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Erarbeitung eines langfristigen Zielgruppenkonzepts zu Ruhe-, Rückzugs- und Schlafbedingungen in Kitas

Hausarbeit 2015 27 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Merkmale eines langfristigen Zielgruppenkonzepts

3. Langfristiges Zielgruppenkonzept zu Ruhe-, Rückzugs- und Schlafbedingungen in Kitas
A: Inhaltliche Überlegungen
B 1: Erziehungs-, Lern-, Handlungsziele
B 2: Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Literaturrecherche
B 2.1: Ruhebereich/ Rückzugsmöglichkeiten
B 2.2: Entspannung
B 2.3: Akustik
B 2.4: Licht
B 2.5: Ruheräume als Lernwerkstatt
B 2.6: Regeln
B 2.7: Ausstattung des Schlafraums/ Gestaltung der Schlafenszeiten
B 3: Ressourcen
B 4: Bedingungsanalyse und Umsetzung
C: Aufrechterhaltung

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang: Interview mit einer Erzieherin

1. Einleitung

Da die Kindertagesstätte neben der Familie die bedeutsamste Bildungsinstitution für Kinder im Vorschulalter ist, sollte der Qualität der Kindertagesstätte eine große Bedeutung beigemessen werden. Bestehende Konzepte sollten regelmäßig überprüft, mit neuen Konzepten abgeglichen und evaluiert werden. Da Kinder heutzutage oft an Konzentrationsschwäche leiden, viele Kinder ADHS haben und unausgeglichen sind, stellt sich die Frage, wodurch dies bedingt ist. Sind im Alltag der Kindertagesstätte genügend Möglichkeiten für Kinder vorhanden, neben aktiven Spielphasen auch mal zur Ruhe zu kommen und sich zurückzuziehen? Und sind diese Bereiche passend eingerichtet und auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet? Dabei sollte der Fokus jedoch nicht nur auf Kinder mit ADHS oder auf andere Problemkinder gelegt werden, denn auch alle anderen Kinder brauchen tagsüber ein bestimmtes Maß an Regenerationszeit neben aktiveren Phasen. Basierend auf diesen Fragen und Fakten wird in dieser Hausarbeit ein externes langfristiges Zielgruppenkonzept entwickelt. Besonderes Augenmerk wird dabei darauf gelegt, wie die Ruhe-, Rückzugs- und Schlafmöglichkeiten der Kinder im Alltag der Kindertagesstätte grundsätzlich auszusehen haben und wie diesbezüglich optimal und individuell auf jedes Kind eingegangen werden sollte. Denn hier spielt der lernpsychologische Aspekt eine entscheidende Rolle. Ziel ist es, die körperliche, geistige und seelische Entwicklung der Kinder durch die Ruhe-, Rückzugs- und Schlafbereiche optimal zu unterstützen. Denn es ist unumstritten, dass man genügend Regenerationszeit braucht, um aufnahme- und lernfähig zu sein. Dies wird von wissenschaftlichen Erkenntnissen untermauert. Das langfristige Zielgruppenkonzept soll individuell auf jede Kindertagesstätte und ihr pädagogisches Konzept oder ihre Schwerpunkte übertragbar bzw. anpassbar sein. Zunächst wird wird in dieser Hausarbeit darauf eingegangen, was ein langfristiges Zielgruppenkonzept ausmacht. Anschließend werden die inhaltlichen Überlegungen dargestellt und welche Erziehungs-, Lern-, Handlungsziele damit angestrebt werden. Darauf folgen dann wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Literaturrecherche über die Gestaltung von Ruheräumen und die Wichtigkeit von Ruhe- und Schlafphasen und wie auf die Kinder individuell eingegangen werden sollte. Darüber hinaus wird dann auf die Ressourcen und danach auf die Umsetzung eingegangen und schlussendlich wird noch die Aufrechterhaltung des langfristigen Zielgruppenkonzepts thematisiert. Im Fazit wird dann noch die Auswertung eines Interviews mit einer Erzieherin in Augenschein genommen. Dabei geht es um die Meinung, die sie bezüglich dieses Themas vertritt, wie die Umsetzung in ihrer Kindertagesstätte dazu aussieht und ob sie den in dieser Hausarbeit aufgeführten optimalen Bedingungen entsprechen. Hierbei kann dann konkret geschaut werden, ob oder wie die Theorie in der Praxis umgesetzt wird.

