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Freistellung von Leitung in Kindertageseinrichtungen. Evaluation in einer Stadt in Rheinland-Pfalz

Hausarbeit 2013 30 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Pflegemanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leitungsaufgaben

3. Evaluation
3.1. Definition
3.2. Bedeutung
3.3. Form
3.4. Standards
3.5. Ziel

4. Das Programm
4.1. Die Fragestellung
4.2. Die Bedingungen

5. Verfahren der Evaluation (das Konzept)

6. Evaluationsschritte
6.1. Zweck und Nutzen
6.2. Gegenstand der Fragestellung
6.3. Untersuchungsplan
6.4. Daten erheben und auswerten
6.5. Schlussfolgerung

7. Fazit

Literatur

Linkverzeichnis

Abbildungsverzeichnis:

Anhang

1.Einleitung

„ Bildung auf bestmöglicher Basis“

Kindertageseinrichtungen und ihre Führungspersonen.

In dieser Arbeit wird die Freistellung der institutionellen Leitung in einer Stadt in Rheinland Pfalz, im Vergleich zu Kommunen der Nachbarschaft evaluiert.

Der Träger in dieser kreisfreien Stadt ist Betreiber von 14 Tageseinrichtungen für Kinder im Altern von 12 Monaten bis 14 Jahren. Aus Vertretungsgründen ist eine dieser Einrichtungensleitungen seit vielen Jahren freigestellt. Eine weitere Einrichtung hat eine 25%-ige Leitungsfreistellung, es handelt sich um eine viergruppige Tagesstätte im Ganztagesbetrieb. Im Laufe der Landschaftsveränderung der Kindertagesstätten[1] kam eine weitere Freistellung der Führungsposition der Integrativen Kindertageseinrichtung unter doppelter Trägerschaft hinzu, da der zweite Trägeranteil dies forderte.

Die städtischen Häuser reichen von Zweigruppigkeit bis zu einer 5-gruppigen Tagesstätte. Ergänzend ist hier zu sagen, dass dem Träger einige Veränderungen bevor stehen, zwei Einrichtungen befinden sich in Anbaumaßnahmen, eine Institution in der Phase des Neubaus und wird im Anschluss daran aus dem Altbau umziehen, eine Tagesstätte nach Sanierungs- und Umbaumaßnahmen in eine ehemalige Tageseinrichtung einziehen und sich komplett neu formieren. In der Stadt werden sechs weitere Tagesstätten in freier Trägerschaft ausgeübt.

Diese Größenordnungen der Leitungsfreistellungen verbreitet seit Jahren Unzufriedenheit. Aktuell beschäftigt sich ebenso das Fachamt mit diesem wichtigen Thema. Der viel besagte Fachkräftemangel macht auch vor diesem Träger nicht halt. Leitungsfreistellung ist eines der Merkmale, welches mess- und vergleichbar für Bewerber ist (sowohl auf Leitungsstellen, als auch auf Mitarbeiter- und Praktikantenstellen in den aktuellen Teams) und den Ausschlag für Interesse und Mitarbeiterzufriedenheit geben kann.

Mit steigender Qualität in den KiTas steigt die Verantwortung für den Leiter[2]. Des Weiteren bedarf es Zeit für Fortbildungen und für den fachlichen Austausch. Nur so kann die Qualität der pädagogischen Arbeit kontinuierlich weiter entwickelt werden. Ein Mindeststandard der Leitungsfreistellung sollte gesetzlich geregelt werden. Es kann nicht immer mehr Qualität gefordert werden, es muss auch für die Grundlagen gesorgt und die Ressourcen bereitstellt werden.

2. Leitungsaufgaben

Aus den Erfahrungen der Verfasserin heraus, steigen die Anforderungen und die Verantwortung für die Einrichtungsleitungen stetig. Diese reichen von der Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsempfehlungen, Verantwortung für die Konzeptentwicklung, Zusammenarbeit mit dem Träger, über die Planung des pädagogischen und organisatorischen Alltags der gesamten Einrichtung. Personalführung und -entwicklung, Wahrnehmung von Kinderschutzaufgaben, Umsetzung des gesetzlichen Förderauftrags, Integration und Inklusion, Elternarbeit und -beratung, Netzwerkarbeit mit anderen Einrichtungen im Sozialraum, Evaluation, Qualitätssicherung und -entwicklung, bis hin zur Übergangsgestaltung vom der Kindertageseinrichung zur Grundschule. (vgl. o.A., 2010, Orientierungshilfe „Leitung in Kindertagesstätten“, online)

All dies neben dem Gruppendienst mit und bei den Kindern, was bedeutet, dass die Fachkraft in der Gruppe häufiger alleine ist, da die Arbeitsstunden der Leitung im „nicht freigestellten Umfang“ in den Personalschlüssel der pädagogischen Arbeit mit eingerechnet sind.

