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Arbeitsbedingter Stress und Burn-Out. Grundlagen, Definitionen und Bewältigungsmöglichkeiten

Hausarbeit 2014 17 Seiten

Führung und Personal - Burnout, Stress am Arbeitsplatz

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Grundlagen zum Burnout
2.1 Definition Burnout
2.2 Betriebliche Gründe für die Beschäftigung mit Burnout

3 Ursachen und Symptome von Burnout im Betrieb
3.1 Ursachen von Burnout
3.1.1 Persönliche Ursachen
3.1.2 Arbeits- und Organisationsbezogene Ursachen
3.1.3 Gesellschaftliche Ursachen
3.2 Symptome des Burnouts

4 Maßnahmen gegen Burnout im Unternehmen
4.1 Reaktives Handlungsmuster: Maßnahmen bei eingetretenem Burnout
4.2 Präventives Handlungsmuster: Vermeidung von Burnout

5 Fazit und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ursachen für Burnout am Arbeitsplatz ...

1 Einführung

Kennt nicht jeder das Gefühl, dass man nicht mehr kann und auch keine Lust mehr hat, weiter zu machen? Sei es in beruflichen oder auch in privaten Angelegenheiten? Was passiert, wenn sich dieser Zustand nicht mehr legt und man jeden Tag denselben Gedanken hat: „Ich habe keine Kraft mehr!“ Wie sieht es im Inneren betroffener Menschen aus, die immer mehr und mehr an sich und ihrem Können zweifeln? Die den Glauben an sich selbst und die Lust am Leben verlieren? Für die einen unvorstellbar, für die anderen ein tagtäglicher Kampf, weiter auf den Beinen stehen zu können. Wie kann man solchen Menschen für die Zukunft wieder Mut machen?

Die wirtschaftliche Entwicklung, die strukturellen Erneuerungen in der Berufswelt und die steigenden Arbeitsanforderungen setzen viele Arbeitnehmer in der modernen Zeit unter Druck und lösen psychische und physische Probleme aus.[1] Als Ursachen für diese psychische Erkrankung werden unter anderem lange Arbeitszeiten, zu wenig Anerkennung und Lob durch den Arbeitgeber sowie Angst vor Arbeitsplatzverlust angesehen.[2]

In der Literatur finden Stress und Burnout häufig eine synonyme Verwendung. Meist wird das Burnout-Syndrom als eine langfriste Stressfolge betrachtet, d.h. es wird durch übermäßigen Stress verursacht. Man ist der Meinung, dass beim Entstehen des Burnout-Syndroms hohe Arbeitsanforderungen und die Unfähigkeit Probleme zu bewältigen eine große Rolle spielen.[3] Daher sieht man das Burnout-Syndrom als das letzte Stadium eines fehlgeschlagenen Ablaufs Stress zu bewältigen an.[4]

Um einen Überblick zu bekommen, werden zu Beginn die Grundlagen erläutert. Anschließend werden Sie erfahren, was unter arbeitsbedingtem Stress zu verstehen ist, sowie allgemeine Definitionen zum Burnout-Syndrom. Sie werden auch erfahren was die Ursachen für Burnout am Arbeitsplatz sind und welche Bewältigungsmöglichkeiten es gibt. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich ausschließlich mit den wesentlichen Informationen zu diesem Thema, da es zu umfangreich ist, um in diesem Rahmen ausführlich dargestellt werden zu können.

2 Grundlagen zum Burnout

2.1 Definition Burnout

Es gibt in der Fachwelt bis heute keine generelle Übereinstimmung bezüglich der Definition von Burnout. Übersetzt aus dem Englischen heißt Burnout „Ausbrennen“ und ist im psychologischen Sinn als bildliche Umschreibung für einen bestimmten Zustand zu verstehen.[5] Diese Metapher erweist sich allerdings als nicht allzu treffend, so Burisch.[6]

Burnout ist im „Brockhaus“ wie folgt definiert:

„Burn out (engl.) der -/-s, Kernenergietechnik: Durchbrennen von Reaktorbrennstäben oder Komponenten infolge zu geringer Kühlung (Kühlmittelausfall) oder zu hoher Wärmeerzeugung (unkontrollierte Kernspaltung).“[7]

Anhand der folgenden Definitionen wird deutlich, dass der Begriff Burnout noch nicht lange für eine psychische „Erkrankung“ in Gebrauch ist.

