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Theoretische Vorbereitung einer Forschungsarbeit. Ein Überblick

Aufbau, Struktur und Vorgehensweise bei Durchführung und Untersuchungsbericht

Hausarbeit 2010 19 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoriebasierte Grundlagenschaffung

3. Durchführung und Auswertung der Untersuchung
3.1 Störquellen während des Untersuchungsablaufes: Versuchsleiterartefakte
3.1.1 Auslöser für das Entstehen von Versuchsleiterartefakten
3.1.2 Möglichkeiten der Reduzierung potentieller Störquellen
3.2 Auswertung der Untersuchungsergebnisse

4. Erstellung des Untersuchungsberichtes
4.1 Aufbau und Strukturierung des Untersuchungsberichtes
4.1.1 Titelseite
4.1.2 Inhaltsverzeichnis und Gliederung
4.1.3 Abbildungsverzeichnis
4.1.4 Abkürzungsverzeichnis
4.1.5 Abstract
4.1.6 Einleitung
4.1.7 Forschungsstand und Theorie
4.1.8 Methode
4.1.9 Ergebnisse
4.1.10 Reflexion und „Ausblick“
4.1.11 Literaturangaben und -verzeichnis
4.2 Allgemeine formale Kriterien

5. Reflexion

Literatur

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ablaufschema des Forschungsprozesses n. Rossig/ Prätsch (2005)

Abbildung 2: Übersicht zur Interpretation der Signifikanz n. Bühl/ Zöfel (2005)

Abbildung 3: Beispiel für einen Mindestangaben-Katalog einer Titelseite n. Rossig/ Prätsch (2005)

Abbildung 4: Inhalt der Einleitung n. Brink (2007)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.Einleitung

Seit jeher sind Menschen fasziniert, von der Idee neue Dinge und Zusammenhänge zu erforschen. Forschung bildet den Schlüssel zu neuen Erkenntnissen und letztlich zur Herausbildung eines besseren Verständnisses für die Welt in der wir leben. So viele unterschiedliche Wissenschaftszweige und Erforschtes es auch geben mag, so schier unerschöpflich erscheint der Horizont dessen, was zukünftig noch erforscht und untersucht werden kann. Schon Justus von Liebig sagte einst „Die Wissenschaft fängt eigentlich erst da an interessant zu werden, wo sie aufhört“[1] Dieses „wo sie aufhört“ ist eben genau der Punkt, an dem wissenschaftliche Forschung einsetzt, nach Erklärungen sucht und nach neuen Erkenntnissen lechzt. Nun hat sich Forschung längst davon verabschiedet ein Privileg sehr weniger Universalgenies zu sein, die von Unwissenden als Unfug verspottet, oder gar verpönt wird (siehe Galilei).

Forschung erfreut sich heute internationalen Interesses, nach internationalen Standards und internationalen Plattformen. Forschung ist modern geworden, Annahmen bezüglich eines Forschungsgegenstandes können mittels hochwertiger statistischer Computerprogramme analysiert und ausgewertet werden. Doch diese Modernität bringt auch Verantwortung mit sich. Verantwortung für den Forschungsgegenstand selbst aber auch für dessen lückenlose Dokumentation. Eine solche Dokumentation bildet der Forschungsbericht. Dieser ist im Grunde der theoretische Teil einer Forschungsarbeit und besteht aus mehreren strukturierten Teilelementen, welche ihm letztlich sein Gesamterscheinungsbild geben. Ebenfalls dokumentiert wird der bisherige Forschungsstand zur Thematik, sowie das darauf aufbauende Herleiten eigener Forschungshypothesen noch bevor die eigentliche Durchführung der Untersuchung beginnt.

Im Folgenden soll nun also gewissermaßen auf der Metaebene stattfindend die Gestaltung des Theoretischen Teils einer Forschungsarbeit vorgestellt werden, sowie dessen Aufbau, Struktur und Vorgehensweise. Zunächst wird die theoriebasierte Grundlagenschaffung beschrieben, danach folgen Ausführungen zur Durchführung der Untersuchung, sowie zu möglichen Störquellen und deren Präventionsmöglichkeiten. Anschließend werden Möglichkeiten zur Auswertung der Untersuchungsergebnisse benannt und schließlich wird der Untersuchungsbericht, strukturiert nach seinen einzelnen Bestandteilen und formalen Kriterien dargestellt.