2. Merkmale eines langfristigen Zielgruppenkonzepts

Allgemein gesehen gibt es vielfältige Formen von Konzepten, entscheidend ist immer die jeweilige Situation. Ein Konzept kann im Team entwickeln werden oder auch von außen an das Team herangetragen werden. Auf Basis eines Organisationskonzepts, welches als Grundlage der Einrichtung dient und die allgemeine Zielrichtung vorgibt, kann ein Zielgruppenkonzept erstellt werden. Ein Zielgruppenkonzept erstellt man, wenn man eine langfristige Arbeit mit einer neuen Gruppe planen und beginnen möchte oder für eine bestehende Gruppe ein neues Konzept entwerfen und umsetzen möchte. In diesem Fall stellen die Kindern in Kindertagesstätten die neue Gruppe dar. Es behält seine Gültigkeit für einen längeren Zeitraum und eine Bedingungsanalyse muss nur einmalig vorgenommen werden, solange keine Änderungen in der Gruppe stattfinden. Das Zielgruppenkonzept kann als langfristiges, wie auch als kurzfristiges Konzept geplant werden. Bei einem langfristigen Zielgruppenkonzept werden Ziele jedoch nur überblicksmäßig und nicht detailliert festgelegt, wie bei einem kurz-fristigen Konzept. Die Feinzielebene fehlt somit bei einem langfristigen Zielgruppen-konzept. Allerdings bietet es die Basis für die Entwicklung eines Situationskonzeptes (vgl. Schilling, J., 2008).

3. Langfristiges Zielgruppenkonzept zu Ruhe-, Rückzugs- und Schlafbedingungen in Kitas

A: Inhaltliche Überlegungen

Anhand der Kindergarten-Skala (einem Evaluationsinstrument, um die Qualität in Kindertagesstätten zu überprüfen) wurde in verschiedenen Kindertagesstätten die pädagogische Qualität analysiert. Hierbei sind bezüglich des individuellen Eingehens auf die Kinder bezogen auf ihr Ruhebedürfnis und bei den Ruhe-, Rückzugs- und Schlafbereichen einige Mängel aufgefallen. Um ein paar Hauptkritikpunkte kurz zu benennen, sind im Folgenden ein paar von ihnen aufgeführt. Zum einen wurden die Ruhebereiche, oftmals als Hüpf- und Tobebereich zweckentfremdet, ohne sofortiges Einschreiten der Erzieherinnen. Für die Kleinstkinder waren keine extra Ruhebereiche oder individuelle Ruhe- oder Schlafenszeiten vorgesehen, sie sollen sich lediglich mit der Zeit an die feststehenden Schlafenszeiten nach dem Mittagessen gewöhnen. Außerdem spielte Partizipation fast gar keine Rolle. Die Kinder durften nicht mit entscheiden, wie die Ruhe- und Schlafenszeiten geregelt sind oder bei der Einrichtung der Ruhe-und Schlafbereiche mit entscheiden. Die Kindergarten-Skala ist jedoch nur dazu dar, um allgemeine Standards zu überprüfen. Sie geht nicht ins Detail, wodurch viele weitere wichtige Aspekte nicht erfasst werden können.

Aufgrund dessen ist anzunehmen, dass es noch viele weitere Mängel gibt, welche in vielen Kindertagesstätten bezüglich dieses Themas aufzudecken wären. Um eine Verbesserung herbeiführen zu können, werden im Folgenden die optimalen Merkmale bezüglich dieses Themas einmal genauer dargestellt. Diese Merkmale sind noch nicht einmal in den als Richtlinie geltenden Bildungsplänen von NRW vertreten, denn dem Thema Ruhe- und Schlafenszeiten und Ruhebedürfnis von Kindergartenkindern wird durch keinen expliziten Unterpunkt genauere Beachtung geschenkt.

