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Graffiti-Writing im Kontext jugendkultureller Identität

Hausarbeit 2013 17 Seiten

Germanistik - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung … 3

2. HipHop Kultur … 5
2.1. Rap … 5
2.2. Graffiti … 6
2.3. Writing … 7

3. Jugendkulturelle Identität … 9
3.1. Adoleszenz … 9
3.2. Interview mit Graffitikünstler Philipp K … 10
3.3. Kollektive Identität … 12
3.4. Individuelle Identität … 14

4. Resümee … 16

5. Literaturverzeichnis … 17

1.Einleitung

Graffiti prägen das Bild der Städte auf der ganzen Welt. Sie sind an den Wänden, Häuserfassaden, auf Zügen und Brückenpfeilern zu finden. Meterhoch, meistens bunt und ins Auge stechend, können sie wie jede Art von Kunst gelesen werden und ihre Bedeutung gedeutet werden. In der Öffentlichkeit wird Graffiti oft als Sachbeschädigung und Provokation gesehen, manche sehen sie allerdings auch als Kunst und als Verschönerung von grauen Wänden. Es gibt kaum eine Kunstform bei der so kontrovers diskutiert wird wie bei der Graffitikunst. Diese Ambivalenz zeigt sich in zwei aktuellen Zeitungsartikeln die ich in der „Hamburger Morgenpost“ gelesen habe. In ihrem Artikel „Der Graffiti-Krieg“[1] bezeichnen die Autoren Erik Trümpler und Felix HorstmannGraffiti-Bilder als illegale „Schmierereien“, die zur Sachbeschädigung führten. Sie beschreiben außerdem die Graffitikünstler als Banden, die durch die Stadt ziehen und von einer Sonder-Streife der Bahn-Polizei verfolgt werden. In derselben Zeitung berichtet wiederum die Autorin Jana-Marie Kophstahl in ihrem Artikel „Das Millentor wird zum Museum“[2] von der ungewöhnlichen Kunstausstellung, die vom 24. bis zum 25. Mai im St. Pauli Stadion stattfinden wird und an der über 50 namhafte Künstler teilnehmen, unter anderem auch der Graffiti-Künstlers Zezao (Anm. d. A.: Zezao ist einer der bekanntesten brasilianischen Graffiti-Künstler)[3]. Zezao ist bekannt geworden durch seine blauen Flops(Anm. d. A.: Flop ist nur mit Schraffierung oder gar nicht ausgefülltes schnell gemaltes Bild)[4] und durch seine an ungewöhnlichen Orten angebrachten Graffiti die er zum Beispiel in der Kanalisation seiner Heimatstadt SaõPaulo gezeigt hat.[5] Außerdem berichtet die Autorin davon, dass Zezao als namhafte Künstler von der Hamburger Galerie „Heliumcowboy Artspace“ zur Teilnahme an dieser Hamburger Ausstellung im St. Pauli Stadion eingeladen wurde. In meiner Hausarbeit habe ich d en Focus auf das Graffiti-Writing gelegt. Dabei steht der Aspekt der jugendkulturellen Identität im Mittelpunkt meiner Untersuchung. Neben der Einführung in die historische Entwicklung des HipHop, aus dem die Graffitikunst hervorgegangen ist und einer kurzen Erläuterung zur Adoleszenzentwicklung der männlichen Jugendlichen,habe ich noch zwei weitere Aspekte ausgewählt, die ich näher beleuchten möchte. Der erste geht von der Annahme aus, dass die Graffitikultur ebenso wie die HipHop Kultur für Jugendliche in ihrer Übergangsphase zum Erwachsenendasein eine wichtige Rolle spielt. Der zweite Aspekt thematisiert Graffiti als eine Form der kollektiven Identität. Wenn ich in meiner Hausarbeit von Writern (Anm. d. A.: so nennen sich die Graffiti-Künstler selbst) spreche, dann meine ich sowohl männlichen Writer wie auch weibliche. Allerdings stellen weibliche Writer immer noch eine Ausnahme in der Graffiti-Szene dar. Interessanten Einblick in das Lebensgefühl der Hamburger Writer bietet auch ein Interview mit dem bekannten Graffitikünstler Philipp K., welches ich im Rahmen dieser Hausarbeit geführt habe.

2. HipHop Kultur

2.1. Rap

Die Graffitikultur bildet neben dem Rap einen zentralen Bestandteil der HipHop-Kultur Zu Beginn des HipHop stand nur das DJing (Anm. d. A.: DJ ist die Bezeichnung für einen Musik-Plattenaufleger der im HipHop eine wichtige Rolle spielt) im Vordergrund. Im DJing waren die „Sänger“, heute in der Szene als MCs bezeichnet (Anm. d. A.: engl. Master of Ceremony)[6], nur als Begleiter der DJs anwesend und hatten die Aufgabe durch eingeworfene Sätze oder Worte (z.B. „Put your hands up in the air“) für eine gute Stimmung zu sorgen und das Publikum zu animieren[7]. Im Laufe der Zeit entwickelte sich dieser Sprechgesang soweit, dass die DJs immer mehr in den Hintergrund rückten. Aus der nun entstandenen Rapmusik entwickelten sich viele verschiedene Rap-Arten. Neben den etablierten Partyraps kamen die wilden Battle Raps (Anm. d. A.: Bezeichnung für einen friedlichen Wettstreit zwischen gleichgesinnten HipHoppern )in denen die Rapper von den Problemen des Ghettolebens, aber auch von ihrer eigenen Person berichten. HipHop-Kritiker sehen in der heutigen HipHop-Szene eine starke Veränderung und Entfremdungvon ihrem ursprünglichen Sinn. Der ursprüngliche HipHop thematisierte noch die sozialen Ungerechtigkeiten, in denen die farbige Bevölkerung in den Ghettos New Yorks lebte.[8] HipHop wird vor allem als ein Mittel benutzt, um Themen im Zusammenhang mit Rassismus und der Frage der nationalen Identität auszudrücken -Probleme, die gerade die jüngeren Mitglieder der ethnischen Minderheiten in Deutschland öfters erleben.[9] Es wird allerdings kritisiert, dass der heutige HipHop auch Gewalt verherrlichend, frauenfeindlich, sexistisch sei und unter anderem die Jugendkriminalität, Aggressivität und generelle Gewaltbereitschaft fördere . Weiterhin wird kritisiert, dass in der HipHop-Musik und deren Videos der Konsum von Drogen verherrlicht werde und die Musiker somit nicht auf ihre Vorbildfunktion achten[10].

[...]


[1] Hamburger Morgenpost vom 23. Mai 2013, Trümpler, E. und Horstmann F.: S. 7

[2] Hamburger Morgenpost vom 23. Mai 2013, Kophstahl, J.M. S. 27

[3] http://heliumcowboy.squarespace.com/about-millerntor-gallery/

[4] Krekow, J.S (1999): S. 307

[5] http://heliumcowboy.squarespace.com/about-millerntor-gallery/4

[6] Krekow, J.S (1999): S. 208

[7] Ebd.; S. 208

[8] http://www.freewebs.com/linkinpark-tirol/hiphopzone.htm, aufgerufen am 12.6.2013

[9] Vgl. Andropolus S. 26

[10] http://home.arcor.de/dre89/Kritik.htm, aufgerufen am 12.6. 2013

Details

Seiten
17
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668119819
ISBN (Buch)
9783668119826
Dateigröße
691 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v312955
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Institut für Germanistik
Note
1,7
Schlagworte
Hip Hop Hip Hop Writing Graffiti

Autor

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Titel: Graffiti-Writing im Kontext jugendkultureller Identität