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Unternehmensgründung im Ländervergleich. Status Quo und Rahmenbedingungen in Marokko und Deutschland

Bachelorarbeit 2015 50 Seiten

BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise

3 Terminologie

4 Wirtschaftliches Profil beider Länder

5 Gründungsgeschehen
5.1 Anzahl der Unternehmensgründungen
5.2 Verteilung der Unternehmensgründungen
5.2.1 nach Region
5.2.2 nach Rechtsform
5.2.3 nach Wirtschaftsbereich
5.3 Technologieintensität und Innovationsgrad der Unternehmensgründungen
5.4 Beschäftigungseffekte der Unternehmensgründungen
5.5 Profil der Gründer
5.5.1 Geschlechterverteilung
5.5.2 Durchschnittliches Alter
5.5.3 Durchschnittlicher Bildungsgrad
5.5.4 Motivation der Gründer
5.5.5 Herkunft

6 Gründungsbezogene Rahmenbedingungen
6.1 Allgemeines Wirtschaftsumfeld
6.1.1 Ease of Doing Business Ranking
6.1.2 Global Competitiveness Index
6.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
6.2.1 Prozeduren der Unternehmensregistrierung
6.2.2 Rechtssicherheit
6.3 Finanzierung
6.4 Besteuerung
6.5 Gründungskultur
6.5.1 Gesellschaftliche Haltung und individuelle Gründungsneigung
6.5.2 Sensibilisierung für Unternehmensgründungen im Bildungssystem

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gewerbliche Unternehmensgründungen in Marokko

Abbildung 2: Gewerbliche Unternehmensgründungen in Deutschland (ohne Nebenerwerb)

Abbildung 3: Technologieintensität der Existenzgründungen in der MENA-Region

Abbildung 4: Doing Business Parameter Rankings - Marokko 2015

Abbildung 5: Doing Business Parameter Rankings - Deutschland 2015

1 Einleitung

Eine gesunde Wirtschaft ist auf eine vitale Gründerszene angewiesen. Unternehmensgründer leisten einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der Arbeitslosigkeit, indem sie neue Arbeitsplätze für sich und andere schaffen. Darüber hinaus sorgen insbesondere innovative Neugründungen für mehr Wettbewerb auf dem Markt und fordern bestehende Unternehmen immer wieder aufs Neue heraus. Aus diesem Grund genießen Unternehmensgründungen und junge Unternehmen als Wachstums- treiber und Impulsgeber für die Modernisierung der Wirtschaft einen hohen Stellenwert (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2015, S. 2).

Für Entwicklungsländer sind Unternehmensgründungen umso wichtiger, da sie die wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben. Dies gilt auch für Marokko, wo nach wie vor eine hohe Jugendarbeitslo- sigkeit herrscht und sich bisher noch keine international wettbewerbsfähige KMU-Landschaft etab- lieren konnte. Die politischen Entscheidungsträger in Marokko haben diese Schwächen erkannt. Seit Jahren versuchen sie die gründungsbezogenen Rahmenbedingungen zu verbessern und weiten die Förderung für kleine und mittelständische Unternehmen aus. So wurden beispielsweise regionale Investitionszentren (Centres Régionaux d’Investissement, CRI) ins Leben gerufen, die als One-Stop- Shops den administrativen Prozess einer Unternehmensgründung vereinfachen sollen (Germany Trade and Invest, AHK Marokko & Diem & Partner Rechtsanwälte, 2014, S. 25). Außerdem rückte das Thema „Unternehmensgründung“ durch die Austragung des fünften Global Entrepreneurship Summit 2014 in Marrakesch zunehmend ins öffentliche Bewusstsein (Bundesministerium für Wirt- schaft und Energie, 2014).

Auch für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands sind Unternehmensgründungen von enormer Be- deutung, denn „die guten Gründer von heute sind der starke Mittelstand von morgen“ (Deutscher Industrie- und Handelskammertag, 2013, S. 5). Dabei nehmen vor allem innovative Unternehmens- gründungen einen hohen Stellenwert in der Wirtschaft ein, da man sich von ihnen besonders hohe Wohlstandseffekte verspricht. Möchte Deutschland auch in Zukunft seinen Wohlstand aufrechterhal- ten, muss das Gründungspotential der Bevölkerung stärker ausgeschöpft werden. Leider ist in Deutschland in den letzten Jahren ein rückläufiger Trend in den gewerblichen Gründungszahlen zu erkennen (Institut für Mittelstandsforschung Bonn, 2015b). Damit Deutschland nicht zur „Gründer- wüste“ verkommt, startete die Bundesregierung zahlreiche an Gründer gerichtete Förderprogramme sowie Initiativen, um für mehr Unternehmergeist in der Bevölkerung zu werben.

