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Veränderungsprozesse im Bankwesen. Der Einfluss des Führungsverhaltens im Privatkundengeschäft

Eine Analyse mit verschiedenen Modellen

Hausarbeit 2014 15 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

2 Definition und Modelle des Führungsverhaltens
2.1 Promotorenmodell nach Witte
2.2 Transaktionale und Transformationale Führung
2.3 Führungsstile nach Lewin

3 Veränderungsprozesse
3.1 Allgemeine Definition
3.2 Evolutionärer und revolutionärer Wandel
3.3 Veränderungsprozesse im Privatkundengeschäft von Banken

4 Führung in Veränderungsprozessen
4.1 Führungsverhalten im Bezug auf die Wandlungsbereitschaft
4.2 Führungsverhalten im Bezug auf die Wandlungsfähigkeit

5 Fazit

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

In nahezu allen Unternehmen der verschiedensten Branchen stehen Veränderung- sprozesse heutzutage auf der Tagesordnung. Dafür sorgen verschiedene Einflussfaktoren wie, veränderte Rahmenbedingungen, globalisierte Märkte, veränderte Gesetzeslagen, wirtschaftliche Krisen oder auch Innovationen.1 Das Ziel dieser Veränderungsprozesse besteht in erster Linie darin, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten, oder sogar zu verbessern.2 Für die erfolgreiche Planung und Durchführung aller Prozesse, die zur Vorbereitung der Führungskräfte sowie ihrer Mitarbeiter auf die in der Zukunft anstehenden Situationen dienen, gibt es in vielen Unternehmen mittlerweile ganze Abteilungen, die sich lediglich mit diesem Thema auseinandersetzen.3 In der Regel bezeichnet man die Steuerung dieser Prozesse als Change Management oder Veränderungsmanagement. Einen wichtigen Erfolgsfaktor für die Umsetzung von Veränderungsprozessen stellen die Verhaltensweisen der Führungskräfte, also die ver- schiedenen Führungsstile sowie die Verhaltensweisen ihrer Mitarbeiter dar.4 In der Regel laufen Veränderungen nicht eigenständig ab, es bedarf vielmehr einer erheblichen Aktivität der Führungskräfte um sie zu starten, voranzutreiben und letztendlich erfolgre- ich zu beenden.5

Zurzeit herrscht im Bankenmarkt ein großer Transformationsbedarf, welcher sich ex- plizit auf das Privatkundengeschäft bezieht.6 Bedingt durch die vergangene Finanz- und Wirtschaftskrise und die damit einhergegangene Vertrauenskrise, sowie die daraus resul- tierenden regulatorischen Anforderungen im Finanzsektor, haben insbesondere hier die Veränderungsprozesse in den letzten Jahren immer mehr an Relevanz gewonnen.7 Die größten Herausforderungen stellen zurzeit die anhaltende Niedrigzinsphase und die An- passungen aufgrund der verschärften gesetzlichen Normen dar.8 Die Banken versuchen den gegebenen Herausforderungen insbesondere durch verschiedene Veränderung- sprozesse im Kundenmanagement entgegen zu wirken.9 Durch die erhöhte Komplexität sind neue Prozesse und Arbeitsabläufe in Banken sowie eine Veränderung in der Kun- deninteraktion notwendig, um weiter am Markt bestehen zu können.10

1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

Im Rahmen dieser Arbeit soll analysiert werden, inwiefern die verschiedenen Verhal- tensweisen von Führungskräften einen Einfluss auf die Veränderungsprozesse in der Fi- nanzbranche ausüben. Im Mittelpunkt der Betrachtung sollen hierbei die Veränderung- sprozesse im Privatkundengeschäft von Banken stehen. Das Verhalten der Führungskräfte soll vor dem Hintergrund des Promotorenmodells nach Witte, des Mod- ells der transaktionalen und transformationalen Führung, sowie des Führungsstile-Mod- ells nach Lewin dargestellt werden.