3. Evaluation

Evaluation ist ein Wort, das in den letzten Jahren vermehrt zu hören und zu lesen ist. Evaluiert werden Gegenständen wie Projekte, Programme, Maßnahmen, Produkte, Personal, Organisationen, Dienstleistungen und Andere. Durch Evaluation können Untersuchungsgegenstände angemessen erforscht und weiterentwickelt werden.

In dieser Arbeit beziehe ich mich auf den Bereich der pädagogischen oder sozialen Arbeit.

Die Notwendigkeit von Evaluation entspricht unter anderem dem gesetzlichen Auftrag gemäß § 22a (1) KJHG, SGB VIII, (Förderung in Tageseinrichtungen) der besagt: „Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen die Qualität der Förderung in ihren Einrich­tungen durch geeignete Maßnahmen sicherstellen und weiterentwickeln. Dazu gehö­ren die Entwicklung und der Einsatz einer pädagogischen Konzeption als Grundlage für die Erfüllung des Förderungsauftrags sowie der Einsatz von Instrumenten und Verfahren zur Evaluation der Arbeit in den Einrichtungen.“

3.1. Definition

Unter Evaluation versteht man, eine systematische, zielgerichtete und nachvollzieh­bare, auf vorliegenden oder neu erhobenen Daten, beruhende Beschreibung,Bewer­tung und Analyse von Programmen, zur Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle. (vgl. Beywl/Schnepp-Winter 2000, S 17)

Evaluation ist die Sammlung und Analyse, sowie Interpretation über das Programm. Weiterhin die Umsetzung und Wirkung von Maßnahmen. Diese sollen die Lebens­bedingungen und das soziale Umfeld der Menschen verbessern. (vgl. König 2000, S 34)

In der Evaluationstheorie nennt man die Evaluationsgegenstände „Pro­gramme/Programmevaluation“.

Die erzielten Ergebnisse, Schlussfolgerungen oder Empfehlungen müssen nachvoll­ziehbar auf empirisch gewonnenen, qualitativen und/oder quantitativen Daten beruhen.

3.2. Bedeutung

Nach Schißl (2005) setzt Evaluation Fakten an die Stelle von Vermutungen durch das empirische Verfahren. (vgl. Schneider 2008, S.10). Ob Vermutungen seitens der Einrichtungsleitungen z.B. „Ich habe als Leitung zu wenig Möglichkeit mich konzentriert meinen Verwaltungsarbeiten zu widmen.“ Oder Vermutungen seitens des Trägers „Die Leitungsarbeit ist gut in den schwach besetzten Zeiten zu erledigen“ Gültigkeit haben, soll anhand von Ergebnissen einer Evaluation belegt werden.

Evaluation gehört zur Qualitätsverbesserung, -entwicklung und Qualitätssicherung. Durch Evaluation wird angestrebt, das Programm zu überprüfen. Durch die Analyse sollen eventuelle Schwächen erkannt werden, die dadurch erst gezielt bearbeitbar werden.

3.3. Form

Es gibt zwei grundsätzliche Typen von Evaluation: die interne und externe Evaluation.

Interne Evaluation: Sie dient der Selbstreflektion des pädagogischen Handelns. Sie wird von der Organisation, die das Programm durchführt, selbst betrieben. Positiv daran ist, dass der Aufwand gering ist, die handelnde Person über hohe Fachkenntnisse verfügt und das Ergebnis zeitnah umsetzbar ist. Nachteil ist, dass die handelnde Person nicht über Distanz und Unabhängigkeit verfügt und durch die Nähe zum Programm Alternativen übersieht.

Externe Evaluation: Sie ist eine Fremdevaluation. Durchführung erfolgt durch eine Person, die nicht der Organisation angehört. Bei der externen Evaluation besteht eine große Unabhängigkeit, sowie professionelles Evaluaitonswissen. Problematisch könnte sein, dass durch die externe Evaluation Ängste und Abwehrhaltungen bei dem zu Evaluierenden ausgelöst werden.