2 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise

Die vorliegende Arbeit vergleicht das Gründungsgeschehen sowie die gründungsbezogenen Rah- menbedingungen in Marokko und Deutschland. Die beiden Länder wurden ausgewählt, da eine Ge- genüberstellung in dieser Form noch nicht in der Literatur vorhanden ist und somit eine Forschungs- lücke darstellt. Im Rahmen dieser Arbeit sollen folgende Forschungsfragen beantwortet werden:

- Wie stark ist das Gründungsgeschehen in beiden Ländern im gegenseitigen sowie internationa- len Vergleich ausgeprägt? Wie lässt sich die Qualität des Gründungsgeschehens hinsichtlich der Technologieintensität, des Innovationsgrads sowie der Beschäftigungseffekte bewerten? Welche wesentlichen Charakteristika weisen die Gründer in beiden Ländern auf?
- Wie schneiden die gründungsbezogenen Rahmenbedingungen im gegenseitigen Länderver- gleich sowie in einer internationalen Betrachtung ab? Wo liegen die Stärken beider Länder bei der Umsetzung einer Unternehmensgründung? Was sind die wesentlichen Hemmnisse, denen Unternehmensgründer in beiden Ländern gegenüberstehen?

Um diese Fragen beantworten zu können, ist die Arbeit im Wesentlichen in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil wird das Gründungsgeschehen genauer untersucht. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie viele Neugründungen von Unternehmen in beiden Ländern vonstattengehen. Hierbei werden Gründungszahlen aus verschiedenen Datenquellen (nationale Gewerbestatistiken, New Business Density der Weltbank, TEA-Rate des Global Entrepreneurship Monitors) sowohl international als auch intertemporal verglichen. Es folgt eine Analyse der Verteilung der Unternehmensgründungen nach Region, Rechtsform und Wirtschaftsbereich. Da eine bloße Betrachtung der Gründungszahlen nicht ausreicht, wird zudem auf die Technologieintensität, den Innovationsgrad sowie die Beschäfti- gungseffekte der Neugründungen eingegangen. Dies ist wichtig, um das Gründungsgeschehen hin- sichtlich seiner Qualität sowie seiner gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen zu bewerten. Im An- schluss soll ein Blick auf das Profil der Gründer geworfen werden. Diese Analyse soll verdeutlichen, welche Charakteristika die Menschen aufweisen, die das Gründungsgeschehen tragen.

Der zweite Teil der Arbeit untersucht gründungsbezogene Rahmenbedingungen, welche einen we- sentlichen Einfluss auf das Gründungsgeschehen haben. Dabei soll zunächst das allgemeine Wirt- schaftsumfeld anhand des Ease of Doing Business Rankings der Weltbank sowie des Global Com- petitiveness Indexes des Weltwirtschaftsforums bewertet werden. Das Ease of Doing Business Ran- king basiert auf der Berechnung von zehn Parametern, die verschiedene Aspekte der Geschäftstä- tigkeit messen. Davon werden vier gründungsrelevante Parameter in den folgenden Kapiteln zur Bewertung weiterer gründungsbezogener Rahmenbedingungen herangezogen. Auf die Analyse des Wirtschaftsumfelds folgt eine Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen mit den Unterka- piteln „Prozeduren der Unternehmensregistrierung“ sowie „Rechtssicherheit“. In den Folgekapiteln werden Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmensgründer sowie die Unternehmensbesteuerung analysiert. Im Anschluss daran widmet sich ein Kapitel der Gründungskultur, da auch diese großen Einfluss auf das Gründungsgeschehen eines Landes hat. Dabei wird auf die gesellschaftliche Haltung gegenüber unternehmerischer Selbstständigkeit, die individuelle Gründungsneigung sowie auch auf die Sensibilisierung für Unternehmensgründungen im Bildungssystem eingegangen. In einem abschließenden Fazit werden die wesentlichen Erkenntnisse zusammengefasst sowie die eingangs gestellten Forschungsfragen beantwortet.

In allen Kapiteln wird ein Vergleich zwischen Marokko und Deutschland angestellt. Da beide Länder aber sehr unterschiedliche Entwicklungsstufen hinsichtlich ihrer Wirtschaft aufweisen und Unternehmensgründungen in Entwicklungsländern eine andere Stellung einnehmen als in Industrieländern, ist auch ein Vergleich mit ähnlichen Volkswirtschaften notwendig. Als effizienzbasierte Volkswirtschaft wird Marokko mit anderen Entwicklungs- bzw. MENA-Ländern verglichen, wohingegen Deutschland als innovationsbasierte Volkswirtschaft anderen Industrie- bzw. OECD-Ländern gegenübergestellt wird (World Economic Forum, 2014, S. 11).

