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Lernen durch Lehren. Planung, Durchführung und Evaluation des "LDLMOOC"

Eine handlungsorientierte Unterrichtsmethode

Hausarbeit 2015 26 Seiten

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Praktikumsstelle
2.1 Entstehung des Projektes „ldlmooc“
2.2 Rahmenbedingungen des Praktikums
2.3 Analyse der Zielgruppe

3. Bildungstheoretische Rahmung

4. Projektmanagement
4.1 Unterscheidung zwischen Lehr- und Lernziel
4.2 Kommunikationswege im ldlmooc

5. Qualitätssicherung
5.1 Qualität als Transformation
5.2 Qualität als Zweckmäßigkeit
5.3 Qualität als kontinuierlicherVerbesserungsprozess

6. Metareflektion des Blogs

7. Evaluation

8. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 edchatDE über ldl entnommen aus von Torsten Larbig und André Spang cc-by-sa3.0 https://edchatde.wordpress.com/2014/05/01/abstimmung-welches-thema-willst-du-beim-30-edchatde-diskutieren/

Abbildung 2 Werbemaßnahmen (eigener Entwurf)

Abbildung 3 Heterogenität der Teilnehmer (eigene Darstellung nach Umfrage)

Abbildung 4 Blogmenü ldlmooc.blogspot.de eigene Darstellung

Abbildung 5 Kommunikation im ldlmooc eigene Darstellung

Abbildung 6 MoocVergleich elearning Konferenz Linz 2014 eigene Darstellung

Tabellenverzeichnis

Tabelle1 Die Themen der Impulsveranstaltungen (eigene Darstellung)

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit reflektiert den im Frühjahr 2014 durchgeführten ldlmooc, der zwei kollaborative Lehr- Lernszenarien miteinander verknüpft hat. Die Mitte der achtziger Jahre von Prof. Dr. Jean-Pol Martin entwickelte und bis heute ständig erweiterte handlungsorientierte Unterrichtsmethode Lernen durch Lehren, im folgenden LdL genannt (Martin, 1996, S.70) und der konnektivistische massive netzbasierte Kurs (im Folgenden als cMooc für connectivism Massive Open Online Course bezeichnet, in Anlehnung an die Kurse CCK08 und Change11 von Stephen Downes und George Siemens. (Cournier, 2008) Generell "Unter Massive Open Online Courses versteht man eine spezielle Form eines Onlinekurses, der im Vorhinein vorbereitet und mit multimedialen Inhalten angeboten wird. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei meistens um Kurse mit einer sehr hohen Anzahl an Teilnehmenden." (Taraghi, Ebner & Schön, 2013 S.2) Im „ldlmooc“ einem cMooc, wobei das c für „connectivism“ steht und im deutschen als Konnektivismus bezeichnet wird, wurde die Methode LdL vorgestellt, angewendet und kritisch diskutiert. Die vorliegende reflektierende Dokumentation legt im Nachgang die Planung, Durchführung und Evaluation des ldlmooc dar und stellt einen Bezug zu bildungswissenschaftlichen Theorien her. Im zweiten Kapitel werden zunächst die Rahmenbedingungen und das Aufgabenfeld beschrieben. Darin ist auch eine Beschreibung der Ideenentwicklung enthalten, die in der Analysephase ebenfalls kollaborativ auf zwei Educamp Sessions in Berlin und Frankfurt a. M., sowie einem für alle interessierten offenen Google Doc erfolgte. Im dritten Kapitel wird eine Anbindung an den bildungstheoretischen Hintergrund der Arbeit beschrieben. Dabei wird sowohl das Prinzip der vollständigen Handlung, als auch der Konnektivsmus, insbesondere in seiner Bedeutung für konnektivistisch organisierte Moocs erörtert. Weiterhin folgt eine Verknüpfung mit der Unterrichtsmethode LdL, die im Mittelpunkt des ldlmooc stand. Im vierten Kapitel folgt nach kurzer thematischer Einführung in das Thema Projektmanagement eine Verknüpfung mit dem Handlungsablauf des ldlmooc, analog dazu werden die Themen Qualitätssicherung und Evaluation in den beiden Folgekapiteln an das Praktikum angebunden. Die Arbeit schließt mit einem persönlichen Fazit des Autors und einem Ausblick auf die weitere Verwendbarkeit des entwickelten Konzeptes, sowohl im Hinblick auf eine berufliche Verwendbarkeit, als auch eine thematische Weiterentwicklung der Unterrichtsmethode LdL.

