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Der Wandel vom Verein zum Unternehmen am Beispiel der Eintracht Frankfurt Fußball AG. Die Ausgliederung der Fußballabteilung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2014 31 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlage und Vorgehensweise
2.1 Experteninterview
2.2 Definitionen

3. Historischer Rückblick
3.1 Gründung und die ersten Jahre eines Traditionsvereins
3.2 Deutscher Meister und Bundesligagründungsmitglied
3.3 Die größten Erfolge der Vereinsgeschichte

4. Struktur der Eintracht Frankfurt Fußball AG
4.1 Allgemeines
4.2 Personal

5. Ausgliederung der Fußballabteilung
5.1 DFB-Reform von 1998
5.2 Der Wandel – Eine Fallstudie
5.3 Entwicklungstendenzen der Fußball AG

6. Abschließende Betrachtung

Anhang

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 4: Organigramm der Eintracht Frankfurt Fußball AG

Abbildung 1: Überblick über die Kapitalgesellschaften der Bundesliga

Abbildung 2: Verteilung der Rechtsformen innerhalb der Fußball Bundesliga

Abbildung 3: Überblick der Kapitalgesellschaften der 2. Bundesliga

1. Einleitung

Der Fußballsport ist die beliebteste Sportart in Deutschland. Demzufolge „lockten Bundesliga und 2. Bundesliga in der Saison 2012/2013 zusammen insgesamt mehr als 18 Millionen Zuschauer in die Stadien.“, wie die DFL in ihrem aktuellen Report 2014 berichtet.[1] Im Hinblick auf diese Zahlen ist zudem der wirtschaftliche Aspekt stark von Bedeutung, so arbeiteten im Jahre 2007 bereits 34000 Beschäftigte in der Branche des Profifußballs.[2] Die meisten Fußballclubs der Bundesliga haben sich daher bereits zu gewinnbringenden Unternehmen entwickelt, betrachtet man die Gesamterlöse der Bundesliga oder die Ticketverkäufe der Clubs in den letzten Jahren.[3] Fakt ist, den traditionellen Fußballverein bzw. die Idealinstitution, welche nicht gewinnorientiert arbeitet, gibt es im deutschen Profifußball immer weniger.

Das Ziel dieser Arbeit ist es den Wandel vom traditionellen Fußball- bzw. Sportverein (vergleichbaren Non-Profit-Unternehmen[4] ) zum Fußballunternehmen am Beispiel der Eintracht Frankfurt Fußball AG darzustellen. Wie und wann hat sich dieser Wandel vollzogen? Und was waren die Bestimmungsgründe hierfür?

Die Ausarbeitung erfolgt durch einer gründlichen Recherche des wirtschaftlichen Sachverhalts, einem geschichtlichen Rückblicks des Fußballvereins Eintracht Frankfurt und einem Experteninterview mit einem Verantwortlichen der Eintracht Frankfurt Fußball AG.

Im zweiten Kapitel werden wichtige Begriffe zu diesem Thema erläutert um oft genannte Begriffe verstehen zu können.

In Kapitel drei wird zunächst der geschichtliche Hintergrund des Traditionsvereins Eintracht Frankfurt aufgearbeitet.

Kapitel vier behandelt die Struktur der Eintracht Frankfurt Fußball AG und klärt anhand des Experteninterviews über allgemeines und personelles der Fußball AG auf.

Im letzten Kapitel wird dargestellt wie die Umwandlung eines Traditionsvereins zu einem Wirtschaftsunternehmen am genannten Beispiel vollzogen wurde. Und es wird ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungstendenzen von Eintracht Frankfurt ermöglicht.

Abschließend wird ein kurzes Fazit über die Ergebnisse der Arbeit gezogen und ein Ausblick in die Zukunft gegeben.

2. Theoretische Grundlage und Vorgehensweise

In diesem Kapitel wird die Vorgehensweise der Arbeit erläutert und einzelne wichtige Begriffe zum Verständnis definiert.