3 Terminologie

Um die genannten Forschungsfragen treffend beantworten zu können, werden zunächst Begrifflichkeiten, die im Laufe der vorliegenden Arbeit immer wieder fallen, erläutert. Im Folgenden wird der Begriff Unternehmensgründung definiert und von Begriffen wie Existenzgründung, Selbstständigkeit, Entrepreneurship sowie Startup abgegrenzt.

Der Begriff Unternehmensgründung ist nicht identisch mit dem Begriff Existenzgründung. Die Unternehmensgründung bezeichnet die Schaffung einer wirtschaftlichen Einheit, „die durch die Eigenschaften der rechtlichen und wirtschaftlichen Selbstständigkeit, der Teilnahme am Marktgeschehen als Anbieter von Gütern oder Dienstleistungen mit der Absicht auf Gewinnerzielung und Daue rhaftigkeit charakterisiert ist“ (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, 2015).

Bei der Existenzgründung hingegen „steht die Gründerperson, also eine natürliche Person, im Mit- telpunkt der Betrachtung. Existenzgründungen werden durch die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit basierend auf einer neu errichteten oder bereits bestehenden wirtschaftlichen Einheit er- fasst. Dabei sollten der Gründerperson die Entscheidungsvollmachten in den Kernbereichen der Ge- schäftsführung dauerhaft obliegen“ (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, 2015).

Unter Selbstständigkeit versteht man „eine wirtschaftliche Tätigkeit, die allein auf die Rechnung des Erwerbstätigen, nicht auf die Rechnung eines Arbeitgebers erfolgt. Die Gruppe der Selbstständigen setzt sich sowohl aus Gewerbetreibenden als auch aus Freiberuflern zusammen. Eine weitere Kate- gorie stellen die Selbstständigen in der Land- und Forstwirtschaft dar“ (RKW Kompetenzzentrum, 2014, S. 4).

Der Begriff Entrepreneurship beruht auf dem französischen Begriff „Entrepreneur“, was nichts an- deres als Unternehmer bedeutet. Entrepreneurship könnte also durchaus mit Unternehmertum ins Deutsche übersetzt werden. Dennoch hat der Begriff Entrepreneurship Einzug in die deutsche Spra- che gehalten, da der Begriff Unternehmertum im öffentlichen Verständnis nicht mehr nur das aus- sagt, was ursprünglich damit gemeint war. Heute assoziieren die meisten Menschen mit Unterneh- mertum vor allem Vorstände und Geschäftsführer größerer Unternehmen, die eigentlich angestellte Manager sind. Der Begriff Entrepreneurship hat diese Veränderung nicht erfahren. Sein allgemeines Verständnis beruht auf der Verwirklichung einer kreativen Geschäftsidee unter Inkaufnahme von Ri- siko (De, 2005, S. 16 ff.).

Startups sind Jungunternehmen, die sich von klassischen Unternehmensgründungen hinsichtlich ihrer hohen Innovationsfähigkeit und ihres hohen Wachstumspotentials unterscheiden. Zu Startups zählen laut dem Bundesverband deutscher Startups (BVDS) Unternehmen mit folgenden Eigen- schaften: (1) jünger als zehn Jahre, (2) hochinnovativ mit ihrer Technologie und/oder ihrem Ge- schäftsmodell, (3) haben ein signifikantes Mitarbeiter- und/oder Umsatzwachstum. Dabei muss die erste und mindestens eine der beiden weiteren Bedingungen erfüllt sein (Bundesverband Deutscher Startups, 2014, S. 11).

