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Was? Die Erde ein Attraktor? Wissenschaftstheoretische Reflexionen

Essay 2016 136 Seiten

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

A: Abstract und Einleitung
I. Abstract
II. Einleitung

B. Hauptteil
1. Überblick über die Forschungslage
1.1. Der gemeinsame Nenner der Forschenden
1.2. Das Neueste aus chaostheoretischen Gefilden
1.3. Kurze Zusammenfassung des Kapitels „fractalists“
2. Von Auffahrten, Kreuzungen und Abfahrten
2.1. 'Auffahrt' Philosophie
2.2. Er hat angefangen! Oder die mathematisch-philosophische Iteration des Sokrates
2.3. Das Synonym zum Wort „Chaos“ ist „Fraktal“
2.4. Wissenschaftstheorie
2.4.1. Gibt es überhaupt Muster?
2.4.2. D. Mayo: Der Neue Experimentalismus [Chalmers 2007]
2.4.3. Fraktale und Quantenkosmos
2.4.4. Wissenschaftstheorie Thomas S. Kuhn
2.4.5. Chaostheorie und Exoplaneten
2.4.5.1. Das fraktale [Makro]All oder der Swimmingpool von Reeves
2.4.6. Warum / wozu Interdisziplinarität [Philosophisches Experiment] oder was ist an Feyerabend an und für sich so interdisziplinär?
2.4.6.1. Paul Feyerabend: „anything goes“ - das aber bitte wissenschaftlich! Oder: Die Welt ist alles was der Fall ist [Hawking] - was ist EIN/FAll?
2.4.7. Und wenn doch alles nur Naturwissenschaft ist, wozu noch Metaphysik?
2.4.7.1. Zweites Paradoxon: Dank sei der Metaphysik - schafft sie doch weder Gott noch das Erkenntnisstreben darüber ab
3. Wissenschaftstheorie, die Zweite
3.1. Interdisziplinarität und Komplexitätsforschung: Chaostheorie, bedeutet: Von der Vita activa (Hannah Arendt) zur Vita activa contemplativa
3.1.1 Exkurs(ion)
3.2. WIE weltbildverändernd
3.3. Das Chaos?
3.4. Fraktale? Und was haben diese mit Nichtlinearität zu tun und vor allem mit unserem 'All'tag?
3.5. Thesen: habitable Zone ein Torus, der instabil werden könnte?
3.6. Hinweis a) Berg; b) Wüste; c) Inselkette
3.7. Vulkansightseeing - muss das sein? Oder ein Berg von Arbeit
3.8. Der Wetterbericht
3.9. Das Klima? - Prima!
3.10. Wissenschaftstheorie, die Dritte: Ein ungewöhnlicher Anfang oder der [Erd] Kern allein macht keinen Attraktor
3.10.1. Erdähnliche Planeten
3.10.2. Attraktor [Fraktal] Erde
3.11. Die Formel zur Bestimmung des Erdattraktors
3.12. Das fraktale Weltall
3.13. Unendlichkeit [Outer Space 2014] und Schluss
4. Literatur

Philos /Freund und Sophi(e)a/Weisheit im Dialog:

„Was? - Die Erde ein Attraktor?!“

„Wissenschaftstheoretische Reflexionen“

A: I . Abstract

Yes! Sure this three terms and letters could be the shortest found of an science analyses … . But , ok, perhaps it is too short - and this is the reason why about 3 chapters the thesis that earth ist an attractor now will be analysed in form of an essay.

First chapters give an overview about the science landscape, research environment of the paradigma non-linear research or also chaostheory. Chapter 2 is the first central selection of the analyses, because it will be defined and is basing on science theory paradigmas, which differencided between history question, system, complex science and complex science as non-linear science, that metadiscussion shows up that evolution, nature and human are not live in a automatical world but also in a diverse world of evolution which many opinion ways. That is a research grap and disregarded that point: most prior research has been limitated non-linear systems as systems between absolutly unbehavior and system revolution [Coveney;Highfield 1992: 371; Priogine].

But world and earth is not cramped between technology mashines and chaotically revolution. Without dissipative behavior systems could never evolved. Phylosophers can breathe a sight of relief [arte Einthoven 2015: 22.02.2015] and not only they.

Chapter three collected notes. The research question is if that notes could be indicators of patterns of chaos [Briggs 1992] which are fractals [Mandelbrot 1987] and if so; what this has to do with the attractor earth. Advanced some example so the pattern of the quantencosmsos [Hawking]; the fractal quantencosmos; the human brian an attractor, Duissernberg and the Zisterzineserinnen.

One Chapter defined the term attractor. Only a (earth) core is no attractor.

Next Chaptre - calls the child by name - : erath, is an attracktor, it is a combination of the Lorenzattractor [weather turbulence]. Edward Lorentz was a scientist at the MIT/USA and Rösselerattractor [vulcanos], Otte E. Rösseler is theortcal bioligist.

Alone one (earth) core do not made an attractor that because 1.: a core has indeed an own movement with (earth) magma around in core and wandering on the top; but if earth´s crust [geology] would not behave like plasticine [earth´s crust elements: Shröter; Lautenschläger, Bibrack 1987: 28], planet look different. 2.: as a result of this form ability incurred volcanoes. So that the face of the earth is incurred through earthquake volcanoes [Rösseler-attractor] and … the climate conditions on earth [Lovelook mars analysis; Lorenzsattractor]. Thirdly and in interpretation these findings is planet earth not a rigid system, but a dynamic system: do not forget planet earth is a earth system [Wrase 2010; 2015].

The following chaper explains the concepts and defined the Lorenz and Rösseler attractor [Briggs; Peat 1993, Briggs 1992 and other]. Next one defined the chemical derivation, which is mathematized for determining. That determining intented to help findings obtainable about an earht similar attractor. In additional to this information, you will also receive information about a computer and process simulation. Therefore, the results are fractal iterated, this is the method to get patterns of the fractal/attractor earth and not least about similiar planets.

The results of the analyses will be interpreted and summarized in chapter 3 Before that chapter concludes the science theory investigation about attracktor earth.

That researche essay interested what is the planet earth, this before science should asked how a smiliar planet can be found.

Philo&Sophie

Wir, Philo und Sophie, möchten uns dem Leser dieses Essays zu nächst vorstellen, indem wir erklären, woher wir kommen. Nun: „Der aus dem Griechischen stammende Begriff >>Philosophie<< bedeutet soviel wie Liebe zu Weisheit, und entsprechend meint Philosoph den Freund der Weisheit (philós = Freund, sophía = Weisheit), der sich durch sein Streben nach jeder Form von Erkenntnis auszeichnet [dtv Atlas zu Philosophie 1993: 11].“

A: II. Einleitung

We are stardust, we are golden.

We are billion year old carbon

Crosby, Stills, Nash & Young [Outer Space 2014]

Durch meine Untersuchung nichtlinearer Phänomene in vorhandenen Systemen, Chaostheorie, interessiert mich nun, durch weitere Forschung über Fraktale, ob Rückschlüsse möglich sind, welche Aussagen über ähnliche Planeten wie die Erde erlauben und somit auch über den Planeten Erde. Zunächst erste einführende Worte zu Begriff und Wesen „Chaos“: Der Begriff ist 1975 von T.Y. Lis und J.A. Yorkes in ihrem Aufsatz Period 3 Implies Chaos in die Wissenschaft eingeführt worden [Peitgen, Jürgens, Saupe 1998: 61].

„Chaos (griech: gestaltlose Urmasse). In der Alltagssprache gilt Chaos als das Gegenteil oder die Abwesenheit von Ordnung. Das Wort selbst stammt aus der griechischen Mythologie: Nach Hesiods Theogonie um 700 v. Chr. war im Anfang das Chaos - eine grenzenlose gähnende Leere, aus der dann Gala entstand, die Erde. Ähnlich heißt es in der Genesis, dem Eröffnungskapitel der Bibel: „Und die Erde war wüst und leer.“ Auch die Schöpfungsmythologie vieler anderer Völker beginnt im Chaos. Mathematik und Naturwissenschaft sprechen dagegen von „chaotischen“ Systemen, wenn deren Entwicklung nicht determiniert, nicht vorhersagbar ist. Paradox erscheint daher der Begriff deterministisches Chaos. Dieses Chaos - auf den ersten Blick bloßer Zufall - entsteht streng gesetzmäßig etwa in Turbulenzen oder bestimmten Doppelpendeln. Trotzdem ist das Verhalten deterministischer Systeme nicht berechenbar, da sie äußerst empfindlich auf kleinste Veränderungen der Anfangsbedingungen reagieren. […] „deterministisches Chaos“ bedeutet aber nicht nur Enttäuschung […] - in der scheinbaren Regellosigkeit existieren geordnete Strukturen […] [GEO Wissen, Nr. 2, 07.05.1990: 180].“

Die zitierten Mythologien und das Eröffnungskapitel der Genesis in der Bibel haben nicht unbedingt Unrecht - oder anders - sind von den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der Gegenwart nicht so sehr diametral entfernt, denn die Entstehung des Erdsystems aus naturwissenschaftlicher Perspektive über Jahrmilliarden zeigt, wie dieser Planet immer und immer wieder seine äußere Gestalt änderte, was nicht zuletzt auch auf die ihn umgebenden und die erdeigenen Dynamiken, Evolution und Selbstorganisationsfähigkeit des Kosmos zurückgeführt werden kann. Vergleichen kann man das wunderbar anhand unterschiedlichster seriöser wissenschaftlicher Dokumentationen.

Beschäftigt man sich mit der Theorie der Nichtlinearität, Chaos und Komplexität, werden Fraktale hinsichtlich einer Ordnung analysiert [Briggs; Peat 1993]. So auch die Erde.

Im Buch Die Entdeckung des Chaos von Briggs; Peat werden die Forschungserkenntnisse Vom Chaos zur Ordnung dargestellt . Im Unterkapitel 2 Triumphe der Rückkoppelung ist der nichtlineare Planet (Briggs; Peat 1993: 231), also die Erde „... und das Leben auf der Erde durch Verflechtung und Rückkoppelung aufgebaut. Und diese Verflechtung, …, hat ihre Wurzeln im Chaos [Briggs; Peat 1993: 231].“

Oder hat der Planet Erde seine Wurzeln nicht nur im Chaos, sondern ist das Chaos? Im Folgenden werden zunächst Vorabüberlegungen vorangefügt und die Annahme dann spezifiziert.

Im selben Kapitel 2 von Briggs; Peat wird der Chemiker James Lovelock zitiert, welcher im Auftrag der NASA forschte. Aufgrund seiner chemischen Messungen auf der Erde folgerte Lovelock, „... dass der >> dauerhafte Nichtgleichgewichtszustand<< unseres Planeten einen >>klaren Beweis für die Aktivität des Lebens<< darstellt. Dagegen fand er, dass die Marsatmosphäre im Gleichgewicht ist [Briggs; Peat 1993: 245].“

Gemäß dem bisherigen Stand nichtlinear-dynamischer Erkenntnisse ist die Erde ein Fraktal [z. B. bei Briggs 1993] und Fraktale (Mandelbrot) sind „die Muster des Chaos“ [Briggs 1993]. Folgt man der Argumentation von Lovelock, ergibt sich demnach für das Sonnensystem das folgende Muster:

Sonne - im Gleichgewicht

Merkur - im Gleichgewicht

Venus - im Gleichgewicht

Mars - im Gleichgewicht

Saturn - im Gleichgewicht

Jupiter - im Gleichgewicht

Uranus - im Gleichgewicht

Pluto - im Gleichgewicht

Mond - im Gleichgewicht

Asteroiden, Kometen und Meteoriten im Gleichgewicht

Erde - permanent im Nichtgleichgewichtszustand.