2.1 Experteninterview

Im Rahmen dieser Arbeit wurde am 02. Mai 2014 ein persönliches Experteninterview in der Geschäftsstelle der Eintracht Frankfurt Fußball AG geführt.[5] Der Kontakt zum Experten Oliver Frankenbach, Prokurist und Leiter der Bereiche Accounting und Controlling der Eintracht Frankfurt Fußball AG wurde durch den Leiter der Personalabteilung hergestellt. Im Vorfeld wurde ein Fragenkatalog zur Einordnung des Gesprächsziels verlangt. Das Interview wurde mit beidseitigem Einverständnis aufgenommen und dauerte ca. 45 Minuten. Der Katalog wurde in Fragen zur Ausgliederung, Allgemeinen Fragen und Fragen zum Personalwesen unterteilt.

2.2 Definitionen

Was ist eigentlich ein Verein und wie ist dieser in der Regel aufgebaut? Ein Verein ist eine „Organisation, in der sich Personen zu einem bestimmten gemeinsamen, durch Satzungen festgelegten Tun, zur Pflege bestimmter gemeinsamer Interessen o.Ä. zusammengeschlossen haben.“[6]

Der Sportverein dagegen ist definiert als „Verein, in dem eine bzw. mehrere Sportarten betrieben werden.“ [7] Das Ziel des Sportvereins ist es den aktiven Mitgliedern die Ausübung des bevorzugten Sports zu ermöglichen. Die passive Mitgliedschaft ist von der Ausübung des Sports in allen Formen ausgeschlossen. Jedoch enthält die Mitgliedschaft bestimmte Begünstigungen und Vorrechte, z.B. für ein Heimspiel der Fußballabteilung des Sportvereins.[8] „Sportvereine sind Idealvereine sofern sie nicht die Absicht der Gewinnerzielung verfolgen. Sie sind somit als Non-Profit-Organisation zu verstehen.“[9] Idealtypisch versorgt sich der Sportverein durch ehrenamtliche Mitarbeit und Jahresbeiträge der Mitglieder.

Gesondert ist der Fußballverein definiert als „Verein, in dem das Fußballspiel betrieben u. gefördert wird.“[10] Oft ist dieser eine Abteilung des Sportvereins und umfasst unter diesen Umständen dieselbe Struktur.

Der Begriff Unternehmen hat zahlreiche Definitionen, weshalb es nicht einfach ist diesen Begriff klar abzugrenzen. Die Betriebswirtschaftslehre versteht unter einem Unternehmen einen marktwirtschaftlich orientierten Betrieb. Das Unternehmen kennzeichnet sich durch das Autonomieprinzip und dem erwerbswirtschaftlichen Prinzip und unterliegt dem Prinzip des Privateigentums.[11] Unternehmen haben also u.a. Gewinnerzielungsabsichten.

Der Begriff Fußballunternehmen ist gewissermaßen nur durch die Erweiterung des Wortes „Fußball“ gekennzeichnet. Das Fußballunternehmen hat infolgedessen dieselben Interessen wie ein normales Unternehmen und setzt diese lediglich in Bezug zum Fußball. Teichmann zufolge befriedigen die Fußballunternehmen „die Nachfrage nach Fußballunterhaltung von Millionen von Menschen und erzielen dabei mittlerweile Umsatzerlöse in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe, von denen ein großer Teil an die professionell, d.h. hauptberuflich tätigen Spieler und Trainer in Form von Gehältern und Prämien weitergereicht werden.“[12] Für den Gesamterfolg eines Fußballunternehmens ist aber nicht nur der wirtschaftliche Erfolg von Bedeutung, sondern auch der sportliche Erfolg - in dem z.B. ein Titelgewinn oder der Klassenerhalt in einer Liga bedeutend sind. Darüber hinaus ist der ideelle Erfolg, in dem das Image eines Vereins stets zu verbessern ist oder die Identifikation mit den Fans gestärkt werden sollte, von wesentlicher Bedeutung.[13]

3. Historischer Rückblick

Nachfolgend wird eine Teilhistorie zur Gründung und den ersten Jahren des Fußballvereins Eintracht Frankfurt aufgearbeitet. Zudem wird die Gründung der Fußball Bundesliga im Jahre 1962 geschildert.[14] Abschließend werden in diesem Kapitel die größten Erfolge der Vereinsgeschichte von Eintracht Frankfurt aufgezählt.