4 Wirtschaftliches Profil beider Länder

Marokko zeichnet sich dank seiner Nähe zu Europa sowie relativ niedriger Lohnkosten durch eine diversifizierte und offene Marktwirtschaft aus. Das Wirtschaftswachstum in Marokko lag 2014 bei 3,5 Prozent. Auch in den vergangenen Jahren konnte Marokko trotz der politischen Unruhen in der ara- bischen Welt ein stetiges Wirtschaftswachstum an den Tag legen (Central Intelligence Agency, 2015). Dem Land wird eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des BIP in Höhe von 4,5 Pro- zent im Zeitraum von 2015 bis 2019 prognostiziert (The Economist Intelligence Unit, 2015). Das marokkanische BIP belief sich im Jahr 2014 auf 112,6 Mrd. USD, was mit einer Einwohnerzahl von knapp 33 Mio. einem BIP pro Kopf in Höhe von 7.700 USD entspricht. Dabei stammen 14 Prozent des BIP aus der Landwirtschaft, ca. 25 Prozent aus der Industrie und ca. 61 Prozent aus Dienstleis- tungen. Marokkos Landwirtschaft basiert größtenteils auf dem Anbau von Zitrusfrüchten, Trauben, Gemüse, Oliven und Weizen sowie der Viehzucht. Zu den wichtigsten Industriezweigen gehören die Automobil-, die Luftfahrt- und die Textilindustrie. Dabei konnte Marokko seine internationale Wettbe- werbsfähigkeit durch industrielle Entwicklungsstrategien und den Ausbau der Infrastruktur verbes- sern. Dies wurde vor allem durch den Bau des neuen Tiefseehafens und einer Freihandelszone in der Nähe von Tanger deutlich. Marokko unternimmt zudem große Anstrengungen, um erneuerbare Energien auszubauen. Das von der Regierung vorgegebene Ziel lautet, bis 2020 mindestens 42 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen (Central Intelligence Agency, 2015). Außerdem verfolgt Marokko im Rahmen des Plan Azur das ehrgeizige Ziel, bis 2020 die jährliche Besucherzahl von 20 Mio. Touristen zu erreichen (Germany Trade and Invest et al., 2014, S. 32). Trotz des wirtschaftlichen Fortschritts hat Marokko traditionell mit einem hohen Leistungsbilanzdefizit zu kämpfen. 2014 lag dieses bei rund -7,6 Mrd. USD. Für dieses Defizit sind vor allem die hohen Energieimporte verantwortlich. In jüngster Zeit konnte Marokko allerdings von dem niedrigen Ölpreis profitieren. Die Staatsverschuldung Marokkos liegt bei ca. 76 Prozent des BIP. Außerdem weist Ma- rokko nach wie vor eine hohe Armuts- und Arbeitslosenquote vor. So leben ca. 15 Prozent der Ma- rokkaner unter der Armutsgrenze. Die Arbeitslosenquote liegt offiziell bei 9,6 Prozent. Auch Analpha- betismus ist weit verbreitet. So können lediglich 68,5 Prozent der über 15-jährigen Marokkaner lesen und schreiben (Central Intelligence Agency, 2015).

Deutschland ist vor allem dank des traditionell starken Exports zur weltweit fünftgrößten und in Eu- ropa größten Volkswirtschaft aufgestiegen. Die deutsche Wirtschaft wuchs im Jahr 2014 um 1,6 Pro- zent. Die niedrigen Energiepreise sowie der schwache Euro werden voraussichtlich für zusätzliche Wachstumsschübe sorgen. Das deutsche BIP betrug 2014 ca. 3,6 Bio. USD, was bei einer Einwoh- nerzahl von knapp 81 Millionen einem BIP pro Kopf in Höhe von 44.700 USD entspricht. In Deutsch- land stammt nicht einmal ein Prozent des BIP aus der Landwirtschaft. Rund 31 Prozent des BIP werden durch die Industrie und 68 Prozent durch Dienstleistungen generiert. Dabei baut die Industrie insbesondere auf eine sehr leistungsstarke Produktion von Fahrzeugen, Maschinen und Chemika- lien. Auch Deutschland plant im Rahmen der Energiewende anstelle von Nuklearenergie vermehrt auf erneuerbare Energien zu setzen. Im Jahr 2014 wurden bereits knapp 28 Prozent des Stroms durch erneuerbare Energien generiert. Deutschland zeichnet sich außerdem durch eine relativ nied- rige Arbeitslosenquote in Höhe von 5,2 Prozent im Jahr 2014 aus. Dank des starken Exports konnte Deutschland im selben Jahr eine positive Leistungsbilanz von fast 258 Mrd. USD vorweisen. Die Staatsverschuldung liegt ähnlich wie in Marokko bei ca. 75 Prozent des BIP. In Deutschland gelten der demographische Wandel sowie die europäische Schuldenkrise derzeit als größte ökonomische Herausforderungen (Central Intelligence Agency, 2015).

