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Die Bedeutung des Protestantismus für die moderne Welt nach Ernst Troeltsch

Magisterarbeit 2001 97 Seiten

Soziologie - Religion

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Die Entstehungszusammenhänge des Vortrages
II.1. Der wissenschaftliche Werdegang Troeltschs bis zur Erlangung des Lehrstuhls in Heidelberg
II.2. Erste Schriften in Heidelberg
II.3. Die Universität Heidelberg und ihre theologische Fakultät
II.4. Troeltsch und der "Mythos von Heidelberg"

III. Methodologie, Theorien und Begriffe
III.1. Der "Historismus und seine Krise"
III.2. Die "Werturteilsfreiheit"
III.3. Die "Systematische Theologie"
III.4. Der ideenpolitische Begriff "Säkularisation"

IV. Der Vortrag "Die Bedeutung des Protestantismus für die Entstehung der modernen Welt"
IV.1. Einleitung - Die Bedeutung der Historie für die Gegenwart
IV.2. Der Begriff "Moderne Welt"
IV.3. Der Begriff "Protestantismus"
IV.4. Der Übergang in die Moderne Welt - oder die Auflösung des Corpus Christianum
IV.5. Die Einwirkungen des Protestantismus auf die gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen der entstehenden Modernen Welt
IV.6. Das Verhältnis der protestantischen Religiösität zur modernen Religion

V. Die Wirkungsgeschichte des Vortrages
V.1. Die unmittelbare Bewertung des Vortrages
V.2. Die spätere Bewertung der Person und Werke Troeltschs
V.3. Religionssoziologie und Kulturprotestantismus

VI. Resümee

VII. Literaturverzeichnis

VIII. Abkürzungsverzeichnis

Versicherung

I. Einleitung

Auf dem IX. Deutschen Historikertag in Stuttgart, vom 17. bis 21. April 1906, hielt Professor Dr. Ernst Troeltsch (1865-1923), von der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg, einen Vortrag mit dem Thema Die Bedeutung des Protestantismus für die Entstehung der modernen Welt. Ursprünglich sollte sein Heidelberger Kollege, Professor Dr. Max Weber (1864-1920)[1], einen Vortrag zu dieser Thematik halten. Bereits 1904/05 hatte dieser eine Studie über die Protestantische Ethik mit dem Titel Die protestantische Ethik und der "Geist" des Kapitalismus herausgegeben. Da er durch "anderweitige Arbeiten"[2] an der Ausführung seines Vortrages gehindert war, hatte Troeltsch diese Aufgabe für ihn übernommen.

Die vorliegende Arbeit hat den von Troeltsch gehaltenen Vortrag zur Grundlage und beschäftigt sich mit dessen Inhalt, Vor- und Wirkungsgeschichte und seinem Verfasser.

Der Text des Vortrages liegt in einer vom "Wissenschaftlicher Verlag Dr. Klaus H. Fischer M.A." 1997 herausgegebenen Fassung vor.[3] Diese Fassung weicht vom Vortrag und der gedruckten Ausgabe von 1911[4] insofern ab, dass sie nur den reinen Vortrag mit leichten Textänderungen und ein Vorwort von Fischer enthält. Das von Troeltsch für die gedruckte Ausgabe geschriebene Vorwort wird von Fischer nur auszugsweise wiedergegeben. Ebenfalls wurden den einzelnen Kapiteln Überschriften hinzugefügt, die in dieser Arbeit der Übersicht halber, als Unterkapitel übernommen werden.

Diese Arbeit untersucht nicht allein den Vortrag Troeltschs, sondern auch dessen Vor- und Wirkungsgeschichte. Warum? Dass ein Theologe auf einem Historikertag einen Vortrag hält ist ungewöhnlich. Dass er dabei einen Nationalökonomen und Finanzwissenschaftler vertritt, erschwert die Sache noch zusätzlich. Zumindest wird sichtbar, dass das Thema des Vortrages einen wissenschaftliche Disziplinen übergreifenden Charakter besitzen mußte oder vielleicht noch keiner eigenen wissenschaftlichen Disziplin zugeordnet werden konnte. Der Vortrag könnte Teil eines wissenschaftlichen Entwicklungsprozesses oder Diskurses, ja sogar von politischer Bedeutung gewesen sein. Es stellen sich bereits im Zusammenhang mit dem Vortragsort genügend Fragen, die es zu beantworten gilt, bevor der eigentliche Inhalt zum Mittelpunkt des Interesses wird.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, erst einmal auf die Person Troeltschs einzugehen. Wie hat er sich entwickelt, wo lagen seine Interessen und was für einen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Status hatte er zur Zeit des Vortrages? In welcher Beziehung steht er zu Weber, den er auf diesem Historikertag vertritt? Kam die Vertretung für ihn überraschend, und wieso war er in der Lage, Weber zu vertreten? Hinsichtlich des Inhaltes des Vortrages stellen sich Fragen zum Stand der Wissenschaft der damaligen Zeit. Was für einen Lehrstuhl hatte Troeltsch zur Zeit des Vortrages inne? Um was handelt es sich beim Historismus, mit dem er später oft in Verbindung gebracht wurde? War er streng wissenschaftlich oder eher religiös orientiert? Welcher Konfession gehörte er an und hatte sie einen Einfluß auf seinen Vortrag? Alle diese Fragen sollten vorab geklärt werden, um wissenschaftlich verwertbare Ergebnisse erzielen zu können. Wichtig ist hierbei, dass ein Bild Troeltschs entsteht, dass gereinigt ist von Rückschlüssen und Deutungen aus späteren Jahren. Es interessiert allein die Person zur Zeit des Vortrages.

