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Teamfähigkeit als relevantes Einstellungskriterium? Der Einfluss des Persönlichkeitsmerkmals Verträglichkeit auf die Gruppenleistung

Hausarbeit 2016 28 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zentrale Erkenntnisse zum Thema Gruppe und Gruppenleistung
1.1 Definition einer Gruppe
1.2 Was ist Gruppenleistung

2. Hypothese über Mögliche Zusammenhänge von Persönlichkeit und Gruppenleisting
2.1 Die Persönlichkeit eines Menschen
2.2 Bedeutung des Persönlichkeitsmerkmales beim Erstellen von Gruppen
2.3 Hypothese

3. Darstellung der Literaturrecherche mit Erkenntnissen für die Praxis
3.1 Zusammenhang zwischen dem Persönlichkeitsmerkmal Verträglichkeit und der allgemeinen Gruppenleistung
3.2 Auswirkung der Verträglichkeit in Bezug auf Große und Kleine Gruppen
3.3 Selbst-und Externbewertete Gruppenleistung in Bezug auf Verträglichkeit
3.4 Sind Persönlichkeitsmerkmale angeboren?
3.5 Unterschied zwischen Aufgaben- und Beziehungsorientierten Persönlichkeitsmerkmalen

4. Handlungsempfehlungen für das Zusammenstellen von Leistungsstarken Gruppen
4.1 Personalbeschaffung
4.2 Optimale Gruppengröße und deren Zusammensetzung
4.3 Gruppen benötigen eine geeignete Führung

5. Stellungnahme und Machbarkeit

6. Literaturverzeichnis

Abstract

Die vorliegende Hausarbeit der Studieneinheit „Grundlagen der Psychologie“ beschäftigt sich mit der idealen Zusammenstellung von Gruppen bezüglich ihrer Persönlichkeitsmerkmale.

Dabei wird besonders auf die Persönlichkeitsdimension „Verträglichkeit“ eingegangen. Anhand dessen wird untersucht, ob die Zusammensetzung einer Gruppe nach Persönlichkeitsmerkmalen, Auswirkungen auf die Leistung dieser Gruppe hat.

In der Einleitung wird der Stellenwert von Gruppen kurz thematisiert. Nachfolgend werden zentrale Erkenntnisse über Gruppen und Gruppen- leistungen dargestellt. Hierbei liegt der Fokus auf der Gruppendefinition, sowie auf der Gegenüberstellung von Prozessgewinnen und Prozessver- lusten, welche zwei Aspekte der Gruppenleistung sind. Anschließend wird diskutiert, ob es Zusammenhänge zwischen Persön- lichkeitsmerkmalen (speziell, Verträglichkeit) und der Gruppenleistung gibt.

Die dazu aufgestellte Hypothese wird im weiteren Verlauf dieser Arbeit auf ihre Validität geprüft. Die Prüfung bezieht sich dabei, basierend auf einer intensiven Literaturrecherche auf vorangegangene Studien. Im Anschluss dessen, folgt eine Handlungsempfehlung sowie eine kurze Stellungnahme in wie weit, „Verträglichkeit“ mit der Gruppenleistung einhergeht.

In dieser Studienarbeit wird deutlich, dass der Faktor „Verträglichkeit“ zwar oft positiv mit der Leistung einer Gruppe korreliert, jedoch ist er häufig nur sehr schwach ausgeprägt. Das heißt, selbst in Bezug auf die Persönlichkeitsmerkmale erweist es sich in der Praxis als schwierig die „optimale“ Gruppe zu erstellen.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tab. 1.3 Prozessgewinne/Verluste (selbsterstellte Tabelle)

Tab. 2.1 Faktor Verträglichkeit und seine Facetten (Herzberg & Roth,2014)

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Erwartungen von Unternehemen an Berufseinsteiger (statista.com, 2014)

Abb. 1.1 Gruppenarten in Organisationen (Dick & West, 2013)

Abb. 1.2 Formel zur Berechnung der Gruppenleistung (Jonas, Stroebe & Hewstone, 2003)

Abb. 3.1 Ergebnisse der Metaanalyse (Barrick, Mount & Judge, 2014)

Abb. 4.1 Zusammenhang zwischen den Persönlichkeitseigenschaften und Führungserfolg (Judge et al., 2002)

Einleitung

Nahezu jeder Mensch ist in seinem Leben zu einem Großteil mit Grup- pen beschäftigt. „Von der Familie über Kindergartengruppen und Schul- klassen wird in der Regel jeder im Rahmen von Gruppen sozialisiert“ (Ohlert, 2009, S.1)

Wie West (2001) erwähnt, werden Gruppen und Gruppenarbeit in Orga- nisationen immer wichtiger (nach Nerdinger, Blickle & Schaper, 2008, S.104).

