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Nonverbale Kommunikation in der Unternehmenspraxis. Formen, Funktion und Wirkung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2015 27 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

III Abbildungsverzeichnis

IV Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise

2 Grundlagen
2.1 Begriffserklärung
2.1.1 Nonverbal
2.1.2 Kommunikation
2.2 Formen
2.2.1 Mimik
2.2.2 Blickkontakt
2.2.3 Distanz
2.2.4 Sprechweise
2.2.5 Äußere Erscheinung

3 Die Rolle des Nonverbalen in der internen Unternehmenskommunikation
3.1 Funktion
3.2 Deutung
3.2.1 Körperhaltung
3.2.2 Distanzverhalten
3.2.3 Gestik
3.2.4 Mimik

4 Untersuchung von Unterschieden
4.1 Kulturelle Unterschiede
4.1.1 Gestik
4.1.2 Mimik
4.1.3 Blickkontakt
4.1.4 Interpersoneller Raum
4.2 Geschlechtsspezifische Unterschiede
4.3 Demographische Unterschiede

5 Wirkungen der Nonverbalen Kommunikation

6 Beispiele aus Unternehmenspraxis

7 Fazit

V Literaturverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Sender-Empfänger-Modell

Abbildung 2: Systematik nonverbaler Signale

IV Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Interne Kommunikationsbeziehungen

Tabelle 2: Kommunikationswege

Tabelle 3: Distanzzonen

1 Einleitung

Man kann nicht nicht kommunizieren.[1] Mit diesem Zitat hat Watzlawik bereits 1974 die Wichtigkeit der nonverbalen Kommunikation deutlich gemacht. Jeder Mensch kommuniziert immer, verbal als auch nonverbal, selbst wenn er es nicht direkt wahrnimmt.[2]

1.1 Problemstellung

In der Folgenden Arbeit wird das Thema „Nonverbale Kommunikation im Dialog“ näher betrachtet. Es gilt herauszufinden, was nonverbale Kommunikation ist und welche Formen existieren. Des Weiteren wird die Wichtigkeit in der internen Unternehmenskommunikation betrachten. Wie kann unter anderem Körpersprache zwischen Mitarbeitern untereinander sowie gegenüber einer Führungskraft gedeutet und eingesetzt werden? Gibt es Unterschiede bei der Betrachtung von verschiedenen Kulturen? Differenzieren sich die Geschlechter? Und spielt die Demographie eine Rolle? Zudem sollen mögliche Wirkungen der nonverbalen Kommunikation herausgearbeitet und Beispiele aus der Unternehmenspraxis zur Verdeutlichung kurz erläutert werden.

1.2 Vorgehensweise

Der Aufbau dieser Arbeit gliedert sich in verschiedene Hauptbereiche. Zu Beginn werden die Grundlagen aufgezeigt. Dabei werden die Begrifflichkeiten „nonverbal“ und „Kommunikation“ erläutert. Anschließend folgt die Einführung in die verschieden Ausdrucksweisen der Körpersprache.

Im dritten Kapitel wird die Rolle des Nonverbalen in der internen Unternehmenskommunikation aufgegriffen. Hierbei wird die Funktion, als auch die richtige Interpretation des Agierenden näher betrachtet. Dabei wird insbesondere auf die einzelnen Ausdrucksarten eingegangen. Der vierte Abschnitt untersucht mögliche Abweichungen zwischen Kulturen, Geschlechtern und Demographien. Das folgende fünfte Kapitel verdeutlicht die Wirkungen der nonverbalen Kommunikation.

Im sechsten und vorletzten Kapitel werden ausgewählte Beispiele aus der Unternehmenspraxis geschildert. Abschließend wird ein Fazit über die gewonnenen Erkenntnisse der nonverbalen Kommunikation im Dialog gezogen.

2 Grundlagen

Die nonverbale Kommunikation ist die älteste Form des zwischenmenschlichen Informationsaustauschs. Verständigung war bereits lange Zeit bevor der Mensch das erste Wort geäußert hat möglich. Auch Kinder verständigen sich direkt nach ihrer Geburt, sogar noch im Mutterleib, mit ihrer Umwelt bevor sie lernen zu sprechen.[3]

Dies zeigt auf, dass der nonverbalen Kommunikation heutzutage von der Forschung eine bedeutende Rolle im zwischenmenschlichen Interaktions- und Verständigungsprozess angemessen wird. Michael Argyle ist der Meinung, dass das menschliche, soziale Agieren nicht ohne eine Entwirrung des nonverbalen Systems zu verstehen ist.[4]

Dennoch wird die Bedeutung der nichtsprachlichen Verständigungsform von der Mehrheit der Menschen noch immer unterschätzt. Auch die einheitlichen Forschungsergebnisse konnten bisher wenig daran ändern. Was wir sagen, sehen die Meisten als ausschlaggebend für die Reaktion des Gegenübers an. Weniger die Art, wie wir etwas sagen.[5]

2.1 Begriffserklärung

Zunächst wird näher darauf eingegangen, was unter den Begriffen „Kommunikation“ und „nonverbal“ zu verstehen ist. Anschließend erfolgt eine Abgrenzung zur verbalen Kommunikation.