Die Analyse des Vortrags orientiert sich an den von Fischer eingefügten Überschriften. An ihnen wird sichtbar, wie sich Troeltsch innerhalb des Vortrages systematisch vorarbeitete. Auch er scheint vorab wichtige Begriffe geklärt haben zu wollen und ging auf die Bedeutung der Historie für die damalige Gegenwart, den Begriff der Modernen Welt und den des Protestantismus ein. Auf dieser Basis aufbauend ging er über die Auflösung des Corpus Christianum zu den Auswirkungen des Protestantismus auf die gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen der entstehenden modernen Welt ein. Den Abschluss bildete schließlich die Frage nach dem Verhältnis der protestantischen Religiosität zur modernen Religion.

Besonders interessant ist der Titel des Vortrages: Die Bedeutung des Protestantismus für die Entstehung der modernen Welt. Ist dieser Titel gleichsam das Ergebnis seiner Untersuchung? Sagt er tatsächlich aus, dass der Protestantismus eine Bedeutung für die Entstehung der Modernen Welt hatte? Wenn ja, war er auch für die weitere Entwicklung der Modernen Welt von Bedeutung? Klärt sich über die Beantwortung dieser Fragen auch die Frage nach dem Vortrag an sich? Eine Bedeutung kann ihm nicht abgesprochen werden, ist er doch noch heute Anlass zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Wenn der Vortrag also von Bedeutung ist, ist er es wegen des Verfassers oder seines Inhaltes? Auch diese letzten Fragen gilt es in dieser Arbeit zu klären. Der Titel Die Bedeutung des Protestantismus für die moderne Welt nach Ernst Troeltsch soll diesen Fragen gerecht werden. Er geht über die ursprüngliche Fragestellung Troeltschs hinaus und bezieht sein Werk und dessen Wirkungsgeschichte mit ein. Er fragt auch nach der Bedeutung des Protestantismus für die "Entwicklung" der Modernen Welt und reicht über die Wirkungsgeschichte des Vortrages bis in die heutige Zeit.

II. Die Entstehungszusammenhänge des Vortrages

II.1. Der wissenschaftliche Werdegang Troeltschs bis zur Erlangung des Lehrstuhls in Heidelberg

Ernst Troeltsch wurde am 17. Februar 1865 in Augsburg geboren.[5] Nach Lutz Rendtorff, der eine kurze Biographie[6] über ihn schrieb, war sein Elternhaus vom liberalen Protestantismus geprägt. Sein Theologiestudium begann er mit Wilhelm Bousset (1865-1920)[7], einem in späterer Zeit wichtigen Vertreter der Religions-geschichtlichen Schule. 1920 schrieb Troeltsch in einem Artikel[8] über seinen theologischen Werdegang, dass er seine Erlangener Professoren als Altertümer aus der Zeit des Deutschen Bundes und als Rest des Kampfes zwischen Neupietismus und Aufklärung ansah. Ebenso soll Troeltsch von sich gesagt haben, dass er und Bousset bereits in Erlangen selbständig eigene Wege suchten (Rendtorff, S. 273). Diese führten beide schließlich nach Göttingen zu Albrecht Ritschl (1822-1889)[9], den Troeltsch zwar für gänzlich unromantisch und poesielos hielt, der ihn aber durch seine geistige Schärfe, seine Systematik und die Überlegenheit seines Charakters überzeugte.

Was Troeltsch in dieser Zeit suchte, in der die Wissenschaftlichkeit der Theologie im hohen Maße zur Diskussion stand, war die innerliche Vereinigung von Wissenschaft und Leben. Was er fand, war ein kleiner Kreis von Studenten, die schließlich in Göttingen habilitierten und die später die Religionsgeschichtliche Schule genannt wurden. Zu dieser gehörten neben Troeltsch und Bousset auch William Wrede (1859-1906)[10], Alfred Rahlfs (1865-1935)[11] und Johannes Weiß (1863-1914)[12], der Schwiegersohn von Ritschl.

Troeltsch habilitierte sich 1891 mit der theologie-geschichtlichen Arbeit Vernunft und Offenbarung bei J. Gerhard und Melanchton, in der er auf die Entstehung der altprotestantischen Dogmatik eingeht. Er beschreibt sie als Zusammenwirkung des aristotelisch-naturrechtlichen Vernunftbegriffes mit dem biblisch-theologischen Offenbarungsbegriff. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das, dass die christliche Theologie nicht allein aus sich selbst begriffen werden kann, sondern aus verschiedenen Kräften, die sich aus der jeweiligen geistigen und geschichtlichen Gesamtlage heraus ergeben. Aufgrund dieser Arbeit wurde Troeltsch 1892 nach Bonn in ein "Extraordinariat" berufen.

1893 dozierte Troeltsch auf einem theologischen Ferienkurs in Bonn und setzte sich noch ganz im Sinne Ritschls dafür ein, dass der christliche Glaube sich auf der christlichen Heilserfahrung und auf das Ganze einer religiös-sittlichen Lebensanschauung gründet. Die beiden Hauptthesen des Vortrages, der ein Jahr später unter dem Titel Die christliche Weltanschauung und ihre Gegenströmungen[13] veröffentlicht wurde, fragen danach, ob das christliche Prinzip der Heilserfahrung tatsächlich die geschichtlich überlieferten und kirchlich-fixierten Vorstellungsinhalte des christlichen Glaubens stützt und ob es Tatsachen oder Tatsachenzusammenhänge gibt, die zwar nicht mit der christlichen Weltanschauung vereinbar, aber trotzdem so beweiskräftig sind, dass andere Lebens- und Weltanschauungen in ihrer Wirkung anerkannt werden müssen.

Für ihn beinhaltet die Religion in dieser Zeit somit die Frage nach einer umfassenden Wirklichkeitserkenntnis. Sie ist für ihn immer eine theologische Frage, die aber nicht aus der Theologie selbst, sondern nur im Rahmen eines allgemeinen wissenschaftlichen Denkens beantwortet werden kann. Noch im Jahr der Veröffentlichung (1894) erhielt er den Lehrstuhl für Systematische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg (Rendtorff, S. 274f).

