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Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Personalplanung

Studienarbeit 2013 26 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der demografische Wandel
2.1 Voraussichtliche Bevölkerungsentwicklungen in Deutschland
2.2 Ursachen der Alterung der Bevölkerung
2.3 Auswirkungen des demografischen Wandels

3 Personalplanung
3.1 Auswirkungen des Wandels auf die einzelnen Elemente der Personalplanung
3.1.1 Personalbedarfsplanung
3.1.2 Personalbeschaffungsplanung
3.1.3 Personaleinsatzplanung
3.1.4 Personalentwicklungsplanung
3.1.5 Personalabbauplanung
3.1.6 Personalkostenplanung
3.2 Zwischenfazit

4 Umgang mit dem Wandel im Personalmanagement
4.1 Bestmögliche Gestaltung der Beschaffung von Personal
4.1.1 Das gesamte Arbeitsmarktpotential nutzen
4.1.2 Employer Branding
4.2 Der optimierte Umgang mit dem vorhandenen Personal
4.2.1 Bedürfnisse der verschieden Altersgruppen berücksichtigen
4.2.1 Halten der vorhandenen Belegschaft
4.3 weitere Maßnahmen

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

1 Einleitung

Einer aktuellen Hochrechnung zu Folge hat das statistische Bundesamt ermittelt, dass die Bevölkerungsdichte in Deutschland verstärkt ab 2020 absinken wird und das durchschnittliche Alter der Bundesbürger sich stetig erhöht.1 Der demografische Wandel sowie die alternde Gesellschaft insgesamt, werden in naher Zukunft starke Auswirkungen auf die Gesellschaft als auch auf die einzelnen Unternehmen auslösen.

Ziel dieser Arbeit soll es sein, für ein deutsches Unternehmen im Sektor der Personalplanung auf die daraus künftig entstehenden Konsequenzen hinzuweisen, um dem Wandel in Verbindung mit den Wirtschaftlichkeitsgrundsätzen eines Unternehmens auffangen zu können.

Maßgeblich für den Inhalt dieser Arbeit ist, dass die Alterung der Bevölkerung analog innerhalb der Belegschaften in den Unternehmen auftreten wird. Daraus könnten sich Nachteile ergeben, wie ein Aufstiegsstau, höherer Krankenstand oder auch ein starker Personalabbau innerhalb bezeichneter Jahre. Diese Nachteile werden im fortlaufenden Text näher erläutert. Jedoch machen diese Punkte deutlich, dass es bereits heute wichtig ist, entsprechend des Wandels zu reagieren und präventive Maßnahmen zu treffen, um die Produktivität des Unternehmens langfristig aufrecht erhalten zu können.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die zunehmende Technisierung und die Globalisierungseffekte ebenfalls Auswirkungen auf die Personalplanung haben werden. Innerhalb dieser Studienarbeit werden diese Themen allerdings ausgeklammert, um die Auswirkungen des demografischen Wandels auf das Personalmanagement deutlicher darstellen zu können.

Zunächst wird ein Überblick über den vom Bundesamt prognostizierten demografischen Wandel gegeben und seine Ursachen erläutert. Anschließend werden die Bestandteile der Personalplanung dahin gehend untersucht, in wieweit der Wandel auf die einzelnen Elemente, wie zum Beispiel der Personalbeschaffungsplanung, Einfluss nehmen kann und wird. Zum Abschluss werden beispielhafte Maßnahmen für den Umgang mit der Änderung der Altersstruktur innerhalb des Unternehmens als Lösungspotenzial aufgezeigt.

