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Fall Of The British Empire. Eine Verkettung unglücklicher Umstände oder theoretisch erklärbar?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2013 30 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: Westeuropa

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1. 1. Thema der Arbeit
1. 2. Forschungsfrage
1. 3. Theorieperspektive
1. 4. Aufbau der Arbeit
1. 5. Methodisches Vorgehen
1. 6. Forschungsstand

2. Definitionen

3. Theorieansätze
3. 1. Warum Weltreiche untergehen
3. 2. Relative Power Cycle Theory
3. 3. Power Transition Theory
3. 4. Hegemonic Stability Theory
3. 5. Long Cycle Theory

4. Der Niedergang des britischen Imperiums
4. 1. Das British Empire – Ein historischer Abriss
4. 3. 1919, die Blütezeit Großbritanniens?
4. 4. Finanzielle Probleme und koloniale Autonomiebestrebungen

5. Fall Of The British Empire – Eine Verkettung unglücklicher Umstände oder theoretisch erklärbar?
5. 1. Von der Weltpolizei zum Kriegsgegner
5. 2. Finanzielle Probleme trotz größter Ausdehnung
5. 3. Der Freiheitsdrang der Kolonien

6. Konklusion und Schlussbemerkung

Literatur

Internetquellen

Unterstützende Literatur zur Bearbeitung:

1. Einleitung

1. 1. Thema der Arbeit

„In meinem Reich geht die Sonne niemals unter“ (Habsburg 2013). Diesen Satz soll Karl V beim Betrachten seines Reiches gesagt haben. Diese historisch nicht einwandfrei überlieferte Sachlage, so falsch sie in ihrer eigentlichen Aussage auch zu sein scheint, gibt Anlass und Einführung für ein Weltreich, in welchem die Sonne tatsächlich nie unterging – das Britische Weltreich, oder auch Britisches Imperium genannt. Es umschloss zu seiner Blütezeit circa ein Viertel der Erdbevölkerung und deckte einen vergleichbaren Teil der Erdoberfläche ab. Ferguson bestätigt dies: „Once there was an Empire that governed roughly a quarter of the world´s population, covered about the same proportion of the earth´s land surface and dominated nearly all its oceans” (2003: XI). Er fährt weiter fort, indem er die Wichtigkeit des Imperiums an sich beschreibt und sagt, dass es sich zudem um das größte Imperium der Welt handelte: „The British Empire was the biggest Empire ever, bar none“ (2003: XI). Interessanter noch als der Aufbau dieses scheinbar unvergleichlichen Reiches ist die Analyse seines Unterganges. Warum zerfallen Weltreiche, wo sie doch eigentlich international unantastbar sind? Warum kann der „schoolboy“ (Ferguson 2003: 295), welcher nach Ferguson das Ende des britischen Imperiums vorhersagte, letztendlich das Land an sich retten, „[b]ut, in the end, […] he could [not] save the British Empire“ (Ferguson 2003: 295). Hierbei ist von Winston Churchill die Rede, der mit 17 Jahren diese unheilvolle Ankündigung machte. Letztendlich konnte er jedoch, wie oben beschrieben, das Imperium nicht retten, because „[t]here was nothing straightforward about the end of the British Empire.“ (Darwin 2012: 342). Diese Arbeit wird sich folglich mit den Umständen des Endes des britischen Imperiums befassen, bei welchen nach Darwin offensichtlich »nichts einfach« war.

1. 2. Forschungsfrage

Bezugnehmend auf die einleitende thematische Herleitung soll sich die Forschungsfrage mit dem Ende des Weltreiches Britannien befassen. Das Thema der Seminararbeit wird daher neben der Betrachtung und dem Vergleich der vier gängigsten und daher ausgewählten Hegemonialtheorien mit der Geschichte des Britischen Imperiums vor allem die Beantwortung der Forschungsfrage sein. Diese ist, wie bereits auf dem Deckblatt deutlich gemacht:

Fall Of The British Empire – Eine Verkettung unglücklicher Umstände oder theoretisch erklärbar?

Die Forschungsfrage stellt sich nicht zuletzt wegen der Bedeutsamkeit des Imperiums an sich, das sowohl zeitlich, als auch räumlich gesehen, eines der wichtigsten und größten Imperien der Weltgeschichte war. Aus diesem Grund soll der Vergleich der Theorien mit dem Niedergang Großbritanniens als Empire aufzeigen, ob eben jener erklärbar ist. Mithin soll in dieser Arbeit die These verifiziert werden, dass das Ende des Britischen Imperiums zwar nicht gänzlich theoretisch erklärt werden kann, jedoch eine Kombination der Theorien einige Ansätze hierfür zu liefern vermag.

1. 3. Theorieperspektive

Die Theorieperspektiven finden in Kapitel drei ihre Erwähnung. Hier wird auch genauer auf die Inhalte und Hintergründe, sowie Aussagekraft jeder Theorie eingegangen.