Es ist wie ein [„Phato-]Wechsel, denn auf diesem Planeten ist eine andere Situation eingetreten.1 Wenn also nach einem unserer Erde selbstähnlichen Planeten geforscht wird, ist das Wissen über Fraktale erkenntniserweiternd. Mit anderen Worten: bevor man sagen kann, wie man einen Planeten, wie den unserer Erde finden kann, sollte erforscht werden, was unsere Erde ist und daher ist meine Annahme, dass die Erde ein Fraktal ist, ein chaotisches Fraktal. Denn und wie folgt zu definieren: Chaos ist nicht gleichzusetzen mit Unordnung (Wrase 2010), sondern die Form eines Musters in Abwesenheit von Ordnung, somit eine andere Ordnung, eine chaotische Ordnung [Wrase 2010].

Argumentiert wird im folgenden mit Briggs; Peat und deren Veröffentlichung Die Entdeckung des Chaos.

1. Das Kapitel Von der Ordnung zum Chaos beschreibt die nichtlineare Bewegung von Systemen, dabei entwickeln sich seltsame Attraktoren2, welche Fraktale sind [Mandelbrot 1987: 210 f.].

2. Das Kapitel Von Ordnung zum Chaos und wieder zur Ordnung zitiert mehrere Mathematiker, welche Attraktoren analysiert haben, so z. B. Barnabas, Quelle, Mandelbrot. Briggs; Peat fassen deren Ergebnisse mit den Worten zusammen: „Regelmäßige, simple Ordnungen sind in der Natur durchaus die Ausnahme und nicht die Regel. Die wahren Archetypen der Natur liegen vermutlich näher an Ruelles seltsamen Attraktoren und Mandelbrots Fraktalen als an den platonischen Körpern [Briggs; Peat 1993: 162 f.].“ Für den Mathematiker Zeemann sind seltsame Attraktoren chaotische Attraktoren (Fußnote 46, Coveney; Highfield 1994: 266). Und weiter: „Ein seltsamer Attraktor (…) ist von allen anderen Attraktoren, denen wir bisher begegnet sind - Fixpunkt-Attraktoren und Grenzzyklus-Attraktoren-, recht verschieden, obwohl er ebenfalls stabil ist und damit eine Art Zielpunkt für die zeitliche Entwicklung eines Systems darstellt. Er hat zwei charakteristische Eigenschaften: Zum einen zeigt er … eine ungeheure Sensibilität gegenüber den Anfangsbedingungen. … . Zum zweiten ist ein seltsamer Attraktor, …, ein fraktales Objekt [Coveney; Highfield 1994: 266].“

3. Hoimer v. Ditfurth veröffentlichte 1988 Im Anfang war der Wasserstoff. Im Kapitel 7 Lebende Moleküle schreibt Ditfurth: „Diese Reaktionsfähigkeit ist für uns insofern ein Glück, als unsere Welt ohne sie nicht beständig sein könnte. Wenn Eisen innerhalb von Sekunden verrostet, Sauerstoff sich in jedem Falle und ohne Energiezufuhr mit Wasserstoff verbinden würde, dann gliche die Erdoberfläche einem brodelnden chemischen Chaos (17). Keine Struktur und keine Ordnung hätte unter solchen Bedingungen Bestand. Umgekehrt wäre aber eine völlige Reaktionsunfähigkeit, …, gleichbedeutend mit einer Welt, die keiner Veränderung und damit keiner Entwicklung fähig ist [Ditfurth 1988: 145].“

Entsprechend meiner Annahme wären somit die Worte Ditfurths kursiv zu setzen: ´ Diese Reaktionsfähigkeit ist für uns insofern ein Glück, als unsere Welt ohne sie nicht beständig sein könnte. Wenn Eisen innerhalb von Sekunden verrostet, Sauerstoff sich in jedem Falle und ohne Energiezufuhr mit Wasserstoff verbinden würde, dann gliche die Erdoberfläche einer brodelnden chemischen Ordnung (...). Keine Struktur und kein Chaos hätte unter solchen Bedingungen Bestand. Umgekehrt wäre aber eine völlige Reaktionsunfähigkeit, … , gleichbedeutend mit einer Welt, die keiner Veränderung und damit keiner Entwicklung fähig ist. ´

Und Jantsch stellt fest, dass dissipative Strukturen evolvierende Systeme sind, während strukturbewahrende Systeme Devolution charakterisiert [Jantsch 1992: 61 ff., 67]. Das Fraktal Erde wird also über einen permanent critical point strukturiert, das Fraktalbeispiel Mars über einen critical point.

4. Diese Systembewegung als Ganzes, hier das Sonnensystem, könnte insofern von Interesse sein, als dass sich daraus weitere Rückschlüsse ergeben: Hat man Erkenntnisse darüber, was der Planet Erde und was die anderen Planeten sind, kann man mögliche weitere „Was-auch-immer-für-Kombinations-Systeme“ mustern.

5. Ein weiteres Muster, welchem sich der Essay annimmt, ist ein dreifaches: So wird der fraktale Quantenkosmos, das Fraktal Erde, welches eine Kombination aus Attraktoren ist und das Fraktal Kosmos bzw. Universum zur Diskussion gestellt.

6. Schließlich führt das Nachdenken über das WAS auch zu wissenschaftstheoretischen und -philosophischen Fragen, mit denen der Essay dann auch beginnt und endet.

B) Hauptteil

Wohin die Reise gehen soll, weiß ich noch nicht.

1. Überblick über die Forschungslage

Philo und Sophie treffen sich mal wieder in dem zum Institut gehörenden Institutsgarten. Eigentlich ist der Garten aber für die Mitarbeiter viel mehr als nur die äußere grüne Zierde ihres bauhausähnlich anmutenden Gebäudes mit Arbeitsräumen, Institutsbibliothek und Küche mit Essecke. Für die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Institutes ist es der Philosophengarten. Ein Garten, in dem die unterschiedlichsten Pflanzen gedeihen und wachsen, die teilweise als Lieblingspflanze des jeweiligen wissenschaftlichen Mitarbeiters mitgebracht und gepflanzt wurden. Ein Garten mit üppigem Grün, bunten Sommerblumenfarben, wild wuchernden alten Rosenstöcken und einer mit Efeu berankten brüchigen Mauer, die allen möglichen [Flug]- insekten, ab und an einem Nager und Vögeln, Habitat und Schutz spendet. Auf der mit Bruchstein gefliesten Terrasse lädt ein einfacher länglicher Holztisch mit Bänken zum Verweilen, Nachdenken, zum Essen und Trinken ein. Und so manches nachdenkliche Gespräch hat hier schon begonnen und endete mit einem neuen Forschungsprojekt.

- „Darf ich Dich fragen, worüber denkst Du nach, Sophie? Aber sicher Philo! Über unsere Arbeit hier im Institut. Über unsere systemwissenschaftlichen Forschungsaufträgen kam mir, wie ich meine, ein ganz neuer, ein vielleicht tatsächlich emergenter3 Gedanke , Philo… .

“ „Und der wäre, Sophie?“

„Dazu möchte ich etwas ausholen und einige gedankliche Einlassungen vorab formulieren,“ antwortet Sophie. Sophie beginnt Philo zu erläutern - :

„Die mittlerweile etablierte Forschung zur Theorie nichtlinearer und evolvierender Systeme haben viele Forscher durch ihre Arbeiten vorangebracht; nicht wenige davon können als Pioniere auf dem Gebiet Chaos und Fraktale gelten. Dazu später ausführlicher.

Ein Blick in ein Universallexikon aus den 1960er Jahren genügt zunächst einmal, um in wenigen Worten verständlich zu erklären, was ein System ist und mit welchem Begriff, Forschungsansätzen und Konzepten über und zu den Systemen gearbeitet und geforscht wird. So steht beispielsweise im Brockhaus-Universallexikon,“ - referiert Sophie und Philo hört aufmerksam zu -:“System [griech.´Zusammenstellung´] […] 1) allgemein: ganzheitlicher Zusammenhang von Dingen, Vorgängen und Teilen, ein aus vielen Teilen nach einer Regel geordnetes Ganzes. […] Abgeschlossene S. haben im Gegensatz zu offenen S. keine Wechselwirkung mit ihrer Umgebung [Brockhaus 1968, Bd. 5: 187].“ Gemäß chaostheoretischer Forschungen sind konservative von dissipativen Systemen zu unterscheiden.

Wichtigstes Merkmal konservativer Systeme sind deren kontinuierliche Phasenraum-Stabilität, der zu Folge in konservativen Systemen niemals Attraktoren entstehen. Integrabilität geht immer mit einem Phasenraum-Torus einher, z. B. bewegen sich bei Hamilton´schen Systemen die Trajektorien (Bahnen) um einen Fixpunkt, bei dem das Phasenraumvolumen erhalten bleibt. Man spricht bei diesen Systemen daher auch von einem Phasenraum-Torus [Bräuer 2006: 77, 80, 86].

So bewegt sich beispielsweise der Planet Erde, wie Astronomen, Kosmologen und Astrophysiker feststellten, in der sogenannten habitablen4 Zone, die als eine Ringfläche [Brockhaus 1968, Bd. 5: 263], ein Torus, dargestellt werden kann [vgl. zu besseren Veranschaulichung Briggs 1992; Briggs; Peat 1993].5 Wenngleich auch die Planetenbahn selbst, seit Poincarés Berechnungen zum Dreikörperproblem [also z.B. Sonne, Mond, Erde], ein sogenanntes dissipatives System ist. Einleitend sollen diese Worte lediglich als sehr grober Überblick das Konservative konservativer Systeme offenlegen, denn hier kann auf die entsprechende, viel ausgiebigere Literaturdiskussion auf den Wissenschaftsgebieten hingewiesen werden.6

Philo nickt zustimmend, Sohie fährt indes fort zu erzählen:

„Der Chaosforschung widmeten sich sehr früh bereits Henrie Poincaré (1854-1912), der Meteorologe am MIT Edward Lorenz, der Mathematiker Benoit B. Mandelbrot, verstorben 2010, als Physiker Mitchell Feigenbaum, der Nobelpreisträger Ilja Prigogine und seine Assistentin Isabel Stengers, promoviert in Philosophie [Philo lächelt freundlich], und weitere Wissenschaftler wie Ruelle, Highfield und Coveney [vgl. Literatur zum Thema oder kurz und prägnant auch GEO Wissen 05/1990], Heinz-Otto Peitgen, Peter Richter und Otto Rösseler, um nur einige beispielgebend zu nennen und ohne, dass damit ein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben wird. Michel Crichton schreibt Dinopark, dessen Literaturvorlage zur Grundlage für die Filme von Steven Spielberg Jurassic Park wird und in dem der Chaostheoretiker Dr. Malcom, der Paläontologe Dr. Grant und Paläobotanikerin Dr. Settler eine nicht unerhebliche Rolle spielen.“7 Hier sollte aber auch der Klassiker von Jules Verne und der Roman Reise zum Mittelpunkt der Erde, welcher bereits mehrfach verfilmt wurde, als Leseempfehlung eines frühen Science Fiction Autors nicht ungenannt bleiben. Dient doch solcher Art Lektüre immer auch dazu, die geistige Kreativität, auch und gerade in den Wissenschaften, zu fördern.

Das Lesen ermutigt dazu, den Wechsel von Perspektiven nicht von vornherein auszuschließen. Sie alle, bis auf Verne, haben sich mit der chaostheoretischen Variante der Systemtheorien, der Nichtlinearität, wissenschaftlich beschäftigt. Die gesellschaftliche Systemtheorie wurde zunächst von Talcott Parson in den USA entwickelt. In Deutschland hat vor allem der allseits bekannte Bielefelder Soziologieprofessor Niklas Luhmann diese begründet, der jedoch seine Theorie mit den modernen Erkenntnissen über die Evolution von Systemen nicht in Einklang bringen konnte.

