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Frauenemanzipation im geteilten Deutschland? Die Situation der Frau in der DDR und der BRD

Facharbeit (Schule) 2015 17 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Bedeutung der Entwicklung Deutschlands für die Frauen in den 1950er-Jahren

2 Rahmenbedingungen für den unterschiedlichen gesellschaftlichen Status der Frau
2.1 Ideologische Grundlagen der DDR
2.2 Ideologische Grundlagen der BRD

3 Rolle der Frau in der DDR
3.1 Erwerbstätigkeit der Frau
3.2 Familienpolitik, Partnerschaft und Ehe

4 Rolle der Frau in der BRD
4.1 Erwerbstätigkeit der Frau
4.2 Familienpolitik, Partnerschaft und Ehe

5 Zusammenfassender Vergleich

6 Aktualität der Stellung der Frau im Bezug auf die Gegenwart

1 Bedeutung der Entwicklung Deutschlands für die Frauen in den 1950er-Jahren

Heutzutage erscheint es uns Frauen selbstverständlich die Möglichkeit zu ergreifen, unsere Bildung zu erweitern, in einer Universität zu studieren und die Karriereleiter hoch zu arbeiten, ohne dass jemand es uns verbietet. Zusätzlich ist es für uns etwas Alltägliches, Aktivitäten zu verrichten die uns Freude bereiten. Für Frauen der 1950er-Jahre war das im geteilten Deutschland durch die Besatzungszonen unmöglich.

Sowohl in der Deutschen Demokratischen Republik als auch in der Bundesrepublik Deutschland war die Frage, ob eine verheiratete Frau außerhalb von Haushalt und Familie erwerbstätig sein durfte, ein diskutiertes Thema gewesen.

Die Entwicklungen der Rolle der Frau des geteilten Deutschlands in den 1950er-Jahren, ist wahrscheinlich einer der bedeutendsten Wendungen für die Frauen der Zeit.

In der folgenden Arbeit wird nun die Situation der Frauen in der Deutschen Demokratischen Republik (kurz: DDR) und in der Bundesrepublik Deutschland (kurz: BRD) beleuchtet. Es wird die Fragestellung erörtert, ob die zwei deutschen Staaten, trotz gleicher Wurzeln, sich unterschiedlich entwickelt haben und den Ursachen auf den Grund gegangen.

Außerdem wird untersucht, ob Frauen in dieser Zeit tatsächlich aus der Arbeitswelt verdrängt worden sind.

2 Rahmenbedingungen für den unterschiedlichen gesellschaftlichen Status der Frau

2.1 Ideologische Grundlagen der DDR

Nach der Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschen Reiches 1945 war es das Ziel der Sowjetunion, in einem zielstrebigen Prozess der politischen Neugestaltung eine sozial-kommunistische Ordnung zu errichten.[1] Dabei sollte sich diese Neuorientierung so nah wie möglich an der Sowjetunion orientieren und sich von den westlichen Werten abgrenzen.

Das Konzept nach der Gründung der DDR 1949 wurde als „Arbeiter- und Bauernstaat“ von der Ideologie des Marxismus-Leninismus geprägt.[2] Das heißt, es sollte eine klassenlose Gesellschaft entstehen, in der jeder Mensch gleichberechtigt ist und Privateigentum abgeschafft werden sollte. Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (kurz: SED) sah sich als Avantgarde(=Vorkämpfer) an, deren Aufgabe es war, für den Kommunismus die Führung und Erziehung der Arbeiterklasse zum Klassenkampf zu übernehmen.[3] Denn die Basis für eine kommunistische Gesellschaft war, den Nationalismus auszulöschen.[4]

Die DDR war ein zentralistischer Staat nach der Verfassung von 1945 und alle Gewalt war dem Parlament vorbehalten. Der Aufbau des Sozialismus in der DDR war identisch mit einer stalinistischen Ideologie, folgend wurde die DDR also nach den Prinzipien des Stalinismus regiert.[5] Bürger mussten sich an den Sowjetischen Idealvorstellungen ausrichten, jedoch gab es keine Gewaltenteilung, noch wurde der Mensch vor staatlicher Willkür geschützt. Die SED bestimmte über das Parlament und hatte dadurch die alleinige Macht über den Staat, zusätzlich wurde jede Opposition ausgeschaltet.[6]

Die Grundlage des sozialistischen Eigentums an Produktionsmitteln basierte auf Planung der Volkswirtschaft, indem Preise und Löhne zentral vom Staat festgelegt wurden.[7] In so einem System war die Arbeitslosigkeit relativ gering. Die sozialistische Gesellschaft wurde durch die politische Macht der Arbeiterklasse vollendet.[8]

2.2 Ideologische Grundlagen der BRD

Im Gegensatz zu der DDR entwickelte sich die Bundesrepublik Deutschland nach ihrer Gründung 1949 zu einer ökonomisch stabilen und politisch freiheitlichen Demokratie.[9] Das Grundgesetz der BRD wurde am 23. Mai 1949 verkündigt und sollte den Übergang in eine bessere und demokratische Zukunft versichern.[10] Auf der einen Seite sollte dieses Grundgesetz Sicherung enthalten, zum Beispiel Möglichkeiten, die Demokratie erneut zu zerstören, ausschließen. Auf der anderen Seite sollte es zum Schutz gegen die damalige kommunistische Bedrohung dienen.[11] Zusätzlich lassen sich viele wichtige Aspekte in der Verfassung der BRD über die Verhaltenserwartung gegenüber dem Volk und bestimmte Wertvorstellungen finden. Beispielsweise garantierte das Grundgesetz den Staatsbürgern Menschenrechte wie die Unantastbarkeit der Menschenwürde, freie Entfaltung der Persönlichkeit, Recht auf Leben, körperliche Unversehrtheit, Gleichheit vor dem Gesetz, parlamentarisch-demokratische Formen der politischen Mitsprache und Gleichberechtigung von Mann und Frau.[12]