1. 4. Aufbau der Arbeit

Die Seminararbeit soll nach der Einleitung und thematischen Hinführung, sowie einem deskriptiven Definitionskapitel in Punkt drei die vier ausgesuchten Hegemonialtheorien erklären, welche für die Beantwortung der Forschungsfrage und den Verifizierungsversuch der These ausgewählt wurden. Hierbei wird, wie bereits in Punkt 1. 3. beschrieben, die kritische Auseinandersetzung mit den Theorien erfolgen, wobei besonderer Wert auf die Kombination und gleichzeitige Abgrenzung der Modelle gelegt wird, um hieraus Schlüsse in Bezug auf die oben formulierte These ziehen zu können. Hierdurch werden die für Kapitel vier notwendigen theoretischen Grundkenntnisse festgelegt, um dann die Geschichte des Imperiums durch Betrachten systemrelevanter Daten bearbeitet zu können. Die zusammenführende Untersuchung und der Vergleich der Anwendbarkeit der Theorien auf eben jene Geschichte erfolgen durch Analyse in Punkt fünf, in welchem letztlich auch die Beantwortung der Forschungsfrage, sowie die finale Betrachtung der Arbeitsthese vonstattengehen. Abgeschlossen wird die Arbeit mit einer Konklusion, welche die erörterten Fakten zusammenträgt und in finaler Betrachtung die Zusammenhänge aufzeigt.

1. 5. Methodisches Vorgehen

Um die Fragestellung beantworten zu können, wird neben der Auswertung der Fachliteratur eine Analyse der Theorien angewandt. Dabei wird vor allem Bezug auf Hegemonialtheorien genommen, da sich diese auf das Entstehen und den Zerfall von Imperien beziehen. Diese werden im Sinn einer Theorieanalyse mit den historischen Erkenntnissen der Literatur verglichen und theoretisch interpretiert. Hierfür werden zuerst erkenntnisrelevante Begriffe und Ansätze definiert, um das notwendige Verständnis herzustellen und wichtige Aspekte zur Beantwortung der Forschungsfrage, wie z.B. die Auswahl der Parameter zur Identifikation und zur Prüfung der oben angesprochenen Fakten und Modelle, festzusetzen.

Kapitel vier bildet für die Beantwortung der Forschungsfrage den zweiten Schwerpunkt, welches vorerst deskriptiv die Geschichte des Britischen Imperiums insoweit aufzeigt, wie es für die Bearbeitung der Frage notwendig scheint. Hierbei ist vor allem von Relevanz, dass die Geschichte nicht nacherzählt, sondern vielmehr die Auswahl der betrachtungsrelevanten Ereignisse analysiert und diese in Gesamtzusammenhänge eingeordnet werden kann. Kapitel fünf führt dann, wie bereits genannt, beide Stränge zusammen und versucht hierdurch, die geschichtlichen Parameter mit den Theorien ein Einklang zu bringen und durch Analyse die Forschungsfrage abschließend beantworten zu können.

Aus Zeitgründen wird hierbei auf die Auslegung und Analyse von abhängiger und unabhängiger Variable weitgehend verzichtet.

1. 6. Forschungsstand

Der Forschungsstand muss unter Betrachtung des Umfangs der behandelnden Literatur, sowie den beiden Teilbereiche der Seminararbeit, zweigeteilt werden. Nebst der Einleitung, welche an Politikwissenschaftliche Arbeitstechniken von Petra Stykow (et al. 2010: 185) angelehnt wurde, finden zuallererst die Autoren Doran/ Parsons, Kugler/ Organski, Gilpin und Modelski/ Thompsons Erwähnung, da sie als wegweisend im Bereich der Hegemonialtheorien angesehen werden können. Hierbei werden Charles F. Doran und Wes Parsons bei der Relative Power Cycle Theory als richtungweisend betrachtet und Jacek Kugler und A. F. K. Organski bei der Power Transition Theory. Für die Hegemonic Stability Theory ist Robert Gilpin als Forschungsschwerpunkt zu nennen, während bei der Long Cycle Theory die Meinungen der Autoren George Modelski und William R. Thompsons grundlegend sind.

Den wichtigsten Vertreter der verwendeten Literatur bildet im zweiten Teilbereich der Arbeit vor allem das Werk von John Darwin, der in Unifnished Empire (2012) auf den Niedergang des „Unfinished Empire[s]“ (2012) eingeht und hierbei vor allem die globale Expansion Großbritanniens beleuchtet. Auch Niall Ferguson schrieb mit Empire ( 2003) ein Standartwerk, das in dieser Arbeit aufgrund seiner prägnanten Zusammenfassung der Geschichte des Imperiums nicht fehlen darf. Mithin wird er als „[…] the most brillant historian of his generation […]“ gesehen (Ferguson 2003: Einband).

