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Sozialer Wandel und Gender. Geschlechterverhältnisse am Arbeitsmarkt und in der Familie

Hausarbeit 2014 12 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Geschlecht

3. Geschlechterverhältnisse am Arbeitsmarkt
3.1 Geschlechterverhältnisse in der Familie

4. Fazit

1. Einleitung

In der Gesellschaft wird häufig über die Geschlechterverhältnisse diskutiert. Der Wandel der Geschlechterverhältnisse ist eine wichtige Entwicklung in den modernen Gesellschaften. Sie sind sehr komplex und widersprüchlich. Es hat sich zwischen Frauen und Männern vieles geändert, wie z. B die Rollenverteilung in der Familie, oder die Erwerbsarbeit der Frau, die darauf hinweisen, dass die Geschlechterverhältnisse sich verändert haben und die Grenzen zwischen den Geschlechtern brechen (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung, Michael Meuser, online unter : http://www.bpb.de/apuz/144851/entgrenzungsdynamiken-geschlechterverhaeltnisse-im- umbruch). Studien zeigen, dass Frauen und Männer die Geschlechterdifferenz für unbedeutend halten. Sie unterscheiden sich kaum, angesichts der Rollenverteilung und Erwerbsarbeit (vgl. Datenreport 2013, S. 387). In der Familienorientierung, der Berufsorientierung und den Lebensentwürfen, stimmen die Vorstellungen zwischen den beiden Geschlechtern überein (vgl. Katharina Liebsch, 2004, S.11).

Trotz dieser Veränderungen, gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern in Bezug auf Familie und Beruf. Der Haushalt und die Erziehung von Kindern werden überwiegend von Frauen geleistet, weil die Männer mehr verdienen, als die Frauen. Der Arbeitsmarkt ist immer noch geschlechtsspezifisch geteilt mit vielen Nachteilen für die Frauen (vgl. Katharina Liebsch, 2004, S. 17). Führungspositionen sind nach wie vor von Männern besetzt. Die Männer bilden die Mehrheit in der Politik und in der Wirtschaft. Außerdem verdienen sie mehr als die Frauen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt eine große Herausforderung für die Frauen dar. Viele Unternehmen stellen einen Mitarbeiter ein, dessen Leben um den Beruf zentriert ist und die Karriere in seinem Leben das wichtigste ist. Das hat einen bedeutenden Einfluss auf die Karrierechancen der Frauen, da sie die Kinder bekommen und nach der Geburt zu Hause bleiben und die Kinder erziehen (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung, Michael Meuser, online unter : http://www.bpb.de/apuz/144851/entgrenzungsdynamiken-geschlechterverhaeltnisse-im - umbruch). Studien zeigen, dass viele Frauen einer Teilzeitarbeit nachgehen. Z. B im Jahr 2012 arbeiteten 45% der Frauen in Teilzeit, die Quote der Männer dagegen war nur 9% (vgl. Statistisches Bundesamt, Pdf Datei online unter https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2014/Gleichstellu ng /begleitheft_Gleichstellung_2014.html, S. 15). Auch sind es überwiegend Frauen, die die Kinder allein erziehen. Außerdem verdienen alleinerziehende Väter mehr als alleinerziehende Mütter. Dieses liegt daran, dass die alleinerziehenden Väter häufiger ältere Kinder betreuen und häufiger erwerbstätig sind, als die alleinerziehenden Mütter (vgl. Statistisches Bundesamt, Pdf Datei online unter https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2014/Gleichstellung /begleitheft_Gleichstellung_2014.html, S. 26).

In der folgenden Hausarbeit werden Geschlechterverhältnisse im sozialen Wandel untersucht. Insbesondere die Situation der Geschlechterverhältnisse in der Familie und auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland. Die Hauptfrage lautet: Was hat sich verändert, was ist wie früher? Ziel dieser Arbeit ist es, trotz Modernisierung der Gesellschaft, die Ursachen für ungleiche Geschlechterverhältnisse zu überprüfen. Im ersten Teil der Arbeit wird der Begriff Geschlecht definiert. Im Hauptteil werden Geschlechterverhältnisse am Arbeitsmarkt und in der Familie untersucht. Abschließend wird über Geschlechterperspektiven und über Wege zur Gleichstellung diskutiert.