Eine Verbindung beider Formen ist möglich und wird des Öfteren genutzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: (Quelle: Stockmann/Meyer 2010, S.81)

Weiterhin gibt es zwei Evaluationstypen: summativ und formativ.

Summative Evaluation: Sie ist outputorientiert. Ziel ist hier, herauszufinden, was ein Programm bewirken kann und die Dokumentation der Zielerreichung. Voraussetzung ist hier, dass vor Beginn des Programmes bestimmte Merkmale erhoben werden, um sie nach Beendigung nochmal zu erheben. So wird ein Vergleich möglich, der wiede­rum Schlussfolgerungen zulässt. (vgl. Böttcher 2008, S.11)

Formative Evaluation: Sie ist prozess- und strukturorientiert. Das Merkmal ist, dass hier während der Durchführung geforscht wird. Ziel ist bei der formativen Evaluation, Zwischenziele und Fortschritte, herauszufinden. Durch Mitteilung dieser Zwischenziele und Fortschritte kann in den Verlauf des Programmes eingegriffen werden. Bei dieser Form der Evaluation stehen Neutralität und Distanz nicht im Mittelpunkt. (vgl. ebd, S. 11).

In dieser Arbeit werden verschiedene Formen der Evaluation miteinander kombi­niert. Zum einen handelt sich um eine summative Evaluation, da die Merkmale der Einrichtungen, bereits erhoben sind. Nach Beendigung des Programmes werden die weiteren Ergebnisse eingefügt, um einen Vergleich herbei zu führen.

Diese Hausarbeit wird als interne Evaluation durchgeführt, da die Organisation innerhalb des Trägers liegt. Die Evaluation soll hier als Instrument der Qualitätsbestimmung und Qualitätssicherung eingesetzt werden.

Da es sich um eine Analyse nach der Durchführung eines Programms handelt, wird dies als „ex-post-“ Evaluation bezeichnet.

3.4. Standards

Evaluation setzt gewisse Standards voraus, um Objektivität zu gewähren. Evaluati­onsstandards beschreiben, wie eine Evaluation aufzubauen ist, damit diese ebenso eine hohe Qualität aufzeigt. Sie dienen, durch ihren hohen Anspruch, der Orientie­rung während des Ablaufs der Evaluation. Die Gesellschaft für Evaluation (DeGEval) hat eigene Evaluationsstandards herausgegeben. Sie sollen vier wesentliche Merk­male aufweisen:

- Nützlichkeit: Durch die Nützlichkeitsstandards soll sichergestellt werden, dass die Evaluation nach dem Evaluationszweck und Informationsbedarf der Nutzer richtet.
- Durchführbarkeit: Durch die Durchführbarkeitsstandards soll sichergestellt werden, dass die Evaluation realistisch, gut durchdacht, diplomatisch und kostenbewusst ausgeführt wird.
- Fairness: Durch die Korrektheitsstandards soll sichergestellt werden, dass die Evaluation fair und respektvoll durchgeführt.
- Genauigkeit: Durch die Genauigkeitsstandards soll sichergestellt werden, dass gültige Informationen und Ergebnisse zum Evaluationsgegenstand und den Evaluationsfragestellungen hervorgebracht und vermittelt werden.

Die DeGEval untergliedert die einzelnen Standards nochmals in drei bis neun Unterkategorien, um die Kommunikation zwischen Evaluator und Evaluiertem zu festigen. Diese Methode bietet objektive Indikatoren, um die Vergleichbarkeit unterschiedlicher Einrichtungen und Personen zu ermöglichen.

3.5. Ziel

Für den Bereich der Kindertageseinrichtungen heißt das, dass Informationen über alle Bereiche, wie: Kinder, ihre Familien, pädagogische Fachkräfte und den Träger, die zu einer Tageseinrichtung im Elementarbereich gehören, gesammelt, analysiert und interpretiert werden.

Ziel soll sein, die Arbeit in der Institution für die Beteiligten: MitarbeiterInnen, Kinder, Familien und das soziale Umfeld stets zu verbessern.

Kausal betrachtet führt die Evaluation auch zu Erkenntnissen über Zielüber­prüfungen, Wirkung, Relevanz und Prozess-/Potenzialbeobachtung.