II.2. Erste Schriften in Heidelberg

In Heidelberg entfernte sich Troeltsch immer mehr von der Offenbarungstheologie Ritschls mit dessen Weg der Sittlichkeit und dem Verzicht auf die Metaphysik (Rendtorff, S. 276f). Er hielt fortan eine gründliche Umbildung der Theologie für unvermeidlich. Er sah sich aber auch weiterhin als Theologe und war davon überzeugt, dass die christliche Weltanschauung die an Kraft und Tiefe unübertroffene Antwort auf die Fragen ist, die die Entwicklung der Zeit stellt.

1896 erschien in dem 1895 gegründeten Organ der Ritschlschen Schule, der Zeitschrift für Theologie und Kirche, seine Abhandlung über die Selbständigkeit der Religion. Es folgte eine lebhafte Auseinandersetzung auf wissenschaftlicher Ebene, die ihn 1898 zu der Abhandlung Über die historische und dogmatische Methode in der Theologie v eranlassten.[14] Dieser Aufsatz war die Antwort auf Niebergalls Aufsatz Über die Absolutheit des Christentums und mündete schließlich in der Abhandlung Die Absolutheit des Christentums und die Religionsgeschichte.

Troeltsch begründete durch diese Arbeit die Dogmatik der Religionsgeschichtlichen Schule. Die historische Methode wurde für ihn zum Mittel, das alle anderen Formen theologischer Methoden sprengte. Er sah sie im Gegensatz zur damaligen dogmatischen Arbeit, die nur an der Erhaltung des alten autoritären Offenbarungsbegriffes interessiert war. Die Arbeit mit der historischen Methode bedeutete für ihn, dass die Einsicht vorhanden sein musste, dass es in der exegetischen Theologie nur Wahrscheinlichkeitsurteile gibt und dass Inhalte mittels Analogien erkannt werden können. Das Christentum kann s.E. nur als Teil einer wie auch immer aussehenden religiösen Struktur angesehen und bewertet werden. Da sich auch der religionsgeschichtlichen Theologie wie vorher der dogmatischen Theologie die Autoritätsfrage hinsichtlich der göttlichen Offenbarung stellte, war Troeltsch für die konsequente Auseinanderhaltung beider Methoden.

II.3. Die Universität Heidelberg und ihre theologische Fakultät

Die Universität Heidelberg wurde infolge des großen abendländischen Schismas (1378-1415) vom römischen Papst Urban VI. (1378-1389)[15] und dem Kurfürsten Rubrecht I. von der Pfalz (1309-1390)[16] 1385 in der Residenzstadt Heidelberg gegründet.[17] Nach dem Vorbild der Universität von Paris, woher die ersten Scholaren kamen, wurden vier Fakultäten eingerichten (Theologie, Jurisprudenz, Medizin und Philosophie). Bereits unter Kurfürst Philipp von der Pfalz (1448-1508)[18] öffnete sich die Universität dem Humanismus und war am 26. April 1518 Ort der Disputation Dr. Martin Luthers (1483-1546)[19] über seine aus Paulus (?-~60/62)[20] und Aurelius Augustinus (354-430)[21] geschöpften Theologie. Einer der Zuhörer war Martin Bucer (1491-1551)[22], der 1538 durch Landgraf Philipp den Großmütigen (1504-1567)[23] von Hessen nach Kassel gerufen wurde und dort den reformierten Kasseler Katechismus (1539) und die Konfirmation einführte.[24] In Heidelberg kam die Reformation erst mit dem lutherischen Kurfürsten Ottheinrich (1502-1559)[25] zum Zuge. Durch die Statuten vom 19. Dezember 1558 wurde der Lehrbetrieb entsprechend verändert. Die philosophische Fakultät erhielt z.B. im Sinne Philipp Melanchtons (1497-1560)[26] mit Griechisch und Ethik einen neuen Schwerpunkt. Unter dem Kurfürsten Friedrich III. von der Pfalz (1515-1576)[27] ging die Kurpfalz 1561 zum Calvinismus über und führte den vom Melanchthonschüler Zacharias Ursinus (1534-1583)[28] 1563 verfassten Heidelberger Katechismus ein, der über die Kurpfalz hinaus in allen anderen reformierten und unierten Kirchen ausschlaggebend wurde. Mit dem Übergang zum Calvinismus wurde auch die Universität international und nahm Studenten aus Schottland, Polen[29] und Ungarn auf. Infolge des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wurde der Lehrbetrieb zwischen 1632 und 1652 unterbrochen und konnte anschließend nur bedingt an die Vorkriegszeit anknüpfen. Die Universität verlor an Bedeutung. Dies änderte sich erst mit der Auflösung der Kurpfalz und der Neugründung der Universität unter Kurfürst Karl Friedrich von Baden (1728-1811) im Jahre 1803.

Mit der Neugründung 1803 erhielt die Universität, jetzt Ruperto-Carola genannt, den Anschluss an die neuzeitliche Forschung und Lehre. Die philosophische Fakultät wurde 1832 in sieben Abteilungen gegliedert und öffnete sich den Naturwissenschaften, welche 1890 schließlich eine eigene Fakultät erhielten und somit Natur- und Geisteswissenschaften sichtbar auseinandergingen.

Die Theologische Fakultät war wie keine andere durch die politischen und religiösen Verhältnisse verändert worden. Blühte sie unter den lutherischen und calvinistischen Kurfürsten auf, litt sie unter den katholischen Kurfürsten und der Gegenreformation und verlor an Kraft. 1803 wurde sie für alle drei Konfessionen (lutherische, calvinistische und römisch-katholische) geöffnet. Nachdem 1807 die römisch-katholischen Professoren an die Universität Freiburg versetzt wurden, kam es durch die verbliebenen evangelischen Professoren zu einer Umgestaltung der theologischen Wissenschaft.