2. Praktikumsstelle

Das Umfeld dieses Praktikums weicht vom Normfall einer Praktikumsstelle insofern ab, als dass der Verfasser den „ldlmooc“ im Netz eigenverantwortlich organisiert und implementiert hat. Es gibt also keinen übergeordneten Verantwortlichen und kein Unternehmen, dass diesem Praktikum zugeordnet ist. Eine Beurteilung wurde somit nur durch das Feedback der Teilnehmer erreicht. Der Kurs lief vollständig online ab, der Arbeitsort war also der heimische PC des Verfassers. Für die Durchführung gab es allerdings Helfer, die einzelne Aufgaben übernommen haben. Als Schaltzentrale für den Mooc hat der Verfasser einen Blog auf der Google Plattform Blogger (www.ldlmooc.blogspot.de) implementiert. (Schakinnis, 2014) Der Blog diente dem Kurs als Informationsplattform, zum anderen auch als Archiv für vergangene Veranstaltungen und auch für Teilnehmerbeiträge.

2.1 Entstehung des Projektes „ldlmooc“

Die Idee einen cMOOC zur handlungsorientierten Unterrichtsmethode LdL anzubieten, entstand in einer Diskussion auf der SocialMedia Plattform Twitter während der Literaturrecherche zu einer Hausarbeit des Verfassers im Rahmen des Bachelor Studiums Bildungswissenschaft zum Thema „Mediale Bildung und Medienkommunikation“. In dieser Arbeit wurden das Lernen in einem cMooc und dem Lernen mit LdL verglichen. Im Fazit der Arbeit bereitet der folgende Satz den Anschluss an das Praktikum in Form des ldlmoocs: Beide Methoden betonen auch die Eigeninitiative der Lernenden und sind somit einem sehr modernen Bildungsverständnis verschrieben. (Schakinnis, 2013, S.17). Auch der Kontakt des Verfassers zum Entwickler der Methode LdL Prof. Jean-Pol Martin führte schließlich zur Idee einen MOOC über LdL durchzuführen. Ob das Projekt ein MOOC oder ein OOP wird, konnte im Vorfeld nicht beurteilt und beeinflusst werden, aber der Kurs ist so angelegt, dass ein „Massive“ möglich ist. Der Unterschied liegt in der Teilnehmerzahl, ab hundertfünfzig gilt ein Kurs als Massive, wobei dies die sogenannte Dunbar Zahl darstellt, die angibt mit wie vielen Personen ein Mensch durchschnittlich interagieren kann (Wedekind, 2013, S.46) und auch (Dunbar, 1992 S. 469 - 493). George Siemens formuliert es im Rückgriff auf McAuley wie folgt, (McAuley, A., Stewart, B., Siemens, G. & Cormier, D., 2010 S.28): „Open online courses, sometimes called “massive” (MOOCs) due to their high enrolment numbers offer a middle ground for teaching and learning between the highly organised and structured classroom environment and the chaotic open web of fragmented information.” (Siemens, 2013, S.2) Da selbst bei hohen Anmeldezahlen nicht automatisch von einer hohen aktiven Beteiligung in Moocs ausgegangen werden kann, wählen wir für den ldlmooc die Definition der unbeschränkten Anmeldemöglichkeit, um ihn als Mooc zu verorten. Schon in der Vorplanungsphase stand fest den ldlmooc als konnektivistischen Mooc zu realisieren, angelehnt an die Kurse von Stephen Downes und George Siemens, die ihre Teilnehmer anregen wollen, vernetzt und kollaborativ zu Lernen. Die von George Siemens entwickelte Theorie des Konnektivismus war in diesen Kursen leitend. „cMOOCs are based on a connectivist pedagogical model that views knowledge as a networked state and learning as the process of generating those networks and adding and pruning connections. (Siemens., 2013, S.4) Zur ebenfalls Lerner orientierten Methode LdL gibt es viele Parallelen, allerdings auch Unterschiede, die im Kapitel 3 Bildungstheoretische Rahmung kurz dargelegt werden. Nach dem ersten Ideenaustausch über Twitter wurde das Projekt ldlmooc auf zwei Educamp Sessions in Berlin (November 2013) und Frankfurt a.M. (April 2014) vorgestellt und diskutiert. Dabei diente die Session in Berlin der Nachfrageanalyse und der Vorplanung. In der Session in Frankfurt wurde neben einer Feinplanung und Aufgabenverteilung auch der Werbeaspekt berücksichtigt. Zwischen den beiden Sessions auf den Educamps wurden ein Blog für den ldlmooc eingerichtet, der als zentrale Oberfläche für den ldlmooc dient und ein Twitteraccount unter dem gleichen Namen ldlmooc eingerichtet. Auf Twitter wurden alle Tweets zum ldlmooc mit dem Hashtag (Suchzeichen auf der Twitterplattform) #ldlmooc versehen. Kurz vor dem Start des ldlmooc wurde zum Thema LdL noch ein edchatDE, eine Lehrerfortbildungsveranstaltung auf Twitter veranstaltet. Das Thema im edchatDE bestimmen die Teilnehmer in der Vorwoche selbst, es konnten also schon ausreichend Interessenten für den ldlmooc mobilisiert werden, um die Abstimmung für den edchatDE zu gewinnen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 edchatDE über ldl entnommen aus von Torsten Larbig und André Spang cc-by-sa3.0 https://edchatde.wordpress.com/2014/05/01/abstimmung-welches-thema-willst-du-beim-30-edchatde-diskutieren/