5 Gründungsgeschehen

5.1 Anzahl der Unternehmensgründungen

Um die Zahl der Unternehmensgründungen eines Landes abzubilden, stehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen lässt sich die Gründungszahl durch die Auswertung von offiziellen Statistiken, die auf Basis von Meldepflichten erhoben werden, ermitteln (RKW Kompetenz- zentrum, 2014, S. 8 ff.). Dafür bietet sich in Marokko die Statistik des zentralen Handelsregisters (Registre Central du Commerce) an. Diese amtliche Statistik misst alle Unternehmensgründungen mit Handelsregistereintrag und wird jährlich vom Office Marocain de la Propriété Industrielle et Com- merciale (OMPIC) veröffentlicht. In Deutschland liefert das Statistische Bundesamt in seiner Gewer- beanzeigenstatistik entsprechende Gründungszahlen. Um die Gründungszahlen in Relation zur Be- völkerungszahl zu setzen, wird die New Business Density der Weltbank herangezogen.

Zum anderen lässt sich das Gründungsgeschehen durch Statistiken, die auf Befragungen der Bevölkerung beruhen, ermitteln. Dabei werden Bevölkerungsbefragungen als repräsentative Stichproben durchgeführt und anhand statistischer Schätzungen die Gründungszahl in der Gesamtbevölkerung abgeleitet (RKW Kompetenzzentrum, 2014, S. 8 ff.). Sowohl für Marokko als auch für Deutschland werden dafür Daten des Global Entrepreneurship Monitors verwendet. Die Erhebung der Gründungszahl durch Bevölkerungsbefragungen ist deswegen so bedeutend, da die offiziellen Statistiken einige unternehmerischen Aktivitäten außer Acht lassen. Dazu gehören beispielsweise freiberufliche Tätigkeiten, die vor allem in Deutschland weit verbreitet sind, sowie Existenzgründungen im informellen Sektor, die insbesondere in Marokko eine große Rolle spielen.

In Marokko wurden im Jahr 2014 nach Angaben des OMPIC insgesamt rund 66.200 Unternehmen gegründet, darunter ca. 35.600 Kapitalgesellschaften und 30.500 Einzelunternehmen. Dies ergibt eine Steigerung von ca. vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in dem insgesamt rund 63.600 Un- ternehmen ins marokkanische Handelsregister eingetragen wurden (OMPIC, 2015, S. 21).

In Deutschland beläuft sich die Zahl der gewerblichen Unternehmensgründungen im Jahr 2014 nach der Gewerbeanzeigenstatistik des Statistischen Bundesamts auf rund 334.500 Unternehmen (ohne Nebenerwerbsgründungen), darunter ca. 124.000 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung und 210.600 Kleinunternehmen (Statistisches Bundesamt, 2015, S. 16).

Die folgenden Abbildungen zeigen die Entwicklungen der offiziellen Unternehmensgründungszahlen in Marokko und Deutschland der letzten Jahre.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Gewerbliche Unternehmensgründungen in Marokko

(Quelle: OMPIC, 2015, S. 21 f.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Gewerbliche Unternehmensgründungen in Deutschland (ohne Nebenerwerb)

(Quelle: Statistisches Bundesamt, 2015, S. 16)

Gut zu erkennen ist, dass sich die Gründungszahlen in beiden Ländern gegenläufig entwickeln. Ma- rokko verzeichnet zwischen 2006 und 2014 einen Zuwachs der Gründungszahlen um ca. 32 Prozent. Dies ist vor allem auf den vereinfachten Gründungsprozess sowie den wachsenden Dienstleistungs- sektor zurückzuführen, der traditionell viele Gründungsmöglichkeiten bietet. Darüber hinaus haben das Bevölkerungswachstum sowie die Öffnung der marokkanischen Wirtschaft, die neue Geschäfts- chancen bietet, zum positiven Trend beigetragen (Chambre Française de Commerce et d'Industrie du Maroc, 2012, S. 19).

Deutschland hingegen erlebt seit 2005 einen Rückgang der gewerblichen Gründungszahlen um fast 35 Prozent. Dies ist vor allem auf den entspannten Arbeitsmarkt zurückzuführen. Aufgrund der guten Beschäftigungsaussichten ziehen viele Menschen in Deutschland eine abhängige Beschäftigung dem Abenteuer Unternehmensgründung vor (Sternberg, Vorderwülbecke und Brixy, 2015, S. 25). So steigt die Gründungszahl in Deutschland tendenziell bei konjunkturellem Abschwung und sinkt in Zeiten des Aufschwungs. Dies ergibt einen für Deutschland typischen antizyklischen Verlauf (RKW Kompetenzzentrum, 2014, S. 15). So sind lediglich in den Folgejahren der Wirtschaftskrise 2009 und 2010 die gewerblichen Gründungszahlen angestiegen. International gilt eher, dass die Zahl der Unternehmensgründungen in Krisenzeiten sinkt und mit ansteigender Konjunktur ansteigt (Klapper et al., 2010 zitiert nach OECD, 2013, S. 23). Dies lässt sich auch an der Dämpfung der Gründungszahlen in Marokko in den Jahren 2009 und 2010 ablesen.