3.1 Gründung und die ersten Jahre eines Traditionsvereins

Als „Frankfurter Fußball-Club Victoria“ wird die heutige Frankfurter Eintracht am 8. März 1899 von Albert Pohlenk, Albert Gerhardt, Hans Schnug und Emil Müller gegründet. Kurz darauf entsteht im selben Jahr ein weiterer Frankfurter Verein, der „Frankfurter Fußball-Club von 1899“. Ende 1900 schloss sich dann der „Frankfurter Fußball-Club von 1899“ zum „Frankfurter Fußball-Club 1899 Kickers“ zusammen.[15] Am 5. April 1908 stellen die „Kickers“ mit Fritz Becker den ersten Frankfurter Nationalspieler im ersten Spiel einer deutschen Fußballnationalmannschaft gegen die Schweiz. Der Frankfurter erzielte bei der 3:5 Niederlage zwei Tore für die Nationalelf.[16] Aufgrund einer hohen Konkurrenz auf regionaler- sowie auf landesweiter Ebene, schlossen sich der „Frankfurter Fußball-Club Victoria“ und der „Frankfurter Fußball-Club 1899 Kickers“ um die „…Stärkung des Frankfurter Fußballsports“[17] zu fördern, im Mai 1911 zum „Frankfurter Fußball-Verein“ zusammen. Am 7. Mai 1911 spielte die Mannschaft erstmals unter dem neuen Namen und gewann gegen den Freiburger FC mit 2:0.[18]

3.2 Deutscher Meister und Bundesligagründungsmitglied

Am 28. Juni 1959 wurde die Eintracht in Berlin unter dem Namen Sportgemeinde Eintracht von 1899 (FFV) Deutscher Fußballmeister. Sie bezwangen im Endspiel die Offenbacher Kickers mit 5:3 und krönten eine souveräne Saison mit der Meisterschaftsschale. Es war der bedeutendste Erfolg in der nationalen Fußballgeschichte eines Frankfurter Fußballvereins. Am folgenden Tag gab es einen großen Empfang für die Endspiel-Helden und es wurde ausgiebig gefeiert.[19] „Nach Schätzungen der Polizei waren zwischen 200.000 und 300.000 Menschen auf den Beinen.“[20]

„Am 28. Juli 1962 wurde im Goldsaal der Dortmunder Westfalenhalle ein Stück Fußballgeschichte geschrieben. Denn jener Tag gilt als die Geburtsstunde der Bundesliga.“[21] Die Delegierten der Landesverbände des DFB beschlossen an jenem Tag die Gründung der Bundesliga zur Einführungssaison 1963/1964. Zu den 16 Gründungsmitgliedern zählten außer der Eintracht, Traditionsvereine wie der Hamburger SV, Borussia Dortmund, 1. FC Köln u.v.a. Am 24. August 1963 startete die Eintracht gegen den 1. FC Kaiserslautern mit einem 1:1 Unentschieden in die erste Bundesligasaison.[22]

3.3 Die größten Erfolge der Vereinsgeschichte

Auf folgende Erfolge kann die heutige Eintracht Frankfurt Fußball AG mit Stolz zurückblicken:

- Deutscher Meister 1959;
- Erreichen des Europapokalfinales der Landesmeister 1960 – Niederlage von 3:7 gegen Real Madrid im Hampden Park von Glasgow vor 127.621 Zuschauern;
- Deutscher Pokalsieger 1974 durch einen 3:1 Sieg über den Hamburger SV im Düsseldorfer Rheinstadion;
- Deutscher Pokalsieger 1975 durch einen 1:0 Sieg über den MSV Duisburg im Niedersachsenstadion von Hannover;
- UEFA-Pokalsieger 1980 gegen Borussia Mönchengladbach. Das Hinspiel in Mönchengladbach entschied die Borussia mit 3:2 für sich. Das Rückspiel gewann die Eintracht verdient mit 1:0 in Frankfurt;
- Deutscher Pokalsieger 1981 durch ein 3:1 über den 1. FC Kaiserslautern und Deutscher Pokalsieger 1988 durch ein 1:0 Sieg über den VfL Bochum.[23]

4. Struktur der Eintracht Frankfurt Fußball AG

In diesem Kapitel wird gezeigt wie das Unternehmen aufgebaut ist und es werden allgemeine sowie personelle Sachverhalte erläutert.

