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Teambuilding im Leistungssport. Schlüssel zum Erfolg oder Illusion?

Hausarbeit 2015 14 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportpsychologie

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Definition Team

3. Mannschaftskohäsion

4. Phasen der Teambildung

5. Mobilisierungsstrategien

6. Führungsstile

7. Teambuilding-Maßnahmen

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Thema dieser Hausarbeit ist das Teambuilding. Ich selber spiele leistungsorientiert Handball seit ich denken kann, habe unter anderem in der 2. Bundesliga und der Jugendnationalmannschaft gespielt. Dort gab es auch einen sogenannten Mentaltrainer, welcher einige Trainingseinheiten und vor allem jedes Spiel an unserer Seite war. Seine Arbeit konzentrierte sich, so zumindest mein Empfinden, auf die Stressbewältigung vor wichtigen Spielen und allgemein auf die Arbeit mit den Spielerinnen an sich. Es wurden viele Einzelgespräche geführt und wir lernten vor allem Maßnahmen kennen um uns selber besser kontrollieren zu können. Wie genau man jedoch mit mentalem Training die Bildung und vor allem den Erfolg eines Teams beeinflussen kann, interessierte mich sehr. So kam ich schnell auf das Thema dieser Hausarbeit. Zu Beginn dieser Arbeit lege ich zunächst fest, von welcher Definition von Team ich ausgehe. Wie sich der Zusammenhalt in einem Team zeigt und woran man diesen festmacht, soll ebenfalls thematisiert werden. Anschließend werde ich auf die Phasen einer Teambildung eingehen und mögliche Mobilisierungsstrategien vorstellen, falls der Zusammenhalt und der Teamgeist nicht in dem gewünschten Maße vorhanden sind. Da zu jedem Team auch immer Führungskräfte, sowohl innerhalb der Mannschaft als auch in Form eines Trainers, gehören und auch diesen besonders im Leistungssport große Bedeutung zukommt, werden die unterschiedlichen Führungsstile und ihre Vor- und Nachteile ebenfalls beschrieben. Zum Abschluss möchte ich dann kurz auf bestimmte Maßnahmen zur Teambildung eingehen und ein Fazit darüber ziehen, ob das Teambuilding wirklich Einfluss auf den Erfolg einer leistungsorientiert spielenden Mannschaft hat oder ob starke physische Eigenschaften der einzelnen Spieler die einzigen Kriterien sind.

2. Definition Team

Rathschlag und Draksal (2003) beschreiben ein Team als einen „Zusammenschluss von mindestens zwei Individuen zur gemeinsamen Zielerreichung.“ Sie unterscheiden jedoch zwei Arten von Teams. Die Sportmannschaften gelten hierbei als die echten Teams, da die Gesamtleistung nur im Team erreicht werden kann. Hinzugezählt wird zum Beispiel Fußball, Handball, Volleyball, Basketball und viele mehr. Als zweite Unterteilung lassen sich die Sportgruppen aufführen. Bei dieser Art von Team werden lediglich die Einzelleistungen eines jeden Sportlers zu einer Teamleistung zusammengezählt. Dies ist unter anderem im Staffellauf, Bowling, Sportschießen und Skisprung (Mannschaftswertung) der Fall. In dieser Arbeit werden wir uns lediglich mit den Sportmannschaften befassen. Gerade am Beispiel des Tauziehens zeigt sich, dass man Einzelleistungen nicht einfach zusammenrechnen kann. In zwei französischen Studien (Russel, 1993) mussten Sportler zunächst alleine an einem Seil ziehen und anschließend zu zweit, zu dritt und zu acht. Der Leistungsverlust im Zweierteam betrug 10%, im Dreierteam 20% und im Achterteam sogar 50% in Bezug auf die Summe der Einzelleistungen. Der besondere Reiz eines Teams liegt vor allem im mannschaftlichen Zusammenspiel. Jede Einzelleistung wirkt sich auf die gesamte Mannschaft aus. Daraus ergibt sich folglich, dass der Teamgeist einen hohen Stellenwert in dem Streben nach Erfolg einnimmt. Ein Team, was seit Jahren in nahezu derselben Besetzung zusammen spielt, hat es hierbei deutlich leichter sich aufeinander abzustimmen und einen großen Zusammenhalt herzustellen. Anders sieht dies jedoch bei den Nationalmannschaften aus. Die Mitglieder kommen aus den verschiedensten Vereinen zusammen und haben nur wenige Trainingseinheiten um sich auf ein großes Länderspiel vorzubereiten.

