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Testkonstruktion zur Erhebung der Ausprägung des Konstrukt „Perfektionismus“

Projektarbeit 2014 33 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definitionen, Modelle und empirische Untersuchungsergebnisse zum Konstrukt

3. Erstellung eines Testentwurfs
3.1 Zielgruppe
3.2 Testziel und Konstruktionsstrategie
3.3 Generierung von Items und Eingrenzung des Konstrukts
3.4 Definition des Messinstrumentes
3.5 Itemformat
3.6 Durchgeführte Vortests

4. Empirische Überprüfung des Testentwurfs
4.1. Itemkodierung
4.2. Beschreibung der Stichprobe
4.3 Itemanalyse
4.4 Itemselektion
4.4.1 Schwierigkeit15
4.4.2 Trennschärfe
4.4.3 Skalenbildung
4.4.4 Faktorenanalyse16
4.4.5 Analyse von Zusammenhängen17
4.5 Normierung
4.5.1 Bildung von t-Werten18
4.5.2 Bedeutung für Gesamtpopulation21
4.6 Spit-Half Reliabilität

5. Diskussion
5.1 Erläuterung und Interpretation der Ergebnisse
5.2 Vorschläge zur Weiterentwicklung

Literaturverzeichnis

Anhang

Abstract

Diese Projektarbeit wurde im Rahmen der Veranstaltung „Diagnostik und Testentwicklung“ an der Rheinischen Fachhochschule Köln unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Bosau der Rheinischen Fachhochschule Köln angefertigt. Vor diesem Hintergrund wurde ein Test konstruiert, der die Ausprägung des Konstrukt „Perfektionismus“ von Personen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren erfasst. Die Testanwendung bzw. Teilnahme an der Befragung erfordert für die Testteilnehmer einen Internetzugang.

Eine weitreichende Literaturrecherche ermöglichte es einen historischen Überblick über das Konstrukt zu erlangen und infolgedessen die theoretische Grundlage für den vorliegenden Testentwurf zu bilden.

Es wurden 18 Items formuliert, ein Pretest (Stichprobe n=17) wurde im Zeitraum vom 04.08.2014 bis 07.08.2014 durchgeführt. Der eigentliche Test wurde vom 09.08.2014 bis 16.08.2014 mit einer Stichprobe von n=41 durchgeführt.

Der vollständige Test befindet sich im Anhang an diese Arbeit. Die Auswertung der SPSS-Ergebnisse, welche in der Ausarbeitung bereits analysiert, interpretiert und diskutiert wurden, ist ebenfalls im Anhang dokumentiert. Die Skala wurde anhand der erhobenen Daten sowie einer anschließenden Itemanalyse und - selektion konstruiert. Auf diese Weise wurde eine Eichstichprobe definiert, anschließend wurden die erfassten Ursprungsdaten in eine T-Wert-Tabelle transformiert. Abschließend werden die vorliegenden Ergebnisse zusammengefasst, kritisch bewertet und Vorschläge zur Weiterentwicklung der Skala gegeben.

1. Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Konstrukt des "Perfektionismus", folglich dem übersteigerten Streben nach Vollkommenheit (Perfektion).

"Alles oder nichts", "Das Bessere ist der Feind des Guten" oder auch "Ohne Fleiß kein Preis" - beliebte Sprichwörter wie diese machen schnell deutlich, dass das Streben nach Perfektion in unser Gesellschaft allgegenwärtig ist.

In der Tages- und Wochenpresse stößt man regelmäßig auf Tipps wie man das perfekte Leben lebt, den perfekten Job erlangt, die Arbeit perfekt erledigt, perfekt aussieht, perfekt die Kinder erzieht, perfekt mit Geld umgeht oder auch wie man sich perfekt ernährt und kleidet.

Doch ist dieses ständige Streben nach Vollkommenheit noch gesund? Wohl kaum. Der Preis für absolute Vollkommenheit scheint sehr hoch, eine Überforderung ist nahezu vorprogrammiert.