4.1 Allgemeines

Die Eintracht Frankfurt Fußball AG beschäftigt momentan 290 Mitarbeiter. Davon sind 171 Teilzeit- und Aushilfskräfte.[24]

Die AG unterteilt sich in die Abteilungen: Zuschauerservice, Merchandising, Marketing, Einkauf/Liegenschaften, Fanbetreuung, Fußballschule, Lizenzfußball[25], Veranstaltungen und Internet/Neue Medien. Dazu kommen die klassischen Abteilungen wie IT, Personalwesen, Presse, Recht, Rechnungswesen und Controlling.[26]

Die Fußball AG erzielt ihre Haupteinnahmen durch Sektoren wie TV-Gelder[27], Vermarktung inklusive Hospitality[28], Zuschauer-, Merchandising- und Transfereinnahmen. „Ich kann das mal beziffern, wir werden in dieser Saison ca. 94 Millionen Euro Umsatz machen, wobei diese Saison eine außerordentliche Saison ist. Es ist kein Maßstab weil dort die Teilnahme an der Euro-League drin steckt und wir auch im Viertelfinale des DFB-Pokals waren und auf diese Bereiche untergliedert sich dann der gesamte Umsatz.“[29]

In Anlehnung an die Definitionen von Kapitel 2, verfolgt die Eintracht Frankfurt Fußball AG finanzielle, sportliche und kommunikative Ziele. Die Erstgenannten sind selbsterklärend, wobei das kommunikative Ziel beschreibt welche Informationen für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. „Was wollen wir eigentlich in der nächsten Saison der Außenwelt für eine Message vermitteln?“ … „Letzte Saison war es ganz klar Europa. Das wollten wir natürlich auch kommunikativ ausschlachten, im Aufstiegsjahr, war es natürlich der Wiederaufstieg.“[30] Unterstützung für die kommunikative Umsetzung erhält die AG u.a. auch von strategischen Partnern wie der „Frankfurter Neuen Presse“.[31]

4.2 Personal

Die personelle Organisation dieses Fußballunternehmens unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Unternehmen bzw. Fußballunternehmen. Die Unternehmungsleitung unterliegt dem Vorstand mit Heribert Bruchhagen als Vorstandsvorsitzenden und Axel Hellmann als Vorstand.[32] Unter dem Vorstand gibt es verschiedene Bereichs- oder Abteilungsleiter und darunter sind einzelne Teamleiter tätig. Abbildung 4 zeigt das Organigramm der Eintracht Frankfurt Fußball AG.[33]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Organigramm der Eintracht Frankfurt Fußball AG[34]

Das Budget der AG wird mit dem leitenden Bereich Accounting/Controlling von Oliver Frankenbach gemeinsam mit dem Vorstand festgelegt. Es gibt fixe und variable Einnahmeströme. Das Unternehmen verfolgt einen dezentralen Budgetprozess, d.h. vor der Saison wird im November (Budget für die kommende Saison) ein Budgetantrag gestellt. Der Antrag wird anschließend zusammengefasst und mit dem Vorstand besprochen, aus dem Ergebnis resultiert abschließend das festzulegende Budget.[35]

Die AG verfolgt keine bestimmten Management- oder Führungstechniken. „Es ist nicht so, dass wir jetzt hierher kommen und sagen: „Wir haben hier Management by Delegation oder Management by Objectives.“ Das entwickelt sich ohne das man irgendeine Technik vorgibt…“. [36]