D. h. die Erkenntnisse über das Evolvieren eines Systems ist im Luhmannschen Ansatz schwierig, wenn gar die Integration gar nicht möglich ist [vgl. z. B. Wrase 2010; 2015]. Obgleich „- Untersuchungen über allg. Gesetzmäßigkeiten aller evolutionären Vorgänge führen zu System- und Spieltheorien [dtv Atlas zur Philosophie 1993: 187].“ Und weiter: „Evolution und Vorgänge systemisch analysiert, klärt dabei „[...] das Wechselspiel zwischen Zufall [z. B. Mutation] und Notwendigkeit [z. B.Selektionsdruck]. Allg. Ergebnis ist die Selbstorganisation der Materie, die poststabil(is)ierte Harmonie [R. Riedel]: evolutionäre Prozesse folgen nicht vorgegebenen Gesetzen, sondern ihre Gesetze entwickeln sich mit ihnen [dtv Atlas zur Philosophie 1993: 187].“

Frühe Befürworter der Evolution von Arten durch Mutation und Selektion sind Charles Darwin und Alfred Russel Wallace Für beide war Evolution ein „survival of the fittest“ mit einer belebten Natur, in der sowohl der Wettbewerb als auch die Kooperation zu beobachten war. Falsch war also der regelrechte Argumentationsmissbrauch dieser Forschungsarbeiten von Darwin; Wallace daraus einen Lebenskampf abzuleiten und den Sozialdarwinismus damit zu begründen.

Lynnn Margulis, US-amerikanische Biologin und Bakteriologin, veröffentlichte anhand ihrer jahrelangen Studien die Symbiogenententheorie, wonach vor allem und als erstes bereits Bakterien durch Symbiose und Kooperation über ein für diese günstige win-win-Strategie verfügen [vgl. Lynn Margulis 1999; Wrase 2010, 2015]. Auf dem Gebiet der Kosmologie und Erforschung des Universums sind es Jantsch und Lovelook, letztgenannter als NASA- Wissenschaftler unter anderem in Zusammenarbeit auch mit Lynn Margulis, erstgenannter, Erich Jantsch, wurde in der scientific community bekannt mit seinem Buch über die kosmische Evolution. Seine Thesen veröffentlichte er mit dem Titel Vom Urknall zum menschlichen Geist. Bei dem chaostheoretischen Paradigma ist es anders als bei der Luhmannschen Systemtheorie. Hier wird grundsätzlich qua nicht-linearer Dynamik(en) bereits von Systemevolution über lange Zeitverläufe ausgegangen. Oder besser gesagt: Aufgrund von nichtlinearer Dynamik kann und findet Systemevolution statt. Mit anderen Worten ein der Evolution innewohnendes Prinzip ist dynamische Nichtlinearität. Ein nicht zu unterschätzender wichtiger Erkenntnisgewinn, um die Idee einer Chaostheorie verstehen zu können.

Nichtlinearität ist schnell erklärt, denn das heißt zunächst nur, dass etwas, z. B. Punkte, nicht einer exakt zu bestimmenden Verlaufsgeraden bzw. -linie folgt. Die 'Gerade' wird demzufolge also weder gerade sein noch wird der Verlauf in Form einer Prognose voraus berechnet werden können.

GEO Wissen vermeldet vor nun auch schon mehr als 20 Jahren, dass der Theorie, vor allem seit den 1980er Jahren, die Aufmerksamkeit vieler Wissenschaftler zuteil wurde. Schließlich interessierte alles, was die dynamische Nichtlinearität betraf: aufsteigender Rauch durch Verbrennungs- und Verdunstungsvorgänge, das Gemüse [es würde nicht wundern, der Forschenden aus eigenem Garten], krause Haare, der Inhalt der morgendlichen Kaffeetasse nebst sich verteilender Frühstückskrümmel. Und außer dieser Nichtlinearität gesellte sich eine weitere wichtige, wieder nicht zu unterschätzende Erkenntnis hinzu: von Rauch bzw. Dunstschwaden über Gemüse bis hin zum morgendlichen Frühstück: Wann immer Forscher die Umgebung betrachtend analysierten, stellten sie fest, dass sie es mit Fraktalen zu tun haben [GEO Wissen 05/1990: 164 ff.].

Der Nobelpreisträger und Begründer der Brüsseler Schule Ilya Prigogine, ein hochqualifizierter Wissenschaftler mit fundiertem Wissen zur Thermodynamik und Chemie, kam zu dem Entschluss, auch den Verlauf von Revolutionen chaostheoretisch zu analysieren [GEO Wissen 05/1990]. Wenngleich hier in dem Essay eine dem Mainstream gegensätzliche Meinung vertreten wird: Ein dissipatives System ist solange dynamisch, wie es chaotisch ist und evolviert - über einen langen Zeitverlauf - und solange chaotisch, wie es nichtlinear dynamisch ist. Erst wenn diese Dynamik abrupt quasi gestoppt wird, beispielsweise bei Revolutionen, kommt es zunächst einmal zu einem Stillstand infolge Ausbremsen von evolutionären Dynamiken. Ebenso verhält es sich bei anderen nichtlinear dynamischen Phänomenen. Man gebe die Koordinaten für die Mandelbrotmenge ein [Briggs; Peat 1993]: Sollte diese sich einem quasi stady-stay-stadium nähern und zum Stillstand kommen, findet eine fraktale Revolution statt. Also alltagstauglich formuliert etwa derart: „Gerade eben wurde bekannt gegeben, dass der Ausnahmezustand ausgerufen worden ist“ oder auch beim Roulette: „Nichts geht mehr / rien na va plues.“ Dies entspricht dann jedoch dem sprunghaften Übergang von einem in ein anderes Stadium, weswegen, wenn überhaupt, von einer quantenmechanischen Veränderung gesprochen werden kann, nicht aber momentan von chaostheoretisch fraktaler Systemevolution. Im Grunde befindet sich das Revolutionäre also als Punkt am Anfang und nicht am Ende des Phasenraums und kann genauso gut ein Punkt bleiben ohne sich weiter zu verzweigen. Das aber würde bedeuten, dass man - je nach Perspektive des Betrachters - froh sein kann oder ist, wenn das Reagenz, nicht reagiert.8

Hierzu findet man eine interessante Textstelle in dem Buch von Alois Prinz 1998 Beruf Philosophin oder die Liebe zur Welt. Die Lebensgeschichte von Hannah Arendt. Und nein! Um es gleich vorweg zu nehmen: Es wird nicht für den Essay passend gemacht, weil es sich so schön in den Argumentationszusammenhang einfügen lässt!

Also: 1963 erscheint Arendts Buch Revolution und wird von ihr mit dem Titel über Die Revolution in die deutsche Sprachen übersetzt; es ist eine gedankliche Exegese der Vita Activa [erschienen 1958]. Darin geht es um das Handeln, die Initiative ergreifen, um etwas Neues, das mit mehr als einem Menschen beginnt. „Revolution ist nun Handeln [….] im großen Maßstab, das Ereignis, mit dem in der Geschichte eine alte Ordnung über Bord geworfen und ein neuer Anfang gewagt wird [Prinz 1998: 260].“ Hannah Arendt versteht das zunächst einmal als etwas sehr Elementares: als grundsätzliche Erfahrung von Freiheit. Gleichermaßen denkt Arendt darüber nach, an welchem Punkt eine Revolution, je nach dem als gelungen oder misslungen eingestuft werden kann. Arendt vergleicht die amerikanische versus französische Revolutionen, welche als Musterbeispiele gelten. Prinz schreibt: „Gleichzeitig stellt sich die Frage, was aus diesem ersten Impuls wird. Wie kann man verhindern, dass er in Chaos [nicht im Sinne des hier definierten Wortsinn zu verstehen, sondern die politisch-ideengeschichtliche Variante, Anmerk. KW] und Gewalt endet? […] Die Französische Revolution zeigte einen Verlauf, der ab einem bestimmten Punkt [! Anmerk. KW] von der ursprünglichen Richtung abweicht [Prinz 1998: 260].“ Der Punkt ist dort zu setzen, wo eine verfassungsgebende Institutionalisierung nicht erfolgreich war. Bekanntermaßen war dies bei der Amerikanischen Revolution ganz anders: An dem Punkt angelangt, gelang es über Verfassungsbildung, die im Entstehen begriffene Macht statt Gewalt zu initiieren. „Der Grundgedanke dabei war [siehe oben, Anmerk. KW] den revolutionären Aufbruch sozusagen immer wieder zu wiederholen. Und das hing in erster Linie davon ab, ob und in welcher Weise es gelang [siehe oben, Anmerk. KW], den Einfluss der Bürger auf die Politik zu erhalten [Prinz 1998: 262].“

Das repräsentative Abgeordneten-System ist nicht lediglich Stellenhalter einer direkten Teilnahme des Volkes an dieser Verfassung. Dazu Hannah Arendt: >>Für eine vernünftige Meinungsbildung bedarf es des Meinungsaustausches; um sich eine Meinung zu bilden, muss man dabei sein, und wer nicht dabei ist, hat entweder - im günstigsten Fall - gar keine Meinung oder er macht sich in den Massengesellschaften des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert aus allen möglichen, konkret nicht mehr gebundenen Ideologien einen Meinungsersatz zurecht<< [Hannah Arendt a.a.O., zit. n. Prinz 1998: 262 f.].“

Eine weitere Überlegung zum bisher Formulierten über Möglichkeiten chaostheoretische Erkenntnisse auf gesellschaftswissenschaftliche Revolutionen zu übertragen: Als das LHC in Cern, der Teilchenbeschleuniger, in Gang gesetzt wurde, auf der Jagd nach dem Higgs-Brosomen, auch Gottesteilchen genannt, befürchteten Laien - durchaus mit Vorwissen ausgestattete Beobachter - als Nebenprodukt der Versuchsreihen könnte ein Black hole, ein schwarzes Loch, entstehen. Dieses gravitative Kräftefeld könnte schließlich anwachsen und die Erde, wenn nicht gleich die ganze Galaxie, verschlingen. Wie bisher den Verlautbarungen und Pressemitteilungen zu entnehmen ist, steht dies mit einer dermaßen zu vernachlässigenden Wahrscheinlichkeit außerhalb einer gefährdenden Möglichkeit, dass es unnötig ist, sich darüber zu sorgen. Bisherige Black holes sind über eine gewisse gravitative Energieansammlung nicht hinausgekommen und zerfielen sehr schnell wieder [LHC/Cern/Schweiz: home.web.cern.ch]. Das Für und Wider inwieweit und ob überhaupt die chaostheoretischen Erkenntnisse auf Revolutionen übertragbar sind, soll daher hier nicht weiter vertiefend diskutiert werden. Interessant wäre diese Diskussion bei totalitären Machtergreifungen, beispielsweise Stalinismus und Nationalismus als auch neueren Totalitarismen wie ISIS, Bukaharam, Abu Sajaf etc. [vgl. aktuelle Berichterstattung Presse, Funk und Fernsehen, Bracher in Jesse 1996].

1.1. Der gemeinsame Nenner der Forschenden

Gemeinsam sind diesen Forschungen, dass diese a) den Begriff und Theorien über und zu Systemen verwenden. An dieser Stelle soll über den Begriff „System“ keine ausführliche Erläuterung erfolgen [vgl. die überaus vielfältige Literatur in den Natur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften].

Ein ausführlicheres Zitat von dem Wissenschaftstheoretiker9 Helmut Seiffert wird hier dennoch eingeflochten und betrifft den Aspekt, weshalb überhaupt systemwissenschaftlich geforscht wird und nicht etwa ausschließlich historisch, beschreibend, normativ; also in welcher Form auch immer.

