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Überlegungen einer Berufsbetreuerin zu Marketingmaßnahmen, Zielgruppen und Erschließung neuer Kundemärkte

Hausarbeit 2014 12 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufbau meines Einzelunternehmens

3. Wissenschaftliches Thema
3.1. Marktanalyse
3.2. Marktziele
3.3. Marketing-Strategien
3.4. Marketing-Instrumente

4. Fazit (Marketing-Controlling)

Literaturverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis:

1. Einleitung

Im folgenden Transfer-Dokumentations-Report möchte ich mich damit beschäftigen, welche Zielgruppen ich als Berufsbetreuerin ansprechen will und wie ich anhand des Marketingmix neue Kundenmärkte erschließen kann. Beginnen möchte ich mit einem kurzen Einblick in mein Einzelunternehmen und dessen Marketingmanagement. Im 3. Kapitel ziehe ich Parallelen zu meinem erlernten Wissen im Bereich Marketing. Danach möchte ich auf wissenschaftliche Ansätze eingehen und eine Marketingstrategie entwickeln, in der die Marktsegmentierung und der Marketingmix angewendet werden.

2. Aufbau meines Einzelunternehmens

Seit Januar 2013 arbeite ich als Berufsbetreuerin, selbstständig und ohne Angestellte. Ich bin eine Freiberuflerin- ich habe ein Gewerbe angemeldet, bin aber gewerbe- und umsatzsteuerbefreit.

Meine tägliche Arbeit besteht darin, meine Betreuten in den mir zugeteilten Aufgabenkreisen, ausreichend und unter Einbezug ihres Willens, zu vertreten.

Ich ordne meine Arbeit als Dienstleistung ein und muss mich somit jeden Tag aufs Neue mit dem Dienstleistungsmarketing auseinandersetzen, da die Herausforderung darin besteht, jeden Tag eine gute und gleichbleibende Arbeit abzuliefern. Das Problem ist allerdings, dass diese Arbeit nicht greifbar ist und viel auf die Kommunikation und somit auch auf ein gutes Miteinander zwischen den Dienstleistungsnehmern- den Betreuten, und mir beruht. Die Arbeit als Betreuerin ist aus diesem Grund sehr kommunikationssensibel, auch auf Grund des täglichen Umgangs mit sensiblen Daten der Betreuten, wie beispielsweise den Vermögenswerten oder gesundheitlichen Diagnosen.

Am Anfang meiner Tätigkeit als Betreuerin sind meine Interessenten die Betreuungsbehörde, welche mich als Betreuerin vorschlägt und das Betreuungsgericht, welche mich zur Betreuerin bestellt. In einigen wenigen Fällen, zählen auch die Betreuten selbst zu den Interessenten- nämlich dann, wenn Sie explizit mich als Betreuerin wünschen.

Bei einer bestehenden Betreuung ist der Betreute selbst mein Dienstleistungsnehmer, auch wenn ich meine Arbeit meist über das Betreuungsgericht vergütet bekomme. Es ist wichtig, auf den Betreuten einzugehen und dort ein Vertrauensverhältnis und somit eine Kundenbindung aufzubauen, da der Betreute jederzeit einen Betreuerwechsel wünschen kann. Ich bin daher stets voll und ganz von diesen drei Interessenten (Betreuungsbehörde, Betreuungsgericht und Betreuter) abhängig.

3. Wissenschaftliches Thema

3.1. Marktanalyse

Da ich mich als Einzelunternehmerin momentan noch in der Aufbauphase meines Unternehmens befinde, sollten sich der zeitliche Aufwand und besonders die Kosten für die Marktanalyse, mit den mir zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln in einem realistischen Verhältnis stehen. Somit kommen aufwendige Befragungen für mich nicht in Frage. Auch eine stundenlange Recherche oder die Beauftragung eines externen Dienstleisters wären zu kostenaufwendig. Ich orientiere mich daher an der Sekundärforschung und nutze bereits vorhandene Daten. In meinem speziellen Fall sind dies meine Beobachtungen, welche dazu neigen unter Umständen meinerseits zu einseitig interpretiert zu werden und somit an Objektivität Mangel leiden. Da meine Beobachtungen auf Informationen aus eher beiläufig geführten kurzen Gesprächen mit beispielsweise Mitarbeitern von Ambulanten Pflegediensten, Senioren- oder Behindertenwohnheimen beruhen, denke ich, ehrliche und keine beschönigten Informationen zu erhalten.

Wie in Kapitel 2 beschrieben, bin ich derzeit mit meinen Einnahmen von nur drei Interessentengruppen (externen Stakeholdern) abhängig. Dies möchte ich gern ändern. Durch Beobachtung des Tätigkeitsfeldes anderer Berufsbetreuer, habe ich festgestellt, dass einige wenige auch Beratungen anbieten, Vorträge halten oder bei Heimen als Heimfürsprecher eingetragen sind. Ich kann mir vorstellen, diese Tätigkeiten, insbesondere das Halten von Vorträgen, auch anzubieten, da sie große Außenwirkungen, wie beispielsweise Imageverbesserungen, mit sich bringen.

Da ich bisher nur zwei Berufsbetreuer kenne, welche solche Nebentätigkeiten anbieten, und keiner von Ihnen diese Tätigkeitsfelder explizit bewirbt, ist die Konkurrenz eher gering. Und beide sind auf Grund dieser angebotenen Tätigkeiten die bekanntesten Berufsbetreuer unserer Region.