Die Personalbeschaffung im Unternehmen unterscheidet sich nicht wesentlich von anderen Unternehmen bzw. Fußballunternehmen. Die zuständige Personalabteilung schreibt bei Bedarf die Stelle zu Beginn intern aus. Dementsprechend können sich erst einmal die Mitarbeiter aus dem eigenen Hause bewerben. Anschließend wird die Stelle in den Printmedien oder im Internet ausgeschrieben.[37] Die Personalfluktuation in der AG ist in der zweiten Führungsebene sehr gering, „da sind viele schon 10-20 Jahre im Unternehmen“. [38] Unter dieser Führungsebene ist die Fluktuation schon größer.[39] Das Thema Personalentwicklung dagegen hängt bei der Fußball AG momentan noch hinterher. Aufgrund der Aktualität des Fußballgeschäftes steht die Entwicklung des Personals nicht an erster Stelle. Immerhin versuchen die Abteilungsleiter Personalentwicklungskonzepte zu entwickeln oder bieten interne Schulungen an, Oliver Frankenbach begründet dies wie folgt: „…das Thema steckt bei uns und bei vielen anderen Bundesligaclubs noch so ein bisschen in den Kinderschuhen. Das hängt tatsächlich wirklich mit der Aktualität des Geschäftes zusammen. Wenn man mal ein Beispiel gibt, man spielt Bundesliga und hat die erste Runde des DFB-Pokals überstanden. Danach zieht man in der zweiten Runde den FC Bayern München als Heimspiel. Dann liegt hier erst mal vier Wochen alles lahm.“ [40]

5. Ausgliederung der Fußballabteilung

In diesem Kapitel wird zuerst erklärt wie eine Reform des DFB, „…es den Bundesligisten erlaubt, ihre Lizenzspielerabteilung…in eine kapitalgesellschaftliche Rechtsform auszugliedern.“.[41] Anschließend wird beschrieben wie die Ausgliederung der Fußballabteilung beim Fußballverein Eintracht Frankfurt vollzogen wurde. Und schließlich wird ein Einblick in mögliche Entwicklungstendenzen der Fußball AG gegeben.

5.1 DFB-Reform von 1998

Im Jahr 1998 erlaubte das sogenannte „Eckwertpapier“ vom 20. Juli 1998, welches vom DFB im DFB-Bundestag abgesegnet wurde,[42] dass „…die Vereine den Lizenzspielerbereich sowie andere steuerpflichtige Geschäftsbereiche ausgliedern.“[43] dürfen. Letztendlich wurden „…auf dem DFB-Bundestag vom 24.10.1998 neben nichtwirtschaftlichen Vereinen auch Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaft, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Gesellschaft mit beschränkter Haftung) für den Bundesligaspielbetrieb zugelassen.“[44] Im März 1999 war der Zweitligist „Tennis Borussia Berlin“ der erste Verein, der seine Lizenzspielerabteilung in eine GmbH & Co. KGaA ausgliederte. Zwei Monate später zog als erster Bundesligist Bayer Leverkusen nach und gliederte seine Lizenzspielerabteilung in eine GmbH aus.[45] In Abbildung 1 wird dargestellt welche Fußballvereine aus der 1. Bundesliga bereits Kapitalgesellschaften sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Überblick über die Kapitalgesellschaften der Bundesliga[46]

Kürzlich beschloss der Hamburger SV auf der ordentlichen Mitgliederversammlung vom 19. Januar 2014 als bisher letzter Bundesligist seine Fußballabteilung auszugliedern. Die Mitglieder stimmten mit einer Mehrheit von 79,4% für die Ausgliederung ihres Fußballvereins und gaben den Auftrag an den Vorstand und an die Initiative HSV PLUS [47] weiter. Auf der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung am 25. Mai 2014 soll dann entschieden werden, ob die bestehende „HSV Sport AG“ dann endgültig zur „HSV Fußball AG“ wird.[48]

Derzeit sind also zwölf Bundesligisten Fußballkapitalgesellschaften, während sieben Fußballvereine die traditionelle Rechtsform eines eingetragenen Vereins (e.V.) tragen. Abbildung 2 zeigt wie die Verteilung der Rechtsformen innerhalb der Bundesliga ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Verteilung der Rechtsformen innerhalb der Fußball Bundesliga

Von den sieben Bundesligisten die noch die traditionelle Rechtsform des „eingetragenen Vereins“ tragen sind u.a. Traditionsvereine wie der „VfB Stuttgart 1893 e.V.“ oder „FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V.“ dabei[49].

