht gemacht. Und alle Medien und die sog. öffentliche Meinung reden es uns ständig ein.

Mann und Frau trennen sich; sie wollen angeblich noch als unverbindliche Freunde weiterleben. Oder sie bleiben äußerlich zusammen, vielleicht der Kinder wegen, obwohl sie das Gefühl haben, in dieser Ehe zu ersticken. Von einer echten Lebensgemeinschaft kann dann längst nicht mehr die Rede sein. Ein Partner geht schließlich seine eigenen Wege; der andere bleibt zurück. Die Teilfamilie gehört heute längst zu unserem gesellschaftliche Alltag, die Ein-Eltern-Familie. Die Mutter, manchmal auch der Vater, bleibt zurück als Alleinerziehende. Oder neue Beziehungen werden geknüpft. Neue Menschen, Stiefeltern, Halbgeschwister sind nun plötzlich Teil der Familie, der intimsten und sensibelsten menschlichen Gemeinschaft.

Auch damit müssen viele leben, genauso wie mit der Situation, dass durch Unfall oder Tod ein Teil der Familie herausgerissen wurde. Die Idealfamilie aus dem Bilderbuch, sie ist keine Selbstverständlichkeit. Und es gibt dafür keine Garantie.

Liebe Mitchristen! Heute, am Fest der hl. Familie, sollten wir unsere Fragen und Sorgen um jede menschliche Familie auf jeden Fall in unseren Gottesdienst mit hereinnehmen. Die hl. Familie steht uns heute vor Augen. Ganz so ideal und einfach hatten es Maria und Josef mit ihrem Jesuskind ja auch nicht. Ihre Lebensplanung wurde ihnen ja auch gründlich durchkreuzt. Ihre menschliche Beziehung war mehr als angefochten.

* Da war schon die Frage der Maria an den Engel, wie das alles geschehen soll.

* Da waren die Zweifel des Josef, ob er Maria nicht gleich entlassen soll.

* Da war die beschwerliche Geburt in der Fremde, im Stall.

* Da war die Ankündigung des alten Simeon im Tempel, dass es mit diesem Kind nicht leicht sein wird und dass auch Maria schweres Leid erleben wird.

* Da war die Flucht ins Exil nach Ägypten, das Unverständnis gegenüber den zwölfjährigen Jesus, der im Tempel zurückbleibt.

* Da war die Blamage, als man den jungen Jesus für verrückt erklärt.

* Und schließlich sein schmählicher Tod, wie ein Verbrecher am Kreuz, den Maria miterleben musste. Alles in allem keine idyllische Familiengeschichte.

Und doch hat Gott selbst wohl keinen besseren Weg gewusst, in dieser Welt Fuß zu fassen, als über die Keimzelle jeder menschlichen Gemeinschaft, über die Familie.

Eine Familie kann auch vieles ertragen und vieles leisten. Sie ist die Schule der Menschlichkeit für alle, die aneinander lernen, die miteinander reifen. Man lernt den Verzicht. Auch die wahre Wertschätzung des anderen. In der Liebe ist jeder Mensch einmalig und unersetzbar. Man lernt den Respekt vor der Würde des anderen, die Freude an der Originalität und Vielfalt. Und die Familie ist auch die Schule des Glaubens, der Grundkurs für die religiöse Orientierung in der Welt und darüber hinaus. Über Jahrtausende hin und auch bei den primitivsten Heidenvölkern ist in der Familie von Generation zu Generation das Glaubenswissen und die Ehrfurcht vor den Göttern weitergegeben worden. Die Juden leben seit Abrahams Zeiten ihren Glauben v.a. in der Familie. Ihr wichtigster Gottesdienst, die Feier des Pascha, findet in ihren Häusern im Familienverband statt. In der christliche Welt haben Kinder immer wieder von ihren Eltern gelernt zu beten, zu glauben, zu vertrauen, die Gebote einzuhalten, die Bibel kennen zu lernen, mit zum Gottesdienst zu gehen. Das religiöse Grundwissen der Kinder stammte immer von ihren Eltern und Großeltern. Doch heute sucht man es bei vielen Kindern vergebens. Wir merken es in der Schule. Da ist es von einer Generation zur anderen erschreckend spärlicher geworden, so dass die Kinder fast nichts mehr von ihrem Glauben erfahren haben. Die Kinder lernen so viel und wissen so viel, Gutes und weniger Gutes, und dabei soviel Unnützes. Die Eltern sollten ihnen doch nicht die wichtigste Perspektive ihres Lebens verstellen und versperren: und das ist das Wissen um Gott, der unsere menschliche und gläubige Gemeinschaft sucht. Die Familie, die elementarste Schule des Glaubens, darf nicht ihre Tore schließen.