B 1: Erziehungs-, Lern-, Handlungsziele

Erziehungsziele

Wichtig ist hierbei die Individualität der Kinder zu sehen und zu beachten, was nur durch ausreichende Beobachtung jedes einzelnen Kindes geschehen kann. Anschließend sollten diese Beobachtungen dann mit anderen Erzieherinnen zusammen reflektiert werden und in schriftlicher Form festgehalten werden. Denn hierdurch hat die Erzieherin die Entwicklung des Kindes besser im Blick und kann Fort- oder auch eventuelle Rückschritte schneller bemerken. Im Zusammenhang damit sind auch Gespräche zwischen den Erzieherinnen und den Eltern von großer Wichtigkeit. Durch diese Gespräche werden die Eltern über die Entwicklung und auch über eventuelle Auffälligkeiten ihres Kindes informiert. Andererseits können die Erzieherinnen von den Eltern über die Schlaf- und Ruhegewohnheiten der Kinder und die diesbezüglichen Rituale zu Hause informiert werden (vgl. Franz, M., Vollmert, M., 2012).

Lern- und Handlungsziele

Die Erzieherinnen stehen mit den Eltern der Kinder in einer Beziehungspartnerschaft, weshalb sie deren Meinung und Wünsche mit in den Umgang mit den Kindern in der Kindertagesstätte miteinbeziehen müssen. Die Regeneration des Körpers auch tagsüber ist wichtiger Bestandteil kindlichen Lernens. Dabei muss beachtet werden, dass Kinder noch ganz andere Bedürfnisse haben als Erwachsene, denn sie benötigen noch weitaus mehr Ruhe-und Schlafphasen im Tagesverlauf zwischen aktiveren Phasen. Während dieser Ruhephasen können Kinder Körpererfahrungen machen - beispielsweise durch Massagen oder auch verschiedenste andere Sinneswahrnehmungen, durch die entsprechende Ausstattung des jeweiligen Ruhebereichs (vgl. Franz, M., Vollmert, M., 2012).

B 2: Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Literaturrecherche

Da der Alltag in der Kindertagesstätte auch anstrengend sein kann, vor allem für kleinere Kinder, sind Rückzugs-und Schlafmöglichkeit von großer Bedeutung. Denn je kleiner Kinder sind, umso mehr Schlaf benötigen sie, wie auch Pausen zwischen Bewegungs- und Spielphasen. Im Folgenden wird darauf eingegangen, was einen Ruhe- oder auch Schlafraum ausmacht und welche Rückzugsmöglichkeiten und Ruhephasen die Kinder im Kindertagesstättealltag benötigen.

B 2.1: Ruhebereich/ Rückzugsmöglichkeiten

Die vielen Eindrücke, Angebote und Aktivitäten ebenso wie das Zusammensein mit vielen anderen Kindern regen die Kinder nicht nur an, sondern können oftmals auch anstrengend sein. Aufgrund dessen sind Ruhe-und Schlafphasen von großer Bedeutung für Kinder und sollten fester Bestandteil im Tagesablauf in der Kindertagesstätte sein. Da das Aktivitäts- und Ruhebedürfnis eines Kindes je nach Tagesrhythmus und auch Tagesform des Kindes unterschiedlich sein kann, sollten die Kinder neben der regulären Schlafphase auch die Möglichkeit zum Ruhen haben. Bei der Gestaltung dieser Phase sollten die Bedürfnisse der Kinder gemäß ihres Alters und ihres Entwicklungsstandes berücksichtigt werden. Die dafür vorgesehenen Rückzugsbereiche und Schlafräume, wo die Kinder sich ungestört von anderen Kindern ausruhen und schlafen können, sollten behaglich eingerichtet sein (vgl. Dittrich, I. et al., 2007, S.83-90). Große Räume wirken auf Kleinstkinder teilweise unüberschaubar und aufgrund dessen bedrohlich (vgl. Textor, M., 2010, S.1-18). Deshalb ist es wichtig, dass Ruhebereiche im Spielbereich integriert werden. Durch einen Nischen - oder Höhlencharakter, Polsterung und weiche Gegenstände wird den Kindern das Ausruhen und Einschlafen erleichtert (vgl. Dittrich, I. et al., 2007, S.83-90). Für Kinder unter zwei Jahren ist es besonders bedeutsam, sich in abgegrenzte Bereiche zurückziehen zu können, um dort ungestört von anderen Kindern ihren Bewegungsabläufen nachzugehen und in Ruhe spielen zu können. Dieser Bereich kann für die Kleinen hinter Vorhängen oder niedrigen Regalen eingerichtet werden (vgl. Viernickel, S., 2008, S. 198 – 207). Sogenannte „Ruheinseln“ für die Kleinsten können auch durch Stillkissen als „Nest“ oder aus Körben mit Decken eingerichtet werden (vgl. Kercher, A., Höhn, K., 2010). Kleinstkinder genießen es, geschützt beispielsweise von einem Hängekorb aus andere Kinder zu beobachten und somit trotzdem ein Teil des Geschehens zu sein (vgl. Viernickel, S., 2008, S. 198 – 207). Da Kinder ihr Ruhe-und Schlafbedürfnis unterschiedlich ausdrücken, ist es wichtig, dass die Erzieherin die Kinder, insbesondere die Kleineren, im Tagesverlauf beobachtet und ihre individuellen Bedürfnisse wahrnimmt und auf diese eingeht. Bemerkt die Erzieherin, dass ein Kind müde oder angespannt ist, so hilft sie ihm zur Ruhe zu kommen. Dies kann beispielsweise durch das Vorlesen einer Geschichte oder bei kleinen Kindern durch das Auf-den-Schoß nehmen oder Summen eines Liedes geschehen. Kinder, welche sich noch im Krippenalter befinden, brauchen meistens jedoch Schlaf um zur Ruhe zu kommen und dafür wird ein seperater Schlafraum benötigt, welcher sich signifikant von einem Ruhebereich für ältere Kinder abgrenzt. Alle Räume und Ecken für Entspannung und Rückzug sollten zudem für alle Kinder frei zugänglich sein (vgl. Dittrich, I. et al., 2007, S.83-90).