Freudenberger, der deutschstämmigen amerikanische Psychoanalytiker (1975) definiert „Burnout“ als physische und psychische Erschöpfung, als Folge von fehlenden Arbeitsplätzen, Entmenschlichung und die hohen Erwartungen der Menschen an sich und ihrer Umwelt.[8]

Christina Maslach hingegen beschreibt das Burnout-Syndrom als „ein Syndrom emotionaler Erschöpfung, Depersonalisation und persönlicher Leistungsbußen, dass bei Individuen auftreten kann, die in irgendeiner Art mit Menschen Arbeiten. Es ist eine Reaktion auf die chronische emotionale Belastung, sich andauernd mit Menschen zu beschäftigen, besonders, wenn diese in Not sind oder Probleme haben“.[9]

Die folgende Definition von Schaufeli und Enzmann gilt als die sorgfältigste und ausführlichste Begriffsbestimmung.[10] „Burnout ist ein dauerhafter, negativer, arbeitsbezogener Seelenzustand ‚normaler’ Individuen. Er ist in erster Linie von Erschöpfung gekennzeichnet, begleitet von Unruhe und Anspannung, einem Gefühl verringerter Effektivität, gesunkener Motivation und der Entwicklung dysfunktionaler Einstellungen und Verhaltensweisen bei der Arbeit. Diese psychische Verfassung entwickelt sich nach und nach, kann dem betroffenen Menschen aber lange unbemerkt bleiben. Sie resultiert aus einer Fehlpassung von Intentionen und Berufsrealität. Burnout erhält sich wegen ungünstiger Bewältigungsstrategien, die mit dem Syndrom zusammenhängen, oft selbst aufrecht“.[11]

Dennoch stellt man sich auch hier die Frage, ob bei dieser Definition die Erschöpfung als Kernsymptom ausreichend ist, ohne die Begleitsymptome zu berücksichtigen.[12]

Dies bedeutet, dass es aufgrund der großen Reichweite und Anzahl der Krankheitszeichen schwer ist, das Phänomen „Burnout“ von anderen psychischen Erscheinungen zu unterscheiden. Aus selbigem Grund sei es auch generell kaum möglich, alle wesentlichen Aspekte zu benennen, weshalb ein ungenaues Bild der Krankheit und eine undifferenzierte Betrachtungsweise entstehen. „Dies kann darin gipfeln, grundsätzlich bei einem anstrengenden, auch von Misserfolgen begleiteten Beruf von einer Burnout- Symptomatik auszugehen.“[13]

Denn bei Burnout handelt es sich um eine „langdauernd zu hohe Energieabgabe für zu geringe Wirkung bei ungenügendem Energienachschub – etwa so, wie wenn eine Autobatterie nicht mehr über die Lichtmaschine nachgeladen wird, dennoch aber Höchstleistungen abgeben soll“.[14] Während das Ausbrennen eines Gebäudes also durch ein kurzes, heftiges Feuer ausgelöst werden kann, beschreibt Burnout bei Menschen oftmals eine jahrelange Quälerei.[15]

Menschen, die ihren Zustand selbst als ausgebrannt oder erschöpft bezeichnen, leiden regelrecht, so Hillert und Marwitz.[16] Zudem bleibt anzumerken, dass die Umkehr aus Burnout heraus desto mühevoller sein wird, je weiter und ernsthafter die Burnout-Entwicklung fortgeschritten ist.[17]

Seit 1991 enthält der internationale Diagnoseschlüssel zur Klassifikation von Krankheiten, herausgegeben von der WHO, einen Eintrag zum Phänomen Burnout als „Zustand der totalen Erschöpfung“.[18]

Nun kommt erschwerend hinzu, dass Burnout zwar ein Begriff von hoher gesellschaftlicher Relevanz ist, er aber im Katalog der Deutschen Krankenkassen noch nicht geführt wird.[19] Wenn Burnout also von medizinischer Seite behandelt wird, muss zur Abrechnung über die Krankenkassen bspw. auf die Diagnose „Depression“ ausgewichen werden.[20]

Fengler jedoch geht davon aus, dass die Diagnose Burnout künftig als psychische Störung aufgenommen und dann nicht mehr als Zusatz-Diagnose gelten wird.[21]

Fasst man diese betrachteten Aspekte zusammen, so ist Burnout als der Prozess und der Zustand der totalen Erschöpfung zu verstehen.