Liebe Mitchristen!

Nehmen wir die Sorge um unsere Familien, gerade auch um die christliche Ausprägung unserer Familien mit hinein in unseren Gottesdienst und in unser Gebet. Wir suchen nicht die Familie aus dem Bilderbuch, aber wir erstreben die Familie, wie sie im Buch des Lebens, in der Hl. Schrift an vielen Stellen vorgezeichnet ist. Gott hat die Familie gewollt. Er hat ihr ganz bestimmte Regeln mitgegeben. Er stärke und segne alle unsere Familien.

Jahreswechsel

Mt 25,14-30

Liebe Mitchristen!

Was ist eigentlich das Leben? -

Das ist nicht nur eine Frage, die wir uns am Abend eines Tages oder auch zum Jahreswechsel stellen. Wieder sind wir um ein Jahr reicher geworden, - oder um ein Jahr ärmer? - Haben wir ein Jahr hinzugewonnen - oder haben wir es verloren? Haben wir ein Jahr geschenkt bekommen - oder haben wir es hergeben müssen? -

Was ist eigentlich das Leben? Man wird auf diese Frage wohl recht verschiedene Antworten geben können.

In einer Fabel heißt es, dass man einmal den Tieren diese Frage gestellt hat. Und sie überlegten gar nicht lange. Jedes Tier wusste eine andere Antwort.

Das Leben ist ein Lied! So sang gleich die Nachtigall in den höchsten Tönen.

Nein, das Leben ist ein Kampf im Dunkeln, klagte die Wühlmaus.

Der Maikäfer dachte an die vier Jahre, die er braucht, bis er endlich fliegen kann. Deshalb meinte er philosophisch: Das Leben ist eine Entwicklung.

Der bunte Schmetterling tanzte durch die Lüfte: Das Leben ist nichts als Freude. Die Eule aber macht ein sorgenvolles Gesicht und seufzte: Das Leben ist nichts als Traurigkeit.

Die Schwalbe zwitscherte dazwischen: Das Leben ist ein kurzer Sommer.

Die Biene gönnte sich kaum Zeit: Endlose Arbeit und Mühe ist das Leben.

Der Affe schnitt eine Grimasse und lachte: Das Leben ist nur ein Scherz.

Die Schildkröte zog den Kopf unter den schweren Panzer ein und klagte: Das Leben ist ein Tränental.

Der Adler schwang sich in die höchsten Höhen und rief: Freiheit und Kraft ist das Leben.

Der Pfau schließlich betrachtete seine Federnpracht und schwärmte: Das Leben ist wie ein Traum.

Und es wurde Abend und die Tiere schlummerten ein.

Liebe Mitchristen! Vielleicht haben Sie eine von diesen Antworten als besonders zutreffend empfunden. Oder haben Sie zu einer der Antworten ganz energisch Nein! gesagt. Vielleicht sind Ihnen noch neue Antworten eingefallen. Oder ist von allem ein bisschen etwas dran.

Das Leben ist bunt. Das vergangene Jahr ist bunt gewesen.

Heute, mit der Jahreswende könnten wir den alten Kalender noch einmal durchgehen. Da steht es vor uns, das Jahr in seiner Vielfalt. Es ist ein Stück meines Lebens. Es ist ein Stein aus dem Mosaik, aus dem mein Lebensbild gestaltet ist. Es ist ein Dominostein, in der Reihe aufgestellt. Und einer nach dem anderen fällt um, unaufhaltsam.

Oder ist das Jahr ein echter Baustein gewesen, den ich mit Freude und Stolz in das Haus meines Lebens einfügen kann? Und so wird dieses Haus immer größer und prächtiger und wertvoller.

Ja, solche Gedanken gehen mir heute durch den Kopf. Der letzte Tag im alten, der erste Tag im neuen Jahr ist ein guter Anlass, darüber nachzudenken. Auch darüber zu reden: in der Familie, mit den Angehörigen, darüber zu reden sogar mit Gott.

Es ist ein guter Zeitpunkt, dass wir es wieder Gott sagen, wie wir uns gefreut haben, und dass wir ihm danken wollen für jedes Glück und für jeden Erfolg.

Und wenn das Leben manchmal dunkel war und mühsam und schwer, auch da gibt es Grund zu danken für alle Kraft und allen Trost. Wenn wir Hilfe empfangen haben von ihm und von unseren Mitmenschen, dann bitten wir, dass uns diese Hilfe auch weiterhin geschenkt wird.

Und wenn wir versagt haben miteinander, wenn wir aneinander schuldig geworden sind, dann ist es heute Zeit, die Menschen, die wir schlecht behandelt haben, um Vergebung zu bitten - und auch Gott selbst um Verzeihung zu bitten, wenn wir das vergangene Jahr nicht gut und nicht in seinem Sinn genützt haben.

