Lade Inhalt...

Brauchen Bibliotheken eine Facebook-Seite? Chancen, Herausforderungen und Probleme

Hausarbeit 2016 11 Seiten

Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Merkmale und Relevanz von Social Media allgemein

2. Die Bedeutsamkeit des Marketings im Social Network Facebook

3. Chancen, Herausforderungen und Probleme von Bibliotheken in Bezug auf Facebook

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das deutsche Social Media Prisma.

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Nutzung von Web-2.0-Anwendungen 2007 bis 2014

Einleitung

Das Angebot und die Bibliotheksarbeit haben sich in den letzten Jahren aufgrund neuer Technologien stark erweitert. Seit öffentliche Bibliotheken über Freihandbestände verfügen und für jedermann zugänglich sind, führen Angestellte in Bibliotheken mehr Aufgaben aus als die reine Erschließung und Verwaltung von Büchern. Sie sind in vielen Bereichen mit Menschen in Kontakt, zum Beispiel als Veranstalter oder Wissensvermittler.

Der Austausch mit Kunden und die bibliothekarische Arbeit waren früher auf den Kontakt an der Informationstheke oder am Telefon beschränkt. Durch die Entwicklung und Verbreitung des Internets sind Bibliotheken heute auch online zu finden: sie haben Webseiten, betreiben Blogs und sind auch über die sozialen Netzwerke erreichbar.

Ziel dieser Hausarbeit ist die Klärung der Frage, ob und inwieweit es für Bibliotheken sinnvoll ist, an dem sozialen Netzwerk Facebook teil zu haben. Zu Beginn werde ich mich mit der Relevanz von Social Media im Allgemeinen beschäftigen. Im Folgenden werde ich die Bedeutsamkeit des Marketings auf Facebook beleuchten. Im Anschluss werde ich darstellen, welche Chancen sich für Bibliotheken durch die Präsenz auf Facebook ergeben und kurz beleuchten, welche Probleme hierbei entstehen können. Wichtige Aspekte sind mögliche Anwendungen, die Funktion von Seiten und Erfahrungswerte von Bibliotheken.

Schließlich werde ich die Aspekte gemeinsam betrachten und einen Ausblick geben. In dieser Hausarbeit wird nicht unterschieden zwischen wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken. Für eine bessere Lesbarkeit wird das generische Maskulinum benutzt. Außerdem werden die Begriffe „Social Network“ und „soziale Netzwerke“ gleichbedeutend verwendet.​

1. Merkmale und Relevanz von Social Media allgemein

Die Forscher Mitchell, Epstein und Kapferer prägten den Begriff „Social Network“ in den 1950er Jahren. Sie verstanden darunter die reale Kommunikation zwischen Menschen in unterschiedlich großen Gruppen zum Zwecke des Meinungs- und Ideenaustausches. Mit dem Einzug des Internets in private Haushalte hat sich die technische Seite der Kommunikation geändert, der ursprüngliche Wunsch, sich mit anderen auszutauschen, ist geblieben. Jeder, der einen Internetzugang hat, kann in den sozialen Netzwerken seine Meinung öffentlich machen. Zu Social Media gehören eine Vielzahl von Online-Diensten, in denen immer mehr Menschen miteinander agieren (vgl. Ebersbach u.a. 2011, S. 28).

Abbildung 1 zeigt die Social-Media-Dienste in Form eines Prismas.

Abb. 1: Das deutsche Social Media Prisma (Quelle: http://i0.wp.com/ethority.de/wp-content/uploads/sites/5/2009/09/web.jpg)

Gemäß ethority.de sind in Abbildung 1 sämtliche Dienste dargestellt, die sich unter dem Allgemeinbegriff „Social Media“ wiederfinden, wie etwa Wikis, Location Based oder Videoportale. Social Networks stellen hier eine Unterkategorie dar, zu der unter anderem Dienste wie Twitter und Facebook gehören (vgl. Bernecker u.a. 2012, S. 24 – 26).

Auf Facebook, Twitter oder YouTube tauschen sich täglich Millionen von Menschen aus. Facebook hat aktuell über 1,4 Milliarden Mitglieder weltweit (Roth 2015: Facebook 2015).