Bereits jetzt kann vorweggenommen werden, dass man als Unternehmer die Auswirkungen des demografischen Wandel auf die Organisation nicht versuchen sollte aufzuhalten. Der Unternehmer sollte vielmehr bestrebt sein, durch gezielte Personalmaßnahmen den bevorstehenden Wandel zu managen.2

2 Der demografische Wandel

Wie bereits eingangs erwähnt, verändert sich die Altersstruktur dahin gehend, dass die Bevölkerung zunehmend altert und die Gesamtbevölkerung abnehmen wird.3 Diese Annahme lässt sich aus den Hochrechnungen des statistischen Bundesamtes erschließen. Jährlich erstellt das Bundesamt eine Prognose für die kommenden Jahre, an der der Wandel im zehn-Jahresrhythmus nachvollzogen werden kann. Grundlage für diese Studienarbeit ist überwiegend die Bevölkerungsentwicklung auf Basis der Hochrechnung, welche im Jahr 2015 veröffentlicht wurde. Anzumerken ist hierbei, dass das Bundesamt acht verschiedene Varianten der Bevölkerungsentwicklung veröffentlicht. All diese Varianten basieren auf anderen Prämissen hinsichtlich der Geburtenrate, dem Wanderungssaldo und der zu erwartenden durchschnittlichen Lebenserwartung. Für diese Studienarbeit ist die Variante 4 maßgebend, da speziell diese Variante das Thema der älterwerdenden Bevölkerung aufgreift und die Berücksichtigung eines hohen Wanderungssaldos.4 Die Prämissen dieser Hochrechnung sind eine konstante Geburtenrate von 1,4 Kindern pro Frau, ein jährliches Wanderungssaldo von 200.000 und eine Lebenserwartung von 90,4 Jahren für die Frauen und 86,7 Jahren für die Männer.5

Wie die Bevölkerungsentwicklung unter diesen Bedingungen im Einzelnen aussehen wird, ist im nächsten Kapitel beschrieben. Außerdem sollen darauf folgende Kapitel zeigen, welche Ursachen den Wandel erzeugten und was für soziale und gesellschaftliche Auswirkungen er letztlich haben wird.

2.1 Voraussichtliche Bevölkerungsentwicklungen in Deutschland

Das statistische Bundesamt betrachtet bei der Hochrechnung einen Zeitrahmen von 50 Jahren. Da dieser Zeitumfang großzügig gewählt ist, lässt sich erkennen, wann die Änderung in etwa beginnen und wann sie stärker voranschreiten wird. Aus der aktuellsten Statistik von 2015 geht hervor, dass eine zukünftige, rapide Abnahme der Bevölkerungszahl ab dem Jahr 2020 anzunehmen ist.6

Die nachfolgende Tabelle stellt die gesamte Entwicklung der deutschen Bevölkerung in zehn Jahresschritten dar, beginnend ab dem Jahr 1960.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Bevölkerungsentwicklung in 10 Jahres Abständen

Zu erkennen ist der stetige Rückgang der Bevölkerung ab dem Jahr 2020 und das sich dies bis 2030 mehr und mehr verstärken wird. Im Jahr 2060 wird nur noch mit 69,2 Millionen in Deutschland lebenden Menschen gerechnet.7 Das folgende Diagramm zeigt diese Bevölkerungsentwicklung gesplittet nach den einzelnen Altersstrukturen. Hierbei wurde die Bevölkerung in drei Kategorien geteilt: die Bürger im Alter bis 20 Jahren, die 20- bis 60-Jährigen und die Bevölkerung ab 60 Jahre. Die Prämissen unter denen diese Entwicklung angenommen wird, sind identisch mit denen in der vorherigen Tabelle. Die zu erwartenden Zahlen für das Jahr 2015 wurden ergänzend hinzugefügt, um den aktuellen Bezug herstellen zu können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Bevölkerungsentwicklung gegliedert nach Altersgruppen

Deutlich erkennbar ist, dass die Gruppe der 20 bis 60-Jährigen einen Großteil der Gesamtbevölkerung ausmacht. Ab dem Jahr 2030 bewegt sich die Anzahl derer auf ein gleichwertiges Verhältnis mit der Altersgruppe über 60 Jahren zu. Im Jahr 2050 betragen der Anteil der 20- bis 60-Jährigen 45,5 % an der Gesamtbevölkerung und der Anteil der über 60-Jährigen bereits 38,6 %. Das hat zur Folge, dass das durchschnittliche Alter der Bevölkerung ansteigt.

Zusammenfassend lässt sich deutlich sagen, der Anteil der älteren Bevölkerung erhöht sich und die Anzahl der Erwerbstätigen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren sinkt stark ab. Wodurch dieser demografische Wandel bedingt ist, wird im nächsten Kapitel thematisiert.