2. Definition von Geschlecht

Zweigeschlechtlichkeit ist in der deutschen Gesellschaft Normalität des menschlichen Lebens. Menschen werden ständig als Frauen und Männer bezeichnet. Die Zuordnung einer Person zu einem Geschlecht lässt sich scheinbar nicht vermeiden. Geschlecht ist mit vielen Stereotypen und Rollenzuschreibungen belastet. Frauen und Männern werden bestimmten Eigenschaften, Gefühlen und Funktionen zugeordnet. Man nimmt an, Männer seien stärker als Frauen, oder sie seien von Natur aus begabter als Frauen usw. Geschlechtsspezifische Verhalten seien von Natur aus gegeben und seien unveränderlich. Der Begriff Geschlecht wird in zwei Dimensionen definiert: einmal in eine biologische (sex) und einmal in eine soziologische (gender) . In der biologische Dimension wird „körperliche Geschlecht“, also Anatomie, Hormone und Physiologie eines Menschen erfasst. Der Begriff „Gender“ bezieht sich auf das „soziale Geschlecht“, also auf die soziale Rolle des Geschlechts in der Gesellschaft. (vgl. Hermann Korte, Bernhard Schäfers (Hrsg.), 2008, S. 89-95). In den „Lexikon zur Soziologie“ wird Gender folgendermaßen definiert:

„ Gender verweist darauf, dass Geschlechtsidentitäten, wie Weiblichkeit und Männlichkeit, nicht angeboren sind. Vielmehr sind sie ein Produkt spezifischer sozio-kultureller, historischer Konstruktionen (Geschlechtskonstruktionen), die in jedem Moment des Alltagshandels interaktiv hergestellt werden müssen “ (vgl. Werner Fuchs Heinritz, et. al, 2011, S. 232).

Die Sex - Gender Trennung hat es ermöglicht, die Geschlechterunterscheidungen nicht als biologisches und unveränderbares Schicksal zu begreifen. Sie hat gezeigt, dass Geschlechterzuschreibungen durch gesellschaftliche Strukturierungen entstanden sind. Diese Unterscheidung nahm eine bedeutende Rolle in der Geschlechterforschung ein. Damit sollte das natürliche und biologische Geschlecht und die Geschlechterdifferenzen aufgelöst werden. Viele Studien zeigen, dass das Geschlecht nicht so sein muss, wie es im menschlichen Bewusstsein angenommen wird. Es gibt Kulturen, wo die Geschlechterzugehörigkeit nicht lebenslang festgelegt ist, ein Geschlechtswechsel wohl möglich ist und die Geschlechtszugehörigkeit nicht auf die Genitalien zurückgeführt wird. Forschungen zeigen, dass die Differenzierung der Geschlechter wandelbar ist. Margaret Mead fand in ihren Forschungen in der Südsee heraus, dass die zugeschriebenen Eigenschaften der Geschlechter nicht eindeutig in diesen Gesellschaften gelten. In verschiedenen Kulturen, wurden Frauen und Männer unterschiedlich charakterisiert, in manchen Kulturen galten Frauen als schwach, in anderen aber stark, mal waren es die Mädchen, die schnell verletzlich sind mal waren es die Jungen. In manchen Kulturen kannte man sogar mehr als nur zwei Geschlechter. Das Geschlecht kann also je nach Kultur unterschiedliche Bedeutung haben (vgl. Brigitte Aulenbacher, Michael Meuser, Birgit Riegraf, 2010, S. 61-63). Carol Hagemann-White formuliert, "dass es keine notwendige, naturhaft vorgeschriebene Zweigeschlechtlichkeit gibt, sondern nur verschiedene kulturelle Konstruktionen von Geschlecht" (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung, Michael Meuser, online unter http://www.bpb.de/apuz/135431/soziologische-dimensionen-von- geschlecht?p=3).