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Werbemaßnahmen (eigener Entwurf)

2.2 Rahmenbedingungen des Praktikums

Die Kostenrahmung war durch diese Umstände natürlich auch sehr begrenzt, es wurden offene, kostenlose Software und Social Media Tools genutzt. Dabei hat der Verfasser soweit es möglich war offene Tools, ohne weitere Zulassungsbeschränkung benutzt. Auch für die entsprechende Hardware wurde nur vorhandenes Material des Verfassers genutzt. Ein Budget gab es für den #ldlmooc nicht. Auch die Experten in den Impulsveranstaltungen haben keine Honorare für ihre zur Verfügung gestellte Zeit und ihr zur Verfügung gestelltes Wissen erhalten. Eine Teilnahme am ldlmooc war dadurch ebenfalls kostenfrei, soweit seitens der Teilnehmer keine Hardwareanschaffungen notwendig waren.

2.3 Analyse der Zielgruppe

Die Unterrichtsmethode LdL ist Mitte der achtziger Jahre von Jean-Pol Martin als schüleraktivierende Unterrichtsform entwickelt worden, um den Sprachanteil der Schüler im Französisch Unterricht zu erhöhen. Sie verortet sich im handlungsorientierten Unterricht und ist in den letzten 30 Jahren stetig weiterentwickelt worden. Heute wird die Methode fächerübergreifend und lernortvariabel eingesetzt. So gab es schon Unterrichtseinheiten in allen Schulformen, in der Berufsschule und auch an der Universität. Zielgruppe für den „ldlmooc“ sollten also nicht nur Lehrer traditioneller Schulformen sein, sondern alle Lerner und Lehrer, die sich für kollaborative Lernszenarios interessieren. Dass diese Zielgruppe in seiner Heterogenität durchaus existiert, konnte schon bei der ersten Vorstellung der Idee des „ldlmooc“ auf dem EduCamp #ecb13 in Berlin festgestellt werden. „Auf einem Educamp, einer Unkonferenz im Barcamp Format zu bildungswissenschaftlichen Themen, kann (sollte sogar) jeder Teilnehmer einen Beitrag vorstellen zu dem er diskutieren / referieren möchte. So ergibt sich der jeweilige Veranstaltungsplan erst zu Beginn des jeweiligen Tages durch Abstimmung.“ (Muuß-Merholz, 2012) Ziel des ldlmooc war es die Methode Ldl in ihrer Vielfältigkeit für unterschiedliche Lehr- Lernszenarios bekannter zu machen. Die Ansprache der Zielgruppe spiegelte sich später auch in den wöchentlichen Impulsveranstaltungen per GoogleHangout wieder, auf denen Experten aus unterschiedlichen Lernszenarien zu ihren Erfahrungen mit LdL vom Verfasser interviewt wurden. Somit sollten Teilnehmer sich generell für handlungsorientierte Lernsettings interessieren und affin in der Beherrschung grundlegender Social Media Tools wie Twitter, Google+, Googlehangout und möglichst einem Blog sein, um am ldlmooc teilnehmen zu können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Heterogenität der Teilnehmer (eigene Darstellung nach Umfrage)

In der obigen Grafik erkennt man eine heterogene Teilnehmerschaft mit über zehn Prozent Teilnehmern außerhalb des Bildungskontextes und über zehn Prozent aus einem privatwirtschaftlichen Bildungsumfeld.