Der Trend wird weiter anhalten: Tabelle 1 zeigt die Zunahme der Nutzung von Web-2.0-Anwendungen von 2007 bis 2014: 2007 nutzten 16% der Befragten die sozialen Netzwerke, 2014 waren es 46%. Bei der wöchentlichen Nutzung waren 2007 9% Menschen in sozialen Netzwerken unterwegs, 2014 waren es 39%.

Tab. 1: Nutzung von Web-2.0-Anwendungen 2007 bis 2014 in %

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* Netzwerke aufgerufen mit eigenem Profil. ** Meistgenutztes Netzwerk. *** veränderte Abfrage ("Online-Nachschlagewerke wie Wikipedia nutzen" bzw. "Microblogging-Dienste wie Twitter oder Tumblr nutzen").

Basis: bis 2009: Deutsche Onlinenutzer ab 14 Jahren ( 2009: n=1 212, 2008: n=1 186, 2007: n=1 142). Ab 2010: Deutsch sprechende Onlinenutzer ab 14 Jahren (2014: n=1 434; 2013: n=1 389, 2012: n=1 366, 2011: n=1 319, 2010: n=1 252). Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudie 2014.

Aufgrund der Fülle an Social-Media-Diensten ist es schwierig zu entscheiden, wo man aktiv werden sollte. Für Bibliotheken ist es sinnvoll, sich auf bis zu vier Social-Media-Dienste zu beschränken, in denen die jeweilige Zielgruppe aktiv ist. Anschließend muss für den ausgewählten Dienst eine Strategie erarbeitet werden, in der Ziele formuliert werden. Sie hilft, schwierigen Situationen vorzubeugen und langfristigen Erfolg im Social Web zu haben (vgl. Bernecker u.a. 2012, S. 19 – 35).

2. Die Bedeutsamkeit des Marketings im Social Network Facebook

Nach Meinung von Jodeleit (2012, S. 166 – 168) ist die hohe Mitgliederanzahl bei Facebook damit zu erklären, dass Facebook es seinen Mitgliedern bequem macht. Mit Hilfe von Algorithmen greift Facebook aktiv in die Vernetzung ein: Dem Nutzer werden „Freunde“ vorgeschlagen, die er kennen könnte. Man erhält eine Benachrichtigung, wenn ein Kontakt aus der Freundesliste etwas veröffentlicht. Nach einem Klick auf den „Gefällt mir“-Button erscheint der markierte Beitrag in der Chronik anderer Nutzer aus dem weiteren Umfeld. Durch die Einfachheit der Interaktion ist Facebook sehr dynamisch. Weinberg u.a. (2011, S. 5) schreiben, dass sich das Internet mit seinen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten nahezu komplett in Facebook integriert: Nutzer schreiben Nachrichten statt E-Mails, tauschen Fotos aus, bewerten Beiträge und kommentieren sie. Sie suchen bei Facebook nach Informationen zu Unternehmen oder Marken statt auf die Homepage zu gehen: 47% der Nutzer haben die Seite einer Marke abonniert. Der Zugriff auf Unternehmenswebseiten sank dagegen von 85% auf 75% innerhalb von 2 Jahren. Gemäß Jodeleit (2012, S. 166) muss man sich an Facebook beteiligen, wenn man „(…)ernsthaft Social Media Relations betreiben(…).“ möchte. Laut Bernecker u.a. (2012, S. 126 – 128) ist das Ziel im Social Media Marketing die Veränderung und Verbesserung des eigenen Images. Durch die Präsenz auf Facebook zeigen Bibliotheken, dass sie modern sind und sich für Neues interessieren.

Wer sich in den sozialen Netzwerken engagiert, wird von den Nutzern als sympathischer angesehen als Unternehmen, die dies nicht tun (vgl. Bernecker u.a. 2012, S. 41 – 43).

Für Bibliotheken ist es wichtig eine geeignete Strategie zu entwickeln. In dieser muss festgelegt werden, was nicht im Netz publiziert werden darf. Die Guidelines müssen auf der obersten Führungsebene akzeptiert und unterstützt werden. Die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Social Media sollte sich sinnvoll mit anderen Werbemitteln ergänzen. Auf konventionellen Werbemitteln wie Flyern und der eigenen Internetseite sollte ein Link zu den Social-Media-Diensten vorhanden sein (vgl. Janner o.J., S. 33 zit. nach Schadt u.a. 2010, S. 168).