Aufgrund des zuvor erläuterten Sachverhaltes befasst sich diese Arbeit daher mit einer empirischen Erhebung sowie deren Auswertung um festzustellen, inwieweit die teilnehmenden Probanden Anzeichen von Perfektionismus aufweisen. Weiterhin soll untersucht werden, ob sich Unterschiede in der Ausprägung des Perfektionismus zwischen Männern und Frauen, dem Alter und dem Schulabschluss bemerkbar machen.

Diese empirische Arbeit befasst sich im konkreten mit dem Konstrukt "Perfektionismus". Im Rahmen dieser Arbeit soll zu diesem Konstrukt ein Test entwickelt werden und dieser in Hinsicht der Ausprägung an einer Stichprobe getestet werden.

Hierfür wird wie folgt vorgegangen:

Im ersten Teil dieser Arbeit werden theoretische Grundlagen (Kapitel 2) zum Verständnis des Konstrukts dargelegt. Hierfür gilt es dem Leser das Konstrukt „Perfektionismus“, einhergehende Theorien sowie Messmethoden näher erläutert werden (Kapitel 2.1).

Im Anschluss an den theoretischen Teil folgt der methodische Teil (Kapitel 3). Dieser soll das Vorgehen bei der Erstellung des Testentwurfs beschreiben. Zu Beginn soll näher auf die Auswahl der Zielgruppe (Kapitel 3.1) und dem Testziel sowie der Konstruktionsstrategie (Kapitel 3.2) eingegangen werden. Anschließend sollen dem Leser die Vorgehensweise bei der Generierung der Items sowie die Eingrenzung des Konstrukts geschildert werden (Kapitel 3.3). Im Folgenden soll das Messinstrument definiert werden (Kapitel 3.4). Ferner wird das Itemformat erläutert (Kapitel 3.5) um im Anschluss noch auf den im Vorfeld durchgeführter Vortest näher einzugehen (Kapitel 3.6).

Im darauffolgenden empirischen Teil (Kapitel 4) sollen die Ergebnisse der Untersuchung dargestellt, interpretiert und empirisch überprüft werden.

Eine Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Untersuchung erfolgt in Kapitel 5. Abschließend erfolgt eine Interpretation der Testergebnisse (Kapitel 5.1) sowie Vorschläge zur Weiterentwicklung des Testentwurfs (Kapital 5.2).

2. Theoretische Grundlagen

In dem Abschnitt „Theoretische Grundlagen“ wird sich mit dem Stand der Forschung zu besagtem Themengebiet befasst. Es werden Definitionen, Modelle und empirische Untersuchungsergebnisse zusammengefasst.

2.1 Definitionen, Modelle und empirische Untersuchungsergebnisse zum Konstrukt

Die Forschung zeigt ein reges Interesse am Konstrukt des Perfektionismus. Laut Alstötter-Gleich & Bergemann (2006) nehmen die Arbeiten zu diesem Thema seit Anfang der 90er Jahre stetig zu. Das Konstrukt variiert dabei in der Auffassung. (Rice, Ashby & Gilman, 2011).

Eine einheitliche Definition des Perfektionismus existiert nicht.

Die Dimensionalität des Konstrukts wird unterschiedlich beschrieben. Nach Spitzer (2009) gilt Perfektionismus einmal als eindimensionales Konstrukt, welches sich nur auf das Individuum selbst bezieht. Andererseits wird Perfektionismus auch als ein multidimensionales Konstrukt betrachtet, das zudem auch Umweltvariablen umfasst. Des Weiteren zeigt sich eine Unterscheidung im funktionalem und dysfunktionalem Perfektionismus. Hierbei wird zwischen gesunden, ungesunden, maladaptiven und adaptiven Formen des Perfektionismus unterschieden (Parker, 1997; Spitzer, 2009).

