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Reisanbau auf Sri Lanka. Klimatische Bedingungen und sozio-ökonomische Probleme

von Henning Jensöntner (Autor)

Hausarbeit 2014 14 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Historische Einführung

2. Der Anbau von Reis
2.1. Klimatische Bedingungen
2.2. Die Wasserversorgung der Reisfelder
2.3. Bodenanforderungen und Bodenbeschaffenheit

3. Kleinbäuerlicher Anbau
3.1 landwirtschaftliche Arbeitstechniken:

4. Sozio-ökonomische Probleme
4.1. Kritik an Grüner Revolution

5. Gegenwärtige Lage

6. Quellenverzeichnis

1. Historische Einführung

Die Reispflanze „Oryza sativa“ gilt als das Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung Sri Lankas. Die lange Geschichte des traditionellen Reisanbaus geht schon auf die erste bekannte Besiedlung der Insel durch die Singhalesen zurück. Datiert wird diese auf den Zeitraum von ca. 250 v. Chr. – 1017 n. Chr.). Nordindische Seefahrer erkannten die ihrer Heimat ähnlichen klimatischen Bedingungen und nutzten diese zum ersten erfolgreichen Reisanbau. Das wechselfeuchte Klima, welches lange Trockenperioden mit sich führt, ermöglicht den Reisanbau nur unter der Nutzung künstlicher Bewässerungsanlagen. Der Anbau galt als womöglich einzige Einnahmequelle der Sieder und so hatte die Entwicklung dieser Bewässerungskultur ihre historische Blütezeit im Zeitraum des 1. bis 4. Jahrhunderts unter König Mahasena (334 bis 362 n. Chr.) (vgl. Kapitel 2.2 für Bewässerungskultur).

Zur Zeit der Kolonialisierung Sri Lankas, damalig unter dem Namen „Ceylon“ bekannt, war der Reisanbau mehr oder weniger zum Erliegen gekommen, da sich die europäischen Nationen – Portugal, Holland und Großbritannien – stark auf einen neuen, strategischen und wirtschaftlichen Handelsstützpunkt konzentrierten. (vgl. Domrös 1976: 33ff.). Die Interessen gleichnamiger lagen eher an dem stark nachgefragten Gewürz Zimt, sowie im weiteren Verlauf an Kaffee- und Kautschukprodukten, als an dem bis dahin gepflegten Reisanbau, auch wenn dieser nur kleinbäuerlich dem Zweck der Eigenversorgung diente. Nur wenige Bewässerungssysteme wurden im Süd-Westen der Insel restauriert oder gar neu erbaut, andere Regionen wurden gänzlich vernachlässigt. Folglich verfielen viele Bewässerungsanlagen dem gewinnorientierten Handel der Kolonialmächte zum Opfer. (vgl. Domrös 1976: 35f. und Zaun-Axler 1977: 36f.) Den Produkten von Tee-, Kautschuk- und Kokospalmplantagen kam so große Bedeutung zu, dass ca. 95% der gesamten Exporteinnahmen 1972 für Ceylon durch diese Produkte gedeckt wurde. (vgl. Domrös 1976: 183f.)

Mit der Unabhängigkeit Ceylons im Jahre 1948, nach letztmaliger Annektierung der Briten 1796, erfuhr auch der Anbau von Reis einen neuen Aufschwung, sodass heute in fast allen Teilen der Insel – aber hauptsächlich im Tiefland – Reiskulturen unterhalten werden.

Gleichzeitig stellen sich mit der Flächennutzung durch Reisfelder auch Konflikte dar. Welche im Folgenden anhand einer inselübergreifenden Beschreibung erläutert sind.

2. Der Anbau von Reis

2.1. Klimatische Bedingungen

„Der Reisanbau auf Ceylon wird in großem Umfang sowohl in der Feucht- als auch Trockenregion betrieben“ (Domrös 1976: 206).

Hierbei unterscheiden sich die Anbaumethoden: Die Maha-Saison von Oktober bis April und die Yala-Saison von Mai bis September. Diese Reisbauperioden fallen exakt in das jährlich wiederkehrende Auftreten des Monsuns – jeweils aus Nord-Osten (Maha) oder aus Süd-Westen (Yala). Während des Nord-Ost Monsuns findet auf Sri Lanka die Haupternte (maha=groß) statt, in der „Yala“ (=klein) die kleine Ernte (vgl. Abbildung 1).