Damit die Gründungszahlen in Marokko und Deutschland einen direkten Vergleich zulassen, müssen sie zunächst in Relation zur Bevölkerungszahl gesetzt werden. Eine solche Quote berechnet die Weltbank anhand der sogenannten New Business Density. Diese misst die Anzahl der registrierten Gesellschaften mit beschränkter Haftung je 1.000 Einwohner im arbeitsfähigen Alter (15-64 Jahre) im Zeitraum eines Jahres. Die zuletzt berechnete New Business Density betrug in Marokko 1,26 im Jahr 2009 und in Deutschland 1,29 im Jahr 2012. Damit liegen die Länder etwa gleichauf und bele- gen im internationalen Vergleich nur mittlere Plätze. In der MENA-Region liegen Katar (1,74), Oman (1,74), Tunesien (1,52) und die VAE (1,38) mit geringem Abstand vor Marokko. Jordanien (0,98) und Algerien (0,53) weisen niedrigere Werte als Marokko auf. Unter den OECD-Ländern weisen Luxem- burg (20,98), Neuseeland (15,07) sowie Australien (12,16) die höchsten Werte auf. Selbst die Nie- derlande (4,44), Frankreich (2,88) und Spanien (2,71) haben eine höhere New Business Density als Deutschland. Damit schneidet Deutschland im OECD-Vergleich unterdurchschnittlich ab (World Bank, 2013).

Da die amtlichen Zahlen zu Unternehmensgründungen nicht das gesamte Gründungsgeschehen ei- nes Landes abbilden, werden nun Statistiken des Global Entrepreneurship Monitors (GEM), die auf repräsentativen Befragungen von mindestens 2.000 Erwachsenen beruhen, analysiert. Dabei misst der GEM die Gründungsaktivität eines Landes anhand der Total Early-Stage Entrepreneurial Activity (kurz: TEA), welche als Prozentanteil der 18- bis 64-Jährigen, die zum Zeitpunkt der Befragung ein Unternehmen gründen oder vor nicht länger als 3,5 Jahren ein Unternehmen gegründet haben , de- finiert wird (International Development Research Centre, 2010, S. 7). Der GEM erfasst dabei jede Form unternehmerischer Aktivität, d. h. auch selbstständige Tätigkeiten, die nicht der Gewerbeord- nung unterliegen, wie beispielsweise freie Berufe oder Existenzgründungen im informellen Sektor (International Development Research Centre, 2010, S. 12). Der informelle Sektor spielt insbesondere in Marokko eine große Rolle, da schätzungsweise 50 bis 60 Prozent der privaten Unternehmen in- formell sind (International Development Research Centre, 2010, S. 109).

In Marokko wurde die letzte TEA-Rate im Jahr 2009 erhoben. Sie betrug 15,8 Prozent, wobei 6,9 Prozent der Befragten zum Zeitpunkt der Befragung in eine Unternehmensgründung involviert waren (Nascent Entrepreneurs) und 9,4 Prozent vor weniger als 3,5 Jahren ein Unternehmen gegründet hatten (Baby Business Owners). Konvertiert man diese TEA-Rate in absolute Zahlen, ergibt sich eine Anzahl von ca. drei Millionen Marokkanern, die nach TEA-Definition im Jahr 2009 unternehmerisch aktiv waren (International Development Research Centre, 2010, S. 110). Damit lag Marokko im MENA-Ranking hinter dem Jemen (24 %) und Algerien (17 %), aber vor dem Libanon (15 %) und Jordanien (14 %) (International Development Research Centre, 2010, S. 110). Betrachtet man nur die Quote der Befragten, die ein Unternehmen vor weniger als 3,5 Jahren gegründet hatten (Baby Business Owners), belegt Marokko sogar den ersten Platz in der MENA-Region (International Deve- lopment Research Centre, 2010, S. 110).

In Deutschland betrug die TEA-Quote im Jahr 2009 nur 4,1 Prozent (Sternberg, Hundt und Brixy, 2010, S. 5). Doch auch im Jahr 2014 weist Deutschland mit einer TEA-Quote von nur 5,3 Prozent eine wesentlich schwächer ausgeprägte Gründungsaktivität als Marokko auf. Dabei schneidet Deutschland auch im Vergleich zu den anderen 28 innovationsbasierten Staaten unterdurchschnitt- lich ab und belegt unter diesen nur den drittletzten Platz (Sternberg et al., 2015, S. 9). Zu den inno- vationsbasierten Staaten mit den höchsten TEA-Raten gehören beispielsweise die USA (14 %), Aust- ralien (13 %), Kanada (13 %), das Vereinigte Königreich (11 %) und die Niederlande (9 %) (Singer, Amorós und Moska, 2015, S. 40 ff.). Anzumerken ist, dass es 2014 kein innovationsbasiertes Land mit statistisch signifikant geringerer TEA-Quote als Deutschland gab (Sternberg et al., 2015, S. 9).