Nun also Seiffert: „Der systematisch arbeitende Wissenschaftler könnte zwar auch historisch forschen, wenn er wollte. Aber er will es gar nicht. […] Denn er hat die Tätigkeit in einer systematischen Wissenschaft gerade deshalb gewählt, weil er in deren Bereich selbst produktiv sein will. Er hat Mathematik studiert, weil er die Mathematik oder die Naturwissenschaften selber weitertreiben - nicht aber, weil er sich in Pascals oder Gauß' Schriften interpretierend versenken will. Er hat Architektur studiert, nicht um den Kölner Dom bewundernd zu betrachten, sondern um selbst Bauwerke hervorzubringen. Er hat Medizin studiert, um selber andere Menschen zu heilen, […]. Er hat Wirtschaftswissenschaften studiert, nicht weil ihn die Theorie von Adam Smith in ihrer historischen Gestalt oder der Verlauf mittelalterlicher Salzstraßen interessiert, sondern weil er „bessere“ Modelle des Wirtschaftssystems entwerfen will […] [Seiffert 1991: 239 f.].“

Am trefflichsten hat es die promovierte Philosophin und Theoretikerin Hannah Arendt auf den Punkt gebracht als sie sagte: “Ich will verstehen [Hannah Arendt].“10

Das Gros der Scientific Community, in deren Schnittmenge natürlich auch die Wissenschafts- amateure gehören - also jene, die oft autodidaktisch als Laien sich das wissenschaftliche Arbeiten beigebracht haben und ausüben - wird aber sicherlich zustimmen, dass es nicht nur überaus interessant ist, von und über die Lebenswege von Menschen zu hören und zu lesen. - Was, wenn uns das Leben der Individuen nicht interessieren würde? - Was wäre besagte Scientific community ohne die Berichte der Forschungsreisenden, ihre Motivationen und Biographien, würden sie uns nicht davon berichten. Oft ist gar das wissenschaftliche Denkge- bäude, der persönliche Thinktank, nur zu verstehen, wenn man dieses über die Biographien und Selbstauskünfte zu Leben und Werk eines Denkenden vermittelt bekommt. Sehr ähnlich verhält es sich mit Künstlerbiographien und ihrer Kunst. Nicht zuletzt trügen dann die wissenschaftlichen Veröffentlichungen dazu bei, Wissenschaftsgeschichte, also die Entwicklungen, welche die Fächer wie genommen haben, zu dokumentieren.

Diese Dokumentation von Wissenschaftsgeschichte ist dann zugleich auch die Evolution der Einzelwissenschaften und von Wissenschaft insgesamt [vgl. bereits Wrase 2010; 2015]. Beispielsweise beschäftigt sich die Soziologie des Alltags mit dem Alltäglichen der kleinen Leute [vgl. Forschung]. Das Tagebuch der Anne Frank [Anne Frank 1929-1945] ist eine der herausragenden Dokumentation jüdischer Verfolgung durch und wurde damit zum Forschungsgengenstand über den nationalsozialistischen Totalitarismus in Deutschland und Europa; genauso wie Einen Schmetterling habe ich hier nicht gesehen. Kinderzeichnungen und Gedichte aus Terezin (Theresienstadt).11 Weitere Beispiele sind die Selbstzeugnisse von Sokrates [Mann 1967]; der Lebensbericht über den [Theosophen, KW.] Jesus Christus von dem Altphilologen Ernest Renan über Das Leben Jesu von 1863 und neueren Datums Das Leben Jesus - Was für ein Mensch [Duquesne 1997]; Das heilige Land in fünf Bänden12 von dem Maler und Reisenden R.A. Roberts [1796-1864.]13 ; die Reise nach Surinam von Maria Sybilla Merian im 17. Jahrhundert, nach deren Namen ein bekannter Reiseverlag benannt worden ist; Gedanken von dem Mathematiker, Physiker und bekennenden Christen Blaise Pascal [1623- 1662]; Hannah Arendt [1906-1975]: Ich will verstehen. Die illustre Aufzählung über Wissen- schaftler, die zugleich Wissenschaftsgeschichte schrieben, ließe sich „[...] bis ins Aschgraue“ fortsetzen, [vgl. Schüler Robert zum kauzigen aber liebenswerten Zahlenteufel von Hans Magnus Enzensberger ].14

Auch David Ruelle hat sich in seinem Werk Zufall und Chaos im Besonderen über das wissenschaftliche Arbeiten geäußert: „Eine Menge Material über die Faszination, die an der Wurzel wissenschaftlicher Arbeit liegt, könnte man sammeln, indem man Wissenschaftler interviewt. Die Interpretation wäre heikel, könnte aber bessere Einsichten in die Psychologie wissenschaftlicher Entdeckungen geben […] [Ruelle 1993: 186].“

Sophie beendet ihre Erörterungen zum gemeinsamen Nenner der Forschenden und leitet über zu den Neuerungen in der chaostheoretischen Forschung, welche bis in das Jahr 2010 reichen:

1.2. Neueres aus den chaostheoretischen Gefilden

Ein guter Grund also für die letzten Sätze, diesen nun folgenden Abschnitt mit der Biographie eines Wissenschaftlers, Mathematikers, zu beginnen, dessen Lebenswerk - oder bei diesem darf man wohl zu Recht statt von Lebenslauf von Lebensbifurgationen sprechen - Schönes Chaos. Mein wundersames Leben 15 Benoit B. Mandelbrot [1924-2010] als Autobiographie posthum durch seine Familienangehörigen veröffentlicht wurde. Als Autobiograph schafft es Mandelbrot, dem Paradigma Chaos, seinem davon geprägtem Leben und seiner mathematischen Auffassung, in Form einer integrativen Darstellung gerecht zu werden.

Während in Deutschland die Zeitung Spektrum der Wissenschaft dem fraktalen Quantenkosmos, 2009/2010, als auch dem Zufall und Chaos ein komplettes Themenheft widmet. Der Philosoph Francois Pépin, von der Université Nanterre-Paris Quest, nimmt den vielzitierten Ariadnefaden in seinem Artikel Zufall und Determinismus auf und schreibt: „Am Ende dieser kurzen Geschichte des Determinismus stellt sich die Frage, welche Rolle der Begriff in der modernen Wissenschaft spielt. Das Wort wird immer noch sehr unterschiedlich verwendet - Determinismus als Universalmodell der wissenschaftlichen Erkenntnis und Determinismus im Sinn lokaler Kausalitäten - wobei vor allem die erste Bedeutung diskutiert wird [Pépin in Spektrum Spezial 1/10: 11].“

Zu erwähnen ist sicherlich, dass sich mittlerweile viele universitäre Forschungs- und Beratungseinrichtungen etabliert haben und komplexe Fragestellungen behandeln. Alle zu nennen ist natürlich nicht möglich. Der Lesende hat die Möglichkeit, von deutschen (Groß)Forschungseinrichtungen bis zur Forschung außerhalb von Deutschland und Europa, Projekte und Schwerpunktforschung vorgestellt, oder beruflich gar daran teilhaben zu können.16 In erster Auflage 2015 wird die Erdsystemanalyse - ein vierdimensionaler fraktaler Vergleich der Dissertation aus 2010 veröffentlicht [Wrase 2010, 2015].

Am Steinbart Gymnasium/Duisburg erhält ein Schüler für seine chaoswissenschaftliche Arbeit eine Auszeichnung von Jugend forscht [vgl. Steinbartarchiv] ebenso eine Gymnasiastin, die ihre Untersuchungen zum Lorenz-Attraktor und fraktale Musik für den Wettbewerb Jugend forscht einreichte [Roth 2008]. Und längst hat die Beschreibung und Darstellung der Chaostheorie, so wie es sich Heinz-Otto Peitgen im Interview mit GEO WISSEN 1990 vorstellte [vgl. Literaturverzeichnis des Essays], Eingang in die Kinder- und Jugendsachbuchliteratur gefunden: z. B. WAS IST WAS Mathematik.

Besonders hervorzuheben ist die mathematische Lösung des sogenannten Dreikörperproblems, welches Poincaré nicht weiter verfolgte, dann jedoch durch den Mathematiker Perelman - bisher als Poincarésche Vermutung der Fachwelt bekannt - 2006 bewiesen und im Internet auf der Plattform Arxiv.org [Format La Tex] veröffentlicht wurde.

In München widmet sich die ERES Stiftung im Jahr 2012 mit einer Ausstellung von Künstlern und Vorträgen dem CHAOS - Komplexität in Kunst und Wissenschaft. Musikwissenschaftliche Kenner hören fraktale Musikstücke [Mandelbrot 2010]. Die 12-Ton -Musik Arnold Schönbergs hat fraktal-tonalen Aufbau und Struktur [vgl. Schönberg, Bárány 2005].

Und nach wie vor entstehen anhand des Paradigmas17 akademische Abschluss- und Doktorarbeiten, welche sich entweder in vollem Umfang oder partiell mit Fraktalen auseinandersetzen.18

Philosophisches Experiment hat in eine seiner Radiosendungen am 23.12.2012 mit dem Philosophen Paul Schulmeister und dem Philosophen als auch Moderator der Sendung, Zlatko Valentic´, die Sendung Ist Chaos in Ordnung ins Internet gestellt [philosophisches- experiment.com/ist-chaos-in-ordnung/]. Schulmeister postuliert darin den Brückenschlag zwischen Philosophie und Wissenschaft, der dann gelingen kann, wenn Philosophen und Wissenschaftler bereit sind, interdisziplinären Vorgehensweisen den Vorzug zu geben vor einer in den eigenen Fachgrenzen verbleibenden Forschung [philosophisches-experiment.com: 22.02.2013].

Inter- und transdisziplinäre Ansätze und Konzepte19 bewegen sich zwischen den ausdifferenzierten Einzelwissenschaften und heben Fachgrenzen auf, so dass dadurch auch neue Studienrichtungen und Fächer institutionalisiert werden. Ein Beispiel ist der Bachelor of Science, Studiengang Angewandte Systemwissenschaft der Universität Osnabrück. In der Studienbeschreibung heißt es dazu: „[...] Mit einer breiten Palette von Methoden analysieren […] Systemwissenschaftler die Zusammenhänge innerhalb komplexer Systeme mit dem Ziel, deren Verhalten zu erklären und […] Entwicklungen kontrollieren zu können. […] Der interdisziplinäre Ansatz ermöglicht, dass die Studierenden verschiedene wissenschaftliche Sprachen und Denkweisen verstehen, deren Kombination häufig für die Lösung komplexer Probleme gebraucht wird [www.uni-osnabrück.de:10.03.2015].“20

Das Studium generale oder auch Generalstudium ist im Mittelalter entstanden. Diese überregionalen Studien waren universitäre Vorformen wissenschaftlichen Arbeitens. Das Querschnittstudium mit Fächerkombination zur universellen Allgemeinbildung wird auch heute noch an Hochschulen angeboten. Diese frühen fachheterogenen Studien können als Vorläufer wissenschaftlicher inter- und transdisziplinärer Universitäts- und Forschungskonzepte gelten [vgl. Brockhaus, Bd. 5: 163; Studienberatungsstellen der Hochschulen, aber auch durchaus Volkshochschulen].

