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Mobbing am Arbeitsplatz. Handlungsmöglichkeiten und Prävention

Hausarbeit (Hauptseminar) 2004 27 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung … 1

2. Phänomen MOBBING … 1
2.1. Definition … 1
2.2. Erscheinungsformen von Mobbing … 2
2.2.1 Horizontale Angriffe … 2
2.2.2 Vertikale Angriffe … 3
2.2.3 Unterscheidung nach dem Geschlecht … 4
2.3. Mobbingfolgen … 4
2.3.1 Auswirkungen auf den Betroffenen … 4
2.3.2 Auswirkungen auf das private Umfeld … 5
2.3.2 Suizid … 5
2.3.4 Auswirkungen auf das Unternehmen … 6

3. Motiv … 6

4. Handlungen … 7
4.1. Allgemein … 7
4.2. Im vorliegendem Fall (Frau A.) … 9

5. Das fünfstufige Phasenmodell nach Leymann … 10
5.1. Phase 1: Tägliche Konflikte … 10
5.2. Phase 2: Der Psychoterror setzt ein … 10
5.3. Phase 3: Der Fall wird offiziell, arbeitsrechtliche Sanktionen … 11
5.4. Phase 4: Ärztliche und psychologische Fehldiagnosen … 11
5.5. Phase 5: Ausschluss des Gemobbten … 12
5.6. Phase im vorliegendem Fall (Frau A.) … 13

6. Handlungsmöglichkeiten … 13
6.1 Bei der Betroffenen (Frau A.) … 13
6.2 Beim Vorgesetzten … 14
6.3 Beim Personalrat … 15

7. Handlungsmöglichkeiten weiterer Interessensvertreter … 16
7.1 Intern … 16
7.2 Extern … 17

8. Prävention durch soziale Kompetenzen … 18
8.1 Einfaches Kommunikationsmodell … 18
8.2 Das 4-Ohren-Model! … 18
8.3 Das Johari-Fenster … 19
8.4 Rollenspiele … 19

9. Resümee … 20

Literaturverzeichnis … Anhang I

Online-Texte … Anhang II

1. E inleitung

Meinungsverschiedenheiten mit Kollegen, Differenzen mit dem Vorge­setzten oder Probleme mit Kunden - Alltag im Berufsleben. Doch nicht gleich jede kleine Reiberei, jeder Streit oder jede Auseinandersetzung ist auch wirklich Mobbing. In den Medien wird in letzter Zeit vermehrt über Mobbing berichtet und ist so bereits zu einem Modewert geworden. Viele sprechen davon, ohne wirklich zu wissen, was Mobbing eigentlich bedeutet.

Diese Arbeit soll sowohl allgemein als auch am Beispiel der Frau A. über das Phänomen Mobbing informieren und aufklären. Dabei soll dem Le­ser zunächst erläutert werden, wie dieses in der Literatur definiert wird. Im Anschluss daran werden dessen Entstehung, Fortentwicklung und Auswirkungen dargestellt. Im nächsten Abschnitt werden die Mobbing­handlungen und die einzelnen Phasen beschrieben und Interventions- bzw. Präventionsmögiichkeiten vorgestellt.

Ein zusammenfassendes Resümee soll schließlich die Ergebnisse der Arbeit repräsentieren und einen Ausblick in die Zukunft geben.

2. Phänomen Mobbing

2.1 Definition

Wie zuvor schon angesprochen kennen zwar die meisten Menschen den Ausdruck Mobbing, jedoch nicht dessen Wortherkunft und Bedeutung. Der Brockhaus leitet den Begriff vom englischen Wort „mob“ ab, was soviel bedeutet wie „Gesindel, Pöbel, randalierender Haufen“[1].

Die Grundlage hierfür bildet der lateinische Ausdruck „mobile vulgus", was übersetzt soviel heißt wie „aufgewiegelte Volksmenge, Pöbel, sozi­ale Massengruppierungen mit sehr geringem oder völlig fehlendem Organisationsgrad, in denen triebenthemmte, zumeist zerstörerisch wir­kende Verhaltenspotenz vorherrscht.“[2]

In der Literatur findet man hierzu mehrere unterschiedliche Definitionen (vgl. u.a. Vartia 1996, Neuberger 1995, S.12, Zuschlag, 1994).

Heinz Leymann liefert jedoch die gängigste und gebräuchlichste im deutschsprachigen Raum: „Der Begriff Mobbing beschreibt negative kommunikative Handlungen, die gegen eine Person gerichtet sind (von einer oder mehreren anderen) und die sehr oft und über einen längeren Zeitraum hinaus Vorkommen und damit die Beziehung zwischen Täter und Opfer kennzeichnen.“[3]

Die Gesellschaft gegen psychosozialen Stress und Mobbing GpsM e.V. entwickelte zusammen mit Leymann folgende überarbeitete und detailliertere Begriffsbestimmung:

„Mobbing ist eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder mehreren ande­ren Personen systematisch und während längerer Zeit direkt oder indi­rekt angegriffen wird mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes und die angegriffene Person dies als Diskriminierung erlebt.“[4] Diese Definitionen zeigen die wichtigsten Eigenschaften des Begriffs auf. „Konfrontation, Belästigung, Nichtachtung der Persönlichkeit und Häufigkeit der Angriffe über einen längeren Zeitraum hinweg“ sind Grundvoraussetzungen, damit von Mobbing überhaupt gesprochen wer­den kann, denn „eine Unverschämtheit, einmal gesagt, ist und bleibt eine Unverschämtheit. Wiederholt sie sich aber jeden Tag über mehrere Wochen, dann sprechen wir von Mobbing.“[5]

Obwohl einige Autoren Leymanns Definition kritisieren und Zuschlag den Ausdruck „negative kommunikative Handlungen“ bemängelt6, er­scheint diese mir als am aussagekräftigsten und allgemeingültigsten und dient somit als Grundlage für meine Arbeit.