Was ist eigentlich das Leben?

Die Tierfabel, die ich am Anfang erzählt habe, ist noch nicht ganz zu Ende. Es fehlt noch die letzte Antwort. Denn als der neue Tag anbrach, da sagte das Kamel, das gar nicht so dumm ist, wie die Leute immer meinen. Es sagte: Das Leben ist immer wieder ein Anfang.

Liebe Mitchristen! Das mag jetzt ganz besonders gelten. Jetzt ist Jahreswende. Jetzt ist der Zeitpunkt vieler guter Wünsche und Vorsätze. Der Jahreswechsel ist wirklich ein Aufforderung, neu anzufangen, z.B. eine Feindschaft zu beenden, Hassgefühle zu begraben, schlechte Gewohnheiten zu überwinden. Ein neues Jahr ist eine Gelegenheit, die Akzente neu zu setzen, auch im Glauben, auch im persönlichen Gebet, im Gespräch mit Gott, der uns ja ins neue Jahr hineinführt und der das Ziel aller unserer Jahre sein wird. Das Leben ist immer wieder ein Anfang.

Erscheinung des Herrn

Mt 2,1-12

Liebe Mitchristen!

Klingt das nicht alles wie in einem Märchen? Ein neugeborenes Königskind wird arm und schutzlos in einem Stall geboren. Von dieser Geburt haben fremde Könige gehört: Sie finden schließlich das Kind, weil ein ungewöhnlicher Stern sie führt. Aber auch Gefahr droht: Ein alter, grausamer König trachtet dem Kind nach dem Leben. Doch schließlich geht alles gut aus: Das Kind bleibt unentdeckt und kann heranwachsen.

Eigentlich ist das eine schöne und spannende Geschichte. Aber sie steht nicht in irgendeinem Märchenbuch, ausgedacht, um uns zu unterhalten. Nein, diese Geschichte steht im Evangelium. Sie will uns von Jesus erzählen. Für uns Christen ist Jesus nicht nur ein Kind, sondern auch ein König, und zwar ein ganz besonderer. Das fällt schon auf, wenn wir uns noch einmal an die Umstände seiner Geburt erinnern.

Warum kommt Jesus eigentlich so unauffällig und ärmlich, noch dazu in dem kleinen Nest Bethlehem zur Welt? Für ein Königskind hätte es sich doch geziemt, zumindest in der Hauptstadt Jerusalem und im Königspalast — umgeben vom Hofstaat — geboren zu werden.

Gott hat sich diesen Ort für seinen Sohn ausgesucht, weil er von Anfang an deutlich machen wollte: Jesus ist kein gewöhnlicher König, sondern der vom Volk so lang ersehnte Retter und Messias. Ihm geht es nicht um Macht und Ansehen, sondern allein um das Wohl und Heil der Menschen. Später, als Erwachsener, hat Jesus das immer wieder gezeigt: Er ist nicht gekommen, um zu herrschen, sondern um zu dienen. Besonders den Armen und Schwachen, den benachteiligten und kranken Menschen wollte er nahe sein. Ihnen galt seine Liebe, und so ist es als ein Zeichen zu verstehen, wenn er als Königskind in dieser ärmlichen Umgebung zur Welt kommt und aufwächst.

Es ist doch merkwürdig: Nun ist er endlich da, der lang ersehnte Messias, und dann scheint sich keiner für ihn zu interessieren. Bis auf ein paar Hirten kommt keiner aus dem Volk, um dem neugeborenen König zu huldigen.

Selbst die Gelehrten und Priester, die doch aus den Schriften des Alten Testamentes genau Bescheid wissen müssten, wo der Messias geboren werden soll, kümmern sich nicht weiter um ihn.

Nur einer handelt: Herodes, der alte König der Juden. Er ist genau das Gegenteil von Jesus: Böse ist er und regiert seit Jahrzehnten mit Grausamkeit über das Volk. Als er vom neugeborenen König erfährt, erschrickt er zu Tode. Er hat Angst um seinen Thron. Listig plant er, mit Hilfe der ahnungslosen Könige, den Rivalen aus dem Weg zu räumen.

Doch Gott durchkreuzt diese bösen Pläne. Im Traum schickt er die Magier auf einen anderen Weg nach Hause. So zeigt sich: Gott ist größer als die Mächtigen dieser Welt! Er hält seine schützende Hand über Jesus — denn er hat Großes mit ihm vor.

Die Überraschung ist perfekt: Nicht das Volk erkennt den eigenen König und huldigt ihm, sondern fremde Menschen aus dem Ausland. Ob sie wirklich Könige waren, weiß man nicht genau. In der Bibel werden sie als Magier bezeichnet. Das waren Gelehrte, Weise, die sich mit Sterndeutung befassten. Vermutlich stammten sie aus Babylon oder Persien.