Der große Unterschied in der Ausprägung der Gründungsaktivität in Marokko und Deutschland ist sicherlich zum Teil mit der unterschiedlichen Rolle, die Unternehmensgründungen in Entwicklungsund Industrieländern einnehmen, zu erklären. Länder mit niedrigem Entwicklungsstand weisen in der Regel eine hohe Anzahl an wenig produktiven Kleinstunternehmen vor. Mit steigender Industrialisierung steigt die Anzahl der Großunternehmen, die den Menschen sichere Arbeitsplätze bieten. Dadurch sinkt die Zahl der Unternehmensgründungen (International Development Research Centre, 2010, S. 10). Dennoch ist die Frage berechtigt, weshalb Deutschland auch im Vergleich zu anderen Industrienationen eine unterdurchschnittliche Gründungsaktivität vorweist. Neben dem bereits erwähnten, entspannten Arbeitsmarkt ist hauptsächlich die schwach ausgeprägte Gründungskultur dafür verantwortlich, auf die später weiter eingegangen wird.

5.2 Verteilung der Unternehmensgründungen

5.2.1 nach Region

Sowohl in Marokko als auch in Deutschland werden die meisten Unternehmen in den großen Bal- lungsräumen gegründet. In Marokko werden 23 Prozent der Unternehmen im Großraum Casablanca gegründet, gefolgt von den Regionen Tanger-Tétouan mit zwölf Prozent, Rabat-Salé-Zemmour mit zehn Prozent und Marrakesch-Tensift-Al Haouz mit acht Prozent (OMPIC, 2015, S. 21). In Deutsch- land verzeichnen die Stadtstaaten Berlin mit 2,6 Prozent, Hamburg mit 2,4 Prozent und Bremen mit 2,3 Prozent die höchsten Gründerquoten (Gründeranteil an der Bevölkerung im Alter von 18 bis 64 Jahren). Dies scheint wenig verwunderlich, da viele Menschen auf begrenztem Raum vor allem dem Dienstleistungssektor und dem Handel zugutekommen, also Sektoren, in denen grundsätzlich gerne gegründet wird (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2015, S. 5). Dabei konnte sich Berlin dank seiner starken Gründungsdynamik in der IT-Branche zum Spitzenreiter entwickeln und wird deshalb in den Medien immer wieder als das „deutsche Silicon Valley“ bezeichnet (Heisterhagen, 2014).

5.2.2 nach Rechtsform

In Marokko wurden nach Angaben des OMPIC rund 46 Prozent aller Unternehmen, die 2014 ins Handelsregister eingetragen wurden, als Einzelunternehmen (Entreprises individuelles) gegründet. Ca. 54 Prozent der Neugründungen waren Kapitalgesellschaften, wobei ca. 28 Prozent als GmbH mit mehreren Gesellschaftern (Société à responsabilité limité, kurz: SARL) und 24 Prozent als Ein- Personen-GmbH (Sociétés à responsabilité limitée à associé unique, kurz: SARLAU) gegründet wur- den. Lediglich 0,3 Prozent wurden als Aktiengesellschaft (Société anonyme, kurz SA) und 1,2 Pro- zent mit sonstigen Rechtsformen gegründet (OMPIC, 2015, S. 21). In Deutschland ist der Anteil der Einzelunternehmen an den Neugründungen wesentlich höher. Er betrug im Jahr 2014 etwa 77 Pro- zent. Lediglich 15 Prozent der Unternehmen wurden als GmbH und 0,1 Prozent als AG gegründet. Darüber hinaus wurden in Deutschland rund fünf Prozent der Unternehmen als GbR registriert. Sons- tige Rechtsformen machten ca. drei Prozent aus (Institut für Mittelstandsforschung Bonn, 2015a). Der im Vergleich zu Deutschland hohe Anteil an Gründungen von Kapitalgesellschaft in Marokko lässt sich zum Teil mit der Attraktivität der SARL in Marokko erklären. So hat Marokko das Mindest- kapital zur Gründung einer SARL Im Jahr 2012 abgeschafft (OECD, 2014, S. 35). Außerdem hat der niedrige Anteil an Einzelunternehmen sicherlich auch damit zu tun, dass viele Kleinstunternehmer in Marokko im informellen Sektor tätig sind und ihr Unternehmen nicht offiziell als Einzelunternehmen deklarieren. So werden nach einer Studie aus dem Jahr 2007 jährlich durchschnittlich 40.000 infor- melle Unternehmen ohne jegliche Rechtsform gegründet (Haut Commissariat au Plan, 2007, S. 25). Würden diese informellen Gründungen offiziell als Einzelunternehmen registriert werden, ergäbe dies eine ähnliche Verteilung der Rechtsformen wie in Deutschland.