Geht man in der Philosophie und deren Geschichte bis Wilhelm Friedrich Hegel [1770-1831] zurück, so wird Hegel in einem Atemzug mit den ersten und großen Systemdenkern der Wissenschaft und Forschung, Aristoteles und Thomas von Aquin, genannt [dtv-Atlas zur Philosophie 1993: 153] und zu diesen ersten Denkern in der Geschichte der Systemwissenschaften gehört auch die Heilige Hildegard von Bingen [1098-1179 vgl. auch Feldmann 2012: 239]. Dazu die Arbeitsgemeinschaft kath. Frauenverbände Deutschlands 800 Jahre später, 1979: „Bei Hildegard aber […] gehe es nicht darum, mystische Erfahrungen zur Erneuerung eines Ordens oder für eine besondere historische Situation >>auszumünzen<<, sondern um eine zeitlose Botschaft für die ganze Kirche und um eine ganzheitliche Weltsicht:>> Hildegards Schauen hebt sich deutlich ab von der subjektiven Ich-Bezogenheit der späteren Mystik. (…) Hildegard zeigt, weil sie es schaut, dass der Prozess der Weltwerdung kein mechanistischer ist, sondern in den ungeheuren Zusammenhängen von Schöpfung, Fall und Wiederherstellung geschieht, in deren Mittelpunkt wiederum durch den Gott-Menschen der Mensch steht.<< [Feldmann 2012: 236].“

„Aristoteles [384-324] begründet die Metaphysik als Theologie, d. h. Lehre von den ersten, den göttlichen Gründen; Thomas von Aquin(o) [1225-1274] ist als Theologe Philosoph [dtv Atlas zur Philosophie 1993: 153].“21 Der Schüler Thomas von Aquino und sein Lehrer 'doctor universales', Albertus Magnus [ca. 1206-1280]22, kannten scheinbar die hl. Hildegard v. Bingen, denn, so der Schriftsteller Feldmann in einer Anmerkung, beide haben die symbolische Weltsicht der Ordensfrau zur Lebensstufen-Charakterologie weiterentwickelt [Feldmann 2012: 279]. Das ist an dieser Stelle insofern interessant, als dass schon sehr früh in der Wissenschaftsgeschichte Denker und Intellektuelle entweder erst gar keine enge Fachgrenze zogen und/oder system- und fachübergreifend in der Lage waren, Theologie und Philosophie zu studieren und zu denken: Thomas von Aquin. Der seinerseits - wie auch Albertus Magnus - seine Erkenntnisse unter anderem aus jenen der aristotelischen Philosophie entwickelt und dem das Wissen der Kirchenlehrerin Hildegard v. Bingen bekannt ist.23

Über Hegel im dtv-Atlas zur Philosophie zu lesen ist geradeso, als würde eben dieser Hegel bereits früh formuliert haben, was an Argumentation auch bei Forschern der nichtlinear- dynamischen Systeme zu finden ist: „Das Denken HEGELs beschreibt den Prozeß, bei dem der Geist sich in die ihm fremde Form der Natur entläßt und durch die Geschichte hindurch im Menschen zu sich kommt“ [vgl. Begriff „Mitwelt“ Wrase 2010,2015] und weiter: „In der Philosophie erkennt der Geist sich selbst als Subjekt und als Substanz: Das Subjekt, das sich und die Welt denkt, fällt mit der Substanz der Welt zusammen. Hier findet er die Identität von Sein und Denken, denn die Substanz ist der sich selbst entfaltende Geist als selbstbewußtes Ganzes. […] Das System ist weniger eine von außen gegebene Form, als eine innere Orientierung am Ganzen. HEGEL sieht in ihm die einzig mögliche Darstellungsform des Wahren in der Wissenschaft:>>Daß das Wahre nur als System wirklich … ist, ist in der Vorstellung ausgedrückt, welche das Absolute als Geist ausspricht. … Das Geistige allein ist das Wirkliche, … es ist an und für sich.<<[zit. n. dtv-Atlas zur Philosophie 1993: 153]. Hegel setzt dem Dualismus eines Kant eine organische Darstellung vom Ganzen und den entbehrlichen Gegensätzen eine Stufenentwicklung des Geistes Entwicklung, die Aufhebung dessen im Ganzen entgegen: >>Das Wahre ist das Ganze. Das Ganze ist aber nur das durch die Entwicklung sich vollendende Wesen << [zit.n. dtv-Atlas zur Philosophie 1993: 153].

1.3. Kurze Zusammenfassung des Kapitels: „fractalists“

In dem ersten Kapitel dieses Essays ist die Forschungslage einleitend erläutert worden, wobei Lesende über die einzelnen Autorenpositionen in die Lage versetzt werden, sich mit dem chaostheoretischen Paradigma vertiefend zu beschäftigen.

Hier sollen noch einmal zusammenfassend vor allem jene wissenschaftliche Bücher überblicksartig besprochen werden, die sozusagen ein Muss sind, waren diese doch auch über die wissenschaftliche Fachwelt hinaus zum Novum geworden.

Zu nennen ist zunächst einmal das amüsant und mit wissenschaftlichem Anspruch veröffentlichte Buch von Briggs und Peat. Die beiden, es war Ende der 1980er Jahre, fassten die Entwicklungen, Fortgang und Inhalte der Chaostheorie so zusammen, dass das Buch der beiden schon bald zum Standardwerk über die Fachwelt hinaus avancierte. John Briggs und F. David Peat, der eine unterrichtet Psychologie an der Western Conneticut State University, der andere ein Physiker, wissenschaftsjournalistisch tätig und engagiert im Canada National Research Council, und Die Entdeckung des Chaos - eine Reise durch die Chaostheorie werden wie folgt vorgestellt: „[...] Briggs und […] Peat laden den Leser ein, jene faszinierende Welt zu erkunden, die sich durch die noch recht junge Chaos-Forschung erschließt [Briggs; Peat: Auftakt und Auflagenjahre 1986, 1989, 1993].“ Während fast zeitgleich auch im deutschsprachigen Raum von dem Mathematiker Benoit B. Mandelbrot Die fraktale Geometrie der Natur publiziert wurde, in dem Mandelbrot offenlegt, wie er über ein Studenten- und Forscherleben hinweg auf die Idee kam, die Küstenlinie eines Landes oder auch Wolken'berge' neu zu vermessen und welche mathematisch-theoretischen Überlegungen dabei so gewichtig wurden, dass Mandelbrot das, was sich da vor ihm zeigte, bereits 1976 als „Fraktale“24 bezeichnete: „Ein Wort und ein Buch: >>Fraktal<< und Die fraktale Geometrie der Natur “ [Mandelbrot 2010: 405 ff.]“. Übrigens veröffentlicht Mandelbrot seine Thesen und Gedanken ebenfalls im Stil eines wissenschaftlichen Essays, darüber geben seine im Anhang zu lesenden persönlichen Auskünfte Aufschluss.

Der Physiker David Ruelle beschreibt den Erkenntniswert von Mandelbrots neuer fraktaler Geometrie anerkennend wie folgt: „Mandelbrot hat hartnäckig die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler darauf gelenkt, daß fraktale Formen überall bei in der Natur auftretenden Objekten vorhanden sind. Das war eine wichtige und fruchtbringende Anmerkung. Was im allgemeinen immer noch fehlt, ist ein Verständnis dafür, wie fraktale Formen zustandekommen [Ruelle 1993: 188].“

Der Wissenschaftspublizist der New York Times, James Gleick, widmete der Chaostheorie ebenfalls bereits 1987 [in Deutschland dann 1988, 1990] ein Buch, welches zum Bestseller avancierte: Chaos - die Ordnung des Universums. Vorsto ß in die Grenzbereiche der modernen Physik [Knaur Sachbuch 1990]. Und wieder waren es die Systemtheorien, durch welche man feststellte, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile, um es in eine Kurzform zu bringen. Das heißt für angehende Studierende der Fakultät für angewandte Systemwissen- schaften, B.A., an der Universität Osnabrück, dass […] durch die Kenntnis der Eigenschaften einzelner Systembestandteile nicht auf das Verhalten des Gesamtsystems geschlossen werden kann [uni-osnabrück.de] und darf [Anmerk. KW.]! Längst schon war also deutlich geworden, dass reduktionistischer Erkenntnisgewinn25 einer Erweiterung um eine holistisch-qualitative Erkenntnisebene bedarf.

Die Wissenschaftstheoretiker haben den wissenschaftstheoretischen Weg bereitet, nicht da sie das Ungerade [vielmehr: zu Gerade] wieder be[un]gradigen wollten, sondern weil das Studium von Systemen keinen andern Schluss zuließ als den, dass Komplexität ein nicht zu quantifizierendes Muster ist. The patterns of chaos: fractals. Discovering a new aesthetic of art, science an nature von John Briggs veranschaulicht genau das in seinem umfassenden wissenschaftlichen Bildband [Briggs 1992, dt. 1993].26

In den posthum veröffentlichten Notizen, den Gedanken Blaise Pascals aus dem Jahr 1669, findet man unter dem Eintrag mit der laufenden Nummer 299 Folgendes zur „ Mannigfaltigkeit - Die Theologie ist eine Wissenschaft, aber aus wie vielen Wissenschaften besteht das Ganze! Ein Mensch ist eine Substanz, aber wenn man ihn anatomisch zerlegt, wird dann der Kopf [der Träger] dieser Substanz sein, das Herz, der Magen, die Adern, jede einzelne Ader, jeder Teil dieser Ader, das Blut, alle Säfte des Blutes? Eine Stadt, eine Landschaft sind von ferne eine Stadt, eine Landschaft; aber je mehr man sich ihnen nähert, sieht man nur noch Häuser, Bäume, Ziegelsteine, Blätter, Kräuter, Ameisen, Beine von Ameisen usw. bis ins Unendliche. All das verbirgt sich unter dem Namen Landschaft [Blaise, Pascal 1669 (2011): 148].“

Und in den Worten von Mandelbrot: „Die Natur zeigt nicht nur einen höheren Grad an Komplexität als die Euklidische Geometrie, sondern sie besitzt eine völlig andere Charakteristik. Natürliche Formen und Muster zeichnen sich dadurch aus, daß sie praktisch keine charakteristische Länge besitzen [Mandelbrot in Peitgen; Jürgens; Saupe 1998: 223].“ Und dieses charakteristische Moment der Natur ist insofern wichtig verstanden zu werden, da somit auch eine Klärung dessen eintritt, was unter Komplexität, Fraktale, Selbstähnlichkeit und Iteration zu verstehen ist: eben die fraktale Geometrie der Natur [Mandelbrot 1987].

Die Digitalisierung ließ es zudem nicht nur zu, sondern revolutionierte gar den Blick auf die uns überall umgebene Komplexität und wurde dabei selber immer komplexer.27 Der wissenschaftliche Mitarbeiter von IBM/USA Benoit B. Mandelbrot - ein Maverick der Wissenschaften [Mandelbrot über Mandelbrot 2010], hat auf das Zusammentreffen digitaler Revolution und qualitativer Wissenschaft mehrfach für sein Leben und Arbeiten als Mathematiker, „fractalist“, wie er sich selber nannte, hingewiesen. Im übrigen ist seine Beobachtung und die von Briggs in der […] fraktalen Geometrie der Natur und Patterns of Chaos richtig, dass gerade Künstler intuitiv bereits Naturphänomene und deren untereinander bestehende Ähnlichkeiten beobachteten und beobachten [vgl. beispielsweise arte/07.03.2015: Dokumentation Ich Leonardo da Vinci ].

Fraktale und Erkenntnisse der Chaosforschung finden mittlerweile Anwendungen auf dem Gebiet der Zell- und Krebsforschung; Gehirn- und Alterungsforschung, Satellitentechnik in Luft- und Raumfahrt, Filmproduktionen, Verschlüsselung geheimdienstlicher Informationen, Computertechnologie, Kunst, Konsumartikel [z. B. Kalender, Poster, Glückwunschkarten, Kunsthandarbeiten, die allesamt mit fraktalen Darstellungen angeboten werden, vgl. das Internet; GEO Spektrum Wissenschaft Spezial 01/10].

In dem gleich nachfolgenden Kapitel 2 wird es eine ausführlichere Diskussion über einzelne Systemtheorien und -wissenschaften geführt, da diese für die Argumentation des Essays und Analyse aus wissenschaftstheoretischer Sicht nicht unerheblich sind, sondern im Gegenteil eine Begründung dafür, dass die grundlegende Theorie dieser Untersuchung das nicht-linear dynamische, das chaostheoretische Paradigma ist. Dieses kündigt sich zudem in Form von Fraktalen an und zeigt, dass fraktale Dimensionen [Mandelbrot] einen nicht unerheblichen Erkenntnisgewinn erzielten und erzielen. Ausführungen zu Fraktalen werden in den nächsten Kapiteln, wie schon bisher, hin und wieder aus der jeweiligen Kapitelperspektive erhellt.

Dem wissenschaftlich Interessierten und Laien genügt bereits ein Blick in ein Universallexikon aus den 1960er Jahren, um in wenigen Worten verständlich zu erklären, was ein System ist und mit welchem Begriff, Forschungsansätzen und Konzepten über und zu den System gearbeitet und geforscht wird. So steht beispielsweise im Brockhaus-Universallexikon:“System [griech. ´Zusammenstellung´] […] 1) allgemein: ganzheitlicher Zusammenhang von Dingen, Vorgängen und Teilen, ein aus vielen Teilen nach einer Regel geordnetes Ganzes. […] Abgeschlossene S. haben im Gegensatz zu offenen S. keine Wechselwirkung mit ihrer Umgebung [Brockhaus 1968, Bd. 5: 187].“

Gemäß chaostheoretischer Forschungen sind konservative von dissipativen Systemen zu unterscheiden. Wichtigstes Merkmal konservativer Systeme sind deren kontinuierliche Phasenraum-Stabilität, der zu Folge in konservative Systemen niemals Attraktoren entstehen. Die Integrabilität bei den Hamilton´schen Systemen zum Beispiel und die Trajektorien (Bahnen) bewegen sich um einen Fixpunkt, bei dem das Phasenraumvolumen erhalten bleibt: Man spricht daher auch von einem Phasenraum-Torus[Bräuer 2006: 77, 80,86].

