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Leiharbeit. Chancen und Risiken für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Hausarbeit (Hauptseminar) 2014 17 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise

2. Was ist Leiharbeit
2.1 Definition
2.2 Rechtliche Grundlagen
2.3 Merkmale von Leiharbeit

3. Chancen und Risiken von Leiharbeit
3.1 Chancen für Leiharbeitnehmer
3.2 Risiken für Leiharbeitnehmer
3.3 Chancen für Leiharbeitskunden
3.4 Risiken für Leiharbeitskunden
3.5 Chancen für Leiharbeitgeber
3.6 Risiken für Leiharbeitgeber

4. Fazit

Literaturverzeichnis-Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Auf dem Arbeitsmarkt sind seit einigen Jahren dynamische Veränderungen festzustellen, insbesondere in der Sparte der Normalarbeitsverhältnisse, welche den atypischen Beschäftigungsformen den Vortritt lassen müssen. Diese Dynamik lässt sich ebenfalls deutlich anhand beruflicher Werdegänge identifizieren. Was früher als das Maß aller Dinge galt: Schule, Ausbildung, gefolgt von Festeinstellung im Betrieb, hat sich in der heutigen Zeit gewandelt und bildet nur noch die Ausnahme. Die heutigen Karriereverläufe sind vor allem durch die Flexibilität des Arbeitnehmers gekennzeichnet. In den Vordergrund stellen sich Optionen wie Zeitarbeit, Minijob oder Selbständigkeit. Hierbei stellt sich unmittelbar die Frage ob dieser Werdegang auf Entscheidungen freiwilliger Natur basiert oder auf eine ausweglose Lage der Arbeitnehmer hindeutet. Wie in Abbildung 1 zu sehen ist, hat sich der Anteil der Leiharbeitnehmer mehr als verdoppelt, wobei ein leichter Rückgang festzustellen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entwicklung der Zeitarbeit seit 1980

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (06/2014) Der Arbeitsmarkt in Deutschland-Zeitarbeit-Aktuelle Entwicklungen, S. 6

Allerdings besteht beim Thema „Leiharbeit“ in Deutschland seit ihrem Beginn im Jahre 1962, ständiger Diskussionsbedarf darüber ob diese nun die Chance, sowohl für Arbeitnehmer, als auch Arbeitgeber darstellt oder eher umgekehrt Risiken birgt. Vor allem wird die Leiharbeit als ein prekäres Arbeitsverhältnis angesehen, was allerdings auf der anderen Seite als der Einstieg bzw. Sprungbrett zu einer unbefristeten Arbeitsbeschäftigung führt. In dieser Arbeit werden die Unterschiede im späteren Verlauf deutlich gemacht und die einzelnen Aspekte herausgearbeitet.

1.2 Vorgehensweise

Ziel dieser Arbeit ist es, die Chancen und Risiken in der Leiharbeit herauszukristallisieren und darzustellen. Zunächst wird im zweiten Kapitel die Leiharbeit definiert und die gesetzlichen Merkmale sowie strukturelle Grundlagen herausgearbeitet. Des Weiteren werden im dritten Kapitel Leiharbeit und Normalarbeitsverhältnisse beschrieben und gegenübergestellt. Das vierte Kapitel bildet den Schwerpunkt der Arbeit und beschäftigt sich mit den Chancen und Risiken von Leiharbeit und ihrer Akteure. Im letzten Kapitel wird die Arbeit durch ein kurzes Fazit abgeschlossen.

2. Was ist Leiharbeit?

2.1 Definition

Für den Begriff Leiharbeit gibt es mehrere Definitionen bzw. Erklärungen. Laut dem Gabler Wirtschaftslexikon liegt ein Leiharbeitsverhältnis vor, wenn „ der Arbeitnehmer mit seiner Zustimmung von dem Arbeitgeber (Verleiher), der mit ihm im eigenen Namen einen Arbeitsvertrag geschlossen hat, an einen anderen Arbeitgeber (Entleiher) zur Erbringung von Arbeitsleistungüberlassen (ausgeliehen) wird. 1 In dieser Konstellation besteht ein Dreiecksverhältnis, wobei zwischen Verleiher und Entleiher ein Vertrag über die Arbeitnehmerüberlassung herrscht. Die Leiharbeitnehmer bilden dabei die Gruppe der Arbeitskräfte, die von Zeitarbeitsunternehmen eigenstellt und an andere Unternehmen entgeltlich ausgeliehen werden. Der Arbeitgeber mietet sich dementsprechend den Arbeitnehmer für einen bestimmten Zeitraum. Diese Vorgänge, insbesondere die gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung durch Unternehmen werden rechtlich im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) geregelt, welche dann im nächsten Abschnitt genauer erläutert werden.

2.2 Rechtliche Grundlagen

Durch das bereits zuvor beschriebene Verhältnis der Leiharbeit zwischen Leiharbeitnehmer, Entleiher und Verleiher ist eine Unterteilung der Arbeitgeberfunktion festzustellen was Anhand der Abbildung 2 zu sehen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die Vertragsbeziehung bei Zeitarbeit

Quelle: Outputmanagement Personal Services GmbH http://www.opm-ps.de/images/OPS_schaubild_rosa.png