Das Thema Gruppen/Gruppenleistung in Verbindung mit Persönlich-keitsmerkmalen lässt sich in die Bereiche der Persönlichkeits- und Sozi- alpsychologie, sowie in die Eignungsdiagnostik einordnen. Nach Dick und West (2013, S.10) wird der „neudeutsche“ Begriff „Team“ als Synonym für das Wort Gruppe in dieser Arbeit verwendet.

Gerade auch in der Arbeitswelt kommt es immer häufiger vor, dass be- stimmte Projekte in Form von zusammengestellten Teams absolviert werden. Die Arbeit in Gruppen soll zum einen bessere Leistungen her- vorbringen, als jene eines Einzelnen. Zum Anderen führt die steigende Komplexität dazu, dass ein einziger, immer häufiger überfordert ist (Dick & West, 2013, S.10).

Angesichts dessen, wird die Eigenschaft „Teamfähigkeit“ zunehmend in vielen Stellenausschreibungen gefordert (statista.com, 2014). Hinter dem Begriff Teamfähigkeit steckt unter Anderem, nach Niermeyer (2006, S.65) sich gegenseitig in einem Team zu fördern, sowie sich auch als Arbeitskraft in ein Team entsprechen ein zu pflegen. Von dem Mitarbeiter wird erwartet, dass er Teamorientiert denkt und somit mehr Erfolg als ein Einzelner erzielt (Niermeyer, 2006, S.65).

Eine Umfrage von statista.com (2014) zu den Erwartungen von Unter- nehmen an Berufseinsteiger aus der Kommunikationsbranche zeigt, dass die Eigenschaft „Teamfähigkeit“ mit dem Skalenwert 227 zu den gefrag-testen Eigenschaften zählt. Die Abbildung 1.1 verdeutlicht die Gewichtung des Chara kteristika‘s „Teamfähigkeit“.

Erwartungen von Unternehmen an Berufseinsteiger, im Bereich Soft- Skills

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Erwartungen von Unternehmen an Berufseinsteiger (statista.com, 2014)

Demnach ist Teamfähigkeit ein wichtiges Kriterium beim Einstellen von neuem Personal.

In dieser Hausarbeit werden die Zusammenhänge zwischen Gruppenleis- tungen und dem Persönlichkeitsmerkmal „Verträglichkeit“ theoretisch sowohl auch praktisch betrachtet. Es soll ebenfalls festgestellt werden, ob die Gruppenzusammenstellung nach diesem Persönlichkeitsmerkmal den Gruppenerfolg positiv vorhersagen kann. In Falle dessen, könnten ein- wandfreie Teams erstellt werden, welche dauerhaft, Maximalleistungen erbringen (Schmidt, Schlick, & Grosche, 2008, S. 294). Abschließend stellt sich die Frage: „Kann aufgrund der Persönlichkeits- merkmale eine „perfekte“ Gruppe zusammengestellt werden“?

1. Zentrale Erkenntnisse zum Thema Gruppe und Gruppen- leistung

1.1 Definition einer Gruppen

Nach Nerdinger, Blickle & Schaper (2008, S. 104) gibt es keine allge- mein akzeptierte Definition für Gruppen. Es kann jedoch von einer Gruppe gesprochen werden, wenn diese nach Rosenstiel, Antoni & Bungard (2003; 2004) wesentlichen Merkmale enthalten sind:

„Eine Gruppe ist

1. eine Mehrzahl von Personen,
2. die über längere Zeit
3. in direkten Kontakt stehen,
4. wobei sich Rollen ausdifferenzieren,
5. gemeinsame Normen entwickelt werden und
6. Kohäsion, das heißt ein „Wir- Gefühl, besteht“ ( Rosenstiel, 2003)

Der größte Vorteil einer Gruppe im Vergleich zu einzelnen Personen beruht nach Tschan (2000) darauf, dass in einem Team gleichzeitig mehr Intelligenz und Fachwissen genutzt werden kann (nach Nerdinger, Blickle & Schaper, 2008, S.108). Des Weiteren, sind laut Sader (2002) die Bedingungen für das Lernen durch Beobachtungen und Nachahmun- gen in Gruppen besonders gut. Fehler können somit besser korrigiert werden (nach Nerdinger, Blickle & Schaper, 2008, S.108).