2.2 Ursachen der Alterung der Bevölkerung

Wie im vorangegangenen Kapitel bereits aufgezeigt wurde, steigt der Anteil der älteren Bevölkerung von Jahr zu Jahr und wird letztendlich 2050 circa 40 % der Gesamtbevölkerung Deutschlands ausmachen.8 Zusätzlich sinkt die Zahl der Gesamtbevölkerung bis 2060 im Vergleich zu 2015 um etwa 15 %.9 Doch worin ist dieser Wandel begründet?

Da die Zahl der über 60-Jährigen bereits seit 1960 stetig zunimmt10, ist anzunehmen, das erstrangig die sinkende Geburtenrate seit 1970 zur Alterung der Bevölkerung beigetragen hat und nicht die Lebenserwartung, welche sich jedes Jahr statistisch gesehen erhöht11.

Die Gründe für die sinkende Geburtenrate wurden in einer Studie im Jahr 2012 vom Bundesinstitut für Bildungsforschung untersucht. Laut dieser Forschungsarbeit ist die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie der Hauptgrund für den Rückgang der Geburtenzahl.12

Im Jahr 1964 wurde das letzte Geburtenhoch von circa 1,4 Millionen lebend geborenen Babys erreicht.13 Da zu dieser Zeit die Geburtenrate sehr hoch war, wird die daraus gewachsene Generation als die Baby-Boomer-Generation bezeichnet.14 Diese Nachkriegsgeneration lebte fast unbeschwert in der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs, was ein Grund für die hohe Geburtenrate sein kann.15 Doch genau diese Generation ist gleichzeitig auch Auslöser für die steigende Anzahl an Sterbefällen und dem starken Wachstum des prozentualen Anteils der über 60-Jährigen, speziell in den Jahren 2020 bis 2030.

Der Ausgleich zwischen der Geburtenrate und der Sterberate ist notwendig, um die Bevölkerungszahl annähernd konstant zu halten und einer Überbevölkerung einer bestimmten Altersklasse vorzubeugen.

Der prognostizierte demografische Wandel lässt darauf schließen, dass dieser Ausgleich gefährdet sein wird. Die folgende Abbildung gibt einen grafischen Überblick darüber, wie sich die Zahl der Sterbefälle im Vergleich zu der Geburtenrate künftig ändern wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Vergleich Sterbefälle zu Geburten

Deutlich erkennbar ist, dass die Sterberate steigt und die Geburtenrate sinkt. Der Abstand zwischen beiden Quoten wird somit deutlich erhöht. Daraus resultiert die Abnahme der Bevölkerungszahl.

Folglich kann festgehalten werden, dass die sinkende Geburtenrate die Schrumpfung der Bevölkerung aber auch die Senkung der Anzahl der unter 60-Jährigen begünstigt.

Die steigende Sterberate verstärkt diesen Effekt zusätzlich.

Worauf und inwieweit sich der Wandel auswirkt, wird im nächsten Kapitel beschrieben.

2.3 Auswirkungen des demografischen Wandels

Die Änderung der Altersstruktur in Deutschland, wie zuvor beschrieben, hat sowohl soziale, als auch gesellschaftliche Auswirkungen und auch Konsequenzen für die Unternehmen.

Für Deutschland ist im Artikel 20 Abs. 1 und Artikel 28 das Sozialstaatsprinzip gesetzlich festgeschrieben. Die Politik ist daher verpflichtet, den Sozialstaat und damit einhergehend die soziale Sicherung der Bürger aufrechtzuerhalten. Bestandteil der sozialen Absicherung ist der Generationenvertrag der gesetzlichen Rentenversicherung.16 Mittels eines Umlageverfahrens wird das von den Erwerbstätigen eingezahlte Arbeitseinkommen an die Rentenversicherung zur Finanzierung der anfallenden Renten genutzt.17 Die Erwerbstätigen kommen mit ihrem Einkommen für die Altersvorsorge der gesamten älteren Generation auf. Im Zuge dessen, sichern sie sich damit den eigenen Anspruch auf Altersvorsorge.18 Doch wenn es künftig mehr Rentenbezieher als Einzahler gibt, kann nicht mehr gewährleistet werden, dass dieses System ohne zusätzliche staatliche Unterstützung aufrechterhalten werden kann. Hinsichtlich des hohen Anteils an ältere Menschen, stellt dies ein soziales Problem dar.19