2.1.1 Nonverbal

Nonverbal ist die nicht-sprachliche Kommunikationsform und umfasst alle Formen der persönlichen und der Masseninteraktion, die sich nicht auf eine symbolische (v.a. sprachliche) Informationsübertragung stützen. Es ist die Art der menschlichen Kommunikation, die ohne Worte funktioniert. Im Zusammenhang mit der Sprache wird nonverbale Kommunikation auch als „analoge Kommunikation” bezeichnet.[6] Auf die verschiedenen Kanäle dieser Form wird im Laufe dieser Arbeit näher eingegangen.

Kommunikationskanäle können somit verbal als auch nonverbal gestaltet sein. Während die verbale Kommunikation das vermittelt, was wir sagen und sequenziell verläuft, beinhaltet das Nonverbale, die Art und Weise, wie wir etwas sagen. Diese kann simultan und kontinuierlich verlaufen und gibt einen Aufschluss über die emotionalen Belange des Gesprächspartners. Das Verbale hingegen nutzt Symbole in Form von Wörtern und adressiert vor allem kognitive Belange.[7]

2.1.2 Kommunikation

Der Begriff „Kommunikation“ findet seinen Ursprung im Lateinischen: „Communicatio“ bedeutet Mitteilung bzw. Unterredung. Im Allgemeinen ist darunter eine Informationsübertragung zu verstehen. Durch Interaktion findet wechselseitiger Austausch von Nachrichten oder Informationen anhand Zeichen sämtlicher Art zwischen Lebewesen statt.[8]

Der Prozess der Übertragung von Nachrichten zwischen einem Sender und mindestens einem Empfänger wird in der folgenden Abbildung 1 anhand des Sender-Empfänger-Modells verdeutlicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Sender-Empfänger-Modell

(Quelle: Grimm [2005], in Anlehnung an Schulz von Thun [1981])

Hierbei werden von dem Sender die zu übertragenden Gedanken und Gefühle als Nachricht codiert und an den Empfänger verbal, als auch nonverbal, übermittelt. Diese beinhaltet vier verschiedene Seiten:[9]

a) Sachinhalt: Die Informationen, die mitgeteilt werden sollen.
b) Selbstoffenbarung: Die Informationen über den Sender in Form von beabsichtigter als auch unbeabsichtigter Selbstdarstellung.
c) Beziehung: Die Art und Weise wie der Empfänger angesprochen wird, verdeutlicht die Beziehung zueinander.
d) Appell: Die Nachricht soll den Empfänger dazu bringen, in bestimmter Form zu handeln.[10]

Der Empfänger muss die Nachricht decodieren und interpretieren, was wiederum von seinen eigenen Gedanken und Gefühlen abhängt. Mit Hilfe des Feedbacks kann festgestellt werden wie die Nachricht angekommen ist. Hier erfolgt derselbe Ablauf wie zuvor. Die Metakommunikation ist die Kommunikation über der Kommunikation und umfasst u.a. die sprachliche Formulierung, Gliederung und Übereinstimmung verbaler und nonverbaler Verständigung. Das Verbale wird auch „digitale“ Kommunikation genannt, da es ausschließlich auf Zeichen basiert. Das Nonverbale wiederum als „analoge“ Kommunikation, da ein vielseitiger Informationsaustausch stattfindet.[11]

Insgesamt spielen in der Kommunikation folgende Komponenten eine wichtige Rolle:

1. Wer (Kommunikator, Sender)
2. sagt was (Nachricht, Botschaft, Mitteilung, Information)
3. zu wem (Empfänger, Adressat)
4. womit (Zeichen, Signal, verbale und nonverbale Verhaltensarten, Ausdruck)
5. durch welches Medium (Kanal, Modalität)
6. mit welcher Absicht (Intention, Motivation, Ziel)
7. mit welchem Effekt (Eindruck, Informationsverarbeitung)?

Besonders kritisch sind für die nonverbale Kommunikation der Inhalt, die Absicht und der Eindruck, da sie oftmals nicht eindeutig zu bestimmen sind.[12]

2.2 Formen

Die am weitest verbreiteten Formen der Informationsübermittlung ist zum einen die Dialogische, bei der Nachrichten anhand einer Face-to-Face-Kommunikation übermittelt werden. Zum anderen gibt es das einseitige Rezipieren, welches beispielsweise in Werbeinhalten der Massenmedien in Erscheinung tritt.[13] Dabei geht es allerdings nicht um reine zwischenmenschliche Informationsvermittlung. Im Laufe dieser Arbeit wird näher erläutert, wie Nachrichten durch nonverbales Agieren im Dialog übermittelt werden können. Einen Überblick verschafft Abbildung 2.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Systematik nonverbaler Signale

(Quelle: DeMeuse [1987]).