Ausgerechnet diesen fremden Suchern und Forschern, die wohl nichts von Gott wissen, zumindest nichts von der religiösen Erwartung in Israel, gerade ihnen ist der Stern erschienen und hat sie auf den Weg zu Jesus gebracht. Ja, sie sind die Ersten, die vor ihm niederfallen. Sie huldigen ihm, wie man einem König huldigt, und wie man auch Gott verehrt. Auch ihre Gaben sind kostbare Geschenke, die man sonst nur einem König oder Gott darbringt.

Was mag diese ganze Geschichte für uns bedeuten? - Wir können daraus ablesen und wir dürfen sicher sein: Bei Gott gibt es keine Grenzen — alle Menschen sind eingeladen, zu ihm zu kommen und Jesus kennen zu lernen. Der Dreikönigstag ist ein Tag der großen Toleranz. Deshalb müssen wir auch den Fremden neben uns, der andere Kleidung trägt und eine andere Sprache spricht, mit offenen und freundlichen Augen ansehen; vielleicht ist er auch auf dem Weg zu Jesus, vielleicht ist er auch auf dem Weg zu Gott — zu seinem und meinem Vater!

Und das ist die frohe Botschaft dieser Weihnachtsgeschichte: Wer sich aufmacht und Jesus aufrichtig sucht, der wird ihn — wie die Magier — auch wirklich finden.

Taufe des Herrn

Mt 3,13-17

Liebe Mitchristen!

Es gibt Zauberworte. Die können das Leben total verändern. Die können einen Menschen verwandeln, so dass man ihn kaum wieder erkennt. Eines dieser Zauberworte heißt: "Ich liebe dich!" - Wer auf dieses Wort gewartet hat und es eines Tages hört, wer mit diesem Wort angesprochen und gemeint ist, für den ist nichts mehr wie vorher. Viele von uns werden selbst diese Erfahrung gemacht haben. Und man kann's auch an anderen immer wieder beobachten. Junge Leute werden mit einem Schlag ganz anders. Sie wirken wie befreit und gleichzeitig wie gefangen. Manchmal sind sie geradezu verrückt, verrückt nach ihrem neuen Schatz. Was der junge Mann seinen Eltern zuliebe nie getan hätte, die neue Freundin braucht nur den kleinen Finger zu rühren, schon geschieht es. Und die verliebte junge Dame, die früher vielleicht so überlastet und beschäftigt war und zu nichts so richtig Lust hatte, sie hat plötzlich Zeit, natürlich nur für ihn: Anruf genügt. Die Geschmäcker, die Interessen, das Outfit, die Meinungen, die Gewohnheiten ... alles ändert sich nach dem Zauberwort: "Ich liebe dich!" Kaum jemand ist davon ausgenommen.

Liebe Mitchristen!

Dieses Zauberwort steht auch in der Bibel. Heute haben wir im Evangelium davon gehört. Und es trifft keinen geringeren als Jesus. Und es wird ausgesprochen von niemand anderem als von Gott: "Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe." - Mein Geliebter! Glauben Sie ja nicht, dass das Jesus kalt gelassen hat. Es hat sein Leben verändert. Mit dieser Zusage, mit diesem Vorschuss an Liebe geht er sofort daran, zu predigen, über Gott und sein Reich zu reden. Wovon das Herz voll ist, davon läuft der Mund über. Jesus weiß sich von Gott geliebt. Darum ist ihm keine Arbeit zu viel, kein Weg zu weit, kein Kreuz zu schwer. Und er beginnt Zeichen zu tun, Wunder, die er sich vorher bestimmt nicht zugetraut hätte. Jesus lebt förmlich davon, den Auftrag Gottes zu erfüllen: „Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat.“ Er weiß sich aufs Innigste mit Gott verbunden.

„Ich und der Vater sind eins.“ Jesus betet, er hält Zwiesprache mit Gott, seinem Vater, oft die ganze Nacht hindurch.

Vielleicht hielten ihn damals schon manche für verrückt, verrückt nach Gott. Aber er war nur verzaubert durch das Wort Gottes: "Ich liebe dich!" gesprochen bei der Taufe im Jordan.

Liebe Mitchristen!