Auf die Unternehmen hat die Alterung der Bevölkerung ebenso Einfluss.20 So müssen beispielsweise die angebotenen Produkte an die veränderte Nachfrage am Markt angepasst werden. Auch die Serviceplanung muss entsprechend umgestaltet werden, sowie auch die Marketing – und Vertriebsplanung.21 Doch in dieser Studienarbeit soll es ausschließlich um die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Personalplanung gehen. Durch die allgemeine Bevölkerungsalterung ist anzunehmen, dass auch das durchschnittliche Beschäftigungsalter steigen wird und somit auch die Anforderungen an eine zukunftsorientierte und altersgerechte Personalplanung.22 Zusätzlich entwickelt sich am Arbeitsmarkt ein Nachfrageüberhang, denn es werden künftig mehr Nachfragen an Arbeitskräfte als Angebote folgen. Wie sich dieser Wandel im Einzelnen auf das Personalmanagement auswirken wird, wird im nächsten Kapitel beschrieben.

3 Personalplanung

Die Personalplanung eines Unternehmens ist eine wichtige Komponente der Unternehmensplanung.23 Denn die Personalkosten sind ein Hauptbestandteil der Kosten eines Unternehmens im Sinne der Wirtschaftlichkeitsgrundsätze24 und das Personal reflektiert das Image des Unternehmens nach außen.

Um den Personalbestand zu analysieren und effektiv, spezifisch sowie zukunftsorientiert zu planen, wird die Personalplanung in sechs grundlegende Elemente gegliedert. Die Personalbedarfsanalyse ist das Hauptelement, auf der die Personalbeschaffung- sowie die Personalabbauplanung basieren.25 Die Personaleinsatz-, -entwicklungs- und -kostenplanung sind weitere Bestandteile der Personalplanung.26

Im nächsten Unterkapitel werden die genannten Elemente der Personalplanung näher erläutert und in diesem Zusammenhang, dessen Abhängigkeit von der Bevölkerungsentwicklung dargelegt.

[...]


1 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2015), S. 94.

2 Vgl. Happe, Guido (Hrsg.) (2007), S. 27.

3 Vgl. Happe, Guido (Hrsg.) (2007), S. 9.

4 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2015), S. 94.

5 Vgl. ebenda, S. 94.

6 Vgl. ebenda S. 94.

7 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2015), S. 94.

8 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2015), S. 97.

9 Vgl. ebenda, S. 95 ff.

10 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2011), S. 42.

11 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.),Generationssterbetafel (2011), S. 6 ff. .

12 Vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (Hrsg.) (2012), S. 45.

13 Vgl. Statistisches Bundesamt (Hrsg.) (2015), Tabelle im Hauptframe, (siehe Internetverzeichnis).

14 Vgl. Geißler, Cornelia (2005), Hauptframe, (siehe Internetverzeichnis).

15 Vgl. ebenda.

16 Vgl. Zandonella, Bruno (2013), S. 3.

17 Vgl. Zandonella, Bruno (2013), S. 3.

18 Vgl. ebenda, S. 3.

19 Vgl. ebenda, S. 3.

20 Vgl. Happe, Guido (Hrsg.) (2007), S. 10

21 Vgl. ebenda, S. 11.

22 Vgl. ebenda, S. 18 f.

23 Vgl. RKW (Hrsg.) (1996), S. 1.

24 Vgl. ebenda, S. 487.

25 Vgl. RKW (Hrsg.) (1996), S. 17.

26 Vgl. ebenda, S. 17.

Details

Seiten
26
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668124707
ISBN (Buch)
9783668124714
Dateigröße
851 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v313773
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,7
Schlagworte
auswirkungen wandels personalplanung

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Titel: Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Personalplanung