Zu der parlamentarischen Demokratie in der BRD gehören unter anderem die Gewaltenteilung, das Mehrparteiensystem, die Unabhängigkeit der Gerichte und das Recht auf Opposition.[13] Nach Bundeskanzler Adenauer fehlte es der DRR an demokratischer Legitimation durch freie und geheime Wahlen.[14] Als idealtypisches Merkmal des Gesellschaftssystems der BRD lässt sich der Pluralismus bestimmen, dessen Anspruch es ist, die einseitige Herrschaftsausübung unmöglich zu machen.[15] Die Liberalisierung der Wirtschaftsverfassung auf Basis der Sozialen Marktwirtschaft und die freiheitlich-demokratischen Werte und Normen der USA waren die Schlüssel, die die Gesellschaft zum Wohlstand gebracht haben.[16] Anders als in der DDR, in der die Preise festgelegt waren, orientierte man sich bei der Produktion in der sozialen Marktwirtschaft an der Nachfrage. Unter der sozialen Marktwirtschaft versteht man eine Wirtschaftsordnung, in der allein die freie Preisbildung durch den Markt die beste Befriedigung der individuellen Bedürfnisse der Verbraucher versichert und durch gesetzliche Rahmenordnung unterworfen ist, um beispielsweise die Bildung von Kartellen, die die Preise ihrer Produkte untereinander absprechen, zu verhindern.[17]

3 Rolle der Frau in der DDR

3.1 Erwerbstätigkeit der Frau

„Die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau gehörte nicht nur zu einem der erklärten Ziele des Sozialismus, sondern galt quasi als eines der „Markenzeichen“ der DDR.“[18]

So hat die sowjetische Militärregierung diese Richtung eingeschlagen, als sie 1946 mit dem Befehl 253 gleichen Lohn für gleiche Arbeit beschloss und diesen 1949 in ihre Verfassung aufnahm. [19] Die Gleichberechtigung von Mann und Frau verwurzelte sich in allen Lebensbereichen und selbst die übergeordnete Position vom Mann in der Ehe wurde somit aufgehoben. Jedoch gab es gewisse Grenzen in der Verfassung 1949, denn laut Michael Schwartz „ging es der DDR-Frauenpolitik weniger um eine Emanzipation zur Individualität als um eine Emanzipation zur sozialen Nützlichkeit.“[20] Aus dem antifaschistischen Frauenausschuss wurde 1947 der Demokratische Frauenbund Deutschlands (kurz: DFD) gegründet. Damit wurde die Gleichberechtigung der Frau ins Rollen gebracht. Da die Regierung grundsätzlich für die Gleichberechtigung war, wurde dieses Ziel der DFD überflüssig, folgend wurde der Frauenbund ein wichtiges Funktionsorgan der SED. Nichtsdestotrotz hatte der DFD wenig Einfluss auf der politischen Ebene.[21]

[...]


[1] Behr, Wolfgang: Bundesrepublik Deutschland – Deutsche Demokratische Republik. Systemvergleich Politik - Wirtschaft - Gesellschaft. Stuttgart 1979, S.25.

[2] Behr 1979, S.29.

[3] Bäuml-Stosiek, Dagmar/ Berg, Rudolf / Eilert, Klaus / Prof. Dr. Frevert, Ute / Dr. Hinrich, Ernst / Dr. Jäger, Wolfgang / Rauh, Robert / Weiß,Ulrike / Winberger,Ursula: Forum Geschichte 11- Bayern. Berlin 2009, S.282

[4] ebd., S.282.

[5] Behr 1979, S.69.

[6] Bäuml-Stosiek/ Berg / Eilert / Prof. Dr. Frevert / Dr. Hinrich / Dr. Jäger / Rauh / Weiß / Winberger 2009, S.282 f.

[7] Behr 1979, S.30.

[8] ebd., S.30.

[9] Bäuml-Stosiek/ Berg / Eilert / Prof. Dr. Frevert / Dr. Hinrich / Dr. Jäger / Rauh / Weiß / Winberger 2009, S.231.

[10] ebd., S. 242.

[11] ebd., S. 242.

[12] Behr 1979, S.34.

[13] ebd., S. 30.

[14] Bäuml-Stosiek/ Berg / Eilert / Prof. Dr. Frevert / Dr. Hinrich / Dr. Jäger / Rauh / Weiß / Winberger 2009, S. 292.

[15] Behr 1979, S. 149.

[16] Bäuml-Stosiek/ Berg / Eilert / Prof. Dr. Frevert / Dr. Hinrich / Dr. Jäger / Rauh / Weiß / Winberger 2009, S.274.

[17] Bäuml-Stosiek/ Berg / Eilert / Prof. Dr. Frevert / Dr. Hinrich / Dr. Jäger / Rauh / Weiß / Winberger 2009, S.262.

[18] Treber, Leonie: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes. Essen 2014, S.281.

[19] ebd., S.281.

[20] ebd., S.282.

[21] Treber 2014,S.283.

Details

Seiten
17
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668153547
ISBN (Buch)
9783668153554
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v315643
Note
2,0
Schlagworte
frauenemanzipation deutschland situation frau

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