Lade Inhalt...

Hermann Hesse - Glaubensaspekte in "Siddhartha" und "Narziß und Goldmund"

Seminararbeit 2002 17 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kurzbiographie Hermann Hesse

Siddhartha- Inhalt

Glaubensaspekte Hermann Hesses in Siddhartha

Narziß und Goldmund Inhalt

Glaubensaspekte Hermann Hesses in Narziß und Goldmund
Inwiefern entsprechen Narziß und Goldmund ihren hier zugeordneten christlichen Prinzipien?
Narziß als Jünger Johannes
Goldmund als Urmutter Eva
Vergleich der beiden Prinzipien

Hermann Hesse - Sein Glaube - dargestellt an "Narziß und Goldmund" und "Siddhartha"

Schluß

Literaturverzeichnis

Einleitung

"Meine eigene, im Christlichen beginnende Seelengeschichte zu erzählen, aus ihr meine persönliche Art von Glauben systematisch zu entwickeln, wäre ein unmögliches Unternehmen; Ansätze dazu wären alle meine Bücher."[1]

Hermann Hesse schrieb viele Bücher, deren Inhalt der Glaube ist. Zwei davon sind "Siddhartha" und "Narziß und Goldmund". Auch in diesen beiden Büchern spielt der Glaube eine zentrale Rolle, aber nicht nur der Glaube sondern auch der Weg zu sich selbst. Hermann Hesse war der Ansicht, dass Gott in jedem Menschen existiert und jeder Mensch so nur sich selber braucht um die Erlösung zu erlangen. "Du sollst dich nicht nach einer vollkommenen Lehre sehnen, sondern nach der Vervollkommnung deiner selbst. Die Gottheit ist in dir, nicht in Begriffen und Büchern."[2]

Trotz dieser seiner Meinung haben die Bücher Hermann Hesses vielen Menschen geholfen zu sich selber zu finden, da er ausspricht, was viele denken. Für einige sind die Bücher Hesses sogar zu einer Art Bibel geworden.

Doch welche Art von Glauben hat Hermann Hesse selber, wie denkt er über Gott und die Erlösung der Menschen? Auch wenn Hermann Hesse sagt, dass dies ein "unmögliches Unternehmen" sei, soll der Sinn dieser Arbeit sein, Hermann Hesses Glauben zu skizzieren. Dargestellt soll dies an den beiden Büchern "Siddhartha" und "Narziß und Goldmund" werden.

Kurzbiographie Hermann Hesse

Hermann Hesse wurde am 2. Juli 1877 in Calw geboren. Er war der Sohn Johannes Hesse (1847 - 1916) und Marie Hesse (1842 - 1902). Sein Vater war ein baltischer Missionar und später Leiter des "Calwer Verlagsverein", seine Mutter war die älteste Tochter des namhaften Indologen und Missionars Hermann Gundert. Seine Eltern wie auch sein Großvater waren als Missionare in Indien und liebten seither Indien. Hermann Hesse war somit schon seit frühester Kindheit zwischen zwei Religionen, dem Calwer Pietismus und der indischen Lebenswelt, die für ihn um ein vielfaches interessanter war. "Für den Knaben Hermann Hesse tat sich eine höchst unterschiedliche Welt auf: Einerseits die behäbige Kleinstadtidylle, die dennoch für ein aufgewecktes Kind allerlei Überraschendes und Erforschenswertes bot, eine freundliche Landschaft, deren visuelle Reize das Kind anzogen; andererseits ein polyglottes Elternhaus, in dem kulturelle Vielfalt, missionarisch bedingte Weltläufigkeit und pietistische Unnachsichtigkeit eine eigenartige Mischung ergaben."[3]

Nach dem Besuch des Reallyzeum wurde Hesse 1891 Seminarist im evangelischen Klosterseminar Maulbronn, von wo er aber nach sieben Monaten flieht, da er sich nicht dazu berufen fühlte Theologie zu studieren, er wollte lieber Schriftsteller werden. Nach einigen schweren Monaten, währenddessen er auch einen Selbstmordversuch hatte, wurde er schließlich im November 1892 ins Gymnasium in Bad Canstatt aufgenommen. Zwischen 1895 und 1898 absolviert er eine Buchhändlerlehre bei J.J. Heckenhauer in Tübingen. 1898 erscheint der Gedichtband "Romantische Lieder" als erste Buchveröffentlichung. 1899 geht er dann als Buchhandelsgehilfe nach Basel, wo er beginnt für die "Allgemeine Schweizer Zeitung" Artikel und Rezensionen zu schreiben. Zwei Jahre später unternimmt Hesse seine erste, siebenwöchige Italienreise. 1911 reist er dann mit dem Maler Hans Sturzenegger nach Ceylon und Indonesien, angeblich hat Hesse den indischen Subkontinent aber aufgrund einer Magen-Darm-Erkrankung nicht betreten, auch sei er von den Chinesen vielmehr fasziniert gewesen, als von den Indern.

Das Bild von Indien, das er seit seiner Kindheit in sich trug, wurde nicht bestätigt, zwar war er fasziniert vom Orient, aber gleichzeitig auch irritiert, da die Realität seiner Phantasie wohl nicht entsprach. 1913 erscheint "Aus Indien. Aufzeichnungen einer indischen Reise" bei Fischer in Berlin.

Der Tod des Vaters, der Krankheit seiner Frau und seines jüngsten Sohnes Martin führen zu einem Nervenzusammenbruch. 1916 begibt er sich zum ersten Mal in psychotherapeutische Behandlung beim C.G. Jung Schüler J.B. Lang.

Ab 1919 befindet Hesse sich in Briefwechsel mit Jung selbst, während seiner Schaffenskrise zu "Siddhartha" 1921 ist er bei Jung in psychoanalytischer Behandlung.

1922 dann die Veröffentlichung von "Siddhartha. Eine indische Dichtung". Ein Jahr später Scheidung der ersten Ehe. 1930 erscheint "Narziß und Goldmund". Während der zwölf Jahre der Diktatur Hitlers in Deutschland unterstützen Hesse und seine inzwischen dritte Frau unzählige Emigranten und verfolgte Juden auf ihrer Flucht. Hesses Schriften gelten in Deutschland während dieser Zeit als unerwünscht und werden nicht wieder neu aufgelegt. 1946 erhält Hesse den Goethepreis der Stadt Frankfurt und den Nobelpreis für Literatur. Am 9. August 1962 stirbt Hesse in Montagnola.

[...]


[1] Hermann Hesse : "Mein Glaube", Suhrkamp Verlag Frankfurt/Main 1971, S. 67 (im folgenden abgekürzt mit MG)

[2] MG S. 150 (aus "Glasperlenspiel")

[3] Sebastian Giebenrath: "Siddhartha aus Gerbersau", herausgegeben von Kreissparkasse Calw 2002, S.19

Details

Seiten
17
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638323819
Dateigröße
584 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v31341
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1,5
Schlagworte
Hermann Hesse Glaubensaspekte Siddhartha Narziß Goldmund Proseminar Literatur Jahre Deutschland Italien

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Hermann Hesse - Glaubensaspekte in "Siddhartha" und "Narziß und Goldmund"