3. Mannschaftskohäsion

Das Wort Kohäsion bedeutet so viel wie Zusammenhalt. Der Zusammenhalt spielt in allen Sportmannschaften eine große Rolle und wird maßgeblich als Faktor für Erfolg oder aber auch Misserfolg gesehen. So kennt zum Beispiel jeder Floskeln wie alle haben gut mitgezogen oder aber auch man ist als Einheit aufgetreten, die laut Stoll und Ziemainz (2012) auf die Bedeutsamkeit einer gut funktionierenden Mannschaft hinweisen. Bei Misserfolgen werden oftmals Cliquenbildungen in einem Team als ausschlaggebendes Kriterium genannt. Auch kennt jeder die Aussage es haben nicht alle an einem Strang gezogen wenn die Mannschaft verloren hat. Wie genau Teamgeist aber auszusehen hat, um die Mannschaft zum Erfolg zu führen, wird aus diesen Aussagen jedoch nicht ganz deutlich. Die Sportpsychologie beschäftigt sich nach Aussagen von Lau, Stoll und Wahnelt (2002) seit 25 Jahren mit dieser Frage und beschreibt die Gruppenkohäsion auf vier Dimensionen. Die erste dieser Dimensionen sei die Ich-Perspektive. Hierbei fragt sich der Spieler selbst, wie attraktiv die Mitgliedschaft in der jeweiligen Mannschaft für ihn ist. Eine hohe Mannschaftsattraktivität geht laut Lau et al. auch mit einer hohen Mannschaftskohäsion einher. Die gerade beschriebene Mannschaftsattraktivität wird jedoch, wie auch von Stoll et al. (2012) beschrieben, nochmal in zwei Teilbereiche untergliedert – die sozialbezogene und die aufgabenbezogene Mannschaftsattraktivität. Die sozialbezogene Kohäsion bezeichnet das Ausmaß der positiven sozial-emotionalen Beziehungen der Spieler untereinander, kurz gesagt also, wie gerne mag ich die Typen in dem Team. Besteht kein Mindestmaß an sozialen Beziehungen unter den Mitspielern, ist ein dauerhafter Erfolg nicht möglich. Die sozialbezogene Kohäsion beeinflusst somit auch die aufgabenbezogene Kohäsion. Mit der aufgabenbezogenen Mannschaftskohäsion ist hingegen gemeint, wie sehr die Ziele des Teams mit meinen eigenen Zielen übereinstimmen und wie konsequent diese verfolgt werden. Außerdem geht es laut Stoll et al. (2012) darum, in wie weit Einigkeit und Zielstrebigkeit über Wege, Mittel und die Verantwortung jedes Einzelnen besteht. Möchte ich als Spieler also in die nächsthöhere Liga aufsteigen, sollte ich nicht in einer Mannschaft spielen die gerade den Abstieg verhindern konnte. Diese beiden Unterpunkte der Mannschaftsattraktivität aus der Ich-Perspektive stellen die ersten beiden der vier Dimensionen dar.

Die Mannschaftskohäsion lässt sich nach Aussagen von Lau et al. (2002) jedoch auch aus der Sicht eines Mannschaftsmitglieds beschreiben. Hierbei geht es vor allem um die Fähigkeit einer Mannschaft, ein neues Mitglied zu integrieren. Auch diese Gruppenintegrationsfähigkeit wird aus der sozialen und der aufgabenbezogenen Sichtweise betrachtet. Die soziale Gruppenintegration meint hierbei die Freundschaften unter den Teammitgliedern. Verbringen die Mitspieler auch außerhalb des gemeinsam ausgeübten Sports viel Zeit miteinander, lässt sich von einer hohen sozialen Gruppenintegration sprechen. Bei der aufgabenbezogenen Gruppenintegration geht es hingegen darum, alle Spieler auf ein gemeinsames Ziel einzuschwören. Dieses ist laut Lau et al. (2002) im Gegensatz zu der aufgabenbezogenen Mannschaftsattraktivität hier noch nicht gegeben. Durch einen Vergleich von leistungsbezogenen Sportmannschaften und jenen, die lediglich zum Spaß spielen, lässt sich das leichter verdeutlichen. In leistungsbezogenen Mannschaften steht das Ziel des Aufstiegs und der Weg dorthin im Mittelpunkt und alle Spieler sind vollkommen darauf fixiert. Die Ziele der Spieler einer Spaß-Mannschaft sind jedoch meist ziemlich unterschiedlich und reichen von Sport über Gesundheit bis hin zum Treffen mit Freunden. Hieraus können sich nach Einschätzungen von Lau et al. (2002) schnell Probleme ergeben. Zur Verdeutlichung der vorhergehenden Zusammenhänge der vier Dimensionen dient Abbildung 1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entnommen aus Lau, A., Stoll, O. & Wahnelt, S. (2002). Mentales Training im Basketball. Ein Handbuch für Spieler und Trainer. Butzbach-Griedel: Afra Verlag.

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Details

Seiten
14
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668127074
ISBN (Buch)
9783668127081
Dateigröße
564 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v313824
Institution / Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg – Sportwissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
teambuilding leistungssport schlüssel erfolg illusion
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Titel: Teambuilding im Leistungssport. Schlüssel zum Erfolg oder Illusion?