2.2 Betriebliche Gründe für die Beschäftigung mit Burnout

Für jeden scheint klar zu sein, dass Burnout schädigende Auswirkungen für das Unternehmen hat. Viele Arbeitnehmer schleppen sich immer öfters krank ins Büro, aus Angst den Arbeitsplatz zu verlieren. Hoher Krankenstand, schlechtes Arbeitsklima, geringe Produktivität sind keine Seltenheit.[22] Darüber hinaus sind solche Fälle nicht nur teuer, sondern können auch existenzbedrohend für das Unternehmen werden.

Laut einer 2009 veröffentlichten Studie der Betriebskrankenkassen entstehen durch das Burnout Syndrom Kosten in Höhe von 6,3 Milliarden Euro. Ca. drei Milliarden Euro werden für die Behandlung fällig, den Schaden durch den Produktionsausfall beziffern Experten auf 3,3 Milliarden Euro.[23]

Produktionsverlust sowie Lohnausfallkosten, Krankentagegeldkosten oder Langzeitausfälle des Betroffenen, können für den Arbeitgeber gefährlich werden, wenn es sich hierbei um wichtige Mitarbeiter handelt.[24] Durch diese Situation wird unweigerlich eine gewisse Unruhe und Unsicherheit bei den Mitarbeitern ausgelöst. Dadurch kann auch eine Mehrbelastung auf andere Mitarbeiter folgen. Experten machen die schlechten Arbeitsbedingungen für das Burnout Syndrom und Stress verantwortlich.[25] Daher sollte der Arbeitgeber, die Betroffenen ernst nehmen und schnell handeln, um Spätfolgen zu vermeiden.

3 Ursachen und Symptome von Burnout im Betrieb

3.1 Ursachen von Burnout

Burnout hat längst nicht mehr „nur“ schädliche Auswirkungen auf das Selbst, sondern verursacht zudem erhebliche Kosten und Verluste jeglicher Art.[26]

2010 vermeldeten die gesetzlichen Krankenkassen bereits deutlich ansteigende Fehlzeiten aufgrund von psychischen Erkrankungen[27] und das Jahr 2011 beschreiben einige Personalexperten als das Jahr des Burnouts.[28]

In den Ausarbeitungen von Schaufeli und Maslach wird betont, dass die Ursachen von Burnout im Wesentlichen eben nicht in den Persönlichkeitszügen der Betroffenen, sondern tatsächlich in dem ungünstigen Umfeld der Arbeit liegen. Einige Experten suchen die Ursachen sogar ausschließlich im Job. So zählen mangelnder Respekt, Überlastung, Vertrauensverlust, zu wenig Lohn oder Anerkennung zu diesen beruflichen Faktoren.

Für die betroffene Person bedeutet es, dass viel mehr Aufwand und Energie eingesetzt werden müssen. Die Arbeitsbelastung sowie der Arbeitsumfang, steigen bei gleichbleibendem Zeitaufwand. Möglichkeiten für Pausen zur Erholung sind kaum mehr gegeben.[29] Arbeitskräfte erwarten für ihre Leistung ein Entgegenkommen von ihrem Unternehmen, wie z.B. eine Gehaltserhöhung oder Beförderung etc. Wird das vom Unternehmen missachtet, kann dies zu einem Vertrauensbruch zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber führen.[30]

Die folgende Tabelle stellt weitere Ursachen für das Burnout-Syndrom am Arbeitsplatz dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Ursachen für Burnout am Arbeitsplatz

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an: Wendt, N./Ensle, M. (2009), S.32-33

Folgend wird erklärt, wie sich auf Basis dieser Systematisierungen die Ursachen voneinander unterscheiden. Unterteilt werden diese in persönliche, arbeits- und organisationsbezogene sowie gesellschaftliche Ursachen.

3.1.1 Persönliche Ursachen

Interessant ist hierbei, dass Burnout nicht altersabhängig auftritt, sondern es sowohl junge wie auch ältere Betroffene gibt, so auch erfolgreiche Spezialisten oder aber erfolglose Schüler.[31] Die Unterschiede sind demnach sehr groß.