5.2.3 nach Wirtschaftsbereich

Bezüglich der Gründungsbranchen wird sowohl in Marokko als auch in Deutschland am häufigsten in den Bereichen Dienstleistungen und Handel gegründet. Dies ist wenig verwunderlich, da in diesen Bereichen eine Gründung mit relativ wenig Startkapital möglich ist. In der Industrie hingegen müssen hohe Summen investiert werden, wenn etwa Maschinen oder Produktionsstätten für die Gründung notwendig sind (Deutscher Industrie- und Handelskammertag, 2015, S. 15). So gründen in Marokko mit ca. 41 Prozent die meisten Unternehmen im Handel. Den zweiten Platz nimmt der Dienstleis- tungsbereich mit 31 Prozent ein, gefolgt vom Baugewerbe und Immobiliengeschäft mit 16 Prozent sowie der Industrie mit sechs Prozent. Zudem entfallen ca. fünf Prozent auf die Bereiche Bergbau und Energie und lediglich 0,3 Prozent auf Landwirtschaft und Fischerei (OMPIC, 2015, S. 21). Laut Daten des GEM aus dem Jahr 2009 hat Marokko mit ca. 21 Prozent den zweithöchsten Anteil an Neugründungen im „transformierenden Sektor“ in der MENA-Region, wozu das produzierende Ge- werbe (Industrie) und das Baugewerbe gehören. Spitzenreiter ist Jordanien mit 21,2 Prozent (International Development Research Centre, 2010, S. 28).

In Deutschland zeichnet sich ein leicht verändertes Bild der Gründungsbereiche ab. Dort überwiegen die Gründungen im Dienstleistungsbereich mit 68 Prozent. Verglichen mit Marokko fällt der Anteil der Gründungen im Handel mit 18 Prozent und im Baugewerbe mit fünf Prozent niedriger aus. Das ver- arbeitende Gewerbe (Industrie) umfasst ähnlich wie in Marokko sechs Prozent der Neugründungen. (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2015, S. 3). Mitverantwortlich für den hohen Anteil an Neugründun- gen im Dienstleistungsbereich in Deutschland ist sicherlich der Boom an Existenzgründungen in frei- beruflichen Tätigkeitsfeldern, die mittlerweile 40 Prozent der gesamten Existenzgründungen ausma- chen. Dabei zählen die Unternehmensberatung, die Dozentur sowie die Kindertagespflege zu den häufigsten Tätigkeiten der Freiberufler (Kreditanstalt für Wiederaufbau, 2015, S. 3).

5.3 Technologieintensität und Innovationsgrad der Unternehmensgründungen

Für die Bewertung des Gründungsgeschehens sind die reine Darstellung der Quantität der Unternehmensgründungen sowie deren Verteilung nach Region, Rechtsform und Wirtschaftsbereich nicht ausreichend. Vielmehr muss auch die Qualität im Hinblick auf deren gesamtwirtschaftliche Effekte analysiert werden. Diese positiven Effekte gehen insbesondere von Gründungen mit hoher Technologieintensität und hohem Innovationsgrad aus (Franz, 2014, S. 109 ff.).

Ein genaues Bild über die Verteilung der Existenzgründungen nach deren Technologieintensität bietet der GEM. Folgende Grafik zeigt den Anteil von Jungunternehmen im Low-, Medium- und HighTech-Sektor in Marokko sowie in anderen MENA-Ländern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Technologieintensität der Existenzgründungen in der MENA-Region

(Quelle: International Development Research Centre, 2010, S. 29)

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Details

Seiten
50
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668150034
ISBN (Buch)
9783668150041
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v315459
Institution / Hochschule
Hochschule Heilbronn, ehem. Fachhochschule Heilbronn
Note
1.2
Schlagworte
Marokko Unternehmensgründung Innovation wirtschaftliche Entwicklung

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Titel: Unternehmensgründung im Ländervergleich. Status Quo und Rahmenbedingungen in Marokko und Deutschland