Abbildung 3 legt dar welche Zweitligisten ihre Fußballabteilung in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert haben. Der Vergleich zur 1. Liga zeigt, dass kleinere Vereine bisher noch nicht mitgezogen sind. Überraschenderweise sind sogar einige Vereine aus der 3. Liga bereits Kapitalgesellschaften, u.a. der „MSV Duisburg“, der eine Kommanditgesellschaft auf Aktien ist oder der „SV Wehen 1926 Wiesbaden“, bei denen die Fußballabteilung eine Spielbetriebs GmbH ist.[50]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Überblick der Kapitalgesellschaften der 2. Bundesliga[51]

Die restlichen zwölf Vereine in der 2. Bundesliga tragen noch die traditionelle Rechtsform des eingetragenen Vereins (e.V.).

[...]


[1] Vgl. Deutsche Fußball Liga GmbH: Report 2014. Die wirtschaftliche Situation im Lizenzfußball (22.01.2014), Online unter URL: http://www.bundesliga.de/media/native/dokument/dt_DFL_BL_Wirtschaftssituation_2014_72dpi.pdf, S.54 [23.04.2014].

[2] Vgl. Becker/Böcker/Nienaber (2012): Vom Fußballverein zur Kapitalgesellschaft – Ausgliederung von Profisportabteilungen am Beispiel von Fortuna Düsseldorf, S. 85.

[3] Vgl. DFL Deutsche Fußball Liga GmbH: Report 2014. Die wirtschaftliche Situation im Lizenzfußball (22.01.2014), Online unter URL: http://www.bundesliga.de/media/native/dokument/dt_DFL_BL_Wirtschaftssituation_2014_72dpi.pdf, S.3 und 54 [23.04.2014].

[4] Vgl. Sigloch (2001): Sportverein – Idealinstitution oder Unternehmen? S. 7.

[5] Vgl. Experteninterview mit Oliver Frankenbach, Prokurist und Leiter Accounting/Controlling der Eintracht Frankfurt Fußball AG (Interview geführt am 02.05.2014 in Frankfurt am Main) im Anhang, S. III-XIV.

[6] ZEIT-Lexikon, Band 19 (Rast-Z), 1. Aufl., Hamburg: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, 2005, S. 2478.

[7] ZEIT-Lexikon, Band 19 (Rast-Z), 1 Aufl., Hamburg: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, 2005, S. 2179.

[8] Vgl. Sigloch (2001): Sportverein – Idealinstitution oder Unternehmen? S. 7.

[9] Hüttenberger, E., Der Sportverein als Marke: Mit Markenmanagement Vereinsprobleme bekämpfen, 1. Aufl., Hamburg: Diplomica Verlag GmbH, 2012, S. 18.

[10] ZEIT-Lexikon, Band 17 (A-Glaz), 1 Aufl., Hamburg: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG, 2005, S. 824.

[11] Vgl. Schmalen, H., Pechtl, H., Grundlagen und Probleme der Betriebswirtschaft, 14. Aufl., Stuttgart: Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft ∙ Steuern ∙ Recht GmbH, 2009, S. 2.

[12] Teichmann, K., Strategie und Erfolg von Fußballunternehmen, 1. Aufl., Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag, 2007, S. 4 f.

[13] Vgl. Dworak, A., Finanzierung für Fußballunternehmen: Erfolgreiche Wege der Kapitalbeschaffung, 1. Aufl., Berlin: Erich Schmidt Verlag GmbH & Co. KG, 2010, S. 43-50.

[14] Vgl. URL: http://50jahre.bundesliga.de/de/spielzeiten/0000237357.php [23.04.2014].

[15] Vgl. Matheja, U., Schlappekicker und Himmelsstürmer: Die Geschichte von Eintracht Frankfurt, 1. Aufl., Göttingen: Verlag die Werkstatt GmbH, 2007, S. 13.

[16] Vgl. URL: http://www.eintracht.de/eintracht/rueckblick/historie/ zu 1899 – 1929 Gründung und Anfangsjahre [23.04.2014].