B 2.2: Entspannung

Häufig wird Entspannung mit Stressbewältigung und Gesundheit auf eine Stufe gestellt. Elternbücher für Entspannungstechniken sind sehr hilfreich, damit sie diese auch im Alltag mit den Kindern durchführen können (Friebel, V., 2000). Der aktuelle Lebensalltag der Kinder ist oftmals von Hektik, Unruhe und unterschiedlichen Reizüberflüssen geprägt. Die Selbstverständlichkeit von Ruhe(-phasen) ist den Kindern nicht mehr vertraut. Ursache für die hohe Stress- und Lärmbelastung heutzutage ist die Technisierung der Welt. Genauso führen auch die visuellen Einflüsse, wie TV, Internet etc. schnell zu einer Überforderung vor allem bei den kleineren Kindern. Sie können diese Eindrücke ohne Gespräche mit Erwachsenen nicht verarbeiten. Außerdem sollten Eltern ihren Kindern klare Grenzen setzen bezüglich ihres Medienkonsums, um eine Überforderung schon vorzeitig abzuwenden.

Der Alltag der Kinder ist zudem von zu wenig Zeit geprägt, die die Eltern aktiv mit ihren Kindern verbringen. Aufgrund dessen sind die Kinder häufiger sich selbst überlassen und dies führt wiederum zu vermehrtem TV- und Computerkonsum. Andererseits haben viele Kinder auch ein sehr straffes Freizeitprogramm, wodurch sie niemals zur Ruhe kommen können und unter einer ständigen Ruhe- und Rastlosigkeit stehen. Demzufolge ist es insbesondere für verhaltensauffällige Kinder aber auch für alle anderen von großer Bedeutung, kontinuierliche Ruherituale im Alltag integriert zu haben. Als Beispiele sind diesbezüglich die progressive Muskelentspannung oder das Autogene Training (welches mit einer Traumreise verknüpft werden kann) zu benennen. Dies wird nun jedoch nicht weiter ausgeführt wird, da es zu sehr ins Detail gehen würde. Es folgt jedoch noch ein kurzer Einblick in die allgemeinen Grundlagen von Entspannung. Die beste Körperstellung für Entspannung ist das Liegen, da hierbei die gesamte Stützmotorik entlastet wird und es sollten wenig externe Reize vorhanden sein, welche die Kinder ablenken. Somit sollte auf eine leise Akustik geachtet werden und auch gedimmtes Licht trägt zur Entspannung bei (vgl. Petermann, U., 2010). Die Kinder können, müssen ihre Augen jedoch nicht schließen, da manche Kinder Angst davor haben, weil sie schlechte Erfahrungen mit Stille gemacht haben (vgl. Wilk, D., 2012). Durch körperliche Entspannung werden positive Gefühle hervorgerufen. Dabei soll das Gefühl des Ausgeglichenseins in den Vordergrund rücken und Ärgerempfindungen oder ängstliche Gefühle verdrängt werden. Nach einer erfolgreichen Entspannungsphase sollten die Kinder dann ausgeruht sein und neue Kraft für die Konzentration beim Spielen und für die Bewältigung der Alltagsaufgaben gesammelt haben (vgl. Petermann, U., 2010). Kinder neigen des öfteren auch zu Tagträumen. Hierbei entspannen sie sich, sie starren ins Leere und schenken ihrer Umgebung keine Aufmerksamkeit mehr. Solche Tagträume sind für Kinder häufig eine wichtige Auszeit im Gegenzug zum belasteten Alltag und tragen zur körperlichen und geistigen Gesundheit der Kinder bei. Kinder brauchen aber auch direkte Zuwendung. Geschichten