Der dysfunktionale Perfektionismus zeigt sich nach Spitzer (2009) durch unrealistisch hohe Standards, einer selektiven Aufmerksamkeit gegenüber Fehlern, einer Tendenz zur einer „Alles oder nichts-Einstellung“ sowie einer beständigen Evaluation der eigenen Handlungen. Klinische Störungsbilder wie Anorexie, Depression, Alkoholismus sowie Angst- und Zwangsstörungen werden mit den dysfunktionalen Seiten des Perfektionismus in Verbindung gebracht.

Ferner wird auch ein positiv geprägter Perfektionismus beschrieben.

Die Ausführung von besonders schwierigen Aufgaben führt zu einem Gefühl der Erfüllung bei Positiven Perfektionisten. Hierbei sind die gesetzten Maßstäbe zwar hoch, aber dennoch realistisch und erzielbar. (Alstötter-Gleich & Bergemann, 2006).

Eines der bekanntesten und wichtisten Messinstrumente des Perfektionismus ist die Multidimensional Perfectionism Scale (FMPS) von Frost, Marten, Lahart & Rosenblate (Stöber, 1995). Hier wird der Pefektionismus in sechs Dimensionen unterschieden:

- Sorge über Fehler
- Handlungszweifel
- Elterliche Erwartungen
- Elterliche Kritik
- Persönliche Ansprüche
- Organisation

Nach einer Untersuchung von Stöber (1998), wurde allerdings die Zusammenfassung der Skalen „Sorge über Fehler“ und „Handlungszweifel“ sowie „Elterliche Erwartungen“ und „Elterliche Kritik“ empfohlen.

Nach diesem Instrument setzen sich Perfektionisten stets hohe Maßstäbe, verfügen über eine ausgeprägte Werteordnung und Selbstorganisation, zeigen Unentschlossenheit, legen großen Wert auf die vergangene respektive gegenwärtige Bewertung durch die Eltern und versuchen zudem permanent jegliche Form von Fehlern zu vermeiden.

Auf Basis der FMPS wird in dieser Arbeit der Test zur Ausprägung des Perfektionismus konstruiert.

3. Erstellung eines Testentwurfs

Die Erstellung eines Testentwurfs beinhaltet verschiedene einzelne Abschnitte die in diesem Kapitel beschrieben werden. Hierzu gehören der Versuchsplan, die Festlegung einer Zielgruppe, das Testziel und die Konstruktionsstrategie, das Generieren von Items und das Eingrenzen des Konstrukts, sowie das Itemformat und dem durchgeführten Vortest. Die Vorgehensweise des Tests wurde in der Veranstaltung „Diagnostik und Testentwicklung“ durch den Dozenten Prof. Dr. Christian Bosau übermittelt. Der Test beruht auf subjektiven Faktoren.

3.1 Zielgruppe

Die Zielgruppe sind Männer und Frauen zwischen 18 und 70 Jahren, welche die deutsche Sprache beherrschen. Ein höherer Bildungsgrad wäre von Vorteil, ist jedoch für dieses Konstrukt nicht zwingend notwendig.

Voraussetzung für die Probanden ist ein Zugang zum Internet, da die Befragung online durchgeführt wird.

3.2 Testziel und Konstruktionsstrategie

Das Testziel ist die Bestimmung einer Eigenschaftsausprägung des Konstrukts Perfektionismus. Die Items müssen Inhaltsvalide sein und im Zusammenhang mit dem Konstrukt stehen.

Die Konstruktionsstrategie ist die Methode des deduktiven Vorgehens, da das Konstrukt des Perfektionismus bereits intensiv ergründet wurde.

3.3 Generierung von Items und Eingrenzung des Konstrukts

Die Generierung der Items erfolgte deduktiv, da alle Items aus den 4 Dimensionen der FMPS von Frost, Marten, Lahart & Rosenblate (Stöber, 1995) bzw. der deutschen validierten Übersetzung (FMPS-D) von Altstötter-Gleich & Bergemann (2006) abgeleitet wurden. Um eine hohe Inhaltsvalidität zu gewährleisten, wurden alle 4 Dimensionen bei der Itemformulierung berücksichtigt. Weiterhin wurde darauf Wert gelegt die Items eindimensional zu formulieren um so nur die jeweilige Dimension zu messen.