Besonders hervorzuheben sind die Bemühungen um die Union der beiden evangelischen Konfessionen. Bereits 1816 veröffentlichte der Lutheraner Friedrich Heinrich Christian Schwarz (1804-1837) seinen Grundriß der kirchlich-protestantischen Dogmatik, der von Friedrich Schleiermacher (1768-1834) als "die erste Glaubenslehre mit Rücksicht auf die Vereinigung beider evangelischer Kirchengemeinschaften" gewürdigt wurde (Benrath, S. 579). 1821 kam es auf der Karlsruher Generalsynode, unter Beteiligung des reformierten Systematiker Carl Daub (1765-1836)[30], zur Gründung der "Vereinigten evangelisch protestantischen Kirche" im Großherzogtum Baden.

Als Troeltsch 1894 an die Theologische Fakultät berufen wurde, kam er also in ein Umfeld, dass durch die Innerprotestantische Union und neue wissenschaftliche Strömungen geprägt wurde. Diese spiegelten sich in den fünf Lehrstühlen (Altes Testament, Neues Testament, Kirchengeschichte, Systematische Theologie und Praktische Theologie) wieder, die alle in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts eingerichtet worden waren. Troeltsch übernahm den Lehrstuhl der Systematischen Theologie, den er durchgehend bis zu seinem Vortrag 1906 inne hatte.

Hier klären sich also die Fragen nach dem wissenschaftlichen Status und dem Lehrstuhl Troeltschs. Als Professor der Systematischen Theologie war er Vertreter einer relativ neuen theologischen Richtung, die gerade in Heidelberg eng mit der Bildung einer innerprotestantischen Union verbunden war. Es ist daher folgerichtig, dass es innerhalb dieser Theologie auch zu einer Verschmelzung reformierter und lutherischer Überzeugungen kam. Warum er nach Heidelberg berufen wurde und inwieweit seine vorherigen Arbeiten eine Rolle für die Berufung spielten, ließ sich bisher nicht feststellen. Durch die Tatsache, dass er Mitglied einer evangelisch-unierten Kirche war, klärt sich die Frage nach seiner konfessionellen Zugehörigkeit. Auch kann nun unterstellt werden, dass die Verbindung zwischen Calvinismus und Luthertum eine Wirkung auf die Arbeit Troeltschs hatte.

II.4. Troeltsch und der "Mythos von Heidelberg"

Ein weiterer notwendiger Bestandteil zum Verständnis des Vortrages ist das Verhältnis Troeltschs zu seinem Kollegen Weber. Beide lernten sich 1896 in Heidelberg kennen, als Weber Nachfolger von Karl Knies, einem der führenden Vertreter der Historischen Schule der Nationalökonomie, wurde und somit den Lehrstuhl für Nationalökonomie und Finanzwissenschaften übernahm.[31] Weber war damals auch Berichterstatter des Bundesrates beim vorläufigen Börsenausschuss und Teilnehmer des 7. Evangelisch-Sozialen Kongreß. Er beschäftigte sich überwiegend mit methodologischen Arbeiten unter Einbeziehung erkenntnistheoretischer Ansätze des Neukantianismus[32], zur Entwicklung einer methodisch fundierten Sozialwissenschaft.

1903 tritt Weber von seiner Professur zurück. Die Gründe dafür lagen wohl in seiner "Angst" vor dem Lehrbetrieb, termingerechtem Arbeiten und dem eigenen wissenschaftlichen und persönlichen Anspruch, der sich zu einer "Zwangsidee" steigerte. Weiterhin als "Honorarprofessor" tätig, gab Weber 1904 seine religionssoziologische Arbeit Die protestantische Ethik und der "Geist" des Kapitalismus heraus. Noch im gleichen Jahr reiste er mit seiner Frau und Troeltsch durch die USA. Er folgte damit einer Einladung Hugo Münsterbergs, eines deutschen Professors an der Universität Harvard, zu dem wissenschaftlichen Weltkongress anläßlich der Weltausstellung in St. Louis. Diese gemeinsame Reise in die USA führt schließlich zu den verbindenden Elementen zwischen den Werken Webers und Troeltschs. Beide gewannen dort Eindrücke über die protestantischen Sekten, die Organisation der politischen "Maschinerie", die Bürokratisierung, die Präsidentschaft und die amerikanische politische Struktur. Desweiteren forschten sie in der Universitätsbibliothek von Columbia nach interessanten Materialien. (Kaesler, S. 26)

1906 veröffentlichte Weber seine Abhandlung Die protestantischen Sekten und der Geist des Kapitalismus, worin er wesentliche Reiseeindrücke verarbeitete. Von ihm wird Troeltsch schließlich den Begriff Sekten übernehmen. Weber, der heute als eine der "Säulen der internationalen 'soziologischen' Dreifaltigkeit"[33] angesehen wird (Kaesler, S. 257), entwickelte sich durch seine vielfältigen Aktivitäten zum "Mythos von Heidelberg" (Kaesler, S. 254). Häufige Gesprächskreise in seinem Haus und eine intensive Auseinandersetzung mit sozialwissenschaftlichen Fragen sorgten nicht nur für zahlreiche Publikationen, sondern auch für einen fruchtbaren Gedankenaustausch mit führenden deutschen Geisteswissenschaftlern. Troeltsch selbst war ein gern gesehener Gast bei Weber und in dessen religionswissenschaftlichen Gesprächskreis "Eranos".