Nonverbale Kommunikation kann in den Ebenen der bewussten als auch der unbewussten Art von Informationsübermittlung unterteilt werden. Die Vielfältigkeit der Körpersprache spiegelt sich in verschiedenen Reizen wieder:[14]

- Der Klang der Stimme
- Die Bewegungen von Augen, Kopf, Mund, Nase, Augenbrauen, Schultern und Oberkörper
- Die Haltung und Bewegung von Beinen und Füßen
- Die Haltung und Bewegung von Händen und Fingern
- Die Proxemik[15]

Jedoch ist die Körpersprache nicht immer eindeutig zu analysieren. Sie ist u.a. anhängig von der Person, der Situation als auch der Lebenssituation der Menschen. Von daher kann es in der nonverbalen Dimension zu Missverständnissen, durch falsche Interpretation von Mimik, Gestik, Körperhaltung und Proxemik, kommen.[16]

Zudem lässt sich die nonverbale Kommunikation in verschiedene Kategorien einteilen:

- kinästhetisch (z.B. streicheln)
- visuell (z.B. winken)
- auditiv (z.B. husten)
- olfaktorisch (z.B. duften)
- gustatorisch (z.B. küssen)

Diese Informationen werden zum Teil nur unterbewusst wahrgenommen, nehmen jedoch entscheidend Einfluss auf das Bild eines anderen Menschen.[17]

Weiterhin sind bewusste Gesten abzugrenzen. Technische Gesten ersetzen verbale Kommunikation dort, wo diese nur schwer möglich ist. Zu finden sind diese meist in bestimmten Berufen, wie z.B. das Handzeichen eines Verkehrspolizisten. Mimische Gesten imitieren reale Vorgänge, beispielsweise ein fiktives Hutziehen zur Begrüßung. Schematische Gesten sind sogenannte „Kürzel“ der mimischen Gesten, wie z.B. nur eine kurze Handgeste als Verkürzung des fiktiven Hutziehens. Ein Gedanke oder ein Gefühl wird abstrahiert und durch symbolische Gesten dargestellt. Ein Beispiel hierfür ist das „Victory-V“ als Siegeszeichen. Abschließend sind kodierte Gesten zu nennen. Sie sind, wie die Wortsprache, nur von einer bestimmten sozio-kulturellen Gruppe verständlich, z.B. die Gebärdensprache. Insgesamt ist es kaum möglich die eigene und aktive Körpersprache wie Gestik und Mimik genau zu kontrollieren.

[...]


[1] Vgl. Watzlawick/Beavin/Jackson [1974].

[2] Vgl. Watzlawick/Beavin/Jackson [1974].

[3] Vgl. Hynde [1975], S.271 ff.

[4] Vgl. Frey [1984], S. 20.

[5] Vgl. Argyle [1979]; Mehrabian [1972]; Rebel [1999], S. 9 f.

[6] Vgl. Aronson/Wilson/Akert [2004], S. 103; Gabler [2015].

[7] Vgl. Röhner/Schütz [2012].

[8] Vgl. Brockhaus [1986], S. 195; Ellgring [1986], S. 196.

[9] Vgl. Röhner/Schütz [2012], S. 19 ff.

[10] Vgl. Schulz von Thun [1981].

[11] Vgl. Grimm [2005]; Röhner/Schütz [2012], S. 19 ff.; Schulz von Thun [1981].

[12] Vgl. Ellgring [1986], S. 14.

[13] Vgl. Röhner/Schütz [2012].

[14] Vgl. Aronson/Wilson/Akert [2004], S. 103.

[15] Unter Proxemik ist die räumliche Distanz von Interaktionspartnern zueinander und der Blickkontakt in der Situierung zu verstehen . Vgl. Knapp/Knapp-Potthoff [1990], S. 72.

[16] Vgl. Knapp / Knapp-Potthoff [1990], S. 72.

[17] Vgl. Rebel [1999], S. 16 f.

Details

Seiten
27
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668128095
ISBN (Buch)
9783668128101
Dateigröße
779 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v314118
Institution / Hochschule
Hochschule Fresenius; Köln
Note
1,7
Schlagworte
nonverbale kommunikation nonverbal kommunikation Dialog BWL Unternehmenskommunikation

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Titel: Nonverbale Kommunikation in der Unternehmenspraxis. Formen, Funktion und Wirkung