In der Regel handelt es sich bei den entscheidenden Faktoren oft um unbewusste Ängste, Wünsche oder Ziele, die einen Mechanismus in Gang bringen, der die Betroffenen auf Dauer ausbrennen lassen. Besonders gefährdet sind aber Menschen, die sich selbst ein eigener Antreiber sind – Ehrgeiz, Perfektionismus, zu hohe idealistische Ziele.[32]

Sie nehmen sich mehr vor als sie schaffen können, zeigen einen zu überdurchschnittlich hohen Arbeitseinsatz und bemühen sich, Krisen mit noch größerem Einsatz entgegenzuwirken.[33] Im Betrieb werden alle Tätigkeiten unter maximaler Anspannung und dem ständig inneren Druck, allen Anforderungen gerecht werden zu müssen, verrichtet.[34]

Wird die angestrebte Anerkennung, sei es Lob oder finanzielle Bestätigung nicht oder nur unzureichend gewährt, resultiert daraus wachsende Frustration und körperliches Unwohlsein.[35]

[...]


[1] Vgl. Stauder, C. (2009), S. 9.

[2] Vgl. Hedderich, I. (2009), S. 7.

[3] Vgl. Hedderich, I (2009), S. 20.

[4] Vgl. Hedderich, I (2009), S. 20.

[5] Vgl. Grabe, M. (2005), S. 10.

[6] Vgl. Burisch, M. (2010), S. 7.

[7] Brockhaus (1984)

[8] Vgl. Schmid, A.C (2003), S. 25.

[9] Burisch, M. (2009), zit. nach Maslach, C. (1982 a), S. 17.

[10] Vgl. Burisch, M. (2009), S.19.

[11] Burisch M. (2009), S.19 zit. nach Schauefeli, W./Enzmann, D. (1998), S. 36.

[12] Vgl. Burisch M. (2009), S. 19.

[13] Vgl. Pfennighaus, X(2000), S. 6f.

[14] Burisch, M. (2010), S. 7.

[15] Vgl. Burisch, M. (2010), S. 7.

[16] Vgl. Hillert, A.; Marwitz, M. (2006), S. 164.

[17] Vgl. Müller-Timmermann, E. (2004), S. 18.

[18] Vgl. Hedderich, I. (2009), S. 10.

[19] Vgl. Hedderich, I. (2009), S. 10.

[20] Vgl. Hedderich, I. (2009), S. 10.

[21] Vgl. Fengler, J. (2011a), S. 19.

[22] http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/massenleiden-burnout-wie-firmen-ihre-spitzenkraefte-verbrennen-a-740853.html Abruf am 13.09.2014

[23] http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/massenleiden-burnout-wie-firmen-ihre-spitzenkraefte-verbrennen-a-740853.html Abruf am 13.09.2014

[24] Vgl. Matthias Burisch (2010), S. 71.

[25] http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/massenleiden-burnout-wie-firmen-ihre-spitzenkraefte-verbrennen-a-740853.html Abruf am 13.09.2014

[26] Vgl. Knauder, H. (2005), S. 12.

[27] Vgl. Niehaus, M.; Vater, G. (2010), S. 190.

[28] Vgl. o. V. (2012), S. 50.

[29] Vgl. Maslach, M./Leiter, M.P (2001), S. 41-42.

[30] Vgl. Litzcke , S.M (2007), S. 170.

[31] Vgl. Hillert, A.; Marwitz, M. (2006), S. 26.

[32] http://www.burnout-therapie.org/ursachen/ Abruf am 17.9.2014

[33] Vgl. Müller-Timmermann, E. (2004), S. 46.

[34] Vgl. Schröder, J.-P. (2006), S. 15.

[35] http://www.burnout-therapie.org/ursachen/, Abruf am 17.9.2014

Details

Seiten
17
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668133938
ISBN (Buch)
9783668133945
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v314937
Note
2,0
Schlagworte
arbeitsbedingter stress burn-out grundlagen definitionen bewältigungsmöglichkeiten

Autor

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Titel: Arbeitsbedingter Stress und Burn-Out. Grundlagen, Definitionen und Bewältigungsmöglichkeiten