3. Bildungstheoretische Rahmung

Nach dem ersten Ideenaustausch über Twitter wurde das Projekt ldlmooc auf zwei Educamp Sessions den oben erwähnten in Berlin (November 2013) und Frankfurt a.M. (April 2014) vorgestellt und diskutiert. Dabei diente die Session in Berlin der Nachfrageanalyse und der Vorplanung. In der Session in Frankfurt wurde neben einer Feinplanung und Aufgabenverteilung auch der Werbeaspekt berücksichtigt. Zwischen den beiden Sessions auf den Educamps wurden ein GoogleDoc für den ldlmooc eingerichtet, der als Brainstorming für Ideen zum Ablauf und als Möglichkeit zur Übernahme einzelner Aufgaben vorgesehen war. Auf diesem Dokument wurde auch der erste Kontakt zu den Experten der geplanten Hangouts hergestellt. Kurz vor dem EduCamp in Frankfurt wurde der Twitteraccount @ldlmooc eingerichtet, um schon Werbung für den Mooc machen zu können. Auf dem Educamp in Frankfurt stand der Werbeaspekt im Vordergrund. Zu diesem Zweck wurde ein YouTube Video mit einem Interview des Verfassers mit Prof. Dr. Christian Spannagel gedreht und auf YouTube veröffentlicht, (Berger, 2014 ) , flankierend gab es die Session zum ldlmooc und eine Session zum Menschenbild auf das sich die LdL Methode begründet, gehalten vom Entwickler der Methode Prof. Dr. Jean-Pol Martin. In Frankfurt wurde auch festgelegt, den Twitteraccount unterstützend von Monika E. König betreuen zu lassen. Dies war vor allem während der Live Veranstaltungen im ldlmooc, die per GoogleHangout realisiert wurden eine sehr wichtige Maßnahme, um Fragen direkt in den Hangout zu geben und den Teilnehmern das Gefühl einer Teilhabe, statt einer reinen Konsumation zu ermöglichen. Am 09.05.2014 startete der ldlmooc mit einem 45 minütigen Google+Hangout mit dem Thema „Was ist LdL, eine Einführung“. Der Hangout wurde per Hangoutchat und auf Twitter betreut, so dass Fragen der Teilnehmer direkt an die Hangout Teilnehmer weitergegeben wurden. Die Zeitbegrenzung auf fünfundvierzig Minuten wurde vom Verfasser veranschlagt, weil sich herauskristallisierte, dass es eine große Hemmschwelle seitens der Nutzer gibt, Beiträge auf YouTube über sechzig Minuten überhaupt anzuklicken. Eine kürzere Zeit wäre sowohl dem thematischen Aspekt als auch dem Aufwand die Experten für die Live Veranstaltung zusammenzubringen nicht gerecht geworden. Durch die Chatfunktionen konnten die Teilnehmer aktiv partizipieren. Für zeitlich verhinderte Teilnehmer wurden die Hangouts aufgezeichnet und waren im Anschluss auf Youtube abrufbar. Die Twitterdiskussionen konnten dank Hashtag #ldlmooc ebenfalls im Nachhinein verfolgt werden. Auf dem Blog wurden im Vorfeld der Hangouts Dokumente für die Teilnehmer bereitgestellt, um sich entsprechend in das jeweilige Wochenthema einlesen zu können. Am Ende der Hangouts wurde dann eine Aufgabe an die Teilnehmer gestellt, die sie bis zum Beginn des nächsten Hangouts berarbeiten konnten. Im Fokus der Aufgaben stand dabei die Nutzung von visuellen Medien. Grund hierfür war die Überlegung, dass zur Methode „LdL“ zwar viel Textmaterial im Netz vorhanden ist, aber kaum visualisierte Darstellungen existieren. Als dritten Grund hierfür gab es den Wunsch einer Nachhaltigkeit der Lernergebnisse, also nutzbares Material zur Weiterverwendung innerhalb des ldlmoocs durch die Teilnehmer zu generieren und dauerhaft auf dem Blog verfügbar zu machen. Für eine aktive Disskusssion mit den Teilnehmern ausserhalb der Liveveranstaltungen hatte der Verfasser noch eine offene Google+ Community erstellt, auf denen Termine bekannt gegeben, aber auch thematische Diskussionen geführt wurden. (Schakinnis, 2014a )

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Blogmenü ldlmooc.blogspot.de eigene Darstellung

Die folgenden Themen der Hangouts sind in der nachfolgenden Tabelle ersichtlich.