Im Rahmen dieser Vorgehensweise wurden insgesamt 15 Items aus dem Fragebogen der deutschen validierten Übersetzung (FMPS-D) von Altstötter-Gleich & Bergemann (2006) ausgewählt und in eigenen Worten umformuliert. Dabei wurde aus jeder der 4 Dimensionen mindestens ein Item ausgewählt. Die neu formulierten Items ergaben den Vortest, welcher an 17 Probanden ausgegeben wurde.

Um ein valides Testergebnis zu erreichen ist es wichtig eine möglichst große Anzahl von Items zu erarbeiten. Vor diesem Hintergrund wurden im Anschluss an den Vortest 3 weitere Items aus der FMPS-D ausgewählt und umformuliert. In der Gesamtheit wurden somit 18 Items für den finalen Fragebogen erarbeitet. Neben der Ausweitung des Testentwurfs um 3 weitere Items wurden keine weiteren Modifikationen durchgeführt. Der finale Fragebogen ist im Anhang zu finden. (Vgl. Anhang V: Fragebogen - finale Version)

3.4 Definition des Messinstrumentes

Der Fragebogen wurde mit Hilfe des kostenfreien Online-Services „oFb - der online Fragebogen“ von SoSci Survey erstellt und für die teilnehmenden Probanden online freigegeben. Die Bekanntmachung der Online-Befragung erfolgte über soziale Netzwerke, E-Mail-Verkehr und persönliche Mund-zu-Mund-Propaganda. Der Fragebogen war unter der folgenden URL erreichbar: https://www.soscisurvey.de/befragung_2014/

Auf der Startseite der Befragung wird der Proband über den Inhalt, die Thematik und die voraussichtliche Dauer des Fragebogens informiert. Die Bearbeitungsdauer liegt bei ca. 5 Minuten. Auf den vertrauensvollen Umgang mit den Daten und die Anonymität des Tests wird ebenfalls hingewiesen. Zum Ende werden soziodemographische Daten wie Alter, Geschlecht und Bildung erhoben. Alle Fragen mussten vollständig beantwortet werden.

Bei der Reihenfolge der Items wurde eine Zufallsreihung vorgenommen.

Der Fragebogen wurde von 41 Probanden vollständig bearbeitet. 2 Probanden haben den Fragebogen nicht vollständig ausgefüllt, deren Daten konnten somit nicht für die Auswertung in Erwägung gezogen werden.

Der Befragungszeitraum erstreckte sich vom 09.08.2014 bis einschließlich 16.08.2014.

3.5 Itemformat

Bei der Skala handelt es sich um eine bipolare 5er-Skala, da die Antwortmöglichkeiten auf der Skala beinhaltet die Stufen:

(1) = trifft überhaupt nicht zu
(2) = trifft nicht zu
(3) = teils / teils
(4) = trifft zu
(5) = trifft voll und ganz zu

1 und 5 diametral sind. Die Rating Skala

Der Fragebogen besteht mit Ausnahme der Frage nach dem Alter, welche offen zu beantworten ist, aus Items mit gebundenen Antwortmöglichkeiten. Der Begriff „gebundene Antworten“ bedeutet, dass dem Probanden eine Lösungsmöglichkeit vorgegeben wird.

[...]

Details

Seiten
33
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668140875
ISBN (Buch)
9783668140882
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v314883
Institution / Hochschule
Rheinische Fachhochschule Köln
Note
2,7
Schlagworte
testkonstruktion perfektionismus quantitative erhebung quantitative untersuchung empirische untersuchung fragebogen testentwicklung diagnostik

Autor

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Titel: Testkonstruktion zur Erhebung der Ausprägung des Konstrukt „Perfektionismus“