In ihrem Alltag zeigen die Menschen, zu welcher Geschlechtskategorie sie gehören, dafür benutzen sie Kleidung, Gestik oder bestimmtes Verhalten. Das alles wird so selbstverständlich repräsentiert, dass es als natürlich erscheint. Durch ein solches Verhalten, wird das Geschlecht naturalisiert. Geschlecht ist also das Ergebnis sozialer Prozesse und nicht deren Grundlage (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung, Michael Meuser, online unter http://www.bpb.de/apuz/135431/soziologische-dimensionen-von- geschlecht?p=4). Michael Meuser und Ilse Lenz definieren das Geschlecht folgendermaßen: „ Geschlecht ist die Struktur sozialer Beziehungen, in deren Zentrum die reproduktive Arena steht, und die Anzahl von Praktiken, die reproduktive Unterschiede zwischen Körpern in soziale Prozesse hineinbringen. “ (vgl. Raewyn Connell, in Michael Meuser, ilse Lenz (Hrsg.), 2013, S. 29-30).

Die Geschlechtszuordnung beeinflusst das Leben der Individuen, da durch die Geschlechtszuschreibung Menschen sozial verortet werden. Die zweigeschlechtliche Ordnung bestimmt also Geschlechternormen und Geschlechterrollen und dadurch entsteht der Zwang, sich dieser Norm zu unterwerfen (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung, online unter http://www.bpb.de/apuz/135431/soziologische-dimensionen-von-geschlecht? p=5). Das Prinzip Zweigeschlechtlichkeit kann als gesellschaftliche Machtstrategie gehalten werden. Es bildet die Geschlechterpolitik, die die soziale Ordnung in der Gesellschaft leisten soll (vgl. Hermann Korte, Bernhard Schäfers (Hrsg.), 2008, S. 100).

3. Geschlechterverhältnisse am Arbeitsmarkt

In Deutschland ist die Gesellschaft durch einen sozialen Wandel geprägt. Die Umstrukturierung der Erwerbsarbeit, und wandelnde Geschlechterverhältnisse sind zentrale Prozesse dieses Wandelns. Historisch gesehen, hat sich zwischen Frauen und Männer vieles geändert. Früher waren Frauen meistens nur für die Familienarbeit zuständig, die Männer dagegen hatten die Rolle des Familienernährers. Die Geschlechterverhältnisse sind heute im Umbruch. Die traditionelle Rolle des Vaters als Familienoberhaupt und Familienernährer, hat an Bedeutung verloren. Seit 1960er Jahren nahm die Bildungsbeteiligung der Frauen enorm zu. Viele Frauen zielen auf gleichen Arbeitsmöglichkeiten wie Männer (vgl. Ruth Becker, Beate kortendieck (Hrsg.), 2010, S. 223). In den letzten 50 Jahren verdoppelte sich die Frauen Erwerbsquote von 25% auf 50% (vgl. Statistisches Bundesamt 2002, S. 89, in Ruth Becker, Beate kortendieck (Hrsg.), 2010, S.483). Dadurch sind die Frauen unabhängig von den Männern geworden und haben sich emanzipiert. Ein wachsendes Interesse an Frauen am Arbeitsmarkt und eine gute Qualifizierung der Frauen hat die Selbstständigkeit der Frau gefördert (vgl. Rüdiger Peuckert, 2008, S. 227). Auch in der Politik ist der Frauenanteil von 1949 bis 2009, von 6,8% auf 32,8% gestiegen (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung, http://www.bpb.de/gesellschaft/gender/frauen-in-deutschland/49418/frauenanteil-im- deutschen-bundestag). Die Bildung von Frauen, der gesellschaftliche Wertewandel, das Eherechtsreformgesetz von 1976 und die Notwendigkeit der Erwerbsarbeit nachzugehen, sind wesentliche Faktoren, die den Frauen ermöglicht haben ein eigenes Leben zu planen und einen Beruf zu erlernen (vgl. in Ruth Becker, Beate kortendieck (Hrsg.), 2010, S. 489).

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Details

Seiten
12
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668129603
ISBN (Buch)
9783668129610
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v313463
Institution / Hochschule
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg – Fakultät Wirtschaft und Soziales
Note
Schlagworte
Gender Geschlechtsverhältnis sozialer Wandel

Autor

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Titel: Sozialer Wandel und Gender. Geschlechterverhältnisse am Arbeitsmarkt und in der Familie