[17] Matheja, U., Schlappekicker und Himmelsstürmer: Die Geschichte von Eintracht Frankfurt, 1. Aufl., Göttingen: Verlag die Werkstatt GmbH, 2007, S. 24.

[18] Vgl. Matheja, U., Schlappekicker und Himmelsstürmer: Die Geschichte von Eintracht Frankfurt, 1. Aufl., Göttingen: Verlag die Werkstatt GmbH, 2007, S. 33.

[19] Vgl. Matheja, U., Schlappekicker und Himmelsstürmer: Die Geschichte von Eintracht Frankfurt, 1. Aufl., Göttingen: Verlag die Werkstatt GmbH, 2007, S. 171-178.

[20] Matheja, U., Schlappekicker und Himmelsstürmer: Die Geschichte von Eintracht Frankfurt, 1. Aufl., Göttingen: Verlag die Werkstatt GmbH, 2007, S. 176.

[21] URL: http://50jahre.bundesliga.de/de/spielzeiten/0000237357.php [30.03.2014].

[22] Vgl. Matheja, U., Schlappekicker und Himmelsstürmer: Die Geschichte von Eintracht Frankfurt, 1. Aufl., Göttingen: Verlag die Werkstatt GmbH, 2007, S. 195-199.

[23] Vgl. Matheja, U., Schlappekicker und Himmelsstürmer: Die Geschichte von Eintracht Frankfurt, 1. Aufl., Göttingen: Verlag die Werkstatt GmbH, 2007, S. 171-262.

[24] Vgl. Experteninterview mit Oliver Frankenbach, Prokurist und Leiter Accounting/Controlling der Eintracht Frankfurt Fußball AG (Interview geführt am 02.05.2014 in Frankfurt am Main) im Anhang, S. VII.

[25] Vgl. URL: http://www.eintracht.de/eintracht/fussball-ag/sportlicheleitung/ [07.05.2014].

[26] Vgl. URL: http://www.eintracht.de/eintracht/fussball-ag/abteilungen/ [07.05.2014].

[27] Vgl. hierzu Dworak, A., Finanzierung für Fußballunternehmen: Erfolgreiche Wege der Kapitalbeschaffung, 1. Aufl., Berlin: Erich Schmidt Verlag GmbH & Co. KG, 2010, S. 143-149.

[28] Vgl. hierzu Hanser, P., Hospitality und Sponsoring, in: absatzwirtschaft, Nr. 10, 01.10.2003, S. 110.

[29] Zitiert aus dem Experteninterview mit Oliver Frankenbach, Prokurist und Leiter Accounting/Controlling der Eintracht Frankfurt Fußball AG (Interview geführt am 02.05.2014 in Frankfurt am Main) im Anhang, S. VIII.

[30] Zitiert aus dem Experteninterview mit Oliver Frankenbach, Prokurist und Leiter Accounting/Controlling der Eintracht Frankfurt Fußball AG (Interview geführt am 02.05.2014 in Frankfurt am Main) im Anhang, S. X.

[31] Vgl. Experteninterview mit Oliver Frankenbach, Prokurist und Leiter Accounting/Controlling der Eintracht Frankfurt Fußball AG (Interview geführt am 02.05.2014 in Frankfurt am Main) im Anhang, S. IX f.

[32] Vgl. URL: http://www.eintracht.de/eintracht/fussball-ag/vorstand/ [07.05.2014].

[33] Vgl. Experteninterview mit Oliver Frankenbach, Prokurist und Leiter Accounting/Controlling der Eintracht Frankfurt Fußball AG (Interview geführt am 02.05.2014 in Frankfurt am Main) im Anhang, S. XI.

[34] Oliver Frankenbach, Prokurist und Leiter Accounting/Controlling der Eintracht Frankfurt Fußball AG vom 03.05.2014.

[35] Vgl. Experteninterview mit Oliver Frankenbach, Prokurist und Leiter Accounting/Controlling der Eintracht Frankfurt Fußball AG (Interview geführt am 02.05.2014 in Frankfurt am Main) im Anhang, S. XII.