3.2. Marktziele

Ziel ist es, anhand des Einstiegs in den Tätigkeitsbereich als Vortragsredner beispielsweise in Seniorenheimen zur Aufklärung im Bereich „rechtliche Betreuung“ beizutragen, neue Kunden und in dem Fall Betreute in einem Seniorenheim zu erhalten und mit Institutionen wie beispielsweise Seniorenheimen oder Pflegediensten eine Kooperation einzugehen. Dies würde ich als mein Oberziel definieren. In komplementärer Zielbeziehung dazu steht das Unterziel, dadurch unabhängiger von der Betreuungsbehörde und dem Betreuungsgericht zu werden. Daraus ergibt sich die Erschließung eines neuen und für mich besonders wichtig, unabhängigen Marktes.

Da nicht abzusehen ist, wie sich die Gesetze im Bereich des Betreuungswesens in den kommenden 20 bis 30 Jahren ändern, halte ich es für eine gute Idee, einen weiteren Markt zu erschließen, welcher mir zum einen neue Kunden bringt und zum anderen eine von den Behörden unabhängige Einnahme für mein Unternehmen darstellt. Das Risiko welches ich mit dieser Markterweiterung eingehe, halte ich für gering, wenn die Kosten für Werbung, Vortragsvorbereitung und Infomaterial nicht zu hoch ausfallen. Da ich im Nachhinein gern die Ergebnisse kontrollieren möchte, ist es wichtig diese Kosten im Blick zu behalten. Bisher wirtschafte ich ohne jegliche Zielsetzung- ich wirtschafte nach dem „muddling though“- Prinzip (Durchwursteln)1.

Anhand der Systematisierung von Zielen nach Ulrich und Fluri2, möchte ich nachfolgend meine Ziele kurz stichpunktartig kategorisieren3:

- Marktleistungsziel: die Qualität meiner Arbeit professionalisieren
- Markstellungsziel: Umsatzerhöhung um mind. 5 % im ersten Jahr
- Rentabilitätsziel: Umsatzrentabilität erhöhen
- Finanzielle Ziele: neue Einnahmequelle erschließen
- Macht- und Prestigeziel: unabhängiger von der Betreuungsbehörde und dem Betreuungsgericht werden, Image als Betreuerin verbessern
- Soziale Ziele: durch neues Tätigkeitsfeld meine Arbeitszufriedenheit erhöhen
- Gesellschaftsbezogene Ziele: Aufklärung über Betreuungsarbeit leisten

Da ich das Thema Marketingziele nur anschneiden möchte, formuliere ich diese Ziele nicht konkreter im Hinblick auf Größe und Zeitraum aus.

3.3. Marketing-Strategien

In diesem Kapitel möchte ich gern einen groben Weg skizzieren, wie ich den neuen Markt erschließen bzw. mein neues Produkt „Vorträge halten“ am Markt platzieren kann. Diese Strategien sollen mir als Orientierungs- und Entscheidungshilfe dienen. Bei der Ausarbeitung der Strategien orientiere ich mich an Standardstrategien, dabei möchte ich gern näher auf die Qualitätsstrategie, die Marktsegmentierungsstrategie und die Kooperationsstrategie eingehen.

Bei der Qualitätsstrategie liegt mein Ziel darin, anhand der Vorträge, mein Wissen, meine Kompetenz und auch mich als Dienstleister, bei den zukünftigen Betreuten, als qualitativ hochwertig zu präsentieren. Dies sollte sich später auch an dem Layout der Informationsmaterialien, meiner Visitenkarten und einem eventuellen Internetauftritt erkennen lassen. Gedeckte Farben, klare Linien, Fakten statt Versprechungen- um nur einige Anhaltspunkte zu nennen. Wichtig ist für mich an dieser Stelle ein Beziehungsorientiertes Marketing wie es Stefanie Wesselmann und Sabine Horn in ihrer 3. Auflage „Public Marketing“ auf Seite 10 beschreiben. Dort werden unter anderem die Punkte: „Bild des individuellen Kunden“ und „Bild des aktiven Kunden, der an der Leistungserstellung mitwirkt“ genannt. Vor allem der 2. Punkt, spielt für meine Qualitätsstrategie eine wesentliche Rolle, da meine Dienstleistung darauf aufbaut, mit dem Betreuten gemeinsam zu agieren und Entscheidungen für sein Wohl zu treffen. Ziel ist es auch, ein unverwechselbares Image aufzubauen, um daran später auch meinen Stundensatz bei Selbstzahlern anpassen zu können. Um auf Dauer einen Wettbewerbsvorteil sichern zu können, bevorzuge ich die „Reine Präferenzstrategie“4.

[...]


1 Raffée, H. (1984): Marktorientierung der BWL zwischen Anspruch und Wirklichkeit, in: Die Unternehmung, 38. Jg. (1984), Nr.1, S.67

2 Ulrich, P-/ Fluri, E. (1992): Management: Eine konzentrierte Einführung, 6. Aufl., Bern u.a. 1992, S.124

3 Becker, J. (2001): Marketing- Konzeption, 7. Aufl., München 2001, S 16 ff.

4 Froböse, M., Kaapke, A. (2011): Marketing- TDR, Stuttgart, S. 77

Details

Seiten
12
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668129863
ISBN (Buch)
9783668129870
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v313808
Institution / Hochschule
Steinbeis-Hochschule Berlin
Note
3,0
Schlagworte
überlegungen berufsbetreuerin marketingmaßnahmen zielgruppen erschließung kundemärkte

Autor

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Titel: Überlegungen einer Berufsbetreuerin zu Marketingmaßnahmen, Zielgruppen und Erschließung neuer Kundemärkte