So bewegt sich beispielsweise der Planet Erde, wie Astronomen, Kosmologen und Astrophysiker feststellten, in der sogenannten habitablen28 Zone, die als eine Ringfläche [Brockhaus 1968, Bd. 5: 263], ein Torus, dargestellt werden kann [vgl. zu besseren Veranschaulichung Briggs 1992, Briggs; Peat 1993].29 Und das, obwohl die Planetenbahn selbst seit Poincarés Berechnungen zum Dreikörperproblem [also z. B. Sonne, Mond, Erde], ein sogenanntes dissipatives System ist. Das Konservative konservativer Systeme erklärt sich also über die jeweilige Systemstruktur.

Wer sich ausgiebiger mit geschlossenen versus offenen Systemen im oben genannten Sinne beschäftigen möchte, kann das anhand der rege geführten wissenschaftlichen Diskussion tun.30

„Leben als Dienst

Einmal, wenn unsere Erde vom Wüstensand bedeckt sein wird, hoffe ich, dass man in der Wüste einen kleinen Fetzen Papier entdeckt, auf dem nur dieser eine Satz steht:<< Wer bei euch groß sein will, soll euer Diener sein>>.

Vielleicht sagen dann einige: Mein Leben hat sich gelohnt, weil ich versuchte es als Dienst zu gestalten. Auch wenn die Kultur, in der ich lebte, oft so unmenschliche Züge hatte, war es, um dieses Grundsatzes willen, gut, in ihr zu leben, in ihr Mensch zu sein, in ihr Christ zu sein. Auf diesem Weg helfe Gott uns allen zueinander [Hildegard Nies (frei nach einem Text von Gerd Theißen) in der Monatszeitschrift <<Te Deum>>, zit. n. Pauluskalender 2015: 05. März, Dienstag].“

2. Von Auffahrten, Kreuzungen und Abfahrten

Die Philosophie als Auffahrt und als Richtung zu verstehen, hilft um auf der Kreuzung der verschiedenen möglichen Wissenschaftsabzweigungen sich Richtung Erkenntnis- auch Wissenschaftstheorie fortbewegen zu können. Der Weg: Wo wird er enden, wenn dann erneut abgezweigt wird, um sich dem Gebiet mit dem Ortsschild „Chaos-Forschung“, „Stadtteil Komplexität“, zu nähern? Hat man das chaoswissenschaftliche Gebiet erst mal erreicht, gibt es dort überraschend viel zu erkunden, zu entdecken und forschenden Blickes zu staunen, stellt Sophie fest und Philo's Geste des Kopfnickens signalisiert dessen Zustimmung.

Ein wenig Philosophie führt zu Atheismus; aber tiefe Philosophie bringt den Menschen zur Religion. Francis Bacon

2.1. 'Auffahrt': Philosophie

Die anschließenden Erläuterungen werden den Begriff Philosophie anhand eines längeren Zitates erklären; daher wird an die Geduld des Lesers appelliert.

„Ohne den Abstecher zur Begriffserklärung ist das Verorten bzw. das Zuordnen der Erkenntnisoder auch Wissenschaftstheorie nur schwer möglich und um diese“, sagt Sophie sehr betont zu Philo, „geht es schließlich und letzten Endes bei dem Nachdenken darüber, was die Erde ist und was das wiederum für die Theorie, Komplexität und Chaos bedeutet.“

Also …, Sophie holt tief Luft und zitiert: „Philosophíe [griech. ¸Liebe zur Weisheit'] […] das Streben des menschl. Geistes, das Wesen und die letzten Zusammenhänge des Seins, die gültigen Werte, und damit die Grundsätze der Lebensführung und Daseinsgestaltung zu erkennen. Wegen Ihres Einflusses auf Religion, Dichtung, Erziehung, pol. Ideenbildung, Natur- und Geisteswissenschaften ist die Philosophie eine der großen Geistesmächte. Die P. richtet sich auf das Ganze der Wirklichkeit, ihre Grundbestimmungen und Gesamtzusammenhänge, während die Einzelwissenschaften auf bestimmte, umgrenzte Gegenstandsbereiche abzielen. Oben an steht das Sein selbst und seine allgemeinsten Bestimmungen (→Metaphysik, →Ontologie), […] -formen der Erkenntnis (→Erkenntnistheorie) […] Gesetzlichkeit des Wahren (→Logik), des Guten (→Ethik), des Schönen [→Ästhetik]. […] Die Geschichte der P. ist für die P. selber von großer Bedeutung; […] [Brockhaus, Bd.4: 1968].“

Ihre Anfänge werden im antiken Athen verortet. Bekannte Philosophen sind Philo von Alexandria, der zeitgleich mit Jesus von Nazareth lebte. Thales von Milet, Sokrates, Platon und Aristoteles sind allesamt Beispiele bekannter Denker der griechischen Antike. Es gibt unter den Forschenden einen Dissens darüber, wer denn nun mit dem Philosophieren angefangen hat. Die meistens sind sich einig, dass die Philosophie in der Antike, vor allem in Athen, ihren Ursprung hat. Der dtv-Atlas zur Philosophie vermutet, dass die ersten Philosophen aus Indien stammten. Buddha, 550 v. Chr. - 480 v. Chr., Siddhartha oder auch Gautama, gilt jedoch als Religionsstifter. Der Buddhismus als Religion vertritt also kein philosophisches Lehrgebäude, sondern ein theosophisches [vgl. Brockhaus, Bd. 2 1968: 389]. Einer der ersten und damit frühesten Philosophen war aber tatsächlich Kung (fu) tse aus China und lebte von 551 v. Chr. bis 479 v. Chr. und ist seither bekannt unter dem Namen Konfuzius [vgl. Brockhaus, Bd. 3 1968: 172].

Erkenntnistheorie oder Wissenschaftswege können aufregend, manchmal beschwerlich sein, bestimmt aber müssen diese, um überhaupt als Paradigma, als Theorie und Methode anerkannt werden zu können, gewisse Anforderungen erfüllen. Um diese wissenschaftlichen Standards geht es im nun Folgenden. Klar ist bis hier, dass das Generieren von Erkenntnissen philosophischer Natur ist, Philosophie ihrerseits sich aus verschiedenen Teilbereichen zu einer Wissenschaft zusammenfügt. Und ein Teil dessen, das auch hier wieder mehr ist als die bloße Summe dieser Teile, ist die Wissenschaftstheorie. Wesentlichen Einfluss auf die Erkenntnistheorie und -forschung haben Wissenschaftsphilosophen. Auch bei den Paradigmen „Chaostheorie“ und „Komplexitätsforschung“ ist das nicht anders. Im Vorgriff auf das Kapitel Wissenschaftstheorie werden daher, in nicht chronologischer Reihenfolge, zunächst Thomas S. Kuhn, Paul Feyerabend und Deborah Mayo besprochen. Zunächst geht es aber im folgenden Abschnitt um die mathematisch-philosophische Iteration des Sokrates und was es damit auf sich hat.

>>Im Wegehen überlegte ich bei mir selber, dass ich wissender sei als jener Mensch.

Denn keiner von uns beiden scheint etwas Gutes und Rechtes zu wissen; jener aber meint zu wissen und weiß doch nicht; ich jedoch, der nicht weiß, glaube auch nicht zu wissen; ich scheine somit um ein Geringeres wissender zu sein als er, weil ich nicht meine zu wissen, was ich nicht weiß<< [Sokrates zit. n. Weischedel 1992: 35].

2.2. Er hat angefangen ! Oder die mathematisch-philosophische Iteration des Sokrates

„Wer? „fragt Philo irritiert - „und mit was angefangen, Sophie?“

Sophie:„Mit dem Fragen, mit dem Fragen hat Sokrates angefangen! Das Fragen, um der Erkenntnis willen; und das ist im Grunde der Auftakt zur abendländischen Wissenschaftskulturund -tradition durch Sokrates, den Philosophen.“

Gottfried Mann schreibt in seiner Sokratesbiographie über den Athener, der zwischen dem Daimonions31, welcher ihn, den Sokrates, vor alltäglichen Kleinigkeiten warnt und den Gebrauch des Logos sehr genau unterscheidet: „Mir [Mann, Anmerk. KW] scheint weiter, daß dies auch durchaus mit der Grundüberzeugung des Sokrates zusammentrifft, in wirklich relevanten ethischen Fragen dürften nur die Einsicht und die Überzeugung gelten [Mann 1985: 45].“ Gottfried Mann dazu im Kapitel DER LOGOS über das Denken des Philosophen Sokrates: „Denn nicht jetzt nur, sondern schon immer habe ich ja das an mir, daß ich nichts anderem von mir gehorche als dem Satz, der sich mir in der Untersuchung als der beste erweist [Sokrates im „Kriton“, zit. n. Mann 1985: 46].“ Und Mann weiter: „Es ist in der Tat der Logos, dessen allbeherrschende Kraft Sokrates sieht und begreift. Die Kraft des Logos kommt zur Zeit des Sokrates mit Macht zum Ausdruck in der beginnenden Naturwissenschaft. [...] „Es muß zwar offen bleiben, wie weit Sokrates selbst am Entstehen der Naturwissenschaft beteiligt war, daß er aber die Bedeutung des Logos für alle ethischen und moralischen Fragen erkannt hat, kann von niemandem bezweifelt werden. […] Dieser Logos des Sokrates hat gewiß ein Moment des Rationalismus, ein Moment der Aufklärung [Mann 1985: 49].“

Gottfried Mann kommt beim Resümieren über den Sokrates, dessen Rationalismus, dessen Einstellung zum Logos, zu der Einschätzung, hier handelt es sich daher um „[...] eine der wichtigsten Einsichten in der Geschichte der Menschheit […] [Mann 1985: 49.].“ Der Schüler des Sokrates, der Philosoph Platon, bekannt durch seine Werke Politeia und Politikos [vgl. die Quellenlage], wird dann den Philosophen Aristoteles [ca. 384/385 in Athen geboren] zum Schüler haben. Aristoteles hinterlässt seinerseits ein umfangreiches Werk. Tiere, ihrer Gestalt und ihrem Verhalten nach, die Gestirne, Staatsverfassung, die Kunst des Dichtens und Rhetorik sind allesamt Themen und Gebiete, die Aristoteles erforscht. Denn „sein ganzes Interesse ist der Wirklichkeit in der Vielfalt ihrer Erscheinungen zugewandt […]. Er fragt nach dem Wesen der Dinge und zuletzt nach dem, worin alles wirkliche gründet, woraus es entspringt und worauf es zurückgeht. Als Ergebnis seiner Forschung hinterlässt Aristoteles ein umfangreiches Werk [….] von 445.270 [Zeilen]. Mit diesem Werk wird Aristoteles zum Begründer der abendländischen Wissenschaft [Weischedel 1992: 54].“

Die folgenden Sätze der Sokrates Biographin Eva-Maria Kaufmann veranlassen zu einer Überlegung: Vor den Philosophen Aristoteles, Platon und Sokrates, haben bereits Thales von Milet und Parmenides naturphilosophische Fragestellungen erforscht. Thales von Milet auf dem Gebiet der Astronomie, Mathematik und dem Ingenieurswesen. Zu Welterklärung wird erstmals zwischen Mythos und Logos unterschieden, nicht das Göttliche ist das Verantwortliche alles Seienden, sondern das Natürliche. Anaximedes und Empedokles, Philosophen aus Sizilien, greifen dieses Wissen auf und arbeiten daran und damit. Im fünften Jahrhundert v. Chr. wird die erste Atomlehre von Leukipp und Demokrit formuliert [vgl. Kaufmann 2000: 55 f.].