2. Theoriebasierte Grundlagenschaffung

Hauptbestandteil einer Forschungsarbeit bildet in der Regel die Planung, Durchführung und anschließende Auswertung einer empirischen Untersuchung (vgl. Abb.1). (Wobei an dieser Stelle anzumerken ist, dass sowohl der Prozess der Themensuche als auch der Untersuchungsplanung hier nicht näher beschrieben werden, da sie im Vorfeld des Theoretischen Teils der Forschungsarbeit bereits erfolgt sind.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Ablaufschema des Forschungsprozesses n. Rossig/ Prätsch (2005).

Bevor mit der eigentlichen Durchführung der Untersuchung begonnen werden kann, erweist es sich jedoch nach Bortz/ Döring (2006) als vorteilhaft, dass nach erfolgter Planungsarbeit zunächst der theoretische Teil der Arbeit geschrieben oder zumindest konzeptuell erstellt wird Zu diesem Theoretischen Teil der Forschungsarbeit zählen (vgl. Bortz/ Döring, 2006, S.81):

1. die Darstellung der inhaltlichen Problemstellung
2. der Literaturbericht (welcher den aktuellen Forschungsstand zur Thematik skizziert)
3. die Auflistung sämtlicher Erhebungsinstrumente
4. die Verweise zur Methodik der Untersuchung
5. die Vorstellung der Untersuchungsobjekte
6. das zusammenfassende Literatururteil
7. die Generierung und Herleitung der Forschungshypothesen

In Anbetracht dieser aufgelisteten Teilelemente könnte man hier von einer theoriebasierten Grundlagenschaffung sprechen, welche den praktischen Durchführungsschritten der Untersuchung zugrundeliegt und auf diese eine vorbereitende Wirkung hat. Bortz/ Döring (2006) zufolge bietet diese Methode der Vorgehensweise zweierlei entscheidende Vorteile: einerseits aus arbeitsökonomischer Sicht (da die zuvor erfolgte Literaturbeschaffung noch gut erinnert wird und sich daraus die Generierung der Forschungsfragen und -hypothesen gut und sinnvoll ableiten lässt), andererseits wird auf diese Weise die „Unabhängigkeit von Hypothesen-formulierung und Hypothesenprüfung“ (Bortz/ Döring, 2006, S.81) gewährleistet. Das schriftliche Festhalten der Hypothesen erst während des Prozesses der Untersuchungsdurchführung bzw. –auswertung birgt hingegen die Gefahr der Umformulierung der Untersuchungsannahmen zugunsten der Untersuchungsergebnisse, da es im Sinne der Forscher/-innen ist, dass Hypothesen durch die erhobenen Daten bestätigt werden.

3. Durchführung und Auswertung der Untersuchung

3.1 Störquellen während des Untersuchungsablaufes: Versuchsleiterartefakte

Prinzipiell besteht bei jeder Untersuchungsdurchführung die Gefahr, dass Störquellen die Untersuchungsergebnisse bzw. die Untersuchung als solche beeinflussen und somit verfälschen. Meist sind dies „Fehler im eigenen Verhalten bzw. im Verhalten von Dritten, die als Versuchsleiter, Interviewer, Testinstrukteure etc. engagiert werden (Bortz/ Döring, 2006, S.82). Treten solche Fehler während der praktischen Durchführung der Untersuchung auf, so werden diese als Versuchsleiterartefakte bezeichnet.

3.1.1 Auslöser für das Entstehen von Versuchsleiterartefakten

Prinzipiell existieren mehrere Fehlerquellen, welche das Entstehen von Versuchsleiterartefakten hervorrufen können. Bereits das Verhalten des Versuchsleiters während der Begrüßung bzw. im späteren Verlauf (wie etwa beim Erteilen von Instruktionen) kann hierbei ausschlaggebender Faktor sein. Menschen sind keine emotionslosen Maschinen und so ist es kaum verwunderlich, dass es gewisse Risiken dafür gibt, dass ein/e Versuchsleiter/in bewusste oder unbewusste Hinweisreize an die Probanden aussendet, ihnen Sympathie oder Antipathie entgegenbringt und die Versuchsperson so in ihrem späteren Handeln beeinflusst (vgl. u.a. Bungard, 1980). Neben diesen möglichen Fehlerquellen verweist Barber (1972/ 1976) zusätzlich auf die Gefahr möglicher Spannungseffekte zwischen dem Projektleiter (Investigator) und dem Untersuchungsleiter (Experimentator). Hierbei kann es möglicherweise passieren, dass der Experimentator (möglicherweise auch unbewusst) die Untersuchungsergebnisse beeinflusst, um der Erwartungshaltung des Investigators gerecht zu werden.