Die Abbildung beschreibt die Beziehungen in den Verhältnissen der Leiharbeit zwischen den betreffenden Akteuren. Die Institution bzw. der Verleiher braucht am Anfang eine Erlaubnis über den ordnungsgemäßen Verleih von Arbeitskräften, welche bei der Bundesanstalt für Arbeit einzuholen ist. Die Leiharbeitnehmer, der Verleiher und der Entleiher stehen in einem besonderen Rechtsverhältnis gegenüber, welches sich dadurch äußert, dass zunächst ein Arbeits-/ Dienstvertrag gemäß §§ 611 ff. BGB2 sowie § 11 AÜG3 geschlossen wird. Der nächste Schritt ist der Abschluss eines Überlassungsvertrages gemäß § 12 AÜG. Dieser hat die Eigenschaft eines gängigen Anstellungsvertrages, der die involvierten Firmen als Arbeitgeber und Arbeitnehmer im arbeitsrechtlichen Sinne charakterisiert. Gemäß § 14 AÜG hat der Entleiher eine Weisungsbefugnis über den „entliehenen“ Arbeitnehmer, auch wenn er bei der Verleihfirma unter Vertrag steht. Die Rechtsgrundlagen ändern sich laufend seit dem im Jahr 1972 das AÜG eingeführt wurde. Ein gängiges Beispiel ist das Verbot der Leiharbeit im Bauhauptgewerbe im Jahre 1982 in Folge von vielfach auftretenden Fällen von illegalem Missbrauch. Eine grundlegende Wendung im Bereich Leiharbeit kam im Januar des Jahres 2004 mit der Einführung des Gesetzes für moderne Dienstleistungen. Es wurden demnach das besondere Befristungsverbot, die Beschränkung der Überlassungsdauer von 24 Monaten, das Synchronisations-, sowie das Wiedereinstellungsverbot nach vorheriger Kündigung aufgehoben. Parallel dazu wurde der Grundsatz über Gleichbehandlung im Bezug auf den Arbeitslohn sowie Arbeitsbedingungen eingeführt, soweit dieselben Regelungen nicht in einem Tarifvertrag vertreten sind4. Diese Neuerung sollte im Rahmen der HARTZ-Gesetze in Kraft treten und somit die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes sowie den Abbau von Arbeitslosezahlen fördern. Des Weiteren ist zu erwähnen, dass nicht nur Rechte des AÜG in Leiharbeitsverhältnissen greifen, sondern auch das Arbeitsrecht, Urlaubsrecht, Mutterschutzgesetzt und weitere. Somit kann der Arbeitnehmer im Leiharbeitsverhältnis mit gleichen Rechten rechnen die bei einem unbefristeten Beschäftigungsverhältnis gegeben sind.

2.3 Merkmale von Leiharbeit

Die Leiharbeit hat viele substanzielle Merkmale. Signifikant ist die Tatsache, dass es einen überproportionalen Männeranteil in den Leiharbeit gibt, welcher knapp 70% ausmacht. Die restlichen 30% bilden den weiblichen Anteil der Zeitarbeitnehmer (Stand 2012)5. Diese Tatsache lässt sich leicht deuten, wenn man das tatsächliche Tätigkeitsprofil der Leiharbeit betrachtet. Der Großteil des Tätigkeitsfeldes beschäftigt sich mit schwierigen körperlichen Arbeiten, wie beispielsweise Lagerarbeit oder traditionell männlichen ausgeübten Berufen wie Schlosser, Mechaniker oder Bauarbeiter. Abbildung 3 zeigt, dass männliche Zeitarbeitnehmer in Bereichen „Metall“ und „Elektro“ tätig sind, wohingegen Frauen überwiegend in Dienstleistungsberufen eingesetzt werden, in welchen in den letzten Jahren ein Zuwachs zu verzeichnen war. Hierbei wird deutlich, dass die angebotenen Arbeitsmaßnahmen weiterhin demonstrativ in Frauen- und Männerberufe unterschieden werden. Diese Entwicklung kann man auf Veränderung der Bedarfe in der Gesellschaft zurückführen, welche von einer Produktions-, zu einer Dienstleistungsgesellschaft transformiert hatte. Damit ist auch die Zeitarbeit mit einbezogen die im Dienstleistungssektor einen leichten Zuwachst zu verzeichnen hatte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Leiharbeitnehmer nach Tätigkeit und Geschlecht

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (06/2014) Der Arbeitsmarkt in Deutschland-Zeitarbeit-Aktuelle Entwicklungen, S. 13

Sieht man sich dagegen die Altersstruktur der Beschäftigten an, so kann man ebenfalls erkennen, dass in der Gesamtwirtschaft die Altersgruppe 35-45 das größte Volumen aufweist. Die Gruppe der Zeitarbeitnehmer stellt dagegen die Altersgruppe der 20-30 jährigen dar. Somit ist über die Hälfte der Zeitarbeitnehmer unter 35 Jahren6.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Altersstruktur der Beschäftigten 2001

Quelle: Linne, Vogel (2001), Leiharbeit und befristete Beschäftigung, S. 22 http://www.boeckler.de/pdf/p_arbp_068.pdf

[...]


1 Vgl. http://wirtschaftslexikon.gabler.de

2 Vgl. http://dejure.org/gesetze/BGB/611.html

3 Vgl. http://dejure.org/gesetze/AUEG/11.html

4 Vgl. Kaltenborn 2007, S. 1

5 Vgl. http://www.personaldienstleister.de/branche/zahlen/zeitarbeit-in-deutschland.html#c622

6 Vgl. Linne, Vogel 2003, S. 22

Details

Seiten
17
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668116573
ISBN (Buch)
9783668116580
Dateigröße
947 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v312867
Institution / Hochschule
Universität Hamburg
Note
2,7
Schlagworte
leiharbeit chancen risiken arbeitnehmer arbeitgeber

Autor

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Titel: Leiharbeit. Chancen und Risiken für Arbeitnehmer und Arbeitgeber