Inwieweit Troeltschs Arbeiten durch Weber beeinflusst wurden, ist nicht einfach zu klären. Zumindest lassen sich deutliche Parallelen erkennen, die im Zusammenhang mit der gemeinsamen USA-Reise und der persönlichen Freundschaft zu sehen sind. Es kann auch davon ausgegangen werden, dass im Bereich der Methodologie der Sozialwissenschaften und der Bildung eindeutiger Begriffe zur Erforschung sozialer Kulturerscheinungen (Kaesler, S. 229), Weber die treibende Kraft war. Umgekehrt kann vermutet werden, dass Troeltsch durch seine theologischen Kenntnisse einen Einfluss auf Weber gehabt haben mag. Für den Vortrag Troeltschs ist dieser letzte Rückschluss jedoch nicht ausschlaggebend.

III. Methodologie, Theorien und Begriffe

III.1. Der Historismus und seine Krise

Im Zusammenhang mit der Industriellen Revolution und der zunehmenden Bedeutung der Naturwissenschaften kam es im 19. Jahrhundert zu einer Krise im geschichtlichen und gesellschaftlichen Bewusstsein Europas. Diese Krise, auch Krise des Historismus genannt, begann mit der Zersetzung des positivistischen Menschen- und Weltbildes bzw. der Sichtbarwerdung einer Kluft zwischen der "Welt des Seienden" und der "Welt der Sinngebung". Es stellte sich damals die Frage, ob eine Wissenschaft der Geschichte und der Gesellschaft überhaupt möglich sei, da die menschliche Subjektivität und Irrationalität jedes Wissen in seinem Erklärungs- und Prognosewert erheblich einschränke. (Kaesler, S. 236) Es drohte der Übergang zum Relativismus, dem sich einige Wissenschaftler entgegenstellten, die an einen "Sinn der Geschichte" glaubten. Gemeinsam war diesen die Kritik am Positivismus und die Beteiligung an der damaligen Methodendiskussion. Besonders herauszuheben sind hier Herrmann Cohen (1842-1918), Vertreter der Marburger Schule des Neukantianismus, Wilhelm Windelbrand (1848-1915) und Heinrich Rickert (1863-1936), Vertreter der Südwestdeutschen Schule des Neukantianismus, Ernst Troeltsch als Vertreter der Religionsgeschichtlichen Schule und Wilhelm Dilthey (1833-1911)[34] aus dem Bereich der Lebensphilosophie. Die anderen Teilnehmer des Diskurses kamen aus dem Bereich der Nationalökonomie und setzten sich schwerpunktmäßig mit der Methodologie der Sozialwissenschaften (Methodenstreit) auseinander. Genannt werden müssen hier Max Weber, Gustav Schmoller (1838-1917)[35] und Carl Menger (1841-1921). Letztere beiden aus der Jüngeren Historischen Schule.

Weber entwickelte das methodologische Konzept des Idealtypischen Vorgehens zur Bildung eindeutiger Begriffe bei der Erforschung sozialer Kulturerscheinungen. (Kaesler, S. 229) Er wollte dabei aber nur die Kulturbedeutung historischer Tatsachen erklären und nicht Daten und Faktenreihen anhäufen. Sein Idealtypus ist deshalb eine Konstruktion von Merkmalen, die für die Entwicklung bestimmter Kulturbedeutungen mitverantwortlich sind. Er ist für ihn Mittel zur Anleitung empirischer Forschung, indem er mögliche Gesichtspunkte der Fremd- und Selbstdeutung gesellschaftlichen Handelns formuliert und empirische Daten in einem "idealen" Zusammenhang ordnet. (Kaesler, S. 233)

Menger unterschied die Wissenschaften in drei Gruppen: in die historischen, theoretischen und praktischen Wissenschaften. Die historischen Wissenschaften untersuchen die individuellen Erkenntnisse, die Theoretischen generelle Erscheinungen und die Praktischen befassen sich mit der Zukunft, bzw. den zu erreichenden Zielen der Menschen. Menger selbst rechnete sich der theoretischen Wissenschaft zu und suchte nach Gesetzmäßigkeiten, ähnlich den Naturgesetzen.

Schmoller dagegen beschäftigte sich mit der Ursachenforschung und unternahm den Versuch gesellschaftliche Erscheinungen zu klassifizieren. (Kaesler, S. 234ff.)

Die Methode des Verstehens, insbesondere des Verstehens des Lebens und der Geschichte, formuliert von Dilthey, wurde zum eigentlichen Ausgangspunkt der Trennung der Natur- und Geisteswissenschaften. Für ihn ging es um die "Selbstbesinnung" des Menschen: "Was der Mensch sei, erfährt er nur durch die Geschichte."[36] Für ihn ist die Wirklichkeit das Leben und das Verstehen nur als Bewegung von Leben zu Leben möglich. Verstehen und Bewegung nicht nur mit unserem Verstand, sondern mit der Gesamtheit aller unserer Gemütskräfte, wobei die Geisteswissenschaften den Raum dafür bieten.

Die Arbeiten Troeltschs innerhalb der Krise des Historismus wurden von den Ansichten Webers, der eine vermittelnde Rolle zwischen Menger und Schmoller einnahm, und den Vorstellungen Diltheys geprägt. Dies zeigte Troeltsch nicht nur durch Schriften, in denen er sich mit Dilthey auseinandersetzte. Er übernahm 1915 auch Diltheys Lehrstuhl für Philosophie in Berlin und widmete ihm 1922 seine Schrift Der Historismus und seine Probleme. Da Diltheys religionsphilosophische Arbeiten noch keine systematischen Untersuchung unterzogen wurden, ist die Frage inwieweit sich Dilthey und Troeltsch in ihren Ausführung glichen noch nicht endgültig beantwortet.[37]