Hat Gott nicht auch zu uns das gleiche Wort gesprochen, bei unserer Taufe? Und sagt Gott es nicht immer wieder zu uns, die wir ja ebenfalls seine geliebten Kinder sind, seine Söhne und Töchter, seine Familie? In der Taufe geschah nichts anderes, als dass Gott uns verwandelt hat, unserem Leben noch einmal eine neue Qualität gegeben hat, eine neue Richtung. Du Menschenkind sollst es wissen: Du lebst auf Gott hin. Und du hast kein Verfalls-Datum mehr. Du hast einen bleibenden Wert für alle Zeit und Ewigkeit. In einem schönen Lied aus unserer Zeit werden Gott die Worte in den Mund gelegt:

Ich rufe dich bei deinem Namen,

bei deinem Namen ruf ich dich,

und meine Kraft wird nicht erlahmen,

denn sieh, mein Mensch, ich liebe dich.

Die Liebe rief dich in das Leben,

die Liebe macht dein Menschsein aus,

und du sollst Liebe weitergeben -

es wächst die Menschlichkeit daraus.

Dieses Lied wird oft bei der Taufe von kleinen Kindern gesungen. Es ist, als ob Gott seine Liebeserklärung jedem Kind gleichsam ins Stammbuch schreibt.

Doch was mit einem Stammbuch so manches Mal geschieht, das wissen wir auch: Man legt es achtlos beiseite, in den Schrank, in einen hinteren Winkel. Es gerät in Vergessenheit. - Geht es uns nicht auch so mit unserer Beziehung zu Gott. Nicht so wichtig! In der Ablage verschwunden! Wir alle wissen: Liebesbeziehungen können auch zerbrechen, wenn sie nicht gepflegt werden oder wenn sie allzu oberflächlich begonnen haben.

Es gibt ohne Zweifel Menschen, denen ist es gleichgültig geworden, ob Gott sie liebt oder nicht. Schade darum, denn wer es bewusst erlebt, dass Gott ihn liebt, der lebt leichter und froher und zuversichtlicher; der ist ein anderer Mensch geworden.

Das Zauberwort Gottes bleibt gültig und wird nicht mehr zurückgenommen. Gott wird sich selbst und auch uns nicht untreu. Er nimmt lieber den Liebeskummer, die vergebliche Liebesmüh auf sich und wartet, wartet unentwegt auf unsere Gegenliebe. Wenn dann auch wir Ja-sagen zu seiner Liebeserklärung, dann wird diese Liebe uns verwandeln bis hinein in die ewige glückliche Gemeinschaft derer, die Gott als seine geliebten Kinder angenommen hat.

Aschermittwoch

Mt 6,1-4.16-18

Liebe Mitchristen!

Am Aschermittwoch ist alles vorbei? -

Muss nicht sein! Sollte nicht sein! Im Gegenteil:

Aschermittwoch signalisiert Neubeginn.

Rückbesinnung auf die Realitäten

des Glaubens

des Christseins

des Menschseins überhaupt.

Man macht so viel Aufhebens um den Aschermittwoch.

Es gibt kaum einen Tag im Jahr, der von unseren Politikern hässlicher missbraucht wird. Und jedes Jahr beginnt unsere christliche Fastenzeit so, dass unsere angeblich Großen genau das Gegenteil von dem tun, was der Tag eigentlich will und soll, nämlich persönliche Besinnung, Reue und Umkehr. Die Politiker aber missbrauchen diesen Termin, um sich gegenseitig brutal herunterzumachen.

Ich hasse diese Veranstaltungen in den überlauten Hallen mit ihrem Bierdunst. Und nach der zweiten Maß vom sog. “Fastengetränk” beginnt dann schon der Alkohol zu wirken. Und dann wird nicht mehr sachlich gedacht und geredet, sondern dann werden nur noch Instinkte geweckt und Emotionen freigesetzt. Anstatt sich demütig mit Asche bestreuen zu lassen, bewerfen sie die anderen mit Dreck. Anstatt dass sie in sich gehen und überlegen, was sie selbst besser machen können, ziehen sie nur über die anderen her, wie der Pharisäer im Gleichnis.

Und dann gibt es noch die ganz anderen. Die feiern den Aschermittwoch scheinheilig mit allen möglichen Fasten-Delikatessen und meinen, schon etwas Großartiges zu leisten, wenn sie die Starkbierzeit eröffnen.

Ob Gott wohl daran seine Freude hat?

Ich glaube, wir können Gott nicht beeindrucken, wenn wir uns statt Fleisch und Wurst halt mit anderen bestimmten Speisen und Spezialitäten den Magen vollstopfen.

Aber wir können Gott beeindrucken, wenn wir wirklich verzichten, auf alle teuren Speisen und auch auf übermäßigen Alkohol, und dafür ganz einfach leben und den Erlös denen zukommen lassen, die ohnehin in der Welt ständig Fastenzeit haben.

Und wir können Gott beeindrucken, wenn wir mehr auf seinen Willen achten, und wieder gütiger zueinander sind, geduldiger, verständnisvoller, wenn wir uns umeinander wieder mehr annehmen, nicht so sehr übereinander reden, sondern mehr miteinander.