2. Definitionen

Der erste zu definierende Punkt der verständnisrelevant in diesem Kapitel zur Sprache kommt, ist die zeitliche Dimension des Britischen Imperiums. Hierbei wird kein besonderer Wert auf in der Literatur beschriebenen zeitlichen »Grenzen« des Empires an sich gelegt, sondern schlichtweg, sofern es von Belang ist, an jeder Stelle auf die entsprechende Jahreszahl hingewiesen. Mithin soll auch nicht die deskriptive Nacherzählung historischer Geschehnisse erfolgen, sondern vielmehr ein Gesamtzusammenhang hergestellt werden, anhand dessen schlussendlich die Theorien ihre Anwendung finden. Grundlegend für die Bearbeitung der Arbeit ist jedoch das so genannte dritte Empire.

Des Weiteren sollen in der folgenden Arbeit die Begriffe Britisches Imperium (auch British Empire), Großbritannien, England, englische Krone, Vereinigtes Königreich, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Irland, Königreich Großbritannien und Britannien als eins angesehen werden. Sie werden aufgrund ihrer zeitlichen Differenzierung zwar unterschieden, dies ist für die vorliegende Arbeit allerdings nicht von Belang. Sinn dieser Mehrfachbenennung ist letztendlich die Leserfreundlichkeit.

Unter major war oder auch „global war“ soll ein Kriegszustand verstanden werden, der nach den Autoren Modelski und Thompson in einem globalen und internationalen System stattfindet (vgl. Modelski/ Thompson 1989: 43).

3. Theorieansätze

3. 1. Warum Weltreiche untergehen

Kapitel drei bildet, wie bereits erwähnt, die theoretische Grundlage zur Klärung der Forschungsfrage nach Gründen für den Untergang eines Imperiums. Hierfür gibt es diverse Hegemonialtheorien, die sich im Allgemeinen mit der Frage nach dem zyklischen Auftreten von Kriegen befassen. Aus diesem Grund wurden vier Ansätze ausgewählt, die mögliche Ursachen des Niederganges beschrieben.

3. 2. Relative Power Cycle Theory

Die Relative Power Theory wurde von den Autoren Doran und Parsons (1980) in ihrem Werk War and the Cycle of Relative Power beschrieben. Sie gehen hierbei vor allem auf den elementaren Zyklus der Macht eines Staates ein, welcher ähnlich einer wirtschaftlichen Konjunkturkurve, eine Aufwärts und Abwärtsbewegung beschreibt, die den relativen Machterhalt eines Staates gegenüber anderen Staaten verdeutlicht. Die staatlichen Machtkapazitäten unterliegen folglich einem zyklischen Verlauf. Der Wechsel und damit die Dynamik dieser Machtentwicklung sind, so die Autoren, den natürlichen Wachstumsgrenzen geschuldet, da die internationale Größe und wirtschaftliche Entwicklung Messungen von Machtkapazitäten dieser Theorie sind, wobei hierdurch auch die Relativität im Machtvergleich zweier Länder belegt wird. Die Autoren zeigen diese Definition mit den Worten: „a period of time during which something becomes established, reaches a peak, and declines“ (Doran/ Parson 1980: 947). Kriegsentscheidend sind in dieser Theorie folglich zwei Fragen: Wie entwickelt sich die eigene Macht relativ gesehen zu anderen Machtherden (wie viel Einflussvermögen hat also der eigene Staat) und an welchem Punkt des „Power Cycles“ befindet sich der Protagonist an der untersuchten zeitlichen Stelle. Zweites ist aufgrund der immanenten Wichtigkeit der kritischen Punkte von Belang, indem ein beiderseitiges Befinden an eben jenen einen major war unterstützend beeinflusst, da vor allem die relative Macht zu anderen Großmächten von Bedeutung ist. Was sind aber nun die exakten Zeiträume dieser Punkte? Betrachtet man die Kurve, welche im oberen Textverlauf nun ausreichend beschrieben wurde, enthält ein Kurvenintervall, welches von einem Kurvenminimum über ein Maximum führt und wieder am Tiefpunkt endet, zwei Wendepunkte. Einer auf halbem Weg vor und einer auf halbem Weg nach dem Hochpunkt. Diese Stellen der Kurve sind besonders gefährlich, da hier die eigene relative Macht entweder stark unterschätzt, oder stark überschätzt wird, was wiederum in Korrelation mit einem möglichen Kriegsgegner die Spannungen verschärft und damit die Kriegswahrscheinlichkeit steigert. Doran und Parsons beschreiben diesen Umstand des „trauma of role changes“ (1980: 949) durch die Überreaktion von Staaten aufgrund der veränderten Position im internationalen System. Kurzum: steigt die eigene relative Macht, sinkt die Kriegswahrscheinlichkeit. Die Zeiträume zwischen den beiden Wendepunkten beschreiben friedensstiftende Faktoren, dies jedoch nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

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Details

Seiten
30
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668126213
ISBN (Buch)
9783668126220
Dateigröße
703 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v313569
Institution / Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg – Politikwissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Britisches Imperium British Empire Fall Niedergang Geschichte Großbritannien Britain England Relative Power Cycle Theory Power Transition Theory Hegemonic Stability Theory Long Cycle Theory Hegemonialtheorie Preußen Kolonie Kolonialzeit Weltpolizei

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Titel: Fall Of The British Empire. Eine Verkettung unglücklicher Umstände oder theoretisch erklärbar?