In dieser Hausarbeit soll mit Hilfe der Transparenz, die durch die Evaluation gewon­nen wird, Beurteilung, Vergleich, Verbesserung und Leistungsbemessung erfolgen. Sie kann verschieden berücksichtigt werden. Input, Prozess, Output, Transfer gehö­ren zur ganzheitlichen Beurteilung. Transparenz ermöglicht das Fundament, um Entscheidungen und Planungen in die Wege zu leiten.

4. Das Programm

4.1. Die Fragestellung

Zu evaluieren ist die Freistellung der Leitung von Kindertageseinrichtungen in einer Stadt in Rheinland Pfalz, im Vergleich zu Nachbarkommunen und Nachbarinstitu­tionen. Es handelt sich um eine kreisfreie Stadt mit ca. 47.000 Einwohnern.

4.2. Die Bedingungen

Der Träger in dieser Stadt betreibt 14 Einrichtungen. Weitere sechs Tagesstätten werden in freier Trägerschaft ausgeübt. Die städtischen KiTas setzen sich mit unter­schiedlichen Altersstrukturen zusammen. Die Häuser reichen von zwei- bis fünfgrup­pigen Tagesstätten. Ferner ist hier zu sagen, dass durch den Rechtsanspruch für Einjährige in Rheinland Pfalz aktuell einige Veränderungen vorgenommen werden. Zwei Einrichtungen werden angebaut, eine Institution wird neu errichtet und zieht aus ihrem Haus in den Neubau um. Mangels Kapazität wird aller Wahrscheinlichkeit nach dieses frei werdende Gebäude saniert und nochmals bezogen.

In den Einrichtungen der Stadt gibt es eine geringe Anzahl an Leitungsfreistellungen. Der Wunsch nach weiteren Freistellungen besteht seit Langem, wurde aber anlässlich der negativen Finanzlage der Stadt immer wieder abgelehnt.

Für die Einrichtungsleitung und das Fachamt ist die Qualität des leistungsfähigen Unternehmens „Kindertageseinrichtung“ ein wichtiges Thema. Hier wird die Haltung des Trägers klar und die Wertschätzung den MitarbeiterInnen gegenüber. Die Verein­barkeit von Gruppen- und Leitungsdienst wird zunehmend schwieriger. Für die Mitar­beiterzufriedenheit, sowie die Diskussionsgrundlage des Fachamtes bei den entschei­denden Stellen, die Leitungsfreistellung zu erwirken, entsteht diese Evaluation.

5. Verfahren der Evaluation (das Konzept)

In dieser Hausarbeit ist der Gesamtablauf anhand der Literatur nach Beywl: „Evaluation Schritt für Schritt: Planung von Evaluation“ entwickelt. Diese Literatur zeigt praxisorientiert auf, wie Programmevaluation qualifiziert geplant, strukturiert und durchgeführt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2.: Leistungsschritte der Evaluation nach Beywl (2008) Quelle Beywl 2008 S. 5

6. Evaluationsschritte

6.1. Zweck und Nutzen

Zu Beginn der Evaluation stand zunächst folgende Frage der Autorin im Raum: „Wie können wir eine anteilige oder ganze Leitungsfreistellung für unsere Kindertageseinrichtungen erzielen?“

Im ersten Schritt ging es um die Schaffung eines Überblicks der Beteiligten und Be­troffenen. Stakeholder (= Beteiligte und Betroffene, deren besondere Beachtung das zu evaluierenden Programm findet, oder die Zielgruppe direkt):

- Erzieher[3]
- Träger
- Einrichtungsleitungen
- Dienstherr
- Pädagogische Fachkräfte
- Kooperationspartner

[...]


[1] Im Folgenden wird Kindertagesstätte mit "KiTa" abgekürzt.

[2] Im nachfolgenden Text würd aus dem Grund der besseren Lesbarkeit die männliche Form "Leiter" benutzt, damit sind sowohl männliche als auch weibliche Führungskraft in einer Kindertagesstätte gemeint.

[3] Im nachfolgenden Text würd aus dem Grund der besseren Lesbarkeit die männliche Form "Erzieher" benutzt, damit sind sowohl männliche als auch weibliche Mitarbeiter/innen in einer Kindertagesstätte gemeint.

Details

Seiten
30
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668124196
ISBN (Buch)
9783668124202
Dateigröße
809 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v313338
Institution / Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz) – Sozialwissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Evaluation Qualitätsmanagement Verfahren der Evaluation Untersuchungsplan

Autor

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