Wir können Gott beeindrucken, wenn wir auch mit ihm selbst Zwiesprache halten im Gebet, wenn wir als gläubige Gemeinde die Gottesdienste feiern und mit ihm in Wort und Sakrament die Gemeinschaft suchen.

Liebe Mitchristen!

Das alles und noch manches andere mehr könnte beginnen am Aschermittwoch. Es ist wieder Zeit und Anstoß zum Neubeginn.

Am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei - höchstens für den, der sich um seinen Glauben nichts schert. Am Aschermittwoch beginnt alles neu. So können wir als gläubige Menschen den Text des Faschingsschlagers umdichten. Wenn wir selbst neu beginnen und wenn wir Gott mit uns neu beginnen lassen, dann wird die nun beginnende Fastenzeit zur großen Chance, dass auch Gottes Gedanken wieder eindringen in unser Denken und in unseren Willen.

1. Fastensonntag

Mt 4,1-11

Liebe Mitchristen!

Wer das Licht in der Ferne sehen will, muss alle Irrlichter in der Nähe abschirmen. Die leistungsstarken Riesenfernrohre und Teleskope unserer Welt stehen heute meistens auf hohen abgelegenen Bergen oder in wüstenähnlichen Gegenden, jedenfalls weit weg vom diffusen Licht und Dunst der Städte. Die Sterne am Himmel kann man nämlich nur erforschen, wenn man sich den störenden irdischen Einflüssen entzieht. Wer unter einer Straßenlaterne nach den Sternen schauen will, der hat keine Chance.

Liebe Mitchristen!

Gilt das nicht auch im übertragenen Sinn. Wer die Weite sucht, wer den Weitblick haben möchte, wer das Fernziel seines Lebens anvisiert, der darf sich nicht von den Irrlichtern dieser Zeit blenden und ablenken lassen.

Das ist wohl auch der Grund, weshalb sich Jesus damals schon in die Wüste zurückgezogen hat. Dort, in der Stille und Einsamkeit kann er seine Gedanken sammeln und konzentrieren. Er braucht diesen zeitweiligen Rückzug in die Wüste, um neu seinen Blick, um sein inneres Ohr und seine Sinne zu schärfen für Gottes schweigende und doch so beredte Gegenwart. Dort fällt seine große Lebensentscheidung: Er will ganz und gar Gott dem Vater gehorsam sein und seinen Willen und Auftrag erfüllen.

Will er – oder will er es nicht?

Denn da kommen plötzlich Fragen, Wünsche, Verlockungen und Versuchungen. Wir haben eben im Evangelium davon gehört.

Ich denke, wir machen es uns zu leicht, wenn wir uns vorstellen, dass damals der Teufel in der Gestalt so eines Spanferkels vor Jesus getreten ist. Es ist wohl eher das innere Hin und Her, was in seinem Kopf umgeht. Es ging Jesus damals wohl genauso wie uns: diese Gedankenspiele und Sehnsüchte, diese Ausreden und Auswege, die uns in den Sinn kommen.

Wie eine Fata Morgana sieht Jesus vor sich nicht Steine, sondern das Brot, endlich! Die Sättigung des Magens soll ihn ablenken von dem inneren Hunger nach all dem, wonach sich sein Herz sehnt.

Es gibt eine vordergründige Sattheit, die bewirkt, dass wir all dessen überdrüssig sind, was Gott uns anzubieten hat. Fast Food, anstelle der wirklichen Nahrung für den Menschen mit Leib und Seele. Die vorschnelle Sättigung mit den banalen Konsumgütern verdirbt unseren Hunger nach dem wahren Leben. Ist nicht unsere Gesellschaft krank, weil sie sich nur noch von den Süßigkeiten des Lebens ernähren will?

Jesus hat es damals genau erkannt. Es gibt eine Nahrung jenseits des Brotes, die für unser Leben wichtig ist. Jesus redet bestimmt nicht schlecht vom irdischen Brot. Er lehrt uns sogar, um das tägliche Brot zu bitten. Aber er sagt uns auch: Der Mensch lebt von mehr als nur vom Brot allein.

Liebe Mitchristen!

Fastenzeit meint nicht nur Verzicht. Sie bietet nicht weniger, sondern mehr. Und gerade durch den Verzicht auf den üblichen Konsum, den wir oft für so unverzichtbar halten, gerade durch den Verzicht können wir viel größere und weitere Lebensgüter entdecken, die plötzlich mit Urgewalt zu leuchten beginnen wie die Sterne in dunkler Nacht: Solche Lebensgüter sind z. B.