Das zentral gelegene Hochland wirkt als Regenscheide, sodass saisonal Bereiche der Insel im Regenschatten liegen. Man unterteilt die Insel deshalb klimatisch grob in eine „wet Zone“ im Süd-Westen und eine „dry zone“ im Nord-Osten (vgl. Domrös 1976: 209 und Zaun-Axler 1977: 3f.) (vgl. Abbildung 2). Für einen effizienten Anbau von Reis ist eine permanente Wasserversorgung aber von enormer Wichtigkeit.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Production of Paddy (Kunz: 2003: 220)

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Abbildung 2: Der Grenzverlauf zwischen der Feucht- und Trockenzone (Domrös 1976: 82).

2.2. Die Wasserversorgung der Reisfelder

Die Möglichkeit auch in eher trockenen Regionen Reiskulturen zu unterhalten, ist seit vorchristlicher Zeit bekannt. Die Abflüsse aus dem als Wasserscheide fungierenden Hochland reichen allerdings nicht aus, um eine Ernte von Nass- oder Sumpfreis sicherzustellen, „sondern es müssen Stauvorrichtungen geschaffen werden (Storage Irrigation), um das während der Regenzeit gestaute Wasser in der Trockenzone als zusätzliche Bewässerung zu verwenden“ (Zaun-Axler 1977: 8).

„Diese künstliche Bewässerung wird […] auf Ceylon traditionsgemäß zum größten Teil in Form von Tankbewässerung betrieben. Hierbei handelt es sich um künstliche Wasserreservoire verschiedener Größenordnungen, im Englischen als >tank< (weitere Bezeichnungen: singhalesisch: „wewa“ und im Tamil: „kumal“) bezeichnet, in denen die Niederschläge der jeweiligen Regenzeit gesammelt werden“ (Domrös 1976: 208 und vgl. Abbildungen 3,4,5).

Abbildung 3: Skizzenhafte Verteilung der Tanks (Forest for People. Internet: http://www.forestsforpeople.org/html/wewa.html).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Überlaufschwelle des Padavkema Tanks (Zaun-Axler 1977: 268)

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Abbildung 5: Die Tanklandschaft im Südosten Ceylons (Domrös 1976: 212). Schwarz angelegt = aufgelassen Bewässerungsstauteiche. Schwarz umrandet: Anlagen in Betrieb.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Früher übernahmen kleinere Tanks diese Versorgung, gegenwärtig – bedingt durch fortgeschrittene Bautechnik – übernehmen hohe rechtwinklig zum Flussbett errichtete Mauern bzw. Wälle die Stauung des Wassers. (Zaun-Axler 1977: 9).

2.3. Bodenanforderungen und Bodenbeschaffenheit

„Im Gegensatz zur hohen Wasseranforderung sind die Ansprüche der Reispflanze an den Boden weitaus geringer“ (Zaun-Axler 1977: XVII). Bei ausreichender Düngung ermöglichen selbst Rotbraunerden den Anbau von Reis, die Bodenfruchtbarkeit von Alluvialböden eignet sich dennoch am besten.

Roterden sind in Sri Lanka insbesondere in den Trockenzonen weit verbreitet (vgl. Abbildung 6) und zeichnen sich besonders durch ein geringes Erosionspotential aus. Roterden sind allerdings durch eine geringen Kationen-Austauschkapazität in ihrer „chemischen Struktur […] nährstoffarm“ (Kunz 2003: 116).

Deshalb ist die Bodenbildung in den Anbaugebieten stark anthropogen geprägt. Die Böden haben sich „nicht auf anstehendem Material gebildet, sondern auf hinein gespültem […]“ (Kunz 2003: 118). Sedimentiertes toniges Material schwämmt bei Kontakt mit Wasser auf und setzt den Wasserverlust durch Versickerung herab.

[...]

Details

Seiten
14
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668147317
ISBN (Buch)
9783668147324
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v315247
Note
1,7
Schlagworte
reisanbau lanka klimatische bedingungen probleme

Autor

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    Henning Jensöntner (Autor)

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