vorlesen ist beispielsweise eine bedeutsame Art und Weise. Hierdurch bekommt das Kind gezielte Aufmerksamkeit seitens der Erwachsenen und das Gefühl ihnen etwas zu bedeuten. Durch die Geschichten bemerken die Kinder, dass sie mit ihren Gefühlen und Ängsten nicht alleine sind und es kommt oftmals auch zu einer Reduzierung ihrer Ängste. Nicht nur allein der Körper erholt sich durch Entspannung. Denn durch das Zuhören öffnet das Kind seine Wahrnehmung für das Gehörte und Kinder lernen, sich selbst wahrzunehmen und eigene Gefühle zu spüren und zu akzeptieren. Vor allem Medien lenken die Aufmerksamkeit wenig auf die Selbstwahrnehmung des Kindes. Daraus folgt dann, dass Kinder verlernen, auf sich selbst zu achten. Das Kind wird durch Geschichten angeregt die eigenen Grenzen zu erkennen und die Anderer zu respektieren. Indem das Kind eigene Grenzen wahrnimmt, entsteht ein guter Eigenschutz vor Überforderung und in der Zukunft können viele durch Überlastung ausgelöste Krankheiten dadurch vermieden werden. Durch das Vorlesen werden Kinder dazu angeregt, das Gehörte mit ihrem eigenen Wissen abzugleichen und es wird die Selbstständigkeit der Kinder im eigenen Denken und Wahrnehmen gefördert. Darüber hinaus kann auch Sprachförderung beim Vorlesen, durch gezieltes Nachfragen mit eingebaut werden, ohne das die Kinder dies explizit bemerken (vgl. Wilk, D., 2012).

B 2.3: Akustik

Rückzugsmöglichkeiten sind auch in sofern wichtig, als das ohne diese die Kinder ständig zu aktiven Tätigkeiten gedrängt und aufgefordert werden. Ein großes Angebot an Rückzugsmöglichkeiten trägt auch zu einer behaglicheren akustischen Atmosphäre bei. Denn dadurch bekommen die Kinder die Möglichkeit aktive und ruhige Phasen abzuwechseln ganz nach ihrem persönlichen individuellen Rhythmus. Eine Verbesserung der Akustik wird besonders durch Stoffe jeglicher Art erzielt. Dabei sind Kissen, Tücher, Decken und Vorhänge (vor allem aus Samt) am geeignetsten. Auch Teppiche sind sehr effektiv und können beispielsweise auch auf Treppen geklebt werden. Auch wenn der Einsatz solcher Materialien sehr arbeitsaufwändig ist, da diese auch gewaschen und Teppichböden gesaugt werden müssen, rentiert es sich in vielerlei Hinsicht. Abgesehen von der Verminderung des Geräuschpegels, wird das Bedürfnis der Kinder nach Anregung ihres größten Sinnesorgans, der Haut, gestillt. Außerdem tragen die Textilien auch zur optischen Verschönerung bei und zu einer gemütlicheren Atmosphäre (vgl. von der Beek, A. , Buck, M., Rufenach, A., 2007).

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Details

Seiten
27
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668109902
ISBN (Buch)
9783668109919
Dateigröße
1009 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v312175
Note
1,0
Schlagworte
Erarbeitung eines langfristigen Zielgruppenkonzepts zu Ruhe- Rückzugs- und Schlafbedingungen in Kitas Konzipieren-Evaluieren Interview mit einer Erzieherin

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Titel: Erarbeitung eines langfristigen Zielgruppenkonzepts zu Ruhe-, Rückzugs- und Schlafbedingungen in Kitas