Gruppenarten:

Wie die Abbildung 2.1 zeigt, werden im Rahmen dieser Hausarbeit primär Formelle und Informelle Gruppen betrachtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1.1 Gruppenarten in Organisationen (Dick & West, 2013) (selbsterstellte Darstellung)

Formelle Gruppen sollen nach Kulbe (2009, S. 128) einen vorgegebe- nen Zweck verfolgen. Sie entstehen von außen und auf unfreiwilliger Basis.

Informelle Gruppen hingegen basieren eher auf gemeinsamer Interessen und Zielrichtungen. Charakteristisch für sie ist, dass die Zusammenführungen meist spontan erfolgen. Deren Mitglieder sind voll motiviert zusammen zu arbeiten (Kulbe, 2009, S. 128).

1.2 Gruppenleistung

Setzt eine Gruppe, die ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen wie Fähigkeiten, Fertigkeiten, Wissen, Zeit, Geld etc. optimal ein um ein Ziel zu erreichen, ergibt sich daraus die potentielle Gruppenleistung (Stroebe, Jonas, Hewstone, 2001, S.498).

Infolgedessen, ist eine Gruppe erfolgreicher wenn die Mitglieder individuell oder gemeinsam die notwendigen Ressourcen liefern.

Allerdings erbringen Gruppen nicht immer perfekte Leistungen. Dementsprechend, stehen sich Prozessgewinne und Prozessverluste gegenüber. Die Gruppenleistung lässt sich nach Hackman & Morris (1975) nach 3 Aspekten in folgender Formel zusammenstellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1.2 Formel zur Berechnung der Gruppenleistung (Jonas, Stroebe & Hewstone, 2003, S.499)

Prozessgewinne und Prozessverluste

In der Tabelle 1.3 sind Beispiele von Prozessverlusten und Prozessgewinnen auf Motivationsebene dargestellt. Ferner gibt es noch jene auf Ebene der individuellen Fertigkeiten und auf der Motivationsebene, welche in dieser Hausarbeit aber nicht näher beleuchtet werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1.3 Prozessgewinne/Verluste (selbsterstellte Tabelle)

Prozessgewinne auf Motivationsebene

Wenn eine Person die Schwächen der anderen kompensiert, um somit Erfolg zu haben, wird dies nach Karau und Williams (1991) als soziale Kompensation bezeichnet ( nach Stroebe, Jonas & Hewstone,2003, S.510).

Als Sozialer Wettbewerb beschreibt Haslam et al. (2003) den Effekt, dass ein Gruppenmitglied durch ein hohes Dazugehörigkeitsgefühl zur eigenen Gruppe im Wettbewerb mit anderen Gruppen, die eigene zum Sieg führen möchte.

Prozessverluste auf Motivationseben

Beim sozialen Faulenzen neigen Personen dazu, unterbewusst in Ihrer Leistung nachzulassen, wenn sie in einer Gruppe Arbeiten. Dabei ist egal ob die Aufgabe für sie interessant oder uninteressant ist (Williams & Karau, 1991, nach Stroebe, Jonas & Hewstone, 2003, S.510) Bei dem Sucker-Effekt hat nach Kerr (1993) eine Personen aus der Gruppe das Gefühl, „der Dumme zu sein“ und somit für alle, alles ma- chen muss, obwohl diese ebenfalls in der Lage sind, sich zu beteiligen. „Infolgedessen, kommt es zu einer bewussten Entscheidung, sich nicht länger anzustrengen“(Kerr, 1983, nach Nerdinger, Blickle & Schaper, 2008, S113).

2. Hypothese über mögliche Zusammenhänge von Persön- lichkeit und Gruppenleistung

Nachdem in Kapitel 1 das Thema Gruppe und Gruppenleistung näher erläutert wurde, geht es im nachfolgenden Teil um den Zusammenhang von Persönlichkeit und Gruppenleistung.

Welche Eigenschaften müssen Teamfähige Mitarbeiter mitbringen?

2.1 Die Persönlichkeit eines Menschen

„Persönlichkeitsmerkmale unterscheiden Personen voneinander und be- zeichnen deren individuellen Eigenschaften“ (Hossipe, 2014). Allport und Odbert (1936) entwickelten die ersten systematischen Zu- sammenstellungen lexikalischer Ausgangsdaten. Sie durchsuchten 550000 Worte von „Webster‘s New International Dictionary“.

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Details

Seiten
28
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668145542
ISBN (Buch)
9783668145559
Dateigröße
894 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v315248
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,6
Schlagworte
Psychologie Persönlichkeitsmerkmale Einfluss Verträglichkeit Gruppenleisung Gruppenerfolg Erfolg Gruppen Gruppe

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Titel: Teamfähigkeit als relevantes Einstellungskriterium? Der Einfluss des Persönlichkeitsmerkmals Verträglichkeit auf die Gruppenleistung