[36] Zitiert aus dem Experteninterview mit Oliver Frankenbach, Prokurist und Leiter Accounting/Controlling der Eintracht Frankfurt Fußball AG (Interview geführt am 02.05.2014 in Frankfurt am Main) im Anhang, S. XII.

[37] Vgl. Experteninterview mit Oliver Frankenbach, Prokurist und Leiter Accounting/Controlling der Eintracht Frankfurt Fußball AG (Interview geführt am 02.05.2014 in Frankfurt am Main) im Anhang, S. XIII.

[38] Zitiert aus dem Experteninterview mit Oliver Frankenbach, Prokurist und Leiter Accounting/Controlling der Eintracht Frankfurt Fußball AG (Interview geführt am 02.05.2014 in Frankfurt am Main) im Anhang, S. XIII.

[39] Vgl. Experteninterview mit Oliver Frankenbach, Prokurist und Leiter Accounting/Controlling der Eintracht Frankfurt Fußball AG (Interview geführt am 02.05.2014 in Frankfurt am Main) im Anhang, S. XIII.

[40] Zitiert aus dem Experteninterview mit Oliver Frankenbach, Prokurist und Leiter Accounting/Controlling der Eintracht Frankfurt Fußball AG (Interview geführt am 02.05.2014 in Frankfurt am Main) im Anhang, S. XIII.

[41] Keller, C., Steuerung von Fußballunternehmen: Finanziellen und sportlichen Erfolg langfristig gestalten, 1. Aufl., Berlin: Erich Schmidt Verlag GmbH & Co., 2008, S. 25.

[42] Vgl. Schilhaneck, M., Vom Fußballverein zum Fußballunternehmen: Medialisierung, Kommerzialisierung, Professionalisierung, 2. Aufl., Berlin: LIT Verlag, 2009, S. 77 f.

[43] Mauer/Schmalhofer (2001): Gestaltung der Kapitalmarktreife von Profifußball-Vereinen, S. 41.

[44] Schilhaneck, M., Vom Fußballverein zum Fußballunternehmen: Medialisierung, Kommerzialisierung, Professionalisierung, 2. Aufl., Berlin: LIT Verlag, 2009, S. 78.

[45] Vgl. Schilhaneck, M., Vom Fußballverein zum Fußballunternehmen: Medialisierung, Kommerzialisierung, Professionalisierung, 2. Aufl., Berlin: LIT Verlag, 2009, S. 79.

[46] Vgl. URL: http://www.bundesliga.de/de/liga/clubs/, http://www.bayer04.de/B04-DEU/de/_site_index.aspx, https://www.vfl-wolfsburg.de/info/ueber-uns/fussball-gmbh.html und http://www.borussia.de/de/verein-stadion/verein/vereinsfuehrung.html [06.05.2014].

[47] Vgl. hierzu URL: http://www.hsvplus.de/die-initiative/ [06.05.2014].

[48] Vgl. Hamburger Sport-Verein e.V.: Zusammenfassung der Ausgliederung (04.04.2014), Online unter URL: http://www.hsv.de/fileadmin/redaktion/Verein/Mitgliederversammlung/2014/03_Zusammenfassung_der_Ausgliederung.pdf [06.05.2014].

[49] Vgl. URL: http://www.vfb.de/de/impressum/page/341-0-1-.html und http://www.schalke04.de/de/footer/informationen/impressum/page/329--329--.html [07.05.2014].

[50] Vgl. URL: http://www.svwehen-wiesbaden.de/4-Impressum.html und http://www.msv-duisburg.de/main.asp?reiter=impressum&bgi=yes [07.05.2014].

[51] Vgl. URL: http://www.bundesliga.de/de/liga2/clubs/ [07.05.2014].

Details

Seiten
31
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668119857
ISBN (Buch)
9783668119864
Dateigröße
595 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v313313
Institution / Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main
Note
1,0
Schlagworte
Eintracht Frankfurt Fußball Ausgliederung AG Verein Fußballunternehmen Eintracht Frankfurt Fußball AG Strategische Partner Bundesliga Wandel

Autor

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Titel: Der Wandel vom Verein zum Unternehmen am Beispiel der Eintracht Frankfurt Fußball AG. Die Ausgliederung der Fußballabteilung