3. Chancen, Herausforderungen und Probleme von Bibliotheken in Bezug auf Facebook

Es gibt verschiedene bibliotheksbezogene Applikationen bei Facebook, mit denen Bibliotheken auf ihrer Seite eine schnelle und kostengünstige virtuelle Bibliothek aufbauen und so einen Informationsservice leisten können. Aktivitäten auf anderen Plattformen können eingebunden werden, sodass die Kontakte im Netzwerk informiert werden, ohne überall angemeldet sein zu müssen. Facebook-Mitglieder können durch den „Gefällt mir“-Button eine Seite abonnieren und werden dadurch über Beiträge automatisch informiert. So können Bibliotheken ihr Netzwerk über Veranstaltungen, Hintergrundinformationen, Entwicklungen etc. informieren und mit den Menschen in Kontakt treten. Eine Facebook-Seite oder –Gruppe bietet ähnliche Inhalte wie eine klassische Website in interaktiverer Form. Bibliotheken können ihren Service auf eine neue Art und Weise erweitern (vgl. Schadt u.a. 2010 S. 169 – 171). Die Inhalte einer Fanseite sind für jeden öffentlich sichtbar und es werden auch Menschen erreicht, die die Internetseite der Bibliothek nicht besuchen (vgl. Baldin 2012, S. 63). Viele Hochschulbibliotheken haben das Potenzial von Facebook erkannt: 2007 waren erst drei deutsche Hochschulen bei Facebook präsent, 2011 waren es 200 (vgl. Hänßler 2012, S. 272).

Ein oft genannter Grund gegen die Benutzung von Facebook ist die Datenschutzproblematik. Die Vorteile überwiegen jedoch. Hänßler (2012, S. 274) schreibt, dass die vorgenommene Datenspeicherung Bibliotheken nicht davon abhalten sollte, Social Media zu nutzen: „Sie gehören zum Alltag der jüngeren Generation, die Facebook teilweise sogar Telefon und E-Mails vorzieht.“ Baldin (2012, S. 62 – 65) ist ebenfalls der Meinung, dass Bibliotheken ohne die Teilnahme an sozialen Netzwerken einen wichtigen Zugang zu ihren Kunden unbeachtet lassen. An der Hochschulbibliothek Köln besteht das Facebook-Team insgesamt aus sechs Mitarbeiterinnen, wobei jede aus einem anderen Arbeitsbereich kommt. Sie sind auf vier Standorte innerhalb der Stadt verteilt und arbeiten als virtuelles Team. Durch die Abweichungen in Bezug auf Alter, Vorerfahrung im Web 2.0 und Interessen können die Mitarbeiterinnen schnell auf aktuelle Fragen und Interessen der Nutzer eingehen. Die Facebook-Seite musste zuvor von der Fachhochschule genehmigt werden, die Bibliotheksleitung war unterstützend tätig. Im Vorfeld wurde ein Konzept erarbeitet. Vor Freischaltung der Seite wurden Einträge und Bildvorschläge gesammelt und die Mitarbeiterinnen machten sich mit Funktionsweise und Aufbau der Plattform vertraut. Neu war, dass die Teilnahme an sozialen Netzwerken die gewohnten Hierarchien aufbrach, denn sie erfordert einen unbürokratischen Ablauf. Ständige Rücksprachen verlangsamen die erfolgreiche Umsetzung des Marketings, da eine schnellstmögliche Reaktion auf Kommentare erfolgen sollte. Der Zeitaufwand für die Pflege der Seite lässt sich laut Baldin schwer abschätzen. Sicher ist, dass es sich um eine spürbare zusätzliche Belastung zum Arbeitsalltag handelt. Die Pflege der Facebook-Seite läuft täglich neben dem Alltagsgeschäft. Vor allem die Erstellung eines Konzepts und das Planen von Beiträgen sind am Anfang aufwändig. Falsch gemacht werden kann nichts, solange man sich an die Datenschutzrechte hält und das Copyright beachtet.

[...]

Details

Seiten
11
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668134553
ISBN (Buch)
9783668134560
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v314992
Institution / Hochschule
Hochschule Hannover
Note
1
Schlagworte
Bibliothek Bibliothek-Facebook-Seite

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Brauchen Bibliotheken eine Facebook-Seite? Chancen, Herausforderungen und Probleme