III.2. Die Werturteilsfreiheit

Diese Bezeichnung beschreibt den wissenschaftsmethodischen Diskurs um die Frage des Umganges mit normativen Aussagen innerhalb wissenschaftlicher Theorienbildung. Es werden deskriptive Aussagen (Seinsaussagen) den normativen Aussagen (Sollensaussagen, bzw. Werturteilen) gegenübergestellt. Obwohl Werte selbst Objekt wissenschaftlicher Erkenntnis und Wertungen wissenschaftlichen Aussagen zugrunde liegen können, plädierten Vertreter des kritischen Rationalismus für das Verbot normativer Aussagen, da sie intersubjektiv nicht überprüfbar sind. Demgegenüber betonten dialektisch orientierte Wissenschaftler, dass dieses Verbot zu politischer Neutralität verführt und dem praktischen Ziel sozialwissenschaftlicher Erkenntnis widerspricht.[38]

Weber hatte durch einige seiner Schriften die herausragendste Bedeutung innerhalb dieses Diskurses inne. Da die wesentlichen Schriften erst im Jahr 1904 und später herausgegeben wurden, könnte ein Einfluss dieses damals beginnenden Diskurses auf den Vortrag Troeltschs verneint werden. Tatsächlich ist dieser Diskurs aber im engeren Zusammenhang mit der Krise des Historismus zu sehen, da sein philosophischer Hintergrund in demselben liegt. Sein Theoretischer ist wiederum in der Klassischen Nationalökonomie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts zu suchen. Damals wurde bereits der Versuch unternommen eine historisch orientierte, erfahrungswissenschaftlich ausgerichtete National-ökonomie aufzubauen, um naturalistischen und positivistischen Strömungen entgegenwirken zu können. Durch eine verstärkte Wirtschaftspolitik seitens des Staates wurden diese Überlegungen durch die bereits erwähnte Jüngere Historische Schule aufgegriffen und in den Verein für Sozialpolitik 1872 eingebracht. (Kaesler, S. 237)

Das Jahr 1872 ist im engen Zusammenhang mit der Reichsgründung und der Sozialpolitik Reichskanzlers Otto von Bismarck-Schönhausen (1815-1898)[39] zu sehen. Der Verein für Sozialpolitik und die 1909 gegründete Deutsche Gesellschaft für Soziologie wurden zu Schauplätzen des Diskurses der Werturteilsfreiheit und seiner Akteure, insbesondere auch für Weber. Innerhalb des Vereins wurde Weber zum Linken Flügel, den sogenannten Kathedersozialisten gerechnet. Während der linke Flügel den Diskurs innerhalb des Vereins auch in Richtung Theorien und Methoden lenkten wollte, sah der rechte Flügel die Hauptaufgabe in der Beeinflussung der Sozialpolitik.

Weber hielt sich bis zum Ausbruch des sogenannten Werturteilsstreits auf der Wiener Tagung 1909 mit polarisierenden Äußerungen zurück. (Kaesler, S. 240) Im selben Jahr wurde unter Beteiligung Webers die Deutsche Gesellschaft für Soziologie gegründet. Auch wenn er bereits 1913 wegen Streitigkeiten aus dieser wieder ausschied, war seiner Grundforderung nach einer objektiven wissenschaftlichen Arbeit in den Statuten der Gesellschaft nachgekommen worden. (Kaesler, S. 242) Es ist aufgrund seines Eifers in dieser Sache und seiner aktiven Beteiligung im Methodenstreit und innerhalb der Krise des Historismus nur folgerichtig, dass seine grundlegenden Überzeugung schon frühzeitig gelegt wurden. Troeltsch muss diesen Einflüssen ausgesetzt und von ihnen mitbestimmt worden sein. Dem Vortrag einen politischen Hintergrund zu unterstellen kann aufgrund dieser Tatsachen nicht endgültig bewiesen werden und muss ausführlicher untersucht werden.

Immerhin hatte die Entwicklung der Sozialwissenschaften innerhalb Deutschlands eine politische Ausrichtung. Hier spielte die Reichsgründung und der beginnende wirtschaftliche Aufschwung genauso eine Rolle wie die Sozialpolitik Bismarcks. Zwar scheinen Weber und Troeltsch weder zur Reaktion noch zum Konservatismus zu neigen, doch bedeutet das noch lange nicht, dass sie keine begeisterten Patrioten oder gar Nationalisten waren. Hier muss ihr Verhältnis zum damaligen Deutschen Reich und seiner Politik untersucht werden. Zumindest konnte Kaesler feststellen, dass die Geisteswissenschaften trotz der Aufwärtsentwicklung der Naturwissenschaften in keine Identitätskrise geraten waren. Die Historiker und die etablierten Disziplinen standen aufgrund der vorherrschenden nationalliberalen Grundstimmung im grundsätzlichen Konsens mit dem politischen System und wurden durch dieses gestützt. (Kaesler, S. 243)

Der Historismus hatte außerdem nicht nur Auswirkungen im Bereich der Wissenschaften, sondern durchdrang die ganze damalige Gesellschaft. Die sogenannten Gründerjahre sind Zeugnis von der Hinwendung zur Geschichte. Diese führten zu einer Sichtbarwerdung des Historismus innerhalb der Architektur, Malerei und Musik. Selbst das neue deutsche Kaisertum sah seine Wurzeln in der Geschichte. Als Beispiele können hier die Werke des Komponisten Richard Wagner (1813-1883)[40], das Leben König Ludwig II. von Bayern (1845-1886)[41], die Numerierung Kaiser Friedrich "III." (1831-1888)[42] und der Bau der deutschen-lutherischen Erlöserkirche 1898 auf dem Gelände des ehemaligen Johanniterhospitals in Alt-Jerusalem[43] durch Kaiser Wilhelm II. (1859-1941)[44] angegeben werden.

[...]


[1] Jurist, Nationalökonom und Soziologe; 1894 o. Prof. in Freiburg; 1897-1903 o. Prof. in Heidelberg, ab 1909 o. Prof. in München; vgl. H.W. Gerhard in: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft, herausgegeben von Kurt Galling, Studienausgabe Bd. 6, Tübingen 1986, S. 1553.