Sokrates indes ist von dieser Naturphilosophie und den Ergebnissen Thales ebenso beeindruckt wie er diese aber auch in Frage zu stellen beginnt. Und aus diesen Zeiten stammt das Sokrateszitat am Anfang des Kapitels, in dem es heißt, dass er, der Sokrates, um jenes wissenden sei als er, der meine zu wissen [vgl. oben].

Zitat Kaufmann: „Mit diesen Schwierigkeiten habe er [Sokrates, KW,] von der Lehre des Anaxagoras gehört, demzufolge die Vernunft, der >>Nous<<,32 die Ursache aller Dinge sei [Kaufmann 2000:57].“

Aber Sokrates enttäuschten die philosophischen Schriften, insofern als dass diese Sokrates nicht überzeugten, damit über eine Methode zu verfügen, die durch Vernunft „[…] alles nach ihrem Maßstab, nämlich dem des Besten [Kaufmann 2000: 57]“ anordnet. Mit anderen Worten, und trefflich ausgedrückt von Kaufmann: Wasser und Erde eines Anaxagoras sind äußere Ursachen, die dem Sokrates als Ursache keine Erkenntnisse über die letzten Dinge vermitteln. Denn das ist nach Sokrates Auffassung nichts anderes als eine mechanistische Welterklärung: eine in der Knochen und Leib inhaftiert sind, die einen mit Hilfe von Sehnen in den Gelenken zu einer beabsichtigten Körperhaltung führen [vgl. Kaufmann 2000: 58].

„Was geschieht hier? Sokrates vollzieht den Schritt von den materiellen […] Ursachen hin zu den Ursachen des Geistes. Er stellt fest, daß die scheinbar äußeren und objektiven Ursachen in Wahrheit immer schon von uns gedachte Ursachen sind. Also ist es erforderlich, sich dem Denken zuzuwenden [Kaufmann 2000: 60].“

Damit leitet Sokrates einen - vielleicht den ersten - Paradigmenwechsel in der Geschichte der Wissenschaft ein: Denn nun steht für ihn, den Sokrates, das Denken im Mittelpunkt seiner philosophischen Reflexionen. Und Platon als auch Aristoteles tun es ihm gleich. Das würde aber außerdem bedeuten, dass hier ein erkenntnistheoretisches Paradoxon vorliegt: Alte antike Denker und Philosophen legten den Grundstein der modernen abendländischen Wissenschaft, die sich dann zunehmend ausdifferenzierte und ihrerseits den Determinismus und den Reduktionismus in den Mittelpunkt des Wissenschaftprogramms rückte. Durch Sokrates aber nun wieder qualitativeren Leitbildcharakter als Wissenschaft hat [vgl. Wrase 2010, 2015], weil diese wieder philosophischer wurde und daher - qua systemtheoretischen Paradigmas, der Komplexitätsforschung - einer Iteration gleichkommt mit einer Systemevolution von mechanis- tischer zu einer universellen Wissenschaft, welche Komplexität berücksichtigt. Ein sokratisch- platonisch-aristotelisches Muster, welches dadurch entstand, dass alle drei den Menschen, dessen Denken und dessen Handeln reflektierten.

Fast möchte man formulieren: ein Schmetterlingseffekt der Chaostheorie und Beispiel par Excellence, denn: “[...] was Sokrates […] Anaxagoras vorwirft, daß er bei den einzelnen Kausalitäten vom Geist keinen Gebrauch macht, sondern nur materialistische Begründungen [gibt], das ist etwas, das in der physikalischen Wissenschaft nun einmal am Platz ist [Simplikios (t 549 n. Chr. , <Physica<, zit. n. Kaufmann 2000: 60, 83].“

In Abwandlung zu den berühmten Worten des Physikers, Mathematikers und Philosophen René Descartes „Ich denke, also bin ich“ trifft insbesondere auf die sokratische Philosophie zu „Ich nehme begründet an [episteme], also bin ich.“

„Wie ich schon sagte Philo: Er hat angefangen oder die mathematisch-philosophische Iteration des Sokrates,“während Sophies Augen zugleich ins Leere schauen und die Farben des Gartens wahrnehmen.

Gegenwärtig scheint die Philosophie jedenfalls eine Renaissance zu durchleben bzw. hat ihre Form der Teilung von Wissen und Episteme weiterentwickelt. Das weiter oben bereits zitierte Format Philosophisches-Experiment. Im Medium unterwegs zum Denken produziert TV- als auch Radiosendungen und lädt Gesprächsgäste aus Wissenschaft, Forschung und intellektuellem Milieu ein. Themen sind beispielsweise: Das Heilige sind wir?; Nietzsche im Abseits!; Wie tief ist relativ?; Wieder der Methodenzwang?; Warum Ur-teilen teilen [Hannah Arendt]?; Warum Interdisziplinarität? Wie Philosophie befreit; Ist Chaos in Ordnung? Leben inmitten von Leben! [philosophisches-experiment/com/neue-doxa: 2015]. Die Sender Radio Dreyeckland Freiburg; MARKradio Salzburg und die Radiofabrik senden die Hörfunkbeiträge, während Onlinevision Team; Kommunales Kino Freiburg und Top Kinoösterreich die Fernsehbeiträge produzieren. Auf der gleichnamigen Internetplattform Philosophisches Experiment werden die Inhalte veröffentlicht [philosophisches-experiment.com 24.03.2015]. Der deutsch-französische TV-Kulturkanal arte strahlt ebenfalls mit dem Philosophen Raphael Enthoven und Philosophen als auch Wissenschaftlern seit dem 21.05.2013 das Magazin Philosophie aus [vgl. arte-Programm; www.arte-tv.de: 24.03.2015]. Themen des Magazins waren z. B. Philosophie - Zufall; - Ethik, - Technik; - Terrorismus, - Sokrates - ist es Verrat am Koran, ihn zu deuten ? usw. [vgl. www. arte.tv/de/haben-sie-eine-sendung-verpasst/: 24.03.2015].

DenkWelten ist ein Philosophiemuseum, welches dabei ist, seine Pforten für Besucher als Dauerausstellung zu eröffnen. Die gleichnamigen Vereinsträger aus Marburg/Deutschland haben die Vorstellung, Philosophie über Exponate und entsprechende Themen z. B. Philosophie und Astronomie - Eckpunkte der Naturphilosophie konkret zu veranschaulichen. Das Philosophie- museum ist bisher einzigartig [www.denkwelten.net: 2015].

Ausgehend von der Philosophie und den Kulturwissenschaften werden philosophische Praxen und Cafés deutschlandweit institutionalisiert und veranstaltet [vgl. Internet; philosphsiches- forum.de: 2015, vgl. Duden Philosophie 2009: 321]. Über das philosophische Forum besteht gar die Möglichkeit, einen philosophischen Salon unter dem Motto rent-a-philosopher zu buchen. O- Ton des Anbieters der philosophischen Salons: „Aber es gibt sie wieder, die kleinen Zirkel, […], die Inseln des intensiven Gespräches [philosophisches-forum.de: 2015].

Der Philosoph [Presse] Peter Vollbrecht, Philosophisches Forum; Praxis für Kulturphilo- sophie/Esslingen, schätzt die Lage solch philosophischer Aktivitäten wie folgt ein: “Nein, es ist etwas grundsätzlich Neues, was entsteht. Die Philosophie entwächst den Erbhöfen der Universitäten, Forschungseinrichtungen und auch den Volkshochschulen [Vollbrecht 3/2000].“

Vergib uns unsere Unwissenheit (2013: 266)

Guy Deutscher

Sprache ist ein Mittel zur Kommunikation,

das uns Verständigung erlaubt, ohne dass wir einander verstehen müssen.

Prof. Querulix

2.3. Das Synonym zum Wort Chaos ist Fraktal

Auf den ersten Seiten des Essays ist bereits mehrmals Wort und Begriff Chaos gefallen, daher ist es an der Zeit sich mit dem „Chaos“ als Wort und Begriff einmal eingehender zu beschäftigen. Neben einer Begriffsbestimmung wird sowohl lexikalisch, sprachwissenschaftlich als auch anhand einiger Überlegungen dem Wort auf den Grund gegangen.

Wer behauptet, dass das Synonym zum „Chaos“ der Begriff „Fraktal“ ist, wird wohl am besten zunächst definieren - so ist es halt mit der Wissenschaft - was Synonyme sind, denn sich in der Wissenschaft einig werden, zu definieren was ein Begriff bedeutet oder wie er definiert ist, ist

1. Grundlage für eine leichtere Verständigung, sprichwörtlich erleichtert es die Sache ungemein;
2. das Vermögen Missverständliches zu klären und
3. bereit zu sein, eine Sprachregelung zu nutzen.

Diese drei Punkten sind Grundlagen, welche für das wissenschaftliche Arbeiten unerlässlich sind [vgl. htpp.//ollewolf./tutorials/wissenschaftlichesschreiben/wissenschaft].

Also wie es Guy Deutscher, der Mathematik und Linguistik studierte und promovierter historischer Linguist ist, mit dem Titel seines 2013 in zweiter Auflage publizierten Sachbuches trefflich formuliert: Im Spiegel der Sprache. Warum die Welt in anderen Sprachen anders aussieh t [Deutscher 2013].

„Synonym“ definiert das Deutsche Universalwörterbuch - Duden wie folgt: (Adj.) [spätlat. Synonymos < griech. Synónymos] (Sprachw.): mit einem anderen Wort od. einer Reihe von Wörtern von gleicher oder ähnlicher Bedeutung, so dass beide in einem bestimmten Zusammenhang austauschbar sind; sinnverwandt: […] Redewendungen; einen Ausdruck mit einem anderen S. gebrauchen [Duden 2001: 1553].“

Für „Synonym“ schlägt der Duden der sinn- und sachverwandten Wörter - Synonymwörterbuch der deutschen Sprache vor: „gleichbedeutend, sinngleich, sinnverwandt, bedeutungsähnlich, sinnähnlich, bedeutungsverwandt, ähnlichbedeutend, hyperonym, hyponym · in Bezug auf aus Wörtern verschiedenen Sprachsystemen: heteronym übereinstimmend, Wortgleichheit […] [Duden 1997: 695].“

Briggs; Peat führen zu dem Begriff Folgendes an: „Prigogine benutzt das Wort Chaos in zwei verschiedenen, wenn auch manchmal austauschbaren Bedeutungen. Einmal ist da das passive Chaos des Gleichgewichts und der maximalen Entropie, wo alle Elemente so intim vermischt sind, daß keine Organisation existiert. Dies ist das >>Gleichgewicht des thermischen Chaos<< wie in dem Endzustand des >>lauwarmen<< Universums<<, den Clausius hervorsagte. Die zweite Art von Chaos aber ist aktiv, heiß und energetisch - ein >>turbulentes Chaos weit entfernt vom Gleichgewicht<<. Dies ist das Chaos, das die Aufmerksamkeit von Feigenbaum, Lorenz, May, Ford und anderen anzog, […] [Briggs; Peat 1993: 202].“

David Ruelle, Mathematiker und Physiker, weist darauf hin, dass das neu aufkommende Forschungsgebiet seine Bezeichnung „Chaos“ von einem Wissenschaftler der angewandten Mathematik, Jom York, von der Universität Maryland/USA, erhielt [vgl. Ruelle 1993: 71]. Da Ian Stewart, Autor des Buches Das Rätsel der Schneeflocke - Die Mathematik der Natur, feststellte, dass das Wort „Chaos“ zu Missverständnissen führt, gerade dann „wenn der erhellende Zusatz „deterministisch“ fehlt [Stewart 2002: 174]“, nehmen wohl die meisten an; es ist ein anderer Begriff, neu und modisch, für Zufälligkeiten. Aber so ist es nicht, denn beim Chaos handelt es sich um „scheinbare Regellosigkeit mit streng deterministischer Ursache [Stewart 2002: 174].“ Chaos findet man, so Stewart, nämlich zwischen den Regelmäßigkeiten und den Zufällen im Niemandsland und es wird durch Regeln hervorgebracht. Echte Zufälligkeiten gibt es dennoch in chaotischen Systemverhalten [Stewart 2002: 174]. “Vereinfacht ausgedrückt werden die deterministischen Regeln eines chaotischen Systems auf einen Anfangszustand mit mikroskopischen Zufälligkeiten losgelassen, die allmählich aufgeblasen werden, bis sie sich im makroskopischen Systemverhalten niederschlagen [Stewart 2002: 147].“

Das Problem ist jedoch auch ein philosophisches, denn nun lautet die Frage, inwieweit überhaupt von der Existenz eines echten Zufalls gesprochen werden kann. Stewart beantwortet wie folgt am Beispiel des Würfelns: Bei exakten Kuben und entsprechender Würfelbewegung wirken sich deterministische Regeln aus [Stewart 2002: 147]. „Woher also kommt der Zufall im Würfelspiel? Aus unserer Unkenntnis der exakten Anfangsbedingungen [Stewart 2002: 174].“ Denn diese unterliegen einfachen Gesetzmäßigkeiten der Mechanik, bei der während der Bewegung der Würfel bereits die geringsten Messfehler das Erfassen der Anfangsbedingungen verzerrt. Letztendlich kann nichts und niemand prognostizieren wie die Würfel fallen, nur und soviel steht fest - dass sie es tun. Chaos hat also eine zweifache Natur, es ist schlicht und ergreifend ordentlich unordentlich [vgl. Stewart 2002: 176].