2.2 Erscheinungsformen von Mobbing

Die Angriffe gegen die Mobbingopfer können in folgende zwei Katego­rien eingeteilt werden:

2.2.1 Horizontale Angriffe (44 %)[7]:

Auf dieser Ebene kommt es zu Attacken von Kollegen untereinander. Betroffene und Täter be­sitzen also die gleiche Macht- und Hierarchieposition.

Ursachen hierfür können sein[8]:

– Schikane aus Langweile

– Demütigung von Behinderten

– Persönliche Differenzen/Meinungsverschiedenheiten zwi­schen den Bearbeitern seit längerer Zeit

– Einzelgänger meiden Kontakt mit der Gruppe

– Vertretung anderer Werte/Standpunkte

2.2.2 Vertikale Angriffe: Hier wird wiederum in zwei Bereiche unter­schieden:

a) Angriffe des Untergebenen gg. den Vorgesetzten (9 %)[9 ] [10]

Diese Form kommt eher selten vor, da der Vorgesetzte meist am längeren Hebel sitzt und somit Aussichten auf Er­folg eher gering sind.

Folgende Motive sind denkbar:

– Abneigung gegen den neuen Vorgesetzten, weil sein Vorgänger bei den Kollegen sehr beliebt war

– Der Vorgesetzte kommt von einem anderen Unterneh­men, obwohl die Mitarbeiter fest damit gerechnet haben, dass aus ihren Reihen jemand befördert wird

– Verhalten, Benehmen und Führungsstil wird als unan­genehm und unpassend empfunden.

b) Angriffe des Vorgesetzten gg. den Untergebenen (37 %)[10]

Diese spezielle Erscheinungsform des Mobbing von unten nach oben wird „Bossing“ genannt.

Hierunter ist das gezielte Vorgehen vom Vorgesetzten ge­gen die Mitarbeiter zu verstehen. Durch systematische Sti­cheleien und Demütigungen wird versucht, den Mitarbeiter so lange zu quälen, bis sich dieser seinen Vorstellungen und Wünschen anpasst oder kündigt.

Entscheidend ist, dass der „Boss“ aus einem anderen Grund mobbt wie die Kollegen: Er will seine Machtposition demonstrieren und stärken, indem er seine Untergebenen kontrolliert und schikaniert.[11]

c) Unterscheidung nach dem Geschlecht

Neuberger erstellte folgende Tabelle, in der die Täter- Opfer-Relation der beiden Geschlechter dargestellt wird:

[Dies ist eine Leseprobe. Grafiken und Tabellen können nicht dargestellt werden]

Abb.1: Geschlechterverteilung von Tätern und Opfern Aus: Neuberger, Oswald, (1999), S. 76

Daraus ist ersichtlich, dass Männer am häufigsten von Männern ge­mobbt werden, von Frauen dagegen nur sehr selten.

Dass insgesamt mehr Frauen als Männer gemobbt werden, kann damit erklärt werden, dass viele Führungspositionen weiterhin hauptsächlich von Männern besetzt sind.

2.3 Mobbingfolgen

2.3.1 Beim Betroffenen

Bereits nach wenigen Tagen sind bei den Betroffenen erste negative Auswirkungen und Stresssymptome festzustellen.

Lt. Prosch[12] gibt es drei Phasen, die der Stress auslösen kann:

1) Die Alarmphase: Durch Aktivierung des sympathischen Nerven­systems wird der Adrenalinspiegel erhöht. Die Folge sind Zittern, Pupillenerweiterung, blasse Haut, Mundtrockenheit, erhöhte Herzfrequenz und Schweißausbrüche.

[…]


[1] vgl. Suchergebnis des Begriffs „mob“ auf http://www.brockhaus.de (Stand 22.09.2004)

[2] vgl. Kolodej, Christa, (1999), S.19

[3] vgl, Kolodej, Christa, (1999), S.20 zitiert nach Leymann, Heinz (1993), S.21

[4] vgl. Leymann, Heinz, (1995), S.18

[5] vgl, Leymann, Heinz, (1993), S.22

[6] vgl. Zuschlag, Berndt, (2001), S.4

[7] vgl. Kratz, Hans-Jürgen, (1998), S.13

[8] vgl. Leymann, Heinz, (1995), S. 35-36

[9] vgl. Kratz, Hans-Jürgen, (1998), S.13

[10] vgl. Kratz, Hans-Jürgen, (1998), S.13

[11] vgl. Fairness Report, (1/2001), S. 6

[12] vgi. Prosch, Alexandra, (1995), S. 102 ff

Details

Seiten
27
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783668129764
ISBN (Buch)
9783668129771
Dateigröße
6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v314224
Institution / Hochschule
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern Fachbereich Finanzwesen
Note
2
Schlagworte
mobbing arbeitsplatz handlungsmöglichkeiten prävention

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Titel: Mobbing am Arbeitsplatz. Handlungsmöglichkeiten und Prävention