[2] Persönliche Angabe Troeltsch's in dem Vorwort der gedruckten Ausgabe von 1911. Wiedergegeben in Troeltsch 1997, S. 9.

[3] Ernst Troeltsch, Die Bedeutung des Protestantismus für die Entstehung der modernen Welt, herausgegeben von Wissenschaftlicher Verlag Dr. Klaus H. Fischer M.A., Schutterwald/Baden 1997.

[4] Ernst Troeltsch, Die Bedeutung des Protestantismus für die Entstehung der modernen Welt, 24. Band der Historischen Bibliothek, herausgegeben von der Redaktion der Historischen Zeitschrift, München und Berlin 1911.

[5] aus: Johannes Weiß, Ernst Troeltsch, Die Soziallehren der christlichen Kirchen und Gruppen, in: Dirk Kaesler und Ludgera Vogt (Hrsg.), Hauptwerke der Soziologie, Stuttgart 2000, S. 431ff.

[6] Trutz Rendtorff, Ernst Troeltsch (1865-1923), in: Theologen des Protestantismus im 19. und 20. Jahrhundert II, herausgegeben von Martin Greschat, Stuttgart 1978, S. 272ff.

[7] Studium der Theologie in Göttingen und Lehrtätigkeit in Giessen; Vgl. Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft, herausgegeben von Kurt Galling, Ungekürzte elektronische Ausgabe der 3. Auflage von 1986, Berlin 2000.

[8] Vgl. Die christliche Welt, 34. Jahrgang 1920, Sp. 281-283

[9] Geboren in Berlin, 1846 PD in Bonn, 1852 Prof. in Bonn, 1864 Prof. in Göttingen, Theologe, Dogmatiker, Vertreter der Tübinger Schule; Vgl. Galling, elektronische Ausgabe 2000, S. 27910ff.

[10] Geboren in Brüggen, 1887-1889 Pfarrer, 1891 PD in Göttingen, 1893 a.o. Prof. in Breslau, 1896 o. Prof. in Breslau, Theologe, Neutestamentler der Religionsgeschichtlichen Schule, Leben-Jesu Theologie; Vgl. Galling, elektronische Ausgabe 2000, S. 35839.

[11] Geboren in Linden/Hannover, 1891 PD in Göttingen, 1901 a.o. Prof. in Göttingen, 1919 o. Prof. in Göttingen, Theologe, Alttestamentler der Religionsgeschichtlichen Schule; Vgl. Galling, elektronische Ausgabe 2000, S. 26789.

[12] Geboren in Kiel, 1888 PD in Göttingen, 1895 Prof. in Marburg, 1908 Prof. in Heidelberg, Theologe, Alttestamentler der Religionsgeschichtlichen Schule, Leben-Jesu Theologie; Vgl. Galling, elektronische Ausgabe 2000, S. 35046.

[13] erschienen in: Zeitschrift für Theologie und Kirche, 1894 [sic?] und abgedruckt in: G esammelte Schriften, Band 2, S. 227ff.

[14] Vgl. Gesammelte Schriften, Band 2, S. 729-753.

[15] Zeitraum der Regentschaft.

[16] aus der Alten pfälzischen Kurlinie der Dynastie Wittelsbach, 1353-1390 Regentschaft; Vgl. Adalbert Prinz von Bayern, Die Wittelsbacher, Geschichte unserer Familie, 3. Auflage der Ausgabe von 1979, München 1980, Tafel IV.

[17] Gustav Adolf Benrath, Universität Heidelberg, erschienen in der Theologischen Realenzyklopädie, Band 14, S. 574ff.

[18] aus der Alten pfälzischen Kurlinie der Dynastie Wittelsbach, 1476-1508 Regentschaft; Vgl. Bayern, Tafel IV.

[19] Geboren in Möhra, 1505 Eintritt in das Augustinerkloster Erfurt, 1507 Priesterweihe, 1508 Prof. der Philosophie in Wittenberg, 1512 Dr. und Prof. der Theologie in Wittenberg, 1517 Verbreitung von 95 Thesen, 1520 Kirchenbann, 1521 Reichsacht, 1522 Erste deutsche Übersetzung des NT, 1529 Kleiner und Großer Katechismus, 1534 Erste deutsche Übersetzung der kompl. Bibel, Vormulierung der Rechtfertigungslehre; Vgl. Der Brockhaus in einem Band, 9. überarbeitete Auflage, Leipzig 2000, S. 567.

[20] hebräisch Saul, Römer aus Tarsus, jüdischer Schriftgelehrter, Apostel und Verfasser zahlreicher Briefe des NT, an einige der von ihm gegründeten Gemeinden im nordöstlichen Mittelmeerraum, in Rom hingerichtet; Vgl. Brockhaus, S. 684.

[21] Geboren in Afrika, Bischof von Hippo, Kirchenlehrer, Vormulierung der Sünden- und Gnadenlehre; Vgl. Brockhaus, S. 62.

[22] auch Butzer, wirkte als Reformator in Straßburg, Ulm, Hessen, Köln und Cambridge; Vgl. Bockhaus, S. 129.

[23] aus der Kasseler Linie der niederländischen Dynastie Brabant, Regent seit 1509, 1526 Einführung der Reformation, 1527 Gründer der Universität Marburg, 1547-1552 Gefangener Kaiser Karl's V.; Vgl. Brockhaus, S. 696.

[24] Christian Hilmes, Der Kirchenvorstand, Kassel 1989, S. 162.

[25] Letzter der Alten pfälzischen Kurlinie der Dynastie Wittelsbach, 1556-1559 Regentschaft; Vgl. Bayern, Tafel IV.

[26] eigentlich Philipp Schwarzert, Humanist und Prof. für Griechisch in Wittenberg, Mitarbeiter Luthers, Verfasser des Augsburger Bekenntnis, Reformierung des deutschen Schulwesens; Vgl. Brockhaus, S. 593.