3.1.2 Möglichkeiten der Reduzierung potentieller Störquellen

Damit potenzielle Störquellen, begründet im eigenen Verhalten bzw. des Untersuchungsumfeldes, entgegenzuwirken, bieten sich verschiedene Praktiken an, welche im Folgenden näher betrachtet werden sollen. „Wichtig ist hierbei der Leitgedanke, dass störende Untersuchungsbedingungen für die Ergebnisse weniger erheblich sind, wenn alle Untersuchungsteilnehmerihrem Einfluss in gleicher Weise ausgesetzt sind“ (Bortz/ Döring, 2006, S.84).

Eine mögliche Maßnahme zur Vermeidung von Störquellen besteht in der Durchführung der Untersuchung als Doppelblindversuch. Hierbei werden Helfer eingesetzt, welche die Untersuchung durchführen, aber bezüglich der Forschungshypothese(n) unwissend sind. Dadurch kann der Gefahr einer indirekten Beeinflussung zugunsten der Hypothesenbestätigung entgegengewirkt werden. In der Praxis können Doppelblindversuche häufig jedoch aus ökonomischen Aspekten heraus nicht realisiert werden, weshalb Bortz/ Döring (2006) weitere Vorschläge zur Reduzierung der Versuchsleiterartefakte auflisten (Bortz/ Döring, 2006, S. 84f.):

- Standardisierte Instruktionen (z.B. schriftlich oder durch Tonbandaufnahmen)
- Individuelle Hilfestellungen (bei Verständnisschwierigkeiten)
- Konstante Untersuchungsbedingungen bei Laborexperimenten
- Protokollierung aller Vorkommnisse (wie unerwartete Zwischenfragen)
- Reihenfolge bei Teilaufgaben beibehalten
- Konfrontation des Untersuchungsleiters mit den Ergebnissen aus der Studie erst nach deren Abschluss (sonst Gefahr von unbewussten nonverbalen Reaktionen)
- Pretests (zur Gewährleistung eines reibungslosen Untersuchungsablaufes)
- Befragung einzelner TN nach dem Posttest (zur Erfassung von Stimmungen, Interesse, möglichen Schwierigkeiten etc.)
- Vidoeaufzeichnungen (geben im Nachhinein Aufschluss über mögliche Fehler)
- Untersuchungsprotokoll (beinhaltet sämtliche Unregelmäßigkeiten während der Untersuchungsdurchführung und ist Teil des späteren Untersuchungsberichtes)

3.2 Auswertung der Untersuchungsergebnisse

Nachdem die Untersuchung beendet ist und entsprechendes Datenmaterial zur Verfügung steht, so wird dieses im Anschluss ausgewertet und bezugnehmend auf die Forschungshypothesen interpretiert. Diese Auswertung erfolgt mittels statistischer Datenanalyseverfahren, bei denen geprüft werden, ob die Forschungshypothese anhand der Ergebnisse bestätigt werden kann (Bortz/ Döring, 2006). Die computerbasierten Statistikprogramme ermöglichen dabei eine Bereinigung möglicher Fehler vor Beginn der eigentlichen Datenanalyse. Um Hypothesen zu überprüfen werden statistische Signifikanztests vorgenommen, welche Aufschluss darüber geben, „ob etwa ein auftretender Mittelwertunterschied oder aber auch ein Zusammenhang (eine Korrelation) zufällig zustande gekommen ist oder nicht“ (Bühl/ Zöfel, 2005, S.113). Je kleiner dabei der Wert der Irrtumswahrscheinlichkeit (p) ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Forschungshypothese (Alternativhypothese) anhand der Datenlage bestätigt werden kann. Ein kleiner p- Wert bedeutet also im Umkehrschluss eine große statistische Signifikanz (vgl. Abb.2).

[...]


[1] Justus von Liebig war deutscher Chemiker und lebte von 1803-1873. Nachzulesen in Lexikon der Zitate. Köln: Naumann/ Göbel

Details

Seiten
19
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783668113718
ISBN (Buch)
9783668113725
Dateigröße
1021 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v312383
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Schlagworte
forschung forschungsdesign grundlagen wissenschaftliches arbeiten

Autor

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