- die Liebe und Fürsorge guter Menschen an meiner Seite,
- die Gelassenheit des Herzens inmitten aller Hektik und Anspannung,
- die Freude an der Natur, an der Musik, an der Kunst, an einem guten Buch, das nicht den Magen füllt, aber die Seele nährt,
- die gemeinsame Zeit mit der Ehepartnerin, dem Ehepartner, mit den Kindern,
- das Erleben einer echten Freundschaft, die trägt und Lasten aushält…

Und es ist das Wort Gottes, seine Zusage: Ich bin doch bei dir – in allem!

Um dieses Wort zu hören und wahrzunehmen, brauchen wir die Stille - ohne störenden Lärm, ohne Hektik „auf Teufel komm raus“. Es muss nicht immer der letzte „Kick“ im Leben sein, der Sprung von der Zinne des Tempels, die große Show. Wir erleben es doch fast täglich: Alles muss immer noch großartiger, noch glänzender, verwegener, teurer werden. Ob Fernsehshow oder Präsidentenwahl, ob Sportveranstaltung oder Kirchentag. Wir haben einen Hang zum Monumentalen und Sensationellen und lassen uns davon beeindrucken. Und merken oft gar nicht, dass alles oftmals doch nur billige Kulisse ist, und nichts ist dahinter.

Wie wohltuend nüchtern und realistisch klingt da der Satz: „Du sollst den Herr, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“ Die neuen Götter unserer Zeit haben in Wirklichkeit wackelige Beine.

Damals heißt es: Der Teufel zeigt und verspricht Jesus alle Reiche der Welt samt ihrer Herrlichkeit. Auch heute werden sie uns vor Augen geführt: Der Glanz und Glimmer des großen oder kleinen Luxuslebens wird Tag für Tag vor uns ausgebreitet. Aber all der Plunder hat seinen Preis: Der Teufel verlangt Anbetung. Die Antwort Jesu ist einfach und klar: Anbetung gebührt nur Gott. Ihm gehört alles, auch unser Leben, auch wir selbst. Wer dies weiß, wer sich dessen bewusst ist, der bleibt davor bewahrt, seine Seele zu verkaufen.

Nur Gott? – Wem gehört mein Herz? Was bete ich an? Ist es Gott allein?

Vielleicht sollten wir in diesen Wochen der Fastenzeit wirklich einmal hinausgehen aus dem Schlummerlicht unserer Laternen und aus dem gleißenden Licht der Scheinwerfer, die uns verblenden, hinaus in die klare Nacht, in die geistige Stille und Nachdenklichkeit. Und dann werden wir weiter sehen.

2. Fastensonntag

Mt 17,1-9

Liebe Mitchristen

“Dreimal umgezogen ist wie einmal abgebrannt“, sagt der Volksmund. Bei einem Umzug geht oft etwas verloren oder kaputt. Nicht nur Möbelstücke, sondern auch menschliche Beziehungen werden abgebrochen, Freundschaften verlieren sich und schlafen ein. Jeder Umzug ist ein Risiko. Gerade heute wird vom modernen Menschen eine hohe Flexibilität und Mobilität erwartet. Viele müssen ihrer Arbeitsstelle hinterher ziehen, müssen ihre Heimat verlassen, um den Job zu behalten oder um überhaupt wieder einen zu bekommen.

Sie alle haben – vielleicht ohne es zu wissen – einen berühmten Schicksalsgenossen: Abraham, der ursprünglich Abram hieß und der vor fast 4000 Jahren den Auftrag und Befehl erhielt: “Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde.“

Und Abram, so heißt es, tut das, ohne großes Aufhebens zu machen. Schon am Beginn erweist sich Abram als einer, der sich völlig auf Gott einlässt und Gott voll vertraut. Er lässt sich schließlich so weit von Gott bestimmen, dass er einen anderen Namen bekomMt Abraham – der Vater vieler Völker. (vgl. Gen 17,5).

Abraham wird zum Vater des Glaubens, zum Stammvater eines großen Volkes, das an den einen, einzigen Gott glaubt.

Mittlerweile ist dieses Volk derer, die an einen einzigen Gott glauben, in drei Weltreligionen aufgespalten: Judentum, Christentum und Islam. Aber immerhin, ein Großteil der Menschheit sieht in Abraham den religiösen Stammvater, mit dem man sich identifiziert, ein Vorbild im Glauben, eine Gestalt, von der Segen ausgeht.

Abram ist aus seiner Heimat in die Fremde gezogen. War das ein Verlust? Oder war es ein Gewinn?