Aus der zuvor dargestellten Zielsetzung lässt sich der folgende Aufbau der Arbeit ableiten: Im zweiten Kapitels werden zunächst die verschiedenen Modelle des Führungsverhal- tens definiert, hierbei wird zuerst das Promotorenmodell nach Witte, daraufhin das Modell der transaktionalen und transformationalen Führung und abschließend das Führungsstile-Modell nach Lewin erläutert.

Im dritten Kapitel wird vorerst der für die Arbeit wichtige Begriff „Veränderung- sprozesse“ allgemein definiert, um dann später die Differenzierung zwischen der evolu- tionären und der revolutionären Veränderungen zu erläutern. Abschließend werden ex- plizit die zurzeit relevanten Herausforderungen im Bankenmarkt und die damit verbun- denen Veränderungsprozesse im Privatkundengeschäft von Banken beschrieben.

Im vierten Kapitel werden die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Führungskräfte als Einflussfaktor in Veränderungsprozessen in verschiedenen Kompetenzbereichen un- tersucht. Hierbei werden die Bereiche „Wandlungsbereitschaft“ und „Wandlungs- fähigkeit“ betrachtet.

Die Arbeit schließt mit dem Fazit aus den in den vorherigen Kapiteln erlangten Informa- tionen.

2 Definitionen und Modelle des Führungsverhaltens

2.1 Promotorenmodell nach Witte

Dieser theoretische Ansatz geht von der Grundüberlegung aus, dass Innovationen nicht selbstständig ablaufen. Vielmehr ist es so, dass es immer wieder aktiven Einflusses be- darf, um Innovationen zu starten, voranzutreiben und schließlich zu beenden.11 Der In- novationsprozess ist somit auf Einwirkung der verschiedensten Führungskräfte angewiesen. Hierbei stellt auch die verschieden stark ausgeprägte Bereitschaft sowie Fähigkeit der Führungskräfte einen grundlegenden Einflussfaktor dar.12

Bei Veränderungsprozessen gelangt man immer wieder an den Punkt, an dem sogenan- nte Barrieren, die sich negativ auf den Veränderungsprozess auswirken, zu überwinden sind. Diese Barrieren lassen sich in zwei Grundkonzepte unterteilen,13 die im Folgenden kurz dargestellt werden sollen.

Die sog. Willensbarrieren sind auf eine Verunsicherung über Chancen und Risiken der zukünftigen Strukturen zurückzuführen. Die Beteiligten wissen noch nicht, welche Auswirkungen der Innovationsprozess mit sich bringt, wodurch das Verlangen geweckt wird, an dem alten Zustand festzuhalten. Der Übergang in einen neuen Zustand wird massiv erschwert, wenn die Beteiligten den Prozess stoppen oder gar in die andere Richtung bewegen wollen.14 Ein Auslöser hierfür kann sein, dass ein Befürworter den Beteiligten von vornherein ein Widersetzen unterstellt, wodurch dieser Widerstand erst provoziert wird.15

F ä higkeitsbarrieren hingegen sind durch Nicht-Wissen geprägt. Der durch den Innova- tionsprozess erreichte neue Zustand setzt ein intensives Erlernen neuer Dinge voraus.16 Ist der Betroffene nicht in der Lage, den neuen intellektuellen Anforderungen gerecht zur werden, bildet dieses eine Fähigkeitsbarriere. Diese Fähigkeitsbarrieren können nur durch Fachwissen, welches auf die verschiedenen Opponenten übertragen wird, über- wunden werden.17

Die Personen, die einen Veränderungsprozess aktiv und intensiv beeinflussen, heißen Promotoren. Aufgrund der zwei verschiedenen Barrierearten unterscheidet Witte in seinem Modell zwischen dem Macht- und dem Fachpromotor.18 Das Promotorenmodell ist damit im Kern ein Konfliktbewältigungsmodell.19

Der Machtpromotor zeichnet sich dadurch aus, dass er einen Veränderungsprozess durch hierarchisches Potential fördert. Er ist im besten Fall in einer hochrangigen Position oder sogar auf der höchsten Ebene in der Hierarchie angesiedelt, wodurch es ihm möglich ist, den Opponenten, die nicht am Veränderungsprozess interessiert sind, mit Sanktionen zu belegen oder auch die Innovationswilligen zu schützen.20 Des Weiteren fungiert er bei unerwarteten Schwierigkeiten als Krisenmanager.21