[27] Erster der Linie Simmern-Sponheim-Kurpfalz der Dynastie Wittelsbach, 1559-1576 Regentschaft; Vgl. Bayern, Tafel V.

[28] Geboren in Breslau, 1561 Prof. in Heidelberg, 1562 Heidelberger Katechismus, 1578 in Neustadt; Vgl. Galling, elektronische Ausgabe 2000, S. 33835.

[29] Der Calvinismus war 1560/1570 die vorherrschende Konfession beim Adel Kleinpolens und Litauens. Ab 1600 war der Großteil des polnischen Adels wieder rekatholisiert; Vgl. Atlas zur Kirchengeschichte, Die christlichen Kirchen in Geschichte und Gegenwart, herausgegeben von Hubert Jedin u.a., Freiburg im Breisgau 1970, S. 57*.

[30] Geboren in Kassel, 1795 Prof. in Heidelberg, bis 1801 Kantianer; Vgl. Galling, elektronische Ausgabe 2000, S. 6579f.

[31] Dirk Kaesler, Max Weber, Eine Einführung in Leben Werk und Wirkung, 2. Auflage, Frankfurt/Main und New York 1998, S. 23ff.

[32] Im Sinne Kants Weg der Sittlichkeit und Verzicht auf metaphysische Ansätze

[33] Emile Durkheim (1858-1917), 1902 Professor der Soziologie in Paris, Methodenlehre und Religionssoziologie; Vgl. Galling, elektronische Ausgabe 2000, S. 7356; Karl Marx (1818-1883), Jurist und Philosoph, 1842 Redakteur der Rhein-Zeitung, 1843 in Paris, 1845-1848 in Brüssel, Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus, sowie des dialektischen und historischen Materialismus, Autor von "Das Kapital"; Vgl. Brockhaus, S. 585; Max Weber (1864-1920)

[34] Geboren in Biebrich, 1866 Prof. in Basel, 1868 Prof. in Kiel, 1871 Prof. in Breslau, 1882 Prof. in Berlin, Systematische Theologie; Vgl. Galling, elektonische Ausgabe 2000, S. 7019.

[35] 1865 Prof. in Halle, 1872 Prof. in Straßburg, 1882 Prof. in Berlin; Vgl. Erich Thier, in: Evangelisches Soziallexikon, herausgegeben von Friedrich Karrenberg, 4. neu bearbeitete Auflage, Stuttgart 1963

[36] Hans Joachim Störig, Weltgeschichte der Philosophie, Gütersloh o.J., S. 575

[37] Theologische Realenzyklopädie, Band 8, Berlin 1981, S. 752ff.

[38] Vgl. Elmar Lange, Wertfreiheit, in: Lexikon zur Soziologie, herausgegeben von Werner Fuchs-Heinritz u.a., 3. neu überarbeitete und erweiterte Auflage, Opladen 1994, S. 740

[39] 1847 preussischer Abgeordneter, 1851 Gesandter am Frankfurter Bundestag, 1862 preussischer Ministerpräsident, 1864 Graf, 1867 Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes, 1871 Fürst und Reichskanzler, Kulturkampf gegen Katholizismus (Zentrumspartei), 1878 Sozialistengesetz, 1881-1889 Sozialgesetzgebung, 1890 Rücktritt; Vgl. Brockhaus, S. 102.

[40] 1849 Zürich, 1864 München, 1872 Bayreuth, Bau des Festspielhauses Bayreuth, Komponist zahlreicher Musikdramen und Herausgeber von Kulturpolitischen Schriften; Vgl. Brockhaus, S. 968.

[41] Bayerisches Königshaus der Dynastie Wittelsbach, 1864-1886 Regentschaft, 1870 Eintritt Bayerns ins Deutsche Reich, Bauherr zahlreicher Schlösser, Förderer Richard Wagners, Absetzung und Tod unter mysteriösen Umständen; Vgl, Bayern,, Tafel XI und Brockhaus, S. 564.

[42] Preussisches Königshaus der Dynastie Hohenzollern, 1866 General der schlesischen Armee bei Königgrätz, 1888 König von Preußen und Deutscher Kaiser, Gegner der Innenpolitik Bismarck's; Vgl. Brockhaus, S. 304.

[43] genannt Muristan (1099-1244), erstes christliches Großkrankenhaus nach arabischem Muster mit etwa 2000 Betten, prächtigster Gebäudekomplex im christlichem Jerusalem, Aufenthaltsort Kaiser Friedrich II. und Saladin von Ägypten, Haupthaus der Hospitaliter, bzw. Johanniter/Malteser. Preussischer Johanniterorden (1852 Wiederaufrichtung), weltliche Adelsgenossenschaft und Träger der militärischen Krankenpflege in Preußen, Mitbegründer des Deutschen Roten Kreuzes, Anerkannter Ritterorden der BRD, Mitglieder aus evangelischem Adel Preussens und evangelischer deutscher Oberschicht (Hohenzollern, Bismarck, Attentäter des 20. Juli 1944); Vgl. Brockhaus, SS. 431 u. Yehuda Karmon, Die Johanniter und Malteser, München 1987.

[44] Preussisches Königs- und Deutsches Kaiserhaus aus der Dynastie Hohenzollern, 1888-1918 Regentschaft, Ausgangspunkt des Wilhelminismus, Protektor des preussischen Johanniterordens; Vgl. Brockhaus, S. 991.

Details

Seiten
97
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638324984
ISBN (Buch)
9783638717670
Dateigröße
781 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v31516
Institution / Hochschule
Universität Kassel – FB Gesellschaftswissenschaften
Note
2
Schlagworte
Bedeutung Protestantismus Welt Ernst Troeltsch

Autor

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Titel: Die Bedeutung des Protestantismus für die moderne Welt nach Ernst Troeltsch