Wie können wir die Geschichte deuten? Abraham zieht fort in die Fremde. Vielleicht ist Abraham damit erst in seine wahre Heimat gewandert. Nicht nur geographisch. Abraham wagt eines Tages den Aufbruch auch aus bisher falschen Gottesvorstellungen. Er bricht auf zu der einzig wahren Erkenntnis Gottes. Indem er dem Ruf Gottes folgt, kommt er in der wirklichen Heimat an, in Gottes Geborgenheit.

Das klingt zunächst ungewöhnlich, ist aber bei näherem Nachdenken durchaus reizvoll:

ein Umzug, der zwar zu neuen Ufern, an neue Orte, in neue Beziehungen führt, aber letztlich nicht in die Fremde, sondern in die eigentliche Heimat. Abraham — so deutet es schon vor fast 2000 Jahren der jüdische Philosoph Philo — Abraham hat eine falsche Lebensweise hinter sich gelassen: Gemeint ist die Verehrung von vielen Göttern, wie sie in der Antike des Vorderen Orients und im Mittelmeerraum üblich war. Man verehrte Gestirne als Götter, z.B. die Sonne, oder man sah in den Jahreszeiten von Winter und Sommer das Wirken mächtiger Gottheiten. All das lässt Abraham nun hinter sich. Das Ziel, zu dem Abraham unterwegs ist und das er schließlich erreicht, ist die Erkenntnis, dass es nur einen einzigen, wahren Gott gibt, den er fortan verehrt. Als Abraham dies erreicht, hat er die wahre Heimat gefunden.

Liebe Mitchristen!

So kann diese Abrahamsgeschichte auch uns ansprechen. Nicht immer muss ein Umzug auch ein Weg in die Fremde sein. Er kann auch positiv ein Aufbruch zu neuen Ufern werden, eine Wende im Leben, eine Bekehrung. Oft kann es auch so sein, dass man schlechte Gewohnheiten hinter sich lässt, verkehrte Wege verlässt — und das eigentliche Leben erst findet. In diesem Sinne ist uns Abraham ein Vorbild, dass wir all das, was uns von Gott trennt, hinter uns lassen, z.B. all die “fremden Götter“, die wir verehren: Dinge, die uns scheinbar so wichtig sind, die uns aber eigentlich belasten. Das kann das Hängen am Besitz sein, Ängste vor Verlusten, das ständige Hetzen nach Profit und Geld, nach Vergnügen und Highlife. Wir können das alles hinter uns lassen. Abraham ist uns dafür ein guter und richtiger Wegweiser: Er hat auf die Stimme Gottes gehört und ist aufgebrochen — gefunden hat er schließlich ein Leben voller Segen und Erfüllung.

Liebe Mitchristen!

Abrahams Mut und Vertrauen ist auch ein Vorbild für die Kirche. Viele Leute sind bei Angelegenheiten, die Glaube und Kirche betreffen, geradezu allergisch gegen jegliche Neuerung. Alles soll beim Alten bleiben.

So, wie es früher war und wie wir es schon immer gewohnt waren, so soll es weitergehen.

So geht es aber meist nicht weiter, denn Stillstand bedeutet Rückgang. Gerade die Kirchengeschichte zeigt, dass die Kirche sehr wohl immer wieder zu neuen Ufern aufgebrochen ist — auf Gottes Geheiß, wie einst Abram. Nur so blieb sie eine lebendige Gemeinschaft, in der Gottes Geist weht. Für uns als Kirche sagt die Abraham-Geschichte, dass wir nicht stehen bleiben sollen, nicht verharren sollen, sondern immer wieder aufbrechen in das Land, das Gott uns zeigen will.

Wir können also — mit Abraham als Vorbild, im Vertrauen auf Gott - Neues wagen: in unserem eigenen Leben, aber auch als Kirche. Bei einem Umzug — und das gilt besonders im übertragenen Sinne — geht manches verloren oder kaputt. Jedoch steckt in einer jeglichen Veränderung immer auch die Chance, etwas Neues zu entdecken, mit neuer Kraft und mit neuem Schwung anzufangen, neue Beziehungen zu knüpfen, den Horizont zu erweitern. Abraham lehrt uns, nicht im Altbewährten zu verharren, sondern auf die Stimme Gottes zu hören. Wenn Gott uns einen neuen Weg weist, dann ist das aus unserer Sicht vielleicht eine Zumutung und ein Aufbruch ins Ungewisse. Letztendlich wird sich aber — auch das zeigt uns die Geschichte Abrahams — das Vertrauen auszahlen, und wir gelangen in die wahre Heimat, in Gottes Geborgenheit.

[...]

Details

Seiten
457
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668146402
ISBN (Buch)
9783668146419
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v315648
Note
Schlagworte
Predigt Predigten Lesejahr Homölie Religion katholische religion Eucharestie Kirche Kirchendienst Wortgottesdienstleiter

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Titel: Predigten im Jahreskreis A, B und C