In einer katholischen Leihbücherei wird man auch sonntags fündig: Dort steht im Philosophieduden für Schüler zum Eintrag „Chaos“ folgende Differenzierung zum Begriff zu lesen ;mit Bitte um Geduld, es folgt ein längeres Zitat: “[griech. <<klaffende, gähnende Leere>>: synonym wird im alltäglichen Sprachgebrauch ein Zustand der Unordnung ausgedrückt oder auch ungeregeltes Durcheinander. Während mythische Kosmogonien damit einen unterschiedslosen Weltursprung bezeichnen.

[...]


1 Die Erde hat „homo sapiens sapiens“, Witz aus dem alternativen Milieu (Soziologie).

2 Den Begriff „Seltsamer Attraktor“ haben David Ruelle und Florian Takens geprägt (Coveney/Highfield 1994: 265).“

3 „[...] Philosophie, im Bezug auf Eigenschaften eines Systems: unerwartet neu auftretend, plötzlich auf- brechend [Wortbedeutung.info| Wörterbuch: www.wortbedeutung.info]“

4 […] Standort, an dem eine Tier- od. Pflanzenart regelmäßig vorkommt [Duden: 2004].“

5 Und dieser meist kreisförmige Torus, der seiner Form nach wie ein Donut ausschaut, wird als Attraktor bezeichnet [Briggs; Peat 1993]. Allerdings wird, um den Leser nicht zu sehr mit den Begriffen zu irritieren, im weiteren von Torus und Tori die Rede sein.

6 Eine ausgiebige mathematische Diskussion vgl. z. B. Bräuer 2006.

7 Dr. Michel Crichton, geboren 1952 in Chicago, ist Harvardabsolvent, zunächst am College und dann an der Medical School. Stationen seines beruflichen Lebens sind das Salk Lake Institute und das MIT, beide in den USA [Klappentext Dinopark 1990, 1991].

8 Dies wird nicht festgestellt, um sich irgendjemandem anzudienen, sondern ist vielmehr ein Gebot der Fairness und Redlichkeit eines jeden Tätigen in Wissenschaft & Forschung.

9 Ihr Inhalt ist die Wissenschaft über die Wissenschaft, mit anderen Worten es wird erforscht, wer, was, wie forscht und weshalb erforscht wird. Paradigmen, Theorien, Methoden betrachtet und analysiert die Wissenschaftstheorie und gehört als Metawissenschaft zum Philosophiefach.

10 Obgleich Seiffert sehr richtig darauf hinweist, Zitat: „Historische Disziplinen mit wissenschaftlichem Gegenstand wären zum Beispiel die Geschichte der Mathematik als reinster Fall, die Geschichte der Naturwissenschaften, die Geschichte der (systematischen) Sozialwissenschaften (…). Auch die Geschichte der Architektur, der Technik und der Medizin gehören in diesen Zusammenhang, insofern sie als (wenn auch „praxisnahe“) Wissenschaften gelten [Seiffert 1991: 242].“

11 Durch diese Lebensgeschichten u. Zeitdokumente wird nicht nur Zeugnis über die totalitären Systeme abgelegt, gleichzeitig ist mit der Erforschung nationalsozialistischer Verfolgung in Deutschland, Europa und weiteren Erdteilen auch jeglichen Holocaustleugnungen wissenschaftlich die Argumentations- grundlage entzogen.

12 Der Widmungstext des Verlegers Roberts, Francis Graham Moon schreibt im Widmungstext an seine Majestät, die Königin vom Vereinigten Königreich „[...] Diese Bände veranschaulichen Schauplätze, die einst durch den Wandel von Propheten und Aposteln geheiligt wurden, die zu allen Zeiten für Gelehrte und Philosophen von höchstem Interesse waren und die jetzt dem Menschenfreund und Christen heiligste Gedanken und begeisterndste Aussichten eröffnen [Das heilige Land, Roberts, Bd.1: S. 4, Neuausgabe v. Ran: 1982].“

13 Tagebucheintrag von David Roberts R. A.: „Dies ist wirklich das schönste Leben das es gibt … morgens früh das Zelt abbrechen und die Kamele beladen … und wieder auf dem Weg zu neuen, wichtigen Orten [zit. n. van der Land: David Roberts Romantische Reise durch biblische Länder].“

14 Vgl. Institute zu Biographieforschung und Wissenschaftsgeschichte z. B. in Deutschland.

15 Wie trefflich ausgedrückt, heißt es doch, wie bejahend Lebensverzweigungen sind und räumt mit den Vorurteilen über das Chaos im Leben eines Menschen auf. Und es bedeutet, das was Einstein über das Mysterium des Lebens feststellte, je tiefer man in das Buch - interpretiert formuliert - des Lebens schaut, desto… [vgl. Wrase 2010; 2015].

16 Einen schnellen Überblick erhält man mit den entsprechenden Suchwörtern über das Internet.

17 „auch para' digma: griech.: >>Beispiel<<]: der Begriff geht auf den Wissenschaftstheoretiker Thomas Kuhn zurück, der ausdrückt dass die Wissenschaft über einen Zeitraum/-intervall hinweg Grund- ansichten/-auffassungen nicht nur übernommen, sondern akzeptiert hat. Diese grundsätzlichen geteilte Auffassung über die Wissenschaft betreffen Methoden und das methodologische Vorgehen, Lösung von Problemen, was ein wissenschaftliches Problem ist und was nicht, die Konstitution der Gegenstandsbereiche (auf die Beobachtung bezogen). Ein Paradigma kann von einem Paradigma abgelöst werden, wen dem so ist, handelt es sich um einen globalen [Anmerk. KW.] Paradigmen- wechsel [vgl. Duden Philosophie 2009: 308].“

18 Vgl. beispielsweise die Diplomarbeit von Sagheb Kawe 2007: CAD und fraktale Maßwerke, die Doktorarbeit über Nachrichtentheorie von Stefan Frerichs und die Diplomarbeit von György Bárány 2005 zur Musikwissenschaft und Algorithmen.

19 Vgl. dazu auch Wrase 2010, 2015.

20 Studiengang-Disziplinen: Mathematik, Informatik, Anwendungsfach optional: Biologie, Chemie, Physik, Sozial-, Wirtschaftswissenschaften, Geographie, -informatik oder Psychologie. Master of Science: Um- weltsysteme und Ressourcenmanagement [vgl. www. uni-osnabrück.de 10.03.2015].

21 Vgl. gelebt von/bis dtv-Atlas zur Philosophie 1993: 47, 81, 151.

22 Vgl. gelebt von/bis dtv-Atlas zur Philosophie 1993: 81.

23 Vgl. dazu auch Matthies Einf. i. d. Systemwissenschaft 2002/2003: Kap. 2.2 Historischer Abriss: „,[...] wobei der Systemgedanke selbst schon im Altertum nachzuweisen ist.“

24 Les objets fractals [Mandelbrot 2010: 406 f.]: „Ich wollte die Vorstellung eines zerbrochenen Felsens vermitteln, einer unregelmäßigen und zerklüfteten Form. Der Lateinunterricht meiner Jugend hatte mich gelehrt, dass die Sprache sehr konkret ist. Das Latein-Wörterbuch meines Sohnes bestätigte, dass fractus >> gebrochen<< oder >>zerschmettert<< bedeutet. Ausgehend von diesem Adjektiv fiel mir das Wort >>fraktal<< ein - und so erhielt mein Buch in der französischen Ausgabe den Titel Les objets fractals.“

25 also von Ursache auf Wirkung zu schließen und Daten empirisch zu quantifizieren: anders formuliert: Man beobachtete, sammelte und analysierte. Die Resultate wurden und werden dann in Form von z. B. statistischen Zahlen erhoben und ausgewertet; in einem nächsten Schritt dann in den einzelnen Wissenschaften interpretiert oder ausgelegt. Mit diesen Interpretationsergebnissen erfolgt in einem abschließenden Schritt, nicht immer, jedoch meistens, die Information der Öffentlichkeit, Auftraggeber oder sonstiger diverser Interessierter.

26 Gleichwohl ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass nicht alles was komplex ist, Komplexität im sys- temtheoretischen Sinne ist.

27 Das Herausbringen der jeweils aktuellsten Version von Betriebssystemen als auch digitale Endgeräte, und die in den Medien dokumentierten langen Wartereihen vor den Verkaufsläden ist Beleg dafür.

28 „[…] Standort, an dem eine Tier- od. Pflanzenart regelmäßig vorkommt [Duden: 2004].“

29 Und dieser meist kreisförmige Torus, der seiner Form nach wie ein Donut ausschaut, wird als Attraktor bezeichnet [Briggs; Peat 1993]. Allerdings wird, um den Leser nicht zu sehr mit den Begriffen zu irritieren, im weiteren von Torus und Tori die Rede sein.

30 Eine ausgiebige mathematische Diskussion vgl. z. B. Bräuer 2006.

31 Die Stimme, welche Sokrates oft vernahm, zu ihm sprach, ihn warnte in Kleinigkeiten, ihm zu etwas abrat. Bis Gegenwärtig ist seitens der Wissenschaft und Forschung ungeklärt, wie dieses Phänomen des Daimonions zu verstehen ist. So bewegen sich die Annahmen zwischen einer göttlichen Stimme und dem Sokratischen Gewissen, welches sich Gehör verschafft [vgl. Mann 1985: 40 ff.].

32 Kernbegriff in der griechischen Philosophie ist neben Nous auch Logos. Beide können nicht eindeutig/- dimensional übersetzt werden. Letzterer, Logos, umfasst: Wort, Rede, Sprache und alle Vernunft- äußerungen. „Insbesondere im philosophischen Kontext verfügt der Begriff logos über ein äußerst weites Bedeutungsspektrum, das von Gedanken, Beweis, Überlegung, System bis hin zur Weisheit reicht [Kaufmann 2000: 58].“ Entscheidend ist die Zuführbarkeit zu einer Überprüfbarkeit der These/Aussage, dann ist „[...] Logos […] das durch Prüfung wahre Erwiesenen [Kaufmann 2000:58].“ Nous ist begrifflich genauso weit zu fassen als Geist, Intellekt und Verstand [vgl. Kaufmann 2000: 58].

Details

Seiten
136
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668127050
ISBN (Buch)
9783668127067
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v313434
Note
Schlagworte
Erde Wissenschaftstheorie theoretische Philosophie Attraktor Chaos Fraktale Attraktoren Exoplaneten Komplexitätstheorie Evolution nichtlinear dynamische Systeme

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Titel: Was? Die Erde ein Attraktor? Wissenschaftstheoretische Reflexionen