Ein Fachpromotor ist hingegen durch die Förderung des Veränderungsprozesses durch sein objektspezifisches Fachwissen gekennzeichnet. Darüber hinaus aber besitzt er die kognitiven Fähigkeiten, dieses Wissen weiter auszubauen.22 Die hierarchische Position ist bei dem Fachpromotor vollkommen irrelevant. Er entwickelt sich meist in der Abteilung, die bislang am ehesten den Aufgaben des neuen Systems nachgegangen ist. Der Fachpromotor veranlasst die Opponenten zum Lernen des notwendigen Wissens und ist somit nicht nur ein fortlaufend Lernender, sondern auch ein Lehrender.23

2.2 Transaktionale und Transformationale Führung

Bei der transaktionalen F ü hrung werden die Geführten mittels Ansprache ihrer egois- tischen Interessen motiviert. Ein Beispiel hierfür ist die Vergütung einer Arbeitsstelle, hierbei kommt es zu einer Transaktion zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer liefert eine Arbeitsleistung, während der Arbeitgeber ein angemessenes Gehalt für die Leistung zahlt. Das grundlegende verhaltensbeeinflussende Mittel bei dieser Führungsform sind extrinsische Anreize.24 Die transaktionale Führung ist auf- grund der Zielvereinbarung darauf ausgerichtet, dass der Geführte das erreicht was er- wartet werden kann.25 Sie ist eine wichtige Grundvorraussetzung für die transforma- tionale Führung.26

[...]


1 Vgl. Stolzenberg, K./Heberle, K. (2013), S. 2.

2 Vgl. Niermeyer, R./Postall, N. G. (2013), S. 37.

3 Vgl. Stolzenberg, K./Heberle, K. (2013), S. 6.

4 Vgl. Krüger, W. (2009), S. 40.

5 Vgl. Folkerts, L. (2001), S. 1.

6 Vgl. Bauer, W./Praeg, C.-P. (2014), S. 5.

7 Vgl. Sullivan, R. (2011), S. 6.

8 Vgl. Bauer, W./Praeg, C.-P. (2014), S. 5.

9 Vgl. Spath, D. (Hrsg.)/Engstler, M./Praeg, C.-P./Vocke, C. (2007), S. 8.

10 Vgl. Spath, D. (Hrsg.)/Engstler, M./Praeg, C.-P./Vocke, C. (2007), S. 8.

11 Vgl. Folkerts, L. (2001), S.1.

12 Vgl. Witte, E. (1973), S. 12.

13 Vgl. Witte, E. (1973), S. 13.

14 Vgl. Witte, E. (1973), S. 13 f.

15 Vgl. Folkerts, L. (2001), S. 29.

16 Vgl. Folkerts, L. (2001). S. 28.

17 Vgl. Witte, E. (1973), S. 14.

18 Vgl. Witte, E. (1973), S. 15 f.

19 Vgl. Hauschildt, J. (1999), S. 260.

20 Vgl. Witte, E. (1973), S. 16.

21 Vgl. Gemünden, H. G. (1999), S. 48.

22 Vgl. Folkerts, L. (2001). S. 34.

23 Vgl. Witte, E. (1973), S. 17 f.

24 Vgl. Siebert, J. (2006), S. 36.

25 Vgl. Furtner, M./Baldegger, U. (2013), S. 137.

26 Vgl. Furtner, M./Baldegger, U. (2013), S. 156.

Details

Seiten
15
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668128682
ISBN (Buch)
9783668128699
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v314092
Institution / Hochschule
Fachhochschule für die Wirtschaft Hannover
Note
1,3
Schlagworte
Veränderungsprozesse Führungsstile Führung Unternehmensführung Einfluss Lewin Promotorenmodell Veränderungen Bankwesen Bank Privatkundengeschäft Transaktionale Führung Transnationale Führung Witte

Autor

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Titel: Veränderungsprozesse im Bankwesen. Der Einfluss des Führungsverhaltens im Privatkundengeschäft