Tabelle1 Die Themen der Impulsveranstaltungen (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Da der Kurs nach der ersten theoretischen Einführungsveranstaltung seinen Praxisbezug nicht verlieren sollte, aber Bedarf nach methatheoretischen Fragen zur Methode und zum Menschenbild hinter LdL bei einigen Teilnehmern durchaus vertiefend bestand, wurden zwei Special Hangouts zum Thema LdL als Haltung an Sonderterminen eingefügt. Auch diese beiden Hangouts standen und stehen danach auf YouTube den Teilnehmern und weiteren Interessierten zur Verfügung. Wo ist das Projekt ldlmooc nun theoretisch zu verorten. Moocs sind ein noch sehr junges Thema in der wissenschaftlichen Diskussion. Es wurde zwar schon viel Material zu diesem Thema veröffentlicht, allerdings sind sehr wenige gesicherte und in der Wissenschaft allgemein anerkannte Erkenntnisse darunter. Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema Moocs haben fast alle noch Diskurscharakter. Es lassen sich aber dennoch schon einige Begrifflichkeiten klären. Der ldlmmoc ist als cMooc betitelt. Eine Unterscheidung ist die Trennung von x und cMooc. Dabei steht das x für „extended“ und stammt aus dem Vorlesungsverzeichnis der Harvard Universität, die damit eine Unterscheidung von online und Präsenzkursen kennzeichnete. (Bremer,2013,S.33). CMooc lehnen sich also an den Konnektivismus von Siemens an. „The starting point of connectivism is the individual. Personal knowledge is comprised of a network, which feeds into organizations and institutions, which in turn feed back into the network, and then continue to provide learning to individual. This cycle of knowledge development (personal to network to organization) allows learners to remain current in their field through the connections they have formed.” (Siemens, 2005). Die konnektivistische Ausrichtung setzt Lernen im Austausch voraus, bei xMoocs, die der cognitiv – behavioristischen Lerntheorie verschrieben sind, lassen sich die Moocs im Prinzip auch ohne Austausch bearbeiten und erfolgreich abschließen. cMOOCs sind eher als Online-Workshops oder Online-Seminare anzusehen. Dabei werden den Kursteilnehmenden zu Beginn jeder Kurseinheit einige im Web frei verfügbare Ressourcen, wie Texte, Videos, Präsentationen, zur Verfügung gestellt oder auch Live-Online-Events veranstaltet. Die Teilnehmenden sind dann aufgefordert, selbst aktiv zu werden, indem sie weitere Ressourcen (Lernergebnisse) in Form von Blogbeiträgen, Tweets, Videos, Podcasts, etc. erstellen. Diese neu erstellten Inhalte sind für alle Teilnehmenden sichtbar und werden in der Regel von einem großen Anteil der Teilnehmenden kommentiert und diskutiert. (Taraghi et al.,2013,S.7) Siemens hat dabei auch die Entwicklung des Lernenden in seiner Persönlichkeit im Blich und hält die reine Verinnerlichung des Lernstoffs für unzureichend. (Siemens, 2013, S. 9) Open als Begriff bezeichnet für beide Moocvarianten die prinzipiell voraussetzungsfreie Anmeldemöglichkeit für Teilnahmewillige. Für cMoocs kommt noch hinzu, dass die verwendeten Tools im Mooc den Teilnehmern oft freigestellt sind. So auch im LdLmooc, der neben dem Steuerungsblog mit Twitter und der Google+ Gruppe den Teilnehmern zwar Tools anbietet, aber ausdrücklich die Verwendung eigener Tools fordert und diese soweit möglich per RSSfeed sogar einsammelt, um im Blog darauf zu verlinken. George Siemens führt es für seine cMoocs wie folgt aus: „Course facilitators provide: an infrastructure for content and administrative details (in the form of a wiki or a Web page); a schedule for synchronous sessions involving guest speakers or live discussions; a means of communicating with participants and providing course updates (often handled through email and blogs); and starting points for learners to form connections with each other (a learning management system such as Moodle).” (Siemens, 2013, S.4)

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Details

Seiten
26
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668121188
ISBN (Buch)
9783668121195
Dateigröße
841 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v313005
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Mediendidaktik
Note
1,3
Schlagworte
cMooc LdL Konnektivismus Reziprokes Lernen

Autor

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